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Hepatitis – Ursachen, Symptome, Diagnose & Behandlung

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Inhaltsverzeichnis

Wissenswertes zu Hepatitis

Definition: Hepatitis ist eine Entzündung des Bindegewebes und Blutgefäßsystem und später der Leber

Ursachen: unterschiedliche Arten von Leberentzündungen (infektiös, toxisch, immunologisch)

Arten: Hepatitis A / B / C / D / E

Therapie: allgemein gut therapierbar. Je nach Art und Form bzw. Zustand der Leber lässt sich Hepatitis unterschiedlich behandeln

Fakten: 

  • 90% der Hepatitis-C-Erkrankten weltweit können innerhalb von 3-6 Monaten geheilt werden
  • jährlich erkranken etwa 400 Millionen Menschen an Hepatitis B und C
  • der Hepatitis Virus breitet sich durch mangelnde Lebensmittelhygiene, verschmutztes Wasser und fehlende Sanitäreinrichtungen aus
  • am meisten betroffen sind Entwicklungs- und Schwellenländer in Asien, Afrika und Südamerika

Definition: Was ist Hepatitis?

Hepatitis bezeichnet eine Entzündung der Leber mit verschiedenen Ursachen: Bei Viren unterscheidet man zwischen den klassischen Hepatitisviren und nicht-klassischen Hepatitisviren wie beispielsweise dem Mumpsvirus. Es handelt sich um eine infektiöse, toxische, immunologische oder auch anders bedingte Entzündung des Bindegewebes und Blutgefäßsystems und später des Parenchyms der Leber.

Eine Hepatitis ist eine Entzündung der Leber, die verschiedenste Ursachen haben kann.

Welche Arten von Hepatitis gibt es?

Darüber hinaus spielen Bakterien, Pilze, Parasiten, Gifte, physikalische Ursachen wie hohe Strahlenbelastung, immunpathologische Ursachen wie eine Autoimmunerkrankung, angeborene sowie extrahepatische (außerhalb der Leber liegende) Ursachen.

Je nach Typ variiert sowohl Gefährlichkeit als auch Heilbarkeit der Hepatitis. Liegt der Grund der Leberentzündung in einer anderen Grunderkrankung, spricht man von Begleithepatitis. Hepatitis verläuft akut oder chronisch.

Unter den am häufigsten vorkommenden viralen Hepatitiserkrankungen unterscheidet man zwischen:

  • Hepatitis A Virus (HAV)
  • Hepatitis B Virus (HBV)
  • Hepatitis C Virus (HCV)
  • Hepatitis D Virus (HDV)
  • Hepatitis E Virus (HEV)

Was sind die Ursachen für Hepatitis?

Hepatitis kann unterschiedliche Ursachen haben. Zu den häufigsten Ursachen zählen Infektionen mit Viren. In der Medizin unterscheidet man bei den virusbedingten Leberentzündungen folgende Formen:

  • Leberentzündungen, bei denen die Leberzellen direkt von Viren infiziert werden (Virushepatitis)
  • Leberentzündungen, die im Rahmen einer allgemeinen Viruserkrankung (z.B. Herpes) auftreten

Weitere mögliche Ursachen neben Infektionen mit Viren sind:

  • starker Alkoholkonsum
  • leberschädigende Medikamente (z.B. nicht-steroidale Antirheumatika wie Paracetamol oder Zytostatika)
  • Bakterien Infektionen (z.B. Salmonellen)
  • Parasiten Infektionen (z.B. Malaria)
  • Erkrankungen des Immunsystems
  • Morbus Wilson (Erkrankung / Störung des Kupferstoffwechsel der Leber)
  • Chemikalien (z.B. Lösungsmittel)
  • Fettleber
  • Reaktionen des Immunsystems auf Leberzellen (Autoimmunhepatitis)

Wie wird Hepatitis übertragen?

