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Darmkrebs - Ursachen, Symptome, Diagnose & Behandlung

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Alles Wissenswerte zu Darmkrebs

Gefahr: Zweithäufigster Krebs in Deutschland
Ursachen: Falsche Ernährung, Übergewicht, Darmkrebs in der Familie
Symptome: Blut im Stuhl, Schmerzen, Veränderungen des Stuhls
Diagnose: CT, MRT oder Koloskopie, Sigmoidoskopie, Bluttest, etc.
Früherkennung: Möglich und Vorsorgeuntersuchung unbedingt angeraten
Prognose: Heilbar, Kasse zahlt ab 45 Jahren
Vorsorge: Durch bewusste Ernährung, Sport

Was ist Darmkrebs?

Bei Darmkrebs handelt es sich um eine Art von Krebs, die den Verdauungstrakt des Menschen befällt. Das bedeutet, Zellen im Darm vermehren sich unkontrolliert. Dies führt zu Wucherungen (Tumoren) und im Fall von bösartigen Tumoren auch zu Metastasen, also Absiedelungen. Der Krebs befällt dann auch anderes, eigentlich gesundes Gewebe im Körper.

Die Schleimhaut im Dick- und Enddarm ist normalerweise frei von Wucherungen, sodass der verdaute Nahrungsbrei ungehindert passieren kann. Durch kleine Gewächse auf der Darmschleimhaut, auch Polypen genannt, entsteht der Krebs.

In einigen Fällen bleiben die Polypen klein und die Betroffenen verspüren keine bedeutenden Probleme. In anderen Fällen können sie im Verlauf der Zeit wachsen und zu Dick- oder Enddarmkrebs entarten. Die frühzeitige Erkennung beispielsweise im Rahmen eines Screeningtests bei Ihrem Arzt ist daher entscheidend.

Darmkrebs verstehen – Aufbau des Darms

Der menschliche Darm hat zwei Hauptbereiche, dies sind der Dünndarm und der Dickdarm. Der Dünndarm folgt direkt auf den Magen und ist ca. 2,5m lang. Der Dickdarm ist etwa halb so lang, mit einem bis 1,5m Länge. Am Ende des Dickdarms folgt der Enddarm sowie das Rektum, also der Ausgang aus dem Körper.

Die Aufgabe des Darms ist es, die vorverdauten Nahrungsmittel weiter zu verdauen und alle für den Körper relevanten Nährstoffe herauszufiltern. Darüber hinaus werden sie durch Wasser- und Salzentzug verdickt. Funktioniert dieser Prozess nicht richtig, so deutet dies auf eine beginnende Erkrankung oder eben im Falle von Darmkrebs auf eine Tumorbildung hin.

Welche Darmkrebs Arten gibt es?

Polypen sind entweder flach und ausgedehnt mit einer breiten Basis (sessile oder festgewachsene Polypen) oder sehen aus wie herunterhängende Tropfen (gestielte Polypen). Grundsätzlich werden die Polypen bei Erwachsenen wie folgt eingeteilt:

  • Hyperplastischer Polyp

Das ist der meist verbreitete Polypentyp. Im Allgemeinen sind hyperplastische Polypen klein – weniger als 0,6 cm im Durchmesser – und stellen kein Gesundheitsrisiko dar. Wenn sie allerdings größer als 1,3 cm im Durchmesser werden, sollten sie entfernt werden, um durch weitere Untersuchungen sicherzustellen, dass sie weder bösartig sind noch sich in einem Darmkrebsvorstadium befinden.

  • Adenomatöser Polyp

Auch diese Art von Polypen ist weit verbreitet und kommt mit zunehmendem Alter häufiger vor. Bei mikroskopischer Betrachtung lassen sich drei Arten von adenomatösen Polypen unterscheiden: die tubulären röhrenförmigen, villösen zottigen und tubulovillösen Adenome. Am häufigsten treten tubuläre Adenome auf. Sie sind generell kleiner als die weniger verbreiteten villösen Adenome. Von den oft größeren villösen Adenomen haben mehr als die Hälfte einen Durchmesser von 2,5 cm.

