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Cimicifuga: Natürliche Unterstützung bei Wechseljahrbeschwerden

Cimicifuga gehört zu einen der wenigen Heilpflanzen die sich besonders gegen die Beschwerden in den Wechseljahren und während der Menstruation bewährt hat. (Foto: skymoon13 | Adobe Stock)

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Cimicifuga racemosa gehört zu den wenigen Heilpflanzen, die sich besonders bei den Beschwerden während der WechseljahreMenstruationSchwangerschaft und Geburt bewährt hat. Sie ist in Deutschland als Traubensilberkerze bekannt. Lesen Sie hier, was diese Heilpflanze besonders macht, wie sie wirkt und wie sie sich nutzen lässt.

Die Heilpflanze Cimicifuga – ein Steckbrief

  • Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa): 1-2 m großes Hahnfußgewächs mit silbrig-weißen traubenförmigen Blütenständen in kerzenartiger Anordnung (Silberkerzen)
  • Heilwirkung: unterstütz Temperatur- und Stimmungsregulation im Gehirn
  • Einnahme: oral in Form von Extrakt, Tropfen, Tee, Tabletten oder Globuli
  • Einsatzgebiete: vor allem bei Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen oder depressiver Verstimmung 
  • Inhaltsstoffe: die genutzte Wurzel enthält u. a. Triterpenglykoside und Cimicifugasäuren
Cimicifuga racemosa stimuliert nicht nur den Körper, sondern beeinflusst auch die Psyche positiv. © coulanges — Adobe Stock

Was ist Cimicifuga?

Bei Cimicifuga (Actaea / Cimicifuga racemosa) – zu Deutsch Traubensilberkerze oder Wanzenkraut – handelt es sich um eine Heilpflanze. Sie kommt insbesondere der Frauengesundheit zugute. Cimicifuga wird in Deutschland bereits seit dem 19. Jahrhundert als Heilpflanze geschätzt.

Heute findet sie vor allem in der Homöopathie und anderen Formen der Alternativen Medizin Verwendung. Dabei kommen Wurzel und Wurzelstock von Cimicifuga zum Einsatz. Getrocknet können sie zu verschiedenen Präparaten weiterverarbeitet werden.

Die meisten Fertigpräparate aus Cimicifuga werden unter demselben Namen verkauft wie die Heilpflanze. Um die Heilpflanze als Arzneimittel nutzbar zu machen, wird die Wurzel der Traubensilberkerze zu Tabletten, Globuli, Extrakt oder Tropfen weiterverarbeitet. Seltener gibt es Cimicifuga auch als Teemischung in der Apotheke.

Wissenswert: Wenn von Cimicifuga die Rede ist, kann prinzipiell sowohl die Heilpflanze als auch ein naturheilkundliches bzw. homöopathisches Mittel gemeint sein. In diesem Artikel lesen Sie alles über die Pflanze.

Wo kommt Cimicifuga als Heilpflanze zum Einsatz?

Die Inhaltsstoffe von Cimicifuga sollen auf das weibliche Hormon- und Nervensystem wirken. Deshalb findet die Heilpflanze hauptsächlich in der Frauenheilkunde Anwendung. Die Anwendungsgebiete auf einen Blick:

Für viele dieser Anwendungsgebiete gibt es keine oder zu wenige Studien, um Nutzen und Sicherheit der Traubensilberkerze nahezulegen. Für die Wirksamkeit und Bedenkenlosigkeit von Cimicifuga-Präparaten bei der Eindämmung von Wechseljahrbeschwerden liegen hingegen belastbare wissenschaftliche Befunde vor.

Zu diesem Ergebnis kam eine umfassende Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2017. Dabei wurden zahlreiche internationale und placebo-kontrollierte Studien einbezogen. Sie alle sprachen für einen Nutzen von Cimicifuga racemosa bei Patientinnen in der Menopause – insbesondere, wenn das Extrakt aus dem Cimicifuga-Wurzelstamm Verwendung fand.

Folgende Beschwerden (Symptome) treten kurz vor den Wechseljahren (im sogenannten Klimakterium) auf und lassen sich potenziell mit Cimicifuga lindern:

  • Hitzewallungen
  • Schweißausbrüche
  • Schlafstörungen
  • Nervosität
  • Stimmungsschwankungen
  • Gewichtszunahme
Übrigens: Oftmals kombinieren Naturheilpräparate Extrakte verschiedener Heilpflanzen. So zeigte sich ein Kombinationspräparat aus Cimicifuga und Johanniskraut beispielsweise besonders wirksam darin, psychische Symptome des Klimakteriums einzudämmen. 

Bis heute ist nicht abschließend geklärt, welchem Mechanismus oder Wirkstoff die Traubensilberkerze ihren Nutzen bei der Behandlung von Wechseljahrbeschwerden verdankt.

Cimicifuga, Traubensilberkerze
Das bekannteste Einsatzgebiet der Cimicifuga ist die Bekämpfung von Wechseljahrbeschwerden. © mizy — shutterstock

Was macht Cimicifuga zur Heilpflanze?

