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Erektionsstörungen - Ursachen, Behandlung & Potenzmittel

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Alles über Erektionsstörungen

Definition: Unfähigkeit bzw. Schwierigkeiten bei der Erektion des Penis

Häufigkeit: Mindestens 20 % der Männer zwischen 30 und 80 Jahren sind im Laufe ihres Lebens betroffen

Symptome: Ausreichend steife Erektion entsteht nur in 33 % der Fälle oder seltener

Diagnose: Durch Urologen: Anamnese; körperliche Untersuchungen der Hoden, Prostata & Reflexe

Ursachen: Meistens organisch (Krankheiten, Störungen); Psychische Faktoren (Stress, Depressionen) seltener

Behandlung: Potenzmittel, SKAT/MUSE, natürliche Mittel, Veränderung des Lebenswandels, Operation

Definition: Was sind Erektionsstörungen?

Wird die männliche Erektion trotz vorhandener Libido nicht in benötigter Steife für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr erreicht, so spricht man von Erektionsstörungen. Diese können sowohl durch äußerliche Einflüsse entstehen aber auch organische bzw. psychische Ursachen haben.

Häufig haben Männer bei Erektionsstörungen mit psychischen Herausforderungen zu kämpfen. Sie setzen sich zusätzlich unter Druck, wodurch ein Teufelskreis entsteht. Dabei leiden mindestens 20 % aller Männer im Laufe ihres Lebens unter zu behandelnden Erektionsstörungen.

Was ist eine erektile Dysfunktion?

Der Experte spricht bei einem solchen Vorfall von einer erektilen Dysfunktion. Per Definition wird darunter verstanden, dass es dem Mann in zwei Dritteln der Fälle oder häufiger nicht gelingt, mit dem Penis einen vollständig erigierten Zustand zu erreichen. Dies bedeutet, dass die Erektion eine ausreichende Steife besitzt, um den Geschlechtsverkehr durchzuführen. Der erigierte Penis muss über den gesamten Akt erhalten bleiben.

Die Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Libido- und Erektionsstörungen der Deutschen Gesellschaft für Urologie definiert die Problematik als das anhaltende Unvermögen, eine Erektion zu erreichen und aufrechtzuerhalten, sodass sie für eine befriedigende sexuelle Aktion ausreicht.

Anatomie der männlichen Geschlechtsorgane

Die männlichen Geschlechtsorgane bestehen aus dem Penis, Hodensack und verschiedenen innenliegenden Organen. Der Penis funktioniert als Begattung- und Ausscheiddungsorgan für Urin. Der Hodensack umschließt einige inneren Geschlechtsorgane, darunter die Hoden, die Nebenhoden und einen Teil des Samenleiters.

Im Penis verlaufen zwei Schwellkörper zylinderförmig parallel zur Harnröhre, an deren Ende vor der Blase die sogenannte Vorsteherdrüse, die Prostata, liegt. Hier laufen die Harnröhre und der Samenleiter zusammen.

Erektionsprobleme Anatomie

Wie entsteht eine Erektion?

Durch Ausschüttung spezieller Botenstoffe bei der Erregung wird Blut in diese Schwellkörper geleitet. Dadurch schwellen sie an und der Penis richtet sich auf. Im Grunde lässt sich der Prozess darauf herunterbrechen, dass Blut in den Penis eingeleitet, aber am Ausfluss gehindert wird.

Wenn ein sexueller Reiz gesetzt wird und Erregung stattfindet, leitet das Gehirn diese Information an die Geschlechtsorgane weiter. Der Botenstoff cGMP wird freigesetzt und sorgt dafür, dass sich die Muskeln des Penis-Schwellkörpers entspannen. Blut fließt ein, wird jedoch am Austreten gehindert. Durch die Ansammlung an Blut entsteht eine Erektion.

Im Laufe der Zeit beginnt das körpereigene Enzym PDE5, den Botenstoff cGMP zu spalten, also abzubauen. Dadurch spannen sich die Muskeln wieder an und das Blut kann abfließen. Der Penis erschlafft.

Ablauf einer Erektion

Abgrenzung von Erektionsstörungen & Unfruchtbarkeit

Oft werden die erektile Dysfunktion und Unfruchtbarkeit in einem Atemzug genannt. Selbst einige Ratgeber führen beide Begriffe synonym. Grundsätzlich ist von der Wortbedeutung auch nichts dagegen auszusetzen. Bei der Impotenz ist die Potenz nicht gegeben – die Erektion kann nicht erreicht werden und es kann nicht zum Geschlechtsakt kommen.

