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Heilmittel Zimt: Die Sorte macht den Unterschied

Zimt ist mehr als ein köstliches Weihnachtsgewürz. Als Heilpflanze mit verdauungsfördernder, wärmender und durchblutungsfördernder Wirkung wird Zimt auch bei zahlreichen Beschwerden eingesetzt. Nichtsdestotrotz sollten bestimmte Zimtsorten nur mit Vorsicht genossen werden. (Foto: nipaporn - Adobe Stock)

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Inhaltsverzeichnis

Zimt ist eine der ältesten Heilpflanzen der Welt. Schon die Chinesen kannten die Zimtrinde in vorchristlicher Zeit als „Gewürz der Unsterblichen“. Bei uns ist sie gemahlen in Speisen und Süßem vor allem als zur Weihnachtszeit beliebt – denn der Zimtgeruch aus Lebkuchen, Bratäpfeln und Glühwein weckt Erinnerungen und sorgt so für Adventsstimmung. Doch auch im restlichen Jahr ist der Zimt in Franzbrötchen, Milchreis und Apfelkuchen ein echter Renner – und bringt dabei nicht nur ein tolles Aroma mit, sondern auch viele gesundheitsförderliche Eigenschaften mit.

Je nach verwendeter Zimtsorte und Menge ist das Gewürz allerdings mit Vorsicht zu genießen. Denn die Rinde der Zimtbäume enthält neben dem aromatischen Zimtöl auch den Wirkstoff Cumarin, der sich besonders in höheren Konzentrationen negativ auf die Gesundheit auswirken kann. Worauf Sie bei der Verwendung der beliebten Zutat achten sollten und wie Sie von den positiven Effekten der Zimtrinde profitieren können, erfahren Sie hier.

Steckbrief: Der Zimt auf einen Blick

  • Zimt: getrocknete Rinde des Zimtbaumes mit charakteristischem Aroma
  • Heilwirkung: verdauungsfördernd, appetitanregend, druchblutungsfördernd, kreislaufanregend, antimikrobiell, wärmend
  • Inhaltsstoffe: ätherische Öle wie Zimtaldehyd, Linalool, Benzaldehyd, Pinen, Cymen und Phillandren sowie Gerbstoffe, Schleimstoffe und Cumarin
  • Einsatzgebiete: bei Verdauungsbeschwerden und zur Appetitanregung, bei Kreislaufschwäche und niedrigem Blutdruck, vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten, äußerlich bei rheumatischen Beschwerden
  • Anwendung: Zimtpulver oder Zimtstangen als Zutat in der Küche oder Getränken; äußerlich als Umschlag oder in Salben und Cremes; fertig gemischte Zimtkapseln
  • Botanik: Baum aus der Familie der Lorbeergewächse mit länglichen grünen Blättern aus den tropischen und subtropischen Gebieten Asiens. Häufigste Sorten: Ceylon Zimt (Cinnamomum verum) aus dem heutigen Sri Lanka, Cassia Zimt (Cinnamomum aromaticum / Cinnamomum cassia) aus Südchina, Vietnam und Indonesien
  • Weitere Namen: Kanel (auch: Kaneel, Canehl), Kassie, Zimtkassie
Zimt ist eine der ältesten Heilpflanzen, die gegen die unterschiedlichsten Beschwerden hilft. © pilipphoto | Adobe Stock
Zimt ist eine der ältesten Heilpflanzen

Traditionsreiche Heilpflanze: Wofür ist Zimt gut?

Der Zimt ist eine der ältesten bekannten Gewürz- und Heilpflanzen. Schon etwa 200 v. Chr. galt die Zimtrinde in China als beliebte Arzneidroge mit Heilwirkung und wurde vor allem für ihre durchblutungsfördernden und wärmenden Eigenschaften geschätzt. Besonders hilfreich ist der Zimt auch bei Verdauungsbeschwerden. Seine Wirkung in Bezug auf Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen ist jedoch umstritten.

