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Warzen - Ursachen, Symptome, Diagnose & Behandlung

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Inhaltsverzeichnis

Überblick zum Thema Warzen

Definition: mehrfach auftretende, kleine, normalerweise gutartige Geschwulste der oberen Hautschicht

Ursachen: Infektion mit HPV (Humane Papillomviren) über kleine Verletzungen der Haut

Aussehen: scharf vom Rest der Haut abgegrenzt; oft rau, leicht erhaben oder flach

Risikofaktoren: schwaches Immunsystem, seelische Erkrankungen, Stress, Durchblutungsstörungen, Hautwunden

Ansteckungsgefahr: vorhanden

Behandlung: Säurebehandlung, Verbrennen mit elektrischem Strom, Vereisen, Laserbehandlung, Abtragen durch scharfen Löffel, Skalpell, Kürette o.Ä.

Prognose: meist harmlos, verschwinden nach einigen Monaten oder Jahren von selbst – hohe Rückfallquote

Definition: Was sind Warzen?

Warzen sind kleine, scharf begrenzte Tumore in der oberen Hautschicht. Man unterscheidet zwischen echten Warzen und unechten Warzen, die sich in ihrer Form und Ursache von den echten Warzen abgrenzen. Am häufigsten treten sie an den Händen, Füßen und im Gesicht auf, auch im Intimbereich sind sie nicht ausgeschlossen.

Warzen können an unterschiedlichen Körperstellen entstehen. © Leschnyhan – Fotolia

 

Ursachen: Wodurch entstehen Warzen?

Warzen entstehen durch Humane Papillomviren, die über kleine Wunden und Verletzungen in der Haut in den Körper eindringen. Dort angekommen zwingen sie die menschlichen Wirtszellen, unkontrolliert weitere Zellen zu produzieren, die dann in Form einer dicken Hornhautschicht als Warze zu erkennen sind.

In der Zelle können sie vor einem Ausbruch bis zu 20 Monate lang ruhen. In der Regel dauert es aber nur zwei bis sechs Monate, bis sich der Virus bemerkbar macht. Die verschiedenen Warzenarten werden von unterschiedlichen Virentypen ausgelöst.

Risikogruppen für die Entwicklung von Warzen

Grundsätzlich kann sich jeder Mensch mit den HP-Viren anstecken, bestimmte Faktoren erhöhen jedoch das RIsiko:

  • Starkes Schwitzen
  • Schwaches Immunsystem oder immunsuppressive Medikamente
  • Durchblutungsstörungen in Fingern und Zehen
  • Neigung zu Allergien
  • Bereits angegriffene Haut (durch Neurodermitis, kleine Verletzungen)
  • Diabetes
  • Rauchen
  • Seelische Konflikte, Stress

Vor allem Kinder und Jugendliche sind von der Bildung von Warzen betroffen, da der Körper beim ersten Kontakt mit HPV den Virus noch nicht ausreichend bekämpfen kann. Das Immunsystem wehrt die Viren nicht vollständig ab, macht es den Warzenerregern somit leicht.

 

Sind Warzen ansteckend?

Ja, durch Viren übertragene Warzen sind ansteckend. Sie werden entweder durch direkten Kontakt, zum Beispiel beim Händeschütteln oder durch anderen Körperkontakt übertragen, oder indirekt über Handtücher oder das Barfußlaufen im Schwimmbad. Warzen im Genitalbereich werden insbesondere durch Geschlechtsverkehr übertragen.

Ein bereits infizierter Mensch kann sich auch selbst anstecken. Meist tritt der Virus an einer nassen oder beschädigten Stelle der Haut ein und verbreitet sich von dort aus weiter. Er wird zum Beispiel durch das Kratzen an einer Warze von einem Körperteil zum nächsten übertragen.

Können Warzen durch Stress ausgelöst werden?

Warzen entstehen vor allem dann, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Im Falle von länger anhaltendem Stress kann es durchaus sein, dass sich der seelische Zustand auf das Immunsystem auswirkt. Genau wie Schnupfen oder Bauchschmerzen können gestresste Menschen also auch unter Warzen leiden.

Symptome: Wie erkennt man Warzen?

