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Hautkrebs - Diagnose, Ursache, Behandlung und Hautkrebs-Screening

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Wissenswertes über Hautkrebs

Definition: Veränderungen der Haut, die zu Tumoren führen können

Symptome: ABCDE-Regel zur Erkennung von entarteten Muttermalen anwenden

Ursache: Zu viel UV-Strahlung oder andere Strahlungsaussetzung

Prognose: Sehr gut, nahezu jeder Hautkrebs ist vollständig heilbar

Behandlung: Medikamentös, Nicht-medikamentös & verschiedene Operationsverfahren (häufig notwendig für vollständige Heilung)

Vorsorge: Sonnencreme nutzen, Solarien meiden, Hautkrebs-Screening

Definition: Was ist Hautkrebs?

In den Industrieländern haben Fälle von Hautkrebs in den letzten Jahren erschreckend zugenommen und sich nahezu verdoppelt. Während im Jahr 1970 etwa 950 Todesfälle durch ein malignes Melanom (so heißt der bösartige Hautkrebs medizinisch) in Deutschland auftraten, sterben laut Krankenkasse inzwischen etwa 3.000 Deutsche jährlich an dieser Krebsart.

Viele Menschen haben Pigment- und Leberflecken auf der Haut. Diese sind in vielen Fällen unbedenklich und verursachen keine Probleme. Allerdings kann es sich bei Unregelmäßigkeiten in der Haut auch um bösartige Veränderungen handeln, beispielsweise um Hautkrebs. Doch wie genau kann man erkennen, ob es nur harmlose Flecken sind oder ob es sich um Hautkrebs handelt?

Hautkrebs vs. gesundes Muttermal

Grundsätzlich handelt es sich bei Hautkrebs um einen Sammelbegriff für jegliche bösartige Veränderung der Haut. Im normalen Sprachgebrauch wird „Hautkrebs” allerdings hauptsächlich als Synonym für das maligne Melanom verwendet. Hautkrebs gehört zu den häufig vorkommenden Krebsarten und tritt in den verschiedensten Varianten auf der Haut in Erscheinung.

Dazu zählen beispielsweise:

  • Basalzellkarzinom
  • Spinaliom
  • Malignes Melanom
  • Kutane Lymphome
  • Kaposi-Sarkom
  • Fibrosarkom
  • Schweiß- und Talgdrüsenkarzinom
  • Angiosarkom
  • Myosarkom
  • Merkelzellkarzinome

Aufbau der Haut

Die Haut des Menschen ist in unterschiedliche Schichten unterteilt. Grob lassen sich die Oberhaut, Lederhaut und die Unterhaut unterscheiden. Die Oberhaut besteht aus der Hornschicht und der Keimschicht. Diese dienen als Schutz vor Verletzungen sowie vor Austrocknung. In der Keimschicht werden neue Hautzellen gebildet. In der Lederhaut liegen die Schweiß- und Talgdrüsen sowie die Haarwurzeln und Blutgefäße. Darunter befinden sich in der Unterhaut Fettzellen.

Bei Hautkrebs beginnen Basal-, Stachelzellen oder Melanozyten unkontrolliert zu wachsen. Normalerweise wachsen Hautzellen in der untersten Schicht der Oberhaut und dringen fortlaufend aufwärts, indem neue Zellen ältere nach oben drücken. Erreichen die Zellen die Oberfläche, dann trocknen sie und sterben ab. Ist dieser Ablauf gestört, so bilden sich Tumore, die bösartig sein können.

Arten von bösartigen Veränderungen der Haut

Hautkrebs entsteht, wenn Hautzellen beginnen abnorm zu wachsen. Es gibt viele verschiedene Arten von Hautkrebs, die drei bekanntesten und häufigsten sind allerdings der Basalzellkrebs, auchweißer oder heller Hautkrebs genannt, der Plattenepithelkrebs, auch Stachelkarzinom genannt und das Melanom, auch alsschwarzer Hautkrebs betitelt.

In dieser Reihenfolge ist auch die Gefährlichkeit der Krebsarten zu verstehen. Während der Basalzellkrebs eher ungefährlich ist, allerdings dennoch behandelt werden sollte, ist das Melanom eine ernsthafte Krebserkrankung, die auch zum Tod führen kann.

