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Akupressur - Anwendung gegen Beschwerden

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste über die Akupressur

Definition: Alternative ostasiatische Medizin zur natürlichen Schmerztherapie durch Druckausübung

Vorgehen: Druck auf spezielle Körpermeridiane, durch die Lebensenergie fließt

Nebenwirkungen: Keine, aber: nicht jede Übung ist für jeden Patienten geeignet

Anwendungsgebiete: Reisekrankheit, Erkältung, Kopfschmerzen, Verstopfung, Zahnschmerzen

Akupressur Definition: Was ist Akupressur?

Schon seit vielen Tausend Jahren werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und in der Japanischen Medizin (JM) diverse Behandlungsformen verwendet. Diese werden heute auch bei uns im Westen immer mehr anerkannt und angewendet. Akupunktur (japanisch: Hari) und Akupressur (japanisch: Shiatsu) werden für umfangreiche Behandlungsmethoden eingesetzt. Sie führen als eine ganzheitliche und schonendere Alternative zu Medikamenten häufig zu Erfolgen.

Immer wenn es irgendwo zwickt, setzt man ganz automatisch und ohne TCM-Experte zu sein, die Akupressur ein: Man drückt oder reibt die schmerzende Stelle und versucht die Beschwerden quasi wegzureiben. Dass dies kein Unsinn ist, zeigt unsere Erfahrung. Da das Drücken und Reiben hilft, hören wir nicht auf es im Schmerzfall wieder und wieder zu tun.

Akupressur nennt sich auch die kleine Schwester der Akupunktur. Sie gehört zu den traditionellen Methoden, die die Menschen in China seit Tausenden von Jahren anwenden. Im Gegensatz zur Akupunktur arbeitet sie allerdings nicht mit Nadeln, sondern mit Druck. Dieser wird auf bestimmte Punkte ausgeübt und beeinflusst somit Nerven und Organe.

Akupressur Meridiane: Was sind Akupressurpunkte?

Akupressurpunkte, von denen es mehr als 400 unterschiedliche, überall am Körper gibt, liegen auf den sogenannten Meridianen oder Energiebahnen. Sie durchziehen laut Traditioneller Chinesischer Medizin den Körper, die Lebensenergie Qi fließt durch sie hindurch. Der passende Druck auf die richtige Stelle lindert unterschiedliche Beschwerden. Er wirkt sich darüber hinaus auch bei seelischen Beschwerden positiv aus.

Die Akupressur aktiviert außerdem die Selbstheilungskräfte und führt richtig ausgeführt zu tiefer Entspannung. Die Technik, die in China Teil eines ausgefeilten und komplizierten Heilsystems ist, ist in ihrer abgespeckten Form leicht erlernbar und wird bei regelmäßiger Übung recht schnell beherrscht.

In Deutschland bieten Ärzte, Heilpraktiker und Physiotherapeuten professionelle Akupressur an. Dazu absolvieren sie eine spezielle Zusatzausbildung. Auf der Suche nach den richtigen Punkten bieten Schaubilder Hilfe, auf denen die einzelnen Meridiane und Druckpunkte verzeichnet sind.

Akupressur Meridiane

Hat Akupressur Nebenwirkungen?

Bei der Akupressur gibt es keine Nebenwirkungen. Entweder man trifft den richtigen Punkt und lindert die Beschwerden durch Drücken, Massieren oder Streichen oder es passiert nichts, weil an der entsprechenden Stelle die Energie ungehindert fließt. Schaden kann man sich und die Gesundheit durch Akupressur daher nicht – außer vielleicht man drückt so fest, dass es weh tut. Doch selbst, wenn man den falschen Punkt trifft, hat Akupressur keine ungewollten Effekte. Wer sich dennoch unsicher ist, kann im Vorfeld einen Arzt oder Therapeuten befragen.

Akupressur zeigt gute Erfolge bei stressbedingten Kopfschmerzen, Migräne, Muskelverspannungen und Schlafstörungen. Des Weiteren wirkt sie bei akuter Müdigkeit erfrischend. Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Schwangere sollten vor einer Behandlung Rücksprache mit ihrem Arzt halten.

