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Herpes - Übertragung, Risikofaktoren, Symptome & Behandlung

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Überblick zu Herpes

Definition: Durch Viren übertragene Infektionskrankheit, welche je nach Typus auf unterschiedlichen Körperstellen (häufig: Lippenherpes) Bläschenbildung auslöst. Die Bläschen sind mit infektiöser Flüssigkeit gefüllt.

Übertragung: Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen, Küssen, Gebrauch gemeinsamer Handtücher, wenn beim Erkrankten eine aktuelle Bläschenbildung vorliegt.

Risikofaktoren: Der Virus verbleibt ein Leben lang im Körper – der Ausbruch von Herpes wird durch verschiedene Faktoren begünstigt, z. B. Sonnenstrahlung, Stress, ein geschwächtes Immunsystem.

Symptome: Bildung von schmerzenden, flüssigkeitsgefüllten Bläschen an unterschiedlichen Körperstellen (z. B. Lippen, Genitalien,…).

Diagnose: Nach der Bildung der Bläschen eindeutig. Nachweis des Virus durch labordiagnostische Blutuntersuchungen möglich.

Behandlung: Bei Bläschenbildung: virenhemmende Salben, div. naturheilkundliche Hausmittel

Vorbeugung: Gesunder Lebensstil, Schutz vor den individuellen Auslöser-Faktoren (z. B. Sonne, Stress, …), Maßnahmen zur Verhinderung der Ansteckung

Herpesviren schlummern in fast jedem Menschen. Experten schätzen, dass etwa 60 bis 90 % aller Bundesbürger diese ungebetenen Gäste in sich beherbergen. Doch nur bei jedem Dritten machen sie sich bemerkbar.

Die Betroffenen leiden sehr unter den oft auch schmerzenden Herpesbläschen. Sie haben Probleme beim Essen und Trinken und sind verunsichert durch ihr äußeres Erscheinungsbild, das bei anderen wegen der Ansteckungsgefahr Berührungsängste auslöst.

Definition: Was ist Herpes?

Unter dem Begriff Herpes werden mehrere verschiedene Infektionskrankheiten zusammengefasst, die durch Viren übertragen werden. Sie alle machen sich durch eine Bläschenbildung an bestimmten Stellen des Körpers bemerkbar, etwa an den Lippen oder an den Genitalien.

Der häufigste Überträger ist der Herpes simplex Virus, welcher für Herpes labialis, die Bläschenbildung an den Lippen verantwortlich ist. Rund 90 % der Menschen sind mit dem Herpes-Virus infiziert, verspüren aber keine oder geringe Beschwerden. Trotz erfolgter Infektion erkrankt nicht jeder an Herpes.


© rob3000 – Fotolia

Wie wird Herpes übertragen?

Herpes ist eine Infektionskrankheit, die durch Viren übertragen wird. Die Familie der Herpesviren ist groß und besteht aus einigen hundert verschiedenen Formen. Sie rufen eine Vielzahl unterschiedlicher Krankheitsbilder hervor, beispielsweise Lippenbläschen, Genitalherpes, Windpocken, Gürtelrose oder auch Pfeiffersches Drüsenfieber.

Auslöser der klassischen Herpesinfektion ist der Herpes simplex Virus (HSV):

  • HSV Typ 1 ist in der Regel auf Mund und Lippen begrenzt, kann aber auch bei entsprechenden Sexualgewohnheiten die Genitalien befallen.
  • HSV Typ 2 befällt vor allem die Geschlechtsteile.

Infektion mit dem Herpes simplex Virus

HSV Typ I wird über eine Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen übertragen, beim Benutzen desselben Glases, durch Textilien (Handtücher), beim Küssen und bei sexuellem Kontakt.

Wussten Sie?

  • Herpesviren überleben bei Raumtemperatur bis zu 48 Stunden auf Textilien
  • Auch eine Maschinenwäsche von 40 Grad überstanden sie unbeschadet. Eine Übertragung nach dem Waschgang ist jedoch sehr unwahrscheinlich.
  • Bei einer Herpesinfektion sollte der Infizierte seine Hände jedenfalls immer mit einem separaten Handtuch abtrocknen. Waschen Sie Handtücher, Bett- und Leibwäsche bei 60 °C.

