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Schuppenflechte - Symptome, Ursachen, Behandlung und das Wetter

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Informationen zur Schuppenflechte

Definition: Eine chronische, entzündliche Hautkrankheit mit erhöhter Hautschuppenbildung

Ursachen: Erbfaktoren, Stress, Depressionen

Symptome: Jucken an den rauen Stellen, aber auch Augenschmerzen & Lichtempfindlichkeit

Gefahr: Gefäßhautentzündung, letztlich Erblindung

Behandlung: Salben, Wärme, Kälte, Medikamente, Ernährungsumstellung

Schuppenflechte Definition – Was ist Psoriasis?

Bei der Schuppenflechte oder Psoriasis handelt es sich um eine chronische, entzündliche Hautkrankheit, die sich durch erhöhte Schuppenbildung und Veränderungen an den Nägeln auszeichnet.

Das Krankheitsbild der Schuppenflechte ist uneinheitlich. Die typischen roten, von silbrigen Schuppen bedeckten, oft handtellergroßen Hautveränderungen treten bevorzugt an Knien, Ellenbogen und Kopfhaut auf.

Normalerweise benötigen die Hautzellen zur Ausreifung und Abschilferung etwa 28 Tage. Während dieser Zeit reifen sie und werden schließlich abgestoßen. Bei der Psoriasis reifen die Hautzellen viel schneller: in nur 3-6 Tagen. Die Folge ist eine raue und trockene Haut. Das typische Bild der Schuppenflechte entsteht.

Schuppenflechte Symptome – Welche Hautveränderungen treten bei Psoriasis auf?

Bei Schuppenflechte juckt und schuppt sich die Haut, teilweise sind aber auch die Gelenke mit betroffen. Das heißt, die Symptome bleiben nicht auf die Haut beschränkt. Schuld an der Krankheit ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems.

Ist eine Schuppenflechte ansteckend?

Das Immunsystem erkennt das körpereigene Gewebe nicht mehr, hält es für Fremdstoffe und greift es an. Schuppenflechte ist zwar nicht ansteckend, allerdings kann die Veranlagung für die Krankheit vererbt werden.

Zudem bedroht Psoriasis die Augen und kann bis zur Erblindung führen. Dies ist nur den wenigsten Menschen bekannt. Dies kommt häufig bei Patienten vor, bei denen auch die Gelenke betroffen sind, also bei Menschen, die unter Psoriasis-Arthritis leiden. Häufig leiden sie unter trockenen Augen.

Hinzu kommt ein Fremdkörpergefühl, bei dem es ständig den Eindruck macht, als würden Sandkörnchen über die Augenoberfläche reiben. Grund für dieses Gefühl ist ein nicht intakter Tränenfilm. Bakterien und Viren können dann sehr einfach ins Auge gelangen.

Gefäßhautentzündung: Nicht nur die Haut ist bei Schuppenflechte betroffen

Leiden Sie unter Schuppenflechte, sollten Sie also noch auf ganz andere Symptome achten.

Auf diese Symptome muss geachtet werden:

  • Rote Augen
  • Lichtempfindlichkeit, die durchaus auch schmerzt
  • Verschwommenes Sehen

In all diesen Fällen kann eine Entzündung der Gefäßhaut des Auges vorliegen. Betroffen sind dann die Iris, der Strahlenkörper und die Aderhaut. So eine Gefäßhautentzündung ist in Deutschland die zweithäufigste Ursache für ein Erblinden und das schon in relativ frühem Alter. Das Risiko, eine Gefäßhautentzündung zu erleiden, ist für Psoriasis-Patienten rund drei bis vier Mal so hoch wie bei gesunden Menschen.

Warum ist eine Gefäßhautentzündung so gefährlich?

