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Helicobacter - Ursachen, Symptome, Diagnose & Behandlung

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Inhaltsverzeichnis

Helicobacter – Infektion mit Helicobacter pylori

Name: Helicobacter pylori

Definition: Bakterium welches die Magenschleimhaut angreift

Ursache: Schwäche der Immunabwehr

Übertragung: Ausschließlich von Mensch zu Mensch

Symptome: Brennende Oberbauchschmerzen, Völlegefühl, Aufstoßen, Übelkeit, Magengeschwür, Zwölffingerdarmgeschwür

Therapie: Medikamentös (Antibiotika)

Definition: Was ist Helicobacter?

Helicobacter ist ein spiralförmiges Bakterium, das sich in der Magenschleimhaut ansiedelt und sich von dort aus vermehrt. Trotz des extrem sauren pH-Werts im Magen kann das Bakterium überleben und eine Infektion verursachen. Sogenannte Geißeln sorgen für die Fortbewegung des Bakteriums.

Eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori ist die häufigste Ursache einer Magenschleimhautentzündung (Typ-B-Gastritis) sowie eines Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwürs.

Für die Entdeckung des Bakteriums Helicobacter pylori, erhielten die beiden australischen Forscher Dr. Barry Marshall und Dr. Robin Warren im Jahr 2005 den Nobelpreis für Medizin.

Übertragung: Wie kann man sich mit Helicobacter anstecken?

Helicobacter pylori kommt ausschließlich beim Menschen und nicht bei anderen Säugetieren vor. Daher lässt sich eine reine Übertragung von Mensch zu Mensch feststellen. Da sich das Bakterium nur im menschlichen Magen aufhält, erfolgt die Übertragung gastral-oral oder gastral-anal. Also durch Speichel, Erbrochenes oder Kot.

Der Erreger bildet ein Eiweiß, welches „Urease” genannt wird. Dieses Eiweiß wandelt den Harnstoff in Ammoniak und Kohlendioxid um. Der entstehende Ammoniak neutralisiert folglich die Magensäure und schützt das Bakterium. Daher schädigt Helicobacter die Abwehrmechanismen des Körpers gegen die aggressive Magensäure. Mittels Giftstoffen, die vom Bakterium abgesondert werden, löst dieses in der Magenschleimhaut Entzündungsprozesse aus. Was können zu Geschwüren und in seltenen Fällen auch zu Krebs führen kann.

Helicobacter Ursachen

Was passiert bei einer Infektion mit Helicobacter im Körper?

Grundsätzlich ist die Magenschleimhaut durch diverse Schutzmechanismen gegen das Eindringen von Bakterien geschützt. Eine Kombination von Umständen erlaubt es jedoch dem Helicobacter Bakterium in die Magenschleimhaut einzudringen.

Übertragung allgemein

  • gastral-oral (von Mund zu Mund)
  • fäkal-oral (durch Fäkalien verunreinigte Lebensmittel oder Wasser)

Übertragung im Kindesalter

Nach heutigem Wissensstand besiedelt das Bakterium oftmals im Kindesalter den Magen. In Industrieländern wird es von Mensch zu Mensch oral weitergegeben, insbesondere durch die Übertragung vonMutter aufKind.

Übertragung im Erwachsenenalter

Im Erwachsenenalter ist eine Übertragung aufgrund des bereits voll intakten Immunsystems sehr selten. In Ländern mit niedrigeren hygienischen Standards kann es auch zu einer Übertragung über den Stuhl kommen, wobei dies durch entsprechende Hygiene verhindert werden kann.

Welche Erkrankungen kann Helicobacter auslösen?

Viele Menschen leiden unter Magenprobleme. In den meisten Fällen ist eine Infektion mit Helicobacter pylori für Magenschleimhautentzündungen, Magengeschwüre und Dünndarmgeschwüre verantwortlich.

Das Bakterium erhöht die Magensäurebildung auf eine krankhafte Weise und schädigt den Magen-Darm-Trakt durch spezifische Giftstoffe. Selbst Kinder sind von Helicobacter pylori-bedingten Magenleiden betroffen, was fälschlich oftmals auf Schulstress oder ähnliches zurückgeführt werden. Der Keim ist außerordentlich widerstandsfähig und hartnäckig. Helicobacter pylori greift die Magenschleimhaut an und führt dort zu massiven Veränderungen. Leider begünstigt das Bakterium sogar die Entstehung von Magenkrebs.