Meist erfolgt die erste Infektion schon im Kindesalter und kann viele Jahre symptomlos bleiben. Auch bei Erwachsenen bricht bei einer Erstinfektion mit dem Virus nicht immer gleich Lippenherpes aus.

Die Viren wandern über die Nervenbahnen zu den Ganglien (Nervenknoten) und verweilen dort in einem Ruhestadium. Hier überdauern sie, bis sie durch einen bestimmten Auslöser wieder aktiviert werden. Das kann Stress sein, aber auch eine Krankheit wie die Grippe.

Achtung bei Babys und Kleinkindern!
Babys in den ersten Lebenswochen sind durch Herpesviren besonders gefährdet. Stecken sie sich etwa an einem Lippenherpes von Kontaktpersonen an, kann das zu einer lebensbedrohlichen Enzephalitis (Gehirnentzündung) führen. Deshalb muss eine Ansteckung unbedingt vermieden werden.

Ausbruch der Krankheit Herpes

Bei einem Ausbruch von Herpes, etwa an den Lippen, handelt es sich nie um eine Neuinfektion. Ob und wann die Krankheit ausbricht, hängt vom Zustand der Abwehrkräfte ab. Das ist also nicht direkt beeinflussbar.

An den Lippen kribbelt und juckt es, ein Spannungsgefühl entsteht und kurze Zeit später folgen die Bläschen gefüllt mit der infektiösen Flüssigkeit. Sie platzen auf, trocknen zu Krusten ein und heilen normalerweise innerhalb einer Woche ab. In dieser Zeit ist die Ansteckungsgefahr enorm hoch.

Die ansteckenden Viren finden sich während einer Ausbruchphase der Herpesbläschen vor allem im Speichel. Es ist auch möglich, durch Schmierinfektionen andere Körperteile zu infizieren.

Formen von Herpes

Herpes kann grundsätzlich an allen Körperstellen wie im Genitalbereich, am Po, am Bauch oder Rücken auftreten. Darüber hinaus können innere Organe betroffen sein, allerdings ist dies selten und tritt in der Regel nur bei eingeschränkter Abwehrlage auf.

Der häufigste Krankheitserreger, der Herpes simplex-Virus ist für die Entstehung der typischen flüssigkeitsgefüllten Bläschen verantwortlich. Die Infektionen unterscheiden sich je nach ihrer Verortung am Körper:

  • Lippenherpes (Herpes labialis) betrifft die Lippen und die Mundpartie
  • Genitalherpes (Herpes genitalis) zählt zu den sexuell übertragbaren Krankheiten und entwickelt sich auf den äußeren Geschlechtsorganen.
Symptome Genitalherpes
  • Herpes-Infektion der Augen (Herpes corneae) ist sehr gefährlich und bedarf einer sofortigen ärztlichen Behandlung, ansonsten kann es zu Erblindung führen.
  • Herpes-Infektion des Gehirns (Herpes enzephalitis) bezeichnet eine Entzündung des Gehirns, die lebensbedrohliche Folgen haben kann.
  • Herpes-Infektion des Mundes (Stomatitis aphtosa) entsteht bei einer Übertragung von Herpes auf Kinder als sogenannte Primärinfektion und muss medizinisch behandelt werden!

Weitere Herpes-Infektionen stellen die vor allem im Kindesalter auftretenden Windpocken und die Gürtelrose bei Erwachsenen dar. Sie werden durch die Varizella-Zoster-Viren (VZV) ausgelöst. Diese werden durch Tröpfcheninfektion übertragen.

Herpes-Virusinfektion: Windpocken

Bei einer Erkrankung mit Windpocken entsteht auf dem gesamten Körper ein Hautausschlag, der bis zu 5 Tage bestehen bleibt und dann schnell abheilt.

Verlauf einer Windpocken-Infektion:

  • Innerhalb von 24 Stunden nach der Ansteckung: Bläschenbildung in verschiedenen Stadien im gleichen Hautgebiet
  • Die Bläschen enthalten zunächst eine klare Flüssigkeit, die sich bald trübt.
  • Die Bläschen trocknen unter Krusten- und Schorfbildung ab.

Zunächst sichtbare kleine Narben verschwinden gewöhnlich nach wenigen Monaten, ohne Spuren zu hinterlassen. Werden die Bläschen jedoch aufgekratzt, entstehen dauerhafte Narben.