Definition weißer Hautkrebs: Was versteht man unter Basalzellkrebs?

Basalzellkrebs tritt meist nach dem 40. Lebensjahr auf und ist besonders bei hellhäutigen Menschen verbreitet. Diese Form des Hautkrebses ist fast immer heilbar. Die Hälfte der Patienten entwickeln allerdings in der Folge einen zweiten Hautkrebs.

Basalzellkrebs äußert sich durch wachs- oder perlenartige Beulen im Gesicht, an den Ohren, im Nacken oder durch flache, rosige, narbenartige Wucherungen an Brust und Rücken.

Metastasen (Absiedlungen des Krebses) sind sehr selten. In 15 % der Fälle kann sich Basalzellkrebs allerdings in ein Stachelkarzinom weiterentwickeln. Dann wird es deutlich gefährlicher.

Definition Stachelzellkarzinom: Was versteht man unter Plattenepithelkrebs?

Plattenepithelkrebs ist durch feste, rote Beulen oder aber schuppige, flache Wucherungen im Gesicht, an den Ohren, im Nacken oder an den Armen charakterisiert. Es sind häufig hellhäutige Menschen über 50 betroffen. Der Name Stachelzellkarzinom stammt von der Hautschicht, in der er entsteht, dem Stratum spinosum (Stachelzellschicht). Leider wird Plattenepithelkrebs oft als verhornte Hautpartie angesehen, erst durch zunehmendes Wachstum wird umliegendes Gewebe zerstört.

Auch dieser Krebs ist fast immer heilbar, er breitet sich allerdings schneller aus als der Basalzellkrebs.

Definition schwarzer Hautkrebs: Was versteht man unter einem malignen Melanom?

Der gefährlichste Hautkrebs ist der schwarze Hautkrebs, das maligne Melanom. Er entwickelt schon früh Metastasen und ist deshalb lebensgefährlich. Melanome sind selten, jährlich erkranken etwa 6.300 Menschen neu, davon etwas mehr Männer. Das maligne Melanom macht ca. 1 % aller Krebstodesfälle aus.

Männer haben auch eine niedrigere Überlebensrate als Frauen. Nach einer Metastasierung sinkt sie rapide unter 10 %. Trotzdem sind auch Melanome gut heilbar. Sie dürfen sich allerdings nicht bis zu den Lymphknoten ausgebreitet haben.

Bei einem Verdacht auf ein malignes Melanom, schaut sich der Arzt das Hautmal unter einem Mikroskop genauer an. Bei kleineren Stellen macht das normalerweise der Hautarzt selbst, teilweise muss aber auch eine Hautklinik unterstützend helfen. Dort findet auch eine Krebsbehandlung statt.

Hautkrebs Arten

Was ist ein Leberfleck?

Bei einem Leberfleck handelt es sich um eine gutartige Wucherung von Hautzellen, die Pigmente bilden. Umgangssprachlich gibt es viele unterschiedliche Bezeichnungen für Leberflecke, in der Medizin spricht man von einem Pigmentnävus. Leberflecke können gut- oder bösartig sein.

Häufigkeit von Hautkrebs

Forscher aus den USA haben die Frage untersucht, wie häufig in den letzten 35 Jahren Neuerkrankungen von Hautkrebs auftraten. Sie fassten zusammen, dass zwischen 1976 und 1984 und zwischen 2000 und 2010 die Basalzellkrebsfälle um rund 145 % anstiegen. Am stärksten waren Frauen zwischen 40 und 49 Jahren betroffen.

Bei den Plattenzellkarzinomen waren die Zahlen noch größer. Erstaunliche 263 % mehr Menschen erkrankten an dieser Hautkrebsart, besonders Frauen zwischen 40 und 59 sowie zwischen 70 und 79. Insgesamt wurden Gesundheitsdaten von über 144.000 Menschen untersucht.

Worin sind die vielen Erkrankungen begründet?

Was aber ist der Grund dafür, dass die Zahlen so sprunghaft ansteigen? Die Forscher vermuten, dass insbesondere der ehemals ansteigende Trend der Nutzung von Solarien dafür verantwortlich sein könnte. Nach 20 Jahren zeigen sich nun die entsprechenden Anstiege bei den Fällen von Hautkrebs.