Wissenschaftlich belegt ist vor allem die Wirkung des Zimts auf den Verdauungsapparat. Deshalb ist er in den folgenden Anwendungsgebieten ein beliebtes Heilmittel:

  • Völlegefühl
  • Blähungen
  • leichte Magen- und Darmkrämpfe
  • saures Aufstoßen und Reflux (dyspeptische Beschwerden)
  • Appetitlosigkeit

Der Zimt ist somit nicht nur in der asiatischen und orientalischen Küche eine unverzichtbare Zutat für Currys und Co., sondern erfreut sich auch bei uns gerade in der Weihnachtszeit großer Beliebtheit. Denn wenn umfangreiche Mahlzeiten und schweren Soßen den Magen und Darmtrakt belasten, kann schon der eine oder andere Zimtstern leichte Verdauungsbeschwerden lindern. Ist der Verdauungstrakt merklich beeinträchtigt, wirkt beispielsweise eine Teemischung aus Kamille, Kümmel, Anis und Zimt entspannend auf die Darmmuskulatur.

Viele lieben den Zimt außerdem wegen des wohlig-warmen Gefühls, das er auszulöschen scheint. Dabei ist diese Wirkung aber nicht nur auf die angenehmen Erinnerungen zurückzuführen, die wir mit Glühwein und Weihnachtsgebäck verbinden: Denn die ätherischen Öle im Zimt fördern die Durchblutung und haben deshalb einen anregenden, wärmenden Effekt. Dieser kann mitunter allerdings auch allergische Reaktionen hervorrufen.

Das Lorbeerblattgewächs ist außerdem eng mit dem Kampfer verwandt, dessen Öl vor allem bei Erkältungskrankheiten und Rheuma zum Einsatz kommt. Auch den duftenden Zimtstangen wird deshalb bei äußerlicher Anwendung, zum Beispiel in Salben und Umschlägen, eine lindernde Wirkung bei rheumatischen Beschwerden nachgesagt. Als Tee oder Suppengewürz soll er außerdem bei Schnupfen, Husten und Heiserkeit die Durchblutung der Schleimhäute anregen – und dadurch sowohl vorbeugend wirken als auch zur Genesung beitragen.

Zimt hat eine gesunde Wirkung auf zahlreiche Leiden. Dennoch sollte Zimt mit Vorsicht genossen werden. © juliasudnitskaya | Adobe Stock

Ist Cassia Zimt gefährlich?

Cassia Zimt, auch als chinesischer Zimt bekannt, enthält im Gegensatz zum Ceylon Zimt deutlich höhere Konzentrationen an Cumarin. Dieser Hauptbestandteil des aromatischen Zimtöls ist in größeren Mengen nachgewiesenermaßen gesundheitsschädlich.

Cassia und Ceylon Zimt

Zimt ist nicht gleich Zimt – denn den Zimtbaum, aus dessen getrockneter Rinde die aromatischen Stangen hergestellt werden, kultiviert man bereits seit Jahrhunderten in zahlreichen Sorten. Bei uns sind heute hauptsächlich zwei Zimtarten erhältlich: Der günstigere Cassia Zimt (Cinnamomum aromaticum) und der etwas teurere, aber hochwertigere Ceylon Zimt (Cinnamomum verum). Beide enthalten ihren charakteristischen Geschmack und Geruch durch das ätherische Zimtöl und den sekundären Pflanzenstoff Cumarin, der jedoch im Cassia Zimt deutlich höher konzentriert ist.

Zum Vergleich: Cassia Zimt kann etwa 3.000 Milligramm Cumarin pro Kilogramm Zimt enthalten, das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) fand aber auch bis zu 10.000 mg. Beim milderen Ceylon Zimt wurden dagegen nur Höchstgehalte von 297 Milligramm pro Kilo nachgewiesen.

Achtung bei Vorerkrankungen und Blutgerinnungsstörungen

Der nachgewiesenermaßen gesundheitsschädliche Stoff ist Cumarin auch im Waldmeister oder der Tonkabohne zu finden. Er kann besonders bei Kindern und Personen mit Vorerkrankungen folgende Symptome auslösen:

In höheren Konzentrationen drohen im schlimmsten Fall sogar Bewusstlosigkeit und Atemlähmungen. Da Cumarin die Blutgerinnung hemmt, ist es außerdem für Personen mit Leber- und Nierenerkrankungen bedenklich. Bei gesunden Menschen ist der Organismus normalerweise in der Lage, den Pflanzenstoff aus dem Blut zu filtern, sodass sich mögliche Schäden wieder zurückbilden. Wer jedoch bereits mit geschwächten Nieren oder Lebererkrankungen zu kämpfen hat, kann im schlimmsten Fall eine Leberentzündung mit Gelbsucht erleiden.