Hinweis
Zu Komplikationen kann es kommen, wenn gleichzeitig eine weitere Infektion mit anderen Erregern hinzukommt.
In jedem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dies gilt insbesondere bei Erwachsenen mit Windpocken, da hier ernsthafte Komplikationen möglich sind.

Im Normalfall treten Windpocken nur einmal im Leben auf. Der Körper ist nach der erfolgreichen Abwehr immun.

Nach der ersten Infektion wandern einige Viren in die Nervenzellen nahe der Wirbelsäule. Dort halten sie sich im Allgemeinen über viele Jahre auf, ohne dass ein Rückfall stattfindet.

Herpes-Virusinfektion: Gürtelrose

Die in der Wirbelsäule ruhenden Viren können im Erwachsenenalter durch ein geschwächtes Immunsystem erneut aktiv werden. Sie rufen nun eine Gürtelrose, auch Herpes Zoster genannt, hervor.

Namensgebend ist der Hautausschlag, der gürtelförmig im Lendenbereich erscheint. Dieser Bereich des Körpers ist am meisten befallen. Sie kann aber auch an allen anderen Stellen des Körpers auftreten.

Verlauf einer Gürtelrose:

  • Allgemeines Krankheitsgefühl und leichtes Fieber
  • Starke Schmerzen
  • entzündlich gerötete, mit Flecken und Knötchen einhergehende Hautveränderungen
  • Entwicklung der Rötungen zu gruppenartig angeordneten Bläschen

Innerhalb der nächsten 7 bis 10 Tage entwickeln sich immer neue Hautausschläge. Bei einem unkomplizierten Verlauf folgen dann die Verkrustung und Abheilung des Ausschlags, die gewöhnlich nach etwa 2 bis 3 Wochen abgeschlossen sind.

Die Schmerzen, die häufig schon einige Tage vor Ausbruch des Ausschlags auftreten, stehen in Beziehung zum Alter. Bei Jüngeren sind sie seltener ein Problem, bei Älteren treten sie dagegen oft sehr ausgeprägt auf.

Sie können während der Abheilung verschwinden und danach wiederkehren.

Herpes-Virusinfektion: Pfeiffersches Drüsenfieber

Das Pfeiffersche Drüsenfieber, oder umgangssprachlich „Kissing Disease”, wird durch das Epstein-Barr-Virus aus der Familie der Herpes-Viren ausgelöst. Dieser Krankheitserreger ist weit verbreitet. Seine Übertragung erfolgt zumeist durch eine Tröpfcheninfektion über Speichel oder andere Körperflüssigkeiten bei engem Körperkontakt, etwa beim Küssen.

Nachdem der Virus in den Körper gelangt ist, kann es bis zu sieben Wochen dauern, bis das Pfeiffersche Drüsenfieber auftritt. Rund die Hälfte der infizierten Personen tragen den Erreger in sich, ohne je Symptome zu entwickeln.

Symptome bei Pfeifferschem Drüsenfieber sind:

  • Schwellung der Lymphknoten
  • Halsschmerzen
  • Fieber

Zur eindeutigen Diagnose der Krankheit wendet der Facharzt eine Blutuntersuchung auf die Antikörper an, die vom Immunsystem gegen das Epstein-Barr-Virus bildet. Die Behandlung erfolgt mittels fiebersenkenden und den Hustenreiz stillenden Medikamenten. Auch eine konsequente Schonung unterstützt den Heilungsverlauf. Nach zwei bis drei Wochen sind die Symptome im Normalfall verschwunden.

Auslöser und Risikofaktoren für Herpes

Herpesviren können Jahre im Körper überdauern, ohne eine Infektion auszulösen. Bei einer Schwächung des Immunsystems, zum Beispiel durch Stress werden sie aktiv und äußern sich als Bläschen an der Lippe, im Genitalbereich oder an anderen Körperstellen.

Lippenbläschen-Geplagten wissen schon bei den ersten Sonnenstrahlen: Jetzt ist besondere Vorsicht geboten. Doch nicht nur die hohe UV-Strahlung allein ist verantwortlich für einen Ausbruch der Viren.