Hepatitis Verbreitung

  • Hepatitis A wird über den Stuhl infizierter Personen verbreitet. Die Übertragung erfolgt zumeist über kontaminiertes Wasser oder durch eine Schmierinfektion (z. B. Berühren von verschmutzten Gegenständen wie Toilettenspülungen, Türgriffen, Wasserhähnen, Handtüchern, Besteck, Gläsern sowie durch Handgriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln). Ungenügend gegarte Lebensmittel sind ebenso eine Infektionsquelle. Aber auch Eiswürfel, nicht abgekochtes Wasser, Speiseeis oder Obst und Gemüse, das nicht geschält werden kann. Die Übertragungsgefahr ist in der ersten Krankheitsphase, ungefähr zwei Wochen bevor der Infizierte die sichtbare Gelbsucht bekommt, am größten. Danach nimmt die Ansteckungsgefahr rasch ab, und nach einer Woche überträgt der Betroffene die Krankheit nicht mehr.
  • Bei Hepatitis B werden die Viren über ungeschützten Geschlechtsverkehr oder durch Blut übertragen. Hepatitis B gilt als die vierthäufigste infektionsbedingte Todesursache weltweit. Erfreulicherweise bessern sich diese Zahlen kontinuierlich, da viele Länder Hepatitis-B-Impfprogramme initiiert haben. – Langfristiges Ziel der WHO ist die Ausrottung von Hepatitis B mittels Impfung.
  • Hepatitis C wird nur durch direkten Kontakt mit infiziertem Blut übertragen. Unabhängig davon, ob das Blut frisch oder getrocknet ist. Der Virus überlebt einige Wochen.
  • Hepatitis D ist eine Entzündung der Leber, die ausschließlich bei Menschen mit Hepatitis B vorkommen kann. Der Erreger dieser Krankheit, das Hepatitis-D-Virus (auch: “Delta”), ist ein nicht vollständiges Virus, welches sich nur mithilfe des vom Hepatitis-B-Virus stammenden Oberflächenproteins vermehren kann. Somit schützt eine Impfung gegen Hepatitis B auch gegen Hepatitis D.
  • Das Hepatitis-E-Virus ähnelt dem Hepatitis A Virus. Es wird über den Stuhl infizierter Personen verbreitet. Die Übertragung erfolgt primär durch verunreinigtes Trinkwasser, kann aber auch durch eine Schmierinfektion und Ähnlichem übertragen werden. Eiswürfel, Speiseeis, ungeschältes Obst und Gemüse stellen ebenso eine Infektionsquelle dar.

In folgenden Fällen kann es zu einer Ansteckung führen:

  • Gemeinsame Benutzung von Spritzbesteck bei Drogenkonsum
  • verunreinigtes Werkzeug beim Tätowieren und/oder Piercen
  • Verletzungen beim Kontakt mit kontaminierten Spritzen/Werkzeug (Gesundheitsberufen)
  • Übertragung bei ungeschütztem Sex mit einer infizierten Person
  • Übertragung durch infiziertes Blut bei Eingriffen, bei denen Geräte nicht ausreichend gereinigt wurden (Operationen, Blutabnahme etc.)
  • Übertragung bei der Geburt von der Mutter auf das Kind 

Welche Faktoren erhöhen das Risiko für Hepatitis?

Das Risiko einer Ansteckung ist sehr hoch, wenn mehrere Menschen gemeinsam Gegenstände verwenden, die mit Blut verunreinigt sind (wie Kanülen, Ohrstecher oder Tätowier-Instrumente).

Die Hepatitis-B-Übertragung ist auch durch Haushaltskontakte möglich. Zum Beispiel, wenn mehrere Mitglieder eines Haushalts einen Rasierapparat gemeinsam benutzen.

Bei Reisen in Länder mit geringeren medizinischen Standards besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für die Übertragung von Hepatitis B durch Blutkonserven. Daher ist es ratsam, Bluttransfusionen nur in lebensbedrohlichen Fällen in Anspruch zu nehmen. Auch die in dortigen Spitälern benutzten Spritzen und Kanülen können verunreinigt sein und so die Ursachen für eine Hepatitis-B-Infektion bilden.

Hepatitis Ansteckungsrisiko

Spezielle Risikogruppen in Deutschland

Da Sie vor dem Auftreten von Symptomen jahrelang mit Hepatitis C infiziert sein können, sollten Sie sich untersuchen, wenn Sie:

  • eine Bluttransfusion vor 1991 erhielten,
  • Drogen intravenös oder intranasal konsumierten (auch nur ein einziges Mal),
  • eine Organtransplantation vor 1991 erhielten,
  • mit dem Blut anderer Personen in Kontakt kamen,
  • sich aufgrund von Nierenversagen der Dialyse unterzogen,
  • Konzentrate aus Gerinnungsfaktoren vor 1991 erhielten,
  • sich Ohrlochstechen, Bodypiercing, Tätowierung oder Akupunkturbehandlungen unterzogen, bei denen man keine sterilen Instrumente oder Nadeln benutzte.