Die Gründe dafür liegen allerdings nicht ausschließlich in der Erektionsfähigkeit. Impotenz kann auch bedeuten, dass ein Mann eine Erektion bekommen kann und auch der Samenerguss erfolgt, welcher allerdings keine intakten Spermien enthält. In der Folge gilt der Mann als unfruchtbar. Mit der Erektionsfähigkeit hat dies jedoch nichts zu tun.

Hinweis

Es ist wichtig, die Impotenz von der Erektionsstörung abzugrenzen. In beiden Fällen ist eine Befruchtung kaum möglich, bei der Erektionsstörung besteht allerdings die Voraussetzung in Form der Fruchtbarkeit des Mannes.

Männliche sexuelle Funktionsstörungen

Bei den männlichen sexuellen Funktionsstörungen existieren sehr unterschiedliche Probleme. Erektionsprobleme sind nur eines davon. Folgende weitere Störungen werden unter dem Begriff geführt:

LustlosigkeitDem betroffenen Mann fehlt es an sexuellem Verlangen. Er ist nicht zu einer Erektion fähig oder nicht gewillt, sie sexuell einzusetzen.
Mangelnde sexuelle BefriedigungDer Mann kann eine Erektion erbringen, allerdings wird er nur wenig erregt und es kommt nicht zu einem Samenerguss.
Vorzeitige EjakulationEs ist nur wenig Stimulation nötig, damit der Mann einen Samenerguss hat. Dadurch wird nicht die Fruchtbarkeit, wohl aber der sexuelle Akt (vor allem psychisch) eingeschränkt.
DyspareunieDer Sexualakt ist schmerzhaft. Durch die Schmerzen kann beim Sex keine Erregung empfunden werden. Meist bei Frauen verbreitet, kann diese Störung auch bei Männern auftreten.

Symptome einer erektilen Dysfunktion: Erektionsstörungen erkennen

Eine Erektionsstörung selbst ist nicht schwierig zu erkennen. Sie äußert sich dadurch, dass es nur noch in einem Drittel der Fälle oder seltener zu einer vollständigen Erektion kommt. Dennoch gibt es auch vereinzelte Warnsignale, die darauf hindeuten, dass es in der Zukunft zu Erektionsschwierigkeiten kommen könnte. Dazu zählen vor allem eine abnehmende Steifigkeit, Taubheitsgefühle in der Leistengegend oder eine ausbleibende Erektion am Morgen.

Wann sollte man mit Erektionsstörungen zum Arzt gehen?

Erektionsprobleme schränken zwar die Lebensqualität ein, stellen jedoch keine akute Gesundheitsbedrohung dar. Trotzdem gibt es einige weitere Faktoren, die einen Arztbesuch ratsam machen.

Bei diesen Faktoren in Kombination mit Erektionsstörungen zum Arzt: 

  • Hoher Blutdruck
  • Niedriger Blutdruck
  • Probleme mit den Nieren
  • Schädigungen der Leber
  • Schwankungen im Hormonhaushalt
  • Koronare Herzkrankheiten (Arteriosklerose)
  • Ausbleibende Erektion im Schlaf und am Morgen
  • Taubheitsgefühle in der Leistengegend

Diagnose: Welche Untersuchungen werden bei Erektionsstörungen durchgeführt?

Die Diagnose von Erektionsstörungen erfolgt in der Regel durch einen Urologen in mehreren Schritten.

  • Anamnese

Zunächst führt der Arzt mit dem Patienten ein Anamnese-Gespräch. Dabei wird die Krankengeschichte reflektiert und typische Symptome abgeklopft. Relevant sind auch die Einnahme von Medikamenten sowie regelmäßiger Alkoholkonsum.

  • Körperliche Untersuchung

Im Anschluss untersucht der Arzt den Patienten körperlich. Die Hoden werden abgetastet, die Prostata kann rektal untersucht werden. Liegen Veränderungen vor, so kann dies bereits ein Hinweis auf eine Ursache der Störungen sein. Die Funktion der Nervenbahnen wird durch verschiedene Reflexe getestet.

  • Blutuntersuchung

Schließlich kann auch mittels eines Bluttests untersucht werden, ob etwa zu geringe Mengen Testosteron oder ungewöhnlich hohe Mengen Insulin im Blut vorliegen. Dies sind Hinweise auf weitere Gründe für die Erektionsstörungen.

