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Unfruchtbarkeit bei Frauen: Ursachen und Möglichkeiten

Ein unerfüllter Kinderwunsch ist für viele Frauen quälend. Die Gründe für eine Unfruchtbarkeit sind vielfältig, zum Teil aber behandelbar. (Foto: puhhha / shutterstock.com)

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Unfruchtbarkeit kann eine sehr große Belastung für viele Frauen und die Beziehung sein. Viele verzweifeln daran, wenn sie nicht schwanger werden und auch für Männer ist dieses Thema alles andere als einfach. Gegenseitige Schuldzuweisungen und zahlreiche Untersuchungen stellen die Beziehung oft auf eine harte Probe und die Lösungen für die Unfruchtbarkeit sind nicht immer zufriedenstellend.

Unerfüllter Kinderwunsch: Unfruchtbarkeit liegt nur etwa zur Hälfte an der Frau

In rund 40 Prozent der Fälle liegt es am Mann, dass kein Kind gezeugt werden kann und in etwa 40 Prozent der Fälle liegt es an der Frau. Die restlichen 20 Prozent betreffen Paare, bei denen die medizinische Ursache nicht geklärt werden kann oder bei denen beide Partner nicht in der Lage sind Kinder zu zeugen. Als unfruchtbar gilt eine Frau, wenn sie innerhalb von zwei Jahren nicht auf natürlichem Wege schwanger wird. Die Gründe für eine Unfruchtbarkeit bei der Frau können vielfältig sein. Am häufigsten sind diese 5 Ursachen:

1. Hormonelle Ursachen

In 30 bis 40 Prozent der Fälle, in denen eine Frau nicht schwanger werden kann, sind die Gründe hormoneller Natur. Dabei können Störungen des Hormonhaushalts bei Frauen unterschiedlich ausgeprägt sein. Feststellen kann dies der Frauenarzt. Mit dem Frauenarzt sollte als erstes gesprochen werden, wenn es auch nach vielen Monaten nicht mit der Schwangerschaft klappt. Er kann entscheiden, was als nächstes zu tun ist und ob vielleicht der Gang zu einem Hormonspezialisten nötig wird.

Progesteron-Mangel: Eine der häufigsten hormonellen Ursachen, weshalb Frauen nicht schwanger werden, ist ein Mangel des Gelbkörperhormons Progesteron. Dieses Hormon ist dafür zuständig, die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung einer Eizelle vorzubereiten. Ist die Schleimhaut nicht vorbereitet, kommt es zu einer frühen Unterbrechung der Schwangerschaft. Anzeichen für eine Gelbkörperschwäche sind eine verkürzte zweite Zyklushälfte und Schmierblutungen. Auch bereits geschehene Fehlgeburten können für einen Gelbkörperschwäche sprechen.

Erhöhter Prolaktinspiegel: Prolaktin ist ein Hormon, dass die Milchproduktion anregt. Gleichzeitig hemmt es den Eisprung, was für stillende Mütter gut ist. Für Frauen, die schwanger werden wollen, ist ein erhöhter Prolaktinspiegel aber schlecht. Eine Schilddrüsenfehlfunktion kann beispielsweise einen erhöhten Prolaktinspiegel auslösen, was die Reifung der Eizellen unterbindet. Eine Schwangerschaft ist auf diese Weise gar nicht erst möglich. Auch Stress oder zu viele männliche Hormone im Blut können das Prolaktin ansteigen lassen, was dazu führt, dass Frauen nicht schwanger werden.

PCO-Syndrom: Das PCO-Syndrom ist eine weitere Ursache für hormonell bedingte Unfruchtbarkeit. Es ist eine hormonelle Störung, die mit erhöhten männlichen Sexualhormonen im weiblichen Körper einhergeht. Dies führt zur Unfurchtbarkeit. Auch Zystenbildungen in den Eierstöcken sind typisch. Weitere Symptome sind eine verstärkte Körperbehaarung, immer länger dauernde oder ganz ausbleibende Zyklen und eine fettige Haut.

2. Organische Ursachen

Operationen: Falls im Zuge von Erkrankungen im Laufe des Lebens Operationen an den Geschlechtsorganen durchgeführt wurden, ist das Risiko für Unfruchtbarkeit in der Regel erhöht. So kann beispielsweise der Gebärmutterhals vernarbt sein oder bei der Entfernung von Zysten oder Tumoren mussten auch Teile der Eierstöcke oder die Gebärmutter entfernt werden.

Endometriose: Bei dieser schmerzhaften Krankheit lagert sich die Gebärmutterschleimhaut nicht nur in der Gebärmutter, sondern auch an den Organen ab und kann dadurch die Eileiter verkleben. Eine Schwangerschaft wird dadurch unmöglich.

Geschädigte Eileiter: Sind deine Eileiter aus irgendeinem Grund verengt, verklebt oder unterbrochen, kannst du nicht schwanger werden, da die Eizelle nicht zur Gebärmutter wandern kann.

