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Nasenbluten - Ursachen, Symptome, Diagnose & Behandlung

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Inhaltsverzeichnis

Nasenbluten – Ein Überblick

Definition: Plötzlich auftretende Blutungen aus einem oder beiden Nasenlöchern

Ursache: Meist harmlos, nur in seltenen Fällen ein Hinweis auf eine ernstzunehmende Erkrankung

Erste Hilfe Maßnahmen: Aufrecht hinsetzen und den Kopf nach vorne neigen; Nasenflügel zusammendrücken und den Nacken mit einem nassen Tuch kühlen. Lässt sich die Blutung nicht stoppen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Definition: Was ist Nasenbluten?

In den meisten Fällen passiert es ohne Vorwarnung: Blut beginnt scheinbar ohne Grund aus der Nase zu rinnen. Das Nasenbluten (Epistaxis) tritt auf, wenn die Gefäße der stark durchbluteten Nasenschleimhaut verletzt werden. Deren Drüsen sind eigentlich dafür verantwortlich, die Atemluft zu befeuchten.

Frau hat Nasenbluten - Nahaufnahme
Nasenbluten betrifft typischerweise nicht nur Kinder, sondern auch ältere Menschen. Aber die Ursachen sind unterschiedlich. © ia64 -Fotolia

Ursachen: Wie kommt es zu Nasenbluten?

Jeder zweite Erwachsene hatte in seinem Leben bereits Nasenbluten. Auch jedes dritte Kind unter 5 Jahren war schon einmal betroffen. Nasenbluten tritt besonders bei sehr trockener (Raum-)Luft auf.

Die Ursache für das Nasenbluten ist entweder lokal oder systemisch. Lokal bedeutet, dass die Verletzung in der Nase oder im Nasennebenhöhlenbereich liegt. Systemische Ursachen sind durch Symptome einer Erkrankung bedingt – als Nebenwirkungen, beziehungsweise Begleiterscheinungen einer Medikamenteneinnahme oder durch eine körperliche Entwicklungsphase.

Lokale Ursachen

Nasenbluten kann durch zu heftiges Schnäuzen oder Nasenbohren entstehen. Dabei werden die empfindlichen Gefäße der Nase zum Reißen gebracht.

Eine vorgeschädigte Nasenschleimhaut wirkt begünstigend. In diesem Fall können Blutungen sehr schnell und ohne weiteren Grund auftreten. Die Schleimhaut wird vor allem durch überheizte Räume im Winter, durch Klimaanlagen im Sommer oder durch Allergien beeinträchtigt.

Vorsicht ist auch bei abschwellend wirkenden Nasentropfen oder Nasensprays geboten. Diese sollten der Nasenschleimhaut zuliebe nur kurzzeitig verwendet werden.

Außerdem können äußere Einflüsse wie Schläge oder Stürze Nasenbluten auslösen – unabhängig davon, ob die Nasenscheidewand gebrochen ist oder ob keine Fraktur vorliegt.

Wenn sich Kleinkinder einen Fremdkörper (z. B. Erbse, Perle, Knopf) in ein Nasenloch stecken wird ebenfalls die Nasenschleimhaut verletzt und es kann zu einer Blutung kommen.

Auch Abszesse (Eiteransammlung) oder kleine Risse und Löcher an der Nasenscheidewand können zu Blutungen führen. Bei häufig auftretendem Nasenbluten kann es sich in seltenen Fällen um einen gut- oder bösartigen Tumor in der Nasenhöhle oder den Nasennebenhöhlen handeln.

Systemische Ursachen

Es kommt durchaus vor, dass Nasenbluten als Begleitsymptom oder Vorbote einer schwereren Erkrankung auftritt. Vor allem bei Nierenleiden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck (Hypertonie) oder Arteriosklerose können Blutungen vorkommen. Fieberhafte Infektionen wie Grippe oder Masern führen zu einer verstärkten Durchblutung und damit zu einem erhöhten Risiko für Nasenbluten.

Zu mehrfachen Blutungen führen ebenso eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung, eine Fehlbildung der Blutgefäße sowie Polypen in der Nase.

Nasenbluten bei Medikamenteneinnahme

Blutverdünnende Medikamente (Antikoagulanzien) hemmen die Blutgerinnung im Körper. Mit der Einnahme dieser Tabletten steigt jedoch die Blutungsneigung. Somit kommt es häufiger zu Nasenbluten. Auslösende Wirkstoffe sind beispielsweise Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure und Antikoagulanzien, Cumarinderivate und Heparine.

Nasenbluten bei Kindern

Bei Kindern und Jugendlichen kommt es oftmals ohne Fremdeinwirkung zu Blutungen im vorderen Teil der Nase. Dies mit teilweise starken Wachstumsschüben zu tun (z. B. während der Pubertät). In den meisten Fällen ist das Nasenbluten völlig harmlos.