Teilweise veränderte sich der Krebs im Laufe der Zeit auch bezüglich der Orte seines Auftretens. So zeigen sich Basal- und Plattenzellkrebs heute an weiteren Orten als noch in den 70er Jahren. Möglicherweise haben die veränderten Sonnenbadgewohnheiten mit diesem Umstand zu tun, sodass weniger Körperteile von Bademode verdeckt werden.

Welche Körperstellen sind besonders häufig von Hautkrebs betroffen?

Hautkrebs kann überall entstehen, es gibt keine Hautstellen, die davon immun sind. Allerdings spielt insbesondere die Sonneneinstrahlung eine entscheidende Rolle. Stellen am Körper, die viel Sonne ausgesetzt sind bilden eher Hautkrebs als andere Stellen. Daher sind auch diese Stellen besonders häufig von Hautkrebs betroffen. Das sind das Gesicht, die Handrücken, die Arme und eventuell auch die Beine.

Kann man an Hautkrebs sterben?

Hautkrebs kann tödlich sein, dies ist aber nicht zwingend der Fall. Tatsächlich kann Hautkrebs in vielen Fällen erfolgreich geheilt werden. Wird der Krebs allerdings ignoriert oder nicht erkannt und kann er sich zu den Lymphknoten ausbreiten, so sinkt die Überlebensrate signifikant von einem guten Wert auf unter 10 %. Dann muss jeder Patient um sein Leben bangen. Doch das muss nicht sein, denn rechtzeitig erkannt, wird Hautkrebs schnell und unkompliziert behandelt sowie oftmals geheilt.

Hautkrebs Symptome: Was sind die Anzeichen für Hautkrebs?

Hautkrebs äußert sich durch sichtbare Veränderungen der Haut. Dies ist sehr praktisch, denn auf diese Weise kann jeder durch Beobachtung des eigenen Körpers erkennen, ob er gefährdet ist. Die typischen Leberflecken, Muttermale oder Hautunregelmäßigkeiten hat fast jeder, doch es sind die kleinen Einzelheiten, die einen solchen ungefährlichen Fleck vom gefährlichen Hautkrebs unterscheiden.

Anzeichen für ein malignes Melanom: Was ist die ABCDE-Regel?

Das maligne Melanom erkennt der Hautarzt unter anderem an der ABCDE-Regel:

Früherkennung ist der Schlüssel, achten Sie daher verschärft auf verdächtig aussehende Male an Ihrem oder den Körpern Ihrer Liebsten.
© Adobe Stock – Henrie

Früherkennung ist der Schlüssel, daher sollte man verschärft auf verdächtig aussehende Male am eigenen oder den Körpern der Liebsten achten. © Adobe Stock – Henrie

Je mehr der Kriterien Asymmetrie, Begrenzung, Colorit, Durchmesser und Erhabenheit vorliegen, desto größer ist das Risiko eines bösartigen Krebses. Umgekehrt muss ein Muttermal aber nicht zwangsläufig bösartig sein, auch wenn alle fünf Kriterien erfüllt sind. Beim geringsten Verdacht sollte dennoch ein Arzt aufgesucht werden. Dies liegt daran, dass ein Melanom in der Frühphase auch keines dieser Veränderungen zeigen muss.

Spezialfall: Woran erkennt man den weißen Hautkrebs?

Den weißen Hautkrebs erkennt man an anderen Merkmalen. Ein Basalzellkarzinom sieht anfangs aus wie ein glänzendes Knötchen, in dem unter Umständen auch Blutgefäße erkennbar sind. Auch um den Hauptknoten herum können weitere kleine Knötchen erkennbar sein. Wächst der Tumor, so kann die Stelle wund werden und nässen. Dies ist ein deutliches Zeichen.

In anderen Fällen sind Basalzellkarzinome schwerer zu erkennen. Falls man einen Fleck besitzt, den man nicht zuordnen kann, sollte man damit zu einem Arzt gehen.