Ursachen Lippenherpes

Weitere Risikofaktoren für den Ausbruch von Herpes sind:

  • Stress
  • Schlafdefizit
  • starke Sonneneinstrahlung (UV-Licht)
  • Ekelgefühle
  • Hautreizungen oder Hautverletzungen
  • Ein geschwächtes Immunsystem
  • Andere Virusinfekte, wie Fieber, Erkältung oder Grippe
  • kaltes Wetter
  • überheizte Räume und Klimaanlagen
  • hormonelle Umschwünge im Laufe des Zyklus und der Menstruation
  • Schwangerschaft

Tritt Herpes im Winter häufiger auf?

Die kleinen Bläschen treten gerade im Winter besonders häufig auf. Grund dafür ist, dass bei vielen Menschen die Kälte einer der Auslöser für die Lippenbläschen ist.

Zudem ist das Immunsystem im Winter eher geschwächt. Erkältungen sind häufiger, sodass sich das Abwehrsystem nicht effektiv genug darum kümmern kann, auch noch die Herpeserreger zu bekämpfen.

Symptome von Herpes

Am häufigsten zeigt sich der Herpes im Bereich des Mundes, besonders an den Lippen. Es äußert sich durch zum Teil juckende, schmerzhafte Bläschen, die im weiteren Verlauf der Erkrankung eintrocknen, verkrusten und abheilen. Diese Verlaufsform ist für fast alle Herpes-Infektionen typisch.


© Adobe Stock – Cherries

Wie verläuft Herpes?

Verschiedene Einflussfaktoren können die Herpesviren zu ihrer vermehrungsfähigen Form aktivieren, sodass sie beginnen, sich zu vervielfältigen. Die Viren wandern über die Nervenbahnen und befallen die oberen Hautschichten. Die typischen Bläschen an der Lippe oder anderen Körperstellen entstehen.

Herpes verläuft in mehreren Stadien:

  • Juckreizstadium: Kribbeln, Hautspannung oder Schwellung
  • Bläschenstadium: erste sichtbare Anzeichen von Anhäufungen kleiner Bläschen
  • Nässe-/Wundstadium: Die Bläschen platzen auf und hinterlassen eine nässende Wunde. Dies ist das schmerzhafteste Stadium mit der höchsten Ansteckungsgefahr.
  • Krustenstadium: Verschorfung, Juckreiz und Brennen mit Blutung, wenn die Verkrustung aufbricht.
  • Heilungsstadium: Die Verkrustung löst sich ab.

Im Normalfall sind die flüssigkeitsgefüllten Bläschen nach sechs bis zehn Tagen abgeheilt. Die letzten Symptome verschwinden spätestens nach zwei Wochen. Die Dauer hängt auch von individuellen Faktoren, etwa der Abwehrkraft des Immunsystems, ab.

Wie lange ist man mit Herpes ansteckend?

Sobald Bläschen erkennbar werden, ist Ansteckungsgefahr für Herpes gegeben. Die meisten Viren sind dabei in der Flüssigkeit in den Bläschen enthalten. Von ihr geht die größte Gefahr aus. Je weiter die Verkrustung fortschreitet, desto geringer ist auch das Risiko, sich anzustecken.

Diagnose Herpes

Ein Mediziner kann die Diagnose Herpes zumeist am Krankheitsbild und den Symptomen stellen. Oft ist es nicht notwendig, den Erreger im Labor zu analysieren. Möglicherweise müssen jedoch andere Erkrankungen ausgeschlossen werden.

Dies kann beispielsweise mithilfe einer Antikörperbestimmung passieren. Antikörper werden gebildet, wenn ein Krankheitserreger abgewehrt werden muss. Analysiert man die im Blut enthaltenen Antikörper, lässt sich anhand der typischen Form feststellen, ob sie das Immunsystem gegen Herpes gebildet hat.

Eine besonders sichere Bestimmung kann über die Analyse der Antigene erfolgen. Sie lösen die Bildung von Antikörpern zur Bekämpfung von Krankheitserregern aus und stammen in diesem Fall vom Herpesvirus.

Ähnlich verlässlich ist der Nachweis des Virus durch die sogenannte PCR-Methode. Dafür wird die DNA der Herpesviren im Labor vervielfältigt und untersucht.

Behandlung: Was hilft bei Herpes?