Nasenbluten in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft werden die Schleimhäute stärker durchblutet, wodurch es zu leichten Nasenblutungen kommen kann, die aber als ungefährlich einzustufen sind.

Nasenbluten bei Alkoholmissbrauch

Eine Alkoholabhängigkeit verhindert die Blutgerinnung und schädigt somit die Wände der Blutgefäße. Dies erhöht das Risiko für Nasenbluten.

Gründe für blutende Nase

Symptome bei Nasenbluten

Das Hauptsymptom bei Nasenbluten ist das Blut, das aus der Nase läuft. Meistens stammt es aus einem der beiden Nasenlöcher, seltener aus beiden gleichzeitig. Handelt es sich um einen starken Blutfluss, füllt sich das Nasenloch mit Blut. Dieses läuft dann über die Region, an der beide Nasenhöhlen verbunden sind. Das Blut kann auch in den Rachen oder den Magen fließen.

Zirka 90% der Blutungen entstehen im vorderen Teil der Nase, dem sogenannten Locus Kießelbachi. Dabei handelt es sich um ein sehr verzweigtes Gefäßnetz an der vorderen Nasenscheidenwand. Dort treffen gleich mehrere Blutgefäße aufeinander. Die Blutungen sind in der Regel harmlos und enden nach einigen Minuten von selbst. Nur selten führt Nasenbluten zu einem starken Blutverlust, etwa wenn der Betroffene von mangelnder Blutgerinnung betroffen ist.

Gefährlich werden können hingegen Blutungen, die im hinteren Teil der Nase entstehen. Sie treten auf, wenn eines der großen Gefäße im Inneren einreißt. Das Blut fließt dabei eher von der Nasenhöhle in den Rachen als aus der Nase heraus. Der Blutverlust ist darum schwer zu beurteilen. Eine solche Blutung kann nicht durch eine häusliche Behandlung gestoppt werden, daher sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Verliert man viel Blut, führt dies zu Verwirrung und Benommenheit. Bei Nasenbluten ist dies selten der Fall, da es sich dabei zumeist um eine geringe Menge an Blut handelt.

Erste Hilfe Maßnahmen: Was tun bei Nasenbluten?

Bei akutem Nasenbluten muss der Kopf bei aufgerichtetem Oberkörper nach vorne gebeugt und der Mund leicht geöffnet werden. Mit Daumen und Zeigefinger können dann die Nasenflügel für etwa fünf bis zehn Minuten zusammengepresst werden. Zusätzlich hilft auch ein kalter Umschlag im Nacken. Durch die Kälte verengen sich die Gefäße und die Blutung wird gestoppt.

Wichtig ist außerdem, dass das Blut aus der Nase fließen kann oder ausgespuckt wird. Verschluckt man größere Mengen an Blut, kann das zu Brechreiz führen. Ist die Blutung gestoppt, sollte das Naseputzen für etwa 12 Stunden vermieden werden. Durch den Druck besteht die Gefahr, dass sich Blutkrusten lösen, die das beschädigte Gefäß verschlossen haben. Diese können sich auch durch Nasentropfen oder Nasensalben leichter lösen.

Kinder erschrecken sich beim Nasenbluten oft vor dem eigenen Blut. Als Erwachsener sollte man daher versuchen, das Kind zu beruhigen. Es sollte am besten auf den Schoß genommen werden und durch den Mund atmen. Die beiden Nasenflügel des Kindes müssen aneinandergedrückt werden. Gleichzeitig sollte man aber darauf achten, dass der Betroffene noch genügend Luft bekommt.

Hilfe bei Nasenbluten

Was sollte man bei Nasenbluten vermeiden?

Vermieden werden muss eine Neigung des Kopfes nach hinten, so fließt das Blut den Rachen hinunter und wird verschluckt. Ist das Blut erstmal im Magen, kann es starke Übelkeit hervorrufen und zum Erbrechen führen.

Bei Nasenbluten sollte man sich auch nicht auf den Rücken legen, da das Blut so in die Atemwege gelangt und es im schlimmsten Fall zur Atemnot kommen kann.

Außerdem sollte die Nase nicht mit Taschentüchern oder sonstigem verstopft werden, da bei der Entfernung des Taschentuchs die Gefahr besteht, dass sich die Blutkruste löst, die die Blutung gestillt hat.

Wann sollte man mit Nasenbluten zum Arzt?