In den meisten Fällen verläuft sie langsam und schleichend. Daher ist es für Sie als Betroffener schwierig zu erkennen, ob Sie überhaupt erkrankt sind. Fällt dann auf, dass Ihre Gefäßhaut tatsächlich entzündet ist, dann kann die Entzündung schon sehr weit fortgeschritten sein. Daher sollten Sie immer sofort zum Arzt gehen, wenn Sie die typischen Symptome bemerken oder auch länger unter trockenen Augen leiden.

Schuppenflechte Diagnose – Wie erkennt man Psoriasis?

Eine Schuppenflechte lässt sich aufgrund des typischen Verhaltens der Hautveränderungen leicht diagnostizieren. Kratzt man an deren Oberfläche, zeigt sich eine Kratzspur ähnlich der an einer Wachskerze. Fährt man fort, so erscheint ein dünnes, feucht glänzendes „letztes Häutchen”. Entfernt man dieses, kommt es zu punktförmigen Blutungen.

Psoriasis vs. Seborrhoe – Abgrenzung und Gemeinsamkeiten

Anstelle einer Psoriasis kann es sich allerdings auch um ein sogenannte seborrhoische Dermatitis (Seborrhoe) handeln, eine Entzündung der talgdrüsenreichen Areale der Haut. Seborrhoe ist eine häufige, aber ungefährliche Hauterkrankung, die sich auch durch schuppige, gerötete und juckende Haut äußert.

Die Unterscheidung zwischen Kopfhaut-Seborrhoe und Kopfhaut-Psoriasis ist schwierig. Manchmal überschneiden sich die Krankheitsbilder. Glücklicherweise erfordern beide aber eine ähnliche Behandlung.

Diese muss jedoch genau auf den einzelnen Patienten zugeschnitten sein, insbesondere in schwereren Fällen. In leichteren Fällen können rezeptfreie Seifen, Shampoos oder Salben mit Ketoconazol, Teer, Zink (zinc pyrithionat), Selenium-Sulfid oder Salicylsäure helfen. Cremes oder Lösungen, die Hydrokortison enthalten, oder Ketoconazole-Cremes können zur Behandlung anderer betroffener Bereiche eingesetzt werden. Andernfalls kann es erforderlich sein, verschreibungspflichtige Salben, Medikamente zum Einnehmen oder eine Lichttherapie anzuwenden.

Schuppenflechte Ursachen – Was ist der Grund für Psoriasis?

Niemand kennt die genauen Ursachen von Psoriasis. Erbfaktoren und das Immunsystem scheinen aber eine Rolle zu spielen. Dennoch gibt es verschiedene unmittelbare Auslöser für die in Schüben auftretende Krankheit.

Ein akuter Schub kann zum Beispiel durch eine Infektion in einer anderen Körperregion ausgelöst werden oder er kann nach einer Hautverletzung auftreten. Auch Stress und andere Umweltfaktoren können der Grund für einen Schub sein. Von einigen Medikamenten wie Betablockern und Lithiumpräparaten weiß man ebenfalls, dass sie Schübe auslösen können.

Die Erkrankung entwickelt sich für gewöhnlich langsam. Obwohl sie in jedem Alter auftreten kann, erscheint sie im Allgemeinen erstmals in der Pubertät oder im Alter um die 40 Jahre. Gelegentlich ist sie mit einer Gelenkentzündung verbunden (Arthritis psoriatica).

Stress als Auslöser für Schuppenflechten

Die Auslöser der Psoriasis sind meist mechanische Reize. Schon scheuernde Kleidung kann einen Schub verursachen. Aber auch Alkohol und einige Medikamente gehören zu den bekannten Auslösern. Hinzu kommt Stress in jeglicher Form. Er ist ein besonders großes Risiko für einen Psoriasis-Schub. Der Leidensdruck der Erkrankten ist enorm. Sie werden häufig aufgrund der schuppigen Haut angestarrt, teilweise sogar gemieden und ausgegrenzt.

Schuppenflechte ist für die Betroffenen oft sehr belastend.