Vorsicht: Zimtöl (Zimtaldehyd) ist auch ein beliebter Aromastoff in der Kosmetik. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) enthalten deshalb auch viele Parfums und Cremes erhebliche Mengen Cumarin. Da der giftige Pflanzenstoff auch über die Haut aufgenommen werden kann, sollten besonders Patienten mit Lebererkrankungen und Kinder diesen Inhaltsstoff vermeiden – oder zur Sicherheit auf parfümfreie Kosmetik setzen.

Wie lassen sich Cassia Zimt und Ceylon Zimt unterscheiden?

Wer in Sachen Cumarin sichergehen will, sollte besser von vornherein zum cumarinarmen Ceylon Zimt greifen. Das kann sich beim Einkauf allerdings schwierig gestalten – denn die Hersteller sind nicht verpflichtet, auf der Verpackung klarzustellen, um welche Zimtsorte es sich handelt.

Die beiden Zimtsorten Ceyln- und Cassia-Zimt lassen sich vor allem durch ihre Stangen unterscheiden. © Floydine | Adobe Stock

Am einfachsten lassen sich die beiden Zimtarten unterscheiden, wenn man die ganzen Zimtstangen betrachtet: Ceylon Zimt besteht aus dünnen, ineinander gerollten Rindenschichten, die in ihrer Optik einer Zigarre ähneln. Cassia Zimt, auch bekannt als chinesischer Zimt, zeigt sich dagegen als eine ganze Rinde, die sehr dick und an den Seiten eingerollt ist. Beim einfacher zu dosierenden Zimtpulver fällt diese Möglichkeit zur Abgrenzung allerdings weg.

Fehlt der Sortenhinweis, kann Ihnen aber das Ursprungsland des Zimts weiterhelfen. Der teurere Ceylon Zimt stammt in der Regel aus Madagaskar oder Sri Lanka. Der günstigere Cassia Zimt kommt dagegen überwiegend aus Indonesien und China.

Wieviel Zimt am Tag ist gesund?

Generell sollten Sie Zimtprodukte nicht übermäßig häufig essen. Wie viel Zimt am Tag genau als gesundheitlich unbedenklich eingestuft werden kann, hängt einerseits von Ihrem Körpergewicht und persönlichen Gesundheitszustand, andererseits auch von der verzehrten Zimtart ab. Denn der günstige Cassia Zimt enthält deutlich höhere Anteile an schädlichem Cumarin als der Ceylon Zimt.

Gefährlich werden kann die „falsche” Zimtsorte vor allem für Kinder. Bei einem 15 kg schweren Kind beträgt die tolerierbare Tagesdosis 0,5 Gramm Cassia Zimt oder 1,5 Milligramm Cumarin – das entspricht drei Zimtsternen oder etwa 100 Gramm Lebkuchen pro Tag. Erwachsene mit etwa 60 Kilogramm Körpergewicht vertragen bis zu 24 kleine Zimtsterne am Tag bzw. 2 Gramm Cassia Zimt oder 6 Milligramm Cumarin.

Trotzdem müssen Sie als gesunder Erwachsener nicht auf den Geschmack von Weihnachtsgebäck mit Zimt verzichten: Denn das Bundesinstitut für Risikobewertung hält leichte Überschreitungen der genannten Höchstgehalte über einen kurzen Zeitraum hinweg für unbedenklich. In den meisten Fällen baut der Körper das Cumarin wieder ab und die Leberwerte stabilisieren sich von allein.

Achtung: Für Kinder und Schwangere oder bei gesundheitlichen Beschwerden, aber auch wenn Sie das aromatische Gewürz in größeren Mengen einsetzen möchten, sollten Sie jedoch lieber zum cumarinarmen Ceylon Zimt greifen.

Hilft Zimt gegen Diabetes Typ 2?

In den letzten Jahren wurden mehrere Studien zur Wirkung von Zimt auf den Blutzuckerspiegel durchgeführt. Allerdings konnte bisher kein eindeutiger Beweis dafür erbracht werden, dass der Verzehr der aromatischen Zimtrinde den Insulinspiegel beeinflusst. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft und die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft raten deshalb von der Verwendung entsprechender Nahrungsergänzungsmittel im Zusammenhang mit Typ-2-Diabetes ab.

Bereits seit geraumer Zeit kursieren Vermutungen, dass die Einnahme von Zimt bei Diabetikern eine positive Wirkung auf den Blutzuckerspiegel habe. Auslöser war vor allem eine kleine Studie der Universität Peshava in Pakistan: Hier stellte man fest, dass durch die Einnahme des Gewürzes der Blutzuckerwert um bis zu 29 Prozent gesunken war.

