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Retterspitz – Zusammensetzung, Wirkweise & Anwendung

Die Pflanzenmixtur Retterspitz ist nach Aspirin das zweitälteste Naturheilpräparat. Hier alles zu seiner Zusammensetzung, Anwendung und Wirksamkeit. (Foto: Adobe Stock – Pixelot)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Steckbrief: Retterspitz

Definition: Pflanzliches Naturmittel aus verschiedenen ätherischen Ölen & Arnika

Entwicklung: Um 1830 durch einen namentlich nicht überlieferten Arzt

Namensgebung: Benannt nach Margarete Retterspitz

Heute: Vertrieb durch die Retterspitz GmbH in Schwaig bei Nürnberg

Gründung der heutigen Firma: 1902

Produktportfolio: Retterspitz Innerlich; Äußerlich Wickel & Kosmetikartikel

Definition: Was ist Retterspitz?

Unter all den gesundheitlichen Mitteln, die die Menschheit hervorgebracht hat, gibt es möglicherweise kein zweites wie Retterspitz. Die Pflanzenmixtur hat nicht nur einen spektakulären Siegeszug im 19. Jahrhundert hinter sich, sondern ist auch nach dem Aspirin das zweitälteste Naturheilpräparat überhaupt. Trotzdem ist es in der heutigen Gesellschaft völlig in Vergessenheit geraten.

Retterspitz als unbekanntes Mittel: Die Geschichte des Heilwassers

Würde man heute auf der Straße nach Aspirin fragen, so wüsste nahezu jeder, was damit gemeint ist. Fragt man allerdings nach Retterspitz, so erntet man sicherlich viele fragende Blicke.

Das Präparat wurde bereits im Jahre 1830 entwickelt und war ursprünglich als eine Schönheitstinktur gedacht. Seine unglaubliche Wirkung auf Entzündungen und Fieber brachte es jedoch schnell einen enormen Ruf ein und ließ es in der Behandlung verschiedener Krankheiten Fuß fassen.

Wer ist Margarete Retterspitz?

Ein Blick in ein Pflanzenlexikon hilft nicht viel weiter, wenn es darum geht, herauszufinden, was Retterspitz ist. Tatsächlich ist das Mittel, welches eigentlich recht pflanzlich klingt, eigentlich eine Produktbezeichnung. Damit fällt Retterspitz augenscheinlich in dieselbe Produktklasse wie auch Aspirin.

Bei Retterspitz handelt es sich um den Nachnamen jener Frau, die die Tinktur ursprünglich vertrieben hatte: Margarete Retterspitz. Sie hatte das Rezept von ihrem Mann erhalten und behandelte damit in einem Kurhaus in der Schweiz Patienten.

Nach ihrem Tod wurde das Rezept von Hans Scheck, einem deutschen Apotheker, der die Lizenz für den deutschen Markt besaß, weitervermarktet. Was im Jahre 1902 noch mit dem „Retterspitzwasser für äußerliche Heilanwendungen” rein auf eine äußere Behandlung limitiert war, wurde ab 1920 mit „Retterspitz Innerlich” auch für die innere Anwendung vertrieben.

Der vom Apotheker Scheck aufgebaute Betrieb fand mit dessen Sohn im Jahre 1935 einen würdigen Nachfolger. Herrmann Scheck verfolgte die Vision und baute das Unternehmen weiter aus.

Im Jahre 1966 kam mit Dr. med. Gerhard Valet, dem Enkel des Firmengründers, neuer Wind in den Betrieb. Die Produktpalette wurde diversifiziert. Mit einem Vitamin Gelee, Massage Öl und einer Sauna Essenz attackierte der Betrieb den Pflegekosmetik-Markt. Dabei formulierte das Unternehmen die Maxime, dass alle Produkte sowohl verträglich als auch wirksam sein sollten.

Bis heute kann die daraus entstandene Firma Retterspitz GmbH in mittlerweile vierter Generation auf über 115 Jahre Firmengeschichte zurückblicken. Die Produktpalette erfreut sich bei eingeweihten Menschen noch immer Popularität.