Schuppenflechte ist für die Betroffenen oft sehr belastend. © Farina3000 – Fotolia

Depressionen können Psoriasis verschlimmern

Ungefähr 2 Millionen Menschen allein in Deutschland sind an Psoriasis erkrankt. In den meisten Fällen bleibt die Erkrankung auf die Haut beschränkt. Fünf bis 10% aller Betroffenen aber haben durch die Erkrankung Gelenkprobleme. Bei ihnen sind dann auch Hände, Füße oder die Wirbelsäule von der Erkrankung betroffen. Gelenke oder teilweise der ganze Finger schwellen an.

Die Psoriasis-Arthritis begleitet normalerweise eine Schuppenflechte, allerdings kann sie auch zuerst auftreten, bevor es zu Symptomen auf der Haut kommt. Lange war unklar, warum dieser Verlauf entsteht. Forscher haben nun herausgefunden: Die Psyche ist schuld!

Menschen, die an Psoriasis erkrankt sind, haben in der Regel ein deutlich erhöhtes Risiko für Depressionen. Der Grund ist zum einen die Krankheit selbst und zum anderen die Reaktionen anderer Menschen. Die mit silbrigen Schuppen bedeckte und gerötete Haut sorgt bei Mitmenschen für Irritationen, oft sogar für Abscheu, was dem Selbstbewusstsein der Erkrankten natürlich schwer schadet. Sie fühlen sich auf Dauer oft unattraktiv und werden unglücklich. Forscher haben sich nun darauf konzentriert, inwieweit die so angeschlagene Psyche Auswirkungen auf die Erkrankung hat und ob das Entstehen einer Psoriasis-Arthritis hiermit in Verbindung steht.

Sie gingen dabei von der These aus, dass bei Menschen, die unter Depressionen leiden, bestimmte verborgene Entzündungsprozesse im Körper ablaufen bzw. verstärkt werden. Daher ist deren Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten oder aber Diabetes deutlich erhöht.

Dementsprechend erschien es den Wissenschaftlern natürlich naheliegend, dass Depressionen auch das Risiko für entzündliche Erkrankungen wie eine Psoriasis-Arthritis erhöhen. Zudem: Depressionen haben häufig zur Folge, dass sich der Lebensstil verschlechtert. Schlechte Ernährung, zu viel Alkohol und zu wenig Bewegung sind die Folge, was die Schuppenflechte zusätzlich verstärkt.

Die Forscher betrachteten die Gesundheitsdaten von mehr als 70.000 Patienten. Alle hatten zu Beginn einer Studie gerade die Diagnose Psoriasis erhalten. Danach wurden sie 25 Jahre lang beobachtet. Die gesundheitliche Entwicklung wurde festgehalten, so auch wer von den Teilnehmern an Psoriasis-Arthritis erkrankt war und wer nicht.

Es zeigte sich: Die Psyche hatte große Auswirkungen auf den Verlauf der Erkrankung bzw. auf die Entwicklung einer Psoriasis-Arthritis. Sie erhöhte das Arthritis-Risiko deutlich. Bei den Studienteilnehmern, die eine Depression entwickelten, war es um 37% höher als bei denen, die seelisch stabil waren.

Die Wissenschaftler raten Ärzten, bei Psoriasis-Patienten immer auch die Psyche mit im Auge zu behalten. Dadurch können sie die Lebensqualität der Betroffenen verbessern, darüber hinaus diese aber auch vor der schweren Folgeerkrankung schützen. Denn die Arthritis, die in Folge einer Psoriasis auftritt, ist nicht umkehrbar. Man kann ihren Verlauf nur verlangsamen.

Bei Schuppenflechte sind oft große Teile der Haut betroffen.

Bei Schuppenflechte sind oft große Teile der Haut betroffen. © farina3000 – Fotolia

Schuppenflechte ist vererbbar, muss aber auch bei Vorhandensein des verantwortlichen Gens nicht zwangsläufig ausbrechen. Eine Schuppenflechte kann eine Reihe von anderen Erkrankungen nach sich ziehen, zum Beispiel eine Psoriasis-Arthritis, Uveitis sowie diverse arterielle Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems.

