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Bartwuchs: Was ihn beeinflusst und wie nachgeholfen werden kann

(Foto: Yevhen - Adobe Stock)

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Lange Zeit galten Vollbärte als Relikt früher Zeiten. Nachdem die Gesichtsbehaarung für einige Jahre nicht zur Riege der Schönheitsmerkmale zählte, feiert sie nun ein fulminantes Comeback. Sich glatt zu rasieren ist beinahe out. Für viele Männer und sich als männlich definierende Personen stellt das ein Problem dar. Will der Bart nämlich nicht so wie gewünscht, ist Nachhilfe nicht immer leicht. Ein Überblick.

Vollbart, Männergesundheit
Schöner Bartwuchs liegt im Trend. © Charlie on Unsplash

Bartpflege-Schönheitsideal dichter Bartwuchs: Für viele nicht erreichbar

Ob der eigene Bart den aktuell geltenden Anforderungen an ansehnliche Gesichtsbehaarung entspricht, erfahren Männer vergleichsweise spät im Leben. Beginnt der Bart zwar schon während der Pubertät zu wachsen, so braucht er doch recht lange, bis er sich in seinem ausgewachsenen Zustand zeigt. Manche Männer erfahren erst im Alter von rund 27 Jahren, was ihr Bart wirklich kann.

Drei wichtige Einflussfaktoren rund um den Bartwuchs sind

  • Genetik
  • Hormone
  • und die vorhandenen Follikel.

Wie viel Bart ein Mann trägt, ist folglich abhängig von einigen Aspekten, auf die sich nur schwer Einfluss nehmen lässt.

Dass der Testosteronspiegel allein ein Indikator für Bartwuchs ist, scheint laut spektrum.de indes widerlegt. Vielmehr wandelt der Körper Testosteron in Dihydro-Testosteron um, welches wiederum die Haarfollikel anregt. So kann es sein, dass Männer mit hohem Testosteronspiegel aber geringer Umwandlung spärlichere Bärte tragen als Männer mit niedrigerem Spiegel und hoher Umwandlungsrate.

Ist der Körper also nicht dazu in der Lage, einen dichten Bart wachsen zu lassen, weil die genetischen Voraussetzungen hierfür nicht ausreichen, helfen auch besondere Shampoos und Wachstum stimulierende Mittel zur Bartpflege nicht. Viele Männer greifen zu einem Mittel wie Kieselerde oder Koffeinshampoos, welche das Wachstum von Haaren an Kinn und im Gesicht beschleunigen sollen. Auch der Mythos, dass man sich häufiger rasieren muss, um den Bart dichter zu bekommen. Ist nicht korrekt. In diesem Fall ist es wichtig, das eigene Selbstwertempfinden nicht alleine vom Bartwuchs abhängig zu machen und sich auf weitere Aspekte zu fokussieren, welche ebenfalls attraktiv und liebenswert sind.

Mögliche Indikationen für eine Behandlung

Auch wenn es für Männer und sich als männlich identifizierende Personen ab einem bestimmten Alter wichtig ist, sich ohne Bart genauso zu lieben wie mit, kann fehlende oder spärliche Veranlagung zur Gesichtsbehaarung einen hohen Leidensdruck mit sich bringen. In diesem Fall empfiehlt es sich für biologische Männer, zunächst mit einem behandelnden Arzt zu sprechen und mögliche organische Ursachen für fehlenden oder mangelnden Bartwuchs ausschließen zu lassen.

Bartwuchs, Gesundheit, Männergesundheit
Will der Bart nicht richtig wachsen, kann das für viele Menschen schwer sein. © Derick McKinney on Unsplash

Als Gründe für mangelndes Bartwachstum gelten unter anderem:

  • Alopecia Areata

Bei dieser Erkrankung handelt es sich um einen durch Entzündungen verursachten Haarverlust, der auf einzelne Stellen begrenzt ist. Hier zeigt sich das klassische Bild rundlich geformter, kahler Stellen. Bei Alopecia Areata vernarben die Haarfollikel nicht.

  • Vernarbende Alopezie

Anders als bei der Alopecia Areata werden die Haarfollikel bei dieser Form des Haarausfalls zerstört. Sie können in der Zukunft keine neuen Haare wachsen lassen, was auf lange Sicht natürlich auch das Bartwachstum betrifft. Sichtbar sind die Narben aufgrund ihrer geringen Größe und der Lage unter der Haut nicht. Fachärzte können jedoch mit speziellen Instrumenten schnell herausfinden, ob eine Vernarbung vorliegt, oder nicht.