Beschwerden des Stachelzellkarzinoms

Stachelzellkarzinome sind nur schwer von Basalzellkarzinomen zu unterscheiden. Möglicherweise ist die Hautstelle leicht gelb-bräunlich geschuppt oder gerötet oder ist schorfig wund. Manchmal kann ein Stachelzellkarzinom auch bluten und ist empfindlich. Oft befindet sich ein solches Karzinom auf der Ohrenkante oder im Gesicht.

Hautkrebs Ursachen: Entstehung der gefährlichen Erkrankung

Hautkrebs entsteht auf unterschiedlichste Arten. Auf der einen Seite spielen demografische Faktoren eine Rolle (Herkunft, Alter, Gene), auf der anderen Seite sind Verhaltensweisen ausschlaggebend für eine Krebsentwicklung.

Risikofaktoren für Hautkrebs: Wer ist besonders gefährdet?

Typischerweise sind folgende Faktoren mit einem höheren Risiko verbunden, an weißem Hautkrebs zu erkranken.

Risikofaktoren für weißen Hautkrebs:

  • Alter über 40
  • Heller Hauttyp
  • Blonde oder rote Haare
  • Keine braunen Augen
  • Familiäre Vorbelastung mit Basaliomen
  • Häufige Sonnenbäder oder Aktivitäten im Freien
  • Tabakrauch
  • Verbrennungsnarben
  • Entzündungen der Geschlechtsorgane
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Bestrahlungstherapie mit Röntgenstrahlen
  • Kontakt mit Arsen, Teer oder Kohle

Das gefährliche Melanom tritt häufiger bei Personen auf, bei denen die folgenden Faktoren übereinstimmen:

Risikofaktoren für ein malignes Melanom:

  • Alter über 40
  • Hautkrebsfälle in der Familie
  • Besitz von vielen Leberflecken am ganzen Körper, viele davon atypisch
  • Mehrfache Sonnenbrände
  • Strahlentherapie
  • Häufiges Röntgen
  • Naevi (angeborene Pigmentmale)
  • Sandpapierartige Hautveränderungen

Die Wirkung der UV-Strahlen auf die Haut

Egal ob man im Urlaub häufig zum Sonnenbaden an den Strand geht oder zu Hause in der Sonne sitzt, die UV-Strahlung greift die ungeschützten Hautzellen an und zerstört Teile der Zelle. Das Ergebnis ist ein Sonnenbrand. In der Regel führt dies dazu, dass eine Art Selbstzerstörungsmechanismus aktiviert wird und sich die beschädigten Zellen selbst vernichten. Es kann aber sein, dass genau der Teil der Hautzelle beschädigt wurde, der die Selbstzerstörung in Gang bringt. Dann wächst die Zelle unkontrolliert weiter und entartet.

Hautkrebs Diagnose: Untersuchung durch den Dermatologen

Bei der Diagnose von Hautkrebs werden unterschiedliche Bereiche unterschieden. Zunächst werden bei einer Anamnese die Befunde gesammelt. Wo befinden sich welche ungewöhnlichen Leberflecken? Anschließend werden diese betrachtet und untersucht, es folgt unter Umständen eine Entfernung, inklusive einer Untersuchung im Labor. Auchbildgebende Maßnahmen können eingesetzt werden, um die tiefliegenden Hautschichten sichtbar zu machen.

Diagnose: heller Hautkrebs

Heller Hautkrebs wird zur Sicherung der Diagnose per Gewebeprobe untersucht. Gegebenenfalls werden zudem die benachbarten Lymphknoten per Ultraschall, per Röntgenuntersuchung oder per Kernspintomografie überprüft. Sollte ein Stachelzellkarzinom vorliegen, besteht die übliche Therapie aus einer operativen Entfernung des Tumors und eventuell betroffener Lymphknoten.

Wie bei fast allen Krebsarten ist auch hier die Früherkennung und -behandlung der beste Garant für eine erfolgreiche Therapie. Tumore mit einem Durchmesser von weniger als 2 cm bilden seltener Tochtergeschwulste und haben daher die besten Aussichten auf Heilung.

Hautkrebs Behandlung: Maßnahmen und Methoden

Es gibt eine ganze Menge von verschiedenen Alternativen für eine Behandlung von Hautkrebs. Die Hautkrebsbehandlung hängt dabei immer vom Typ, von der Größe und von dem jeweiligen Ort des Tumors ab.