Schuppenflechte Behandlung – Ist eine Schuppenflechte heilbar?

Eine Schuppenflechte kann nicht geheilt werden. Ziel einer Behandlung kann lediglich eine Verbesserung der Symptomatik sein. Zu den bevorzugten Methoden gehört eine angepasste Ernährung und äußerliche Behandlung durch Salben.

Zur einfachen „Lasertherapie” werden Soft-Laser eingesetzt. Dabei werden keine Akupunkturpunkte stimuliert, sondern ein ganzes Bündel von Lasern bestrahlt größere Hautareale. Eine solche Flächenbestrahlung kommt unter anderem auch bei Verbrennungen, Wunden und blauen Flecken (Hämatomen) zum Einsatz.

Wie behandelt man eine Schuppenflechte?

Die Behandlung der Schuppenflechte erfolgt bei leichten Fällen äußerlich, bei mittelschweren bis schweren innerlich.

Eine leichte bis mittlere Psoriasis beginnt in der Regel mit ein paar roten Flecken auf der Haut. Silbrige Schuppen bedecken dabei Ellenbogen, Knie, Beine, Kopfhaut und andere Körperregionen. Bei schwerer Psoriasis ist mehr als die Hälfte des Körpers mit Flecken übersät, wobei unter Umständen auch Fingernägel, Fußsohlen und Handflächen betroffen sind.

Die Therapieform hängt vom Ausmaß der Schuppenbildung, der Größe der Flecken und dem Prozentsatz der betroffenen Körperfläche ab.

Cremes, Öle & Salben – Was für eine Salbe bei Schuppenflechte?

Der erste Schritt der Behandlung ist es meistens, die Schuppen abzulösen und die Haut geschmeidig zu machen. Nicht reizende Hautcremes ohne Lanolin erweichen die Haut.

Darüber hinaus verschreibt der Arzt Ihnen Salben und Cremes, die zum Beispiel das Vitamin D-Derivat Cacipotriol oder eine Vitamin A-verwandte Substanz enthalten.

Vorsicht

Vorsicht ist geboten vor Salben mit Cortison. Der Wirkstoff verdünnt bei langfristiger Anwendung die Haut und verschlimmert die Schuppenflechte!

Zur Behandlung der Erkrankung kann durchaus auf Öle zurückgegriffen werden, die Linderung versprechen. Dazu zählen Mandelöl, Nachtkerzenöl und Traubenkernöl. Auch vom Einsatz des Schwarzkümmelöls können Patienten profitieren. Genauso wie das Hanföl sind diese beiden Lotionen die letzten Jahre für vielerlei Leiden empfohlen worden, hier sollte individuell überprüft werden, ob sich wirklich Besserung einstellt. Jojobaöl und Sheabutter kann ebenfalls eingesetzt werden.

Zuletzt helfen auch Umschläge, die entweder kalt oder beispielsweise mit Apfelessig, Schwarztee oder Heilerde versetzt werden, um einen Juckreiz zu lindern. Nach einer Behandlung sollte immer darauf geachtet werden, dass die Bekleidung nicht an den juckenden Stellen scheuert.

Bäder zur Behandlung von Schuppenflechte

Bei leichter Psoriasis hilft ein tägliches Bad (medizinisches Ölbad), um Hautschuppen aufzuweichen und loszuwerden. Weil trockene Haut Psoriasis verschlechtert, verwenden Sie kein heißes Wasser und keine austrocknende, scharfe Seife. Wählen Sie stattdessen lauwarmes Wasser und eine cremige Emulsion, um Ihre Haut feucht zu halten.

Vermeiden Sie lanolinhaltige Produkte, die Überempfindlichkeit hervorrufen können. Manche Shampoos tragen ebenfalls zur Linderung der Kopfhaut-Psoriasis bei. Bei Schuppenflechte am Kopf ist es ratsam, ein mildes Kopfwaschmittel zu verwenden.