Hauptanwendungsgebiete der Akupressur

  • Appetitlosigkeit
  • Brechreiz, Reisekrankheit
  • Durchfall
  • Erkältungskrankheiten
  • Husten, Heiserkeit
  • Müdigkeit & Konzentrationsschwäche
  • Kopfschmerzen
  • Nervosität
  • Schlafstörungen
  • Suchterkrankungen
  • Verdauungsstörungen mit Blähungen
  • Verspannungen von Hals, Schultern & Rücken
  • Verstopfung
  • Zahnschmerzen

Akupressur wird in Ostasien schon seit Jahrtausenden erfolgreich praktiziert.

Akupressur wird in Ostasien schon seit Jahrtausenden erfolgreich praktiziert. © tbel – Fotolia

Akupressur Anwendung: Richtig akupressieren lernen

Ähnlich wie bei den erogenen Zonen des menschlichen Körpers, ist eine Lokalisierung relativ intuitiv möglich. Auch in der Akupressur gibt es eine Vielzahl von Punkten, deren Reizung bestimmte Nervenbahnen oder innere Organe in einen Reizzustand versetzt.

Diese Punkte werden bei der Akupunktur mit Nadeln, bei der Akupressur mit einem Finger oder mit der Nagelkante des Fingers gereizt. Bei sehr eng lokalisierten oder schwer erreichbaren Punkten kann zudem ein sogenannter Akupressurstab verwendet werden.

Die Massage der gewählten Punkte erfolgt je nach Anwendung mit unterschiedlicher Dauer und unterschiedlichem Druck.

Häufig ist die Massage mit einer bestimmten Richtung verbunden. Manche Akupunkteure setzen beide Methoden, Akupunktur und Akupressur, nebeneinander ein. Allerdings sind die meisten Therapeuten der Ansicht, dass die Massage zwar kurzfristig Symptome lindern kann, aber nicht so nachhaltig wirkt wie die klassische Akupunktur.

Wichtig bei der Akupressur ist, dass die Hände schön angenehm warm sind, damit die Berührungen auf jeden Fall als angenehm aufgefasst werden. Zudem dürfen nur gesunde Hautstellen massiert werden. Narben, Leberflecken, Warzen und vor allem entzündete Stellen müssen unbedingt ausgespart werden.

Kreisendes Massieren gilt als effektiv in der Akupressur

Professionelle Akupresseure behandeln die Punkte durch Ziehen, Klopfen, Stoßen, Drücken oder Massieren. Für die Selbstakupressur eignen sich die beiden letztgenannten Methoden am besten.

Sanfter Druck abwechselnd im Uhrzeiger- und im Gegensinn massierend kreisen, entspricht dem Prinzip des Yin (Gegensinn, besänftigend) und Yang (Uhrzeigersinn, aktivierend).

Dabei nimmt der Körper genau die Stimulation (Besänftigung oder Aktivierung) auf, die er gerade braucht. Beim Kreisen sollte der Druck mindestens so stark sein, dass sich das Gewebe unter der Haut mitbewegt. Wenn man die Akupunkturpunkte mit zwei Fingerspitzen drücken, entfaltet man umso mehr Kraft.

Am tiefsten gelangt man mit dem Daumendruck. Das könnte allerdings anfangs zu schmerzhaft sein. Deshalb gilt: Probieren geht über Studieren.

Vorsicht:
Niemals darf ein Punkt akupressiert werden, dessen Umgebung entzündet ist. Stattdessen kann der entsprechende Punkt auf der entgegengesetzten Körperseite akupressiert werden, ganz im Sinne einer gespiegelten Wirksamkeit. Alternativ muss mit der Behandlung gewartet werden, bis die Entzündung abgeklungen ist.

Akupressur gegen zahlreiche Beschwerden

Die Akupressur wirkt in ihrer Gesamtheit psychovegetativ ausgleichend und damit gegen Hitzewallungen, Nervosität, Reizbarkeit, sexuelle Unlust, Konzentrationsschwäche oder das Gefühl der Überforderung.