Helicobacter wird durch die stetige Schädigung der Magenschleimhaut auch mit der Entstehung einer Reihe anderer Erkrankungen (Magenkarzinom, primäres Magenlymphom, B-Zell-Lymphom vom MALT-Typ) in Zusammenhang gebracht.

Wesentlich seltener als Geschwüre tritt ein Lymphom – ein Tumor des Lymphgewebes – des Magens auf, welches in 95 % allerFälle mit einem Helicobacter Infektion einhergeht und mitunter schon allein durch eine Eradikationstherapie (Keimeliminierung) geheilt werden kann.

Ob auch in Europa die Entstehung von Magenkrebs mit einer Helicobacter Infektion in Zusammenhang steht, ist nach wie vor unklar. Aus diesem Grund wird eine vermutliche Helicobacter Infektion zumeist auch dann behandelt, wenn kein Geschwür vorliegt. Obwohl nicht sicher ist, ob eine Behandlung des Keimes bei gastrischen Beschwerden zu einer Besserung der Beschwerde Symptomatik führt.

Die Magenschleimhautentzündung (Gastritis), das Magengeschwür und die Dünndarmgeschwüre sind in Deutschland mittlerweile zu Volkskrankheiten geworden.

Fakten – Helicobacter:

  • Experten schätzen, dass die Hälfte der über 50-Jährigen unter einer chronischen Gastritis leiden.
  • Bei 10 – 20 % der Betroffenen entwickelt sich daraus ein Magengeschwür.
  • Bevorzugt kommt es zwischen dem 40. und 70. Lebensjahr zu solchen Erkrankungen.
  • Rund 1 % der Infizierten entwickeln ein Karzinom des Magens.
  • Männer sind davon häufiger betroffen als Frauen und die Leiden treten familiär gehäuft auf.

Symptome: Wie äußert sich eine Infektion mit Helicobacter?

Meistverläuft eine Helicobacter Infektion ohne Symptome. Die Infektion kann sich aber auch durch Beschwerden im Oberbauch äußern. Betroffene klagen meist über Magendrücken, Blähungen, Sodbrennen, Durchfall, Übelkeit und Brechreiz.

Symptome einer Helicobacter Infektion

Diese Symptome können bei einer Helicobacter Infektion auftreten:

  • Allgemein: Brennende Oberbauchschmerzen, Völlegefühl, Aufstoßen, Übelkeit, Brechreiz
  • Magengeschwür: Verstärkte Beschwerden nach Nahrungsaufnahme, Schmerzen in der Nacht
  • Zwölffingerdarmgeschwür: Verminderte Beschwerden nach Nahrungsaufnahme typisch, Nüchternschmerz

Helicobacter: Wann zum Arzt?

Bei öfteren und vermehrten Magenproblemen, sowie Beschwerden im Oberbauch sollte man den Arzt konsultieren und einen Helicobacter-Test in Erwägung ziehen.

Bei folgenden dauerhaften Symptomen ist ein Besuch beim Arzt ratsam:

  • Bei brennenden Bauchschmerzen kurz nach dem Essen oder bei nüchternem Magen
  • Bei Druckgefühl im Oberbauch
  • Bei Appetitverlust
  • Bei Übelkeit und Erbrechen

Untersuchung: Wie wird eine Helicobacter Infektion diagnostiziert?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Helicobacter nachzuweisen. Sie unterscheiden sich in ihrer Präzision, ihrem Aufwand und ihren Risiken. Welches Verfahren am besten geeignet ist, sollte der jeweilige Arzt mit dem Patienten gemeinsam festlegen.

In der Regel wird Helicobacter mithilfe einer Magenspiegelung nachgewiesen:

Hierbei wird ein biegsamer Schlauch über die Speiseröhre in den Magen vorgeschoben. Der Arzt entnimmt mit einer Zange etwas vom Magengewebe, welches unter dem Mikroskop untersucht wird. So kann er den Schweregrad der Entzündung und andere Veränderungen feststellen. Bei etwa 1 von 1000 Untersuchten kann es durch die Spiegelung zu Komplikationen kommen, wie Herzkreislaufbeschwerden oder Blutungen. Eine Magenspiegelung (Gastroskopie) erlaubt dem untersuchenden Arzt außerdem, eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) zu entnehmen. Im Labor zeigt sich dann, ob das Bakterium Helicobacter pylori die Magenschleimhaut befallen hat oder nicht.