Auch ein Bad in Totes Meer-Salz kann Linderung verschaffen und die Hautschuppen lösen. Wirksam soll darüber hinaus die Fischtherapie mit rötlichen Saugbarben sein. Der Patient badet regelmäßig in einer Wanne mit den Fischen, welche die Hautschuppen abzupfen.

Phototherapie & Elektrotherapie gegen Schuppenflechte

Phototherapie (Lichttherapie) mit UVA oder UVB-Strahlen hilft einigen Patienten bei einer Linderung der Beschwerden. Nach einem Urlaub in der Sonne fühlen sich viele Betroffene besser. Speziell kauf- oder leihbare Geräte sowie beim Arzt durchgeführte Therapien ersetzen einen Ausflug an sonnige Orte.

Relativ neu ist die UVB 308 nm-Lichttherapie, die mittels Excimer-Lasertechnik durchgeführt wird. Durch ihren gezielten Einsatz schont sie die gesunde Haut. Aber Vorsicht vor Sonnenbrand: Selbst, wenn eine Exposition Ihrer Haut gegenüber leichtem Sonnenlicht einige Psoriasis-Flecken bessert, verschlimmert ein Sonnenbrand Psoriasis.

Gut verträglich ist auch die Elektrotherapie. Zur Behandlung (2x täglich 5 Minuten) deckt man die betroffenen Hautstellen mit Elektroden ab. Verbesserung oder Abheilung sind meist nach 12 Wochen sichtbar. Beim Erwerb des dementsprechenden Geräts können die Patienten die Therapie zu Hause durchführen.

Welche Medikamente bei Psoriasis?

Nicht verschreibungspflichtige Präparate wie Salizylsäure oder Kohle-Teerseifen, Lotionen, Cremes und Salben können bei leichter Psoriasis in der Regel gute Ergebnisse erzielen. Für härtere Fälle können Salben mit Cortison weiterhelfen. Bei diesen kehren die Beschwerden nach dem Ende der Behandlung allerdings häufig wieder. Das Mittel Anthralin eignet sich hingegen hervorragend, um großflächige Flecken verschwinden zu lassen. Dieses wiederum verfärbt Haare, Haut und Kleidung und reizt umgebendes Hautgewebe.

Cyclosporin benutzt man normalerweise, um Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen zu verhindern. Doch auch gegen Schuppenflechte hat es sich als wirksam erwiesen. Methotrexat stellt ein Krebsmittel dar, Etretinat ein Vitamin-A-Präparat. Beide Pharmaka verabreicht man auch oral, um besonders ausgeprägte Formen der Psoriasis zu behandeln. Personen, die diese Medikamente zur Behandlung bekommen, leiden möglicherweise unter Nebenwirkungen wie einer Lebertoxizität.

Patienten sprechen zudem auf verschiedene systemische Therapien an, die mit Fumarsäure, mit Retinoiden, Immunsuppressiva und Biologika der Schuppenflechte zu Leibe rücken. Es handelt sich dabei allerdings um starke Medikamente, die nur über eine kurze Dauer und unter ärztlicher Beobachtung eingenommen werden sollten.

Natürliche Therapien gegen Schuppenflechte

Schließlich können auch Therapien, die auf pflanzlichen und natürlichen Heilungsmethoden basieren, Abhilfe schaffen. So erweist sich die nordamerikanische Mahonie, ein Beberitzengewächs, als erfolgreich in der Behandlung von chronischen und schuppigen Hauterkrankungen leichter und mittlerer Ausprägung. Vermutlich hemmt das Alkaloid Berberin die Hautzellenteilung und mindert dadurch die Entzündung.

Auch Fangopackungen, mineralhaltiger Vulkanschlamm, versetzt mit Algen und Thermalwasser, helfen durch Wärmebehandlung. Die Blutgefäße weiten sich, der Kreislauf wird angeregt. Zudem sorgt Salz aus den Algen für eine Linderung der Schuppenflechte.

Sport trotz Schuppenflechte?