Adenomatöse Polypen können bösartig werden. Dieses Potenzial nimmt normalerweise mit zunehmender Größe des Polypen zu. Auch vermehrt auftretende villöse Eigenschaften erhöhen das Risiko einer Darmkrebs Erkrankung.

  • Entzündlicher Polyp

Dieser Typ wird auch Pseudopolyp genannt. Man nimmt an, dass er nach Verletzung und Entzündung der Darmschleimhaut entsteht, beispielsweise nach einer geschwürigen Colitis (Darmschleimhautentzündung). Polypen dieses Typs sind nicht sehr häufig und meist nicht so bedeutend für das Darmkrebs-Risiko wie die anderen Polypenarten.

ArtRisiken
Hyperplastischer Polyp<0,6 cm – kein Risiko

>1,3 cm – Untersuchung notwendig

Adenomatöser Polypdas Darmkrebs-Risiko ist von der Größe abhängig
Entzündlicher Polypnicht sehr häufig und nicht so bedeutend wie andere Arten von Polypen

Was sind die Ursachen von Darmkrebs?

In fast allen Fällen bildet sich ein Polyp über einen langen Zeitraum und ist zunächst eine gutartige Wucherung. Im Laufe von etwa zehn Jahren kann er sich jedoch verändern und zu einem bösartigen Tumor entwickeln. Wird der Krebs dann nicht rechtzeitig erkannt, kann das Gewebe ungesteuert weiterwachsen. Dies kann den Darm vollständig verschließen, oder sogar die Darmwand durchstoßen. Streut ein solcher bösartiger Tumor, bilden sich Metastasen meist zuerst in der Leber.

Mögliche Auslöser für Polypenbildung sind:

  • Krankheiten wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Auch andere Krebserkrankungen z. B. der Eierstöcke- oder der Gebärmutterkrebs erhöhen das Darmkrebsrisiko.
  • Falsche Ernährung: Viel Fleisch und Wurst erhöhen das Risiko genauso wie viel Gegrilltes. Beim Grillen entstehen durch das Verbrennen von Fett krebserregende Stoffe, die im Darm wirken.
  • Schadstoffe, die sich im Laufe des Lebens in Ihrem Darm ansammeln. Darüber hinaus lässt mit dem Alter die Reparaturfähigkeit der Zellen nach. Es kommt zu Mutationen, die zu Krebswucherungen führen.
  • Zellmutationen auf den menschlichen Chromosomen. Forscher entdeckten, dass bei der Polypenbildung Mutationen auf den Chromosomen vorliegen.

Darmkrebs durch zu viel Fleisch?

Menschen, die gerne viel Fleisch essen, sind nach jüngsten Studienergebnissen der „European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition” (EPIC) für Darmkrebs gefährdet. Insbesondere rotes Fleisch (Schweine-, Rind-, Kalb- oder Lammfleisch) gilt dabei als Risikofaktor.

Genau umgekehrt verhält es sich mit Fisch: Wer viel Fisch verzehrt, weist gegenüber Personen mit geringem Fischkonsum ein deutlich niedrigeres Darmkrebs-Risiko auf. Der Verzehr von Geflügelfleisch spielte für die Erkrankungshäufigkeit keine Rolle.

Nach Schätzungen der Experten steigt das Darmkrebsrisiko pro 100g täglich verzehrtem roten Fleisch um 49%. Wer 100g Wurst täglich zu sich nimmt, steigert diese Rate sogar um 70%. Der Konsum von täglich 100g mehr Fisch halbiert das Erkrankungsrisiko.

