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Niedriger Blutdruck: Werte, Ursachen, Symptome & Behandlung

Nicht nur Bluthochdruck ist ein weit verbreitetes Krankheitsbild in Deutschland. Auch zu niedriger Blutdruck betrifft unzählige Menschen und geht nicht selten mit lästigen Beschwerden einher. Erfahren Sie hier das Wichtigste rund um die Hypotonie. (Foto: Alex_Po - Adobe Stock)

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Die meisten Menschen freuen sich auf den Sommer. Doch für manche Zeitgenossen wird es unangenehm, wenn das Quecksilber die 25-Grad-Marke überschreitet: Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und Schwindel machen sich im Körper breit. Manchen Menschen wird – beispielsweise nach längerem Stehen in der Sommerhitze – regelrecht schwarz vor Augen. Besonders Empfindliche fallen sogar in eine Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht. Wenn Ihnen eines dieser körperlichen  “Sommersymptome” bekannt vorkommt, dann sollten Sie einmal Ihren Blutdruck checken lassen.

Denn es besteht der Verdacht, dass Ihre Blutdruck-Werte zu niedrig sind und eine Hypotonie (zu niedriger Blutdruck) vorliegt. Aber keine Angst – richtig gefährlich ist das nur selten, und mit den Bewegungsübungen, Kneippschen Anwendungen und Ernährungstipps, die wir Ihnen in diesem Beitrag vorstellen, bekommen Sie die lästigen Symptome der Hypotonie schnell wieder in den Griff.

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Sind Sie übergewichtig?

Salzen Sie Ihre Speisen regelmäßig zusätzlich?

Essen Sie häufig fleisch- und fetthaltige Kost?

Trinken Sie regelmäßig Alkohol?

Kommen in Ihrer Familie Bluthochdruck oder damit zusammenhängende Krankheiten (Schlaganfall, Herzinfarkt) häufiger vor?

Halten Sie einen geregelten Tag- und Nachtrhythmus ein?

Treiben Sie regelmäßig Sport?

Sind Sie Vegetarier(in)?

Essen Sie häufig Fischgerichte?

Bereiten Sie Ihre Mahlzeiten gerne mit Raps-, Lein- und/oder Olivenöl zu?

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Ab wann spricht man von niedrigem Blutdruck?

Von einem niedrigen Blutdruck (medizinisch: Hypotonie; von griech.: hypo = unter und tono = Spannung) spricht Ihr Arzt, wenn Ihre Werte dauerhaft unter 100/60 mmHg (bei Frauen) und 110/60 mmHg (bei Männern) liegen.

Zwei Arten von Hypotonie

Grundsätzlich wird zwischen zwei verschiedenen Arten von niedrigem Blutdruck differenziert:

  1. Orthostatische Hypotonie: Bei dem orthostatischen niedrigem Blutdruck verringert sich der Blutdruck in kurzer Zeitspanne drastisch, die in schweren Fällen zur Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit führen kann. Ein typisches Symptom ist plötzlich auftretender Schwindel nach dem Aufstehen. Von der orthostatischen Hypotonie sind vor allem ältere Personen betroffen.
  2. Arterielle Hypotonie: Bei der arteriellen Hypotonie handelt es sich um einen langfristigen niedrigem Blutdruck. Dieser betrifft vor allem schlank gebaute oder junge Menschen. Oftmals geht die arterielle Hypotonie mit keinen Beschwerden oder Symptomen einher. In manchen Fällen können jedoch Konzentrationslosigkeit, Müdigkeit oder Stimmungsschwankungen auftreten.

Behandlung von zu niedrigem Blutdruck – erforderlich?

Ein niedriger Blutdruck muss nicht zwangsläufig körperliche Beschwerden verursachen. Manche Betroffene fühlen sich durch die Hypotonie in keiner Weise beeinträchtigt und müssen dann selbstverständlich auch nicht behandelt werden. Eine reine Korrektur der Zahlenwerte bei einer Hypotonie ist absolut unnötig.