Sie sollten sich testen, wenn einer dieser Fälle oder der Verdacht darauf auf Sie zutrifft. Wenn Sie meinen, dass Sie einem Risiko für Hepatitis C ausgesetzt sind, beraten Sie sich mit Ihrem Arzt.

Welche Symptome löst Hepatitis aus?

Die Erkrankung an Hepatitis bleibt oft vorerst unbemerkt. Die Symptome sindoft sehr allgemein und können auf vielerlei hindeuten. Diese Symptome gelten allgemein als die häufigsten:

  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Oberbauchbeschwerden

In manchen Fällen entwickelt sich auch eine Gelbsucht. Bei einer Gelbsucht tritt eine Gelbfärbung der Haut und der weißen Augapfelanteile auf. Der Stuhl entfärbt sich meist und es kommt zu einer Dunkelfärbung des Urins.

Ursache dafür sind die hepatitisbedingten Schäden der Leber. Der gelbe Gallenfarbstoff Bilirubin wird nicht mehr in ausreichendem Maße in die Galle und in den Darm abgegeben. Der Gallestau kann ebenso einen Juckreiz und Verdauungsstörungen hervorrufen.

Ebenfalls können diese Symptome bei Hepatitis vorkommen:

  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Erbrechen

Diagnose: Wie wird Hepatitis festgestellt?

Besteht ein Verdacht auf Hepatitis ist eine Blutabnahme und die Bestimmung gewisser Laborwerte führen dann zu einem genaueren Ergebnis:

Die Werte bestimmter Leberenzyme (GOT, GPT) sind bei Hepatitis erhöht. Auch der Wert für den gelben Gallenfarbstoff (Bilirubin) im Blut kann erhöht sein. Bei schweren Leberschäden durch Hepatitis verändern sich auch die Gerinnungswerte und die Menge des in der Leber produzierten Eiweiß Albumin.

Bestätigt sich der Verdacht auf Hepatitis, muss als nächstes die Ursache geklärt werden. Da Virushepatitiden besonders häufig sind, ist es sinnvoll zu ermitteln, ob eine derartige Infektion hinter der Leberentzündung steckt. Als orientierende Untersuchung eignen sich dazu entsprechende Antikörper-Tests und eine Untersuchung auf HBs-Antigen, ein Bestandteil der Hülle des Hepatitis B-Virus.

Beim Verdacht auf Autoimmunhepatitis können bestimmte Antikörper bestimmt werden, die bei dieser Erkrankung typischerweise vorkommen. Stoffwechselkrankheiten lassen sich oft durch entsprechende Blut- oder Urintests näher einkreisen.

Mit einer Ultraschalluntersuchung, der so genannten Sonographie, kann der Arzt Größe, Struktur und Kontur der Leber schnell und einfach analysieren. Insbesondere kann er dadurch andere Ursachen der erhöhten Leberwerte ausschließen.

Um den Grad der Entzündung besser abschätzen zu können, kann gegebenenfalls auch eine Entnahme von Gewebe (Biopsie) aus der Leber notwendig sein. Das Gewebe wird anschließend untersucht. Die Leberbiopsie ist die Methode, mit der sich genauere Aussagen zum Grad der Leberentzündung und zum Ausmaß der Leberfibrose treffen lässt.

Therapie: Wie wird Hepatitis behandelt?

Die Therapie der Erkrankung ist vielseitig. Daher gibt es keine allgemeine Behandlungsmethode, die hier genannt werden kann. Ausschlaggebend für eine Therapie von Hepatitis ist die Ursache der Erkrankung. 

Behandlung der viralen Hepatitis

Bei viraler Infektion gibt es keine Medikamente, die die Erkrankung heilen. Meist ist die Prognose bei der infektiösen Hepatitis aber sehr gut. Die Mehrheit der Patienten wird wieder vollständig gesund. Die Infektion ist jedoch ansteckend und meldepflichtig. Daher wird in vielen Fällen Quarantäne -die Isolierung der betroffenen Person – in Erwägung gezogen. In allen Fällen, vor allem bei Müdigkeitserscheinungen, wird Bettruhe verordnet.

Bei manchen Formen der viralen Hepatitis nehmen Patienten unterstützende Medikamente ein.

WICHTIG: Bei jeder Form von Leberentzündung, unabhängig von der Ursache, sollten Sie komplett auf Alkohol verzichten.

