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Heiserkeit – Ursachen, Diagnose & Behandlung

Heiserkeit ist nicht nur lästig, sondern kann in manchen Fällen auch ein Symptom einer schwerwiegenden Erkrankung sein. Lesen Sie hier welche schweren Erkankungen hinter Stimmproblemen stecken können. (Foto: Photographee.eu - Fotolia)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Heiserkeit – Ursachen, Diagnose & Behandlung

Alles über Heiserkeit

Definition: Raue, kratzige, dünne Stimme – in der Regel gepaart mit Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Husten, Hustenreiz & Schnupfen

Ursachen: Unterschiedliche Infekte, Entzündungen, Verletzungen & psychologische Störungen

Behandlung: Schonung, Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankungen, bewusste Ernährung, Wärme, viel Flüssigkeit etc.

Diagnose: Umfassendes Anamnesegespräch & Routineuntersuchung

Nach langem Sprechen, bei einer Erkältung oder teilweise vermeintlich willkürlich kratzt es im Hals, der Rachen brennt und fühlt sich wund an. Man fühlt sich elend und krank und hat Schmerzen. Und dann versagt zu allem Überfluss die Stimme: Die Heiserkeit ist da. In diesem Artikel geht es um die sogenannte Dysphonie, die Veränderung der gewohnten Stimme.

Sie entsteht in der Regel als Folge einer Erkältung, wenn sich Viren in der Schleimhaut des Kehlkopfes ansiedeln und Entzündungen oder Schwellungen verursachen. Es muss aber nicht in jedem Fall eine Erkältung mit Husten und Schnupfen sein, die eine Heiserkeit auslöst. Auch eine chronische Kehlkopfentzündung kann die Ursache von Heiserkeit sein.

Definition Dysphonie: Was ist Heiserkeit?

Luftwege anatomischer Aufbau

Die Dysphonie ist eintypisches Phänomen einer überlasteten Stimme oder eines angeschlagenen Hals-Rachenraumes. Der gewohnte Klang der Stimme verändert sich, wird rau, ungewohnt und das Sprechen teilweise schmerzhaft. Verschwindet bei starker Überbeanspruchung oder weiterer Belastung die Stimme komplett, spricht der Mediziner von einer sogenanntenAphonie. Dann sind Betroffene durch die Stimmstörungen nicht mehr in der Lage, verständliche Laute zu bilden.

In der Regel ist Heiserkeit nicht bedenklich, jeder kommt in seinem Leben in die Situation, dass die eigene Stimme heiser wird. Typischerweise vergehen diese Symptome und Schmerzen nach kurzer Zeit, sofern die Stimme sofort geschont wird. In seltenen Fällen kann Heiserkeit allerdings auf ernstere Ursachen zurückzuführen sein. Dann könnten Krankheiten wie Kehlkopfkrebs die Heiserkeit und den Stimmverlust auslösen.

Was ist der Stimmapparat?

Die Stimme des Menschen wird von einem Zusammenspiel aus verschiedenen Organen gebildet, die unter dem Begriff „Stimmapparat” zusammengefasst werden. Anders als eventuell anfänglich vermutet, umfasst dies viele einzelne Teile, die in einem komplexen Zusammenspiel die Stimme bilden.

Teile des Stimmapparates:

  • Nasenhöhle
  • Mundraum
  • Schlund
  • Rachen
  • Kehlkopf
  • Stimmritze
  • Luftröhre
  • Brustkorb
  • Lungen

Bei der Bildung der Stimme ist speziell der Kehlkopf von besonderer Bedeutung. Er fungiert als Ausgangspunkt der Stimmerzeugung. Die Stimmlippen in seinem Zentrum umschließen die sogenannte Stimmritze, den Zwischenraum, durch den beim Sprechen Luft strömt. Sie bestehen aus dem Bindegewebe der Stimmbänder und dem Vocalismuskel, welcher mit einer Schleimhaut überzogen ist.

Beim Sprechen werden die Stimmlippen in einehochfrequente Schwingung (100-200 Schwingungen die Sekunde) versetzt und Schallwellen erzeugt. Diese werden durch den Kehlkopf in den Rachen, Nasen- und Mundraum geleitet, die als verstärkende Resonanz- und Klangkörper dienen. Das Gaumensegel sowie der Zungengrund bestimmen im hinteren Teil des Mundes die Klangfarbe entscheidend mit.