Mit der Behandlung von Herpes sollte man so frühzeitig wie möglich beginnen. Auch wenn sich ein Rückfall durch verschiedene Anzeichen (Jucken, Brennen, Kribbeln oder leicht ziehende Schmerzen) ankündigt. Wenn bereits Bläschen erschienen sind, kann eine rechtzeitige Behandlung die Dauer der Erkrankung und der Schmerzen deutlich verkürzen.

Erste Hilfe Maßnahmen bei Herpes



Als Erste Hilfe
Maßnahmen bei Herpes eignen sich:

Eiswürfel

  • Wickeln Sie einen Eiswürfel in ein sauberes Stofftaschentuch.
  • Pressen Sie diese Eispackung auf die Stelle, wo Sie die Herpesinfektion vermuten.
  • Achten Sie darauf, dass die behandelte Stelle nicht unterkühlt wird.
  • Gegebenenfalls eine Pause einlegen.
  • Sie können diese Behandlung auch mehrmals am Tag wiederholen.
  • Wichtig: Wechseln Sie das Taschentuch nach jeder Anwendung, damit es nicht zu einer Schmierinfektion kommt.

Zahnpasta
Viele Menschen schwören auf dieses einfache Hausmittel. Einfach Zahnpasta auf die betroffenen Hautstellen auflegen und bis zu zwei Stunden wirken lassen.
Seife
Seifen Sie die vermutete Infektionsstelle einfach ein und lassen Sie den Seifenschaum trocknen.
Mittel aus der Apotheke
Eine Herpescreme mit dem Wirkstoff Aciclovir ist heutzutage die erste Wahl bei der medizinischen Herpesbehandlung. Diese wird auch so früh wie möglich aufgetragen. Aciclovir stoppt die Vermehrung der Herpesviren.

Beachten Sie:
Bei allen Arten der Herpesbekämpfung mit Hausmitteln muss unbedingt auf Hygiene geachtet werden:
Waschen Sie sich nach jedem Kontakt mit der infizierten Stelle die Hände.
Wenn Sie öfter unter Herpes leiden, sollten Sie die Entstehung der Bläschen genau beobachten. Haben Sie in letzter Zeit häufig Stress? Dann sollten Sie nicht nur den Herpes bekämpfen, sondern zeitgleich auch die Ursachen des Stresses beseitigen.

Natürliche Mittel gegen Herpes

Naturmittel der Pflanzenmedizin können bei vielen Menschen die Dauer verkürzen. Zu geeigneten pflanzlichen Mitteln gegen Herpes gehören:

  • Aloe Vera
  • Honig bzw. Propolis
  • Rhabarberwurzel
  • Salbei
  • Sonnenhut
  • Teebaumöl

Zur Anwendung werden die Substanzen mit einem Wattestäbchen tupfend auf das Bläschen aufgetragen. Wenn die Blasen länger als die üblichen zehn Tage bleiben oder Fieber auftritt, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Homöopathie bei Herpes

Für die Behandlung von Herpes mit homöopathischen Mitteln wird aus der folgenden Tabelle jene Substanz ausgewählt deren Wirkung den persönlichen Beschwerden am ähnlichsten ist.

Homöopathischer WirkstoffAnwendung bei Herpes
Arsenicum albumBei starkem Brennen und trockener Haut rund um die Bläschen.
Natrium muriaticumBei Herpes, der durch starke Sonneneinstrahlung oder Sorgen ausgelöst wurde.
Rhus toxicodendronBei Herpes, der während einer fieberhaften Erkrankung, etwa einem Magen-Darm- oder grippalen Infekt aufgetreten ist.
SulfurBei wiederholtem Ausbrechen von Herpes und stark juckenden, brennenden Bläschen.

Zur Anwendung von Homöopathie bei Herpes:

  • Fünf Globuli in Wasser auflösen
  • Sorgfältig umrühren
  • Jeweils einen Schluck in einem Abstand von 15 Minuten trinken

Ein Geheimtipp ist eine Art homöopathischer Impfung, durch die das Immunsystem schrittweise lernt, die Viren unter Kontrolle zu halten. Dabei wird genauso vorgegangen wie bei einer Desensibilisierung zur Überwindung von Allergien. Die Behandlung erfolgt während eines beschwerdefreien Intervalls.

