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Wechseljahre: Der natürliche Alterungsprozess der Frau

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Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche oder Stimmungsschwankungen – all das sind die ersten Anzeichen von Klimakterium. Wenn der Hormonspiegel sinkt, spielt der Körper verrückt. Im folgenden Artikel klären wir Sie über Symptome und Therapiemöglichkeiten der Wechseljahre auf. Weiterhin werden wir Ihnen einen Einblick in den Hormonhaushalt gewähren, damit Sie verstehen, warum was und wie passiert. Zum Schluss geben wir Ihnen Tipps mit an die Hand, damit Sie fast beschwerdefrei durch die durchaus anstrengende Zeit kommen.

Wechseljahre – Definition

Lassen Sie uns zuerst definieren, was Wechseljahre eigentlich sind. Im medizinischen werden Wechseljahre als Klimakterium bezeichnet.

Menopause
© Adobe Stock - missty

Das ist keine Krankheit, sondern ein natürlicher Vorgang des weiblichen Körpers. In dieser Zeit stellen sich die Hormone einer Frau um. Sprich: Sie wechselt von der fruchtbaren Phase zu einer Stufe über, in der sie sich nicht mehr fortpflanzen kann (schwanger werden).

Dieser Prozess ist mit einer Reihe Beschwerden bestückt, die es vielen Frauen schwer macht überhaupt zurechtzukommen.

Frauen, die in der Zeit der Regelblutung mit PMS (prämenstruellem Syndrom) zu kämpfen hatten, kennen eine Vielzahl der Leiden. Welche auf Sie zu kommen, darauf gehen wir später ein.

Wie lange dauern das Klimakterium?

Das Klimakterium (Wechseljahre) beginnt im Normalfall ab 45 Jahren. Es gibt Ausnahmen, in denen der Prozess schon 1 – 2 Jahre eher anfängt. Über die Dauer des Klimakterium gibt es unterschiedliche Aussagen. Man kann allerdings sagen, dass dieser spätestens mit dem 60. Lebensjahr endet. In dieser Zeit sind die Beschwerden mal stärker und mal schwächer ausgeprägt. Sollten Sie zu stark unter den Beschwerden leiden, sprechen Sie entweder mit Ihrem Hausarzt besser jedoch mit Ihrem Gynäkologen.

Daran erkennen Sie, dass Sie in die Wechseljahre kommen!

Häufig beginnen die Wechseljahre mit dem Eintreten der Menopause – sprich mit dem Ausbleiben der Monatsblutung. In einigen Fällen werden die ersten Anzeichen der Wechseljahre kurz vor der Menopause, mittendrin oder gar erst am Ende erkennbar. Da jeder Körper anders reagiert und es auch auf die Lebensumstände ankommt, sind keine genauen Aussagen möglich. Nur eben ein großes Zeitfenster.

Weitere Anzeichen sind: 

  • plötzlich auftretende Blasenschwäche
  • Depressionen
  • häufige Infektionen des Harnwegs (Blasenentzündung)
  • Herzrasen
  • Hitzewallungen
  • Schwierigkeiten sich zu konzentrieren
  • Kopfschmerzen (meist stärker als üblich)
  • Sexuelle Unlust
  • Nervosität ohne erkennbaren Grund
  • schnell Reizbar
  • Schlaflosigkeit
  • plötzliche Schweißausbrüche
  • Beklemmungen im Brustbereich (selten)
  • Schwindelattacken
  • Stimmungsschwankungen
  • Leistungsfähigkeit nimmt stark ab

Allerdings sind die genannten Anzeichen auch bei schwerwiegenderen Erkrankungen möglich. Deshalb sollten Sie, sobald Anzeichen zu erkennen sind, unbedingt einen Artz aufsuchen und Abklären lassen, ob es sich um die Wechseljahre handelt.

Vorzeitige Wechseljahre sind nicht untypisch

Ein kleiner Prozentsatz von Frauen erleben die Wechseljahre schon viel eher. Ein häufiges Anzeichen dafür ist das Eintreten der Menopause schon vor dem 40. Lebensjahr. Unter Medizinern spricht man von Prämature primäre Ovarialsuffizienz (POF). Wo sich bei den “normalen” Wechseljahren die Funktion der Eierstöcke erschöpft, liegt das Problem der Eierstockfunktion im vorzeitigen Klimakterium woanders.