Warzen sind relativ leicht zu erkennen. Sie äußern sich durch eine Verdickung der obersten Hautschicht. Diese ist meist flach oder steht leicht hervor. Es gibt jedoch auch Arten, die in die Tiefe der Haut hineinwachsen. Normalerweise sind Warzen nur aus kosmetischer Sicht störend. Treten sie aber auf den Fußsohlen auf, können sie sehr schmerzhaft sein.

HPV-Viren treten in zig verschiedenen Formen auf. Mit Abhängigkeit von der Art des Virus und dem Ort des Eintretens entstehen unterschiedliche Formen von Warzen.

Welche verschiedenen Formen von Warzen gibt es?

Echte Warzen

Vulgäre Warze (Verruca vulgaris)

Die gemeine (vulgäre) Warze ist die am häufigsten vorkommende Warzenart. Hautfarben, rund und hart wird sie mit der Zeit immer größer, rau und rissig. Sie tritt selten allein auf. Theoretisch kann jede Körperstelle damit infiziert sein. Betroffene tragen sie selten im Gesicht, dafür häufiger an den Fingern und am Handrücken. Am wohlsten fühlt sie sich an den Fußsohlen, wo sie sich manchmal in großer Anzahl mosaikförmig anordnet (Mosaikwarzen).

Plantarwarzen (Verrucae plantares)

Bei Plantar- oder Dornwarzen handelt es sich ebenfalls um vulgäre Warzen. Da sie sich im Aussehen unterscheiden, bilden sie aber eine Sonderform. Durch das Körpergewicht und die Belastung der Fußsohle wachsen die Warzen nicht nach außen, sondern in die Tiefe der Haut hinein. Sie sind dadurch sehr flach, haben einen harten Rand und eine weiche Mitte, in der ein schwarzer Punkt zusehen ist. Dornwarzen sind oft sehr unangenehm, da sie bei der Belastung der Fußsohle stechende Schmerzen verursachen können.

Dornwarzen bilden sich häufig auf der Fußsohle aus. © Wikimedia Commons

 

Flachwarzen

Vor allem bei Kindern und Jugendlichen treten die rundlich bis ovalen Flachwarzen auf. Meist kleiner und weicher als andere Warzen kommen sie normalerweise in großen Gruppen zum Vorschein. Betroffene Körperstellen sind oft Gesicht und Hände, ein Vorkommen am restlichen Körper ist jedoch auch möglich.

Sonderform: Genitalwarzen

Manche Viren befallen statt der Haut die Schleimhäute und können so Warzen im Mund oder im Intimbereich hervorrufen. Klassische Genitalwarzen nennt man Feuchtwarzen oder Feigwarzen. Mit ihren Erregern infiziert man sich in erster Linie über sexuellen Kontakt. Deswegen zählen sie zu den sexuell übertragbaren Krankheiten.

Unechte Warzen

Dellwarzen

Dellwarzen sind harmlose, warzenähnliche Hautknötchen, die vom Molluscum-contagiosum-Virus ausgelöst werden. Sie kommen oft in Zweier- oder Dreiergruppen vor, oder auch über den ganzen Körper verteilt. Bei Erwachsenen ist die am häufigsten betroffene Körperstelle die Intimregion, bei Kindern auch Gesicht, Hals oder Achselhöhlen.

Alterswarzen

Die Ursache der Alterswarzen ist bisher noch unbekannt. Fest steht jedoch, dass sie vermehrt mit zunehmendem Alter auftreten. Rücken, Gesicht, Brust sowie die Vorderseite von Armen und Beinen und der Handrücken kommen am ehesten für diese Form der Warze infrage. Alterswarzen sind aber harmlos, lösen keine Schmerzen aus und sind nicht ansteckend.

Stielwarzen

Stielwarzen sind weiche, gutartige Wucherungen bestimmter Hautzellen. Mediziner bezeichnen sie als weiche Fibrome. Genau so ungefährlich und nicht ansteckend wie die Alterswarzen, können die Fibrome aber ästhetische oder mechanische Beschwerden verursachen. Es lohnt sich dann, sie mit ärztlicher Hilfe entfernen zu lassen.

Gut zu wissen:

Bestimmte Typen der HPV erhöhen das Risiko für Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs oder Peniskrebs. Es handelt sich dabei aber nicht um die Virustypen, die normale Warzen hervorrufen. Mit besonderer Vorsicht sind jedoch die Feigwarzen (Genitalbereich) zu betrachten.