Durchgeführt wird die Therapie mit einer homöopathischen Aufbereitung von Herpes-simplex-Viren, die der Therapeut einige Wochen lang zweimal wöchentlich unter die Haut spritzt. In vielen Fällen kann dadurch dauerhaft ein neues Aufflammen der Viruserkrankung verhindert werden.

Honig und Propolis gegen Herpes

Seit Jahrtausenden setzen Ärzte und Heilkundige auf die Kraft des Honigs. Die Inhaltsstoffe wirken antibiotisch bzw. entzündungshemmend, steigern die Abwehrkräfte und unterstützen die Wundheilung.

Bienen produzieren nicht nur Honig, sie liefern auch andere Gesundheitsprodukte. Pollen, Propolis und Gelee Royale sind Bestandteile der so genannten Apitherapie (von Apis mellifera, lateinisch für Honigbiene).

Bei Propolis handelt es sich um das Harz von Bäumen, welches Bienen durch ein Drüsensekret geschmeidig machen und als Wabenkitt verwenden. Diese Dichtmasse besitzt eine starke pilz-, viren- und bakterienabtötende Wirkung. Die Bienen schützen sich damit selbst vor Krankheitserregern. Sie desinfizieren die Innenwände der Waben, ehe die Bienenkönigin mit dem Legen der Eier beginnt.

Dem Menschen wird Propolis bei Entzündungen im Hals-, Nasen- und Rachenbereich, Zahnfleischentzündungen, Hauterkrankungen und Magen- und Darmbeschwerden empfohlen.

Propolis wirkt:

  • schmerzlindernd
  • entzündungshemmend
  • durchblutungsfördernd
  • zusammenziehend
  • entspannend
  • krampflösend
  • wundheilend

Die Anwendung kann sowohl innerlich als auch äußerlich erfolgen. Man unterscheidet naturbelassenen Rohpropolis und verarbeiteten Propolis. Beide Formen gibt es in pulverisierter oder granulierter Form. Darüber hinaus ist Propolis als Tinktur, Extrakt, Tabletten, Dragees und Salbe erhältlich.

Anwendung von Honig Propolis bei Herpes:

  • die Bläschen sechs Mal am Tag mit einem sterilen Mulltupfer aus der Apotheke mit betupfen
  • mindestens 15 Minuten einwirken lassen

Melisse gegen Herpes

Eine sehr bewährte naturheilkundliche Anwendung gegen Lippenherpes ist Melissen-Tinktur. Sie hemmt die Vermehrung der Herpes-Viren und hat für den Körper keinerlei schädliche Wirkungen.

Melissen-Tinktur kann ganz einfach selbst hergestellt werden:

  • eine Handvoll frische Melissenblätter in einem verschließbaren Glasgefäß mit 100 ml Doppelkorn oder Wodka übergießen
  • Glas verschließen und für vier Wochen an einen warmen Ort stellen
  • Anschließend die Flüssigkeit filtern

Die Tinktur wird bei den ersten Anzeichen von Lippenherpes auf die betroffene Stelle getupft. Sie unterbindet die weitere Vermehrung der Herpesviren.

Roter Sonnenhut (Echinacea) gegen Herpes

Die Inhaltsstoffe des Roten Sonnenhuts (u. a. Alkamide, Polysaccharide, ätherisches Öl) aktivieren die unspezifische Immunabwehr, indem sie die Anzahl der weißen Blutkörperchen (Granulozyten) erhöhen, wodurch die Aktivität der Fresszellen des Immunsystems (Makrophagen) gesteigert wird.

Anwendung von Sonnenhut (Echinacea) bei Herpes:

  • Einnahme eines Präparats aus der Apotheke bei den ersten Anzeichen
  • Äußerliche Anwendung von Tropfen auf die befallene Hautstelle

Zinkwasser gegen Herpes

Mit der Zinkwasserbehandlung gegen Herpes sollte begonnen werden, sobald ein Spannungsgefühl oder leichtes Kribbeln auf den Lippen zu spüren ist:

  • 4 g Zinksulfat (aus der Apotheke) in 100 ml abgekochtem, abgekühlten Wasser auflösen
  • Alle 30 Minuten ein in die Lösung getränktes Wattestäbchen auf die betroffene Stelle auftragen

Medikamentöse Mittel bei Herpes

Tritt der Lippenherpes sehr häufig auf und bringt etwa berufliche Beeinträchtigungen oder schwere Hautläsionen mit sich, sollte eine längere medikamentöse Vorsorgebehandlung in Betracht gezogen werden.