Bei Verdacht auf eine Helicobacter pylori Infektion bieten besondere Testverfahren wie der HarnstoffAtemtest die Möglichkeit, die Diagnose zu festigen.

Therapeutisch setzen Ärzte spezielle Antibiotika zusammen mit Wirkstoffen ein, welche die Säureproduktion im Magen hemmen. Geläufig ist dabei die Dreifach-Kombination, auch Triple-Therapie genannt. Sie besteht aus 2 antibiotischen Substanzen und 1 Protonenpumpenhemmer. Auch eine Vierfach-Kombination ist möglich. Nach der medikamentösen Behandlung, die Mediziner auch «Eradikation» nennen, ist die Magenschleimhaut meist vom bakteriellen Befall befreit.

Der Nachweis von Helicobacter gelingt jedoch auch aus der Atemluft oder im Stuhl. Diese beiden Untersuchungen sind risikolos. Nicht jede dauerhafte Entzündung der Magenschleimhaut ist auf Helicobacter  zurückzuführen. Auch die Einnahme bestimmter Schmerzmittel wie ASS, Diclofenac und Ibuprofen kann dafür verantwortlich sein.

Invasive Diagnoseverfahren für Helicobacter Infektionen

  • Magenspiegelung (Gastroskopie): Durch eine Magenspiegelung kann der Arzt Entzündungsreaktionen erkennen, die sich im Magen abspielen. Außerdem kann das Vorhandensein von Magengeschwüren Hinweise auf eine Infektion mit Helicobacter pylori geben.
  • Gewebeuntersuchung (Biopsie): Im Rahmen der Magenspiegelung wird der Arzt Gewebeproben von entzündeten Bereichen der Magenschleimhaut entnehmen. Diese Gewebeproben können dann unter dem Mikroskop auf das Vorliegen von Helicobacter pylori untersucht werden.
  • Bakterienkulturen: Aus den Gewebeproben, die bei der Magenspiegelung gewonnen wurden, werden die Bakterien gezüchtet und nachgewiesen. Es handelt sich um ein direktes Nachweisverfahren. Durch die Kombination der Bakterienkultur mit weiterführenden Methoden können die bakteriellen Krankheitserreger exakt identifiziert werden.

Nicht-invasive Diagnoseverfahren für H. pylori Infektionen

  • Blutuntersuchungen: Das Blut eines Patienten kann auf bestimmte Antikörper, die das Immunsystem gegen Teile des Bakteriums gebildet hat, untersucht werden. Eine solche Untersuchung gibt einen Hinweis auf das Ausmaß der Infektion mit Helicobacter pylori.
  • Speichel-, Urin- und Stuhluntersuchungen: Auch in Speichel-, Urin- und Stuhlproben können Antikörper gegen Teile von Helicobacter pylori nachgewiesen werden.
  • Atemtest: Bei dem sogenannten 13C-Harnstoff-Atemtest (C13-Atemtest) macht man sich den Stoffwechsel des Bakteriums zunutze, um Helicobacter pylori im Magen nachzuweisen. Der Patient nimmt markierten Harnstoff (13C-Harnstoff) mit 200 ml Fruchtsaft auf. Trägt er Helicobacter pylori im Magen, setzt das Bakterium den Harnstoff in Kohlenstoffdioxid (CO2) um, das abgeatmet wird. Da das CO2 dann ebenfalls markiert ist und dadurch gemessen werden kann, ist ein Rückschluss auf das Vorhandensein der Bakterien im Magen möglich.

Helicobacter Diagnose: Magenspiegelung

Bei dieser diagnostischen Maßnahme ist es möglich, Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm genau einzusehen.

Die Untersuchung verursacht keine Schmerzen. Jedoch wird der Würgereiz sehr oft als unangenehm empfunden. Daher wird meist ein Lokalanästhetikum in den Rachen gesprüht. Sollte dies nicht ausreichen, wird eine Beruhigungsspritze verabreicht. Routinemäßig werden Gewebeproben zur Beurteilung von Schleimhautveränderungen und zur Feststellung eines Bakterienbefalls der Schleimhaut durchgeführt.

