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Erektionsstörungen: Was hilft den betroffenen Männern?

Was Männern bei Erektionsstörungen hilft, hängt von der Ursache ab. Behandlungsansätze reichen von Psychotherapie bis hin zur Penisprothese. (Foto: Detailblick - Fotolia)

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Erektionsstörungen – auch erektile Dysfunktion genannt – sind für die betroffenen Männer sehr belastend. Nicht nur ihre Psyche leidet darunter, dass der Penis nicht richtig steif wird, sondern auch die Partnerschaft kann dadurch negativ beeinflusst werden. Bei dieser Form der Impotenz schämen sich viele Männer, sind frustriert oder vermeiden sexuellen Kontakt. Manche rätseln auch bezüglich der Ursachen. Viele scheuen den Besuch eines Arztes, da ihnen die Erektionsstörung bzw. Impotenz unangenehm ist. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, gegen die erektile Dysfunktion vorzugehen. Je nachdem was die Ursachen sind, können sie sogar gänzlich behoben werden.

Gelegentliche Potenzprobleme und Erektionsprobleme stellen noch keine medizinische Auffälligkeit dar. Jeder Mann kann in Stresssituationen, unter Alkoholeinfluss oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente Probleme haben, eine Erektion zu bekommen. Halten diese Probleme jedoch über mindestens drei Monate an und dem Mann gelingt keine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion mehr, dann ist von einer erektilen Dysfunktion und Impotenz die Rede. Verstärkt betroffen sind Männer im höheren Alter (34 Prozent der 60- bis 70-jährigen), doch auch junge Männer kann es treffen.

Was hilft bei Erektionsstörungen bzw. erektiler Dysfunktion?

Um ein Mittel zu finden, das bei Erektionsstörungen hilft, muss erst einmal die Ursache gefunden werden. Gründe für Erektionsstörungen können vielfältig sein:

  • Diabetes mellitus
  • Gefäßerkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Nervenerkrankungen
  • Medikamente
  • Folge von Operationen oder Verletzungen im Becken- oder Unterleibsbereich
  • Depressionen
  • psychischer Stress
  • Alkohol- oder Drogenmissbrauch

Erektionsstörungen können ein Hinweis auf eine andere, ernstzunehmende Erkrankung sein. Schon alleine aus diesem Grund sollten Männer mit Potenzproblemen zum Arzt gehen. Er kann eine entsprechende Diagnose stellen und alle offenen Fragen beantworten.

Gegen Erektionsstörungen können verschiedene Mittel helfen. Sowohl Hausmittel als auch Medikamente können die Potenz verbessern, entscheidend sind immer die Ursachen der Dysfunktion. Wenn die erektile Dysfunktion von anderen Erkrankungen ausgelöst werden, kann die (medikamentöse) Behandlung dieser Krankheit die Erektionsstörungen beseitigen.

Hausmittel: Was hilft gegen Erektionsstörungen?

Handelt es sich um Erektionsstörungen, denen keine ernste Erkrankung wie Diabetes oder Nervenerkrankungen zugrunde liegt, kann die Durchblutung des Penis auch mit Hausmitteln angekurbelt werden. Auch bei einer medikamentösen Therapie können Hausmittel zusätzlich angewendet werden, um die Erektionsfähigkeit gegebenenfalls zu verstärken.

  1. Granatapfel: Der regelmäßige Verzehr von Granatapfel erhöht den Testosteronspiegel und den Blutfluss. Auch die Libido wird positiv beeinflusst.
  2. Knoblauch: Er fördert die Durchblutung, stärkt das Immunsystem und fördert die Produktion von Testosteron.
  3. Rosmarin: Rosmarin kann zum Beispiel als Öl äußerlich angewendet werden und fördert die Durchblutung. Auch ein heißes Rosmarinbad kann die Durchblutung ankurbeln.
  4. Damiana-Kraut: Die Muskeln werden entspannt und die Geschlechtsorgane vitalisiert. Das mittelamerikanische Kraut ist in Deutschland sowohl online als auch in Apotheken und Reformhäusern erhältlich.
  5. Ginseng-Wurzel: Die Wurzel des Ginseng-Baumes wirkt durchblutungsfördernd und stressreduzierend.

Medikamente gegen Erektionsstörungen: Was hilft?

In Deutschland sind einige Medikamente für die Behandlung von Erektionsstörungen zugelassen. Dazu zählen die Wirkstoffe:

  1. Sildenafil, enthalten in Viagra
  2. Tadalafil, enthalten in Cialis
  3. Vardenafil, enthalten in Levitra
  4. Avanafil, enthalten in Spedra

All diese Medikamente sind sogenannte Phosphodiesterase-5-Hemmer. Sie hemmen körpereigene Enzyme und sorgen für eine stärkere Durchblutung des Penis. Dadurch kann eine Erektion entstehen und sogar bestehen bleiben. Die Medikamente wirken nicht luststeigernd. Die Hemmer funktionieren nur dann, wenn der Mann gerade von Natur aus sexuell erregt ist. Die durch die Medikamente unterstützte Erektion endet mit dem Samenerguss. Innerhalb des Wirkungszeitraums von vier bis zwölf Stunden (je nach Mittel) sind mehrere Erektionen möglich. Der Hemmer Tadalafil wirkt sogar für 24 bis 36 Stunden. Die Wirkung der Medikamente tritt nach 15 Minuten bis einer Stunde ein, was zwar keinen spontanen, aber zumindest kurzfristigen Sex möglich macht. Bei 70 bis 80 Prozent der von Impotenz betroffenen Männer helfen die Tabletten, die individuelle Dosierung und die Wirkdauer sind dabei jedoch verschieden.

