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Anthocyane: Besonderer Zellschutz dank roter und blauer Pflanzenfarbstoffe

Anthocyane gelten als die „neuen Vitamine“ mit einer enormen Heilwirkung. Sie senken das Krebsrisiko, töten Bakterien ab und stärken das Immunsystem u.v.m. (Foto: A. Kiro - Adobe Stock)

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Anthocyane sind sekundäre Pflanzenfarbstoffe aus der Gruppe der Flavonoide und wirksame Antioxidantien. Ihnen wird eine enorme Heilwirkung nachgesagt, da sie zellschädigende Substanzen beseitigen und die Zellen schützen können.

Wie wirken Anthocyane?

Die Wirkung dieser Anthocyane ist vielseitig:

  • Sie senken das Krebsrisiko.
  • Sie senken den Cholesterinspiegel.
  • Sie töten Bakterien ab.
  • Sie stärken das Immunsystem.
  • Sie sind entzündungshemmend.
  • Sie wirken antiviral.
  • Sie wirken antioxidativ.
  • Sie fangen freie Radikale in den Zellen ab, bevor sie Schaden anrichten.

Woher kommt die Wirkung der Anthocyane?

Anthocyane geben Früchten wie Heidelbeeren, Kirschen oder Brombeeren ihre rote, violette oder dunkelblaue Färbung. Anthos ist griechisch für Blume oder Blüte und kyáneos heißt dunkelblau. Dieser Farbstoff in den Pflanzen sitzt in der Schale und dient als natürlicher Sonnenschutz. Er schützt die Frucht vor den Einflüssen des UV-Lichts und somit vor Zellstress.

Der Effekt kann auf den menschlichen Körper übertragen werden und Anthocyane schützen vor Alterung sowie vor der Entartung von Zellen und somit vor Krebs. Die Farbstoffe aktivieren Gene, die dem Körper Schutz bieten und blockieren diejenigen, die schädlich sein können.

Anthocyane bei Parkinson anwenden?

Außerdem fungieren die Pflanzenfarbstoffe als Hemmstoffe von zwei Enzymen, die für den Gehirnstoffwechsel eine wichtige Rolle spielen. Damit weisen sie eine ähnliche Wirkung wie Medikamente zur Behandlung von Parkinson-Patienten auf. Zwar erreichen die Beerenwirkstoffe nach Angaben der Wissenschaftler die Effektstärke der üblichen Arzneimittel nicht. Aber immerhin bergen sie nicht deren Nebenwirkungen.

Heidel-, Him- und Holunderbeeren haben einen sehr hohen Anthocyangehalt. © Johanna Mühlbauer - adobe stock

Welche Lebensmittel enthalten besonders viele Anthocyane?

Viele rote, blaue und violette Früchte enthalten besonders viele Anthocyane. Besonders reich an Anthocyanen sind Heidel- und Holunderbeeren, die davon je zwischen 600 und 1.400 Milligramm pro 100 Gramm frischer Früchte enthalten. Weitere Lebensmittel mit einem hohen Anthocyangehalt sind:

  • Blaue Weintrauben
  • Auberginen
  • Brombeeren
  • Acai-Beeren
  • Gojibeeren
  • Himbeeren
  • Schwarze Johannisbeeren
  • Rote Zwiebeln
  • Blutorangen
  • Kirschen
  • Rotkohl.

Da Anthocyane in so vielen Obst- und Gemüsesorten vorkommen, ist es auch für Veganer kein Problem, genug dieser wertvollen Pflanzenstoffe zu sich zu nehmen. Auch in essbaren Blüten wie zum Beispiel Schnittlauchblüten oder Stiefmütterchenblüten sind Anthocyane enthalten.

Anthocyane als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen? Das müssen Sie beachten

Anthocyane sind wissenschaftlich gut erforscht und es gibt zahlreiche Präparate, die den wertvollen Pflanzenstoff beinhalten.  Die Nahrungsergänzungsmittel gibt es zum Beispiel in Form von Kapseln aus Heidelbeerextrakt – sie können bei Vitalstoffmangel eingenommen werden.

Diese konzentrierte, hochdosierte Form ist für schwangere und stillende Frauen nicht geeignet. Die puren Früchte können sie aber bedenkenlos verzehren. Sie haben keine Nebenwirkungen.

Wie können Sie mehr Anthocyane zu sich nehmen? 5 Tipps

Sie können Ihre Anthocyane-Zufuhr ganz leicht erhöhen und die leckeren Früchte und Gemüsesorten in Ihre Ernährung einbinden.

  1. Jeden Morgen ein Beeren-Smoothie: Mixen Sie sich jeden Morgen einen Smoothie oder Shake aus blauen und/oder roten Beeren, am besten mit etwas Mandelmilch. Das schmeckt nicht nur lecker, sondern versorgt Sie mit einer wertvollen Portion Anthocyane sowie vielen weiteren Nährstoffen.
  2. Rotkohl essen: Im Herbst und Winter steht er von Natur aus häufiger auf dem Speiseplan, doch auch fernab von deftigen Gerichten, sollte Rotkohl so oft wie möglich zum Einsatz kommen. Ob pur, als frischer Rohkost-Salat, gedünstet als Beilage oder zum Saft gepresst mit Apfel und Ingwer – Rotkohl ist gesund und liefert Ihnen außer Anthocyanen noch Vitamin C, Vitamin E, Folsäure, Kalzium, Magnesium sowie B-Vitamine.
  3. Mit essbaren Blüten dekorieren: Essbare Blüten sehen nicht nur schön aus, sondern enthalten auch noch zusätzliche Anthocyane, wenn Sie die richtigen Blüten auswählen. Gesund sind beispielsweise Schnittlauchblüten, Malvenblüten oder die Blüten von Stiefmütterchen, die alle besonders anthocyanreich sind.
  4. Im Winter auf gefrorene Beeren zurückgreifen: In den Wintermonaten bleibt Ihnen bei den meisten roten und blauen Früchten nur der Griff zu Tiefkühlobst. Besonders gesund ist die Acai-Beere, deren Püree Sie gefroren kaufen können. Sie ist 30 mal so anthocyanhaltig wie dunkle Weintrauben.
  5. Chutneys aus Beeren für herzhafte Speisen: Um auch herzhafte Speisen mit Anathocyanen anzureichern, können Sie aus den Beeren leckere Chutneys kochen. Sie bestehen meist aus vielen würzigen Komponenten wie Zwiebeln, Ingwer, Pfeffer oder Chili und werden mit Früchten ergänzt. Ein Blaubeer-Chutney passt beispielweise perfekt zu Fleisch und auch mit Kirschen erhalten Sie eine spannende süße Note zu würzigen Speisen.

Fazit: So gesund sind Anthocyane

Anthocyane kommen in vielen dunklen Früchten vor und liefern wertvolle Antioxidantien, die Ihre Zellen vor schädlichen Einflüssen schützen. Schon mit kleinen Tricks können Sie Ihre Anthocyane-Zufuhr erhöhen und profitieren von der antientzündlichen und antioxidativen Wirkung, die außerdem Ihren Cholesterinspiegel senken und sogar vor Krebs schützen kann.

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