Die Untersuchung dauert etwa10 – 15 Minuten. Nach einer individuell abgestimmten Ruhepause wird das Untersuchungsergebnis besprochen, ob eine Therapie erforderlich ist.

Was Sie vor einer Magenspiegelung beachten sollten:

  • Man benötigt eine Zuweisung für diese Untersuchung.
  • 6 Stunden vor der Untersuchung sollte nichts gegessen und nichts getrunken werden.
  • Gerinnungshemmende Medikamente (Marcoumar, Plavix) sollten (Rücksprache mit dem Arzt) abgesetzt werden.
  • Werden Beruhigungsmittels vereinbart, darf man innerhalb der darauffolgenden 24 Stunden weder ein Auto lenken noch Maschinen betätigen.

Helicobacter Diagnose mittels Atemtest

Beim C13-Atemtest trinkt der Patient eine gewisse Menge von mit 13C-markiertem Harnstoff in einer Testlösung. Im Falle einer Infektion und des damit verbundenen Vorhandenseins des Enzyms „Urease” spaltet dieses den aufgenommenen Harnstoff und setzt so 13C frei, das man nun in der Ausatemluft messen kann. Ist kein Keim vorhanden, ist die Ausatemluft frei von13C.

Der C13-Atemtest sagt lediglich etwas über die Infektion an sich aus, nicht aber über den Zustand von Magen und Zwölffingerdarm. Aus diesem Grund wird dieser Test zur Erstdiagnose bei Magenbeschwerden nur bei Patienten unter 40 Jahren empfohlen, da sich hinter den Beschwerden auch ein Tumor verstecken kann und dies bei Patienten unter 40 Jahren eher unwahrscheinlich ist.

Haupteinsatzgebiet des Atemtests ist die vier Wochen nach Beendigung der Helicobacter Therapie durchzuführende Kontrolle (Behandlung mittels Antibiotikum, um Helicobacter zu eliminieren).

Helicobacter Diagnose durch eine Stuhlprobe

Durch den Helicobacter Stuhltest können auch spezifische Antigene im Stuhl nachgewiesen werden. Dafür benötigt man lediglich eine erbsengroße Stuhlprobe. Die Vorteile bestehen darin, dass es kein invasives Verfahren, einfach in der Handhabung und auch besonders für Kinder geeignet ist. Dieser Test wird, wie der C13-Atemtest, vor allem zur Therapiekontrolle verwendet. Allerdings ist er noch einfacher durchzuführen und daher auch weit verbreitet.

Ein positiver Schnelltest im Stuhl bedeutet einen Hinweis auf eine Infektion mitHelicobacter pylori.

Die meisten kommerziellen Testsysteme haben eine gute Sensitivität (93,3 %) sowie Spezifität (93,9 %) für den Nachweis dieser Infektionen.

Info

  • Sensitivität heißt, dass der Test mit hoher Wahrscheinlichkeit ein positives Ergebnis liefert, wenn wirklich eine entsprechende Infektion vorliegt.
  • Spezifität heißt, dass der betreffende Test mit hoher Wahrscheinlichkeit ein negatives Ergebnis liefert, wenn tatsächlich auch keine entsprechende Infektion vorliegt.

Was bedeutet ein negativer Helicobacter-Schnelltest im Stuhl?

Ein negativer Helicobacter pylori Schnelltest im Stuhl legt die Vermutung nahe, dass beim betroffenen Patienten keine aktuelle Infektion mit Helicobacter pylori vorliegt. Eine solche Infektion ist in diesem Fall aber nicht ausgeschlossen, weil die Menge derBakterien im Stuhl auch unterhalb der Nachweisgrenze des Testsystems liegen könnte.

Die klinische Interpretation des Testergebnisses muss daher vom Arzt unter Berücksichtigung der Beschwerden sowie in Zusammenhang sämtlicher Befunde erfolgen.

Wie führt man den Helicobacter Selbsttest durch?

Der Selbsttest weist das Vorhandensein von Antikörpern gegen Helicobacter pylori im Blut nach. Es handelt sich um einen hochspezifischen immunologischen Schnelltest. Ein positiver Befund spricht für eine aktive Infektion, die unter ärztlicher Betreuung abgeklärt werden muss und anschließend medikamentös behandelt wird.

Eine Infektion mit Helicobacter kann durch das Vorhandensein von Helicobacter Antikörpern im Blut nachgewiesen werden, da das Immunsystem bei einer Infektion Antikörper gegen das Bakterium produziert.