Akupressur zur Linderung von Beschwerden in den Wechseljahren: 

  • Die Akupressur zweier Punkte unterhalb der Schilddrüse sorgt für die Straffheit Ihres Halses. Legen Sie die Hände in den Nacken, die abgespreizten Daumen zeigen nach vorn. Neigen Sie den Kopf leicht nach hinten und entspannen Sie die Halsmuskeln. Mit den Daumen üben Sie unterhalb der Schilddrüse, zwischen Kehlkopf und Sehnen einen leichten Druck aus. Fünfmal, wirklich sehr sanft(!). Würgen Sie sich nicht. Sie können diese Stellen auch leicht beklopfen. Morgens und abends.
  • Klopfen Sie auf dem Kopf mit den Fingern beider Hände den Mittelscheitel entlang, von vorn nach hinten. Oder legen Sie die Hände mit nach hinten zeigenden Fingern auf den Mittelscheitel. Die kleinen Finger berühren sich. Verschieben Sie die Kopfhaut einige Male von vorn nach hinten. Lockernd, entspannend, konzentrationsfördernd. Dreimal täglich.
  • Akupressur des Unterleibs: Kalte Hände reiben Sie vorher warm oder halten Sie unter fließendes warmes Wasser. Drücken Sie mit der Kuppe des Mittelfingers leicht in die Mitte des Bauchnabels. Je empfindlicher Sie reagieren, desto sanfter werden Sie vorgehen. Fünfmal, morgens und abends. Danach legen Sie die warme Handfläche mit leichtem Druck auf die Bauchdecke, unterhalb des Nabels. Sobald Sie spüren, wie die Wärme der Hand in den Bauchraum ausstrahlt, gehen Sie einen Fingerbreit weiter nach unten, warten auf die ausstrahlende Wärme und so fort bis zum Schambein. Morgens und abends, am besten im Bett.

Akupressur gegen schmerzende Fingergelenke

Akupressiert wird immer auf beiden Körperseiten, jeder Punkt erst links, dann rechts. Es genügt im Allgemeinen, die Punkte täglich drei- bis viermal zwei bis drei Minuten lang zu beklopfen.

Bei starken Schmerzen sollten Sie die Punkte kräftiger drücken. Auch um die Punkte erst einmal zu finden, dürfen Sie zunächst kräftiger zulangen, bis Sie später diese auf Anhieb finden.

Vorgehensweise bei schmerzenden Fingergelenken:

  1. Der erste Punkt liegt auf dem Handrücken. So tasten Sie sich an ihn heran: Legen Sie die Kuppe vom Zeigefinger der anderen Hand zwischen die Knöchel des kleinen und des Ringfingers. Fahren Sie dann mit der Fingerkuppe in der Furche auf dem Handrücken nach oben in Richtung Handgelenk. Ungefähr zwei Fingerbreit oberhalb der Knöchel hat die Furche ihre tiefste Stelle. Das ist Ihr Punkt für die Akupressur.
  2. Der zweite Punkt liegt auf der Außenseite der Hand am Übergang des Handballens zum Handgelenk. Am besten tasten Sie sich, vom kleinen Finger ausgehend, an der Außenseite der Hand an den Punkt heran. Druckschmerz zeigt Ihnen an, dass Sie den richtigen Punkt gefunden haben.
  3. Der dritte Punkt, an der Außenseite der Arme, ist etwas schwieriger zu finden. Hilfreich ist es zu Anfang, wenn Sie sich dabei vor einen Spiegel stellen. Legen Sie die linke Hand mit ausgestreckten Fingern auf die rechte Schulter. Denken Sie sich auf dem linken Unterarm eine Linie von der Spitze des kleinen Fingers bis zum äußeren Ende des Ellenbogens und tasten Sie sich auf dieser Linie bis zur Mitte der Strecke vor. Auch dieser Punkt ist druckempfindlich.
Tipp:
Erfolg können Sie nur bei Konsequenz und Regelmäßigkeit Ihrer Akupressur erwarten.
Akupressur Reflexzonen Hand

Akupressur gegen Herzrasen & Bluthochdruck

Ein organischer Schaden kann durch Akupressur natürlich nicht behoben werden. Wohl aber kann mit regelmäßiger Pressur ein Beitrag geleistet werden, dass das Herz gesund bleibt, ruhiger schlägt und – falls es schwach ist – wieder kräftiger wird. Alle folgenden Varianten sollten drei- bis fünfmal täglich durchgeführt werden.

