MenüMenü

Gallensteine - Ursachen, Symptome, Diagnose & Behandlung

Inhalt

Überblick zu Gallensteinen

Definition: Festes Ausfallsprodukt der Gallenflüssigkeit; lagert sich in der Gallenblase oder im Gallengang an

Entstehung: Ungleichgewicht in der Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit, z. B. zu viel Cholesterin, führt zur Bildung von kristallinen Produkten

Risikofaktoren: Einseitige Ernährung, bestimmte Erkrankungen, hoher Cholesterinspiegel; 6F-Regel: Frauen sind häufiger betroffen

Symptome: 80 % bleiben symptomlos; ansonsten: starke Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Verdauungsbeschwerden bis hin zu schmerzhaften Koliken

Diagnose: Anamnese, Ultraschalluntersuchung, Endoskopie, Blutuntersuchung

Therapie: Medikamentöse Behandlung, Entfernung von Gallensteinen während einer Endoskopie, Entfernung der Gallenblase

Komplikationen: Entzündungen der Gallenblase/des Gallengangs/der Bauchspeicheldrüse, Platzen der Gallenblase, Entstehung von Tumoren

Vorbeugung: Ausgewogene fettarme Ernährung, Bewegung, Unterstützung durch die Naturheilkunde (z. B. Artischocke, Schöllkraut, Löwenzahn)

Ungefähr 20 % aller Deutschen haben Gallensteine. Viele davon bleiben unbemerkt, weil sie keine Beschwerden verursachen. Wer allerdings Gallenkoliken hatte, weiß, wie schmerzhaft sie sich bemerkbar machen.

Definition: Was ist ein Gallenstein?

Ein Gallenstein wird auch als Cholelith, aus dem altgriechischen von chole – die Galle und lithos – der Stein, oder Gallenkonkretement bezeichnet.

Er entsteht als Ausfallsprodukt der Gallenflüssigkeit, wenn die in ihr gelösten Stoffe in einem Ungleichgewicht sind. Zumeist bildet er sich in Verbindung mit dem fettähnlichen Cholesterin, Proteinen und Gallensalzen und lagert sich in der Gallenblase oder im Gallengang ab. Die festen, kristallinen Gallensteine können eine Größe zwischen wenigen Millimetern bis hin zu mehreren Zentimetern erreichen.

Gallensteine
Gallensteine können eine Größe von bis zu mehreren Zentimetern erreichen. © Wikimedia Commons

Zu den häufigsten Formen zählen

  • Cholesterinsteine, die hauptsächlich aus Cholesterin bestehen, das sich in der Galle nicht vollständig löst. Etwa 80 % der Gallensteine amerikanischer und europäischer Patienten gehören zu diesem Typ.
  • Pigmentsteine betreffen Menschen mit Bluterkrankungen und schweren Leberschäden. Sie bilden sich, wenn die Galle zu viel Bilirubin, das Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes, enthält.
  • Mischsteine aus Pigmenten, Cholesterin und Kalk

Was ist die Galle?

Die grünbraune Galle oder Gallenflüssigkeit wird in der Leber produziert und in der Gallenblase gespeichert. Ihre Aufgabe im Körper ist

  • Verdauung von Fett
  • Abtransport von Abfallstoffen

Der Gallengang führt von der Gallenblase in den Zwölffingerdarm. Bei der Verdauung von fetthaltigen Speisen wird Gallenflüssigkeit ausgeschüttet. Diese macht das Fett für fettverdauende Enzyme verwertbar. Sind die Fette verdaut, wird die Gallenflüssigkeit wieder zurück in die Leber geleitet. Dort wird sie für den nächsten Verdauungsvorgang wiederaufbereitet. Mit der Galle werden außerdem schlecht wasserlösliche und für den Körper nicht verwertbare Stoffe ausgeschieden.

Gallensteine entstehen in der Gallenblase

Ursachen: Wie entsteht ein Gallenstein?

Normalerweise besteht die Gallenflüssigkeit zu 80 % aus Wasser. Zusätzlich sind folgende Stoffe enthalten:

  • Eiweiß
  • Bilirubin
  • Gallensäuren
  • Cholesterin

Man vermutet, dass sich die kristallinen Gallensteine bilden, wenn sich die chemische Zusammensetzung des Gallensaftes in Ihrer Gallenblase verändert. Das kann sowohl durch Cholesterin als auch durch Bilirubin bedingt sein.