Wenn das Nasenbluten bei Erwachsenen nach 20 Minuten, bei Kindern nach 15 Minuten nicht von allein aufhört, droht ein zu starker Blutverlust. In diesem Fall wird dringend empfohlen, einen Arzt aufzusuchen. Dasselbe gilt für folgende Symptome:

  • Langanhaltende Blutungen
  • Besonders starkes Nasenbluten
  • Bei einer sichtbaren Verletzung
  • Bei häufig auftretendem Nasenbluten

Diagnose bei Nasenbluten

Handelt es sich beim Nasenbluten um keine lokale Ursache oder treten die Blutungen gehäuft auf, muss der Auslöser ermittelt werden. In diesem Fall führt der Arzt eine Nasenspiegelung (Nasenendoskopie, Rhinoskopie) durch.

Bei der Untersuchung werden die Nasenflügel anhand eines Endoskops geweitet, um mit Licht in ein Nasenloch zu leuchten. Dabei können etwaigeSchäden an der Nasenscheidewand identifiziert werden. Diese ist mit einer stark durchbluteten Schleimhaut versehen, auf welcher die Blutungsursache zumeist zu finden ist.

In den meisten Fällen erfolgt außerdem eine Blutabnahme beim Patienten. Dadurch können mögliche Blutgerinnungsstörungen, wie etwa Thrombose diagnostiziert werden. Teil der Untersuchung ist auch eine Blutdruckmessung. Wird ein erhöhter Bluthochdruck festgestellt, kann dieser zu Nasenblutungen geführt haben.

Wurde die Ursache für das Nasenbluten noch immer nicht gefunden, müssen weitere Untersuchungen gemacht werden. Dabei handelt es sich beispielsweise um

  • Angiographie zur Darstellung der Blutgefäße
  • CT (Computertomographie)
  • Röntgen

Wie wird Nasenbluten beim Arzt behandelt?

Ein Arzt arbeitet bei Nasenbluten in den meisten Fällen mit einer Nasentamponade, die er auf das beschädigte Gefäß drückt. Auch die Verödung des blutenden Gefäßes mit einer bipolaren Pinzette oder die Ätzung mit Silbernitrat sind Behandlungsmöglichkeiten, wenn sich die Blutung nicht anders stoppen lässt.

Nur sehr selten muss unter Narkose eine Gefäßunterbindung durchgeführt werden.

Wurde das Nasenbluten durch eine systemische Krankheit ausgelöst (z. B. Bluthochdruck), erfolgt zusätzlich die Behandlung der Grundkrankheit.

Wie kann man Nasenbluten vorbeugen?

Um Nasenbluten zu vermeiden, sollte die Nasenschleimhaut nicht verletzt werden (z. B. durch Nasenbohren). Auch häufiges und sehr heftiges Schnäuzen muss unterlassen werden.

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr hält die Schleimhäute feucht. Zu trockene Raumluft kann die Schleimhäute schädigen, daher sollte ein Luftbefeuchter verwendet werden, damit die Schleimhäute nicht austrocknen.

Es sollte außerdem auf eine vitaminreiche Ernährung geachtet werden. Vor allem Vitamin K ist für die Blutgerinnung wichtig. Dieses findet sich in Gemüse wie Brokkoli oder Spinat. Auch Übergewicht muss vermieden werden, denn damit kann Bluthochdruck einhergehen, der zu verstärkten Nasenbluten führen kann.

Das Auftragen von Salbe (Bepanthen, Nivea oder auch Olivenöl) auf die Nasenschleimhaut mit Finger oder Wattestäbchen hält diese geschmeidig und beugt Blutungen vor.

Mittel gegen Nasenbluten

Nasenbluten als Warnsignal

Nasenbluten kann in jedem Alter auftreten. Am häufigsten ist es bei Männern über 50 Jahren. Selbst bei älteren Menschen können die meisten vorderen Nasenblutungen normalerweise zu Hause behandelt werden.

In allen Altersgruppen kann jedoch wiederholtes vorderes Nasenbluten ein Anzeichen anderer gesundheitlicher Störungen sein, unter anderem:

  • Atherosklerose

Dabei handelt es sich um eine Verdickung und Verhärtung der Arterienwände, wodurch sie anfällig für Risse werden. Arteriosklerose ist häufiger bei älteren Menschen als bei jüngeren.

Diese häufige Erkrankung schädigt die Arterien und setzt sie höherem Druck aus. Dadurch reißen sie leichter ein. Wiederholtes Nasenbluten oder solches, das von Kopfschmerzen begleitet wird, kann ein Hinweis auf Bluthochdruck sein und sollte sofort prophylaktisch behandelt werden.

  • Störungen des Blutsystems

Gerinnungsstörungen und niedrige Blutplättchenzahlen (Thrombozytopenie) können Symptome schwerer zugrunde liegender Krankheiten sein, wie zum Beispiel Leber- und Knochenmarkerkrankungen oder Leukämie.

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