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Andropause: So gehen Sie mit den männlichen Wechseljahren ab 40 um

(Foto: Ocskay Mark - Adobe Stock)

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Die Andropause kann mit den Wechseljahren der Frau verglichen werden, tritt allerdings schleichender auf. Ab dem 40. Lebensjahr kann sich der Hormonhaushalt bei Männern verändern, was zu verschiedenen Symptomen führen kann.

Dass Frauen zwischen dem 45. und dem 55. Lebensjahr in die Wechseljahre kommen, ist hinlänglich bekannt. Doch auch Männer können ab dem 40. Lebensjahr ähnliche Symptome aufweisen, die auf die Reduktion der Hormonproduktion im männlichen Körper zurückgeführt werden können. Andropause oder Klimakterium virile nennen sich die männlichen Wechseljahre.

Andropause
© Lisa F. Young - Fotolia

Andropause: Welche Symptome haben Männer in den Wechseljahren?

Die Symptome von Männern in der Andropause ähneln denen von Frauen in den Wechseljahren. Auch Männer können während der Andropause, die ab dem 40. Lebensjahr beginnen kann, unter diesen Symptomen leiden:

Außerdem nimmt die Menge des Ejakulats mit dem Alter ab und der Körper produziert weniger fruchtbare Samen. Somit kann es mit dem Alter auch für Männer schwieriger werden, Kinder zu bekommen. Im Gegensatz zu Frauen leiden Männer nach der Andropause aber nicht zwingend unter Zeugungsunfähigkeit. Frauen hingegen können nach der Menopause definitiv keine Kinder mehr bekommen.

Die Liste der Symptome der sogenannten Wechseljahresbeschwerden beim Mann ist lang. Nicht jedes aufkommende Symptom kann jedoch auf die Veränderung des Hormonhaushalts und die Andropause zurückgeführt werden. Hinter Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Depressionen oder Haarausfall können auch je nach Lebensphase gänzlich andere Ursachen stecken.

Woher kommt die Andropause bei Männern?

Die Andropause entsteht aus dem allmählichen Rückgang des männlichen Sexualhormons Testosteron im Körper. Dies führt zu den oben genannten Symptomen, allen voran Müdigkeit und mangelnde sexuelle Lust. Häufig werden viele dieser Beschwerden als Alltagsbeschwerden abgetan und auf Stress geschoben. Dabei gibt es auch eine körperliche Ursache, die der Grund für die Symptome sein kann – auch wenn sich die Wechseljahre des Mannes in der Wissenschaft erst langsam durchsetzen.

Ab dem 40. Lebensjahr lässt die Hormonproduktion bei Männern langsam nach. Hormone sind wichtig für den Körper und werden für verschiedene Prozesse gebraucht:

  • Sexuelle Lust
  • Potenz
  • Körper- und Knochenbau
  • Wohlbefinden

Was unterscheidet die männliche Andropause von den weiblichen Wechseljahren?

Die Besonderheit der Andropause ist, dass der Hormonabfall nicht plötzlich geschieht. Während der Prozess bei Frauen recht zügig einsetzen kann, die Hormone stark abfallen und sich die Wechseljahre häufig in ausgeprägten und belastenden Symptomen widerspiegeln können, ist der Verlauf beim Mann deutlich milder.

Die Hormone werden nur allmählich weniger und der Prozess kann sogar relativ unbemerkt verlaufen. Außerdem haben Männer die Möglichkeit, gegen die Andropause aktiv vorzugehen. Zwar lässt sich der Hormonabfall im Körper nicht aufhalten. Durch Bewegung, Ernährung oder die Reduktion von Stress lassen sich die Symptome aber abfedern, sodass das Wohlbefinden weniger leidet.

Werden die Hormone im Körper weniger, verändern sich auch die Stoffwechselprozesse. Um zu wissen, welche Prozesse im Körper betroffen sind und wie sich der Körper ab dem 40. Lebensjahr verändern kann, sollten Sie wissen, mit welchen Hormonen Sie es zu tun haben.