Akupressurmethoden gegen Herzrasen:

  1. Der erste Punkt liegt in der Magengrube, unterhalb des Brustbeins in der weichen Vertiefung. Akupressieren Sie ihn mit der Kuppe des Mittelfingers und mittelstarkem Druck. Wie lange Sie akupressieren, hängt von Ihrem Befinden ab. Bei einem dumpfen Druckgefühl hören Sie sofort auf.
  2. Die nächsten Punkte liegen auf der Innenseite des Arms. Klopfen Sie leicht vom Ellenbogengelenk an aufwärts bis zur Achselhöhle. Mehrmals hintereinander.
  3. Der nächste Punkt ist auch leicht zu erreichen, er liegt genau in der Mitte des Nackens. Drücken Sie mit vier Fingern gleichzeitig einige Male fest zu, dann erfassen Sie den richtigen Punkt. Er ist druckempfindlich.
  4. Zwei wichtige Punkte liegen gut zugänglich jeweils auf der Innenseite des Armes, in der Beugefalte des Handgelenks, außerhalb des Bandes, welche das Handgelenk mit der Elle verbindet. Auch diese Punkte sind druckempfindlich, aber vielleicht müssen Sie diese erst vorsichtig ertasten.
Vorsicht:
Für alle Punkte gilt: Bereitet die Akupressur Schmerzen, nehmen Sie den Druck zurück! Es geht schließlich um Wohlbefinden und nicht um zusätzliche Schmerzen.

Akupressur gegen Bluthochdruck

Gegen starke arteriosklerotische Verengung der Blutgefäße oder gar gegen Verschlüsse wird Ihnen Akupressur wenig bringen. Dafür umso mehr, wenn Dauerstress die Ursache nervlich angespannter Gefäße ist. Also zusätzlich Stress und Übergewicht abbauen!

Ist Ihr Bluthochdruck nur gering, so besteht die Möglichkeit, dass er sich unter regelmäßiger Akupressur (und einer entsprechenden Lebensweise!) wieder normalisiert oder zumindest nicht weiter ansteigt. Wichtige Punkte, die Sie jederzeit und wenig auffällig akupressieren können, liegen auf der Hand.

Akupressur hilft gegen Bluthochdruck:

  1. Drücken Sie die Kuppe des Mittelfingers einer Hand mit Daumen und Zeigefinger der anderen Hand links und rechts vom Ende des Nagelfalzes. Ziehen Sie dann am Mittelfinger. Fünfmal hintereinander, zuerst die linke Hand, dann die rechte. Fünfmal am Tag.
  2. Drücken Sie mittelstark bis kräftig den Nagelfalz des Mittelfingers oben an der Rundung (evtl. mit dem Daumennagel). Erst die linke Hand, dann die rechte. Fünfmal, mindestens fünfmal am Tag.
  3. Die gleiche Pressur am Nagelfalz des kleinen Fingers.
  4. Auf den Punkt in der Mitte des Handgelenks, direkt unter den Handwurzelknochen, legen Sie die Kuppe des gestreckten Mittel- oder Zeigefingers und verschieben die Haut sanft und kreisend gegen die Unterlage. Sie können auch diesen Punkt wie den folgenden Punkt am Bein nur leicht beklopfen.
  5. Der fünfte Punkt liegt vier Finger breit unter der Kniescheibe und von dort aus eine Daumenbreite nach außen. Akupressieren Sie ihn – wie den Punkt auf dem Handgelenk – sanft!
  6. Aus der Ohr-Akupunktur, die erst lange nach der traditionellen chinesischen Akupunktur entstand, stammt der Akupressurpunkt oberhalb des Ohrläppchens, dicht unter der Kerbe, die zwischen den beiden knorpeligen Wülsten liegt. Die genaue Lage Ihres Punktes zeigt Ihnen seine Empfindlichkeit an: Er schmerzt. Drücken Sie also (anfangs) nicht zu fest!

