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Petersilie als Heilpflanze: Wirkung und Anwendungsgebiete

Die Petersilie ist ein beliebtes Küchenkraut, das aufgrund seines intensiven Geschmacks in vielen verschiedenen Gerichten Verwendung findet. Allerdings steckt in ihr auch eine heilsame Wirkung. (Foto: pilipphoto - Adobe Stock)

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Inhaltsverzeichnis

Die Petersilie besitzt eine starke Heilwirkung. Die Pflanze ist stark harntreibend und soll bei akuten und chronischen Reizungen der Harnwege Abhilfe schaffen. Lesen Sie hier, welche weiteren Heilwirkungen in der Petersilie stecken und wie Sie die Pflanze am besten einnehmen.

Petersilie als Heilpflanze: ein Überblick

  • Petersilie:  beliebtes Küchenkraut aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) mit heilsamen Eigenschaften
  • Heilwirkung: harntreibend, entwässernd, blutreinigend, antimikrobiell
  • Einsatzgebiet: akute und chronische Reizungen der Harnwege, Vorbeugung und Behandlung von Nierengrieß, Entschlackung, Frauenleiden
  • Inhaltsstoffe: ätherische Öle und deren Bestandteile, sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamin A, C und E, Mineralstoffe
  • Anwendung und Einnahme: Präparate aus Blättern, Wurzeln und Samen, innerlich oder äußerlich, wahlweise als Tee oder Tinktur
  • Weitere Namen: Bockskraut, Kräutel, Peterling oder Peterle

Petersilie (Petroselinum crispum), auch Bockskraut, Kräutel oder Peterle genannt, gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Küchenkräutern in Deutschland und ist in vielen Gärten zu finden.

Welche Inhaltsstoffe hat die Petersilie?

Petersilie hat neben ihrer Verwendung als Gewürz in der Küche auch eine heilende Wirkung, die bei verschiedenen Beschwerden Anwendung findet. Diese geht auf die zahlreichen Inhaltsstoffe des Krauts zurück, die sowohl in den Blättern, Wurzeln und Samen der Petersilie stecken. Die wichtigsten Stoffe der Petroselinum crispum im Überblick:

  • ätherische Öle und deren Bestandteile (v. a. Myristicin und Apiol)
  • sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide, Apigenin und Cumarine)
  • Vitamin A, C, E und K sowie Beta-Carotin (v. a. Blätter)
  • Mineralstoffe, z. B. Kalium, Eisen, Mangan und Zink (v. a. Blätter)

Petersilie ist reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien. Den höchsten Gehalt an ätherischen Ölen hat die glatte Blattpetersilie, die Myristicin und Apiol enthält, während die krause Form nur Myristicin und die Wurzelpetersilie vorwiegend Apiol liefern.

Was ist die heilende Wirkung der Petersilie?

Zum Kochen werden vor allem die Petersilienblätter genutzt, als Heilkraut finden darüber hinaus auch die Samen und die Wurzel Anwendung. Aufgrund ihrer zahlreichen Inhaltsstoffe werden dem Kraut verschiedene Wirkungen zugeschrieben:

  • harntreibend
  • entwässernd
  • blutreinigend
  • antimikrobiell

Durch den hohen Vitamin-C-Gehalt soll die Petersilie zudem eine belebende Wirkung haben und sich positiv auf das Immunsystem auswirken. Zudem kann sie durch das enthaltende Apiol die Menstruation der Frau fördern, Menstruationsbeschwerden lindern und auch bei der Geburt unterstützen.

Was sind die Anwendungsgebiete von Petersilie?

Die Wirkungen der Petersilie beziehen sich durch ihre harntreibende Wirkung vorwiegend auf die Nieren und die ableitenden Harnwege. Daher werden Zubereitungen aus Petersilie, vor allem Tee, Tinkturen und Kapseln, innerlich zur Durchspülung verordnet.

Petersilie wird vorrangig angewendet bei:

  • akuten und chronischen Reizungen der Harnwege
  • Vorbeugung und Behandlung von Nierengrieß (Nierensteine)
  • „Entschlackung“ bei rheumatischen Erkrankungen

Ihr hoher Gehalt an Vitamin C wirkt belebend und somit oft Erkältungskrankheiten entgegen. Petersilie findet unter anderem auch in der Behandlung von Gicht, Verdauungsstörungen, Bluthochdruck, MundgeruchHautkrankheiten und Frauenbeschwerden Verwendung. So soll sie wegen ihrer krampflösenden Eigenschaften Menstruationsbeschwerden lindern.