Die Ursachen von vorzeitigen Wechseljahren:

  • Entfernung der Eierstöcke (zum Beispiel Eierstockkrebs)
  • operative Eingriffe an den Eierstöcken
  • Chemotherapie
  • zu hoher Nikotinverbrauch
  • Autoimmunerkrankungen (Schilddrüse oder Lupus erythematodes – Schmetterlingsflechte)
  • Viruserkrankungen (Entzündung der Eierstöcke durch Mumps)
  • Stoffwechselstörungen
  • Chromosomenanomalien zum Beispiel das Fehlen der Eierstöcke seit Geburt (Turner-Syndrom)
  • familiäre Ursachen (genetisch bedingt)

Allerdings gibt es Frauen, die mit keinen dieser Ursachen belegt sind und trotzdem in die vorzeitigen Wechseljahre kommen.

Die Symptome von vorzeitigen Wechseljahren sind die der Normalen gleich. Um zu wissen, ob Sie sich in den vorzeitigen Wechseljahren befinden, ist ein Besuch beim Arzt unerlässlich. Dieser erfragt Sie nach Ihrer Krankengeschichte und Operationen im Unterleib, Strahlen- oder Chemotherapien. Nach eingehender Untersuchung und einem Blutbild kann er eine Diagnose festlegen.

Vorzeitige Wechseljahre sind behandelbar

Es gibt eine Therapie, mit denen Frauen in den vorzeitigen Wechseljahren behandelt werden können. Allerdings hat diese eine enorme Auswirkung, gerade für Frauen, die gern noch Kinder bekommen wollen. Frauen, die sehr unter den Symptomen leiden, bekommen eine Hormonersatztherapie verordnet. Mit dieser verhindert man den Östrogenmangel und Osteoporose.

Der Nachteil: Die Frauen können in der Regel nicht mehr schwanger werden. Für viele ist das der Grund auf die Therapie zu verzichten und die Beschwerden in Kauf zu nehmen. Eines darf man dabei nicht außer Acht lassen – Frauen, die in den vorzeitigen Wechseljahren stecken, haben leider so oder so Schwierigkeiten schwanger zu werden.

Was passiert im Körper, wenn die Wechseljahre einsetzen?

Wenn die Wechseljahre beginnen, haben Frauen nicht nur physische, sondern auch psychische Beschwerden. Gerade diese machen es Frauen im Klimakterium besonders schwer. Kennen Sie den Spruch “Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt”? Dieser Spruch trifft den Nagel auf den Kopf, denn Frauen ab 45 bis 60 Jahren sind in der einen Sekunde euphorisch und optimistisch.

In der anderen Sekunde tritt genau das Gegenteil ein. Selbstzweifel, Angst und nicht selten depressive Verstimmungen klatschen sich ab, wie bei einem Staffellauf. Bei manchen Frauen sind die Verstimmungen so stark ausgeprägt, dass sie in schwere Depressionen verfallen.

Tipp: Merken Sie, dass Sie aus den “schlechten” Zeiten schwer oder gar nicht mehr herauskommen, kontaktieren Sie zeitnah einen Arzt! Dieser kann schnell feststellen, ob es sich tatsächlich um Depressionen handelt.

Eine weitere negative Umstellung, welche allerdings nicht nur auf die Wechseljahre zurückzuführen ist, ist die Trockenheit in der Scheide. Die Umstellung durch die Hormone sorgt dafür, dass die Schleimhäute im Genitalbereich trockener und dünner werden. Dadurch entstehen sehr häufig Infektionen (Scheidenpilz).

Frau sitzt verträumt auf einer Parkbank

Hitzewallungen in den WechseljahrenHitzewallungen sind typische Wechseljahrssymptome. Hier erfahren Sie alles über die Hintergründe und dazu, welche Mittel gegen Schweißausbrüche helfen.  › mehr lesen

Weiterhin kommt schmerzhafter Sex hinzu, der durch die dünnen Schleimhäute und die damit verbundenden Verletzungen durch Reibung dieser hinzukommt. Dieser Umstand führt dazu, dass Frauen in der Menopause sehr viel weniger Lust auf Sex haben. Somit sollte jeder Partner in dieser Zeit sehr vorsichtig sein und man sollte auf Gleitgel zurückgreifen. Bei Infektionen sollte auf Sex gänzlich verzichtet werden.