Ärzte raten ihren Patienten immer wieder dazu, wegen der möglichen Schweißentwicklung auf körperliche Aktivitäten zu verzichten. Doch diese Empfehlung entbehre jeder Grundlage, denn der Schweiß verschlimmert die Hautentzündungen nicht.

Schon vor mehreren Jahren haben dies verschiedene Studien gezeigt. Gerade für Patienten mit Hautkrankheiten, die sich durch emotionale Einflüsse verschlechtern (z. B. Stress oder psychische Belastungen), wirke Sport ausgleichend und sei eine wichtige Komponente der Therapie. Vor allem Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen oder Radfahren eignen sich hier gut.

Hat das Wetter Einfluss auf die Schuppenflechte?

Zudem müssen laut einer neueren Studie der Hamburger Uni-Klinik die Effekte von Lichttherapien und Sonnenexposition teilweise relativiert werden. Zwar geht es Patienten mit Schuppenflechte je nach Wetterlage etwas besser oder schlechter, diese Unterschiede sind allerdings statistisch kaum bedeutend. Sowohl aus ärztlicher als auch aus Patientensicht hat das Wetter, beziehungsweise wettersimulierende Verfahren nur einen vernachlässigbaren Effekt auf die Krankheit.

Kälte hilft bei der Behandlung von Psoriasis

Kälte kann obgleich der Risiken bei der Behandlung von Hauterkrankungen wie Schuppenflechte aber durchaus auch positive Effekte erzielen. Eine Kältetherapie lindert nämlich den Juckreiz und dämmt entzündliche Gelenkbeschwerden ein, die ebenfalls häufig in Zusammenhang mit Psoriasis auftreten. In den meisten Fällen greift die gängigste Form der Schuppenflechte, die Psoriasis vulgaris, nach einigen Jahren die Gelenke an. Fachleute sprechen dann von Psoriasis arthritis, die im Verlauf der Krankheit oftmals zu schweren Beeinträchtigungen im Alltag führt.

In einer Kältekammer wird diesen Leiden im wahrsten Sinne zu Leibe gerückt. Bei minus 110 Grad bibbern die Patienten für etwa zwei bis fünf Minuten – nur mit Schuhen, Mundschutz und Badesachen bekleidet. Während dieser Schocktherapie in trockener Kälte kühlt die Haut auf etwa zwei Grad herab, die innere Körpertemperatur bleibt jedoch konstant.

Auf die Haut wirkt sich dieser Kälteschock positiv aus: Wie in einem Glücksrausch werden Hormone ausgeschüttet, die die Leistungsfähigkeit steigern, Entzündungen mildern und die Durchblutung verbessern. Dadurch können Schmerzen oder Juckreiz innerhalb kürzester Zeit gelindert werden.

Auch bei der Klimatherapie, die bei Hautbeschwerden eingesetzt wird, spielt Kälte eine Rolle. Ein Reizklima mit kühlen Temperaturen, rauem Wind und salzhaltiger Luft – am besten vorzufinden an der Küste und auf den Inseln der Nordsee – führt bei einem chronischen Leiden wie Schuppenflechte zur Linderung des Juckreizes und zur Verbesserung des Hautzustandes.

Schuppenflechte im Winter – Welche Rolle spielt das Wetter bei Psoriasis?

Der Winter stellt eine besondere Belastungsprobe für das größte Organ des Menschen dar: Die Haut leidet unter dem ständigen Wechsel aus frostigen Außentemperaturen und trockenwarmer Luft in den Innenräumen. Selbst gesunde Menschen haben während der kalten Jahreszeit vermehrt mit Hautproblemen zu kämpfen. Patienten mit einer chronischen Hauterkrankung wie Schuppenflechte macht die kühle Luft noch mehr zu schaffen.

Trockene Heizungsluft verschlimmert die Schuppenflechte

Je kälter es draußen wird, desto mehr nimmt die Talgproduktion der Haut ab. Unter sechs Grad stellt die Haut diese Funktion komplett ein. Die Haut trocknet aus, sie juckt, spannt und reißt.