Der Grund, warum der Konsum von Fleisch die Darmkrebsentstehung derart fördert, liegt nach jüngsten Studien in dem mit dem Fleisch aufgenommenen Eisen. Dieses fördert die Bildung schädlicher Nitrosoverbindungen im Körper.

Kurz und knapp: So senken Sie Ihr Darmkrebs-Risiko

  • Achten Sie auf ausreichend Ballaststoffe in der Nahrung.
  • Vermeiden Sie Nahrungsmittel wie weißes Mehl und polierten Reis.
  • Reichern Sie möglichst viele Mahlzeiten zusätzlich mit Weizenkleie (z. B. aus dem Reformhaus) an.
  • Fleisch jeden Tag muss nicht sein.
  • Achten Sie auf einen geringen Fettanteil in der Nahrung.
  • Trinken Sie genügend zum Essen, damit die Ballaststoffe aufquellen.
  • Untersuchen Sie Ihren Stuhl regelmäßig auf Auffälligkeiten.
  • Eine halbe Stunde Bewegung täglich bringt auch den trägsten Darm auf Trab.

Darmkrebs und Übergewicht

Generell besitzen Übergewichtige im Vergleich zu Normalgewichtigen ein um ein Drittel erhöhtes Darmkrebsrisiko. Konzentriert sich das überschüssige Fett zum größten Teil in der Bauchregion, liegt das Erkrankungsrisiko um die Hälfte über dem schlanker Probanden.

Auf welchen Stoffwechselwegen Übergewicht und Darmkrebs miteinander in Verbindung stehen, bleibt bislang ungeklärt. Vermutlich spielen Störungen des Insulinhaushalts eine Rolle. Des Weiteren stehen Sexual- und Fettgewebshormone sowie Entzündungsvorgänge im Verdacht.

Kann man Darmkrebs erben?

Bei einigen Menschen verursacht eine vererbbare Erkrankung die Polypen, die familiäre adenomatöse Polyposis (FAP). Diese Störung zeichnet sich dadurch aus, dass im gesamten Verlauf des Dickdarms zahlreiche (100 oder zuweilen 1.000 und mehr) Polypen auftreten.

Menschen mit dieser Erbkrankheit erkranken bis zu einem Alter von 40 Jahren zu fast 100% an Dick- oder Enddarmkrebs. Um die Entstehung von Krebs in solchen Fällen zu verhindern, empfehlen einige Ärzte eine Entfernung des gesamten Dickdarms.

Die Ergebnisse einiger Studien zeigen, dass folgende Faktoren das Risiko für Darmpolypen reduzieren:

  • Verzicht auf Rauchen
  • Einschränkung des Alkoholkonsums
  • Regelmäßiger Sport
  • Einnahme von Kalzium-Nahrungsergänzungspräparaten
  • Einnahme von ASS (Acetylsalicylsäure, z. B. Aspirin®) oder ähnlichen anti-entzündlichen Medikamenten

Verlauf und Häufigkeit von Darmkrebs

Darmkrebs Stadien

Von Beginn der Erkrankung bis zu einem hohen Erkrankungsgrad durchläuft Darmkrebs verschiedene Stadien. Für diese Einteilung gibt es zwei Systeme, die TNM Klassifikation und die UICC Klassifikation.

  • TNM-Klassifikation

T repräsentiert die Tumorausbreitung, N die Anzahl befallener Lymphknoten und M die Anzahl Metastasen. Je höher der zugewiesene TNM-Wert, desto fortgeschrittener ist die Erkrankung.

  • UICC-Klassifikation

Die UICC Stadien basieren auf der TNM-Klassifikation, allerdings werden fünf Stadien 0 bis IV vergeben, die jeweils für bestimmte Bereiche an T, N und M Werten abdecken.

Wie häufig tritt Darmkrebs auf?

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Laut dem Robert-Koch-Institut erkrankten im Jahr 2010 34.000 Männer und 29.000 Frauen an Darmkrebs.