Mit der Zeit wachsen diese Partikel unter Umständen zu Steinen zusammen. Letztere können klein wie ein Sandkorn oder groß wie ein Golfball sein. Es können nur einer, aber auch bis zu hundert vorhanden sein. Sie lagern sich entweder in der Gallenblase an oder treten über die Gallengänge aus. Im schlechtesten Fall blockieren sie den Weg der Gallenflüssigkeit in den Zwölffingerdarm. Dadurch können Entzündungen entstehen.

Unter Gallengrieß versteht man die bis zu 3 mm kleine Gallensteine, die in der zähflüssigen Gallenflüssigkeit enthalten sind. Er bildet sich besonders dann, wenn die Galle, etwa während einer Schwangerschaft, zu lange in der Gallenblase gespeichert wird.

Welche Faktoren erhöhen das Risiko für Gallensteine?

Die Entstehung von Gallensteinen kann einerseits genetisch und andererseits auch durch äußere Faktoren oder Erkrankungen bedingt sein.

Forschern ist es gelungen, eine Genvariante zu identifizieren, die bei der Entstehung von Gallensteinen eine Rolle spielt. Wenn diese eine Veränderung aufweist, dann wird Cholesterin nicht korrekt aus dem Leberzellen in die Gallenwege transportiert. Betroffene haben ein zwei- bis dreimal erhöhtes Risiko, Gallensteine auszubilden, als Personen ohne Veränderung an der Genvariante.

Ohne genetische Vorbelastung sorgen einer oder mehrere äußere Faktoren für die Entstehung von Gallensteinen:

Insbesondere einseitige Ernährung:

  • Zu viele Kalorien
  • Zu viel Fett
  • zu viele einfache Kohlenhydrate (Zucker, Mehl)
  • zu wenig Ballaststoffe
  • zu wenig Vitamine

Erkrankungen, wie

  • Dünndarmerkrankungen
  • Leberzirrhose
  • Diabetes
  • Schilddrüsenerkrankungen

Weitere Faktoren

  • hohe Cholesterinwerte
  • Engstellen in den Gallengängen
  • Schwangerschaft

Sind Frauen häufiger von Gallensteinen betroffen als Männer?

Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen steht unter Verdacht, das Risiko für Gallensteine zu erhöhen. Als Risikofaktor bei Gallensteinen gilt unter Medizinern heute die 6F-Regel.

  • Female (weiblich)
  • Fourty (über 40)
  • Fertile (fruchtbar)
  • Fat (übergewichtig)
  • Fair (blond, hellhaarig)
  • Familiar (familiäre Disposition)

Welche Symptome löst ein Gallenstein aus?

Symptome bei Gallensteinen

80 % aller Gallensteine bleiben unentdeckt. In der Medizin werden sie als „stumm“ bezeichnet, da sie keinerlei Beschwerden bereiten. Besonders mit zunehmendem Alter bilden sie sich mit höherer Wahrscheinlichkeit. Solange die Steine keine Beschwerden auslösen, ist auch keine Behandlung nötig.

Nur 20 % der Gallensteine machen sich bemerkbar und verursachen bei den Betroffenen starke Schmerzen. Das passiert vor allem dann, wenn sie den Abfluss der Gallenflüssigkeit in den Darm behindern oder eine Gallenblasenentzündung auslösen.

Zu Beginn äußern sich Gallensteine durch Symptome wie Verdauungsbeschwerden nach fettreichen Mahlzeiten oder dem Genuss von Röststoffen aus Kaffee oder kurz Gebratenem.

Zu den typischen Symptomen, die durch Gallensteine ausgelöst werden, gehören:

  • Schmerzen oder Druckgefühl unter dem rechten Rippenbogen nach dem Essen
  • plötzliches Auftreten mäßiger bis starker Schmerzen im Oberbauch, die bis in den Rücken oder das rechte Schulterblatt ausstrahlen können und zwischen 15 Minuten und einigen Stunden anhalten
  • Übelkeit und (seltener) Erbrechen
  • Völlegefühl und Blähungen
  • Verstopfung und Durchfall im Wechsel
  • Schwindelgefühl
  • seltsame Empfindungen in der Herzgegend
  • Schmerzen unter dem rechten Schulterblatt
  • dunkel gefärbter Urin
  • hellgelber Stuhl

Wenn sich Steine in den Gallengängen festsetzen, kommt es zu krampfartigen, wellenförmigen Gallenkoliken. Dadurch versucht der Körper, das Hindernis zu beseitigen.