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Die Liste der Nebenwirkungen von erektionsfördernden Medikamenten ist lang:

  • Sodbrennen
  • Kopfschmerzen
  • verstopfte Nase
  • gerötetes Gesicht
  • Muskelschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Veränderung in der Wahrnehmung von Farben (vorübergehend)

Die Medikamente sind verschreibungspflichtig und auch nicht für jeden Patienten geeignet. Von einer Selbstmedikation raten Ärzte ganz klar ab.

Weitere Therapieansätze bei Erektionsstörungen

Testosteron-Therapie: Bei einer Testosteron-Therapie kann das fehlende Testosteron künstlich ersetzt werden. Dies wird aber meist nur in schweren Fällen von Testosteronmangel gemacht. Zudem müssen auch bereits Veränderungen des Gewebes im Penis vorliegen, die durch den Testosteronmangel entstanden sind.

Intravenöse Injektionstherapie: Bei dieser Therapieform injiziert sich der Mann vor dem Sex ein Mittel in den Schwellkörper des Penis, dass diesen in zehn bis 20 Minuten steif werden lässt. Die Wirkung hält 30 bis 60 Minuten an und ermöglicht Geschlechtsverkehr. Spontan ist diese Art von Sex nicht, für Männer mit Erektionsstörungen aber durchaus eine Möglichkeit, nicht auf das Vergnügen verzichten zu müssen. Viele Männer scheuen sich davor, sich eine Spritze in den Penis zu jagen. Mit etwas Übung ist das aber kein Problem mehr. Wichtig ist die richtige Dosierung, die von einem Arzt festgelegt werden sollte. Andernfalls kann es zu schmerzhaften Dauererrektionen kommen – oder aber es wirkt gar nicht.

Vakuumpumpe: Die Kombination aus Penisring und Vakuumpumpe kann Männern mit Erektionsstörungen helfen, einen steifen Penis zu bekommen. Dafür wird der Penis in den Zylinder der Pumpe eingeführt und dann durch das Absaugen von Luft ein Vakuum erzeugt. Dadurch fließt mehr Blut in den Schwellkörper und es kommt zur Erektion. Wird dann vor der Entfernung der Pumpe ein Ring an der Penis-Wurzel angebracht, kann das Blut gestaut werden und die Erektion bleibt bestehen. Vakuumpumpen können von Männern auch zu Trainingszwecken eingesetzt werden, um die Erektionsfähigkeit zu stärken, da auf diese Weise der Schwellkörper aktiviert wird. Besonders bei Männern, deren Impotenz auf Operationen im Beckenbereich zurückzuführen ist, können mit Vakuumpumpen-Training gute Erfolge erzielt werden.

Penisimplantat: Ein Penisimplantat, auch Prothese genannt, wird in den Penis eingesetzt und ermöglicht eine Erektion. Meist ist ein Implantat der letzte Ausweg, wenn keine andere Therapie funktioniert hat. Dafür wird eine Pumpe in den Hodensack eingesetzt, die auf leichten Druck Flüssigkeit in das Implantat im Schwellkörper gibt, die dann den Penis versteift. Eine manuelle Aktivierung vor und nach dem Sex ist nötig, um den Penis steif und wieder schlaff werden zu lassen. Das Implantat ist nicht sichtbar. 87 Prozent der operierten Männer sind mit ihrer Sexualität anschließend wieder sehr zufrieden, was für den Erfolg der Prothese spricht.

Psychotherapie oder Coaching: Wenn die Erektionsstörungen einen psychischen Auslöser haben, können eine Psychotherapie oder ein Coaching helfen. Dabei ist es nicht zwingend nötig die gesamte Kindheit zu analysieren und Traumata in der Vergangenheit aufzuarbeiten. Häufig liegen die Gründe viel oberflächlicher wie zum Beispiel falsche Erwartungen in der Partnerschaft, die falsche Partnerin, überhöhte Erwartungen an die eigene Person, äußerer Druck, Stress im Beruf oder ein unausgewogener Lebensstil.

Potenztraining: Mit gezieltem Potenztraining können die Durchblutung sowie die Sauerstoffversorgung des Penis verbessert werden. Dazu kann auch das Training mit einer Vakuumpumpe gehören. Beckenbodentraining ist ein weiterer wichtiger Bestandteil des Potenztrainings.

Erektionsstörungen: Den eigenen Lebensstil zu verändern kann Wunder bewirken

Diabetes oder Gefäßerkrankungen sind häufige Auslöser für Erektionsstörungen. Wer einen gesunden Lebensstil pflegt, muss diese Erkrankungen häufig gar nicht befürchten und ist somit auch besser vor Erektionsstörungen geschützt. Zu einem gesunden Lebensstil gehören:

  • Sport
  • eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Ballaststoffen und Eiweiß und wenig Zucker und Fett
  • wenig oder kein Alkohol
  • nicht rauchen
  • wenig Stress

Männern mit Erektionsstörungen wird je nach Ursachen häufig auch zu einem Wandel ihres Lebensstils geraten, falls mangelnde Bewegung und die falsche Ernährung die Potenzprobleme auslösen.

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