Auch ist es von Bedeutung, ob der Krebs erstmalig oder erneut auftritt und wie der Gesundheitszustand des Betroffenen ist. Ziel ist immer die vollständige Entfernung oder Zerstörung des Hautkrebses zu erreichen. Dabei soll die Schädigung von gesundem Gewebe so minimal wie möglich gehalten werden. In den meisten Fällen behandelt der Arzt den Hautkrebs operativ.

Operativ schwer entfernbarer Hautkrebs kann auch durch tägliche Strahlenbehandlungen über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen zerstört werden. Mitunter nutzen Ärzte die Bestrahlung vor einer Operation, um einen Tumor zum Schrumpfen zu bringen, oder nach einer Operation, um eine vollständige Zerstörung aller Krebszellen zu gewährleisten.

Wie wird weißer Hautkrebs behandelt?

Nicht-medikamentöse Mittel können den weißen Hautkrebs bekämpfen. Dazu gehört zum Beispiel ein Saft, der in vielen Gärten vorkommt, die sogenannte Wolfsmilch.

Wolfsmilch wird bereits seit Jahrhunderten als Heilmittel eingesetzt. Australische Forscher belegten die Wirksamkeit über den Pflanzensaft Ingenol-Mebutat, der die Krebszellen abtötet sowie weiße Blutzellen aktiviert, die einen Rückfall verhindern. Teilweise kann es allerdings zu Irritationen der Haut kommen.

Alternativ kann die chemische Pflanzenkomponente Glycoalkaloid die Hautzellen zerstören, die abnormal gewachsen sind. Gesunde Zellen hingegen werden nicht angetastet.

Wie wird ein malignes Melanom behandelt?

Maligne Melanome können auch medikamentös behandelt werden. Seit einiger Zeit gibt es in Deutschland das Medikament Vemurafenib. Der Wirkstoff lässt Patienten länger überleben und wird bei rund der Hälfte der Betroffenen eingesetzt.

Vemurafenib ist in der Lage, die Mutation von Hautkrebs zu hemmen und damit das Wachstum der Krebszellen einzuschränken. Die Wirkung ist laut einer neueren Studie teilweise wirksamer als eine Chemotherapie. Die Überlebensrate ist um 20 % höher.

Das Medikament darf allerdings keinesfalls abgesetzt werden, denn sonst schreitet der Krebs rasant voran und bildet sogar Metastasen im Gehirn.

Operation als Hautkrebs Behandlung

Die Operation von Hautkrebs ist meist ein Schritt, der unvermeidbar ist, um die Tumorzellen effektiv zu bekämpfen und den Patienten zu heilen. Dabei können verschiedene Verfahren verwendet werden:

Vollständiges Ausschneiden (Exzision):Dieses Verfahren umfasst das Herausschneiden der Krebswucherung. Indem ein ausreichender Rand gesunder Haut herausgeschnitten wird, wird sichergestellt, dass alle Krebszellen entfernt wurden. Die Wunde wird vernäht oder heilt von selbst.
Auskratzen (Kürettage)/Austrocknung (Elektrodesikkation):Der Krebs wird aufgeschnitten und mit einem scharfen Löffel (Kürette) ausgekratzt. Eine elektrische Nadel zerstört die restlichen Krebszellen und unterbindet die Blutung. Dies ist die häufigste Behandlungsmethode gegen Basalzellkrebs. Sie ist schneller als die Exzisionsmethode, hinterlässt jedoch auffälligere Narben.
MOZ (Moh’sches Operationsverfahren):Mit dieser Technik schneidet man den Hautkrebs Schicht für Schicht heraus. Das Operationsverfahren findet gewöhnlich bei Schuppenzell- und Basalzelltumoren Anwendung. Es kann der ganze Krebs entfernt werden, gleichzeitig wird der größte Anteil gesunder Haut erhalten.
Kältechirurgie:Das Gefrieren mit Flüssigstickstoff zerstört entartete Zellen. Dieses Verfahren setzt man bei präkanzerogener aktinischer Keratose ein. In seltenen Fällen setzt man das Verfahren gegen Hautkrebs ein, weil keine vollständige Zerstörung des Tumors gewährleistet ist.
Laseroperation:Ein gebündelter Lichtstrahl schneidet Wucherungen heraus oder verdampft sie. Die Präzision der Lasertechnik zerstört lediglich wenig Gewebe. Blutungen, Schwellungen und Narbenbildung fallen zudem minimal aus. Eine Laseroperation bietet bei ungewöhnlichen Fällen von Hautkrebs Vorteile gegenüber anderen Behandlungsformen, man setzt sie aber nicht routinemäßig ein.
Imiquimod:Eine weitere Methode ist eine Creme mit dem Wirkstoff Imiquimod (Aldara®). Sie wird bis zu zwölf Wochen auf oberflächlichen Geschwüren aufgetragen, die kleiner als 2,5 cm im Durchmesser sind, allerdings nicht im Gesicht.