Die Schmerzen strahlen eventuell in die rechte Schulter aus. Wegen der Stauung kann das Sitzen erschwert sein. Koliken ziehen sich über mehrere Stunden hin und klingen ab, sobald das Hindernis beseitigt ist. Bei wiederholten Koliken sollte man einen Arzt aufsuchen.

Gallensteine können Koliken auslösen

Ein im Gallengang feststeckender Gallenstein löst eine Kolik aus, die sich durch heftigen Schmerz im rechten und mittleren Oberbauch bemerkbar macht, der von Minute zu Minute intensiver wird und über Stunden anhalten kann.

Dieser entsteht durch das krampfartige Zusammenziehen der Muskeln entlang der Gallenwege, wenn der Stein weiterbefördert werden soll. Die Schmerzen strahlen oft in den Rücken und in die rechte Schulter aus. Häufig werden sie von einem Druck- und Völlegefühl im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen begleitet. Auch eine Gelbfärbung der Haut kann auftreten.

Eine üppige, fettreiche Mahlzeit ist häufig Auslöser einer Kolik. Das Gallensteinleiden kann von unspezifischen Beschwerden wie Blähungen, Unverträglichkeit von Fett, Kaffee, Gebratenem und kalten Getränken begleitet sein. Gesellen sich Fieber und Schüttelfrost hinzu, muss an Komplikationen wie Gallenblasen- oder Bauchspeicheldrüsenentzündung gedacht werden.

Wenn eines oder mehrere dieser Symptome auftreten, wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt.

Obwohl Gallenblasenattacken häufig vorbeigehen, kann sich die Gallenblase entzünden und möglicherweise ruptieren (reißen), wenn die Blockierung bestehen bleibt.

Eine Verstopfung kann den nahe gelegenen Gang der Bauchspeicheldrüse blockieren, sodass eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) die Folge ist – eine potentiell lebensbedrohliche Situation. Selten stehen Gallensteine mit Krebs in Verbindung.

Können sich Gallensteine auch in der Leber bilden?

Alle Schadstoffe, die die Leber ausscheidet, werden zunächst in die feinen Gallengänge abgegeben. Mehr als 50.000 dieser Kanälchen durchziehen das Organ. Sie vereinen sich zu dem großen Gallengang, der zur Gallenblase führt.

Bei Personen, deren Leber durch eine zu fettreiche Ernährung, hohen Alkoholkonsum sowie durch Umweltgifte oder Medikamente belastet ist, können die feinen Kanälchen mit Gallensteinen verstopft sein. Diese befinden sich nicht in der Gallenblase, sondern im Inneren der Leber. Weil die kleinen Gallensteine nicht verkalkt sind, kann man sie im Röntgen- oder Ultraschallbild nicht erkennen.

Mögliche Folgen der in der Leber befindlichen Gallensteine sind:

  • Allergien
  • Hautentzündungen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Oberbauchbeschwerden
  • ständige Müdigkeit und Abgeschlagenheit

 

Diagnose: Wie werden Gallensteine diagnostiziert?

Oft erfolgt die Diagnose von Gallensteinen durch Zufall, etwa wenn der Bauchraum durch eine Sonographie (Ultraschall) untersucht wird. Wenn bereits Schmerzen bestehen, dann werden entsprechende Untersuchungen angeordnet:

  • Bluttest
  • Ultraschall-Untersuchung (Sonographie)
  • Röntgen-Untersuchung mit Kontrastmittel (ERCP)
  • Magnetresonanz-Cholangographie (MRC)

Gallenstein-Diagnose: Bluttest

Die Diagnose der Gallensteine erfolgt in vielen Fällen mittels eines Bluttests, der Entzündungen oder den Übertritt von Galle in das Blut nachweist.

Gallenstein-Diagnose: Sonographie

Eine Ultraschalluntersuchung gilt als einfachste Nachweismethode. Damit können 95 % aller Gallensteine ab einem Durchmesser von etwa 2 mm erfasst werden. Durch den Kalkgehalt erzeugen die Steine einen Schallschatten, der vom Ultraschallgerät aufgezeichnet wird.