Ursachen für erektile Dysfunktion: Warum treten Erektionsstörungen auf?

Erektionsstörungen können unterschiedliche Ursachen haben. Nicht immer ist es die Psyche oder das Alter, welche dafür sorgen, dass es zu Problemen in der Sexualität kommt. Körperliche Ursachen sind häufige Gründe für eine erektile Dysfunktion. Die Ursache muss jedoch nicht in einem einzelnen Auslöser allein liegen. Es ist durchaus üblich, dass eine Kombination aus unterschiedlichen Faktoren zu einer Erektionsstörung führt.

Welche Erkrankungen haben Erektionsstörungen zur Folge?

Als eine mögliche körperliche Ursache für erektile Dysfunktionen kommen Prostatabeschwerden infrage. Diese treten im höheren Alter häufiger auf. Zudem können Operationen an der Prostata aufgrund einer behandelten Krebserkrankung zu Problemen führen, die organischer Natur sind.

Die Medizin kennt darüber hinaus Verletzungen des Beckens oder des Rückenmarks als Ursache für Erektionsstörungen. Diese sind aber sehr selten Grund für die Beeinträchtigung.

Typische physische Auslöser

Es gibt eine Reihe von typischen Auslösern einer erektilen Dysfunktion, die körperlicher Natur sind. Sie müssen jedoch nicht unbedingt auf die Organe zurückgehen.

Organische Auslöser von Erektionsstörungen:

  • Hormonelle Ursachen

Ist der Testosteronspiegel niedrig, so kann dies die Erektionsfähigkeit verschlechtern.

  • Neurologische Ursachen

Wenn Störungen im Gehirn vorliegen, kann dies auch die Erektionsfähigkeit beeinflussen. So führen Verletzungen an der Wirbelsäule nicht selten zu Problemen an unterschiedlichsten Stellen des Körpers – so auch im Penis.

  • Gefäßbedingte Ursachen 

Es kann sein, dass sich das Glied nicht versteift, weil der Blutstrom behindert ist. Dieser ist die mechanische Voraussetzung für die Erektion. Es muss gleichzeitig ein erhöhter Zufuss des Blutes, aber auch ein verminderter Abfluss erfolgen. Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose oder Bluthochdruck können den Blutfluss beeinflussen. Auch die Krankheit Diabetes stört diesen wichtigen Prozess.

  • Erkrankungen, welche Erektionsstörungen zur Folge haben

Ist die Gesundheit durch Krankheiten geschwächt, kann dies die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen.

Dazu zählen:

  • Multiple Sklerose (MS)
  • Morbus Parkinson
  • Multisystematrophie (MSA)
  • Hyperprolaktinämie
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose).
  • Entzündung der Prostata (Prostatitis)
Hinweis

Schlafapnoe sowie Adipositas bzw. Übergewicht im Allgemeinen haben ebenfalls negative Auswirkungen auf den männlichen Organismus.

Psychische Ursachen einer erektilen Dysfunktion

Immer wieder hört man davon, dass Erektionsstörungen psychische Ursachen besitzen. Auslöser sind beispielsweise Stress, zu wenig oder zu viel Selbstbewusstsein oder aber eine Versagensangst. Dies ist allerdingsnicht immer der Fall. Lediglich bei jüngeren Männern (bis 40 Jahren) mit Erektionsproblemen stellen psychische Faktoren einen höheren Anteil der Ursachen dar.

Hinweis

Ein Anzeichen dafür, dass die Probleme psychischer Natur sind, ist zumeist, dass die Störung nur vorliegt, wenn es zum tatsächlichen Geschlechtsverkehr kommt. Bei der Masturbation oder in anderen Situationen, die erotisierend sind, treten keine bis wenige Probleme mit der Erektion auf.

„Verschobene” Sexualvorstellungen, überzogene Erwartungen und hohe Ansprüche an sich selbst können ebenso Ursprung dieses Stresses sein, wie auch andere Stressfaktoren, die eigentlich nichts mit der Libido an sich zu tun haben, sich aber negativ auf die Erektion auswirken. Letztlich können auch Depressionen die Libido einschränken. Diese sollten als Ursache nicht unbeachtet bleiben, denn sie sind unabhängig vom Geschlecht weit verbreitet.

Welche Medikamente verursachen Erektionsbeschwerden?