Behandlung anderer Formen von Hepatitis

Wichtig ist die Ursache von Hepatitis zu bekämpfen. Wenn Leberentzündung als Symptom auftritt, sollte an erster Stelle die eigentliche Erkrankung behandelt werden. Es ist von höchster Bedeutung die Entzündung möglichst schnell zu therapieren. Denn eine unbehandelte Hepatitis kann zu Leberkrebs führen.

  • Hepatitis durch Alkoholmissbrauch wird durch den kompletten Verzicht auf Alkohol behandelt.
  • Bei einer Autoimmunhepatitis werden Immunsuppressiva eingesetzt.
  • Eine nicht-alkoholische Fettleberhepatitis wird durch Gewichtsreduktion, gesunde Ernährung und Bewegung behandelt.

Bis zur vollständigen Ausheilung sollten Patienten vollständig auf Alkohol und fett-, sowie zuckerreiche Lebensmittel verzichten. Für allgemeine Gesundheitsförderung ist Stressreduktion empfehlenswert.

Natürliche Hilfen bei Hepatitis

Einige Pflanzen haben eine heilende Wirkung auf die Leber und können in der Behandlung von Hepatitis den Heilungsprozess fördern. Dazu gehören folgende Pflanzen (so genannte Phytotherapeutika):

  • Artischockenblätter
  • Erdrauchkraut
  • Javanische Gelbwurzel
  • Löwenzahnwurzel
  • Mariendistel
  • Brennnessel
  • Kurkuma
  • Ingwer

Diese Pflanzen findet man häufig in Form von Tee in der Apotheke. Die sogennante „Lebertee-Mischung“ unterstützt die Funktionen des Organs und hilft dabei, schneller auszuheilen. 

Prognose bei Hepatitis

Eine akute Hepatitis heilt meist von selbst wieder aus. Wird sie durch Medikamente oder Alkohol verursacht, hilft ein Verzicht auf Alkohol bzw. Medikamente, damit sich die Leber wieder erholen kann. Voraussetzung ist, dass das Organ noch nicht dauerhaft geschädigt ist.

Besonders bei Alkoholmissbrauch und Hepatitis C im chronischen Verlauf erhöht sich das Risiko, dass die Leber vernarbt (Leberzirrhose) und dauerhaft geschädigt ist. Auch Leberkrebs ist eine häufige Komplikation bei chronischer Hepatitis (v.a. Typ B). Eine Impfung kann hier wirksam schützen.

Erfreulicherweise bessern sich die Zahlen an Hepatitis Erkrankte kontinuierlich, da viele Länder bereits Hepatitis-B-Impfprogramme haben. Das langfristige Ziel der WHO ist die Ausrottung von Hepatitis B mittels Impfung.

Kann man an Hepatitis sterben?

Das Hepatitis-A-Virus verbleibt nicht im Körper, nachdem man von der Erkrankung geheilt wurde. Über 85 % der Menschen mit Hepatitis A genesen innerhalb von 3 Monaten und fast alle Patienten erfahren eine Verbesserung der Symptome innerhalb von 6 Monate. Das Sterberisiko ist sehr gering und liegt gewöhnlich bei Menschen mit einer chronischen Lebererkrankung vor.

Hepatitis B beginnt zumeist mit einer akuten Leberentzündung, welche in rund 95% der Fälle vollständig und ohne Folgen ausheilt. Bei einem geringen Prozentsatz der Infizierten geht die akute Hepatitis B jedoch in eine chronische Form über. Diese kann über viele Jahre zu einer fortschreitenden Leberschädigung führen.

Akute Hepatitis C ist sehr selten tödlich. Die Krankheit ist zunächst asymptomatisch und manifestiert sich nur als Schwäche und Müdigkeit. Etwa 20 von 100 Patienten können sichselbst heilen, während der Rest chronisch wird. Ab diesem Moment besteht die Gefahr zu sterben. Natürlich nicht sofort, aber in 10 bis 30 Jahren.

Wenn das Virus nicht zerstört wird, kann es die Leberzellen langsam aber sicher zerstören. Infolgedessen verliert das Organ seine Funktion vollständig, oder beschädigte Hepatozyten entwickeln sich zu einem bösartigen Tumor. Man stirbt nicht an Hepatitis C, sondern an den FolgenLeberzirrhose und Leberkrebs. Der Tod erfolgt durch akuten Mangel, Enzephalopathie (Schädigung der Gehirntoxine) und innere Blutungen.