Im mittleren und vorderen Teil des Mundes sind die Formung des Mundraums, Öffnung des Kiefers sowie die Lippen weitere wichtige stimmbeeinflussende Faktoren. Der zur Bildung von Lauten notwendige Luftstrom geht weiterhin von der Lunge und dem Brustkorb aus. Davon wird die Stimme ebenfalls beeinflusst, denn die Menge und Stromkraft der Luft entscheidet über die Lautstärke und Klarheit der erzeugten Töne. Der gesamte Vorgang der Lautbildung wird Phonation genannt.

Unterscheidung zwischen akuter & chronischer Heiserkeit

Ärzte unterscheiden medizinisch zwischen zwei Arten von Heiserkeit: der akuten auf der einen Seite und der chronischen Heiserkeit auf der anderen Seite. Diese unterscheiden sich in ihrer Entstehung sowie darin, wie sie sich weiterentwickeln und verheilen. Im Detail werden die beiden Arten von Heiserkeit im Folgenden vorgestellt.

Akute und chronische Heiserkeit in der Übersicht:

Akute Heiserkeit:Ursachen:Entzündungen des Kehlkopfes, Überlastung bzw. Überbeanspruchung der Stimmbänder
Charakter:Beschwerden und Schmerzen treten unvermittelt auf
Folgen:Heiserkeit, die nach wenigen Stunden oder maximal wenigen Tagen abklingt
Chronische Heiserkeit:Ursachen:Vielseitig, z. B. Krankheiten, organische oder physikalische Veränderungen,

angeborene Dispositionen

Charakter:Beschwerden und Schmerzen halten länger als drei bis vier Monate an,

chronische Heiserkeit entwickelt sich über einen langen Zeitraum,

verschlechtert oder verbessert sich mit der Zeit

Folgen:Eventuell bleibende Schäden am Stimmapparat,

schwerwiegende und langwierige Probleme mit dem Sprechen, bis hin zum Stimmverlust

Abgrenzung zur Aphonie

Heiserkeit und Aphonie unterscheiden sichnicht ausschließlich in der Stärke ihrer Symptome, sondern unterscheiden sich darüber hinaus deutlich in ihrerUrsache. Wenngleich Aphonie überwiegend auf tatsächliche physikalische Schädigungen des Stimmapparats zurückgeht, sind gleichzeitig auch psychogene Ursachen möglich.

Organisch können beispielsweise Operationen, Lähmungen oder weitere Schädigungen die Funktion des Kehlkopfes beeinträchtigen und somit die Lautbildung behindern. Darüber hinaus können gleichzeitig psychisch einschneidende Erlebnisse im wahrsten Sinne des Wortes dazu führen, dass Betroffenen die Worte fehlen. In beiden Fällen existieren Maßnahmen der Behandlung von Aphonie. Diese reichen von operativen Eingriffen undStimmtherapie im organisch-dysfunktionalen Fall bis hin zuPsychotherapie und emotionale Aufbereitung im psychogenen Fall.

Was sind die Symptome von Heiserkeit?

Das typische Symptom von Heiserkeit ist dieHeiserkeit selbst. Die Stimme wirkt rau und kratzig und besitzt nicht mehr den typisch vollen, klaren Klang. Das klinische Bild ist vielseitig. Die einen Betroffenen verlieren Lautstärke und Klarheit, bei anderen wird die Stimme dünn, piepsig oder brummend. Was alle Symptome eint, ist, dass die Stimme in ihrem Klang verändert wird.

Unterschiedliche Symptome bei Heiserkeit

Darüber hinaus kommen weitere Symptome hinzu. Beispielsweise ist das Sprechen im Allgemeinen schwieriger und derHals kratzt durch die übermäßige Anstrengung im Vorfeld und durch das erschwerte Sprechen. Schluckbeschwerden und Hustenreiz können hinzukommen. Diese Symptome treten in vielen Fällen im Zusammenhang mit einer Erkältung oder einer anderen Krankheit auf und verschwinden von alleine. Sollten sie länger als 10-14 Tage andauern, ist ein Arztbesuch anzuraten.

Haben Sie’s gewusst?

Heiserkeitssymptome sind individuell. Während der eine eine leise krächzende Stimme bekommt, kann der andere eine dünne piepsige Stimme bekommen.

Das sind die Ursachen von Heiserkeit

Dysphonie oder Heiserkeit kann verschiedene Ursachen haben. Neben der zuvor angesprochenen Erkältung und einer damit verbundenen Entzündung im Halsbereich gibt esunbedenkliche sowie bedenkliche Gründe für Heiserkeit. Grundsätzlich entstehen die Ursachen für eine Heiserkeit zum Großteil im Bereich des Kehlkopfes (medizinisch Larynx).