Ebenso können die Größe, die Kontraktionsfähigkeit, Wand- und Formveränderungen der Gallenblase nachgewiesen werden. Um Gallensteine auszuschließen oder aufzufinden, wird eine aufwendige Sonographie aus mehreren Winkeln des Körpers durchgeführt.

Gallenstein-Diagnose: Endoskopische Retrograde Cholangiographie (ERCP)

Um Gallensteine in den Gallengängen zu lokalisieren wird die sogenannte EndoskopischRetrograde Cholangiographie (ERCP) angewendet. Dabei handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, das mittels eines Röntgenbildes abgebildet wird.

Der Arzt führt bei der Durchführung ein flexibles Kabel mit einer Kamera, ein Endoskop, vom Rachen durch den oberen Verdauungstrakt bis zum Gallengang. Darüber wird ein Kontrastmittel in die Gallengänge eingebracht, das auf einem Röntgenbild erkennbar ist. Wenn der Mediziner dabei einen Gallenstein findet, kann dieser zumeist sofort entfernt werden.

Gallenstein-Diagnose: Magnetresonanz-Cholangographie (MRC)

Alternativ ist die Durchführung einer sogenannten Magnetresonanz-Cholangographie (MRC) möglich, welche keine Strahlenbelastung für den Körper bedeutet. Dabei werden Schichtbilder des Systems der Gallengänge angefertigt. Im Gegensatz zur ERCP ist auch keine Endoskopie nötig, jedoch können etwaige Gallensteine nicht gleich entfernt werden.

Therapie: Wie werden Gallensteine behandelt?

Nachdem Gallensteine lange unentdeckt und ohne Schmerzen auszulösen bestehen können, ist auch eine Behandlung erst beim Auftreten von Beschwerden nötig. Eine akute Gallenkolik wird zunächst durch krampflösende, schmerzlindernde Medikamente behandelt.

Die Wahl der Behandlungsmethode richtet sich nach der Anzahl und Größe der Gallensteine. Es gibt mehrere Methoden, ein Gallenstein aufzulösen, zu entfernen oder zu behandeln:

  • Einnahme von Medikamenten: Gallengrieß kann durch eine medikamentöse Behandlung aufgelöst werden
  • Entfernung der Gallensteine im Zuge einer Endoskopischen Retrograden Cholangiographie (ERCP)
  • Entfernung der Gallenblase durch eine (laparoskopische) Operation

Gallenstein-Behandlung durch Medikamente

Kleinere Gallensteine können mithilfe eines bestimmten Wirkstoffes (UDCA) aufgelöst werden. Die Medikamente müssen dafür langfristig – in manchen Fällen länger als zwei Jahre – eingenommen werden. Öfters bleibt auch der Erfolg dieser Therapie aus und/oder es bilden sich nach dem Ende der Therapie neue Gallensteine.

Gallenstein-Behandlung während einer ERCP

Bei der Endoskopisch-Retrograden Cholangiographie (ERCP) wird ein Endoskop über den Rachen und die oberen Verdauungsorgane bis zur Gallenblase eingeführt, um diese zu untersuchen. Wenn im Zuge dessen Gallensteine entdeckt werden, können diese sofort entfernt werden.

Gallenstein-Behandlung durch die Entfernung der Gallenblase

Um die Bildung von Gallensteinen dauerhaft zu vermeiden, wird im letzten Schritt die gesamte Gallenblase operativ entfernt (Cholezystektomie). Diese kann minimalinvasiv durch eine Bauchspiegelung, eine Laparoskopie, erfolgen.

Dafür sind kleine Einschnitte im Bereich des Bauches erforderlich, durch die ein Kabel mit einer Videokamera sowie chirurgische Instrumente eingeführt werden können. Die großen Vorteile dieser Methode sind, dass sich keine neuen Gallensteine mehr bilden können und auch nur kleine Narben zurückbleiben. Die Rückkehr in den Alltag ist nach nur wenigen Tagen möglich.

Wenn die Gallenblase stark entzündet und geschwollen ist, ist die Durchführung einer offenen operativen Entfernung (Cholecystektomie) nötig. Diese erfolgt über einen größeren Schnitt des Chirurgen im Bereich der Gallenblase. Die Operation erfordert einen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt sowie einige Wochen der Erholung zu Hause.

