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Geschwollene Lymphknoten: Eine Warnung des Immunsystems

Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr über das Lymphsystem, Eigenschaften und Zusammensetzung der Lymphe sowie geschwollene Lymphknoten.

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Geschwollene Lymphknoten sind meistens Anzeichen einer Entzündung oder Infektion. Denn das lymphatische System ist ein wichtiger Teil der körpereigenen Abwehr.

Es besteht aus einem komplexen Netzwerk dünnwandiger Gefäße, die sich in den Geweben des Körpers verzweigen. In diesen Gefäßen fließt die Lymphflüssigkeit mit den weißen Blutkörperchen, die der Abwehr von Infektionen dienen.

Definition: Was sind Lymphknoten?

Entlang des Netzwerks befinden sich über den ganzen Körper verteilt hunderte kleiner Drüsen (Lymphknoten).

Sie sind Sammelstellen des Immunsystems, die Krankheitserreger herausfiltern, und helfen bei der Bekämpfung von Infektionen, indem sie die krank machenden Keime unschädlich machen.

Wenn einer oder mehrere Lymphknoten anschwellen, kann das auf eine bisher unentdeckte Krankheit hinweisen.

Die Ursachen für geschwollene Lymphknoten können unter anderem Infektionen wie eine Streptokokken-Angina sein.

Lage: Wo befinden sich Lymphknoten?

Lymphknoten kommen an bestimmten Stellen des menschlichen Körpers gehäuft vor. Sie finden sich an folgenden Stellen:

  • an Kopf und Hals (hinter dem Ohr, unterhalb des Ohrs, am Hinterkopf, Unterkiefer und Kinn, im Nacken und entlang der Halsgefäße)
  • in der Achselhöhle
  • in der Leiste
  • an den Kniefalten
  • in der Magen- und Lendengegend
  • im Brustraum
Lymphknoten im menschlichen Körper
Lymphknoten befinden sich in vielen Teilen des menschlichen Körpers. © arsdigital - Fotolia

Zum lymphatischen System gehören außerdem die folgenden Organe:

  • Milz
  • Thymus
  • Mandeln (Tonsillen)
  • Rachenmandeln (Polypen)
  • Knochenmark
  • Leber

Mögliche Ursachen für geschwollene Lymphknoten

Meistens liegen folgende Krankheiten zugrunde:

  • virale Infektionen wie zum Beispiel Pfeiffersches Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose)
  • bakterielle Infektionen wie Streptokokken-Infekte oder Hautinfektionen
  • Erkrankungen der Bindegewebe wie die chronische Polyarthritis (rheumatoide Arthritis)
  • Medikamenten-Unverträglichkeiten wie etwa gegen Penicillin und Chinidin

Jedoch können auch schwerwiegendere Krankheiten wie Tumore, Auslöser für geschwollene Lymphknoten sein.

Tumore, die im Lymphsystem entstehen, heißen Lymphome. Man unterscheidet dabei zwei Formen:

  1. Hodgkin-Syndrom
  2. Non-Hodgkin-Lymphom
Arzt tastet Lymphknoten

Lymphsystem GrundlagenDas lymphatische System (oder Lymphsystem) ist ein wichtiger Faktor im menschlichen Gefäßsystem. Erfahren Sie hier mehr, › mehr lesen

Beim Non-Hodgkin-Lymphom kommt es zur ungehemmten Teilung von Lymphozyten, die zu den weißen Blutkörperchen zählen.

Forscher einer Studie der Mayo Clinic berichten, dass therapeutische Erfolge bei der bösartigen Lymphknoten-Vergrößerung durch die Höhe des im Blut befindlichen Vitamin D-Wertes beeinflusst werden. Hierzu untersuchten sie in Zusammenarbeit mit der Universität Iowa 374 Patienten, die kurz zuvor am Diffus-großzelligem B-Non-Hodgkin-Lymphom erkrankt waren.

Neben den bei dieser Erkrankung üblichen Behandlungsmethoden wurde bei jedem Probanden der Wert einer bestimmten Vitamin D-Form, dem 25-Hydroxy-Vitamin D, untersucht. Hierfür wurden Blutproben herangezogen, die bereits vor Jahren – also vor der Behandlung – genommen und anschließend aufbewahrt wurden.