Im Folgenden werden die verschiedenen möglichen Ursachen näher beschrieben. Sie reichen von einfachen Gelegenheitskrankheiten über ernste organische und psychische Schädigungen bis hin zuschweren Krankheiten, die die Organe der Stimmbildung angreifen. In der folgenden Tabelle werden die bedeutendsten Ursachen von Dysphonie detailliert beschrieben.

Schwere der ErkrankungBezeichnungBeschreibung
UnbedenklichÜberlastung der StimmbänderBei übermäßigem Gebrauch der Stimmbänder (langes Sprechen, Singen, Rufen) leiden diese unter physikalischer Ermüdung.
Erkältung und grippaler InfektViren befallen die Schleimhäute des Kehlkopfs und sorgen für Entzündungen und Schwellungen (z. B. Laryngitis = Kehlkopfentzündung). Dann können die Stimmlippen nicht mehr wie gewohnt arbeiten.
Gutartige Wucherungen an den Stimmlippen, PolypenSchleimhautveränderungen kommen vor, wenn trotz einer Erkältung die Stimmbänder nicht geschont werden. Menschen, die ihre Stimme beruflich viel nutzen (z. B. Sänger), können Knötchen entwickeln. Diese sind nicht gefährlich, können aber Heiserkeit verursachen.
AllergienVereinzelte Allergien haben zur Folge, dass Heiserkeit entsteht. Dazu gehören beispielsweise Lebensmittelallergien.
SodbrennenSodbrennen oder die Refluxkrankheit bezeichnen den Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre. Dies kann unter anderem zu Heiserkeit führen.
BedenklichPseudokruppAls Begleiterscheinung einer Kehlkopfentzündung (Laryngitis) kann der Kehlkopfausgang stark anschwellen. In einem solchen Fall tritt neben Husten und Atemnot Heiserkeit auf.
RauchenRauchen ist in vielerlei Hinsicht schädlich. Eine Rachenentzündung (Pharyngitis) kann sich durch übermäßigen Tabakkonsum bilden und die Schleimhäute schädigen. Die Folge ist unter anderem Heiserkeit.
KehldeckelentzündungEine Epiglottitis (Kehldeckelentzündung) ist in seltenen Fällen Ursache von Heiserkeit.
DiphtherieNeben dem Pseudokrupp ist auch echter Krupp (Diphtherie) ein Auslöser für Heiserkeit. Dies ist der Fall, wenn sich die ansteckende Infektionskrankheit des Nasen-Rachen-Raumes auf den Kehlkopf ausbreitet.
Chronische und Akute BronchitisAtemwegsinfektionen sind ebenfalls eine mögliche Ursache für Heiserkeit. Betroffen sind in häufigen Fällen männliche Raucher.
COPDDie Chronic Obstructive Pulmonary Disease ist eine chronische Lungenerkrankung. Sie verursacht gleichzeitig Entzündungen der Atemwege mit Husten, Atemnot und Heiserkeit.
Fehlstellungen der Halswirbelsäule und des KiefersVerletzungen oder angeborene sowie entwickelte Fehlbildungen des Kiefers oder der Halswirbelsäule können die Stimmbildung beeinflussen und somit den Klang der Stimme verändern. Dies kann zu einer heiseren Stimme führen.
Vergrößerungen der Schilddrüse, SchilddrüsenunterfunktionHeiserkeit gehört zu den möglichen Symptomen einer Struma, sprich einer vergrößerten Schilddrüse. Mit einem Engegefühl im Halsbereich entwickelt sich auch eine Veränderung des Luftflusses durch den Kehlkopf. Die Stimme wird eventuell rauer. Eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion kann ebenfalls zu Heiserkeit führen.
StimmbandlähmungBei einer Rekurrensparese sind die Stimmbänder in ihrer normalen Bewegung gestört und können nicht mehr frei schwingen. Sie schließen nicht mehr regulär und sorgen entsprechend für eine Veränderung der Stimme. Viren, Operationen, Verletzungen oder verschiedene Erkrankungen können die Ursache sein.
Psychische UrsachenHeiserkeit durch Stress ist möglich und kommt gewöhnlich exakt im falschen Augenblick. Der vollständige Verlust der Stimme (Aphonie) kann ebenfalls durch emotionale Konfliktverarbeitung ausgelöst werden.
Medikamente (z. B. Kortison oder Antihistaminika)Vereinzelte Medikamente wirken sich negativ auf die Stimmbildung aus. Bekannt ist dies von Kortisonsprays gegen Asthma, Allergiemedikamenten, Antidepressiva und Östrogen.
Reizstoffe oder Staub in der AtemluftSchadstoffe und Staub in der Atemluft können eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis) verursachen, deren Symptomatik Heiserkeit einschließt.
SchwerwiegendTuberkuloseHäufiges Husten gehört zu den charakteristischen Anzeichen der gefürchteten Tuberkulose (Tbc), einer bakteriellen Lungen- und oder Kehlkopfinfektion. Darüber hinaus sind auch Heiserkeit und Schluckbeschwerden typische Symptome.
KehlkopfkrebsEin Larynxkarzinom (Kehlkopfkrebs) ist eine schwere Krebserkrankung von überwiegend Rauchern und Alkoholkonsumenten. Ein Symptom des Tumors ist anhaltende Heiserkeit.