Nach einer operativen Gallenentfernung leben die meisten Patienten beschwerdefrei. Es treten höchstens bei fettreichen oder schweren Mahlzeiten Verdauungsbeschwerden auf. Hier hilft eine leichte Ernährungsumstellung. Eine Schonkost ist nicht notwendig.

Kann man ohne Gallenblase leben?

Ja, denn die Leber produziert auch nach einer Cholecystektomie Gallenflüssigkeit, sodass das Essen verdaut werden kann. Die Galle kann dann nicht mehr in der Gallenblase gespeichert werden. Sie wird direkt in den Dünndarm abgegeben. Möglicherweise führt dies vorerst zu häufigerem Stuhlgang oder weicherem Stuhl. Wenn der Durchfall länger anhält, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Was tun, wenn die Schmerzen nach der Gallenstein-Behandlung bestehen bleiben?

Je besser die Gallenflüssigkeit fließen kann, desto geringer ist die Gefahr für Schmerzen und dem (erneuten) Entstehen von Gallensteinen. Auch nachdem ein Stein abgegangen oder eine Entzündung ausgeheilt ist, spüren viele Betroffene, insbesondere bei Belastung, weiterhin unangenehmen Druck und leichte Krämpfe im Bereich der Gallenblase.

Der Grund dafür liegt am Gedächtnis der Nervenfasern in den Gallengängen, die nach der starken Reizung auf kleine Veränderungen empfindlich reagieren. Diese Symptome wurden sogar nach der Entfernung der gesamten Gallenblase berichtet. In diesem Fall hat sich die Behandlung mit Akupunktur bewährt.

Leberreinigung: Alternativmedizinische Behandlung von Gallensteinen

Nach der amerikanischen Biophysikerin Hulda Clark sind fast alle Krankheiten – auch Krebs – auf den Befall mit Parasiten zurückzuführen. Diese Annahme ist medizinisch falsch und durch kann durch keine wissenschaftlichen Studien belegt werden.

Die von ihr entwickelte Leberkur zur Ausspülung von kleinen Gallensteinen findet sich jedoch in ähnlicher Form in der anthroposophischen Medizin sowie im indischen Ayurveda. Dabei werden nach Erfahrungsberichten während einer zweitägigen Kur bis zu mehrere hundert winzige, meist grünliche Steine ausgeschieden.

Durchführung einer Leberreinigung

Für eine Leberreinigung benötigt wird folgendes benötigt:

  • 4 EL Bittersalz (Magnesiumsulfat)
  • 125 ml kaltgepresstes Olivenöl
  • 1 große rosa Grapefruit
  • 4 bis 6 Ornithin-Kapseln (à 500 mg)

Bittersalz ist als weißes, kristallines Pulver in der Apotheke erhältlich. Es wirkt abführend und dient außerdem der Darmreinigung als Vorbereitung auf die eigentliche Leberkur. Das Olivenöl und die Inhaltsstoffe der Grapefruit leiten den Stuhlgang ein. Die Aminosäure Ornithin wird im Allgemeinen zur Förderung der Entgiftungsfunktion der Leber eingenommen. Sie soll den Nachtschlaf unterstützen und ist ebenso in der Apotheke zu beziehen.

Am späten Nachmittag wird mit der Zubereitung der Bittersalzlösung begonnen:

  • 100 g Bittersalz in ein großes Gefäß geben
  • Mit etwa 800 ml kaltem Wasser auffüllen
  • Es entsteht eine Flüssigkeitsmenge von 900 ml
  • 30 Minuten regelmäßig umrühren
  • Etwa 225 ml trinken
  • Zwei Stunden später erneut 225 ml einnehmen

Danach werden das Olivenöl und die Grapefruits verarbeitet:

  • 125 ml Olivenöl in ein verschließbares Gefäß füllen
  • Die zwei Grapefruits auspressen und das Fruchtfleisch filtern
  • Grapefruitsaft zum Olivenöl beigeben
  • Behälter verschließen und gut schütteln
  • Zwei Stunden nach der Einnahme der Bittersalzlösung trinken

Nach dem Trinken der Olivenöl-Grapefruit-Mischung legt man sich für etwa 20 Minuten auf die rechte Seite und winkelt das rechte Bein ab. So können die Gallensteine aus der Leber gespült werden. Danach kann geschlagen werden.

