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Leberflecken - Warnzeichen, Ursachen und Möglichkeiten

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Inhaltsverzeichnis

Alles über Leberflecken

Leberfleck: Gutartige Ansammlung von Hautzellen, die den Farbstoff Melanin produzieren

Entstehung: Nicht restlos geklärt; es existieren angeborene und erworbene Leberflecken; möglicherweise spielen genetische Faktoren & Sonneneinstrahlung eine Rolle

Melanom-Risiko: Fehlbildungen auf der Haut auch dysplastische Naevi genannt, die flach bis leicht erhaben sind, min. 5 mm groß & sehr unregelmäßig gefärbt & geformt

Hinweise auf Hautkrebs: ABCDE-Regel: Asymmetrie, unregelmäßige Begrenzung, unregelmäßige Farbgebung (Colour), Durchmesser über 5 mm, Erhabenheit bzw. Entwicklung

Entfernung: Operativ, mittels Laser oder IPL-Technologie bei kosmetischen Entfernungen

Vorbeugung: Schwierig, u.a. Schutz vor der Sonnenstrahlung & Verzicht auf Solarien

Manche Leberflecke und Muttermale begleiten uns unser Leben lang. Andere treten auf und verblassen mit der Zeit wieder. In den meisten Fällen stellen sie keine Beeinträchtigung für uns dar und sind auch nicht gefährlich.

Muttermale und Pigmentmale können sich jedoch auch zu dem gefährlichen Hautkrebs entwickeln. Um diesen rechtzeitig zu erkennen, wird die ABCDE-Regel angewendet um mögliche Hautveränderungen zu beobachten. Dabei steht jeder Buchstabe für ein bestimmtes Merkmal, das auf risikoreiche Hautveränderungen bei Pigmentmalen und Altersflecken hindeuten könnte: Eine mögliche Asymmetrie eines Muttermals, eine unregelmäigeBegrenzung, eine unregelmäßige Farbe der Flecken (Colour), ein Durchmesser der größer als 5 mm ist und die Erhabenheit bzw. Entwicklung eines Muttermals.

In Zukunft sollen uns auch Smartphones bei der Diagnose unterstützen.

Was ist ein Leberfleck?

Der Begriff Leberfleck bezeichnet gutartige Ansammlungen von Hautzellen, die Pigmente bilden. Pigmente sind Substanzen, welche für die Farbe einer Zelle verantwortlich sind. Ihre Farben reichen von einem hellen, fast beigen Braun bis dunkelbraun und schwarz. Die Pigmentflecken können ähnlich klein wie Sommersprossen sein oder aber eine Größe von mehreren Zentimeter erreichen.

Auch wenn der Name es vermuten lässt: Die Entstehung von Leberflecken hat nichts mit der Leber zu tun. Man geht davon aus, dass die Bezeichnung aufgrund der braunschwarzen Farbe entstanden ist, welche der Leber ähnelt. Die Wissenschaft spricht zumeist von einem Pignemtnävus oder Lentigio.

Factbox: Nävus

In der Medizin wird der Begriff Nävus bzw. Pigmentnävus für alle gutartige Veränderungen der Haut, bestehend aus pigmentbildenden Melanozyten verwendet. Melanozyten sind Zellen des Körpers, welche farbige Pigmente enthalten. Sie sind auch für unsere Haar- und Hautfarbe verantwortlich.

Lentigio ist eine Form eines Pigmentnävus.

Was ist der Unterschied zwischen Leberfleck & Muttermal?

Leberfleck und Muttermal bezeichnen beide das gleiche: Das gehäufte Auftreten mehrerer pigmentreicher Zellen an einer Stelle. Die Wahrscheinlichkeit, ob jemand Leberflecken entwickelt, ist erblich bedingt.

Wie sieht ein Leberfleck aus?

Leberflecken und Pigmentmale können in vielen verschiedenen Farben, Formen und Größen auftreten. Sie können beim Darüberstreichen deutlich spürbar oder flach unter der Haut liegen. Die Pigmentflecken können eine sehr helle, beige-bräunliche Farbe oder eine dunkelbraun-schwarze Färbung aufweisen.

Man unterscheidet zwischen angeborenen und erworbenen Leberflecken.

  • Angeborene Leberflecken

Flecken dieser Form sind ab der zweiten Lebenswoche sichtbar. Sie sind vielfältig in ihrem Auftreten und zunächst hellbraun gefärbt. Mit der Zeit verändern sie sich, bleiben aber das ganze Leben lang bestehen.