Je älter Sie werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich Tumore auf Ihrer Darmschleimhaut bilden. Ab dem Alter von 50 Jahren steigt das Darmkrebs-Risiko rapide an. Gegenüber einem 40-Jährigen weist ein 50-jähriger Mann ein4-fach erhöhtes Risiko auf, in den folgenden zehn Jahren an Darmkrebs zu erkranken. Bei einem 70-Jährigen erhöht sich das Risiko um den Faktor 18. Obwohl Frauen seltener an Darmkrebs erkranken, nimmt auch bei ihnen die Bedrohung mit dem Alter zu.

Darüber hinaus weisen Menschen, bei denen es schon einmal Darmkrebs in der Familie gab, ein um mindestens 30% erhöhtes Risiko auf. Das heißt, es handelt sich um eine Krebsart, die genetisch bedingt ist.

Darmkrebs Sterblichkeit

Fünf Jahre, nachdem der Darmkrebs diagnostiziert wurde, leben noch knapp zwei Drittel der Darmkrebs-Erkrankten. Das heißt, man spricht von einer mittleren Krebsprognose. Dank stetigen Weiterentwicklungen in der Forschung wird diese Prognose jedoch jährlich besser, das bedeutet, dass immer weniger Menschen an Darmkrebs sterben.

Darmkrebs ist eine schleichende Krankheit. Oft merken die Betroffenen jahrelang nichts, bis sich die ersten Beschwerden einstellen. Dies macht Darmkrebs aber auch besonders gefährlich, da die Erkrankten, wie bei jedem anderen Krebs, durch die Folgen sterben können. Allerdings ist Darmkrebs sehr gut behandelbar, wenn er schnell entdeckt wird und viele der Todesfälle in Deutschland könnten durch rechtzeitige Behandlung verhindert werden.

Darmkrebs Symptome: Wie kann man Darmkrebs frühzeitig erkennen?

Es gibt eine Reihe von Symptomen, die darauf hindeuten können, dass Darmkrebs vorliegt. Diese sind allerdings keinesfalls immer definitive Hinweise und auch vereinzeltes Auftreten muss nicht zwingend die Prognose Darmkrebs bedeuten. Typische Beschwerden im Zusammenhang mit einer Darmkrebserkrankung sind:

  • Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall
  • Unerklärliche Blähungen, Völlegefühl und Krämpfe
  • Schmerzen vor und beim Stuhlgang
  • Wiederkehrender plötzlicher Stuhldrang mit geringem Ergebnis
  • „falscher Freund“ (Wind mit Stuhlabgang)
  • Sichtbares Blut im Stuhl
  • Schwarzer Stuhl (Teerstuhl)
  • Veränderungen der Stuhlform (Bleistift- oder Zigarrenform)
  • Unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Ungewöhnliche Müdigkeit, Kräfteverlust, Schwäche und leichtes Fieber

Da es im Zusammenhang mit einer Insulin-Therapie von Diabetes Typ II zu einem erhöhten Darmkrebsrisiko kommen kann, sollten Betroffene aus diesem Grund beim Start der Insulintherapie eine Darmkrebsvorsorgeuntersuchung (Koloskopie, Darmspiegelung) durchführen lassen und alle fünf Jahre zur Vorsorge gehen.

Darmkrebs Diagnose

Bei einem begründeten Verdacht auf Darmkrebs gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Diagnose. Die wichtigsten Methoden sind:

  • Tastuntersuchungen (rektal-digital)
  • Okkultbluttest
  • Koloskopie (eine flexible Spiegelung des gesamten Darms)
  • Sigmoidoskopie (eine flexible Teilspiegelung)
  • Rektoskopie (eine starre Spiegelung des Enddarms bis 20cm)
  • Röntgenuntersuchung

Wird Krebs entdeckt, werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehören:

  • Bildgebende Verfahren (CT, MRT)
  • Laboruntersuchungen
  • Ultraschalluntersuchungen

Kann man im Blut Darmkrebs feststellen?