Am folgenden Tag wird wieder 225 ml der Bittersalzlösung getrunken, zwei Stunden später die übrige Flüssigkeit. In den Stunden danach sollte man sich entspannen und etwas stilles Wasser trinken und Früchte essen. Bis zum Abend sollte eine leichte Kost eingehalten werden.

Die erste Leberreinigung

Die erste Leberreinigung sollte ausschließlich unter therapeutischer Aufsicht und Anleitung erfolgen. Am besten wird dafür ein freies Wochenende ausgewählt und beispielsweise am Samstagabend begonnen.

Eine Leberreinigungs-Kur sollte nicht durchgeführt werden, wenn bereits sehr große Gallensteine vorhanden sind. Diese können eine schmerzhafte Kolik verursachen.

Fragen Sie auf jeden Fall Ihren Arzt, ob eine Leberkur gefahrlos möglich ist. Führen Sie zumindest Ihre erste Kur unter Anleitung eines erfahrenen Therapeuten durch.

Wenn die erste Kur erfolgreich war, kann sie regelmäßig erfolgen, etwa in einem Abstand von sechs Monaten. Wahrscheinlich werden immer wieder neue Steinchen zum Vorschein kommen. Das ist ein sicheres Zeichen dafür, dass die regelmäßige Kur wichtig für die Leber ist.

Welche Komplikationen können bei Gallensteinen auftreten?

Solange Gallensteine keine Beschwerden auslösen, sind sie im Normalfall nicht gefährlich. Wenn sie jedoch an Größe zunehmen und die Behandlung ausbleibt, kann das zu schwerwiegenden Komplikationen führen:

  • Entzündungen der Gallenblase, wenn ein Gallenstein den Austritt der Gallenflüssigkeit verhindert. Dadurch wird die Schleimhaut der Gallenblase gedehnt und gereizt. Das führt zu Fieber und Schmerzen im Oberbauch.
  • Entzündungen des Gallengangs führen ebenso zu starken Schmerzen in der Region der Gallenblase und Fieber. Sie können sich zu einer Gelbsucht entwickeln.
  • Entzündungen der Bauchspeicheldrüse sind sehr selten und lösen starke Schmerzen im Oberbauch, Fieber und Erbrechen aus. Sie werden meist durch Gallensteine ausgelöst, die nicht nur den Gallengang, sondern auch die Bauchspeicheldrüse blockieren. So sammeln sich die Säfte an und führen zu einer schweren, möglicherweise lebensbedrohlichen Entzündung.
  • Das Platzen der Gallenblase, wenn sich zu viel Gallenflüssigkeit aufgestaut hat, resultiert in einer ebenso lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung.
  • Entzündungen begünstigen die Bildung von Tumoren.

Können Gallensteine auch von selbst abgehen?

Es sind durchaus Fälle bekannt, bei denen Gallensteine aus der Gallenblase über den Gallengang in den Zwölffingerdarm gewandert sind. Das ist aber nur möglich, wenn sie einen Durchmesser von maximal einigen Millimetern umfassen.

Jedoch treffen sich an der Mündungsstelle des Zwölffingerdarms der Gallengang und der Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse. Es besteht die Gefahr, dass ein Gallenstein den Mündungsbereich verstopft und eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse auslöst.

Beim Abgang eines Gallensteins gibt es zwei Möglichkeiten:
Er wandert durch den Gallengang,

landet im Zwölffingerdarm und

verlässt den Körper

Er wandert durch den Gallengang,

landet im Mündungsbereich des Gallengangs und dem Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse.

Der Stein verstopft diesen Bereich und

führt zu einer Entzündung in der Bauchspeicheldrüse.

Zumeist verursachen Gallensteine bereits Beschwerden, bevor sie beginnen zu wandern. Man sollte sich dann keinesfalls darauf verlassen, dass diese von selbst abgehen. Eine ärztliche Behandlung ist dann unbedingt nötig, um Komplikationen vorzubeugen.

Wie kann man Gallensteinen vorbeugen?

Vorbeugung Gallensteine

Weil sich Gallensteine in Verbindung mit Fett bilden, muss zur Vorbeugung jedenfalls auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung geachtet werden. Ebenso hilft sportliche Betätigung und regelmäßige Bewegung, Gallensteine zu verhindern. Des Weiteren sind zahlreiche Mittel aus der Naturheilkunde bekannt, die unterstützend wirken können.