Auch äußerlich sind die Wechseljahre zu erkennen!

Ein sehr großes Problem bei Frauen, die durch die Wechseljahre gehen, ist die Gewichtszunahme. Manche Frauen nehmen nur 

Wechseljahre
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leicht zu, andere hingegen bekommen sehr weibliche Rundungen.

Der Grund: Ob Mann oder Frau – bei beiden sinkt der Kalorienbedarf mit steigendem Alter. Isst man wie gewohnt, nimmt man zu.

Weiß Frau, dass sie sich in der Menopause befindet, kann sie direkt gegensteuern und ihren Kalorienbedarf anpassen.

Sicher ist dies eine Umstellung, hilft allerdings um gegen die überschüssigen Pfunde anzukämpfen.

Hier hilft es, sich ausgewogenen zu ernähren und mit regelmäßiger Bewegung oder Sport gegenzusteuern. 

Osteoporose und Herz-Kreislauf-Risiko und CO.

Gehen wir über zu den schwerwiegenden Erkrankungen, die Ihnen während der Wechseljahre entgegentreten können. Durch den sinkenden Hormonspiegel werden die Knochen angegriffen, da diese im Stoffwechsel durch die Hormone gesteuert werden. Hier kann man mit einer Mikronährstofftherapie entgegenwirken. Dazu später mehr Informationen. Weitere Erkrankungen können sich im Bereich Zuckerkrankheit und Demenz ausweiten.

Diese Hormone helfen in den Wechseljahren!

Schuld an diesem Desaster sind mal wieder die Hormone. Wie eingangs schon erwähnt, haben viele Frauen schon Bekanntschaft mit ihnen in der Menstruation geschlossen. Anders als in Zeiten der Menstruation, wo der Hormonspiegel sinkt und wieder steigt, fällt in den Wechseljahren der Hormonspiegel stetig ab. Das ist nichts Ungewöhnliches, da die Eierstöcke weniger Sexualhormone produzieren. Die Hormone Östrogen und Progesteron sind am meisten betroffen. Da beide Hormone nicht gleichstark sinken, kommt es zu den Beschwerden der Wechseljahre.

Östrogen beeinflusst gleich zwei Teile vom Klimakterium. Zum einen ist das Hormon zuständig für die Stärkung des Unterbauchfetts, Knochengewebes und der Geschmeidigkeit der Geschlechtsorgane. Da Östrogen in der Menopause sinkt, beeinflusst es die eben genannten Eigenschaften negativ.

Die andere Aufgabe des Hormons liegt in der Gefühlswelt einer Frau. Denn das Geschlechtshormon wirkt eigentlich stimmungsaufhellend. Im Umkehrschluss heißt das für die Menopause – stimmungsdrückend. Sollten Sie bemerken, dass Sie plötzlich negative Phasen haben und nicht mehr so selbstbewusst wie früher durchs Leben gehen, liegt das am sinkenden Hormonspiegel.

Achtung: Haben Sie Kinder, verändert sich auch in Ihrem Umfeld einiges. Denn sie werden pflüge und leben ihr eigenes Leben. Bedenken Sie, dass sich mit dem Auszug der Kinder für Sie ein völliges neues Leben beginnt. Sehen Sie dies nicht negativ, sondern strukturieren Sie mit Ihrem Partner neu. Genießen Sie die neugewonnene Zeit und investieren Sie diese in Ihre Partnerschaft.

Muss man in den Wechseljahren verhüten?

Viele Frauen denken, dass Sie in den Wechseljahren nicht mehr verhüten müssen – aber das ist ein Trugschluss. Denn Frauen können bis zu einem Jahr nach der letzten Regelblutung noch schwanger werden. Zwar ist es schwieriger, aber dennoch nicht ausgeschlossen. Wie Sie verhüten, ist erst mal Ihnen überlassen, für weitere Methoden der Verhütung, kann Ihnen Ihr Frauenarzt beratend zur Seite stehen.

Kann man den Verlauf der Wechseljahre verzögern?