Forscher gehen von verschiedenen Wirkmechanismen aus, wie Cimicifuga racemosa Einfluss auf Frauen während der Menopause nimmt. Wahrscheinlich kann die Heilpflanze deshalb Verstimmungen und Hitzewallungen lindern, weil sie auf Ebene des Gehirns steuernd eingreift.

Denn während der Menopause kommt es zu einer Hormonumstellung. Diese wiederum führt zu Veränderungen im Zentralen-Nerven-System (ZNS). Botenstoffe wie Serotonin und Dopamin, die normalerweise für die Regulation von Körpertemperatur, Schweiß und Stimmung verantwortlich sind, können aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Cimicifuga-Extrakt scheint das Gleichgewicht wieder herzustellen, indem er die Botenstoffe in ihrer Wirkung unterstützt. Damit kann die Heilpflanze Wechseljahresbeschwerden direkt im ZNS eindämmen.

Wissenswert: Oftmals wurde in der Vergangenheit davon ausgegangen, dass Cimicifuga Wirkstoffe enthält, die das weibliche Hormon Östrogen pflanzlich nachstellen (Phytoöstrogene) und damit bei Patientinnen in der Menopause symptomlindernd wirken. Dies gilt heute als weitestgehend widerlegt. Scheinbar wirken keine Komponenten von Cimicifuga als natürlicher Östrogenersatz. Wenn Sie allerdings an Phytoöstrogenen interessiert sind, können Sie sie über Soja oder Rotklee aufnehmen. Diese wirken ähnlich wie der bekannte Mönchspfeffer (Agnus castus), nur dass sein Wirkstoff einen pflanzlichen Ersatz des Hormons Progesteron darstellt.

Welche Inhaltsstoffe machen die Wirkung von Cimicifuga racemosa aus?

Bei den im Wurzelstock enthaltenen Stoffen handelt es sich vor allem um sogenannte Triterpenglykoside. Das sind Wirkstoffe, die ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen wirken sollen. Weiterhin finden sich in der Pflanze noch Bestandteile wie Cimicifugasäuren.

Folgende Stoffe sind in Wurzel und Wurzelstock von Cimicifuga racemosa enthalten und haben den Ruf, pharmakologisch aktiv zu sein:

  • Triterpenglykoside (auch Triterpensaponine)
  • Cimicifugasäuren
  • Phenolcarbonsäuren

Es ist bis heute unklar, welcher Wirkstoff hiervon besonders Relevanz für die Heilwirkungen von Cimicifuga hat. Am wahrscheinlichsten ist es eine Kombination aller Inhaltsstoffe aus Cimicifuga-Wurzelstock und Wurzeln.

Haben Präparate aus Cimicifuga racemosa eine Wirkung?

Die WHO ist von der Wirksamkeit von Cimicifuga-Präparaten im Hinblick auf Wechseljahrbeschwerden überzeugt. Auch die Kommission E – eine Gruppe von Sachverständigen zur Beratung des Bundesinstitutes für Arzneimittel – hat sich dieser Meinung angeschlossen.

Allerdings gilt hierbei eine Einschränkung: Cimicifuga kann nur eine merkliche Besserung von Beschwerden während der Menopause herbeiführen, wenn sie in ausreichender Dosierung eingenommen wird. Diese ist abhängig davon, ob sich eine Frau vor der Menopause befindet (perimenopausal), oder diesen Zeitpunkt bereits überschritten hat.
Die erforderliche Dosis kann daher zwischen 40 und 127 Milligramm des Cimicifuga-Extrakts täglich variieren. Da die angebotenen Mittel oftmals homöopathisch und Wirkstoffe darin hoch potenziert (verdünnt) sind, lässt sich diese Dosierung und damit eine Wirksamkeit oftmals nicht sicherstellen.

Welche Vorteile bietet Cimicifuga als natürliche Alternative zu Hormontherapie?

Viele Frauen sehen in Cimicifuga racemosa eine vielversprechende Alternative zu herkömmlichen Mitteln bei Wechseljahresbeschwerden. Denn als natürliche Heilpflanze verzichtet Cimicifuga auf Hormone. Stattdessen setzt die Traubensilberkerze auf das Zusammenspiel ihrer wirksamen Inhaltsstoffe.

Dabei gelten die Präparate aus der Cimicifugawurzel nicht nur als effektiv, sondern auch als sicher. Während die hormonelle Standardbehandlung mit Arzneimitteln das Risiko für Brustkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann, sind solche Nebenwirkungen bei Cimicifuga nicht bekannt. So können Frauen, deren Herzgesundheit ohnehin bereits beeinträchtigt ist oder die ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs haben (beispielsweise nach einer überstandenen Brustkrebserkrankung), weitestgehend bedenkenlos auf Präparate der Traubensilberkerze zurückgreifen.