Grundsätzlich gilt bei all diesen Krankheiten, dass ein Gang zum Arzt unvermeidlich ist. Nach zwei Wochen anhaltender Heiserkeit sollte sich ein Arzt die Symptome genauer ansehen. Der erste Ansprechpartner ist derHausarzt. Dieser kann eine chronische Infektion ausschließen und anschließend an einen Spezialisten (z. B. einenHNO-Arzt) überweisen.

Überblick über Krankheiten, die Heiserkeit auslösen

Chronische Heiserkeit ist ein gefährlicher Vorbote von unterschiedlichsten Krankheiten. Entsprechend ist absolute Vorsicht geboten, wenn Heiserkeit über einen längeren Zeitraum nicht verschwindet. Das gilt vor allem für Raucher. Deren Stimme ist durch das Rauchen allgemein rauer als bei Nichtrauchern, da der Rauch die Stimmbänder reizt. Entsprechend wird eine anhaltende Heiserkeit in vielen Fällen ignoriert. Ignoranz gegenüber gesundheitlichen Veränderungen ist speziell bei Rauchern jedoch nicht empfehlenswert.

Ein Gang zum Arzt ist entsprechend anzuraten, damit dieser beispielsweise Kehlkopfkrebs als Ursache ausschließen kann. Heiserkeit ist dort entsprechend einer der ersten Krankheitsvorboten. Ständige Raucher sind zusätzlich dazu angeraten, jährlich eine Kehlkopfspiegelung unternehmen zu lassen, eine Dienstleistung des HNO-Arztes, bei dem der Kehlkopf untersucht wird.

Vorsicht

Eine Heiserkeit alleine macht noch keinen Krebs aus. Stattdessen ist sie eines von vielen Symptomen, die bei rechtzeitiger ärztlicher Konsultation vom Facharzt zu einer Früherkennung des Krebses führt.

Heiserkeit ist also alles andere als nur eine harmlose Begleiterscheinung von winterlichen Erkältungen. Vor allem wenn die Stimme anhaltend versagt, ohne dass eine Erkältung vorliegt, sollten die Alarmglocken schrillen. Ein Besuch beim persönlichen Hausarzt ist dann der nächste logische Schritt.

Berufe & Gewohnheiten, die die Stimmbänder überlasten

Ursachen einer Heiserkeit sind nicht ausschließlich krankheitsbedingt oder verletzungsbedingter Natur. Auch die Berufswahl kann die Stimmbänder in Mitleidenschaft ziehen und zu Stimmstörungen führen. Dies ist beispielsweise in einem jener Berufe der Fall, dieSprecharbeiten genannt werden. Das sind Berufe, in denen das Sprechen die zentrale Tätigkeit ist. Die folgende Auflistung fasst ein paar dieser Berufe zusammen.

Typische Sprecharbeiten im Überblick:

  • Lehrkräfte
  • Kindergärtner & Kindergärtnerinnen
  • Schauspieler & Schauspielerinnen
  • Sänger & Sängerinnen
  • Pfarrer & Pfarrerinnen
  • Ärzte & Ärztinnen
  • Krankenpfleger & Krankenpflegerinnen
  • Streetworker
  • Call-Center-Personal
  • Friseure & Friseurinnen
  • Seminarleiter & Seminarleiterinnen
  • Arbeiter & Arbeiterinnen in Umgebungen mit hoher Lautstärke

In einer Studie der Universität Wien aus dem Jahr 2000 klagten71 % der befragten Lehrerkräfte über Hals- und Stimmprobleme. Wer heute einen Sprechberuf ergreifen möchte, dem raten HNO-Ärzte dazu, schonvor Ausbildungsbeginn einen Termin zur Stimmberatung zu vereinbaren. Bei dieser Untersuchung werden mögliche Schwachstellen des Stimmapparates erkannt, und es lassen sich rechtzeitig Maßnahmen ergreifen (z. B. Logopädie, Atemschulung), damit die Stimmbänder den jahrelangen Belastungen besser standhalten.

