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Natürliche Cholesterinsenker: Auch ohne Statine möglich!

Cholesterinsenker werden häufig verschrieben, können aber zur Gefahr werden! Lesen Sie hier über wirkungsvollere natürliche Alternativen. (Foto: freshidea - Adobe Stock)

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Heute gehören sie zur Alltagsmedizin: Statine, die Ihnen dann verschrieben werden, wenn Ihre Cholesterinwerte zu hoch sind. Erhöhte Blutfettwerte sind Vorläufer vieler Erkrankungen, die heute als Zivilisationskrankheiten zu unserem täglichen Leben gehören. Herzinfarkt, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Arteriosklerose – sie alle werden durch erhöhte Cholesterinwerte ausgelöst. Die Pharma-Industrie hat diesen großen Markt erkannt. Seit gut 15 Jahren gelten die CSE-Hemmer, also Cholesterin-Synthese-Enzym-Hemmer, als die Behandlung schlechthin gegen erhöhte Cholesterinwerte.

Statine: Ein gewaltiger Markt für die Pharma-Konzerne

Ab 200 mg/dl wird Ihnen ein Cholesterinsenker verordnet. Aufgabe der Statine ist es, in der Leber die Bildung von Cholesterin zu hemmen. Dazu verhindern sie, dass das Enzym, das für diese Cholesterinbildung nötig ist, arbeiten kann. Angeboten werden diese von fast allen großen Pharma-Unternehmen – sie machen einen Großteil des Umsatzes aus. Im Jahr 2002 wurden allein in Deutschland 12 Millionen Mal die acht bedeutendsten Statine verordnet. Gezählt wurden dabei nur die Verschreibungen, die gesetzlich versicherte Patienten betrafen. Diese Zahl entspricht einem Umsatz von 1,26 Milliarden Euro – ein gewaltiger Markt.

Mit gezieltem Marketing sorgen die Unternehmen dafür, dass die Umsätze weiter sprudeln: Sie bezahlen Experten, die in bestimmten Gremien sitzen. In den Gremien, in denen Grenzwerte wie eben die Cholesterinwerte festgelegt werden, ab denen Sie Medikamente nehmen sollen. Merken Sie etwas? Wundert es Sie, dass die Cholesterin-Grenzwerte nach und nach innerhalb von 50 Jahren von 300 auf 200 mg/dl gesenkt worden sind? Nun sind wir an einem Grenzwert angekommen, den vier Fünftel aller Deutschen aufweisen – eine Riesenzielgruppe für die Pharma-Industrie. Dabei braucht ein Großteil der Betroffenen gar keine Statine, die übrigens schwere Nebenwirkungen mit sich bringen.

Cholesterin verursacht Fettablagerungen in den gefäßen - Grafischer Querschnitt

Auf den ersten Blick scheinen Statine zu schützen

Um den Erfolg eines Medikaments zu überprüfen, werden Studien durchgeführt. Die erste wichtige Studie zum Thema „Cholesterinsenker“ war die 4S-Study, die Scandinavian Simvastatin Survival Studie Group. Sie zeigte, dass täglich 20 bis 40 mg eines Statins die Gesamtsterblichkeit deutlich senkte. Das Todesrisiko ging um 30 Prozent zurück.

Es waren 4.444 Patienten an dieser Studie beteiligt. Von diesen erhielten 2.221 das Statin, 2.223 Studienteilnehmer bildeten die Beobachtungsgruppe – sie wurden nicht behandelt. In der Gruppe, die keine Medikamente erhielt, starben im Untersuchungszeitraum von 5,4 Jahren 256 Menschen. In der Gruppe, die behandelt wurde, war das Risiko eines Todesfalles um 30 Prozent niedriger: 74 Menschen weniger, die an Herzinfarkt, Schlaganfall oder ähnlichen Cholesterinfolgen starben.

Statine: Risiken und Nebenwirkungen

Doch Statine sind nicht harmlos. Früher wurden sie oft mit Fibraten kombiniert. Diese Kombination, die durch Lipobay eine traurige Berühmtheit erlangte, begünstigt die Auflösung von Muskelgewebe. Zudem fördert diese Stoffgruppe Magen- und Darmprobleme sowie Lichtempfindlichkeit und Kopfschmerzen. Aber auch die Statine ohne Fibrate, die heute verschrieben werden, können starke Nebenwirkungen hervorrufen. Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie Leber- und Nierenschäden sind nur einige der Probleme, die sie verursachen können. Sie sind nur in wenigen Fällen wirklich sinnvoll, wenn Sie zum Beispiel unter Fettstoffwechselstörungen leiden, Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten.