Weitere Akupressurpunkte gegen zahlreiche Leiden

Schwindel, der mit Übelkeit und eventuell Erbrechen einhergeht, hat mit einer Reizung des sogenannten Labyrinths im Innenohr zu tun – dort wo sich das Gleichgewichtsorgan befindet. Es gibt einen Punkt, dessen Pressur im akuten Fall nahezu immer Erleichterung verschafft: Zwei Fingerbreit (Zeige- und Mittelfinger) unterhalb des Nabels liegt das „Meer der Energie”. Messen Sie die Entfernung vom Nabel mit den Fingern einer Hand und piksen Sie mit einem Fingernagel der anderen Hand in die Bauchdecke hinein. Zehnmal.

Schwindel als Reisekrankheit kündigt sich meist durch Gähnen, starken Speichelfluss, Blässe und Schläfrigkeit an. Aber am besten führen Sie die Akupressur schon vorher durch – und nicht erst, wenn Ihnen bereits unwohl ist!

Außerdem sollten Sie das Auffinden des Punktes schon zu Hause geübt haben. Sie treffen ihn anfangs nämlich nur genau, wenn Sie ausgestreckt auf dem Rücken liegen (und nicht eingeklemmt im Auto-/Flugzeugsitz kauern).

Zwei andere Punkte gegen Schwindelanfälle in Fahrzeugen liegen gut eine Handbreit oberhalb des Nabels an den inneren Spitzen der Rippen. Sie sind nicht leicht zu finden. Aber da hier ohnehin nur leichtes Beklopfen angesagt ist (um keine Übelkeit zu erzeugen), können Sie nicht viel falsch machen, wenn Sie gleich mehrere Rippenspitzen vorsichtig mit den Fingerkuppen beklopfen.

Akupressur bei Nausea (Brechreiz) & Übelkeit

  • Der erste Punkt liegt am Ellenbogen. Winkeln Sie den Arm und tasten Sie vom Ende der Ellenbogenfalte in Richtung Ellenbogenknochen. Genau in der Mitte zwischen beiden liegt der Punkt. Schieben Sie die Haut einige Male fest gegen den Knochen, am besten mit dem Daumen der anderen Hand. Wiederholen Sie mit der anderen Seite.
  • Der zweite Punkt liegt an der Innenseite des Handgelenks, zwei Fingerbreit oberhalb der Stelle, wo der Puls gefühlt wird. Hier nur leicht klopfen. Auf beiden Seiten.
  • Der dritte Punkt befindet sich direkt unterhalb der Kniescheibe, ein bisschen nach außen gekehrt. Tasten Sie sich von der Mitte aus nach außen, bis Sie eine kleine Mulde fühlen, und drücken Sie drei bis fünfmal fest zu.

Das sind die wichtigsten Punkte bei Übelkeit:

  • Inneres Passtor (Neighuan): Dieser Punkt liegt auf dem Innenarm, 3 Finger breit entfernt von der Handwurzel, mittig zwischen den beiden Muskelsehnen. Kreisförmig etwa eine Minute lang massieren. Das gleiche am anderen Arm wiederholen. Harmonisiert den Magen, wirkt gegen Reiseübelkeit, Blähbauch und Schluckauf.
  • Ort des Mageneingangs (Zhongwan): Der Punkt liegt in der Mitte zwischen dem Bauchnabel und dem Brustbein. Er ist ein zentraler Verbindungspunkt für die Hauptleitbahnen. Kneten, kreisendes Reiben und Streichen hilft gegen Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl und Magenschmerzen. Auch gegen Durchfall und Appetitlosigkeit hilfreich.
  • Dekorierte Pforte (Zhangmen): Dieser Punkt liegt am Unterrand der 11. Rippe. Sie finden ihn, indem Sie die gebeugten Ellenbogen an den Körper anlegen. Dort wo sich die Spitze des Ellenbogens befindet, liegt der Druckpunkt H 13. Gradliniges Reiben und Kneten hilft unter anderem gegen Völlegefühl und Übelkeit.
  • Tor der Scheidewand (Liangmen): Der Punkt liegt 5 Finger breit oberhalb des Nabels und 2,5 Finger breit seitlich der Körpermittellinie. Mit kräftigem, kreisendem Druck etwa eine Minute massieren.
  • Dritter Weiler am Fuß (Zusanli): Dieser Punkt befindet sich nicht etwa am Fuß, sondern 4 Finger breit unterhalb der Kniescheibe an der Außenseite des Schienbeins in der Vertiefung zwischen Schienbein und Beinmuskel. Hier ist ein fester Druck erforderlich.
Vorsicht:
Der Akupressurpunkt Zusanli kann zu vermehrter Produktion von Magensäure führen, daher bei Sodbrennen oder Magengeschwür nicht anwenden.