Durch das schnelle Erkennen einer Infektion mit dem Helicobacter pylori Bakterium kann zu einem frühen Zeitpunkt eine Therapie eingeleitet werden.

Therapie: Wie wird eine Helicobacter Infektion behandelt?

Zur Behandlung einer Helicobacter Infektion stehen eine Reihe von Medikamenten zur Verfügung, welche immer in Kombination angewandt werden. Die Behandlung wird zumeist über 7 Tage (auch 14 Tage) durchgeführt und besteht aus der Kombination eines die Magensäuresekretion hemmenden Medikaments und zweier Antibiotika (Clarithromycin, Metronidazol, Amoxicillin).

Zusätzlich kann noch ein weiteres Antibiotikum oder das Mineral Bismut eingenommen werden. Der Säureblocker hemmt die Bildung von Säure im Magen. So kann sich die Schleimhaut wieder erholen. Antibiotika und Bismut wirken gegen Bakterien.

Helicobacter Bakterien sind zunehmend resistent gegen Antibiotika. Einige Wochen nach Behandlungsende sollte vom Arzt kontrolliert werden, ob die Behandlung erfolgreich war.

Bei 55 – 90 von 100 Behandelten lässt sich nach einer Therapie kein Helicobacter mehr nachweisen. Ist das Bakterium noch vorhanden, sollten andere Wirkstoffe miteinander kombiniert werden, bis der Erreger nicht mehr nachzuweisen ist.

Es sollte grundsätzlich bei Magenbeschwerden auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Bei einer Therapie mit Metronidazol ist ein Verzicht Alkohol ratsam, da es zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen kann.

Für die meisten Menschen sind Helicobacter Bakterien harmlos. Eine zufällig entdeckte Helicobacter-Gastritis, die keine Probleme macht, muss daher nicht zwingend behandelt werden.

Unter diesen Umständen wird eine Behandlung bei Helicobacter Nachweis empfohlen: 

  • Geschwür des Magens oder Zwölffingerdarms
  • Vor Dauerbehandlung mit Medikamenten, die den Magen reizen wie ASS oder Ibuprofen, und bereits früherem Magen-Darm-Geschwür
  • Bei speziellen Entzündungen der Magenschleimhaut
  • Personen mit erhöhtem Risiko für Magenkrebs

Muss eine Infektion durch Helicobacter immer behandelt werden?

In den meisten Fällen bleibt eine Infektion symptomfrei. Nur bei etwa einem Fünftel der Betroffenen führt sie zu einer Erkrankung. Aus diesem Grund zögern Ärzte und Patienten häufig, die Infektion zu behandeln.

Achtung
Experten weisen darauf hin, dass jede Infektion behandelt werden soll, um weitere Auswirkungen des Bakteriums zu vermeiden.

Medikamentöse Therapie von Helicobacter

Zur medikamentösen Behandlung wird in der Regel eine Kombinationstherapie mit zwei Antibiotika und einem Protonenpumpen-Inhibitor durchgeführt, die so genannte Triple-Therapie. Die Therapiedauer unterscheidet sich zwischen verschiedenen Ländern und liegt bei 7 oder 10 – maximal 14 Tagen.

Triple-Therapie bei Erwachsenen:

  • Protonenpumpen-Inhibitor: 2 x täglich 40 mg
  • Clarithromycin, 2 x täglich 500 mg
  • Amoxicillin, 2 x täglich 1000 mg

Die Behandlung stellt für die Patientinnen und Patienten eine Herausforderung dar. Einerseits was die Therapietreue betrifft, andererseits auch die Nebenwirkungen.

Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Kopfschmerzen, Durchfall, Candidainfektionen, Hautausschläge und Überempfindlichkeitsreaktionen. Die zusätzliche Einnahme eines Probiotikums wird empfohlen, um die Antibiotika-assoziierte Diarrhöe zu verhindern.

Metronidazol kann anstelle von Amoxicillin bei einer Penicillinallergie in einer Dosierung von 2 x täglich 500 mg verwendet werden. Alternativ werden auch Bismutsalze eingesetzt.