  • Hormonelle Störungen

Störungen des Hormonhaushaltes können auch bei Männern vorkommen. Je nach Zeitpunkt und Ausprägung gehen sie unter Umständen mit der Ausbildung femininer Körperformen, einer veränderten Verteilung des Körperfetts, gestörter Funktion der Hoden und fehlendem Bartwuchs einher. Ursächlich können Veranlagungen wie Beeinträchtigungen der Hypophyse, der Nebenniere und der Schilddrüse sein.

  • Angeborene Fehlbildungen im Bereich der Follikel und des Barthaars

Diese Ursache lässt sich nicht pauschal beschreiben und kann sich sehr unterschiedlich darstellen. Bei Fehlbildungen von Barthaar und Follikeln ist es möglich, dass der Bart unregelmäßig wächst, nicht dicht wird oder auch häufige Einwachsungen der Haare entstehen.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass in der Arztpraxis zunächst alle potenziellen Ursachen für das mangelnde Wachstum ausgeschlossen werden. Dies kann deutlich länger dauern als beispielsweise die Diagnose einer Blinddarmentzündung, lohnt sich jedoch im Hinblick auf die Zukunft. Im Anschluss nämlich kann es dann möglich werden, durch bestimmte medizinische Interventionen das natürliche Haarwachstum zu stimulieren. Gelingt das nicht, etwa weil die persönlichen Anlagen schlicht nicht zur persönlichen Vorstellung vom eigenen Bart passen, kann eine Transplantation einen Ausweg bieten.

Barthaar transplantieren lassen: Ein Jahr bis zum Vollbart

Die Haartransplantation gibt es schon seit vielen Jahrzehnten. Vor allem bei spärlichem Kopfhaar und Haarausfall nutzen Betroffene die Möglichkeiten der modernen Medizin gerne, um sich von hormonell bedingtem Haarausfall oder genetisch bedingtem Haarverlust zu befreien. Dass nicht nur das Kopfhaar, sondern auch das Bartwachstum durch Transplantation verdichtet und optimiert werden kann, ist vielen Interessierten jedoch neu.

Hierbei werden Haare von Körper oder Kopf mit Hilfe moderner Verfahren im Bereich des Barts verpflanzt. Am Schluss genießen Patienten einen dichten Vollbart oder auch eine andere Form der Gesichtsbehaarung. Interessant ist die Haartransplantation im Bartbereich auch für

  • Menschen mit Kiefer-Gaumen-Spalte
  • sich als männlich definierende Menschen ohne Bartwuchs
  • und Menschen mit Narben im Bartbereich.

Wie Reza P. Azar, ärztlicher Leiter des Zentrums für moderne Haartransplantation in Berlin, anmerkt, erfüllt sich der Bartwunsch in Abhängigkeit von der Ausgangssituation in nur einer oder auch im Rahmen mehrerer Sitzungen. Bis zum finalen Ergebnis vergehen laut Azar erfahrungsgemäß zwölf Monate.

Was eine Transplantation von Haar im Bartbereich betrifft, ist neben dem Eingriff selbst aber auch dir richtige Vorbereitung sehr wichtig. Vor der Behandlung untersuchen Mediziner den Patienten zunächst eingehend und schließen mögliche Ursachen wie hormonelle Störungen und eine unausgewogene Ernährung aus. Diese Vorab-Untersuchung und Aufklärung ist für Patienten von großer Bedeutung, denn hierbei schließen Mediziner aus, dass der mangelnde Bartwuchs mit anderen Methoden ausgeglichen werden kann.

Welches Haar sich für die Transplantation eignet

Eine häufige Frage im Thema Barthaartransplantation dreht sich um das für den Eingriff verwendete Haar. Theoretisch möglich ist es, jedes Haar mit einem intakten Follikel an eine andere Stelle zu transplantieren. Dennoch nehmen behandelnde Mediziner vorab eine gründliche Analyse vor und identifizieren Areale, welche sich als Spender eignen.

Müssen großflächigere Stellen behandelt werden, so entscheidet sich der Behandler meist für eine Entnahme aus dem Bereich des Hinterkopfes oder des Haarkranzes. Denkbar ist jedoch auch eine Verlagerung von Barthaar aus dem Halsbereich, welches dann an eine andere Stelle des Bart-Areals transplantiert werden kann. Dies bietet sich an, wenn kleinere Stellen optimiert werden sollen.