Es gibt verschiedene Medikamente, die körperlich gegen eine Erektion wirken. Blutdrucksenker wirken wie Erektionshemmer. Durch einen geringeren Blutdruck kann das Blut den Schwellkörper im Penis nicht füllen und die Erektion wird im Keim erstickt.

Beispiele für Medikamente, welche erektile Dysfunktionen auslösen können, sind:

  • Beta-Blocker und Spironolacton
  • Psychopharmaka
  • Opiate
  • Mittel gegen Pilze
  • Schlaf- und Beruhigungsmittel.

Risikofaktoren für eine erektile Dysfunktion

Auch wenn es nicht immer der Grund für erektile Dysfunktionen ist, spielt das Alter durchaus eine Rolle. Die Wahrscheinlichkeit für Erektionsstörungen steigt mit dem Alter signifikant an. Der Entstehungsprozess einer Erektion läuft generell langsamer ab. Das bedeutet, dass es meist etwas länger dauert, bis der Penis steif wird. Auch die sexuelle Stimulation muss teilweise größer sein oder länger andauern, bis es zur vollständigen Erektion kommt.

Dies ist allerdings kein großes Problem, wenn man sich beim Geschlechtsverkehr aufeinander einstellt. Problematisch wird es erst, wenn die Erektion trotz anhaltender Mühe ausbleibt oder nur solange anhält, dass es nicht zu einer befriedigenden Aktion kommen kann.

Erektile Dysfunktion: Alkohol und Nikotin sind schlecht für die Erektion

Auch einige Konsum- bzw. Genussgüter wirken schädigend auf die Libido. Dazu gehören neben “harten” Drogen auch die Gesellschaftsdrogen Alkohol und Nikotin.

Alkohol ist seine für negative Wirkung auf die Libido bekannt. Er erweitert die Gefäße und senkt den Muskeltonus. Dadurch kann kein Blutstau im Schwellkörper entstehen. Dies ist ein typisches Problem, welches nicht nur Männer betrifft, die von Erektionsstörungen geplagt werden. Auch viele nicht-betroffene Männer können keine ausreichende Erektion aufbauen, wenn sie zu viel getrunken haben. Gleichzeitig werden durch Alkoholmissbrauch wichtige Nerven unwiederbringlich geschädigt, was die Erektionsfähigkeit generell verringert.

Wussten Sie’s?

Rauchen vermindert die Sauerstoffkonzentration im Blut. Dadurch wird auch der Blutfluss in den Schwellkörper des Penis vermindert. Jede Zigarette verringert nicht nur die Sauerstoffkonzentration im Blut, sondern nebenbei auch die Erektionsfähigkeit.

Erektionsstörungen durch Lebensmittel

Es gibt Lebensmittel, welche luststeigernd wirken. Schokolade und Safran sollen etwa wahre Aphrodisiaka sein. Ihre Wirksamkeit wurde sogar wissenschaftlich bestätigt.

Zucker und Weißmehl gehören allerdings keineswegs auf die Liste der Lebensmittel, die die Libido unterstützen. Sie sorgen für einen Anstieg des Insulinspiegels, wordurch die Menge an Testosteron im Körper gesenkt wird. Dies mindert den Sexualtrieb. Ähnlich wirken Speisen mit einer hohen Konzentration an Kohlenhydraten, wie Kartoffeln, Nudeln oder Reis.

Zu wenig Bewegung führt zu Erektionsstörungen

Mangelnde Bewegung kann ebenfalls einen negativen Einfluss mit sich bringen. Unter Bewegungsmangel leiden nicht nur Körper und Gesundheit,. Auch der Geschlechtsverkehr wird erwiesenermaßen schlechter.

Hinweis

Sport besitzt die Eigenschaft, die Durchblutung anzuregenund sorgt dafür, dass viel Sauerstoff durch den Körper transportiert wird. Dies fördert die Erektionsfähigkeit und erhöht zugleich den Testosteronspiegel.

Prognose & Verlauf: Kann eine erektile Dysfunktion geheilt werden?

So vielseitig wie ihre Ursachen sind auch die Behandlungsmethoden von Erektionsstörungen. Daher ist die Prognose in der Regel sehr gut. Erektionsstörungen sind in den meisten Fällen vollständig heilbar.

Die moderne Medizin hat zahlreiche Methoden entwickelt, um einer erektilen Dysfunktion zu begegnen. Kaum ein Mann muss sich mit Problemen der Sexualität abfinden.

Behandlung von Erektionsstörungen: Wie kann Impotenz geheilt werden?