Darüber hinaus können zusätzlichHobbies und Gewohnheiten dazu führen, dass der Körper Stress und Schädigungen durch Außeneinflüsse ausgesetzt ist. Diese können unter anderem den Kehlkopf angreifen. HäufigeParty- oder Konzertbesuche, während derer man sich laut unterhält, oder Heimwerkertätigkeiten ohne ausreichenden Schutz vor Stäuben und Schadstoffen können Kehlkopfschäden verursachen.

Dysphonie Behandlung: Was hilft gegen Heiserkeit?

Tipps bei Heiserkeit

Heiserkeit kann auf unterschiedliche Art und Weise behandelt werden. Nicht jede Behandlungsweise muss durch einen Facharzt vorgenommen werden. Stattdessen haben Betroffene von Heiserkeit viele Möglichkeiten, selber aktiv zu werden und die Heiserkeit effektiv zu behandeln. In diesem Abschnitt werden die üblichsten Methoden vorgestellt.

Hausmittel gegen Heiserkeit

Das einfachste und schonendste Verfahren gegen Heiserkeit ist es, die Stimme zu schonen. Heiserkeit entsteht in vielen Fällen durch Überbeanspruchung, entsprechend ist Schonung das probateste Mittel gegen die Symptomatik. In einem solchen Fall ist es wichtig, dass im Großen und Ganzen auf das Reden verzichtet wird. Es ist nicht nötig, dauerhaft zu schweigen, im Gegensatz dazu sollte aber beispielsweise nicht geflüstert werden, da dies die Stimmbänder zusätzlich beansprucht.

Die Ernährung ist ein weiteres Mittel gegen das Andauern von Heiserkeit. Zu heißes oder zu kaltes Essen sind zu vermeiden, scharfes Essen und Rauchen sind ebenfalls Tabu. Warme Getränke sind stattdessen erlaubt und zielführend. Man sollte viel Flüssigkeit zu sich nehmen und viel trinken. Verschiedene Sorten von Tee zu trinken sowie ein Inhalationsbad oder ein Luftbefeuchter sind hilfreich, um den Hals und die Speiseröhre feucht zu halten. Pastillen zu lutschen und Schleim loszuwerden, hilft dabei, besser zu husten und zu schlucken. Von ätherischen Ölen, homöopathischen Mitteln und dergleichen sollte stattdessen abgesehen werden, speziell bei Kindern.

Medizinische Therapie gegen Dysphonie

Als medizinische Maßnahmen kommen in der Regel jene Medikamente zum Einsatz, die die zugrundeliegenden Problematiken behandeln, die die Heiserkeit ausgelöst haben. Bei bakteriellen Infekten kommen entsprechend Antibiotika infrage, bei Viren müssen andere Medikamente oder Behandlungsmethoden angewandt werden. Eine medizinische Therapie sollte immer von einem Arzt begleitet werden.

Was ist eine Stimmtherapie?

Darüber hinaus kann eine Stimmtherapie durch einen qualifizierten Spezialisten die Stimme schulen, sodass beispielsweise Heiserkeit, ausgelöst durch falsches Sprechen, reduziert werden kann. Bei bis zu60 % der Patienten, die mit Stimmproblemen oder Stimmverlust zum HNO-Arzt kommen, lässt sich keine organische Ursache für die Heiserkeit entdecken. In vielen dieser Fälle ist dann simpel eine Überlastung der Stimmbänder die Ursache, z. B. durch zu lautes oder zu langes Sprechen. Ein Brennen oder Drücken im Kehlkopf, der auch zunehmend mit Schleim bedeckt ist, treten ebenfalls häufig auf. Dies kann durch Stimmtherapie oder einfache Schonung reduziert werden.

Dysphonie Diagnose: Wann mit Heiserkeit zum Arzt?

Wenn typische Hausmittel und Eigenbehandlungen nicht ausreichen, muss ein Arzt konsultiert werden. Im Falle von anhaltender Heiserkeit und Stimmstörungen wird dieser in einem ersten Schritt eine umfassende Anamnese durchführen, um die vollständige Krankheitsgeschichte des Patienten zu erfahren. Anschließend werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt.