  • Erworbene Leberflecken

Diese Art der Pigmentflecke tritt insbesondere dort auf, wo regelmäßig intensives Sonnenlicht auf die Haut trifft. Sie sind braun gefärbt, leicht erhaben und maximal 4 mm groß. Erworbene Leberflecken verändern sich im Laufe des Lebens, können verblassen oder verschwinden.

Hinweis

Gutartige, ungefährliche Leberflecken haben eine regelmäßige, beinahe einfärbige Oberfläche, die von der umgebenden Haut scharf abgegrenzt ist. Sie sind flach oder nur sehr leicht erhaben und maximal 5 mm groß.

Ursachen: Wie entstehen Leberflecken?

Während manche Leberflecken bereits im Säuglingsalter auftreten, entwickeln sich andere Pigmentmale und Hautveränderungen erst in späteren Lebensjahren, wie beispielsweise Altersflecken oder oft auch Sommersprossen. Warum die Pigmentansammlungen entstehen oder nicht, ist noch nicht vollständig geklärt. Man weiß jedoch, dass die Neigung zur Entwicklung von Muttermalen familiär gehäuft auftritt – als erblich bedingt ist.

Ein Leberfleck entsteht, wenn sich mehrere Melanozyten – das sind pigmentbildende Zellen – an einer Stelle in der Haut ansammeln. Sie produzieren den braunen Farbstoff Melanin. Die Färbung des Pigmentflecks ist umso dunkler, je mehr Melanin hergestellt wurde.

Wussten Sie?

Hautkrebs liegt dann vor, wenn die DNA der Melanozyten mutiert und sie beginnen, sich unkontrolliert zu vermehren. Man spricht dann von einem malignen Melanom.

Leberflecken können bereits seit den ersten Lebenswochen bestehen („angeborene Leberflecken“) oder sich im Laufe des Lebens als „erworbene Leberflecken“ entwickeln. Warum die Muttermale auf unserem Körper entstehen, ist nicht restlos wissenschaftlich geklärt.

Als potenzielle Ursachen für die vermehrte Entstehung von erworbenen Leberflecken gelten:

  • Erbliche Faktoren – gehäuftes Auftreten von Muttermalen in der Familie
  • Hormonelle Faktoren – Leberflecken entwickeln sich in der Pubertät oder Schwangerschaft mit einer höheren Wahrscheinlichkeit
  • Einwirkung von Sonnenstrahlen ohne entsprechenden Sonnenschutz
  • Häufige Sonnenbrände in der Kindheit
  • Regelmäßige Solariumbesuche

Sind Leberflecken gefährlich?

Aus manchen Leberflecken wachsen Haare, andere wölben sich spürbar auf der Haut. Hautveränderungen wie Muttermale und Altersflecken werden häufig als kosmetisch störend empfunden, wenn sie sich auf stets sichtbaren Hautstellen, wie zum Beispiel am Handrücken oder im Gesicht befinden.

Die meisten Leberflecken sind harmlos.

Eine spezielle Sorte, dysplastische Naevi, bedeutet unter Umständen ein erhöhtes Melanomrisiko.

Merkmale eines dysplastischen Naevus:

  • Flach oder teilweise flach
  • Durchmesser min. 5 mm
  • Unregelmäßige Begrenzungen & Pigmentierungen
  • Häufig beige bis dunkelbraun vor einem rosafarbenen Hintergrund

Wenn Sie oder andere Familienmitglieder eine große Zahl dieser Male besitzen und Melanome in ihrer Familie vorkommen, tragen Sie ein erhöhtes Risiko.

Was ist ein Melanom?

Bei einem malignen Melanom handelt es sich um eine bösartige Wucherung von Pigmentzellen. Es wird auch als schwarzer Hautkrebs bezeichnet. Diese besonders gefährliche Form ist dafür bekannt, schnell Metastasen im ganzen Körper zu verbreiten. Das maligne Melanom ist eine Hautkrankheit, die sehr häufig tödlich verläuft.

Pro Jahr erkranken in Deutschland nach Angaben des Deutschen Krebsregisters fast 25.000 Menschen an schwarzem Hautkrebs. Doch gerade bei dieser Krebsart stehen die Heilungschancen gut, wenn er rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

Tipp: Hautkrebs-Screening

Bei einem Alter über 35 finanziert die gesetzliche Krankenkasse alle zwei Jahre eine Vorsorgeuntersuchung beim Hautarzt.