Nein! Denn das Klimakterium ist ein normaler Prozess im Leben einer Frau. Das einzige, was Sie tun können, ist den Beschwerden der Menopause entgegenzuwirken. Lesen Sie dazu den nächsten Absatz und beherzigen Sie unsere Tipps am Ende des Artikels.

Mikronährstofftherapie hilft in der Menopause

Vielleicht haben Sie schon von einer Hormontherapie gelesen oder gehört. Da es immer wieder zu negativen Schlagzeilen (schwere Nebenwirkungen) diesbezüglich kommt, behandeln wir dieses Thema in dem Beitrag nicht. Es ist sinnvoller, sich mit Mikronährstoffen auseinanderzusetzen, da diese zu 90 Prozent aus natürlichen Stoffen bestehen. Unter den Mikronährstoffen sind sämtliche Vitamine, Spurenelemente sowie Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe aus Lebensmitteln gemeint.

  1. Bei Hitzewallungen, Erschöpfung, Kopfschmerzen und depressiven Verstimmungen helfen Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren.
  2. Mit Vitamin C wirken Sie unter anderem dem Brustkrebsrisiko entgegen.
  3. Um dem Verlust der Knochenmasse entgegenzuwirken (Osteoporose) eigenen sich sekundäre Pflanzenstoffe, aber auch die Vitamine C, B3, B6 und B12. Auch Mineralien, wie Magnesium, Kalzium und Spurenelemente (Zink, Kupfer) beugen diese Erkrankung vor. Lassen Sie sich diesbezüglich in der Apotheke oder besser noch von Ihrem Hausarzt beraten. Eine Empfehlung für ein bestimmtes Präparat sprechen wir von Gesundheitswissen nicht aus, da Menschen sehr unterschiedlich sind und eventuell auf das eine oder andere Präparat allergisch reagieren könnten.

Die besten Tipps um gelassen durch die Wechseljahre zu kommen

Es gibt einiges, was Sie für sich tun können, um einigermaßen entspannt durch die Menopause zu kommen. Neben den bereits genannten Mikronährstoffen gilt jedoch als einer der besten Ratschläge: Akzeptieren Sie Ihren Körper und die damit vorkommenden Veränderungen. 

Lebensstil schon vor der Menopause verändern

  • Sind Sie Raucher? Versuchen Sie sich die Nikotinsucht so schnell wie möglich abzugewöhnen. Das Rauchen nicht gesund ist, sagt einem schon der gesunde Menschenverstand. In der Menopause verstärken sich Hitzewallungen und das Risiko von schwerwiegenden Erkrankungen steigt ebenfalls.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene und vor allem gesunde Ernährung. Zusätzlich müssen Sie darauf achten, dass Ihr Kalorienbedarf sinkt. Wie hoch dieser Ihrem Alter entsprechend ist, erfragen Sie entweder bei Ihrem Hausarzt oder errechnen Sie Ihren Grundumsatz mit diesem BMI-Rechner. Jedes Kilo mehr auf der Waage lässt das Risiko von Bluthochdruck, Diabetes und CO. steigen.
  • Verzichten Sie größtenteils auf Rohkost, da der weibliche Körper im Klimakterium Schwierigkeiten hat, diese abzubauen. Dünsten Sie das Gemüse lieber an.
  • Versuchen Sie Sport zu treiben oder zumindest täglich mindestens 30 Minuten spazieren zu gehen oder zu walken. Das reicht schon aus, um überschüssige Kalorien zu verbrennen und reduziert Stress.

Nehmen Sie Ihre Psyche ernst

  • Machen Sie sich klar, dass Sie mit den Wechseljahresbeschwerden nicht allein sind. Tauschen Sie sich mit Freundinnen aus oder suchen Sie in sozialen Netzwerken nach Gleichgesinnten. Reden, gegenseitige Tipps und das Wissen, dass man nicht allein ist, helfen ungemein.
  • Nehmen Sie sich viele Auszeiten. Achten Sie auf die innere Stimme und hören Sie darauf, denn Ihr Körper sagt Ihnen, was er braucht. Kommen starke Hitzewallungen auf Sie zu, legen Sie sich einen Moment aufs Sofa und entspannen Sie. Yoga oder Meditation unterstützen ebenso.
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