Woraus besteht Retterspitz? Die Inhaltsstoffe im Fokus

Retterspitz besteht zu Auszügen aus Arnika sowie aus verschiedenen ätherischen Ölen, die allesamt ihre spezifischen Heilwirkungen einbringen. Unter anderem enthält Retterspitz entzündungshemmendes und freie Radikale-bindendes Tymianöl.

Das Mittel durchbricht effektiv den Entzündungsmechanismus, indem es die Bildung von Botenstoffen unterbricht, die bei Entzündungen vermehrt ausgeschüttet werden.

Bei welchen Beschwerden hilft Retterspitz? Retterspitz Anwendung

Retterspitz hat sich in verschiedenen Bereichen gut als Heilmittel bewährt.

Leiden, die durch Retterspitz gemildert werden können:

  • Entzündungen in der Brust
  • Abszesse
  • Ekzeme
  • Sehnenscheidenentzündungen
  • Entzündungen der Scheide
  • Fieber
  • Schmerzen in den Gelenken & Knochen
  • Gürtelrose
  • Entzündungen des Nagelbetts
  • Oberflächlichen Entzündungen der Beine
  • Entzündungen der Atemwege

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Retterspitz kaufen: Bezugsquellen des Heilwassers

Retterspitz lässt sich heute in vielfältiger Ausführung in der Apotheke kaufen, oder aber bequem online bestellen. Das Mittel gibt es als Präparat sowohl zu inneren als auch zur äußeren Anwendung.

Tipp

Nicht jede Apotheke hat das Mittel direkt vorrätig, häufig muss es erst bestellt werden. Ein Anruf vorab kann hier Zeit und Nerven schonen. Darüber hinaus bietet auch die offizielle Webseite mit dem Apotheken-Finder eine komfortable Online-Lösung.

Retterspitz gegenüber handelsüblichen Schmerzmitteln: Ein Vergleich

Heutzutage gibt es Schmerzmittel wie Sand am Meer, die Einnahme derselben scheint bei manchen Menschen zügellos zu sein. Doch: Schmerzmittel sind in keiner Weise harmlos.

Je nachdem, welche Mittel man verwendet, haben sie alle bei dauerhafter Einnahme in irgendeiner Weise einen negativen Effekt auf die Gesundheit. So schädigt beispielsweise nach Studien aus 2018 der Wirkstoff Paracetamol die Leber, während Ibuprofen den Magen angreift. Ein außerordentlich großer Teil der Schmerzmittel besteht allerdings aus dem einen oder anderen dieser beiden Wirkstoffe. In großen Konzentrationen sind daher beide Wirkstoffe nur noch mit Rezept zu bekommen. Jede eingenommene Schmerztablette hinterlässt Spuren im Körper.

Auch Aspirin und ASS (Acetylsalicylsäure) sind nicht völlig gefahrlos. In den USA sterben jährlich über 16.000 Menschen an den Folgen von inneren Magen-Darm-Blutungen, die auf Acetylsalicylsäure zurückzuführen sind.

Eine Einnahme von wöchentlich zwei oder mehr Tabletten ASS über Jahre hinweg erhöht Studien zufolge bei Frauen das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs um glatte 58 %!

Retterspitz hingegen ist ein natürliches Mittel, welches auf schonende Art und Weise Wirkungen erzielen kann.

Retterspitz Behandlung: Wie wird Retterspitz angewandt?

Wie bereits erwähnt, gibt es Retterspitz als innere und äußere Anwendungsform. Im Folgenden wollen wir vorstellen, wie das Mittel seine optimale Wirkung entfaltet.

Retterspitz Innerlich: Das Präparat für die innere Anwendung

Das Mittel kann bei innerlicher Anwendung die Magensäure regulieren und so unter anderem Magenprobleme in den Griff bekommen. Tatsächlich kurierte auch schon Hans Scheck sein Magenleiden mit dem Heilwasser, wodurch er erst auf das Präparat aufmerksam wurde. Im Ergebnis erwarb er deswegen die Lizenz, um das Heilwasser in Deutschland vertreiben zu dürfen.

Gleichzeitig ist Retterspitz sehr bekömmlich. Ohne Zucker, Gluten oder Lactose ist es auchfür Allergiker geeignet.