Abgesehen von der Untersuchung beim Hautarzt können Leberflecken auch selbst kontrolliert werden. Bei der Unterscheidung zwischen Muttermal und Hautkrebs hilft die ABCDE-Regel.

Leberfleck oder Hautkrebs? – Die ABCDE-Regel

Um die Entwicklung eines gefährlichen Hautkrebses rechtzeitig zu erkennen und behandeln zu können, müssen Leberflecken regelmäßig überprüft werden.

 Merkmale eines verdächtigen Leberflecks:

  • Entwicklung im Erwachsenenalter
  • Entzündungen im Umkreis des Muttermals
  • Unregelmäßigkeit in der Ausbreitung
  • Farbveränderungen

Wenn Sie diese Symptome beobachten, sollte das betroffene Muttermal beim Hautarzt kontrolliert werden.

Um einen Pigmentfleck von Hautkrebs zu unterscheiden, wird die ABCDE-Regel abgewendet. Bei der genauen Untersuchung des Muttermals überprüft man:

  • Asymmetrie: Verdächtige Leberflecken haben eine unregelmäßige Form.
  • Begrenzung: Unscharfe Grenzen oder Auswüchse können auf Hautkrebs hindeuten.
  • Colour: Ein bösartiges Melanom hat keine einheitliche Färbung.
  • Durchmesser: Bei einer Größe über 5 mm kann eine Krebserkrankung vorliegen.
  • Erhabenheit: Tastbare Muttermale sollten vom Hautarzt genauer untersucht werden.
  • Entwicklung: Wenn sich ein Leberfleck nach mehreren Jahren plötzlich verändert und wächst, sollte eine ärztliche Kontrolle erfolgen.
Wichtig

Wenn Sie eines dieser Merkmale an einem Ihrer Muttermale beobachten, sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen.

Leberfleck ABCDE-Regel

Untersuchung & Kontrolle von Leberflecken beim Hautarzt

Vor der Untersuchung der Muttermale bespricht der Arzt bei einem Anamnesegespräch mit dem Patienten potenzielle Faktoren, welche das Risiko für bösartige Veränderungen der Haut steigern können.

Zu Risikofaktoren für die Entwicklung von Hautkrebs zählen:

  • Helle Haut
  • Rote oder blonde Haare
  • Helle Augen
  • Fälle von Hautkrebs in der Familie
  • Nikotinkonsum
  • Hohe Zahl an atypischen Leberflecken
  • Hohe Zahl an Sonnenbränden
  • Hohe Zahl an Röntgenuntersuchungen bzw. Strahlentherapie
  • Häufiger Besuch des Solariums

Beim Hautarzt wird jeder einzelne Leberfleck im Rahmen des Hautkrebs-Screenings mithilfe eines Dermatoskops (Brillenlupe) oder eines Auflichtmikroskops betrachtet. In der Regel kann der Mediziner anhand der ABCDE-Regel schnell einschätzen, ob ein Muttermal gutartig ist oder genauer untersucht werden muss und somit eine Diagnose feststellen.

Ist eine Pigmentzellen-Ansammlung auffällig, muss gegebenenfalls eine Entfernung erfolgen. Die verdächtigen Zellen werden im pathologischen Labor auf bösartige Veränderungen überprüft. Die Entfernung passiert chemisch, durch Vereisen oder eine Laserbehandlung. Abhängig vom Ergebnis legt der Arzt nachfolgende Therapien fest.

Faktoren die Hautkrebs begünstigen

Wann sollte man einen Leberfleck entfernen lassen?

Der Hautarzt entscheidet und berät, ob von einem Leberfleck ein Risiko für Hautkrebs ausgeht und er entfernt werden sollte.

Wenn ein Muttermal an einer ungünstigen Stelle des Körpers liegt, wo es durch Kleidungsstücke wie den Hosenbund oder andere Faktoren zu Reizungen kommen kann, wird zumeist eine Entfernung empfohlen. Selbstverständlich kann ein Pigmentfleck auch aus kosmetischen Gründen entfernt werden, wenn er eine Belastung für den Betroffenen darstellt – etwa an einer ständig sichtbaren Körperstelle oder ähnlichem.

Achtung

Sobald ein unauffälliger Leberfleck gereizt ist, juckt und zu Blutungen neigt, sollte er durch den Hautarzt kontrolliert werden.

Wie kann man Leberflecken entfernen?