Statine: Nebenwirkungen für Muskeln

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In den meisten Fällen sind die durch Statine verursachten Muskelschwächen und -schmerzen leicht und vorübergehend. Gelegentlich zeigen erhöhte Werte eines bestimmten Blutenzyms (Kreatin-Kinase) eine Statin-Myopathie an. Das ist eine entzündliche Muskelerkrankung, die Schmerzen und Muskelschwäche verursachen kann.

In schweren Fällen lösen sich die Muskelzellen auf (Rhabdomyolyse) und geben Myoglobin (Muskeleiweiß) ins Blut ab. Gibt der Körper Myoglobin in den Urin ab, kann dies die Nieren schädigen. Das führt unter Umstäden zu Nierenversagen und in seltenen Fällen zum Tod.

Nimmt man andere Cholesterin senkende Medikamente wie Gemfibrozil und Niazin zusammen mit Statinen ein, erhöht sich das Risiko für Muskelschäden erheblich.

Statine: Nebenwirkungen für die Leber

Es besteht das Risiko, dass Statine die Werte der Leberenzyme. Normalerweise gehen die statin-verursachte Leberstörungen nach Beendigung der Einnahme zurück. Die Kombination aus Statinen und anderen Cholesterin-senkenden Wirkstoffe wie Gemfibrozil bergen das Risiko einer Lebervergiftung.

Die Leberprobleme entwickeln sich ohne ersichtliche Symptome. Aus diesem Grund ist es wichtig, regelmäßig Leberfunktionstests durchzuführen, wenn Sie Statine einnehmen.

Statine und Tredaptive: Merck nimmt Cholesterinsenker vom Markt

Tredaptive, ein Cholesterinsenker, war für Menschen gedacht, die Statine einnehmen, diese jedoch den Cholesterinspiegel nicht ausreichend senken. Die Wirkweise von Tredaptive: Der enthaltene Wirkstoff ist Niacin. Er sollte helfen, das LDL-Cholesterin und auch die Triglyceride aus dem Blut zu transportieren. Das versprach zumindest der Hersteller. Und er war auch der Meinung, dass der zusätzlich enthaltene Stoff Laropiprant eine gute Verträglichkeit des Medikaments garantieren könne.

Eine Studie an mehr als 25.000 Patienten, durchgeführt von der University of Oxford, zeigte, dass diese Versprechungen nicht zutreffen. Das Mittel war nicht in der Lage, Krankheitsrisiken wie Herzinfarkt und Schlaganfall zu senken. Schlimmer noch: es kam häufig zu Nebenwirkungen des Niacins in Form von Hautrötungen, Blutdruckabfall, Verdauungsstörungen und Haarausfall. Zudem kann das Niacin die Konzentration der Harnsäure im Blut steigern und so zu Gicht führen. Merck zog infolgedessen das Mittel vom Markt zurück.

Arteriosklerose, ausgelöst durch Cholesterin

Neue Wirkstoffe bringen nur scheinbar Erfolg

Als neuer Weg in der Cholesterin-Therapie gilt seit knapp drei Jahren der Wirkstoff Ezetimibe. Er setzt an anderer Stelle an: Seine Aufgabe ist es, die Cholesterin-Aufnahme im Dünndarm zu hemmen. Er blockiert einen Transportmechanismus im Darm, der normalerweise das Cholesterin über die Darmzellen ins Blut leiten würde. Eine Doppelblindstudie der Herstellerfirma wird als „erfolgreich“ angepriesen. Bei dieser erhielten 769 Patienten entweder 10 mg des neuen Wirkstoffs oder aber ein Scheinmedikament. Zusätzlich bekamen alle Teilnehmer zehn Wochen lang eine Statin-Therapie. Bei denjenigen, die Statine und Ezetimibe erhielten, sank das LDL-Cholesterin (das schlechte Cholesterin) um zusätzlich 21,4 Prozent. Das HDL, also das gute Cholesterin, stieg um 1,7 Prozent.

Ein Problem bei der Statintherapie ist, dass sich Ihr Cholesterinquotient nicht verbessert. Es reicht nämlich nicht aus, nur die einzelnen Cholesterinwerte zu messen. Ein Gesamtcholesterinspiegel von 200 mg/dl Blut kann gut oder schlecht sein, je nachdem, ob er sich aus viel gutem HDL oder viel „bösem“ LDL-Cholesterin zusammensetzt.

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