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Abszesse: Definition, Ursachen, Behandlung & Hausmittel

Gefährliche Abszesse können auf der Haut und im Körper entstehen. Sie erfordern eine ärztliche Behandlung! Hier lesen Sie mehr zu Symptomen und Therapie. (Foto: Lev Dolgatsjov - Fotolia)

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Inhaltsverzeichnis

Was sind Abszesse?

Im Spiegel entdecken Sie eine kleine rote Beule auf Ihrer Stirn. Sie fühlt sich weich an und drückt auf das umliegende Gewebe. Vielleicht handelt es sich dabei um einen oberflächlichen Abszess. Darunter versteht man eine Eitertasche, die sich durch eine bakterielle Infektion bilden kann. Sie können an jeder Körperstelle auftreten – sowohl auf der Haut als auch im Körper selbst, wie zum Beispiel Lungen, Unterleib oder Becken.

Wenn Sie einen Abszess entdecken, sollten Sie ihn auf keinen Fall ausdrücken, da sich die Infektion so verbreiten kann! Sie können einen warmen feuchten Umschlag auf die Stelle legen, der die Schmerzen lindert und die Schwellung zurückgehen lässt. Wenn die Schwellung aber nicht innerhalb einiger Tage verschwindet oder Sie Herzklappenprobleme, vor allem künstliche Herzklappen, oder Gelenkimplantate haben, sollten Sie schnell zu einem Arzt gehen. Denn Abszesse erfordern eine ärztliche Behandlung. Ohne diese kann sich die Infektion weiter ausbreiten und Lymphknoten oder sogar die Blutbahn erreichen, was schwere Konsequenzen hat.

Normalerweise lässt sich ein Abszess mit Antibiotika und Eiterdrainage behandeln. Oft ist es möglich, eine Drainage ohne größeren operativen Eingriff vorzunehmen.

Symptome: So erkennen Sie Abszesse

Ein Abszess innerhalb Ihres Körpers kann viele Symptome hervorrufen. Zu den Hinweisen, die auf einen Abszess oder auch andere Krankheiten deuten, gehören Fieber über 5 Tage oder länger, Schüttelfrost, unerklärbarer Gewichtsverlust und nächtliche Schweißausbrüche.

Abszesse verursachen häufig Beschwerden in ihrer unmittelbaren Umgebung, zum Beispiel Schmerzen in Magen, Brust oder Enddarm. Ein Unterleibs- oder Beckenabszess kann zu Veränderungen beim Wasserlassen oder Stuhlgang führen. Ein Brustabszess kann Hustenreiz oder Kurzatmigkeit verursachen.

Gehen Sie umgehend zu Ihrem Arzt, wenn Sie einen internen Abszess vermuten. Unbehandelt kann sich dieser vergrößern und die Infektion kann sich ausbreiten. Einige Abszesse können ohne sofortige Behandlung tödlich verlaufen.

Entstehung und Ursache

Wenn Bakterien in das Körpergewebe eindringen, werden sie schnell von weißen Blutzellen angegriffen. Eiter, der aus abgestorbenen Geweberesten, Bakterien und weißen Blutzellen besteht, bildet sich als Ergebnis dieser Abwehrreaktion. Anschließend wird diese Mischung durch die Bildung einer Tasche abgeschottet – der Abszess ist entstanden.

Abszesse können überall dort auftreten, wo Bakterien in den Körper eindringen können. Häufig bilden sie sich unter der Haut, wo sie durch die Infektion eines Haarfollikels, Schürf- oder Schnittwunden verursacht wurden.

Man unterscheidet zwischen Furunkeln/Karbunkeln (die in präformierten Strukturen wie Haarfollikeln oder Talgdrüsen entstehen, in der Haut die Regel sind und weit weniger gefährlich als Abszesse sind), Empyemen (in Hohlorganen – z.B. Gallenblasenempyem, Lungenempyem – nicht zu verwechseln mit Lungenabszess!) und eben Abszessen, die sich durch Ansiedlung von Keimen irgendwo im Gewebe entwickeln.

Meistens spannt ein Abszess die Haut und erscheint wie eine kleine rote Beule. Ebenso kann mangelnde Hygiene, raue Kleidung oder Hautkrankheiten wie Akne oder Entzündungen (Dermatitis) der Grund für die Infektion sein.

Zu den häufigsten Stellen für einen Abszess zählen das Gesicht, Hals, Achselhöhlen, Leiste, Pobacken oder Schenkel. Auch tief im Körper sind Abszesse möglich, wo sie schwerer zu behandeln sind. Häufige Stellen für interne Abszesse sind:

  • Zähne
  • Brüste
  • Knochen
  • Gehirn
  • Mandeln
  • Lungen
  • Leber
  • Beckenbereich
  • Blind- und Dickdarm
  • Enddarm und Anus

Die Ursache hängt meistens mit einer zugrundeliegenden Erkrankung, wie einer Divertikulitis, Darmentzündung, Pankreatitis, schlecht eingestellter Diabetes oder Zahnverfall zusammen. Patienten, die sich von einer Operation erholen, sind anfällig für eine Infektion im Bereich der Operationsnarbe.