Diagnose: Wie erkennt der Arzt eine Warze?

Meist ist die Diagnose des kleinen Tumors für den Arzt mit bloßem Auge möglich. Allein die Struktur, Größe und Lage geben oft Aufschluss über die entsprechende Warzenart. Ist der Experte sich aber nicht ganz sicher, kann er eine Gewebeprobe im Labor untersuchen lassen. Selten wird versucht, festzustellen, welcher Erreger der Auslöser für die Warze ist.

Behandlung: Was kann man gegen Warzen tun?

Für das Problem „Warze“, von dem klar die Mehrheit der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens betroffen ist, hat man schon viele Lösungen gefunden. Von medizinischen über homöopathischen bis hin zu sehr unkonventionellen Ansätzen gibt es unzählige Methoden, die lästigen Fehlbildungen loszuwerden.

Behandlung von Warzen durch den Arzt

Allein die medizinischen Möglichkeiten sind sehr vielfältig. Zur Auswahl stehen:

  • Auflösen der Hornschicht
    • Durch Säure (Salizylsäure, Milchsäure oder Vitamin-A-Säure) in Form einer/eines Lösung/Creme/Pflasters wird die Hornhaut aufgeweicht und anschließend mit einer Feile oder einem Hornhautschaber abgeschabt. Dabei muss darauf geachtet werden, die umliegenden Hautpartien nicht zu verletzen.
  • Vereisen
    • Die Warze wird durch das Auftragen flüssigen Stickstoffes vereist. Das kann einen stechenden Schmerz verursachen. Die Behandlung muss mehrmals wiederholt werden, zwischen den einzelnen Terminen sollte mindestens eine Woche liegen.
  • Laserbehandlung
    • Die Warze wird erhitzt und zerstört. Narbenbildung ist nicht ausgeschlossen.
  • Kürettage
    • Der Arzt schabt die Hautknötchen mit dem medizinischen Instrument (Kürette) ab.
  • Herausschneiden
    • Die eher veraltete Technik des Herausschneidens wird heutzutage nur mehr selten verwendet, da die Infektionsgefahr und das Risiko, eine Narbe zu hinterlassen, zu groß sind.
  • und viele weitere mehr oder weniger bekannte Möglichkeiten

Behandlung von Warzen durch Naturheilkunde

Natürliche Methoden sind erheblich schonender als die oben genannten medizinischen und verletzen die Haut nicht. Obwohl ein natürlicher Ansatz keine Garantie auf Erfolg hat, lohnt sich ein Versuch mit einem äußerlich aufgetragenen Pflanzensaft auf jeden Fall. Diese Heilpflanzen haben sich gegen Warzen bewährt:

Besonders hilfreich bei gewöhnlichen, weichen Warzen soll die äußerliche Anwendung von Thuja sein. Chellidonium erweist sich dagegen bei harten, rauen Warzen als erfolgreich. Der reine Pflanzensaft (Urtinktur) wird dabei mindestens einmal täglich direkt auf die Warzen aufgetragen.

Die Volksmedizin empfiehlt auch den weißen Saft des Löwenzahns oder Teebaumöl, die ebenfalls direkt auf die Warze aufgetragen werden. Diese Behandlungen können vom Betroffenen selbst problemlos durchgeführt werden.

Naturheilkunde kann bei Warzen heilsam sein. © goldbany – Fotolia

 

Behandlung von Warzen durch Homöopathie

Mit dem richtig gewählten homöopathischen Mittel stehen die Chancen auf das schnelle Verschwinden der Warze gut. Für die Selbstbehandlung sollte eine niedrige Potenz gewählt werden, davon sollten täglich drei Globuli langsam im Mund zergehen. Zur Auswahl stehen folgende Mittel:

  • Antimonium crudum ist ein gutes Mittel gegen flache, glatte Warzen, die in die Tiefe wachsen. Dadurch hat es sich besten gegen Dornwarzen an den Fußsohlen bewährt.
  • Causticum hilft gegen hornige Warzen, die sich leicht entzünden oder bluten. Diese Warzen sind meistens an den Händen oder Fingern.
  • Thuja ist das klassische Mittel gegen weiche Warzen und Feigwarzen. Die Warzen sind häufig am After oder in der Genitalregion und können jucken.
  • Sepiakann Alterswarzen vertreiben, die von braun-gelblicher Farbe sind. Der häufig vorhandene Juckreiz bessert sich durch Kratzen nicht.