Wie bereits im Abschnitt zu den Ursachen von Erektionsstörungen beschrieben, ist bei jungen Menschen mit Erektionsproblemen oft Stress die primäre Ursache. Die Ausschüttung von Stresshormonen, darunter Cortisol und Adrenalin, verringern die Sexualhormone im Gehirn.

Unterstützend bei der Behandlung von Erektionsstörungen wirken: 

  • Sport
  • Entspannungstechniken
  • Ggfls. Nahrungsergänzungsmittel

Die typischen Maßnahmen gegen Stress sind auch hier sehr wirksam. Sportliche Betätigung (Laufen, Schwimmen, u. Ä.) senkt den Adrenalin- und Cortisolspiegel und lässt den Körper wieder zur Ruhe kommen. Gleichzeitig können Entspannungstechniken wie Meditation helfen, ruhig zu werden und die Stressbildung in Zukunft zu vermeiden. In schwerwiegenderen Fällen können auch Nahrungsergänzungsmittel unterstützen. Diese sollten allerdings natürlich sein: Magnesium kann hier bereits effektiv wirken und ist auch abseits der Libido wichtig für den Körper.

Lösungen für Erektionsprobleme

Medikamentöse Therapie von erektiler Dysfunktion

Die Forschung hat in den letzten Jahrzehnten viele Erkenntnisse im Bereich der Erektionsstörungen erbracht. Das Spektrum der Behandlungsmethoden wurde stark erweitert. So steht inzwischen eine ganze Reihe an verschiedenen Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, welche je nach Ursache des Erektionsproblems angewandt werden können. Eine davon ist ohne Frage der Einsatz von medikamentösen Potenzmitteln. Zu den bekanntesten Medikamenten zählen Viagra, Cialis und Levitra.

Schwellkörper-Autoinjektions-Therapie (SKAT) zur Behandlung von Erektionsstörungen

Die Schwellkörper-Autoinjektions-Therapie (SKAT) sorgt dafür, dass der Penis auch ohne Lust erigiert. Dies wird durch eine Injektion des Botenstoffes Alprostadil in den Schwellkörper erreicht. Der Wirkstoff führt zur Entspannung der Muskelzellen des Penis. Durch die darauf folgende Ansammlung an Blut wird eine Erektion ausgelöst. Die Dosis wird vom Arzt bestimmt.

Vorteile der SKAT:

  • Schmerzlose Injektion durch Verwendung einer dünnen Nadel.
  • Rasche Wirkung
  • Zuverlässigkeit: ~90 %
  • Wirkung auch bei geschädigten Nervenbahnen.

Nachteile der SKAT:

  • Die Dosierung des Wirkstoffes muss sehr exakt erfolgen.
  • Die Injektion in den Penis ist Übungssache.

Transurethrale Applikation (MUSE) bei Erektionsproblemen

Im Gegensatz zur SKAT wird bei der transurethralen Applikation (MUSE) das Medikament nicht gespritzt, sondern als Stäbchen in die Harnröhre eingeführt. Dort löst sich das Stäbchen auf und löst eine Erektion aus.

Auch diese Methode verursacht keine Schmerzen, kann aber unter Umständen zu einer schmerzhaften Dauererektion führen. Zudem kann das Medikament durch Wärme wieder aus dem Penis auslaufen, was die Wehentätigkeit bei schwangeren Frauen beeinflussen kann.

Hinweis

In der Schwangerschaft sollte bei Anwendung der transurethralen Applikation (MUSE) ein Kondom genutzt werden, um die Schwangerschaft nicht zu beeinträchtigen.

Beide Varianten nutzen den körpereigenen Wirkstoff Alprostadil. Dieser sorgt dafür, dass die Muskeln erschlaffen und Blut in den Penis fließt.

Hilft eine Vakuumpumpe bei Erektionsstörungen?

Mechanische Lösungen wie eine Vakuumpumpe besitzen ebenfalls eine gewisse Bekanntheit. Sie funktionieren mit Unterdruck und sorgen dafür, dass Blut in den Penis gesaugt wird. Nach der Anwendung wird ein Gummiring an der Basis des Penis befestigt, der den Rückfluss des Blutes verhindert. Dieses Verfahren ist wirksam und erspart eine Medikamenteneinnahme, kann beim Samenerguss jedoch zu Schmerzen aufgrund der Einengung durch den Ring führen.

Wann muss bei Impotenz operiert werden?

Den größten operativen Eingriff stellt ein Penisimplantat dar. Darauf sollte nur zurückgegriffen werden, wenn alle anderen Optionen keine Besserung verschafft haben.