Das IFUE-Verfahren für die Transplantation von Barthaar

Bei einer Barttransplantation verbleiben die transplantierten Haare nicht sofort im Gesicht, sondern fallen zunächst aus. Die Haarwurzeln, welche zuvor unter die Haut gebracht wurden, verschwinden jedoch nicht. Sie verbleiben in der Haut und bilden später die Grundlage für neues Barthaar.

Beim sogenannten IFUE-Verfahren sind die Anwachsraten oft besonders gut. Erfahrene Behandler berichten, dass bei IFUE bis zur Hälfte des transplantierten Haars direkt in die Wachstumsphase wechseln kann. Das Verfahren gilt zudem als sehr schonend und vor allem narbenfrei. Gerade im Gesicht ist das von großer Bedeutung.

Der Haarchirurg entnimmt bei IFUE mit Hilfe einer Hohlnadel sogenannte „Grafts“. Hierbei handelt es sich um kleine Gruppierungen von Follikeln. Der Patient spürt dank Anästhesie während des Vorgangs keine Schmerzen, Narben bleiben aufgrund des minimalinvasiven Vorgehens ebenfalls nicht zurück.

Im Rahmen der IFUE Behandlung gilt die Geschwindigkeit als besonderes Merkmal. Sobald die Follikel entnommen sind, lagern diese nur kurz in einer eigens hierfür bereitgestellten Lösung. Wenige Augenblicke nach der Entnahme wählt der Behandler die zu transplantierenden Haare aus und setzt diese an der gewünschten Stelle und im passenden Winkel ein. Teilweise ist auch das Einsetzen von Multigrafts, also mehreren Follikeln auf einmal, möglich.

Wer sich für eine Barttransplantation entscheidet, sollte nach einem Eingriff etwa 14 Tage lang Urlaub nehmen. Das vor allem, weil im Rahmen der Verpflanzung des Haars kleinste Verletzungen entstehen, die wiederum für eine Schwellung und Rötung des betroffenen Areals sorgen können. Abgesehen hiervon gestaltet sich die Nachsorge meist unkompliziert, sodass keine umfangreichen Kontroll-Termine oder Behandlungen notwendig sind.

Mögliche Nachteile einer Barttransplantation

Wenngleich das IFUE-Verfahren als besonders schonend und erfolgversprechend gilt, nehmen sich professionelle Behandler ausreichend Zeit, um ihre Patienten auch über mögliche Nachteile des Eingriffs zu informieren. Diese jedoch fallen bei dieser Methode glücklicherweise recht spärlich aus.

Zu den potenziellen Nachteilen gehört die körperliche Belastungssituation, welche vor allem bei Eingriffen mit längerer Dauer auf den Kreislauf schlagen kann. Sollte dies der Fall sein, ist eine Verkürzung der Sitzungen notwendig. Mit mehrfachen und dafür kürzeren Sitzungen lässt sich dieses Problem gut beheben.

Ein weiterer Nachteil ist, dass durch den Eingriff gewisse Schwellungen im behandelnden Bereich entstehen können. Da der Bart recht präsent ist, kommt es daher vor, dass Patienten sich etwa zwei Wochen lang nicht gerne in der Öffentlichkeit sehen lassen möchten. Wie bereits erwähnt empfiehlt sich daher ein zweiwöchiger Urlaub.

Ebenfalls nachteilig auswirken kann sich die Tatsache, dass einmal für die Barttransplantation verwendeten Haarfollikel nicht zu anderen Zwecken genutzt werden können. Dies ist vor allem für Patienten von Bedeutung, bei denen auch eine Transplantation von Kopfhaar notwendig ist oder werden könnte. Hier muss dann meist abgewogen werden, welches Areal dem Patienten persönlich wichtiger ist.

Der Kostenfaktor: Eine Frage des Aufwandes

Wie teuer eine Haartransplantation im Bereich des Bartes ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Das liegt vor allem daran, dass der Aufwand je nach Patient erheblich schwanken kann. Als Faustregel gilt dabei: Je mehr Follikel verpflanzt werden müssen, desto höher fallen auch die Kosten für den Eingriff aus. Zusätzlich in Rechnung stellen die Behandler in aller Regel auch Beratung, Untersuchung und Diagnostik.

Am Schluss können zwischen 500 und 9.000 Euro fällig werden. Dies allerdings ist für die meisten Patienten eine gerne in Kauf genommene Investition, da eine erfolgreiche Barthaartransplantation mit steigender Lebensqualität verbunden ist. Wer sich einen Eingriff nicht vom Ersparten leisten kann, ist daher oftmals auch bereit, einen Kredit aufzunehmen und diesen über mehrere Monate hinweg abzubezahlen.

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