Falls die Behandlung des ersten Punktes nicht ausreicht, versuchen Sie die anderen vier Punkte. Bei Reiseübelkeit, z. B. im Auto und ganz besonders auf See, sollten Sie gleich den zweiten Punkt Zhongwan behandeln.

Fußreflexzonenmassage: Akupressur der Füße

Bisher haben wir die Füße noch außen vorgelassen. Doch gerade hier laufen viele Energien des Menschen zusammen. Die Traditionelle Chinesische Medizin sieht verschiedene Punkte vor, die den gesamten Körper beeinflussen können. Insgesamt sind es sogar über 46 bekannte Stellen, die akupressiert werden können.

Es haben sich grobe Bereiche etabliert, die bestimmte Körperregionen positiv beeinflussen können. Durch eine Druckausübung an den Zehen können so beispielsweise der Kopf (inklusive Ohr), das Gehirn (Hypothalamus) und der Halsbereich stimuliert werden. Mit einer Akupressur der Ferse werden die Bereiche Knie, der Rücken und das Gesäß beeinflusst. Etwas weiter zum Ballen hin, genauer gesagt im Bereich zwischen Ballen und Ferse, können die Akupressurpunkte für den Magen, die Brust und den Unterleib gefunden werden.

Auch auf die Organe lassen sich positive Auswirkungen feststellen. So wie die Anordnung im Körper ist, verhält es sich auch mit den Druckpunkten. Der linke Fuß ermöglicht dadurch eine Stimulation des Herzens und der Milz, während der rechte Fuß Akupressurpunkte für die Gallenblase und den Blinddarm beinhaltet. Die Leber kann ebenfalls nur am linken Fuß, und zwar ziemlich mittig, stimuliert werden.

Akupressurpunkte Selbstmassage

Akupressur rund um die Augen

An beiden Augen wird immer gleichzeitig akupressiert. Dabei bleiben die Augäpfel selbst ausgespart.

Akupressurpunkte rund um die Augen:

  • Beginnen Sie mit den Augenbrauen: Am besten legen Sie die ausgestreckten Zeigefinger auf die Brauen und verschieben mit leichtem Druck einige Male die Haut über dem Knochen von oben nach unten und von unten nach oben. Fangen Sie bei der Nasenwurzel an und arbeiten Sie sich Punkt für Punkt entlang der Brauen von innen nach außen durch. Wundern Sie sich nicht, wenn einige Stellen empfindlicher als die anderen reagieren!
  • Die zweiten Stellen befinden sich in der Vertiefung der oberen Nasenflügel in der Höhe der inneren Augenwinkel. Drücken Sie einige Male mit Daumen und Zeigefinger zu.
  • Beklopfen Sie leicht Ihre Nasenflügel. Beginnt dabei die Nase zu laufen, ist das in Ordnung. Falls nicht, sorgen Sie bitte für mehr Luftfeuchtigkeit in Ihrem Raum!
  • Erst zum Schluss wird näher an den geschlossenen Augen (vorsichtig!) geklopft. Beginnen Sie neben der Nasenwurzel und klopfen Sie leicht mit den Mittelfingern in der Vertiefung zwischen dem oberen Rand der Augäpfel und dem Knochen der Augenhöhle von innen nach außen. Anschließend klopfen Sie, wieder von innen nach außen, leicht zwischen dem unteren Rand der Augäpfel und dem unteren Knochen der Augenhöhle. Wenn Sie einen augenstrapazierenden Beruf haben, führen Sie diese Akupressur am besten regelmäßig durch.