In der Regel bilden sich die Warzen dann nach ein paar Wochen zurück. Bekannt ist auch ein altes Hausmittel: Eine fein geschnittene Knoblauchzehe auf die Warze legen, mit einer Pflasterrolle umwickeln und eine Woche lang einwickeln lassen.

Unkonventionelle Behandlungsmethoden im Kampf gegen Warzen

In einem Experiment wurde die Behandlung durch das Vereisen mit einer Behandlung mit Rohrklebeband verglichen. Interessanterweise fanden die Forscher heraus, dass die Behandlung mit dem Rohrklebeband die erfolgreichere von beiden war: 85 % der Studienteilnehmer, die das Rohrklebeband benutzt hatten, waren ihre Warzen los geworden. Diesen Erfolg hatten nur 60 % der Patienten, die mit der Kältetherapie behandelt worden waren.

Bei der Klebebandbehandlung muss die Warze sechs Tage lang von dem Rohrklebeband abgedeckt werden. Nach dieser Zeit wird das Klebeband entfernt, die Warze in Wasser eingeweicht und behutsam mit einer Papiernagelfeile oder einem Bimsstein abgetragen. Über Nacht bleibt die behandelte Warze dann ohne Klebeband, bis sie am nächsten Morgen wieder zugeklebt wird. Der beschriebene Sechstagesrhythmus wird bis zu zwei Monate lang wiederholt oder so lange, bis die Warze verschwunden ist.

Bei der Anwendung einer weiteren gängigen, jedoch umstrittenen Methode bespricht man die Warzen bei Vollmond. Mit laut ausgesprochenen Formeln wie „Warze alt, Warze kalt, Warze ab“ wird der kleine Tumor behandelt. Dabei wird er mit einer Speckschwarte oder Kochsalzlösung bestrichen.

Diese Suggestion kann auf dem Umweg über die Psyche die Abwehrkraft mobilisieren. In der Tat ist dieser psychosomatische Vorgang erstaunlicherweise oft erfolgreich, was auch von Dermatologen bestätigt wird.

Vorbeugung: Wie kann man Warzen verhindern?

Zwar kann sich jeder Mensch mit dem HPV anstecken, mit einigen Maßnahmen lässt sich jedoch verhindern, dass man sich selbst oder andere mit dem Virus infiziert:

  • Handtücher, Socken und Schuhe nicht mit anderen teilen
  • Nie barfuß in Gemeinschaftsduschen, Umkleidekabinen, Turnhallen und Schwimmbädern
  • Bereits vorhandene Warzen vor dem Schwimmen mit wasserfestem Pflaster abdecken
  • Warzen nicht berühren/kratzen

 

Prognose bei der Behandlung einer Warze

Allgemein sind Warzen harmlos. Gelingt es dem Körper, die HP-Viren zu beseitigen, verschwinden die Warzen von selbst. Der Zeitraum, über den die Warzen anhalten, variiert jedoch zwischen Wochen und Monaten, manchmal sogar Jahre. Untersuchungen an betroffenen Schulkindern und Jugendlichen haben gezeigt, dass die Warzen nach einem Jahr bei etwa 50 %, nach zwei Jahren bei ca. 70 % verschwunden waren. Bei Erwachsenen sind noch keine vergleichbaren Untersuchungen angestellt worden.

Verschiedene Faktoren entscheiden, wie schnell die kleinen Tumore im Einzelfall abklingen. Wichtig ist dabei der Virustyp und die Art der Verruca, sowie der Zustand des Immunsystems des Betroffenen. Wie schnell die kleinen Hautwucherungen im Einzelfall wieder verschwinden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bei Menschen mit schwachem Immunsystem können Warzen deshalb hartnäckig.

Die Heilung von Warzen, egal ob sie von allein verschwinden oder behandelt werden, schließt aber einen Rückfall nicht aus. Die Rezidivrate von Verrucae ist sehr hoch.  

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