Vorbeugung: Wie kann man Hepatitis verhindern?

Um Hepatitis A undE zu verhindern, ist auf Lebensmittel- undKörperhygiene zu achten: Hände nach jedem Toilettengang und vor dem Essen waschen.

In Ländern mit mangelhafter Hygiene sollten Nahrungsmittel nur gekocht oder geschält verzehrt werden. Trinkwasser sollte am besten in verschlossenen Flaschen gekauft werden.

Hepatitis B und C, die über Blut und Geschlechtsverkehr übertragen werden, können durch die Anwendung von Kondomen und das Vermeiden von direktem Blutkontakt verhindert werden.

Teilen Sie mit bereits infizierten Personen keine persönlichen Hygieneartikel (Nagelscheren, Rasierapparate, Zahnbürsten).

Hepatitis vorbeugen

Wie Sie Ihre Leber schonen:

  • Trinken Sie nur mäßig Alkohol
  • Achten Sie auf Ihr Körpergewicht und ausreichend Bewegung
  • Nehmen Sie Medikamente nur dann ein, wenn Sie diese wirklich benötigen

Gibt es eine Impfung gegen Hepatitis?

Eine Impfung gibt es aktuell ausschließlich gegen die Virustypen A und B. Gegen Hepatitis C und D sind noch keine Impfstoffe bekannt.

Grundsätzlich ist es einfach, einer Infektion mit Hepatitis-Viren vorzubeugen. Man muss sich an einige einfache Verhaltensregeln halten. Diese bestehen darin, dass man sich nicht in Situationen bringt, in denen einen Ansteckung mit Hepatitis wahrscheinlich ist.

Neue Wirkstoffe für Hepatitis C

Große Hoffnungen ruhen derzeit auf den neuen Wirkstoffen, speziellen Enzym-Hemmern (Protease- Hemmer), die die Vermehrung des HCV unterdrücken. Die beiden Wirkstoffe Telaprevir und Boceprevir sind als Tabletten derzeit verfügbar.

Für beide Substanzen ist belegt, dass sie mehr Patienten heilen als die bisherigen Standardmedikamente und die Therapiedauer erheblich verkürzen.

Wie jede wirksame Behandlung existieren auch bei dieser Therapie Nebenwirkungen. Am häufigsten treten bei Boceprevir (Unternehmen MSD) Müdigkeit, Übelkeit, eine Anämie sowie Kopfschmerzen und Geschmacksstörungen auf.

Ähnliche Ergebnisse wurden mit dem anderen Enzym-Hemmer, dem Telaprevir (Unternehmen Janssen-Cilag) erzielt.

Die Nebenwirkungen bei diesem Wirkstoff belaufen sich auf Hautausschläge sowie ebenfalls Anämien, Übelkeit, Müdigkeit und Kopfschmerzen.

Trotz des Fortschritts bedeuten die innovativen Wirkstoffe nicht die endgültige Lösung aller Probleme.

Beide Medikamente wirken gegen andere Genotypen von Hepatitis C als HCV-1 nur in geringer Form. Außer einem der neuen Protease-Hemmer müssen die Patienten weiterhin ihre beiden Standard-Medikamente nehmen.

Der Preis für die 20.000 bis 30.000 Euro teure Standardtherapie erhöht sich also noch mehr. Trotzdem besteht kein Zweifel daran, dass diese Mehrausgaben sich ökonomisch lohnen.

Es besteht die Möglichkeit, dass das Virus gegen beide Protease-Hemmer resistent werden kann. In diesem Falle verlieren die Medikamente ihre Wirkung. Weltweit suchen Forscher daher nach weiteren Wirkstoffen.

Ein Beispiel für eine potentiell wirksame Substanz stellt das Epigallocatechin-3-gallat (EGCG) dar, ein Inhaltsstoff des Grünen Tees. EGCG hindert das Hepatitis-C-Virus daran, in die Leberzelle einzudringen und sich dort zu vermehren. Dies haben kürzlich Wissenschaftler aus Hannover festgestellt.

Für die bessere Optimierung der aktuellen und künftigen Wirkstoffe hat die Deutsche Leberstiftung das Deutsche Hepatitis-C-Register eingeführt. Darin können sämtliche Therapieformen der Hepatitis C registriert werden, um als hilfreiche Quelle für wissenschaftliche Studien dienen zu können.

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