Durch dietrockene Heizungsluft in den Gebäuden wird die Epidermis zusätzlich gereizt und reagiert noch empfindlicher. Schon Menschen, die eigentlich keine Hautprobleme haben, müssen jetzt ihre Hautpflege umstellen. Patienten mit Psoriasis sind in besonderem Maße darauf angewiesen, ihre Haut ausreichend mit Feuchtigkeit zu versorgen, um einer Austrocknung vorzubeugen.

Bei Schuppenflechte spielt die Haut ohnehin verrückt: Durch eine fehlerhafte Autoimmunreaktion werden körpereigene Zellen bekämpft. Infolgedessen bildet sich die Haut um ein Vielfaches schneller neu als gewöhnlich. Rote, entzündliche Stellen oder silbrige Hautschuppen treten auf. Am häufigsten sind Schienbeine, Ellenbogen, die Kopfhaut und der Steiß von der Störung betroffen. Im Winter werden die Beschwerden noch schlimmer.

Das hängt mit einer weiteren Auswirkung zusammen: In der kalten Jahreszeit steigt durch das geschwächte Immunsystem die Infektanfälligkeit deutlich an. Ein Virusinfekt gilt indes als Risikofaktor, der einen neuen Krankheitsschub auslösen kann.

Wer unter Schuppenflechte leidet, sollte im Winter also nicht nur seine Abwehrkräfte stärken, sondern noch mehr auf eine intensive Pflege der Haut achten. Dabei helfen rückfettende Salben, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Urea, oder Pflegebäder mit Meersalz.

Ernährung bei Schuppenflechte – Bei Psoriasis diese Lebensmittel vermeiden

Schon kleine Änderungen auf dem Speiseplan können die Schübe der Schuppenflechte abmildern und das Abheilen beschleunigen.

Ernährungsempfehlungen für Schuppenflechte:

  1. Essen Sie wenig tierische Fette: Nach aktueller Studienlage kann ein Einschränken des Fleischkonsums die Schuppenflechte bessern. Der Grund: In Schweinefleisch, Kalbfleisch, Eigelb und fettreichen Milchprodukten steckt viel Arachidonsäure (Fettsäure). Sie heizt Entzündungen regelrecht ein.
  2. Zwei bis drei Portionen fetter Fisch pro Woche: Fisch und Meeresfrüchte glänzen durch einen hohen Gehalt an entzündungshemmenden Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren). Besonders wertvoll ist fetter Seefisch wie Lachs, Hering und Makrele, der uns auch etwas Vitamin D liefert.
  3. Greifen Sie zu den richtigen pflanzlichen ÖlenMeiden Sie Distel-, Sonnenblumen- und Maiskeimöl (auch in Margarine, Pflanzencremes). Denn aus diesen Ölen stellt Ihre Körper selbst Arachidonsäure her. Pflanzenöle wie Raps-, Lein- und Walnussöl enthalten dagegen wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Verwenden Sie diese Pflanzenöle und Olivenöl täglich bei der Zubereitung.
  4. Fünf Portionen Gemüse undObst pro Tag: Wenn Sie drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst am Tag essen, konsumieren Sie damit Arachidonsäure-freie Nahrung. Außerdem liefern Gemüse und Obst Antioxidantien (z.B. Vitamin C, Beta-Carotin, sekundäre Pflanzenstoffe), die entzündungshemmend wirken und für Sie besonders wertvoll sind.
  5. Vorsicht vor Alkohol: Wenn Sie unter Schuppenflechte leiden, führt Alkohol zu einer zusätzlichen Belastung ihrer Haut. Besonders Rotwein und Bier enthalten größere Mengen an dem Botenstoff Histamin, der zu Hautreizungen führen kann. Außerdem hemmt Alkohol in Ihrem Körper den Histaminabbau und fördert zusätzlich die Freisetzung des körpereigenen Histamins.
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