Darmkrebs kann nicht im Blut nachgewiesen werden, dennoch spielt Blut eine entscheidende Rolle bei der Diagnose. Zum einen wird bei einem Okkultbluttest der Stuhl auf Blut untersucht (ein Hinweis auf Darmkrebs). Im Falle eines Blutnachweises veranlasst der Arzt eine Darmspiegelung. Zum anderen kann über eine Blutuntersuchung die Funktionalität der Organe kontrolliert werden.

Für Menschen zwischen 50 und 55 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die Kosten für einen jährlichen Stuhltest.

Flexible Sigmoidoskopie

Bei dieser Untersuchung benutzt Ihr Arzt ein langes, schlankes faseroptisches Schlauchsystem. Damit gewinnt er Bilder Ihres Enddarms (Rektum) und der letzten 60 cm Ihres Dickdarms (S-Schleife oder Sigmoid). Nahezu die Hälfte der Dick- und Enddarmkrebsformen diagnostiziert man in diesem Darmabschnitt. Diese Untersuchung dauert in der Regel wenige Minuten.

Koloskopie

Bei dieser Methode verwendet man ein ähnliches Gerät wie das flexible Sigmoidoskop, allerdings ist das Koloskop länger. Damit gewinnt Ihr Arzt ein Bild des Dick- und Enddarms in seiner gesamten Ausdehnung. Die Koloskopie liefert den verlässlichsten Nachweis für Dickdarmpolypen und für Dick- und Enddarmkrebs. Sie dauert etwa eine halbe Stunde und ist schmerzfrei.

Bei Verdacht auf Darmpolypen und als regelmäßige Vorsorgeuntersuchung ist die Koloskopie ein wichtiger Aspekt, um der Entstehung eines Darmkrebses frühzeitig zu entgegnen. Menschen ab 55 Jahren können eine Darmspiegelung vornehmen und diese alle zehn Jahren wiederholen.

Während der Darmspiegelung führt der Arzt zangen- oder schlingenförmige Instrumente über das Endoskop ein. Im Falle von Auffälligkeiten entnimmt er Gewebeproben und entfernt Darmpolypen.

Maßnahmen zur Darmkrebs Früherkennung

Seit 2002 existiert in Deutschland das Screening-Programm zur Früherkennung von Darmkrebs. Trotz viel zu niedriger Teilnahmeraten hätte man in den Jahren 2002 bis 2009 100.000 Darmkrebs-Fälle verhindern und über 300.000 Darmkrebsvorstufen entfernen können. Angesichts dieser Effektivität erscheint es zwingend, die Teilnehmerraten zu erhöhen. Ein Weg zu diesem Ziel ist bekanntlich über die Erkrankung aufzuklären, zu informieren und für das Screening zu werben.

In den letzten Jahren kamen ebenfalls Darmkrebs-Schnelltests groß in Mode. Sie versprechen eine schnelle und einfache Diagnose: Wenn Sie zum Beispiel eines Tages Blut im Stuhl entdecken, machen Sie rasch einen solchen Test und spätestens einige Tage danach haben Sie Klarheit, ob Sie an Darmkrebs leiden. Dabei nehmen Sie an drei aufeinander folgenden Tagen Stuhlproben und schicken diese an ein Labor. Dort untersucht man Ihre Proben auf nicht sichtbares Blut hin.

Doch die Durchführung gestaltet sich schwierig: Viele Menschen haben nicht jeden Tag Stuhlgang, bedingt zum Beispiel durch eine geringe BallaststoffaufnahmeHämorrhoiden oder Menstruations- bzw. Zwischenblutungen verfälschen das Testergebnis genauso wie regelmäßig eingenommene Medikamente. Hinzu kommt, dass nicht alle Polypen als Vorstufe des Darmkrebses überhaupt bluten. Die Gefahr eines falschen Ergebnisses ist aus diesem Grund groß.

