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PSA-Werte: PSA-Test, Normwert & Früherkennung

Wie aussagekräftig ist der PSA-Test wirklich? Erfahren Sie hier, weshalb die Laborwerte Prostatakrebs signalisieren können, obwohl Sie kerngesund sind. (Foto: Adobe Stock – horizont21)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Alles über PSA-Werte

Definition: Beschreibt die Konzentration des “prostataspezifischen Antigens” im Blut

Normalwert: Liegt zwischen 2 ng/ml und 4 ng/ml

PSA-Test: Bluttest zur Prostatakrebs Früherkennung; kostet etwa 20 €

Werte: Verfälscht durch Fahrradfahren, gutartige Prostatavergrößerung, Infektionen, Geschlechtsverkehr

Deutung: PSA-Test ist umstritten; führt zu Überdiagnosen; kann Prostatakrebs rechtzeitig entdecken

Definition prostataspezifisches-Antigen: Was ist der PSA-Wert?

Das prostataspezifische Antigen (PSA) ist einEnzym bzw. Glykoprotein, das überwiegend in der Prostata gebildet wird. Die Aufgabe dieses Enzyms ist die Verflüssigung des Ejakulats. Durch die Verflüssigung erhöht sich die Beweglichkeit des Spermas und damit die Wahrscheinlichkeit, eine Eizelle zu befruchten.

Die Konzentration des Eiweißes ist bei Menschen, die an Prostatakrebs erkrankt sind, deutlich höher als bei gesunden Männern. Um genauer zu sein, liegt der Normalwert zwischen 2 und 4 ng/ml, während er bei Krebserkrankten mit Prostatakarzinom doppelt so hoch oder sogar noch höher sein kann. Um herauszufinden, wie hoch der Wert im Blut ist, wird der sogenannte PSA-Test durchgeführt. Abgesehen von einer Krebserkrankung kann der Wert aber auch aus anderen Gründen erhöht sein.

Welche Funktion hat die Prostata?

Die Prostata besitzt im männlichen Organismus mehrere Aufgaben. Eine dieser Aufgaben ist, zum Beispiel, dieSekretbildung. In der Pubertät wächst die Prostata zu einem funktionstüchtigen Organ heran. Ausschlaggebend hierfür ist das männliche Hormon Testosteron, welches in dieser Phase der Geschlechtsreife verstärkt gebildet wird.

Beim Geschlechtsverkehr findet die Prostata ihre nächste Aufgabe. Die Vorsteherdrüse ist beim sogenannten Vorgang der Emission maßgeblich beteiligt. Das Prostatasekret macht 10 – 30 % der Spermamenge aus.

Haben Sie’s gewusst?

Das männliche Sperma wird zu 10 – 30 % von der Prostata, 65 – 75 % von den Samenbläschen, zu 5 % von den Hoden & Nebenhoden sowie 2 – 5 % von der Bulbourethraldrüse (Harnröhrenzwiebeldrüse) gebildet. Ein männlicher Samenerguss beläuft sich auf 2 ml bis 6 ml Flüssigkeit, also etwa einen Teelöffel (5 ml).

Definition Gesamt-PSA: Unterscheidung zwischen freiem und gebundenem PSA

Die Höhe des PSA-Wertes allein ist nicht ausschlaggebend, wenn man feststellen möchte, ob eine Krebserkrankung vorliegen könnte oder eben nicht. Um dies spezifischer feststellen zu können, wird hier der Anteil an freiem PSA am Gesamt-PSA betrachtet.

PSA wird im Blut an bestimmte andere Moleküle gebunden. Mit etwa 80% überwiegt dieses gebundene PSA deutlich. Es ist jedoch das noch ungebundene, freie PSA (fPSA), das Rückschlüsse auf die Art der Prostataerkrankung erlaubt. Verhältnismäßig hohe fPSA-Konzentrationen weisen eher auf gutartige Prostatavergrößerungen, niedrige auf bösartige Tumorerkrankungen hin.

Unterscheidung zwischen Organmarker & Tumormarker

PSA wird beim Mann nur in der Prostata gebildet und lässt sich deshalb als Organmarker heranziehen, das heißt als Wert, der Rückschlüsse auf die korrekte Funktion des Organs erlaubt. Erhöhte Werte können z.B. bei einer Prostataentzündung, bei einer gutartigen Prostatavergrößerung, aber auch nach Beanspruchung der Prostata, etwa durch Geschlechtsverkehr oder Fahrradfahren, auftreten.

