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Verdauungsprobleme: Was hilft wirklich bei Verstopfung?

Rezepte gegen Verstopfung gibt es viele: Täglich mehrere Joghurts essen, Müsli mit Leinsamen anreichern, usw. Doch welche halten, was sie versprechen? (Foto: Adobe Stock – farfalla2017)

Rezepte gegen Verstopfung gibt es viele: Täglich mehrere Joghurts essen, Müsli mit Leinsamen anreichern, jeden Tag einen Löffel Flohsamen oder pflanzlicher Abführtee gehören zu den gebräuchlichsten Tipps. Doch welche halten auch wirklich, was sie versprechen?

Darmtrakt
© dimdimich - Fotolia

Chronische Verstopfung schwächt Ihr Immunsystem

Hinter Verstopfung steckt meist eine ballaststoffarme Ernährung und Bewegungsmangel. Womöglich kommt noch Stress hinzu. Aus dem Gefühl heraus, immer in Eile zu sein, unterdrücken viele Menschen (insbesondere Frauen) den natürlichen Reflex zur Darmentleerung oder nehmen sich morgens nicht genügend Zeit für die Toilette.

Verstopfung, die länger als drei Monate anhält, gilt als chronisch. Hierbei ändert sich die Besiedlung des Darms und unerwünschte Keime vermehren sich zu stark. Dadurch wird das Abwehrsystem in Alarmbereitschaft versetzt. Die Abwehrleistung der weißen Blutkörperchen wird geschwächt, so Studienergebnisse des Staatlichen Forschungsinstitutes für Dickdarmerkrankungen in Moskau. Kommen zusätzlich zur Verstopfung noch Virus- oder bakterielle Infektionen oder auch eine Pilzbesiedlung im Darm hinzu, kann sich das Risiko für bestimmte Erkrankungen wie Entzündungen erhöhen. Darmprobleme können sich auf vielfältige Weise auswirken. Sie äußern sich nicht nur in Verstopfung, sondern auch in Blähungen, Völlegefühl oder Darmkrämpfen. Wenn der Stuhl zu lange im Darm verbleibt, kann es zu einer Art Selbstvergiftung des Körpers kommen, denn unter Umständen wird ein Teil der schädlichen Abbauprodukte des Stoffwechsels durch die Darmwand wieder in den Körper aufgenommen.

Die besten Tipps für eine gute Verdauung

Sehr beliebt und schwer umworben, jedoch bei Verstopfung wirkungslos sind probiotische Joghurts. Zwar können Milchsäurebakterien die Darmflora durchaus positiv beeinflussen. In den angebotenen probiotischen Milchprodukten finden sich diese aber oft in viel zu geringer Konzentration und nur bei dauerhaftem Gebrauch können sich die Bakterien in der Darmflora tatsächlich ansiedeln. Wenn Sie bei Darmproblemen etwa nach der Einnahme von Antibiotika auf Probiotika setzen, besorgen Sie sich lieber in der Apotheke ein entsprechendes Präparat mit Bifidobakterien (z. B. Kijimea Reizdarm®).

Indische Flohsamen

Divertikulitis - Ursache und BehandlungDer Schweregrad einer Divertikulitis reicht von einer leichten Entzündung des Dickdarms bis hin zu einer massiven Infektion oder einem Riß der Darmwand. › mehr lesen

Viele setzen bei Verstopfung auch auf Ballaststoffe wie Leinsamen und Flohsamen. Diese entfalten ihre Wirkung erst nach mehreren Tagen und nur dann, wenn Sie dazu ausreichend trinken. Zu den klassischen Arzneipflanzen bei Verstopfung zählen die Sennesblätter. Aufgrund der Nebenwirkungen sind sie aber nicht für jeden geeignet, beispielsweise nicht für Schwangere und stillende Mütter. Stark abführend wirken Drastika wie Rizinusöl, Glaubersalz und Bittersalz, die unangenehm einzunehmen sind und leicht zu Nebenwirkungen führen. Bei langfristigem Gebrauch von Abführmitteln kommt es häufig zu einem Elektrolytverlust.

Probiotischer Joghurt
© Alessio Cola - Fotolia

Das hilft bei Neigung zu Verstopfung

  • sauer vergorene Nahrungsmittel wie rohes Sauerkraut
  • Sauermilchprodukte wie Joghurt, Dickmilch, Kefir oder Buttermilch
  • morgens auf nüchternen Magen: Essigwasser (ein Esslöffel Obstessig auf ein Glas Wasser) oder ein Glas heißes Wasser
  • sauer eingelegtes Obst und Gemüse
  • saure Äpfel, Zitronen und Pampelmusen
  • kühle Getränke (verringern die Transportzeit der Nahrung)
  • eingeweichte Backpflaumen, Weizenkleie und Leinsamen
  • Bauchmassage: kreisende Bewegungen mit dem Luffa-Handschuh
  • Morgengymnastik

Stopfende Lebensmittel sollten Sie möglichst meiden. Dazu zählen Bananen, Schokolade oder Schokoladenprodukte, schwarzer Tee und Kakao. Auch Lebensmittel mit viel Zucker oder ausgemahlenem Mehl (Type 405) sollten Sie so selten wie möglich verzehren.

Hier finden Sie mehr Informationen zu Verdauungsproblemen.

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