Das Arztgespräch bei Heiserkeit im Überblick:

  • Feststellung, wie lange die Heiserkeit anhält
  • Feststellung aller vorhandener Symptome
  • Feststellung von typischen Gewohnheiten des Patienten (Rauchen, Alkoholkonsum, etc.)
  • Feststellung, ob chronische Erkrankungen vorliegen & Medikamente eingenommen werden
  • Frage nach dem Beruf des Patienten

Wichtige ärztliche Untersuchungen bei Heiserkeit (Auswahl):

  • Abhören der Atemwege des Patienten
  • Rachenspiegelung & Kehlkopfspiegelung durch einen HNO
  • Entnahme von Gewebeproben aus dem Kehlkopf zur Laboruntersuchung
  • Rachenabstrich für eine Laboruntersuchung
  • Blutabnahme
  • Röntgenuntersuchung der Lungen & Lungenfunktionstest
  • Magenspiegelung
  • Ultraschalluntersuchung
  • Computertomografie (CT)

Wann sollte man mit Heiserkeit zum Arzt?

Wann exakt man aufgrund von Heiserkeit zu einem Arzt gehen muss, kann pauschal nicht beantwortet werden. Es gibt verschiedene Anzeichen, die auf Krankheiten hindeuten, die eine Behandlung notwendig machen, sie sind aber kein Garant für die Krankheit. Im Folgenden werden die vier bedeutendsten Anzeichen vorgestellt, die den Gang zum Arzt in jedem Fall bedingen sollten.

Gründe mit Heiserkeit zum Arzt zu gehen:

  • Eine Dauer der Heiserkeit von länger als zwei Wochen, ohne Hinweis auf einen unmittelbaren Grund sollte untersucht werden. Es könnte ein Tumor vorliegen.
  • Eine chronische Heiserkeit, die kontinuierlich wiederkehrt, speziell wenn die Stimmbänder viel genutzt werden, sollte untersucht werden.
  • Neben der Heiserkeit ist ein bellender Husten vorhanden. Speziell bei Kindern ist spätestens dies der Grund, sofort einen Arzt aufzusuchen.
  • Ein Engegefühl im Hals bei gleichzeitiger Atemnotohne Erkältungssymptome sind gepaart mit Heiserkeit ein Grund, um zum Arzt zu gehen.
Tipp

Die wichtigsten Hausmittel gegen Heiserkeit sind Schonung, Wärme, Flüssigkeit wie wohltuende pflanzliche Tees, Pastillen lutschen und das Verzichten auf Räuspern oder Flüstern.

Heiserkeit vorbeugen: Tipps für eine gepflegte Stimme

Heiserkeit vermeiden

Es gibt viele Möglichkeiten, eine Heiserkeit falsch zu behandeln, speziell durch den Betroffenen selber. Neben dem Rauchen, Alkoholkonsum und dem Flüstern, muss bei Heiserkeit auf Räuspern verzichtet werden. Dies sorgt ebenfalls für zusätzliche Belastung und ist somit keine Lösung gegen Heiserkeit. Viele gestresste Menschen spannen gleichzeitig die Muskulatur des Kehlkopfes unbewusst zu stark an. Unsichere Personen atmen beim Sprechen „gequetscht” aus und belasten so auch die Stimmbänder. EinLogopäde kann an dieser Stelle helfen.

Zusätzlich ist das Atmen durch die Nase ratsam. Beim Atmen durch den Mund trocknen die Stimmbänder aus. Die größten Risiken für eine chronische Kehlkopfentzündung lassen sich auf die einfache Formel bringen: zu trocken, zu laut und zu viel Stress. Wer diese möglichen Ursachen ständig im Hinterkopf behält, bleibt von Heiserkeit im Großen und Ganzen verschont. Die eigene Stimme wird es danken.

Fazit zur Heiserkeit

Insgesamt ist Heiserkeit nur in seltenen Fällen gefährlich und geht in der Regel von alleine weg. Sie wird üblicherweise durch Erkältungen, Entzündungen, Reizungen und Verletzungen von Organen der Stimmbildung ausgelöst. In diesem Zusammenhang können unterschiedlichste Faktoren der Auslöser des Leidens sein.

Wer unter Heiserkeit leidet, sollte seine Stimme schonen und viel trinken. Bei langanhaltender oder immer wiederkehrender Heiserkeit sollte aufjedenfall ein Arzt aufgesucht werden.

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