Tumormarker sind Moleküle, meist Glykoproteine, die bei Krebserkrankungen eine erhöhte Konzentration im Blut aufweisen. Durch Krebs entartete Prostatazellen produzieren in der Regel mehr PSA als gesunde Zellen, deshalb kann ein erhöhter Wert unter Umständen auf eine Tumorerkrankung hinweisen. Darum wird der PSA-Wert in der Diagnostik auch als Tumormarker herangezogen. Dabei gilt es jedoch, den Einfluss anderer Faktoren, die nicht auf eine Krebserkrankung zurückzuführen sind, abzuklären. Der PSA-Wert ist für die Erkennung von Krebserkrankungen deshalb umstritten, wird aber, wenn eine Krebserkrankung bereits durch geeignetere Mittel nachgewiesen wurde, bei der Beurteilung des Krankheitsverlaufs berücksichtigt.

PSA-Werte Übersicht

PSA-Test: Ermittlung der PSA-Werte

Auch wenn der PSA-Wert kein eindeutiges Zeichen für Prostatakrebs darstellt, ist es durchaus sinnvoll diesen Wert überprüfen zu lassen. Er bietet erste Aufschlüsse über eine eventuelle Erkrankung der Prostata. Im Falle eines bösartigen Tumors ist eine frühzeitige Erkennung essenziell und erhöht die Chancen auf eine Rekonvaleszenz. Gerade ab einem Alter von 45 Jahren wird zu einer regelmäßigen Untersuchung des PSA-Wertes geraten.

Wie läuft ein PSA-Test ab?

Der PSA-Test wird zur Verlaufsbeurteilung von Prostatakrebs eingesetzt. Das bedeutet, er dient der Vorsorge von Prostatakrebs und kann bei der frühzeitigen Erkennung solch einer Erkrankung helfen.

Bei einem PSA-Test wird eine Blutprobe entnommen. Hier ist der PSA-Wert, also der Wert des von der Prostata gebildeten Enzyms, ausschlaggebend. Dieser wird in Nanogramm pro Milliliter gemessen und kann Aufschluss über eine eventuelle Erkrankung bieten. Interessant ist, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für den PSA-Test zurzeit nicht übernehmen und man selber für den Test aufkommen muss.

Wie viel kostet ein PSA-Test?

Wer sich dafür entscheidet, einen PSA-Test durchführen zu lassen, muss die Kosten für die Untersuchung selbst zahlen. Viele Arztpraxen offerieren den Test als individuelle Gesundheitsleistung. Diese schlägt meist mit rund 15 € bis 20 Euro € zu Buche.

Wenn zusätzlich ein aufklärendes Gespräch mit einem Arzt gewünscht wird, belaufen sich die Gesamtkosten üblicherweise auf etwa 50 €. Ab einem Alter von 45 Jahren ist ein erster PSA-Test trotz der Kosten empfehlenswert.

Nutzen von PSA-Schnelltests

Zur vorzeitigen Erkennung von Prostatakrebs bietet sich eine Alternative zur ärztlichen Untersuchung an, nämlich dersogenannte PSA-Schnelltest. Die Ergebnisse sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. Dabei wird, ähnlich wie beim Messen des Blutzuckers, Blut aus der Fingerkuppe entnommen.

Auch wenn der Test bei einem PSA-Wert von über 4 ng/ml Alarm schlägt, gilt er, wie Studien gezeigt haben, als eher unzuverlässig. Es empfiehlt sich daher doch der Besuch beim Hausarzt zur Durchführung eines regulären PSA-Tests. Dieser sollte insbesondere dann durchgeführt werden, wenn ein PSA-Schnelltests alarmierende Ergebnisse zeigte.

Operation

Prostatakrebs: Lassen Sie sich durch den PSA-Test nicht verunsichernJährlich erkranken in Deutschland über 30.000 Männer an Prostatakrebs. Heute wird zur Früherkennung der PSA-Test angeboten. Alles dazu hier: › mehr lesen

Definition PSA-Normwert: Welcher PSA-Wert ist normal?