Bei der Hälfte der Studienteilnehmer stellte man fest, dass deren Vitamin D-Wert nur unzureichend war und unter 25 ng/ml (Nanogramm pro Milliliter) lag. Der Vergleich zu den Patienten, deren Vitamin D-Wert höher lag, führte zu einem klaren Ergebnis:

Die Studienteilnehmer mit dem geringen Vitamin-D-Spiegel hatten ein 1,5-fach höheres Risiko für ein weiteres Fortschreiten der Lymphknoten-Erkrankung sowie eine zweimal höhere Sterberate.

Dieses Ergebnis der Studie wurde Ende letzten Jahres der Amerikanischen Gesellschaft für Hämatologie vorgestellt.

Auch wenn das Studienergebnis nur vorläufig ist, betonen die Ärzte der Mayo Clinic: Es gibt starke Hinweise für einen Zusammenhang zwischen dem Ergebnis einer Krebsbehandlung und dem Vitamin D-Wert.

Darüber hinaus können Krebszellen aus benachbarten Organen wie Brust, Lunge oder Haut in das lymphatische System eindringen, sich dort vermehren und zu Schwellungen führen.

Auch durch Leukämie kann es zu solchen Schwellungen kommen.

Geschwollene Lymphknoten: Wann Sie zum Arzt gehen sollten

Sind Lymphknoten geschwollen, können sie innerhalb von ein paar Tagen auch wieder abschwellen.

Wenn aber die Schwellung nach einer Woche immer noch besteht, größer wird oder mit Fieber, Nachtschweiß oder unerklärlichem Gewichtsverlust einhergeht, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Geschwollene Lymphknoten können schmerzhaft oder auf Berührung empfindlich reagieren.

Geschwollene Lymphknoten während Erkältung
Geschwollene Lymphknoten deuten nicht unbedingt auf lebensgefährliche Krankheiten (wie z. B. Krebs), sondern möglicherweise auf eine Infektion oder einfache Erkältung. © Adobe Stock - Monkey Business

Meistens sind dies Hinweise auf eine gutartige Ursache wie beispielsweise:

Diagnose und Ausschlussverfahren: So geht der Arzt vor

Um die Ursachen für die geschwollenen Lymphknoten herauszufinden kann, Ihr Arzt folgende Befunde und Symptome berücksichtigen:

  • Dauer der Schwellung – Wenn eine Infektion oder ein anderer gutartiger Prozess vorlag, schwellen im Allgemeinen die Lymphknoten spätestens nach 7 bis 10 Tagen wieder ab. Wenn die Schwellung schon über 1 Monat besteht, kann sich dahinter eine ernstere Ursache wie eine chronische Infektion verbergen.
  • Ort der Schwellung – Am häufigsten findet man geschwollenen Lymphknoten am Hals, in der Achselhöhle und der Leistengegend. Gerade in der Leiste sind die Schwellungen aber häufiger und eventuell nicht so ernst zu nehmen.
  • Größe der Schwellung – Lymphknoten, welche die Größe einer Murmel (etwa 1 cm) erreichen oder größer sind und seit über 1 Monat bestehen, können möglicherweise (müssen aber nicht) krebsartig sein. Dies trifft besonders auf Schwellungen zu, die an Größe ständig zunehmen. Es kann sich aber auch hier um eine vollkommen harmlose Ursache handeln. Eine Untersuchung beim Arzt gibt Ihnen Aufschluss.
  • Alter der Patienten – Das Alter spielt eine wichtige Rolle. Auch bei Kindern treten geschwollenen Lymphknoten häufiger auf, die aber meist nach einigen Tagen wieder verschwinden.

Der behandelnde Arzt kann die Schwellung zunächst bis zu 4 Wochen beobachten, bevor er sich zu einer Behandlung entschließt.

Wenn die Lymphknoten-Schwellung nach dieser Zeit noch besteht, wird er einige Blutuntersuchungen machen oder eine Gewebeprobe entnehmen (Biopsie), um die Ursache zu klären.

Sobald diese gefunden wurde, wird Ihr Arzt zuerst die Ursache behandeln, da dadurch auch die Schwellung des Lymphknotens zurückgehen kann.

Der Tastbefund eines geschwollenen Lymphknotens kann dem Arzt einen wichtigen Hinweis zur Krankheitsursache geben, obwohl diese Untersuchungsmethode in einigen Fällen unangenehm oder sogar schmerzhaft sein kann.

Feste, aber nicht verhärtete Knoten können beispielsweise das Ergebnis einer Infektion oder Entzündung sein.

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