Gallenstein-Vorbeugung durch ausgewogene Ernährung

Durch die richtige Ernährung kann das Risiko für Gallensteine erheblich gesenkt werden. Besonders bei bestehendem Übergewicht sollten Maßnahmen ergriffen werden. Dafür sind unter anderem folgende Tipps zu beachten:

  • Ausgewogene Ernährung mit einem guten Verhältnis zwischen Kohlenhydraten (~50 % der täglichen Ernährung), Proteinen (~20 %) und Fetten (~30 %)
  • Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen
  • Reduktion der täglichen Kalorienzufuhr
  • Verzicht auf tierische Fette
  • Ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse
  • Ausreichend Flüssigkeitsaufnahme (1,5-2 l täglich)
  • Reduktion des Alkoholkonsums

Gehärtete Fette stellen eine Belastung für die Gallenblase dar. Sie erfordern ein Höchstmaß an Gallenflüssigkeit, um im Darm gespalten zu werden und um die verwertbaren Bestandteile für den Körper verfügbar zu machen. Bestimmte Lebensmittel belasten die Gallenblase besonders:

  • weiße Brat- und Frittierfette
  • Schlag- und Kaffeesahne
  • fettes Fleisch, Speck und geräucherte Wurst
  • fetter Käse, besonders Brie und Camembert
  • Nüsse und Mandeln (aufgrund ihres hohen Fettgehalts)
  • Schokolade
  • stark gerösteter Bohnenkaffee
  • Eier

Vitamin C gilt als natürlicher Schutzfaktor vor Gallensteinen, denn der Körper benötigt es, um Cholesterin in Gallensäure umzuwandeln. Fehlt dieses Vitamin, dann kann daraus eine erhöhte Cholesterinkonzentration in der Gallenflüssigkeit resultieren. Dadurch erhöht sich das Risiko für die Bildung von Gallensteinen.

Für die optimale Zufuhr von Vitamin C zur Vorbeugung drei bis fünf Mal täglich eine Messerspitze Vitamin C-Pulver in Wasser oder Fruchtsaft auflösen.

Falls Nebenwirkungen wie Durchfall oder Magenprobleme auftreten, sollte die Tagesdosis reduziert werden.

Gallenstein-Vorbeugung durch die Naturheilkunde

Wenn bekannt ist, dass Gallensteine vorliegen, können pflanzliche Mittel helfen, den Gallenfluss anzuregen. Die Wirkstoffe aus Heilpflanzen wie Artischocke, Löwenzahn und Schöllkraut dienen aber auch der Vorbeugung. Die enthaltenen Bitterstoffe wirken positiv auf die Galle.

Heilpflanzen zur Anregung des Gallenflusses:

  • Artischocken
  • Gelbwurz
  • Löwenzahn
  • Rettich
  • Schöllkraut

Heilpflanzen zur Behandlung von Krämpfen:

  • Erdrauch
  • Pfefferminze
  • Schöllkraut

Positive Wirkung auf die Gallenblase haben außerdem:

  • Kümmel
  • Mariendistel
  • Melisse
  • Schafgarbe
  • Wermut
Vor der Anwendung von Naturheilkunde sollte der Arzt konsultiert werden, da die Anregung des Gallenflusses nicht in allen Krankheitsfällen erwünscht ist.

Möglicherweise können dann bereits vorhandene Steine zum Wandern gebracht oder Koliken ausgelöst werden.

 

Nach oben
Aktuelles
Gallensteine Dr. med. Michael Spitzbart Gallensteine durch Cholesterin – Schützen Sie die Galle

Nehmen Sie zu viel Cholesterin zu sich, können sich Gallensteine bilden. Diese bleiben oft unentdeckt, können aber auch zu schmerzhaften Koliken führen.

Gallensteine Redaktionsteam Gesundheitswissen Olivenöl und Grapefruit befreien Sie von versteckten Gallensteinen

Kristalle aus Cholesterin, Gallensäuren und andere Schlacken können die feinen Lebergänge verstopfen und Ihr zentrales Stoffwechselorgan schwächen.

Gallensteine Redaktionsteam Gesundheitswissen Gallensteine: Wann Sie zum Arzt müssen

Wenn Ihre Gallenblase Galle ausschüttet, gehen unter Umständen ein oder mehrere Gallensteine ab. Durchfälle u. ä. können auftreten.