Welcher PSA-Wert normal ist, hängt von vielerlei Faktoren ab. Etwa ist hier das Alter des Mannes sowie die familiäre Vorgeschichte zu beachten. Fachleute haben, anhand des Alters, bestimmte PSA-Normalwerte definiert. Diese dienen aber ausschließlich zur Orientierung.

Es gilt zu beachten, dass ein PSA-Wert im Normalbereich eine Prostatakrebs Erkrankung nicht sicher ausschließen kann. Aber auch andersherum bedeutet ein erhöhter Wert bei der Prostatakrebs Früherkennung nicht zwangsläufig, dass eine Krebserkrankung vorliegt. Folgende Normalwerte haben sich etabliert:

Was ist der PSA-Quotient?

Der PSA-Quotient ergibt sich aus freiem PSA dividiert durch das Gesamt-PSA. Liegt ein bösartiger Prostatakrebs vor, beträgt der PSA-Quotient oftmals unter 20 %. Ein höherer Wert deutet auf eine gutartige Vergrößerung der Prostata hin.

In diesem Zusammenhang geht es hauptsächlich um die Eiweißkonzentration. Krebszellen wird nämlich nachgesagt, dass sie in der Regel vermehrt Eiweiße bilden. Je höher der Prozentsatz des Quotienten, desto geringer die Eiweißkonzentration und somit auch die Wahrscheinlichkeit einer bösartigen Erkrankung der Prostata. Üblicherweise wird dennoch nicht allein auf diesen Quotienten gezählt. Vielmehr wird er zusätzlich zu einem MRT im Rahmen der Prostatakrebs Früherkennung verwendet.

Gründe für einen verfälschten Prostatawert

Es gibt einige Gründe, die dafür sorgen können, dass der Prostatawert verfälscht wird. Beispielsweise ist das der Fall, wenn vor dem PSA-Test Fahrrad gefahren wurde. Generell kann erhöhtes Fahrradfahren, beispielsweise auch auf einem Hometrainer oder im Fitnessstudio, den PSA-Wertbis zu einer Woche lang fälschlicherweise erhöhen. Auch Geschlechtsverkehr kann den Wert bis zu 72 Stunden verfälschen.

Faktoren, die die Prostatawerte verfälschen können

Wann steigt ein PSA-Wert an?

Grundsätzlich steigt der PSA-Wert mit zunehmendem Alter an. Das kommt dadurch zustande, dass sich die Prostata mit dem Alter vergrößert. Diese gutartige Vergrößerung der Prostata wird auch als benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet.

Ein anderer Grund für einen erhöhten PSA-Wert ist beispielweise eine Entzündung oder ein Harnwegsinfekt. Es bedeutet also nicht, dass ein erhöhter PSA-Wert unbedingt auf eine Prostatakrebserkrankung zurückzuführen ist.

Prostatakrebs Früherkennung: Deutung der PSA-Werte

Der PSA-Wert bleibt unter Experten sehr umstritten. Auf der einen Seite kann anhand des sogenannten PSA-Screenings Prostatakrebs häufiger und früher erkannt werden. Auf der anderen Seite zieht ein kleiner Prostatatumor nur selten Beschwerden oder gar einen tödlichen Verlauf nach sich. Der Grund hierfür ist, dass das Prostatakarzinom oftmals nur sehr langsam heranwächst und sich die Beschwerden somit lange nach hinten zögern.

Die Prostatakrebs-Behandlung, die mit vielen Nebenwirkungen einhergeht, wird hingegen oft gleich nach der Diagnose angegangen. In einigen Fällen scheint eine Behandlung, in Bezug auf die Anzahl der Männer, die tatsächlich gesundheitliche Beschwerden erleiden, in Kombination mit den hohen Nebenwirkungen, eher überflüssig.

Hinweis

Jede Prostatakrebs-Erkrankung ist unterschiedlich. Es sollte immer eine mögliche Behandlung mit einem Arzt abgeklärt werden.

Was bedeutet ein zu hoher PSA-Wert?

Ein zu hoher PSA-Wert deutet in erster Linie auf eine Erkrankung der Prostata hin. Diese muss allerdings nicht unbedingt von bösartiger Natur sein, wie es beispielsweise bei einem Prostatakarzinom der Fall wäre. Die Erkrankung kann auch entzündlich, also zum Beispiel durch einen Infekt ausgelöst, oder gar gutartig sein.