Akupressur bei Sodbrennen

Der erste und wichtigste von drei Punkten liegt am Rand der Höhlung, die das Brustbein am Hals bildet. Drücken Sie dreimal gegen den Knochen, aber würgen Sie nicht in den Hals hinein!

In hartnäckigen Fällen können Sie noch jeweils einen Punkt auf den Schlüsselbeinen akupressieren. Ertasten Sie links und rechts den höchsten Punkt. Drücken Sie mehrmals zu. Die Kontrolle, ob Sie die richtigen Punkte getroffen haben, bietet deren Empfindlichkeit.

Akupressur bei Kopfschmerzen & Migräne

Mit Akupressur können Sie die Spannungsverhältnisse in Ihrem Körper ausgleichen. Deshalb finden Sie die Punkte entweder auf der Mittellinie des Kopfes oder Sie akupressieren immer beidseitig. Diese Gleichseitigkeit bringt Qi – nach der Auffassung der Chinesen die Lebensenergie – zum Fließen.

Pressieren Sie diese Punkte gegen Kopfschmerzen und Migräne:

  1. Klopfen Sie mit den Fingerkuppen leicht den Mittelscheitel ab, in der Richtung, in der der Schmerz zieht: vom Nacken zum Haaransatz oder umgekehrt.
  2. Die Linie von den Augenwinkeln zum oberen Rand der Ohren klopfen Sie leicht gleichzeitig auf beiden Seiten mit den vier Fingerkuppen jeder Hand ab.
  3. Links und rechts der Halswirbelsäule akupressieren Sie kreisend mit mittelstarkem Druck vom Haaransatz nach unten.
  4. Fassen Sie mit Daumen und Zeigefinger (Daumen liegt oben) das weiche Muskelgewebe zwischen Daumen und Zeigefinger der anderen Hand und tasten Sie sich zum Knochen vor. Vor dem Knochen drücken Sie Daumen und Zeigefinger fest zusammen. Zuerst die Hand der Seite, auf der die Migräne sitzt. Zehn Mal während des Anfalls, nach einer halben Stunde wiederholen.
  5. Umfassen Sie den Unterarm von der Innenseite herkommend so, dass der Zeigefinger die Ellenbogenspitze gerade noch fühlt. Den Punkt, auf dem der Ringfinger liegt, müssen Sie so fest wie möglich drücken. Vorsicht: Er schmerzt. Schieben Sie die Haut 10 Sekunden hin und her.

Wenn Sie regelmäßig auch an den schmerzfreien Tagen diese Punkte dreimal täglich akupressieren, haben Sie beste Chancen, dass Ihre Migräneanfälle allmählich leichter und seltener werden und am Ende womöglich ganz ausbleiben.

Akupressur bei Magen-Darm-Beschwerden

Akupressur kann bei Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Verstopfung zur Linderung beitragen. Der wesentliche Punkt Zusanli befindet sich knapp unterhalb des Knies am vorderen Unterbein. Der Punkt liegt in einer Vertiefung leicht seitlich, zwischen Schienbeinkante und Kniegelenk.

Die Akupressur dieses Punktes fördert die Verdauung und hilft bei Verstopfungen, Völlegefühl und Durchfall. Außerdem kann er als Kraftquelle gegen generelle Müdigkeit und Erschöpfung hilfreich sein. Führen Sie mit dem Daumen oder Zeigefinder kreisende Bewegungen mit leichtem Druck aus.

Die Massage sollte ein bis drei Minuten dauern und kann mehrfach am Tag wiederholt werden. Bei Dauer und Druck können Sie sich auf Ihr eigenes Wohlgefühl verlassen. Wenn der Druck unangenehm wird, lockern Sie ihn.

Nach der Vorstellung der Traditionellen Chinesischen Medizin wird auf diese Weise die Energie wieder in Fluss und die Darmtätigkeit ins Gleichgewicht gebracht. Bei starken Magenbeschwerden und länger anhaltenden Symptomen sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

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