Zur Entfernung von Muttermalen bzw. Leberflecken kommen im Normalfall folgende Methoden zum Einsatz:

  • Operative Entfernung
  • Laserbehandlung
  • Entfernung mit IPL (Intense Pulsed Light)

Operative Entfernung von Leberflecken

Wird ein Leberfleck operativ entfernt, muss kein Krankenhausaufenthalt oder eine Narkose stattfinden. Nach der Desinfektion wird eine örtliche Betäubung an der betroffenen Stelle durchgeführt. Danach entfernt der Hautarzt das Muttermal mit einem kleinen Skalpell. Das Anbringen von Nähten ist nur nach der Entfernung größerer Leberflecken notwendig.

Das entfernte Gewebe wird nach der Behandlung in ein pathologisches Labor geschickt, um festzustellen, ob die Zellen gut- oder bösartig sind.

Entfernung von Leberflecken mittels Laser

Die Entfernung von Muttermalen aus kosmetischen Gründen wird zumeist mittels Laser durchgeführt. Dieser ermöglicht eine präzise und sichere Behandlung ohne die Schädigung des umliegenden Gewebes. Auch bei dieser Methode wird die Hautstelle desinfiziert und betäubt.

Die Strahlen des Lasers können in die Zellen der oberen Hautschicht eindringen und den dort produzierten Farbstoff (Melanin) zerstören. Kurz nach der Laserbehandlung erscheint das Muttermal etwas dunkler. Ein Schorf bildet sich, der nach wenigen Tagen verschwindet.

IPL zur Entfernung von Leberflecken

IPL ist die Abkürzung für intense pulsed light (dt. intensives gepulstes Licht). Es handelt sich dabei um ein Gerät, welches hochenergetische Lichtblitze erzeugt, die ähnlich wie ein Laser die Pigmente im Inneren des Muttermals zerstören. Durch die Entfernung der Pigmente verblasst der Leberfleck nach der Behandlung.

Auch diese Therapie ist für die Entfernung aus kosmetischen Ursachen geeignet.

Entfernungsmöglichkeiten eines Leberflecks

Kann man Leberflecken vorbeugen?

Weil nicht genau bekannt ist, welche Mechanismen und Ursachen für die Entstehung von Leberflecken verantwortlich sind, sind konkrete Handlungsanweisungen zur Vorbeugung schwierig. Es ist jedenfalls nicht möglich, sich vollständig vor dem Auftreten von Pigmentflecken zu schützen.

Häufiges Sonnenbaden wirkt sich negativ auf die Gesundheit der Haut aus und ist als Risikofaktor für Hautkrebs bekannt. Darum sollte man vermeiden, sich zu lange Zeit und ungeschützt der Sonne auszusetzen. Insbesondere Sonnenbrände können die Haut schädigen, Pigmentstörungen begünstigen sowie die Bildung von bösartigen Melanomen auslösen. Das gleiche gilt auch für die UV-Strahlung im Solarium.

Vor allem Personen mit hellem Hauttyp sollten Sonnenschutzmaßnahmen ergreifen. Das bedeutet, so selten wie möglich ohne Sonnencreme oder Sonnenschutz auf der Haut in die Sonne zu gehen.

Fazit zum Thema Leberflecken

Wenn sich in unserer Haut an einer Stelle mehrere Zellen ansammeln, die den bräunlichen Farbstoff Melanin produzieren, wird dies als Leberfleck sichtbar. Warum genau diese Ansammlungen passieren, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Es gibt jedenfalls Muttermale, die schon unser ganzes Leben lang bestehen und andere, die erst im Laufe der Zeit in Erscheinung treten.

Leberflecken sind kein Grund zur Sorge. Es handelt sich um gutartige Veränderungen der Hautzellen. Dennoch sollte man sie im Blick behalten, damit die Entstehung von Hautkrebs rechtzeitig vermieden werden kann. Eine Hilfestellung für die Kontrolle von Pigmentflecken bietet die ABCDE-Regel. Die Leberflecken werden nach Symmetrie, Begrenzung, Farbe, Durchmesser und Erhabenheit bewertet. Bemerkt man dabei Veränderungen oder Unregelmäßigkeiten, sollte ein Hautarzt zur Abklärung aufgesucht werden.

Zur sicheren Entfernung von Leberflecken wird eine Operation unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Im Normalfall erfolgt dies ambulant. Sollen Muttermale aus kosmetischen Gründen entfernt werden, wird eine Laser- oder IPL-Therapie angewendet.

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