3. Erbkrankheiten

Erbkrankheiten bilden häufig ein komplexes Zusammenspiel im Körper, das unter anderem auch zu Unfruchtbarkeit führen kann. Der Grund dafür ist, dass Chromosomen durch die Krankheit verändert sein können. Die Fortpflanzung wird dadurch unmöglich. Bei manchen Krankheiten ist eine Schwangerschaft zwar rein von der Veranlagung der Geschlechtsorgane möglich, wäre für die Frau aber zu gefährlich. Das Spektrum der Erbkrankheiten ist breit. Oft können Ärzte Aufschluss über die möglichen Auswirkungen einer Schwangerschaft auf den individuellen Fall und Körper geben.

4. Geschlechtskrankheiten

Chlamydien und Gonorrhö (besser bekannt als Tripper) können Unfruchtbarkeit auslösen, wenn sie unbehandelt bleiben. Chlamydien können zu Verwachsungen in den Geschlechtsorganen führen, was die Fruchtbarkeit beeinträchtigt. Gleiches gilt für Gonorrhö. Leider bleiben diese Geschlechtskrankheiten häufig unentdeckt und bereiten erst spät Probleme. Nur wenn sie rechtzeitig behandelt werden, können sie unkompliziert ausheilen und haben dann auch keine Auswirkung auf die Fruchtbarkeit.

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5. Alter und Lebensweise

Alter: Einer der entscheidenden Fruchtbarkeits-Faktoren bei Frauen ist das Alter. Schließlich nimmt schon ab dem 30. Lebensjahr die Fruchtbarkeit ab. Mit 30 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Jahres schwanger zu werden schon nur noch bei 75 Prozent, ab dem 35. Lebensjahr geht sie zurück auf 66 Prozent. Frauen, die 40 Jahre alt sind, haben nur noch eine 44-prozentige Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Jahres schwanger zu werden. Der Grund dafür ist, dass mit dem Alter der Frau die Anzahl der Eizellen weniger wird. Auch ihre Qualität nimmt ab. Das Risiko für Fehlgeburten, Komplikationen während der Schwangerschaft und Chromosomenfehler steigt, je älter die Frau ist. Die meisten Eizellen produziert der Körper zwischen dem 18. und dem 25. Lebensjahr. In dieser Zeit ist die Frau am fruchtbarsten.

Stress: Stress wirkt sich negativ auf den Prolaktinwert aus und lässt diesen ansteigen. Dies kann zumindest vorübergehend zu Unfruchtbarkeit führen.

Rauchen und Alkohol: Frauen, die über viele Jahre viel geraucht haben, können in ihrer Fruchtbarkeit eingeschränkt sein. Auch Alkohol wirkt sich negativ auf die Fruchtbarkeit aus.

Übergewicht: Starkes Übergewicht geht häufig mit zu vielen männlichen Hormonen im Körper einher.

Kinderwunsch: Was können Frauen bei Unfruchtbarkeit tun?

Sobald Frauen merken, dass es über mehrere Monate nicht klappt schwanger zu werden, können sie ihren Frauenarzt darauf ansprechen. Er kann mit ihnen gemeinsam einen Fahrplan entwickeln, welche Untersuchungen nötig sind, um herauszufinden, ob tatsächlich eine medizinisch bedingte Unfruchtbarkeit vorliegt. Falls sich diese bestätigt, kann sie unter Umständen behandelt werden.

So gibt es bei den hormonellen Ursachen die Möglichkeit, diese mit Hormon-Präparaten zu behandeln. Der Hormonhaushalt kann auf diese Weise künstlich so beeinflusst werden, dass eine Schwangerschaft möglich ist. Beispielsweise kann die Heranreifung von Eizellen hormonell unterstützt werden. Diese Behandlung ist mit vielen Nebenwirkungen verbunden – Interessierte sollten sich umfassend beraten lassen.

Bei organischen Problemen, die die Eileiter betreffen, kann möglicherweise über eine künstliche Befruchtung nachgedacht werden. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten wie zum Beispiel die In-Vitro-Fertilisation. Dafür wird die Eizelle außerhalb des Körpers mit dem Spermium befruchtet und dann zur Reifung in die Gebärmutter eingesetzt.

Geschlechtskrankheiten, die zu Unfruchtbarkeit führen können, sollten frühzeitig behandelt oder – noch besser – von vorneherein vermieden werden. Wer beim Geschlechtsverkehr mit einem Kondom verhütet, schützt sich vor Geschlechtskrankheiten. Falls es doch zu einer Erkrankung kommt, hilft der regelmäßige Kontrollbesuch beim Frauenarzt, mögliche Krankheiten oder Infektionen zu erkennen und dann auch rechtzeitig zu behandeln.

Sollten die Fruchtbarkeitsprobleme an der Lebensweise liegen, kann es sich lohnen an diesen Stellen anzusetzen. Übergewicht zu reduzieren und Stress abzubauen kann sich positiv auf die Fruchtbarkeit auswirken. Auch den Zyklus zu kontrollieren, erhöht die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden. Regelmäßiges Temperatur messen hilft Frauen dabei herauszufinden, wann ihre fruchtbaren Tage sind,

Leider gibt es immer wieder Frauen, bei denen keine gesundheitlichen Einschränkungen vorliegen, die aber trotzdem nicht schwanger werden können. Paare, die sehr unter dem nicht erfüllten Kinderwunsch leiden, sollten darüber nachdenken psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Schließlich kann die Unfruchtbarkeit sowohl die Frau als auch die Paarbeziehung stark belasten.

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