Welche 5 Hormone sind an der Andropause beteiligt?

  1. Testosteron: Es spielt in Ihrem Körper eine sehr große Rolle und ist das wichtigste Sexual-Hormon. Gebildet wird es vorwiegend im Hoden und zusätzlich zu 5% in der Nebenniere. Ein hoher Testosteronspiegel führt dazu, dass Männer sekundäre Geschlechtsmerkmale ausbilden sowie eine stärkere Behaarung als Frauen, eine tiefere Stimme und vieles mehr. Mit dem Alter sinkt die Testosteronkonzentration im Blut jedoch ab: Bei jungen Männern sind Testosteronwerte zwischen 20 und 40 µg pro Liter Blut normal, im Laufe der Andropause sinkt er auf einen Bruchteil davon. Diese Abnahme führt zu einer verminderten Körperkraft, einer geringeren Knochenmasse und einem Anstieg des Körperfetts. Daher werden auch Männer, die immer einen Waschbrettbauch hatten, mit dem Alter gerne etwas rundlicher.
  2. Das sogenannte Wachstumshormon Somatropin (STH): Dieses Hormon sinkt mit dem Alter ebenfalls ab, was zu einem schlechten Nachtschlaf und somit zu Müdigkeit führen kann.
  3. Melatonin: Es wird in der Zirbeldrüse hergestellt und kommt altersbedingt immer weniger vor. Da es dafür verantwortlich ist, dass Sie müde werden, wissen Sie jetzt auch, warum so viele ältere Menschen immer weniger Schlaf brauchen: wenig Melatonin, keine Müdigkeit.
  4. DHEA (Dehydroepiandrosteron): Dieses Sexual-Hormon ist wichtig für die Stressabwehr. Es bildet aber auch eine Vorstufe zum Testosteron und für die Östrogene. Fehlen diese Hormone, ist Ihr Fettstoffwechsel gestört.
  5. Östrogene: Sie fördern die Durchblutung und das Wachstum, beeinflussen aber auch den Fettstoffwechsel. Ein Absinken scheint, so glauben Wissenschaftler heute, die Andropause stark zu beeinflussen. Irrtümlich sind viele Männer der Meinung, dass dies typisch weibliche Hormone sind. Aber auch beim Mann spielen sie eine wichtige Rolle.

Tipps: Was können Männer gegen die Begleiterscheinungen der Andropause tun?

Grundsätzlich ist die männliche Menopause nichts, das Sie ärztlich behandeln lassen müssen. Nur wenn Sie besonders stark unter einzelnen Symptomen leiden, können Sie dies mit einem Arzt besprechen.

Schließlich können Sie den Hormonschwund zwar nicht aufhalten, aber dennoch bewusst dagegen steuern. Erkennen Sie die Anzeichen früh, können Sie aktiv dafür sorgen, Ihr Wohlbefinden trotz abfallendem Hormonspiegel aufrechtzuerhalten.

Männergesundheit: Mit diesen 5 Aspekten tragen Sie zu Ihrem Wohlbefinden bei

1. Ernährung

  • Eine fett- und alkoholarme Ernährungsweise verhindert, dass der Testosteronspiegel sinkt. Ernähren Sie sich daher ausgewogen und gesund, mit vielen Vollkornprodukten, magerem Fleisch, Obst, Gemüse und Milchprodukten. Alkohol, Fast Food und Süßigkeiten sollten auf Ihrem Speiseplan ganz unten stehen oder am besten komplett davon verschwinden.
  • Bohnen und Linsen, aber auch Getreide-Produkte erhöhen die Produktion von STH.
  • Östrogene erhalten Sie durch Soja-Produkte, aber auch durch Rotklee, der im Salat sehr gut schmeckt.
  • Leinöl und Mönchspfeffer lassen den Progesteron-Spiegel steigen.
  • Melatonin wird gebildet, wenn Sie Möhren und Tomaten zu sich nehmen.
  • Seefisch und Jodsalz sollten Ihre erste Wahl sein, wenn Sie mehr Energie brauchen. Damit steigern Sie die Produktion von Thyroxin.
  • Serotonin brauchen Sie nicht nur, wenn Sie unter Stress stehen, es lässt Sie auch kreativ denken. Essen Sie dazu pro Tag einfach drei Bananen, dann nehmen Sie genug der Aminosäure Tryptophan auf. Diese lässt die Serotonin-Produktion sprudeln.
  • Cholecystokinin ist für Männer wichtig, wenn sich die ersten Rettungsringe um den Bauch abzeichnen: Dieses Hormon bremst den Appetit. Es ist ganz einfach anzuregen: Sie müssen vor den Mahlzeiten nur ein Glas Wasser trinken.