Anderen dagegen macht der mangelnde Druck in den Blut-Gefäßen mehr oder weniger schwer zu schaffen.

Welche Symptome und Beschwerden treten bei zu niedrigem Blutdruck auf?

  • Abgeschlagenheit
  • Leistungs- und Konzentrationsschwäche
  • Schwindelanfälle, insbesondere beim Aufstehen oder bei längerem Stehen
  • Schwarzwerden vor den Augen
  • Angstgefühle
  • Ohnmacht
  • Anhaltende Müdigkeit
  • allgemeines Unwohlsein
  • depressive Verstimmung
  • Frösteln, Blässe, kalte Hände und Füße
  • Stiche und Beklemmungen in der Herzgegend
  • kurze Bewusstlosigkeit (Synkopen)
  • nächtliche Schlafstörungen

Im Sommer können sich die körperlichen Symptome und Beschwerden durch Hitze und Flüssigkeitsverlust sowie durch das vermehrte Schwitzen verstärken. Die körperlichen Beschwerden der Hypotonie bessern sich jedoch oft schon durch einfache Maßnahmen.

Ursache: Was sind die Auslöser von zu niedrigem Blutdruck?

Was die niedrigen Blutdruckwerte verursacht, ist in den meisten Fällen nicht bekannt. Häufig leiden große, schlanke Menschen und jüngere Frauen an der Hypotonie. Bei älteren Menschen lässt oft die nachlassende Elastizität der Blut-Gefäße den Blutdruck sinken. Ihnen wird dann typischerweise beim Aufstehen schwindlig oder sogar schwarz vor Augen.

Weitere Ursachen für den niedrigen Blutdruck können Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein – etwa eine Herzinsuffizienz oder Herzrhythmusstörungen. In diesen Fällen schlägt das Herz nicht mehr kräftig genug, um eine ausreichende Menge an Blut in das Kreislaufsystem zu pumpen.

Doch auch Hormonstörungen gelten als Ursache für niedrigen Blutdruck. Denn diese können den Blutdruck ebenfalls absacken lassen. So werden z. B. bei einer Nebenniereninsuffizienz zu wenig Mineral- und Glukokortikoide produziert und im Blut transport. Diese Hormone sind jedoch für die Regulation des Wasser- und Salzhaushalt von Bedeutung.

Sie sollten außerdem bedenken, dass zahlreiche Medikamente wie Psychopharmaka (z. B. trizyklische Antidepressiva) oder Medikamente gegen Parkinson den Blutdruck erniedrigen und demnach als Ursache der Hypotonie fungieren können. Falls die Hypotonie im Zusammenhang mit solchen Medikamenten auftritt, fragen Sie bitte Ihren Arzt, ob sich die Dosis reduzieren lässt.

Behandlung von zu niedrigem Blutdruck

Wenn Ihr Blutdruck langfristig zu niedrig ist, sollten Sie nicht gleich zu synthetischen Medikamenten greifen. Oft lässt sich der Kreislauf und somit auch der Blutdruck sehr gut mit pflanzlichen Medikamenten anregen.

Diese Heilpflanzen aktivieren Ihren Kreislauf:

  • Rosmarin
  • Besenginster
  • Weißdorn
  • Maiglöckchen

Diese Pflanzen erhalten Sie als Präparat einzeln oder als Gemisch in Ihrer Apotheke (z. B. Korodin®- oder Spartiol®-Tropfen, Monatsbedarf ca. 10 €). Auch von der Homöopathie können Sie Hilfe erwarten. Da hier jedoch bei der Auswahl des Mittels Ihr körperlicher und seelischer Zustand eine entscheidende Rolle spielt, ist es Sache eines erfahrenen Homöopathen, das richtige Mittel herauszufinden.

Schulmedizinische Medikamente sind bei niedrigem Blutdruck fast immer überflüssig. Von dem Arzt werden häufig so genannte Sympathomimetika, die auf das vegetative Nervensystem wirken und die Blutgefäße verengen, verordnet. Ähnlich wirken Ergotamine. Doch die richtige Dosis für die Hypotonie lässt sich selbst vom Arzt nur schwer finden. Das Ergebnis können Nebenwirkungen wie Herzrasen, Übelkeit oder Schlaflosigkeit sein.