Zur Therapie der Herpes-Viren werden von der Schulmedizin sogenannte Virostatika wie Aciclovir eingesetzt. Sie hemmen die Vermehrung der Viren. Der Hautarzt kann spezielle Herpes-Medikamente zur Einnahme verordnen. In manchen Fällen hat sich auch die Kombination mit kortisonhaltigen Medikamenten bewährt.

Immer häufiger trifft die Infektion Menschen, deren Immunsystem beeinträchtigt ist und es werden andere Maßnahmen erforderlich. Inzwischen hat sich eine Aciclovir-Resistenz entwickelt. In diesem Zusammenhang sind wiederum Naturprodukte von sehr großem Interesse.

Virostatika gegen Herpes

Lippenherpes lässt sich nicht heilen. Man kann ihn heute jedoch erfolgreich behandeln oder unterdrücken.

Sobald das typische Gefühl und Kribbeln an der Lippe auftreten, sollte sofort mit der Behandlung begonnen werden. So wird die Ausbreitung des Herpes begrenzt und die Abheilung beschleunigt. Dafür wird mehrmals täglich eine antivirale Salbe angewendet.

Es sind verschiedene medizinische Wirkstoffe zur Behandlung von Herpes erhältlich:

  • Aciclovir
  • Penciclovir
  • Docosanol

Aciclovir

Cremes mit dem Wirkstoff Aciclovir hemmen die Vermehrung der Herpesviren und können dann das Aufbrechen der Bläschen eindämmen. Verhindern können sie es allerdings meist nicht mehr.

Penciclovir

Der rezeptfrei erhältliche Wirkstoff Penciclovir soll noch schneller zur Verkrustung der Bläschen führen, wenn er so früh als möglich angewendet wird. Auch Schmerzen und Spannungen werden gemildert.

Doconasol

Doconasol verhindert, dass die die Hülle des Virus und die Membran (Wand) der betroffenen Hautzelle miteinander verschmelzen. Die Viren können so nicht mehr in die Zelle eindringen und sich dort vermehren.

Er wirkt daher anders als die beiden bisher gängigen Wirkstoffe Aciclovir oder Penciclovir, welche die Virusvermehrung erst stoppen, wenn die Viren bereits in die Zelle eingedrungen sind. Doconasol ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Sobald erste Anzeichen auftreten, wird die Creme dünn mit Hilfe eines Wattestäbchens aufgetragen.

Herpespflaster

Ein Herpespflaster aus der Apotheke ist dünn und durchsichtig und wird direkt auf das Lippenbläschen aufgetragen, so dass es dieses vollständig abdeckt. Es arbeitet mit den Elementen der sogenannten Hydrokolloid-Therapie.

So wirkt ein Herpespflaster:

  • Es bildet eine feuchte Kammer
  • Es nimmt die Blasenflüssigkeit auf
  • Die Blasenflüssigkeit kann dadurch teilweise verdunsten
  • Ein Flüssigkeitspolster wird über der entzündeten Stelle gebildet

So entsteht ein optimales Milieu für die feuchte Wundheilung, wobei die Bläschen nicht austrocknen, sondern sich zurückbilden. Zudem wird die Schorfbildung verringert. Dies führt zu einer rascheren Linderung der Symptome, die durch die offene Wunde entstehen.

Der Wundschorf kann dadurch nicht aufreißen und die Wunde ist vor Nässe und Verunreinigungen von außen geschützt.

Was bringt ein Herpespflaster?

  • Linderung der Symptome
  • Vorbeugung gegen Aufreißen der Verkrustungen
  • Schutz vor Nässe und Verunreinigung
  • Möglichkeit zum Überschminken

Da das Pflaster keinen Wirkstoff enthält, ist es grundsätzlich auch für Schwangere, Stillende und Kinder geeignet. Diese sollten allerdings bei Ausbruch von Lippenherpes zur Sicherheit einen Arzt aufzusuchen.