Die Furcht vor Hautkrebs hat leider zu einer fast hysterischen vorsorglichen Schnippelei an Muttermalen und Pigmentflecken geführt. Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen kritisiert dies scharf, zumal die operativen Eingriffe oft nur auf die Profitgier von Hautärzten zurückzuführen sind. Leberflecken müssen nicht sofort operiert werden, sondern sollten zunächst gründlich untersucht werden.

Prognose bei Hautkrebs

US-Amerikanische Forscher haben die Wiederauftretensrate von Tumoren in der Haut untersucht. Sie beobachteten mehr als 1.200 Patienten, von denen die Hälfte zum ersten Mal mit weißem Hautkrebs diagnostiziert worden war. Die anderen waren zum wiederholten Mal erkrankt. Die Studie ging über sechs Jahre.

Es zeigte sich, dass über 14 % aller Betroffenen nach einem Jahr erneut erkrankten. Nach drei Jahren waren über 30 % erneut befallen, nach fünf Jahren über 40 %. Bei denen, die schon einmal erkrankt waren, lag die Wiedererkrankungsrate sogar bei über 40 % nach einem Jahr, nach fünf Jahren bei über 80 %.

Die Forschung zeigt also, dass weißer Hautkrebs häufig wiederholt auftritt. Daher sind gerade Früherkennungsuntersuchungen wichtig, insbesondere auch für Patienten, die bereits wegen Hautkrebs behandelt wurden.

Hautkrebs vorbeugen: So kann man sich schützen

Sonnenschutz ist der beste Schutz vor Hautkrebs. Physikalische Verfahren übertreffen Sonnencremes dabei um ein Vielfaches. Jeder Mensch hat eine gewisseUV-Toleranz. Diese darf nicht überschritten werden und regeneriert sich auch nicht, sondern summiert sich bei jedem Sonnenbad. Helle Typen sollten vorsichtiger sein als dunkle Typen, gleiches gilt für Menschen mit vielen Muttermalen.

Solarien begünstigen Hautkrebs

Das künstliche Sonnenlicht schädigt die Gesundheit. Es leistet nicht nur der vorzeitigen Hautalterung Vorschub, sondern geht auch auf den Geldbeutel.

Im Solarium entspricht der UV-B-Anteil meist der Mittagssonne. Die Intensität der UV-A-Strahlung liegt jedoch bis zu sechsmal höher. Gesichtsbräuner erreichen sogar zehnmal höhere Werte. Das führt nicht nur zu vorzeitiger Hautalterung, sondern die gesamte Gesundheit gerät in Gefahr.

Erste Schätzungen der Deutschen Krebshilfe gehen von bis zu 80 Todesfällen pro Jahr infolge von langjähriger Solarienstrahlung aus.

Nie ungeschützt Sonnenbaden

Vielen ist unbekannt: Sonnenschutzcremes mit einem sehr hohen Lichtschutzfaktor schützen nicht zeitlich länger vor den Strahlen als solche mit geringem LSF. Die Creme sollte zudem sowohl vor UV-A- als auch vor UV-B-Strahlung schützen. Sonnencreme muss außerdem gründlich und großzügig aufgetragen werden. Bei weißen Sonnenschutzmitteln sollte kurz nach dem Eincremen ein leichter weißer Schimmer auf den eingecremten Partien sichtbar sein.

Eincremzeiten sind 30 Minuten vor dem Sonnenbad sowie alle zwei Stunden während des Aufenthalts in der Sonne. Bei starkem Schwitzen, Baden oder Liegen auf einem Handtuch muss dieser Rhythmus erhöht werden.