Die Stiftung Warentest bewertet daher alle üblichen Hypotonie-Medikamente als “wenig geeignet”. Nutzen Sie stattdessen die hier gezeigten Verhaltensregeln und natürlichen Methoden zur Kreislaufstimulation. Sie haben keine Nebenwirkungen und sind meist wesentlich effektiver bei niedrigem Blutdruck.

Selbsthilfe bei zu niedrigem Blutdruck

In vielen Fällen genügen einfache Maßnahmen, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Eine Tasse Kaffee oder schwarzer Tee erhöht kurzfristig den Blutdruck und kann Ihnen helfen, die morgendlichen Anlaufschwierigkeiten etwas zu verringern. Da Koffein jedoch leicht entwässernd wirkt, sollten Sie sich angewöhnen, stets ein Glas Wasser dazu zu trinken.

Das sollten Sie bei niedrigem Blutdruck vermeiden:

  • längeres Stehen
  • üppige Mahlzeiten, Alkohol
  • heiße Wannenbäder
  • Hitze, Sonnenbäder
  • schweres Heben und Pressen (z. B. beim Stuhlgang)

Bei den ersten Anzeichen eines Ohnmachtsanfalls, z. B. Ohrensausen, Schwindel oder kalter Schweiß auf der Stirn, müssen Sie sofort dafür sorgen, dass das Gehirn besser durchblutet wird. Dazu legen Sie sich auf den Boden und lagern die Beine hoch, etwa in einem Winkel von 45 Grad (Schocklage). Meist tritt dann eine rasche Besserung ein.

Die 10 besten Tipps gegen niedrigen Blutdruck

  1. Bleiben Sie nach dem Aufwachen noch 5 Minuten liegen. Räkeln und strecken Sie sich. Das regt den Kreislauf an.
  2. Stehen Sie nicht abrupt aus dem Liegen auf. Setzen Sie sich morgens erst mal auf den Bettrand und lassen Sie die Füße kreisen. Trinken Sie vor dem Aufstehen ein Glas Wasser.
  3. Müssen Sie längere Zeit stehen, so nehmen Sie die “Muskelpumpe” in Beinen und Bauch zu Hilfe: Wippen Sie auf den Zehenballen, spannen Sie die Bauchmuskeln an und lassen Sie sie anschließend wieder locker. Wiederholen Sie diese Übung ca. 10-mal. Wechseln Sie auch öfter das Standbein.
  4. Vermeiden Sie Übermüdung oder Überbeanspruchung. Achten Sie auf ausreichend Schlaf.
  5. Machen Sie regelmäßig Wechselduschen; kalt bildet immer den Abschluss. Einen kreislaufstabilisierenden Effekt haben Bürstenmassagen. Dabei sollten Sie immer an den Beinen beginnen und zum Herzen hin bürsten.
  6. Betätigen Sie sich regelmäßig sportlich. Ideal sind Wassersportarten, aber auch Wandern, Radfahren, Gymnastik oder Tanzen. Übertreiben Sie es am Anfang nicht. Denn anfangs fällt der Blutdruck am Tag nach dem Sport.
  7. Schlafen Sie mit erhöhtem Kopfende. Legen Sie z. B. je einen Ziegelstein unter die Beine am Kopfende.
  8. Stützstrümpfe oder Leibbinden erhöhen den Druck in den Venen und verhindern, dass das Blut in den Beinen versackt.
  9. Gut gewürzte Speisen regen den Kreislauf an. Sparen Sie nicht mit Salz. Eine anregende Wirkung haben auch Ingwer und Ginseng.
  10. Ein Vollbad mit Rosmarinextrakt wirkt anregend: Übergießen Sie 50 g Rosmarin (aus der Apotheke) mit 1 l kochendem Wasser und lassen die Flüssigkeit bedeckt 30 Min. ziehen. Dann geben Sie sie dem vorbereiteten Badewasser zu.
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