Im Rahmen einer Operation wird dabei eine biegsame oder hydraulische Prothese in den Schwellkörper implantiert. Diese wird durch eine Pumpe im Hodensack mit Flüssigkeit gefüllt und sorgt so für den gewünschten Effekt. Das Verfahren klingt neu, ist jedoch bereits sehr lange bekannt und im Einsatz. Es liefert die wirkungsvollste Hilfe bei Erektionsstörungen.

Es gibt außerdem noch andere operative Verfahren, welche die gefäßbedingte Impotenz behandeln. Diese sind allerdings sehr riskant und werden nur selten empfohlen.

Psychologische Therapie bei erektiler Dysfunktion

In jenen Fällen, in denen psychische Ursachen für die erektile Dysfunktion vorliegen, sollte eine Therapie erfolgen. Bei psychotherapeutischen Einzelsitzungen wird versucht, den Auslöser der Erkrankung zu identifizieren. Dabei kommen beispielsweise Stress, Angstgefühle oder ein verringertes Selbstvertrauen zum Tragen. Alternativ bzw. zusätzlich kann auch eine Paartherapie angedacht werden.

Mithilfe einer solchen nicht-medikamentösen Behandlung können bereits viele erektile Dysfunktionen erfolgreich beseitigt werden.

Viagra, Cialis & Co.: Welche Potenzmittel helfen bei Erektionsstörungen?

Das wohl bekannteste Mittel gegen Probleme mit der Erektion ist eine blaue Pille. Der in Viagra enthaltene Wirkstoff Sildenafil hat die Behandlung von Erektionsstörungen Ende des 20. Jahrhunderts revolutioniert und sorgt seit nunmehr über zwei Jahrzehnten bei über 20 Millionen Männern weltweit für Abhilfe.

Die Wirkung von Viagra

Das Mittel verstärkt keinesfalls die Lust, sondern unterstützt lediglich den Erhalt der Erektion.

Das bedeutet, dass auch mit Viagra ein lustauslösender Reiz vorhanden sein muss. Die daraus resultierende Erektion wird durch das Mittel aufrechterhalten. Etwa eine Stunde nach der Einnahme ist die Konzentration im Blut am höchsten.

Bei Medikamenten, welche die Libido unterstützen, unterscheidet man zwischen zentralen Initiatoren und peripheren Konditionierern.

Wirkung von zentralen Initiatoren bei Erektionsstörungen

Zentrale Initiatoren bringen den Erektionsablauf in Bewegung:

  • Die Wirkstoffe dieser Potenzmittel arbeiten im Gehirn
  • Sie sorgen dafür, dass erotische Reize über das Rückenmark transportiert werden.
  • Es kommt zurAusschüttung von Botenstoffen, die eine Erektion zur Folge haben.
  • Die Wirkung tritt meist rasch ein, teilweise ist die volle Wirksamkeit nach 20 Minuten erreicht.

Gerade bei Erektionsstörungen ist eine schnelle Wirkung wichtig, denn meist ist der Geschlechtsverkehr nicht geplant. Das Paar möchte nicht erst lange warten, bis die Wirkung einsetzt. Zudem entsteht bei schneller Wirkung ein Gefühl von Natürlichkeit, dass nicht ein Medikament den Anstoß zur Erektion gegeben hat.

Periphere Konditionierer zur Behandlung von erektiler Dysfunktion

Periphere Konditionierer wirken am Schwellkörper selbst. Auch sie werden als Tablette eingenommen. Die Potenzmittel lassen die Muskulatur des Penis erschlaffen und fördern den Blutstrom in das Glied.

Hinweis

Anders als zentrale Initiatoren kann Essen und Trinken die Wirkung peripherer Konditionierer verzögern. Die Einnahme muss etwas geplant werden.

Einnahme von Viagra

Vor der Einnahme der blauen Pille ist es wichtig, zuvor ein Gespräch mit dem Arzt zu führen. Möglicherweise bieten sich auch andere Lösungen an oder die Ursachen der Erektionsstörungen liegen bei einem anderen, leicht zu behandelnden Faktor. Außerdem kann es sein, dass eine Einnahme von Viagra aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist

Im Falle einer Einnahme gilt es, das Vorhaben zu planen:

  • Einnahme: eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr
  • Wirkungsdauer: 4 bis 5 Stunden
  • Reguläre Dosis: 25 – 50 mg
  • Maximaldosis: 100 g
Wussten Sie’s?