Ärztliche Behandlung von Abszessen

Wenn Sie einen Hautabszess haben, kann Ihr Arzt den Eiter einfach absaugen. Wahrscheinlich brauchen Sie danach ein Antibiotikum, um den Heilungsprozess zu fördern und einem Wiederauftreten der Infektion vorzubeugen. Um einen internen Abszess abzuklären, kann Ihr Arzt Bild gebende Verfahren einsetzen, wie Röntgen, Computer-Tomographie oder Ultraschall. Wenn der Abszess gefunden ist, kann Ihr Arzt etwas Eiter absaugen, um herauszufinden, welche Erreger die Infektion verursacht haben.

Die nächste Behandlungsphase hängt wahrscheinlich von Anzahl, Größe und Vorkommen der Abszesse sowie deren Ursache ab. Ein bis mehrere Antibiotika können zum Einsatz kommen. Antibiotika alleine sind besonders erfolgreich bei der Bekämpfung vieler kleiner Abszesse, die in einem gut durchbluteten Organ wie der Leber vorkommen. Große Abszesse können für Antibiotika schwer zu durchdringen sein.

Jedoch müssen die meisten inneren Abszesse abgesaugt werden. Mit Hilfe von Bild gebenden Verfahren wie Ultraschall wird ein Katheter in den Abszess eingeführt und der Inhalt abgesaugt. Diese Methode wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert zwischen 10 und 45 Minuten. In seltenen Fällen kann auch eine kleine Operation nötig sein, um den Abszess erfolgreich zu leeren.

Nach der Entleerung werden Sie für weitere 2 bis 4 Wochen ein Antibiotikum einnehmen müssen.

Natürliche Heilmittel gegen Abszesse

Einige Heilpflanzen haben eine entzündungshemmende Wirkung, regen den Hautstoffwechsel an und verstärken die Durchblutung. Mit äußerlichen Anwendungen der Extrakte können Sie den Heilungsprozess daher deutlich beschleunigen.

Die folgenden Pflanzenextrakte haben sich bei Furunkeln bewährt:

  • Arnika (z. B. Arnikamill®, Kneipp® Arnika Kühlgel)
  • Kamillenblüten (z. B. in Hewekzem novo® Heilsalbe N, Kamillosan® Salbe)
  • Lärchenterpentin (z. B. in Ilon® Abszess-Salbe)
  • Teebaumöl (z. B. Teebaumöl Salbe Pharma Peter)

Tragen Sie die entsprechende Salbe mehrmals täglich auf den entzündeten Hautbereich auf. Achtung: Drücken Sie auf keinen Fall an einem Furunkel herum, er könnte sich nach innen entleeren und im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen.

Hefe: Ein Wundermittel bei Abszessen

Hefen sind einzellige Lebewesen, die zu den Pilzen gezählt werden. Als medizinische Hefe werden die frischen oder getrockneten Zellen aus den Stämmen der Saccharomyces cerevisae bezeichnet, die reich an B-Vitaminen, Aminosäuren und Zuckerverbindungen (Mannane und Glukane) sind. Der Gesamtkomplex dieser Inhaltsstoffe stimuliert die Fresszellen des Immunsystems, aktiviert den Hautstoffwechsel und kann das Anheften der Eiterbakterien an das Gewebe verhindern.

Wenn Sie daher gleich bei den ersten Anzeichen eines sich bildenden Abzesses mit der Einnahme eine Hefepräparats (z. B. Panaktiv®) beginnen, helfen Sie Ihrer Immunabwehr und Ihrer Haut, mit der eitrigen Entzündung besser fertig zu werden. Die kurmäßige Anwendung über drei Monate ist besonders dann zu empfehlen, wenn Sie immer wieder zu Abzessen neigen. Alternativ zu einem Fertigpräparat können Sie auch einen Versuch mit der wesentlich günstigeren Backhefe starten, die Sie in jedem Supermarkt erhalten. Kauen Sie davon einfach täglich dreimal ein kleines Stückchen.

Hochwirksame Hausmittel bei Abszessen

  • erweichende Leinsamen-Auflage: Verrühren Sie 100 g gemahlenen Leinsamen mit heißem Wasser, bis ein dicker Brei entsteht. Streichen Sie den Brei auf eine Mullkompresse und legen Sie sie dreimal täglich frisch zubereitet 20 Minuten lang auf den Furunkel auf.
  • eiteraustreibender Bockshornklee-Umschlag: Kochen Sie 100 g pulverisierten Bockshornkleesamen (aus der Apotheke) mit 100 ml Wasser auf. Streichen Sie den zähen Brei auf ein Baumwolltuch und legen Sie es dreimal täglich frisch zubereitet auf die entzündete Stelle.
  • eröffnender Salbenumschlag: Bestreichen Sie eine Mullkompresse messerdick mit Zugsalbe (Ichtholan® 20 %, Thiobitum®, Ilon® Abszess-Salbe). Fixieren Sie die Auflage mit einer Mullbinde auf dem Furunkel und lassen Sie sie über Nacht einwirken.
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