Neue Antikörpertests gegen Darmkrebs

Zur Früherkennung von Darmkrebs empfehlen Ärzte seit 2017 zudem einen speziellen immunologischen Test. Dieser soll ebenfalls Blut im Stuhl mithilfe von speziellen Antikörpern nachweisen. Dieses Verfahren soll deutlich zuverlässiger sein als bisherige Methoden. Der Grund: Die Antiköper weisen zuverlässig Blut nach und können Polypen schon in den Vorstufen erkennen. Alte Tests, welche die Guajak-Methode nutzten, reagierten oft auch falsch positiv und konnten nur jeden zehnten Polypen entdecken.

Dennoch: Diese Tests können immer nur eine Ergänzung zur Darmspiegelung sein. Denn zum einen muss sie bei einem positiven Testbefund so oder so erfolgen. Und zum anderen hat sie eine Zuverlässigkeit von 95%, wenn es darum geht, Tumore aufzuspüren. Da sie aber in der Regel nur alle zehn Jahre erfolgt, steht jetzt ein effektiver Zusatztest zur Verfügung.

Welche Darmkrebs Untersuchungen werden von der Krankenkasse bezahlt?

Zusammengefasst gehören folgende Untersuchungen zur Darmkrebs-Vorsorge:

Das zahlt Ihre Kasse ab dem 45. Lebensjahr:

  • Test auf verstecktes Blut im Stuhl (Okkultbluttest)
  • Tastuntersuchung des Enddarms

Das zahlt Ihre Kasse ab dem 56. Lebensjahr:

  • Darmspiegelung

Sinnvolle Ergänzungsuntersuchung zur Darmkrebs Vorsorge:

ScheBo® Tumor M2-PKTM Stuhltest

  • als Selbsttest aus der Apotheke 29,90 €
  • als Selbstzahler beim Hausarzt ca. 50 €

Wie aktuelle Daten des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) zeigen, nehmen nur wenige Menschen das Angebot zur Vorsorge wahr. Das Erschreckende: Rund die Hälfte stirbt an dieser Krankheit, obwohl es nicht nötig wäre.

Gründe sind oft:

  • Unkenntnis
  • Falsche Scham
  • Die Angst, einen Krebs zu entdecken

Behandlung: Ist Darmkrebs heilbar?

Die Darmkrebs Prognose ist stark davon abhängig, wann der Krebs entdeckt wird und wann mit der Behandlung begonnen werden kann.

Bestätigt sich bei den ärztlichen Untersuchungen der Krebsverdacht, erfolgt notwendigerweise eine Operation. Bei einer solchen Operation entfernt man den Bereich um den Tumor. Viele Patienten haben Angst, dass sie danach einen künstlichen Darmausgang (Stoma) benötigen. Das ist aber fast nie der Fall. 99% der Operierten brauchen ihn nicht. Und selbst wenn, ist heutzutage auch mit Stoma ein normales Leben möglich.

Es gibt verschiedene Vorgehensweisen:

  • In den meisten Fällen bleibt die Operation die einzige Behandlung, die Sie als Patient über sich ergehen lassen müssen.
  • Eine Chemotherapie ist fast nie nötig. Darmtumore reagieren nicht auf das verwendete Zellgift.
  • Lediglich bei Mastdarmkrebs erfolgt zusätzlich eine Bestrahlung.

Erkennt man die Tumore früh genug, liegen die Heilungschancen bei bis zu 50%. Sind die Lymphknoten frei von Krebs, betragen die Heilungschancen 60 bis 80%, je nach Tumoralter und -größe.

Genesung nach einer Darmkrebs Operation

Die Therapie wirkt auf den ersten Blick seltsam: Wenn Sie nach einer Darmoperation kräftig zuckerfreien Kaugummi kauen, genesen Sie schneller und verlassen das Krankenhaus zwei Tage früher als ohne diese „Therapie”. Das fanden amerikanische Forscher in Santa Barbara/USA heraus.