Bei Viagra handelt es sich um einen peripheren Konditionierer. Inzwischen sind auch noch zwei weitere Medikamente auf dem Markt, die Viagra in ihrer Wirkung nachfolgen. Diese heißen Cialis und Levitra.

Nebenwirkungen von Viagra & anderen Potenzmitteln

Trotz einer Erfolgsquote von 60 bis 85 % ist Viagra nicht von Nebenwirkungen befreit. Sie reichen von leichten Problemen bis hin zu starken Schädigungen des Körpers. Dies ist einer der Gründe, warum ein Gespräch mit dem Arzt vor der Einnahme sehr wichtig ist. In Deutschland ist Viagra rezeptpflichtig und wird von Ärzten nicht leichtfertig verschrieben.

Nachfolgend eine Übersicht einiger bekannter Nebenwirkungen:

Sehr häufige Nebenwirkungen (über 10 %)Kopfschmerzen
Hautrötungen (bei Viagra und Levitra)
Verdauungsstörungen (bei Levitra)
Häufige Nebenwirkungen (bis 10 %)Verdauungsstörungen (bei Viagra)
Verstopfte Nase
Sehstörungen
Schwindel
Rücken und Muskelschmerzen

Herzprobleme infolge von Potenzmitteln werden aktuell noch untersucht. Sie werden von einigen Forschern ins Gespräch gebracht, während andere das Risiko für unbedeutend halten. Der Grund für die Sorge liegt in der Beeinflussung des Herz-Kreislauf-Systems. Liegen schwere Erkrankungen vor, so können die Mittel bedrohlich werden.

Teilweise liegen die Risiken auch in der Wirkung an anderen Körperstellen. Eigentlich sind die Potenzmittel so abgestimmt, dass sie nur an den Stellen wirken, für die sie gedacht sind. Teilweise konnte aber nachgewiesen werden, dass einige Potenzpillen nicht nur im Penis, sondern auch im Ohr eine Wirkung entfaltet haben. Dies führte bei einzelnen Patienten dazu, dass es zu bleibenden Gehörschädigungen kam. Nachlassendes Hörvermögen ist also wie jede unvorhergesehene Nebenwirkung ein Grund, sofort den Arzt aufzusuchen.

Was kann man selbst gegen Erektionsstörungen machen?

Auch man selbst kann Erektionsstörungen aktiv bekämpfen. Durch verschiedene Hausmittel, aber auch eine Lebensumstellung bzw. einen gesunden Lebenswandel kann viel erreicht werden. Im Folgenden werden einige Tipps zusammengestellt, die helfen können, Probleme mit der Libido und insbesondere Erektionsstörungen erfolgreich zu bekämpfen.

Veränderung des Lebensstils verringert erektile Dysfunktionen

Schon kleine Veränderungen im Alltag können Wunder wirken. Sport ist einer der wichtigsten Aspekte, denn Übergewicht senkt die Libido. Nimmt der Bauchumfang übermäßig zu, wird das Enzym Aromatase produziert. Dieses wandelt Testosteron in Östrogen um, was in vielen Fällen dazu führt, dass beim Mann weniger bis keine Lust aufkommt. Ein Absinken des Testosteronspiegels hat auch Einfluss auf die Steife und Frequenz von Erektionen.

Wussten Sie’s?

Bereits fünf Kilogramm weniger können den Testosteronspiegel merklich erhöhen. Durch eine Gewichtsreduktion lässt sich somit bereits eine der Hauptgründe für erektile Dysfunktion bekämpfen.

Beckenboden-Training für Männer

Ein Bewegungsmangel führt ebenfalls zu Erektionsstörungen. Daher ist körperliche Betätigung ein wichtiger Aspekt für ein erfülltes Liebesleben. Mithilfe von gezieltem Training des Beckenbodens können Männer ihre Sexualität deutlich verbessern. Die Muskelplatte schützt die Unterleibsorgane und wird unterschätzt!

Ein gesunder Beckenboden sorgt zusammen mit der Bein- und Rumpfmuskulatur dafür, dass das Becken stabil und die Körperhaltung aufrecht bleibt. Auch die Erektion wird dadurch positiv beeinflusst. Andere sportliche Aktivitäten zeigen ebenfalls positive Auswirkungen auf die Erektionsstärke.