Koch hackt Petersilie
Petersilie ist in vielen Küchen ein beliebtes Kraut und Gewürz © Esther Hildebrandt - Fotolia

Aufgrund ihrer anregenden Wirkung auf die Gebärmutter galt die Petersilie zudem schon im Mittelalter als wirksames Mittel beim Ausbleiben der Regelblutung und wurde angeblich sogar als Abtreibungsmittel verwendet. Frauen sollten in der Schwangerschaft nur geringe Mengen des Krauts zu sich nehmen – da sonst verfrüht Wehen eintreten könnten.

Beachten Sie: Die Anwendung von der Petersilie als Heilpflanze ersetzt keine medizinische Behandlung, sondern sollte diese nur begleiten. Wenn Sie unter ernsthaften Beschwerden leiden oder sich Ihre Symptome durch den Verzehr von Petersilie verschlimmern, wenden Sie sich an einen Arzt oder Apotheker.

Wie wende ich Petersilie an?

Petersilie als Heilmittel kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden; dazu wird aus Blättern, Wurzeln oder Samen (Früchte) wahlweise ein Tee oder eine Tinktur zubereitet. Beides kann eingenommen, auf die Haut aufgetragen, und als Umschlag oder Mundspülung verwendet werden.

Petersilie können Sie gut im Garten selbst ziehen. Da die Pflanze mit sich selbst unverträglich ist, müssen Sie das Kraut stets an einen anderen Platz säen. Ansonsten entwickeln sich nur kümmerliche Pflanzen mit geringem Wirkstoffgehalt.

Tipp: Petersilienkraut sollten Sie nur frisch verwenden. Getrocknet enthält es kaum noch wirksame ätherische Öle. Anders bei der Wurzel: Diese beinhaltet auch in getrockneter Form eine große Menge an Wirkstoffen. Sie erhalten die getrockneten Pflanzenteile in der Apotheke.

Wann sollte ich Petersilie nicht anwenden?

Bei Wassereinlagerungen infolge einer Herz- oder Nierenschwäche sollten Sie Petersilie nicht anwenden, da beide Organe durch die erhöhten Wassermengen überlastet werden könnten.

Urban gardening - Gemüse und Kräuter in Töpfen
Petersilie hilft nicht nur beim Kochen sondern auch bei Schmerzen © Floydine - Fotolia

Auch während der Schwangerschaft ist bei der Einnahme des Krauts Vorsicht geboten, da es vorzeitige Wehen auslösen kann. Allerdings gilt der Verzehr kleiner Mengen als weitestgehend unbedenklich.

Zudem können die Samen der Petersilie aufgrund der hohen Apiol-Konzentration bei einer großen Menge giftig sein und Symptome wie Brechreiz, Magenschmerzen oder Durchfall auslösen. Wenden Sie sich in solchen Fällen umgehend an einen Arzt.

Achtung: Verwechseln Sie die Petersilie nicht mit der giftigen Hundspetersilie oder dem Fleckenschierling. Sollten Sie sich bei Ihrer im Garten angebauten Pflanze nicht sicher sein, um welche Art es sich handelt, verzichten Sie auf die Einnahme der Petersilie und greifen Sie lieber auf Fertigpräparate oder Petersilie aus dem Supermarkt zurück.

Wie bereite ich einen Petersilien-Tee zu?

Überbrühen Sie 2 Gramm getrocknete Petersilienwurzel mit 150 Milliliter kochendem Wasser und lassen Sie den Petersilientee 15 Minuten zugedeckt ziehen, bevor Sie ihn abseihen. Trinken Sie zwei- bis dreimal täglich eine Tasse frischen Tee.

Nehmen Sie den Petersilientee aus der Petersilienwurzel und Fertigpräparate maximal vier Wochen ein und wechseln Sie dann zu einem anderen nierenanregenden Tee, z. B. aus Goldrute oder Birke. Tun Sie dies nicht, kann sich ein Gewöhnungseffekt einstellen und die heilsame Wirkung der Pflanze bleibt aus.

Halten Sie die vorgeschriebene Menge genau ein, da eine Überdosierung zu Reizungen von Nieren, Magen und Leber führen kann. Petersilienfrüchte oder Petersilienfruchtöl sollten Sie nicht einnehmen, da ihr Gehalt an ätherischem Öl zu hoch ist und Reizungen auslösen kann.

Fazit: Die Petersilie als Heilpflanze

Die Petersilie ist nicht nur eine beliebte Zutat in der Küche, der Doldenblütler ist auch eine wirksame Heilpflanze. Sie enthält viele Vitamine, Mineralstoffe und ätherische Öle, die dem Kraut ihre harntreibenden und entwässernden Eigenschaften verleihen. Bei Reizungen der Harnwege eignet sich zum Beispiel ein Tee aus Petersilienblättern. Das Heilkraut lässt sich aber auch als Fertigpräparat aus der Apotheke einnehmen oder als Tinktur bei rheumatischen Erkrankungen auftragen.

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