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Begleiterscheinung kalter Tage: Warum eine Blasenentzündung für Männer viel gefährlicher ist als für Frauen

(Foto: Peakstock – Adobe Stock)

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Frauen haben zwar aufgrund der kürzeren Harnröhre deutlich häufiger eine Blasenentzündung (Zystitis) oder Harnwegsinfektion als Männer. Bei den Herren der Schöpfung ist sie zwar viel seltener, dafür aber umso gefährlicher. Erfahren Sie hier, warum das so ist, woran Sie eine Blasenentzündung erkennen und warum gerade Männer dann unbedingt sofort handeln sollten. 

Was verursacht eine Blasenentzündung? 

Gerade die kalt-feuchten Herbst- und bevorstehenden Wintermonate sind wie geschaffen für die Entstehung einer Blasenentzündung: Auf kaltem Untergrund gesessen, zu lange zu kalte Füße bekommen, nicht auf ausreichend Flüssigkeit geachtet – und schon sind Entzündung und Beschwerden da. Im Gegensatz zu den Frauen liegt die Hauptursache bei den Männern aber meist in der unvollständigen Entleerung der Blase. Und das hat wiederum unmittelbar mit Ihrer Prostata zu tun. Denn gerade eine vergrößerte Prostata begünstigt die Restharnbildung, weil der Harn durch die zusammengedrückte Harnröhre nicht mehr richtig abfließen kann. In diesem Milieu vermehren sich Bakterien besonders gut. 

Warum ist eine Blasenentzündung bei Männern immer kompliziert? 

Frauen erleiden zwar häufiger eine Blasenentzündung oder Zystitis, dafür verläuft sie aber meist unkompliziert und kann mit Hausmitteln ohne die Behandlung eines Arztes und ohne Antibiotika bekämpft werden. 

Das ist bei den Männern leider nicht der Fall. Wir brauchen sofort eine ärztliche Behandlung, wenn eine Harnwegsinfektion einmal da ist.  

Das Problem: Wenn sich bei einem Mann eine Infektion im Bereich der unteren Harnwege ausbreiten, ist die Prostata einerseits meist mitauslösend. Andererseits ist sie oft mitbetroffen. Das heißt, dass sich neben der Blasenentzündung auch noch eine Prostataentzündung, eine Prostatitis, entwickelt. Oder es entsteht zusätzlich noch eine Harnröhrenentzündung. 

Welche Symptome hat eine Blasenentzündung beim Mann? 

Wenn Sie eines dieser Symptome bei sich feststellen, deutet das auf eine Blasenentzündung oder Zystitis hin. Lassen Sie sich schnellstmöglich einen Termin beim Urologen oder einem Arzt geben. Ein Mann sollte bei einer Blasenentzündung immer antibiotisch behandelt werden. 

Sie haben: 

  • starke Schmerzen beim Wasserlassen 
  • Blut im Urin 
  • häufigen und sehr plötzlichen/anfallsartigen Harndrang, der bis zur kompletten Inkontinenz führen kann 
  • trotz Harndrang einen schwachen Harnstrahl 
  • Ausfluss aus der Harnröhre 
  • Schmerzen im Bereich zwischen Hoden und After  
  • Fieber (dann bitte sofort ins Krankenhaus!) 

Die Blasenentzündung kann sich zu einer Nierenbeckenentzündung ausweiten oder gar chronisch werden. So können zusätzlich über die Samenwege Infektionen der Prostata und der Nebenhoden bzw. Hoden entstehen. Durch einen Urintest beim Arzt kann sofort eine Blaseninfektion diagnostiziert werden.

Wie kann eine Blasenentzündung vorgebeugt werden? 

Als Vorsorge wird geraten, hin und wieder ein Glas Cranberrysaft zu trinken. Dieser säuert Ihren Urin an und verhindert, dass sich die Bakterien an der Blasenwand anheften. Genauso effektiv ist D-Mannose (1 x 2 Gramm am Tag). Das ist ein spezieller Zucker, der an die feinen Härchen der Bakterien andockt. Somit können diese sich nicht mehr an die Blasenwand heften und sich dort festsetzen. 

Cranberrysaft kann helfen, eine Blasenentzündung vorzubeugen © MissesJones – Adobe Stock

Wie kann eine Blasenentzündung vorgebeugt werden? 

1. Backpulver trinken

Backpulver hat jeder im Haus; daher eignet es sich als erste Maßnahme besonders gut. Lösen Sie dazu einen Teelöffel Backpulver in einem Glas Wasser auf und trinken Sie diese Mixtur. Sie neutralisiert die Säure in der Blase und lindert die Schmerzen. Das basische Milieu allerdings leistet wiederum dem Wachstum der Bakterien Vorschub. Deshalb sollten Sie nicht zu oft zu diesem „Trick“ greifen.  

2. Cranberry-Kapseln einnehmen. 

Nehmen Sie bei den ersten Anzeichen einer Entzündung hoch dosierte Cranberry-Kapseln ein. Im Akutfall wird eine Tagesdosis von 36 Milligrammm Proanthocyaniden empfohlen. Alternativ können Sie auch 500 Milliliter Cranberry-Saft über den Tag verteilt trinken. Oder Sie greifen auch hier wieder zur D-Mannose (3 x 2 Gramm am Tag). 

3. Trinken, trinken, trinken 

… und zwar möglichst schnell und möglichst viel. Je mehr Flüssigkeit (günstigstenfalls vier Liter) durch die Blase geschleust wird, desto weniger Chancen haben die Bakterien, sich dort festzusetzen und die Entzündung zu verschlimmern. Am besten helfen Nieren-, Blasen- und Kräutertees (mit Bärentraubenblätterextrakt) aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt. 

Fazit 

Mit einer Blasen- oder Harnwegsinfektion ist weder als Mann noch als Frau zu spaßen. Bei Beschwerden während des Wasserlassens oder Blut im Urin sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht für eine Behandlung der Infektion mit Antibiotika. Symptome sollten also nicht leichtfertig hingenommen werden. Wird eine Blasenentzündung nicht behandelt, können die Bakterien in den Harnwegen über die Niere zu einer Nierenbeckenentzündung führen. 

Prostata, Impotenz

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