Übung zur Vorbeugung von Erektionsstörungen: Beckenheben

  • Legen Sie sich auf den Rücken und winkeln Sie die Beine an. Die Füße stehen hüftbreit auseinander.
  • Die Füße werden flach aufgestellt, die Hände neben den Hüften abgelegt.
  • Spannen Sie Gesäß- und Rückenmuskulatur an und heben Sie das Becken.
  • Heben Sie das Becken so hoch, dass Oberkörper und Oberschenkel eine gerade Linie bilden – spannen Sie alle Muskeln an.
  • Nach einigen Sekunden kehren Sie in die Ausgangsposition zurück.
  • Legen Sie dabei das Becken nicht vollständig ab, sondern wiederholen Sie die Übungsabfolge für 3 x 15 Wiederholungen.

Welche Hausmittel helfen bei Erektionsstörungen?

Seit der Antike existieren diverse unterschiedliche Aphrodisiaka, welche luststeigernd wirken sollen. Über Schokolade und Safran wurde bereits berichtet. Neben kuriosen und unwirksamen Vertretern existieren noch andere Hausmittel, die unterschiedlich effektiv sind.

Hausmittel zur Steigerung der Libido:

  • Spargel
  • Sellerie
  • Austern
  • Waldmeister
  • Duftöl
  • Champagner

Meist sorgen die enthaltenen Mineralstoffe in den Lebensmitteln für die fördernde Wirkung auf die Libido. So enthalten Austern beispielsweise Phosphor, Zink und Jod. Das sind drei Stoffe, die die Spermienproduktion, den Testosteronspiegel und die Bildung von Vaginalsekret unterstützen. Der Placebo-Effekt wirkt unterstützend bei natürlichen Libido-Verstärkern.

Erektionsstörungen mit pflanzlichen Wirkstoffen behandeln

Einige Mittel können in Apotheken und Reformhäusern ohne Rezept erworben werden. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Mehrere unterschiedliche Wirkstoffe sollten nicht gemischt werden, oder nur, wenn dies vorher mit einem Experten abgeklärt wurde.

Pflanzliche MittelWirkung
Geile-Ziegen-Kraut (Epimedium sagittatium)
  • Enthält Flavonoide, welche die Blutgefäße erweitern.
  • Wirkt auf die Neurotransmitter (Signalweiterleitung) im Gehirn.
  • Erhöht Libido und Energie
Potenzholz (Liriosma ovata)
  • Verstärkt die Libido und die Intensität des Orgasmus.
  • Haut und Genitalbereich werden sensibler.
  • Verstärkt den Blutzufluss zu den Genitalien.
  • Das Mittel stammt aus dem Amazonas.
Tribulus terrestris
  • Enthält die Substanz Protodioscin, die die Produktion von Testosteron anregt.
  • Erweitert die Blutgefäße im Penis.
Ashwagandha
  • Verbessert die Stimmung und die Libido.
  • Wirkt entspannend.
  • Verbessert die Durchblutung des Genitalbereichs.

Erektile Dysfunktion mit alternativer Medizin behandeln

In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) spricht man bei Erektionsstörungen von einer Schwäche im Bereich des Nierenmeridians. Entsprechend ist eine Akupunkturbehandlung möglich. Diese sollte für mindestens fünf Sitzungen getestet werden. Treten Besserungen ein, so werden insgesamt zwölf Sitzungen durchgeführt. Schlägt sie nicht an, so müssen andere Verfahren ausprobiert werden.

Die Krankenkassen übernehmen den Preis für Akupunktur bei Erektionsstörungen nicht, daher müssen die stark variierenden Kosten (30 € – 80 € je Sitzung) selbst getragen werden.

Fazit: Erektionsstörungen sind heilbar

Erektionsstörungen sind ein weit verbreitetes Problem bei Männern, das allerdings gut in den Griff bekommen werden kann. Wenn in über zwei Dritteln der Fälle keine befriedigende Erektion mehr erreicht wird, können Medikamente oder aber chirurgische, mechanische oder pflanzliche Mittel und Wege helfen, das Problem zu beseitigen.

Bezüglich der Ursachen kommen viele Faktoren infrage. Seltener als oft vermutet gehören dazu auch psychische Stress- oder Angstauslöser. In den meisten Fällen sind es alters- oder gefäßbedingte körperliche Faktoren, die dazu führen, dass die Erektionsfähigkeit abnimmt. Wer hier keine falsche Scham beweist, sondern ärztliche Hilfe in Anspruch nimmt, kann die Beschwerden häufig erfolgreich verringern.

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