Eine jüngere Studie aus den Niederlanden zeigte allerdings, dass eine ähnliche Dosis auf den Nüchtern-Blutzuckerspiegel keine Auswirkungen hatte. Untersucht wurde eine Gruppe von Frauen nach der Menopause mit Typ-2-Diabetes. Eine ganze Reihe von Faktoren kann für diese Diskrepanz verantwortlich sein. So war der Insulinspiegel der Teilnehmer der niederländischen Studie durch Standardmedikamente bereits deutlich besser eingestellt. Die Teilnehmer der pakistanischen Studie erhielten dagegen eine weniger fortschrittliche Behandlung.

Schließlich haben Forscher der Universität Connecticut (USA) alle bislang vorliegenden Studienergebnisse zur Wirkung von Zimt bei Diabetes Typ 2 überprüft (Meta-Analyse): Auch sie konnten dabei jedoch keine statistisch bedeutsamen Verbesserungen der Blutzuckerwerte feststellen. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft sowie die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft raten deshalb vom Einsatz von Zimtkapseln und ähnlichen Präparaten zur Stabilisierung des Blutzuckerspiegels ab. Wegen des enthaltenen Cumarins ist die Einnahme größerer Mengen des Zimtpulvers zudem als bedenklich einzustufen – und stellt gegenüber der ungesicherten Studienlage deshalb eher ein Risiko dar.

Mit Zimt gegen Cholesterin: Kann das Gewürz helfen?

Auch im Zusammenhang mit einem erhöhten Cholesterinspiegel soll die Rinde des Zimtbaums angeblich eine ausgleichende Wirkung haben. Studien zur Wirkung von Zimt scheinen dies zu bestätigen, fallen allerdings nicht eindeutig aus. Es ist also nach wie vor fraglich, ob Zimt gegen einen erhöhten Cholesterinspiegel helfen kann.

Beispielsweise widersprechen sich die Ergebnisse zweier unabhängig voneinander durchgeführter Tierversuche: 1991 konnte in einer Studie, bei der Ratten mit erhöhtem Cholesterinwert Zimt verabreicht wurde, kein messbarer Effekt festgestellt werden. Ein weiteres Experiment an Ratten im Jahr 2003 kam jedoch zum gegenteiligen Ergebnis: Mit isoliertem Cinnamat, einem Wirkstoff aus der Zimtsäure, konnte man eine messbare Senkung der Cholesterin- und Triglyceridwerte erzielen.

Auch die bereits erwähnte Studie aus Pakistan, bei der 60 Patienten im mittleren Alter Zimtkapseln mit täglich insgesamt 6 Gramm des Gewürzes verabreicht wurden, konnte scheinbar Erfolge verzeichnen. Sowohl die Triglyceridwerte als auch der gesamte Cholesterinspiegel erschienen dauerhaft niedriger als vor dem Versuch. Es ist allerdings fraglich, ob die Einnahme einer so großen Menge Zimt über einen längeren Zeitraum nicht eigentlich mehr schadet als nützt: Denn die vertretbaren Höchstgehalte an schädlichem Cumarin in der täglichen Ernährung wären bereits bei 2 Gramm Zimt am Tag erreicht.

Wer also mit erhöhten Cholesterinwerten zu kämpfen hat, sollte die Therapie besser mit einem Arzt besprechen. Denn auch wenn die Studienlage eine Wirksamkeit von Zimt auf den Cholesterinspiegel nahelegt, sind bisher keine Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt, die ohne die schädlichen Bestandteile des Gewürzes auskämen.

Hilft Zimt bei Völlegefühl?

Da der Zimt sowohl die Verdauung als auch die Durchblutung und somit auch den Kreislauf ankurbelt, ist eine anregenden Wirkung auf den gesamten Stoffwechsel wahrscheinlich. Bis auf die verdauungsfördernden Eigenschaften sind diese Effekte allerdings bisher wissenschaftlich nicht belegt.

Immer wieder liest man vom Zimt als Wundermittel für den Stoffwechsel. Vor allem als Hilfe beim Abnehmen soll er gute Dienste leisten. Tatsächlich ist zumindest belegt, dass die Zimtrinde die Verdauung ankurbelt und somit bei Völlegefühl und Blähungen, aber auch leichten Darmkrämpfen Linderung verschafft. Da die ätherischen Öle im Zimt außerdem eine geringfügige Reizung der Schleimhäute bewirken, werden zusätzlich die Durchblutung und der Kreislauf angeregt. Das warme Gefühl, das dabei im Körper entsteht, kennt man auch als Effekt von Pfeffer und Chilis.