Die Forscher nehmen an, dass das Kaugummikauen die Ausschüttung heilungsfördernder Hormone im Magen-Darm-Trakt anregt.

Wichtig nach einer Darmkrebs-Behandlung ist außerdem eine gute Nachsorge. Dazu gehören regelmäßige Gespräche, körperliche Untersuchungen, aber auch erneute Darmspiegelungen und Ultraschalluntersuchungen.

Zusätzlich werden auch Anschlussheilbehandlungen empfohlen, um in der Zeit nach der Behandlung wieder auf die Beine zu kommen. Dazu kann eine Kur gehören oder falls nötig auch eine Unterstützung zum richtigen Umgang mit einem künstlichen Darmausgang.

Wie kann man Darmkrebs verhindern?

Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 26.000 Menschen an Tumoren des Dickdarms. Er belegt damit den zweiten Platz der tödlichen Krebsarten. Dabei gilt die Krankheit in vielen Fällen als vermeidbar. Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die die Entwicklung von Darmkrebs fördern.

Trotz jahrzehntelanger Forschung im Bereich von Tumoren jeglicher Art, konnte bislang nicht herausgefunden werden, warum Krebs entsteht. Allerdings gibt es diverse Faktoren, die mit einem steigenden Wachstum von Krebszellen in Verbindung gebracht werden.

Eine Reihe von Faktoren scheint das Risiko für Darmpolypen zu erhöhen. Dazu gehören:

  • Eine familiäre Vorgeschichte von Dick- und Enddarmkrebs oder Polypen
  • Eine persönliche Krankenvorgeschichte bezüglich Polypen oder entzündlicher Darmerkrankungen
  • Rauchen (dies gilt sowohl für aktive wie auch ehemalige Raucher)
  • Der regelmäßige Konsum von Alkohol
  • Ernährung mit einem hohen Anteil an tierischem Fett
  • Übergewicht oder Fettleibigkeit

Typ-II-Diabetiker und Darmkrebs

Auch eine langjährige Insulintherapie eines Diabetes Typ II ist mit einem stark erhöhten Darmkrebsrisiko verbunden. Das berichtete die US-Fachzeitschrift Gastroenterology in ihrer Oktoberausgabe 2004 unter Verweis auf eine große Studie der Universität Philadelphia.

Allerdings bedeutet dieses Ergebnis nicht, dass die Insulintherapie selbst krebserzeugend ist, betonten die Wissenschaftler. Auch die ungesunde Ernährung, die eventuell zur Entwicklung der Zuckerkrankheit geführt hatte, kann den Darm geschädigt und das Krebsrisiko erhöht haben. Dennoch stimuliert Insulin bestimmte Rezeptoren auf den Darmzellen, die das Wachstum von Krebszellen unterstützen.

Medikamente gegen Darmkrebs

Einige Forschungsergebnisse zeigen, dass die regelmäßige Einnahme von Multi-Vitaminen mit Folsäure das Risiko für Dickdarmkrebs verringert. Andere Befunde lassen vermuten, dass Vitamin E oder eine Ernährung mit Milchprodukten vorteilhaft sind.

Weitergehende Untersuchungen deuten darauf hin, dass (z. B. Aspirin® oder nicht steroidale Anti-Rheumatika (NSARs) wie Cyclooxigenase2(COX)-Hemmer das Erkrankungsrisiko herabsetzen.

Obwohl es Hinweise für die Schutzwirkung dieser Substanzen bei Hochrisikogruppen gibt, weiß niemand, ob dieser Schutz bei Menschen mit normalem Risiko existiert. Daher rät man bislang von der Einnahme dieser Substanzen zur Darmkrebsprophylaxe ab.