Retterspitz Äußerlich: Effektiv zur äußeren Anwendung

Die äußerliche Variante des Mittels lässt sich per Wickel oder Auflage verwenden. Prellungen, Zerrungen und Überdehnungen lassen sich damit ebenso behandeln wie Blutergüsse und Brustentzündungen. Das Präparat fördert als Auflage oder Wickel die Durchblutung und haben eine beruhigende Wirkung.

Wie bei anderen Wickeln und Packungen soll eine Dunstatmosphäre geschaffen werden, die im Körper die Selbstheilungskräfte anregt.

Retterspitz-Wickel Anwendung

Für einen Retterspitz-Wickel braucht es ein Leintuch sowie ein etwas größeres Moltontuch. Das Leintuch wird einmal gefaltet und kurz in kaltes Wasser gelegt. Nach dem Auswringen wird es ausgiebig mit Retterspitz eingesprüht – das Tuch sollte allerdings nicht tropfen.

Nun wird es auf die zu behandelnde Stelle gelegt, mit dem Moltontuch straff umwickelt und mit einer Sicherheitsnadel befestigt. Nach ca. 2 Stunden müsste sich der Schmerz gelindert haben und mit der Entspannung stellt sich meist auch eine wohltuende Müdigkeit ein.

Beim Anlegen ist darauf zu achten, dass entsprechende Wickel nicht vollkommen durchgetränkt werden. Ebenfalls ist der richtige Druck von Wichtigkeit, denn für eine effiziente Wirkung muss ein gewisser Druck aufgebaut werden. Wessen Schmerzen ein Aufbauen von Druck verhindern, sollte eine andere Person um Unterstützung bitten. Für die Dauer von etwa zwei Stunden fungiert ein Retterspitz-Wickel als optimaler Wärmeaustauscher.

Was kostet Retterspitz?

Retterspitz ist in unterschiedlichen Formen erhältlich, Preisschwankungen können dabei erheblich ausfallen. Ein Starterset für Wickel mit 350 ml Retterspitz Äußerlich sowie einem Wickel kostet37,50 € im offiziellen Online-Shop des Unternehmens. Insgesamt halten sich die Preise für ein Premium Heilmittel in Grenzen – die Literflasche Retterspitz (Äußerlich wie Innerlich) kostet 25,10 €. Die kleinere Packungsgröße mit 350 ml gibt es für 12,70 € zu kaufen. Ein akzeptabler Preis, um das Mittel einmal auszuprobieren.

Fazit zu Retterspitz: Es müssen nicht immer Medikamente sein

Wer heutzutage unter körperlichen Beschwerden leidet, greift fast wie automatisch zum passenden Medikament. Klassiker wie Aspirin fehlen in keiner Haushaltsapotheke. Dabei gibt es auch alternative Behandlungsmöglichkeiten, die ebenfalls Linderung bei vielen Beschwerden verschaffen können. Retterspitz ist eines dieser Präparate, welches zurzeit eine kleine Renaissance erlebt. Und das nicht ohne Grund.

Galt es lange Jahre als vergessen, sorgte das Internet im Zusammenspiel mit der wachsenden Begeisterung für alternative und vor allem natürliche Behandlungen dafür, dass Retterspitz wieder populärer in der Gesellschaft wird.

Verbraucher sollten sich aber nicht blindlings auf die Werbebotschaften der Schulmedizin oder der alternativen Medikation einlassen. Stattdessen gilt es mit einem Arzt beim jeweiligen Fall die verschiedenen Optionen durchzusprechen und sich auf eine Behandlung zu einigen. Dabei lautet die Devise immer häufiger: Statt entweder Schulmedizin oder alternative Behandlungsmöglichkeiten durchzusetzen, sollten beide Ansätze ergänzend verfolgt werden.

Retterspitz ist eines dieser Präparate, das bei vielen Beschwerden Linderung verschaffen kann. Hier gilt es in Absprache mit dem Arzt – je nach Schwere der Beschwerden – die Anwendung auszuprobieren und eine eigene Meinung zu bilden.

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