Zwar läuft durch diese Prozesse auch der Stoffwechsel etwas schneller ab – ob der vergleichsweise milde Zimt allerdings dadurch das Körpergewicht beeinflusst, bleibt fragwürdig – vor allem weil die Zimtrinde gleichzeitig für ihre appetitanregende Wirkung bekannt ist und bei uns hauptsächlich in Süßspeisen Verwendung findet. So scheint sie zumindest als Hilfe beim Abnehmen doch eher ungeeignet.

Fest steht allerdings, dass der Zimt – zumindest als maßvoll eingesetztes Gewürz – durchaus zu einer gesunden Ernährung beitragen kann. Denn gerade an schweren Soßen oder in Fleischgerichten kann eine Prise Zimtpulver nicht nur den Geschmack auf interessante Weise abrunden, sondern auch einen positiven Effekt auf die Verdauung haben.

Wie stark Zimt tatsächlich beim Abnehmen hilft, ist fraglich. Allerdings kann Zimt eine gesunde Ernährung unterstützen. © Rawf8 | Adobe Stock
Wie stark Zimt tatsächlich beim Abnehmen hilft, ist fraglich. Allerdings kann Zimt eine gesunde Ernährung

Kaffee mit Zimt: Welche Wirkung hat das Gewürz?

Wer auf Kaffee häufig mit Sodbrennen und anderen Verdauungsbeschwerden reagiert, könnte von einer Prise Zimtpulver profitieren. Das süß-würzige Pulver verleiht dem Getränk nicht nur einen angenehmen Geschmack, sondern regt auch die Magen- und Darmtätigkeit an und sorgt so für eine bessere Verträglichkeit.

In vielen Kulturen wird der Zimt außerdem gern in Tees und anderen Heißgetränken verwendet. Auch hierbei machen ihn vor allem seine positiven Effekte auf die Verdauung, z. B. bei Völlegefühl oder Blähungen, zu einer beliebten und schmackhaften Arzneidroge.

Tipp: Eine Zimtstange in heißem Apfelsaft oder im Glühwein sieht nicht nur dekorativ aus, sondern hilft auch dem Magen, die sauren Getränke zu verdauen. Am besten eignen sich hierfür die fein gerollten Rinden des Ceylon Zimts – diese haben einerseits eine größere Oberfläche und geben dadurch ihr Aroma besser an das Getränk ab. Andererseits enthält der Ceylon Zimt deutlich weniger schädliches Cumarin als der dickere Cassia Zimt (auch als chinesischer Zimt bekannt) und ist somit wesentlich gesünder.

Welche Wirkung hat Zimt bei Fußpilz?

Neben der Anwendung als charakteristisches Gewürz in der Küche hat Zimt auch eine antimikrobielle Wirkung. Inwiefern diese jedoch für die Behandlung von Fußpilz ausreicht, ist bisher nicht ausreichend erforscht.

Die antibakterielle Wirkung von Zimt war allerdings scheinbar schon in der Antike bekannt: Herodot erwähnt beispielsweise, dass im antiken Ägypten der Zimt zur Einbalsamierung von Mumien verwendet wurde. Eine neuere Studie aus China hat außerdem gezeigt, dass auch Mückenlarven empfindlich auf das ätherische Öl des Zimts reagieren – im Versuch war das natürliche Zimtaldehyd sogar ebenso wirksam wie das künstliche hergestellte Insektengift DEET.

Auch die bekannten Schuhe mit Sohlen aus Stroh und Zimt, die sogenannten „Zimtlatschen“, sollen ein effektives Mittel gegen Fußpilz und Schweißgeruch sein. Als Zimtsohlen sind sie ebenfalls in Form von Schuheinlagen erhältlich. Sie sollen vor allem das Bakterienwachstum in den Schuhen vermindern, das den Fußgeruch auslöst. Auch Mundwasser mit Zimt soll auf diese Weise gegen Mundgeruch helfen.

