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Leberschäden durch spezielle Nahrungsergänzungsmittel?

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Sicherlich haben Sie auch schon einmal etwas von der Firma „Herbalife“ gehört. Es handelt sich dabei um einen amerikanischen Konzern, der Nahrungsergänzungsmittel vertreibt: Hierbei geht es um Vitamine, Mineraltabletten und viele weitere ähnliche Produkte.

Diese sollen unter anderem beim Abnehmen helfen. Ärzte aus der Schweiz und aus Israel warnen aber jetzt vor diesen Mitteln.

Denn ihrer Meinung nach sollen diese im schlimmsten Fall zu schweren Leberschäden führen können.

Nahrungsergänzungsmittel für Leberschäden verantwortlich?

Mindestens 22 Menschen, die die entsprechenden Produkte zwischen den Jahren 1998 und 2004 eingenommen hatten, waren an zum Teil lebensgefährlichen Leberschäden erkrankt; zwei benötigten sogar eine Lebertransplantation und einer verstarb.

Dass die Leberschäden durchaus in Zusammenhang mit den Produkten von Herbalife stehen können, beweisen 5 Fälle.

Den Betroffenen wurde von ihren Ärzten geraten, die Mittel abzusetzen, als die Leberschäden erkannt wurden. Nachdem sich die Leber wieder erholt hatte, verwendeten die Patienten die Produkte dann wieder; mit dem Ergebnis, dass sich die Leberwerte wieder deutlich verschlechterten.

Laut Herbalife soll es allerdings angeblich keinen Zusammenhang zwischen den aufgetretenen Organschäden und den eingenommenen Mitteln geben; die Produkte enthielten keine gesundheitsschädlichen Komponenten.

Allerdings sind auch bei dem Konzern selbst schon Meldungen eingegangen, bei denen von möglichen Nebenwirkungen berichtet worden war, die die Leber betreffen.

Auch pflanzliche Medikamente können der Leber schaden

Viele Medikamente belasten die Leber, da ihre Wirkstoffe über das Entgiftungsorgan abgebaut werden. Allen voran sind dabei Schmerzmittel zu nennen, die Sie daher nur kurzzeitig einnehmen sollten.

Dass aber nicht nur chemische Pillen die Leber schädigen, gaben jetzt Experten auf dem Pharmazeutenkongress in Meran zu bedenken.

So betonte Prof. Rolf Teschke, dass nicht nur von neuen Medikamenten, die schnell wieder vom Markt genommen würden, eine leberschädigende Gefahr ausgehe. Auch bewährte Arzneien könnten bei dauerhaftem Gebrauch das Stoffwechselorgan angreifen.

Bekannt ist diese leberbelastende Wirkung u. a. von Präparaten mit Johanniskrautextrakten, Noni-Saft und der Pfefferpflanze Kava Kava.

Leber und Arzt

Leber: Richtige Ernährung hält sie fitBefürchten Sie eine Lebererkrankung zu haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Das können Sie tun, um Ihre Leber auch selbst aktiv zu schonen. › mehr lesen

Eine besonders unwägbare Gefahr gehe allerdings von chinesischen Präparaten aus. Die Kräutermischungen enthielten oft zusätzliche Arzneien und seien mit Schwermetallen belastet.

Das Fatale dabei: Die Leber tut nicht weh, auch wenn sie bereits geschädigt ist. Daher sollten Sie die folgenden Warnzeichen kennen:

  • Abgeschlagenheit
  • Hautjucken
  • Druck im Oberbauch
  • dunkel gefärbter Urin
  • Appetitlosigkeit

Wenn Sie bei sich eines oder mehrere dieser Anzeichen bemerken, sollten Sie unbedingt Ihre Leberwerte überprüfen lassen. Denn rechtzeitig erkannt, lassen sich auch Leberbelastungen gut in den Griff bekommen, da die Leber über eine hohe Regenerationsfähigkeit verfügt.

Das mag Ihre Leber jetzt im Frühjahr

Im Gegensatz zu der landläufigen Meinung ist die Leber ein außerordentlich regenerationsfähiges Organ – vorausgesetzt, es ist noch keine Zirrhose eingetreten.

Rehabilitationsspezialist Dr. Volker Schmiedel, Chefarzt der Inneren Abteilung der Habichtswaldklinik in Kassel, hat ermutigende Erfahrungen parat: “Wenn Sie die Ursachen beseitigen, lässt sich die Leber meist wieder in den ‚jungfräulichen‘ Zustand mit normaler Größe und Funktion sowie niedrigen Leberwerten im Blut zurückführen.”

Bei allen ernsthafteren Lebererkrankungen ist der vollständige Verzicht auf Alkohol der erste und entscheidende Grundstein der Behandlung.

Das muss kein lebenslängliches Urteil sein, doch zunächst kann sich Ihre Leber nur auf diese Weise regenerieren. Wenn Sie konsequent sind, tut sie das bereits innerhalb weniger Wochen.

So sieht ein erfolgreiches Leberprogramm aus

  • Am besten schützen Sie Ihre Leber, indem Sie ihr so viel Gift wie möglich ersparen und sie damit schonen. Das gelingt am ehesten, wenn Sie maßvoll mit Alkohol umgehen und nur Medikamente nehmen, wenn es medizinisch wirklich notwendig ist.
  • Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse nimmt auch die Leber dankbar an.
  • Bitterstoffreiche Nahrungsmittel wie Chicoree oder Radicchio helfen ihr bei der Entgiftungsarbeit.
  • Auch schwefelhaltige Pflanzen unterstützen die Entgiftungsarbeit Ihrer Leber. Dazu gehören alle Kohlsorten, Lauch, Knoblauch und Zwiebeln.
  • Leberstärkend wirken vor allem Fertigpräparate aus der Apotheke mit Mariendistel und Artischocke.
  • Unterstützen können Sie die Entgiftung auch durch einen Leberwickel. Er kurbelt die Arbeit der Leber an und löst ein sehr entspannendes, wohliges Gefühl im ganzen Körper aus.

So geht es: Je nach dem, was Ihnen angenehmer ist, legen Sie sich ein mit kaltem oder warmem Wasser getränktes Küchenhandtuch auf den rechten Oberbauch unter den Rippenbogen – an die Stelle also, wo die Leber sitzt.

Das nasse Tuch decken Sie mit einem Frotteehandtuch ab und nun wickeln Sie ein großes Moltontuch um die Körpermitte.

Legen Sie sich mit Ihrem Bauchwickel ins Bett und lassen Sie ihn 45 bis 60 Minuten wirken. Wenn Sie einen warmen Wickel machen, können Sie zusätzlich noch eine Wärmflasche auf das nasse Handtuch legen, um die Wärme länger zu halten.

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