Selbstverständlich ist die Behandlung mit der Silberkerze dabei stets als Ergänzung und niemals als Ersatz einer ärztlichen Betreuung zu verstehen. Wie immer beim Einsatz von Heilpflanzen ist auch hier eine Aufklärung zu Dosierung, Einnahmedauer, Gegenanzeigen, Neben- und Wechselwirkungen äußerst empfehlenswert.

Wie wende ich Cimicifuga als Heilpflanze an?

Präparate der Traubensilberkerze werden aus Wurzeln und Wurzelstock der Heilpflanze, nicht etwa aus ihren namensgebenden Blüten, gewonnen. Die Darreichungsformen erstrecken sich dabei von Cimicifuga-Extrakt und Tropfen über Filmtabletten bis hin zu Globuli.

Je nach Hersteller (z. B. STADA oder AL) und Art des Mittels, unterscheiden sich die Präparate teilweise stark in Konzentration bedeutsamer Wirkstoffe. Vor allem in den homöopathischen Globuli liegen relevante Inhaltsstoffe oftmals verdünnt vor, weshalb eine lange Einnahmedauer mit einer vergleichsweise hohen Dosierung erforderlich ist, um überhaupt eine Wirkung der Cimicifugawurzel zu ermöglichen.

Bei Globuli empfehlen die Hersteller folgende Dosen:

  • Bei körperlichen Beschwerden nehmen Sie Cimicifuga racemosa D6 oder D12 dreimal täglich in Form von Globuli. 
  • oder Sie nehmen einmal wöchentlich Cimicifuga racemosa in der Potenz D30 ein.
  • Bei seelischen Beschwerden nehmen Sie einmalig drei Globuli in der Hochpotzen C30 ein.

Globuli, Tabletten, Tropfen und Extrakt der Traubensilberkerze können Sie in Ihrer Apotheke kaufen.

Übrigens: Es gibt seltener auch Tees mit Cimicifuga. Solche, oft als Mittel gegen Wechseljahrbeschwerden erhältlichen Produkte, sind nicht selten mit diversen anderen Heilpflanzen gemischt. Aus diesem Grunde sind auch die potenziellen Wirkungen vielfältiger. Lassen Sie sich daher vor der Anwendung solcher Tees hinsichtlich Zubereitung, Dosierung und Wirkung eingehend beraten. Ob ein Tee aus Extrakten der Traubensilberkerze wirklich so gut wirkt, wie die pharmazeutisch extrahierten Bestandteile, konnte bisher durch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse gesichert werden.
So bereiten Sie einen Cimicifuga-Tee zu:
  1. Bringen Sie 140 bis 160 ml Wasser zum Kochen
  2. Messen Sie 1 Gramm der Teemischung, bestehend aus kleinen, groben Teilen der Wurzel ab und geben Sie es in das Wasser
  3. Lassen Sie den Sud etwa 25 Minuten ziehen und sieben Sie dann die festen Bestandteile ab

Von dem Tee können Sie dann dreimal täglich jeweils etwa eine Tasse trinken.

Wissenswert: Cimicifuga-Tee und andere Präparate auf dieser Basis werden Ihnen von den Krankenkassen übrigens nicht erstattet. Man stuft sie offiziell als Nahrungs- oder Nahrungsergänzungsmittel eingestuft.

Was sind Nebenwirkungen von Cimicifuga?

Als natürliches Heilmittel hat Cimicifuga wenige Nebenwirkungen. Vor allem Personen mit Überempfindlichkeit wird dennoch zur Vorsicht geraten, weil sich in seltenen Fällen bei längerfristiger Einnahme (über 6 Monate) bestimmte Leberschäden einstellen können.

Ebenfalls selten berichten Anwenderinnen von Magenbeschwerden und Übelkeit infolge der Einnahme. Allgemein gilt die Silberkerze als weitestgehend sicher, auch über eine Anwendungsdauer von sechs Monaten hinaus. Allergische Reaktionen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind bislang nicht bekannt.

Achtung: Lesen Sie die Packungsbeilage oder lassen Sie sich um Zweifel von einem Arzt oder Apotheker beraten. Dasselbe gilt, wenn Sie anhaltende Beschwerden oder sogar eine fortschreitende Verschlechterung Ihres körperlichen und mentalen Befindens feststellen.

Fazit: Cimicifuga als Heilpflanze in der Menopause

Cimicifuga kann in der richtigen Dosierung Wechseljahrbeschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche und depressive Verstimmungen lindern. Dabei treten in der Regel weniger Nebenwirkungen auf als bei einer hormonellen Behandlung von Frauen während der Menopause.

Das macht Präparate aus den Wurzeln der Heilpflanze zu einem beliebten Arzneimittel in der Alternativen Medizin. In anderen Anwendungsfällen – beispielsweise gegen Menstruationsbeschwerden, Beschwerden nach der Geburt oder Haarausfall – liegen hingegen keine eindeutigen wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweise für die Heilpflanze vor. Fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker.

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