Die antimikrobielle Wirkung ist wahrscheinlich auf das giftige Cumarin zurückzuführen, das vor allem in der Rinde des chinesischen Zimts (Cassia Zimt) enthalten ist. Laut Erfahrungsheilkunde tötet dieses zwar erfolgreich Bakterien und Pilze ab – kann aber auch über die Haut in den Körper gelangen und dort vor allem Schäden an Leber und Nieren verursachen. Aus diesem Grund sollten Sie Zimtlatschen und Co. besser nicht dauerhaft tragen, sondern nur ab und an verwenden. Bei Fußpilz und anderen hartnäckigen Beschwerden ist außerdem der Gang zum Arzt die bessere Wahl – denn unter Umständen können hinter unangenehmen Erscheinungen wie Mundgeruch auch schwere Erkrankungen stecken.

Ist Zimt gesund für das Herz?

Die angeblich positive Wirkung des Zimts auf das Herz-Kreislauf-System ist vor allem auf dessen durchblutungsfördernde Eigenschaften zurückzuführen. Dieser anregende Effekt auf den Kreislauf soll Herz- und Erkältungskrankheiten vorbeugen. Auch als Aphrodisiakum war der Zimt deshalb schon bei den Griechen und Römern beliebt. Tatsächlich kann die anregende Wirkung des Zimts durchaus bei der Vorbeugung von Herzerkrankungen helfen.

Achtung: Wer allerdings bereits an einer Herzschwäche leidet, sollte das Gewürz eher sparsam einsetzen. Denn in höheren Mengen kann die anregende Wirkung auch schnell umschlagen und zu Herzrasen, Atemnot und Schweißausbrüchen führen. Herzbeschwerden und andere Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sollten Sie deshalb lieber mit Ihrem Arzt besprechen.

Das Cumarin aus der Zimtrinde wird in der Medizin außerdem als Blutgerinnungshemmer nach Herzinfarkten und Thrombosen eingesetzt – kann aber zugleich schwere Leberschäden verursachen und zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln führen.

Besonders chinesischer Zimt (Kapseln werden in vielen Drogerien angeboten) enthält zum Teil erhebliche Mengen Cumarin und ist deshalb nur schwer zu dosieren. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) warnt auch vor entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln mit Cassia Zimt, die weder als Arzneimittel zugelassen sind, noch einer regelmäßigen Kontrolle hinsichtlich des Cumaringehalts unterliegen.

Einnahme von Zimt

Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von unterschiedlich schmeckenden Zimtsorten. Bei uns wird am meisten Ceylon (Ceylonkaneel) oder chinesischer Zimt (Cassia Zimt) verkauft. Ceylon Zimt bietet die beste Qualität und ist aufgrund seiner milden Süße ideal für Weihnachtsgebäck, Franzbrötchen und Zimtschnecken geeignet, schmeckt aber auch auf Eis, Obst oder Schokolade. Der schärfere Cassiazimt sollte wegen seines hohen Gehalts an Cumarin eher sparsam zum Einsatz kommen. Er wird für die Zubereitung von Curry- und Fischgerichten verwendet. Zimt ist fast immer auch ein Bestandteil von Currymischungen.

Um das gesundheitsfördernde Kraftpaket in Maßen in die alltägliche Ernährung einzubauen, eignet es sich auch hervorragend im morgendlichen Müsli, Haferschleim oder Milchreis. Am besten probieren Sie einmal aus, an welchen Gerichten Ihnen das Gewürz schmeckt. Das können durchaus ungewöhnliche Mischungen sein: So macht sich eine Prise zum Beispiel gut an Bratkartoffeln, einem Linsengericht, an Gulasch, zu Kürbis oder im Hackbraten.

Doch auch in Getränken ist eine Zimtstange nicht nur dekorativ. Genießen Sie doch einmal einen Zimt-Tee oder mischen Sie das g Gewürz in den Cappuccino oder den Kakao. Außerdem sind in Drogerien und Reformhäusern mittlerweile sogenannte Zimtkapseln erhältlich.

Besonders Präparate mit Cassia Zimt sollten allerdings nicht langfristig eingenommen werden, denn dies kann zu Leberschädigungen führen. Bei Unsicherheiten bezüglich der Einnahme von Zimt oder der Wechselwirkung mit anderen Arzneien sollten Sie Ihren Arzt zu Rate ziehen. Während der Schwangerschaft sollte Zimt außerdem nur in kleinen Mengen eingenommen werden – denn welche Auswirkungen die anregende Rinde auf Mutter und Kind hat, ist bisher noch nicht ausreichend erforscht.

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