Kritik an der traditionellen Triple-Therapie stellen die sinkenden Erfolgsraten aufgrund der zunehmenden Resistenzen dar, insbesondere gegen Clarithromycin und Metronidazol. Nach der Behandlung soll die erfolgreiche Eradikation deshalb mit einem diagnostischen Test bestätigt werden. Beim Therapieversagen kann ein anderes Therapieschema versucht werden, wie etwa beispielsweise mittels Bismutsalz. Möglich ist auch ein vorgängiger Test der Empfindlichkeit der Bakterien auf die Antibiotika.

Naturheilkunde bei einer Infektion durch Helicobacter

Japanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich mittels Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) die Therapie gegen den Magenkeim Helicobacter pylori wirkungsvoll unterstützen lässt.

Insgesamt hatten die Wissenschaftler in Laborversuchen 113TCM Kräuter auf eine bakterientötende Eigenschaft – speziell gegen den Magenkeim Helicobacter pylori – untersucht.

Das Bakterium ist in den 80er Jahren als Hauptrisikofaktor für Magengeschwüre und Magenkrebs identifiziert worden. Als das effektivste Kraut gegen Helicobacter stellte sich die bei uns nicht heimische, zu den Rötegewächsen zählende Pflanze Goshuyu (Evodia rutaecarpa) heraus.

Wie unterstützt man die Behandlung bei Helicobacter?

Um die unerwünschten Effekte zu verringern, ist eine Begleitung von natürlichen Milchsäurebakterien von Vorteil. Diese können das Wachstum des Helicobacter pylori hemmen – und damit auch das Ausmaß der entzündeten Magenschleimhaut verringern. Als besonders vorteilhaft hat sich eine Kombination aus Laktobazillen und Bifidobakterien erwiesen.

Darüber hinaus können bestimmte Lebensmittel, denen eine heilungsfördernde Wirkung zugeschrieben wird, bei der Behandlung von Helicobacter helfen.

Eine Studie der Johns-Hopkins-Universität im Jahr 2002 in Baltimore (USA) zeigte, dass der im Brokkoli enthaltene Inhaltsstoff Sulforaphan, Helicobacter pylori schwächt. Hierfür sollte man 1 Woche lang ein halbes Kilo Brokkoli täglich verzehren.

Ernährung bei Helicobacter – diese Lebensmittel helfen

Mediziner untersuchen seit Jahren eine Vielzahl alternativer Behandlungsmethoden. Bestimmte Lebensmittel haben sich bei einer Magenschleimhautentzündung in Folge des Bakterienbefalls durch Helicobacter pylori besonders bewährt.

Zu den heilungsfördernden Lebensmittel zählen:

  • Brokkoli: Wirkt gegen Magenkeime
  • Zitrusfrüchte und Zwiebel: Enthalten Schwefelstoffe gegen Magenkrebs
  • Knoblauch: Hilft bei Magenbeschwerden, Blähungen, Durchfall und Verstopfung
  • Probiotisches Joghurt: Verhindert die Vermehrung der gefährlichen Magenkeime
  • Ingwer: Wirkt antibakteriell
  • Ginseng: Verringert Magenschmerzen und Sodbrennen
  • Preiselbeeren: Schützen die Magenwand
  • Grüner Tee: Regt den Stoffwechsel an
Helicobacter Infektion Ernährung

Brokkoli tötet unliebsame Magenkeime ab

Brokkoli-Keimlinge, sowie frischer Brokkoli enthalten das wertvolle Antioxidant Sulforaphan, das Helicobacter pylori abtötet und so gegen Magengeschwüre hilft. Brokkoli schützt vor Magenkrebs und lindern die durch Helicobacter pylori entstehenden Beschwerden.

Knoblauch bei Magenbeschwerden

Knoblauch bringt Magen und Darm in Schwung. Ganz besonders die Bakterien vom Typ Helicobacter pylori, die sich im Magen vermehren und Entzündungen verursachen, werden von Knoblauch außer Gefecht gesetzt. Knoblauch wirkt zusätzlich wie Treibstoff: Er regt die Drüsen im Körper zu vermehrter Tätigkeit an, wie etwa die Verdauungsdrüsen im Magen und Darm. Dadurch kann Knoblauch Blähungen, Darmkrämpfe und Verstopfungen lindern. Experten raten deshalb dazu, bei Verdauungsbeschwerden täglich 2 – 3 frische Zehen zu essen. Selbst bei Problemen mit der Galle, bei Darminfektionen und Befall mit dem Hefepilz Candida wird die Knolle von Naturheilkundlern empfohlen.