2. Sport

Sport kann Ihre Hormon-Produktion aufrechterhalten. Gerade ein Ausdauer-Training regt die Hormon-Produktion an. Machen Sie dreimal pro Woche 30 Minuten Sport – egal ob Schwimmen oder Joggen. Das erhöht nicht nur Ihren Testosteron-Spiegel, sondern auch die Produktion der übrigen Hormone, die dann in Ihrem Körper besser wirken können als bei unsportlichen Männern.

Kleiner Nebeneffekt: Die Rettungsringe um die Hüften, die sich bei vielen Männern mit Beginn der Andropause zeigen, gehören durch Sport ebenfalls der Vergangenheit an.

3. Verbesserung der Schlafqualität

Schlafstörungen sind eine starke Begleiterscheinung der Andropause und durch den Abbau der Melatonin-Produktion bedingt. Sie können mit Johanniskraut dagegen vorgehen, das Sie als Tee oder Kapseln in der Apotheke erhalten. Dieses Kraut hat mehrere Wirkungen: Es hilft gegen Winter-Depressionen, aber beruhigt auch und macht müde – es kann somit Ihren Schlaf anregen.

4. Medikamente und Therapie

Einzelne Symptome der Andropause können mit Medikamenten behandelt werden, wenn sie stark belastend sind. So können zum Beispiel Erektionsprobleme medikamentös behandelt werden, ebenso wie Kopf- oder Rückenschmerzen. Bei Depressionen kann der Gang zum Therapeuten helfen und in schweren Fällen sogar Antidepressiva.

5. Vorsorgeuntersuchungen

Es ist leider immer noch so, dass Gesundheit überwiegend Frauensache ist und Männer ungern zum Arzt gehen. Sie sollten aber nicht alle Beschwerden auf die leichte Schulter nehmen. Denn ein Hormon-Mangel kann schwere Krankheiten verursachen, deren Beginn Sie sonst übersehen (wie z. B. Osteoporose). Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen können aus einem zu niedrigen Hormon-Spiegel resultieren. Gehen Sie daher regelmäßig zum ärztlichen Check-up, um frühzeitig handeln zu können!

Weshalb sind Vorsorgeuntersuchungen bei Männern so wichtig?

Im Rahmen von Kontrolluntersuchungen können Sie auch Ihren Testosteronspiegel bestimmen lassen, um einen eventuellen Testosteronmangel schon früh festzustellen. Auch anderer Hormonmängel lässt sich durch Blutuntersuchungen feststellen.

Im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen sollten Männer außerdem Ihre Geschlechtsteile untersuchen lassen, um zum Beispiel Prostatakrebs oder Tumore im Hodenbereich frühzeitig zu erkennen. Wenn es zu Erektionsstörungen kommt, können Sie ebenfalls einen Arzt aufsuchen, um eventuellen Grunderkrankungen auf die Spur zu kommen. Schließlich sind nicht alle Beschwerden auf den Hormonhaushalt zurückzuführen und bei allen langanhaltenden Symptomen sollten immer auch andere Ursachen in Betracht gezogen und abgeklärt werden.

Testosteronsubstitution: Sollten Männer in der Andropause künstliche Hormone nehmen?