Krankheitsverlauf und Prognose bei Herpes

Herpes verläuft im Normalfall harmlos. Die Anwendung von heilungsunterstützenden Mitteln kann die Beschwerden, wie auch die Krankheitsdauer deutlich verringern. Lediglich die Erstinfektion mit dem Herpesvirus kann, insbesondere in der Kindheit, etwas gravierender ausfallen. Doch auch diese ist medikamentös gut zu behandeln.

Sollten die Bläschen auf der Haut, beziehungsweise andere Herpes-Symptome für länger als zwei Wochen bestehen bleiben, ist eine Vorsprache beim Arzt anzuraten.

Gibt es eine Impfung gegen Herpes?

Trotz intensiver Forschung gibt es kein Medikament oder eine Impfung, welche vor einer Ansteckung durch Herpes schützt oder die im Körper „versteckten“ Viren vernichten kann. Mithilfe verschiedener Medikamente oder alternativmedizinischer Mittel kann der Verlauf der Erkrankung gemildert bzw. dem Ausbruch vorgebeugt werden.

Vorbeugung gegen Herpes

Eine gesunde Lebensweise mit abwechslungsreicher Ernährung, Bewegung und ausreichend Schlaf stärkt das Immunsystem des Körpers. Darüber hinaus helfen folgende Vorgehensweisen, Herpes vorzubeugen:

  • Tragen Sie bei starker Sonneneinstrahlung Cremes mit hohem Lichtschutzfaktor auf Ihre Lippen und die Region um Ihren Mund auf. Am wirkungsvollsten sind Sun-Blocker-Pasten.
  • Verringern Sie im Falle einer Bläschenattacke die Ansteckungsgefahr: Berühren Sie die Bläschen nicht mit den Händen, denn Sie können das Virus auf andere Körperstellen übertragen. Waschen Sie sich oft die Hände. Küssen und enger Körperkontakt müssen warten, bis die Bläschen abgeheilt sind.
  • Berühren Sie auf keinen Fall Neugeborene und halten Sie sich von immungeschwächten Menschen gänzlich fern, wenn Sie im akuten Stadium sind.
  • Meiden Sie möglichst Stresssituationen. Bei nicht vermeidbarem Stress helfen Ihnen spezielle Entspannungsübungen wie beispielsweise Yoga oder autogenes Training.
  • Auch auf ausreichenden Schlaf sollten Sie achten.
  • Stärken Sie Ihr Immunsystem durch Bewegung und sportliche Betätigung. Gemeinsam mit einer ausgewogenen Ernährung kann dies Ihre Herpesbläschen-freien Phasen verlängern.
Hinweis
Wenn Sie herausgefunden haben, welche Anlässe bei Ihnen zum Ausbruch der Infektion führen, können Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über eine vorbeugende Behandlung sprechen.
Sie ist besonders dann wichtig, wenn Sie die Risikosituationen nicht vermeiden können, etwa am Arbeitsplatz. Hier lässt sich beispielsweise Aciclovir-Salbe vorbeugend einsetzen. Steht Ihnen etwas bevor, das bei Ihnen erfahrungsgemäß zum Ausbruch von Herpes führen könnte, verwenden Sie vorsorglich die Salbe, auch wenn Sie noch keine Anzeichen spüren.

Die folgenden alternativmedizinischen Therapieverfahren können dauerhaft bei der Vorbeugung von Herpes helfen:

  • Akupunktur: klassische Nadeltechnik und Elektroakupunktur
  • Darmsanierung: mit Milchsäurebakterien bei Störungen der Darmflora und dadurch bedingter Abwehrschwäche
  • Eigenbluttherapie: mit homöopathisiertem Eigenblut, eventuell auch homöopathisierten Pflanzen
  • Klassische Homöopathie: z. B. die Mittel Dulcamara, Rhus toxicodendron oder Mezzereum
  • Kneipp-Therapie: z. B. Kalte Güsse, Wasser- und Tautreten sowie Saunieren zur allgemeinen Abwehrsteigerung
  • Neuraltherapie: Injektion von lokalen Betäubungsmitteln (Procain, Lidocain) um die Lippen
  • Orthomolekulare Therapie: mit Vitamin C (200 bis 500 mg/Tag), Zink (15 mg/Tag) und Selen (50 µg/Tag) zur gezielten Abwehrsteigerung
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