Bei der Feststellung, welche Erkrankung dem erhöhten PSA-Wert zugrunde liegt, kann ein multiparametisches MRT (mpMRT) Klarheit bei der Diagnose verschaffen. Anschließend wird je nach Befund festgestellt, ob eine Biopsie notwendig ist und welche Therapie sich am besten eignet.

Erhöhter PSA-Wert

PSA-Anstiegsgeschwindigkeit bei Kontrolluntersuchungen beachten

Die PSA-Anstiegsgeschwindigkeit beschäftigt sich, wie der Name bereits andeutet, mit der Veränderung des PSA-Werts über die Jahre hinweg. Um genauer zu sein, misst die PSA-Anstiegsgeschwindigkeit umwie viel sich der Wert erhöht hat. Dabei gilt ein Wert über 0,3 ng/ml pro Jahr als Anzeichen für einen bösartigen Tumor. Bei einer entsprechenden Diagnose sollte im Anschluss eine Biopsie durchgeführt werden.

Was ist die PSA-Verdoppelungszeit?

Das Konzept PSA-Verdopplungszeit wird dazu genutzt, die Spezifität des PSA-Wertes zu erhöhen. Die PSA-Verdoppelungszeit gibt an, in welchem Zeitraum sich der PSA-Wert bei einem Menschen theoretisch verdoppelt. Berücksichtigt werden dabei jeweils der erste und der letzte gemessene Wert und die Zeit, die zwischen den beiden Messungen vergangen ist.

Bei dieser Vorgehensweise geht es in erster Linie auch um die Feststellung eines bösartigen Tumors zur Früherkennung von Prostatakrebs. Einekurze Verdopplungszeit bietet beispielsweise Grund zur Annahme, dass ein sehr aggressives Tumorwachstum vorhanden ist. Hingegen ist eine Verdopplungszeit von mehr als sechs Jahren unauffällig und spricht gar gegen das Vorhandensein eines Prostatakarzinoms.

Wann wird eine Prostata-Biopsie empfohlen?

Eine Prostata-Biopsie wird dann empfohlen, wenn mittels des multiparametischen MRTs der Prostata der Verdacht auf eine bösartige Erkrankung durch Karzinome festgestellt wurde. Hier findet dann eine gezielte Biopsie an den krebsverdächtigen Stellen in der Prostata statt. Aber auch einauffälliger Anstieg des PSA-Wertes kann Grund genug für eine Empfehlung einer Biopsie sein. Diese sollte jedoch nicht vorschnell nur auf Basis eines erhöhten PSA-Wertes durchgeführt werden.

PSA-Werte zur Nachsorge bei Prostatakrebs-Operationen

Nach einer erfolgten Prostatabehandlung in Form einer Operation sollte der PSA-Wert unbedingt regelmäßig erneut gemessen werden. Bei solch einer Operation wird die Prostata mit dem umliegenden Gewebe vollständig entfernt. Der PSA-Wert im Blut sinkt als Folge dessen auf einen unerheblichen Bereich von unter 0,2 Nanogramm pro Milliliter Blut.

In manchen Fällen wird dann aber bei der Nachsorgeuntersuchung wieder ein erhöhter PSA-Wert festgestellt. Das deutet auf eine Rückkehr der Krebserkrankung (Rezidiv) hin und eine weitere ärztliche Behandlung wird dringend angeraten.

Fazit: Ist der PSA-Test sinnvoll?

Ob der PSA-Test nun sinnvoll oder gar zielführend ist, ist nach wie vor umstritten. In diesem Zusammenhang steht allerdings fest, dass ein erhöhter Wert nicht ausschließlich auf Karzinome und Prostatakrebs hinweist. Ganz im Gegenteil: Ein erhöhter Wert kann auf ein breites Spektrum an Faktoren zurückzuführen sein.

Viele Menschen sind sich darüber jedoch nicht im Klaren und verbinden einen erhöhten PSA-Wert fälschlicherweise automatisch mit einem bösartigen Tumor bzw. einem Prostatakarzinom. Das kann zu starken seelischen Belastungen führen. Ob der PSA-Test also sinnvoll ist, sei dahingestellt. Man sollte sich stets mit den anderen Methoden, die es gibt, beschäftigen und seine Entscheidungen mehrfach absichern.

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