Eine Testosteronersatztherapie empfiehlt sich nur in extremen Fällen, also wenn zum Beispiel der Testosteronspiegel schon in jungen Jahren stark abfällt oder wenn die Betroffenen stark unter den Symptomen leiden. Insgesamt sind Hormonersatztherapien aber mit Vorsicht zu genießen, da sie ausgeprägte Nebenwirkungen haben und im schlimmsten Fall zu Krebs führen können.

Mit natürlichen Mitteln den Hormonspiegel hochzuhalten, wie einer entsprechenden Ernährung sowie Bewegung ist deutlich gesünder und genügt häufig schon, um das Wohlbefinden zu verbessern. So lässt sich der Alterungsprozess zwar nicht aufhalten, aber immerhin verlangsamen.

Andropause vs. Midlife Crisis: Was ist der Unterschied?

Im Gegensatz zur Midlife Crisis hat die Andropause eine klar definierte, biologische Ursache. Zwar kann die Andropause die Midlife Crisis verstärken aber nur weil ein Mann in seinen 40ern sich gerade in einer persönlichen Krise befindet, bedeutet das noch lange nicht, dass der Testosterongehalt in seinem Körper bereits stark abgefallen ist.

Mit der Midlife Crisis ist eine Phase psychischer Unsicherheit gemeint, die häufig Menschen zwischen dem 30. Und 55 Lebensjahr trifft. Sie geht damit einher, bisher gefällte Entscheidungen in Frage zu stellen und sowohl bei den Themen Familienplanung, Beruf, Freundschaften als auch generelle Lebensziele eine tiefgehende Betrachtung für den Status Quo sowie die Zukunft hervorzurufen. Nicht selten resultiert die Betrachtung in Unzufriedenheit oder Zweifeln, was zu ernstzunehmenden psychischen Problemen führen kann.

Ein abfallender Testosteronspiegel kann Zweifel und Unzufriedenheit durchaus schüren. Dass die eigenen bisherigen Lebensinhalte und -ziele infrage gestellt werden, rührt aber eher aus psychosozialen Faktoren als unmittelbar aus biologischen. Dennoch können die Andropause und die Midlife Crisis in dieselbe Lebensphase fallen und sich gegenseitig verstärken. Einige Arztpraxen bieten spezielle Männersprechstunden an, in denen genau solche Beschwerden (und viele mehr) zum Thema werden können.

Fazit: So gehen Sie mit der Hormonumstellung im Alter um

Ab dem 40. Lebensjahr verändert sich der männliche Körper und der Hormonhaushalt gerät ins Wanken. Der Körper bildet weniger Testosteron, weniger Melanin, weniger Somatropin und vieles mehr. Dies kann dazu führen, dass auch bei Männern Beschwerden entstehen, die denen von Frauen in den Wechseljahren gleichen.

Die männlichen Wechseljahre, auch Andropause genannt, kommen jedoch nicht so plötzlich wie bei Frauen, sondern passieren über viele Jahre. Dadurch sind die Beschwerden auch häufig nicht so ausgeprägt wie bei Frauen und werden von Ärzten häufig als Alltagsstress abgetan. Eine verminderte Libido, Müdigkeit, Erektionsprobleme, Osteoporose, Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen können jedoch aus den Veränderungen des Hormonhaushalts resultieren und für die Betroffenen je nachdem stark belastend sein.

Es gibt jedoch keinen Grund direkt zu einer Hormonersatztherapie zu greifen. Diese hat starke Nebenwirkungen und kommt nur in extremen Fällen zum Einsatz. Mit Sport und der richtigen Ernährung kann die körpereigene Hormonproduktion angekurbelt und unterstützt werden. Je nachdem wie belastend die Symptome der Andropause sind, können auch Medikamente dabei helfen, einzelne Anzeichen zu behandeln.

Entscheidend sind regelmäßige Vorsorge– und Kontrolluntersuchungen, um sicherzugehen, dass weder ein starker Hormonmangel noch andere Krankheiten unentdeckt bleiben. Mit der Midlife Crisis ist die Andropause nicht direkt vergleichbar, die männlichen Wechseljahre können die Krise zur Lebensmitte jedoch verstärken.

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