Joghurt gegen gefährliche Magenkeime

Der regelmäßige Verzehr von probiotischem Joghurt – zum Beispiel angereichert mit Lactobacillus-acidophilus-Bakterien – kann die Vermehrung des Bakteriums Helicobacter verhindern. Dadurch sinkt das Risiko an einem Magengeschwür zu erkranken deutlich. Wie es den Milchsäurebakterien gelingt, den gefährlichen Keim zu stoppen, ist allerdings noch unklar.

Ingwer wirkt antibakteriell

Die heilende Wirkung des Ingwers ist mittlerweile bekannt. Den Inhaltsstoffen der Ingwer Wurzel wurde ebenfalls eine antibakterielle Wirkung nachgewiesen. Scheinbar dämmt Ingwer die Verbreitung von Helicobacter ein. Wer unter Magenbeschwerden leidet, sollte zu einem Glas Ingwerwasser oder Ingwertee greifen.

Anwendung von Ingwer:

  • Jeweils 1 gestrichenen TL zerriebene Petersilien- und Ingwerwurzel mit 250 ml kochendem Wasser übergießen.
  • 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.
  • Der Tee wirkt zugleich stark harntreibend. Am besten verteilt man die Menge auf 3 Portionen/Tag, die dann jeweils vor den Mahlzeiten morgens, mittags und abends getrunken werden.

Die Heilkraft des Ginsengs bei Magen-Darm-Beschwerden

Seit über 2.000 Jahren gilt die Heilkraft des Ginsengs im asiatischen Raum als eine echte Wunderwaffe bei Magen-Darm-Beschwerden. Und auch bei Helicobacter Infektionen hilft der Extrakt der Wurzel, um Beschwerden wie Magenschmerzen oder Sodbrennen zu verringern.

Preiselbeeren schützen die Magenwand

Preiselbeeren enthalten sogenannte Anthocyane. Diese beugen der Anhaftung von Bakterien an der Magenwand vor und bekämpfen so die Helicobacter Infektion. Ein Glas Preiselbeersaft täglich reicht aus, um die Infektion zu lindern.

Grüner Tee gegen Entzündungen

Grüner Tee regt die Verdauung und den Stoffwechsel an, macht wach und gilt im Allgemeinen als einer der gesündesten Getränke der Welt. Er enthält viele Antioxidantien und Nährstoffe.

Ernährung bei Helicobacter – diese Lebensmittel sollten Sie meiden

Wer unter einer Magenschleimhautentzündung leidet, sollte bestimmte Lebens- und Genussmittel generell meiden und zu magenschonender Kost greifen. Besonders schädlich für den Magen sind Lebensmittel, die den Magen zusätzlich reizen.

Lebensmittel, die gemieden werden sollten:

  • Gewürzte Speisen
  • Alkohol
  • Sehr fettige Lebensmittel
  • Kaffee
  • Nikotin

Komplikationen bei einer Infektion durch Helicobacter

Fast alle Menschen mit einer Helicobacter Infektion haben eine Gastritis, die den gesamten Magen oder nur den unteren Teil davon betreffen kann. Die Infektion kann unter Umständen eine erosive Gastritis und manchmal sogar ein Magengeschwür (gastrisches Geschwür) verursachen.

Helicobacter pylori trägt durch Vermehrung der Säureproduktion zu einer Störung der normalen Verteidigungsmechanismen des Magens gegen Magensäure und Produktion von Toxinen zur Bildung von Geschwüren bei.

Eine langfristige Infektion mit Helicobacter pylori erhöht das Risiko für Magenkrebs.

Prävention: Kann man einer Ansteckung mit Helicobacter vorbeugen?

Da die Übertragungswege für Helicobacter pylori nicht vollständig bekannt sind, kann man eine Helicobacter pylori Infektion kaum vorbeugen. Bis dato stehen keine wirksamen Impfmöglichkeiten gegen den Erreger zur Verfügung.

Ist Helicobacter pylori jedoch im Magen nachweislich vorhanden, kann je nach Beschwerden und individuellem Befund eine Therapie ratsam sein. Mithilfe einer vollständigen Beseitigung des Bakteriums kann man Folgeerkrankungen einer Helicobacter Infektion wie etwa Magengeschwüre oder Magenschleimhautentzündungen vorbeugen.

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