Darmkrebs Schutz durch richtige Ernährung

Zahlreiche große Untersuchungen belegten in den vergangenen Jahren eindeutig: Mit den richtigen Nahrungsmitteln senken Sie Ihr Darmkrebsrisiko um fast 70%.

Äpfel, Brokkoli, Sellerie und Zwiebeln eignen sich ebenfalls gut zur Darmkrebs-Vorbeugung. Sie blockieren Enzyme, die sonst den Krebszellen das Überleben in den Darmwänden ermöglichen. Auch Petersilie, Artischocken und Basilikum helfen gegen Darmkrebs. Eine unidentifizierte Substanz in Brokkoli und anderen Kohlsorten greift zudem beschädigte oder erkrankte Schleimhautzellen des Darms an. Schon zwei Portionen der genannten Gemüsesorten in der Woche genügen, um Ihrem Darm einen entscheidenden Gefallen zu tun.

Den besten Schutz mit 40% bietet die tägliche Zufuhr von 35g pflanzlichen Faserstoffen, welche die Darmreinigung fördern und krebserregende Darmtoxine binden.

Laut einer Untersuchung der Universität Jena aus dem Jahre 2006 wirkt der Ballaststoff Inulin sogar doppelt: Er fördert nicht nur das Wachstum der „guten“ Darmbakterien, sondern seine Abbauprodukte kurbeln darüber hinaus die Krebsabwehrreaktion der Darmzellen direkt an.

Wenn Sie zusätzlich auf fettes oder scharf angebratenes Fleisch, Alkohol sowie Nikotin verzichten, erreichen Sie eine optimale Entlastung Ihres Darms.

Darmkrebs Schutz durch Topinambur

Das von der Kartoffel abgelöste Gewächs Topinambur kann positive Effekte auf den Darm und damit auch auf die Darmkrebs-Behandlung haben. Dies hängt mit seinem hohen Inulin-Gehalt zusammen. Die Heimat der Topinambur (Helianthus tuberosus; Erd- bzw. Jerusalemartischocke, Indianerknolle, Ross-, Diabetiker- oder Zuckerkartoffel) befindet sich in Süd- und Mittelamerika.

An ihren bis zu 3 m hohen Stängeln sitzen längliche, gestielte Blätter mit rauer Oberfläche. Die dottergelben bis rotbraunen Blüten, die von September bis in den November hinein erscheinen, erreichen einen Durchmesser von 4 bis 8 cm. Sie wirken im Vergleich zur Höhe der Stängel sehr klein.

Während die Kartoffel hauptsächlich Stärke einlagert, die aus vielen Traubenzuckereinheiten aufgebaut ist, bildet die Topinambur ihre Energiereserve in Form von Inulin. Dieses Polyfructan-Molekül baut sich aus 30 Fruchtzuckerbausteinen auf. Der Darm des Menschen kann es nicht spalten. So verbindet sich Inulin im Darm mit Wasser und Gallensäuren zu einem geschmeidigen Gel, das den Darm besser als der normale Speisebrei ausfüllt.

Das führt zu einem langanhaltenden Sättigungsgefühl – perfekt als natürlicher Appetitzügler bei Übergewicht. Gleichzeitig bindet Inulin krebserzeugende Verdauungstoxine sowie andere schädliche Nahrungsbestandteile. Zudem regt es die Darmperistaltik und damit die Darmausscheidung an. Der Ballaststoff wirkt als sanfter Verdauungs- und Entgiftungshelfer.

Des Weiteren sorgt das Gel aus den löslichen Ballaststoffen im Darm dafür, dass der Körper die wenigen verwertbaren Kohlenhydrate langsam resorbiert. Das verhindert starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels, wie sie etwa nach dem Verzehr von Kartoffeln auftreten. Die Topinambur weist einen günstigeren „Glyx-Index“ auf als der klassische Erdapfel. Damit schonen Sie die Bauchspeicheldrüse, die weniger von dem Hormon Insulin für den Zuckertransport in die Zellen produziert.

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