UV-Strahlen durchdringen auch die meisten Glasarten, was das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, erhöht. Autofahren ist ein sehr wenig beachteter Risikofaktor, wenn es um die Entwicklung von Hautkrebs geht. Während die Windschutzscheibe normalerweise die UV-Strahlen der Sonne absorbiert, dringen sie durch Seiten- und Heckscheiben weitgehend ungefiltert in den Innenraum des Fahrzeuges ein. Menschen, die die meiste Zeit der Woche mit dem Auto unterwegs sind, besitzen daher ein erhöhtes Hautkrebsrisiko. Vergleichbares gilt möglicherweise auch für den Arbeitsplatz.

Hautkrebs vorbeugen

Fluoreszierendes Licht

Auch fluoreszierendes Licht (Leuchtstofflampen) gibt geringe Mengen UV-Strahlung ab. Einige Studien zeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Bestrahlungsdauer und dem Auftreten von malignen Melanomen bei Männern gibt. Ein solcher Zusammenhang ließ sich bei Frauen nicht bestätigen.

Wer von Zweifeln geplagt wird, sollte eine Lichteinrichtung mit Filtern ausrüsten. Viele fluoreszierende Lichtquellen sind heutzutage auf diese Weise ausgestattet. Ein solches Schutzschild beseitigt oder reduziert die Intensität ultravioletter Emissionen.

Selbstuntersuchung: Hautkrebs rechtzeitig finden

Es ist ratsam, sich einmal pro Monat etwa zehn Minuten lang von Kopf bis unter die Fußsohlen auf Muttermale zu untersuchen. Gegebenenfalls kann der Partner dabei helfen oder ein Handspiegel kann zur Hilfe genommen werden.

Beginnend am Kopf (Ohren und Haaransatz nicht vergessen), über den Nacken und die Arme, Schultern und Achseln, arbeitet man sich den Oberkörper hinunter, den Rücken entlang über das Gesäß, die Lenden und den Genitalbereich, bis man über die Beine zu den Füßen, Sohlen und den Zehenzwischenräumen gelangt. Auch die Haut unter den Zehennägeln sollte nicht vergessen werden.

Möglicherweise kann auch eine Muttermalkarte geführt werden. Dabei werden alle Muttermale auf einem schematischen Menschenkörper eingetragen und gegebenenfalls Merkmale vermerkt. Dies bietet sich an, wenn jemand sehr viele oder wenige Muttermale besitzt. Bei wenigen Malen können neue Male schnell erkannt werden, bei vielen Malen können Veränderungen besser überwacht werden.

Vorsorge-Untersuchung wahrnehmen: Das Hautkrebs-Screening

Versicherte ab dem 35. Lebensjahr haben alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening.

Vorsicht
In manchen Praxen wird das Hautkrebs-Screening immer noch als Selbstzahlerleistung angeboten. Für den „Kassen-Check” ist es dann oft nur schwer, einen Termin zu bekommen.

Der kostenfreie Haut-Check beinhaltet:

  • Ein Anamnesegespräch
  • Eine Ganzkörperuntersuchung der Haut und der Kopfhaut
  • Eine Beratung über das persönliches Risikoprofil
  • Eine Diagnostik und Dokumentation (z. B. von Leberflecken)

Fazit: Früherkennung erhöht die Heilungschancen massiv

Bei vielen Muttermalen zu erkennen, ob ein Muttermal bösartig ist, ist nicht einfach und eine Selbstkontrolle des Körpers ist aufwändig. Dabei lohnt sich die Aufmerksamkeit durchaus, denn nicht behandelt, können verschiedene Hautkrebsarten die Gesundheit stark beeinträchtigen und auch tödlich enden.

Eine rechtzeitige Behandlung ist dabei in fast allen Fällen erfolgreich. Hautkrebs-Prävention kann insbesondere über das Tragen von Hüten und über einen ausreichenden Sonnenschutz erreicht werden. Wer zusätzlich auffällige Hautflecken bei einem Arzt abklärt, für den gehört Hautkrebs nicht zu den Krebsarten, die ihn oder sie beunruhigen muss.

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