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Arteriosklerose - Ursachen, Symptome, Diagnose & Behandlung

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Die wichtigsten Informationen zur Arteriosklerose

Definition: Verengung oder Verschluss von Gefäßen durch Ablagerungen

Risiken: Leistungseinbußen; bei Verschluss Infarkt- und Emboliegefahr

Ursachen: Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel

Behandlung: Medikamentös, durch Stickstoffmonoxid oder akut operativ

Bewertung: Arteriosklerose ist reversibel, man sollte die Risikofaktoren kennen, um die Gefahr des Verschlusses zu bannen

Definition: Was ist Arteriosklerose?

Unter Arteriosklerose, im Volksmund auch Arterienverkalkung genannt, versteht man eine Erkrankung der Schlagadern. Sie führt zur Ablagerung von Fett, Thromben und Bindegewebe an den Gefäßwänden. Arteriosklerose ist verantwortlich für diverse Folgeerkrankungen. Die eigene Lebensweise spielt im Zusammenhang mit der Erkrankung eine wesentliche Rolle, denn das körperliche Wohlbefinden wie auch die tatsächliche Gesundheit, sind essenziell davon abhängig. Besonders deutlich erkennt man die Wichtigkeit einer umsichtigen Lebensweise im Bereich der Blutgefäße. Kommt es dort zu Problemen wie Durchblutungsstörungen, hat dies einen großen Einfluss auf das eigene Gesundheitsgefühl.

Zu schneller Verwirrung führt ohne Frage bereits die Existenz zweier sehr ähnlicher Begriffe im Zusammenhang mit der Einengung von Gefäßen. Auf der einen Seite gibt es den Begriff Arteriosklerose, der im allgemeinen Gebrauch starke Verwendung findet. Auf der anderen Seite gibt es das sehr ähnliche Wort Atherosklerose. Im Grunde bezeichnen beide Begriffe das gleiche. Eigentlich ist sogar Atherosklerose die richtigere Bezeichnung, umfasst allerdings auch noch andere Erkrankungen, die nicht die Innenwände der Arterien betreffen. Trotzdem ist gerade im deutschen Sprachgebrauch auch unter Medizinern der Begriff Arteriosklerose weit verbreitet. Daher werden wir in diesem Artikel einheitlich von Arteriosklerose sprechen.

Arteriosklerose

Was ist eine arterielle Durchblutungsstörung?

Arteriosklerose wird im Allgemeinen zu den arteriellen Durchblutungsstörungen, beziehungsweise arteriellen Verschlusskrankheiten gezählt. Die Krankheit ist eine von vielen chronischen Erkrankungen der Gefäße und hängt damit zusammen, dass sich die bluttransportierenden Gefäße im Körper verengen und den Blutfluss stören. Im schlimmsten Fall verhindert sie ihn ganz. Dann kommt es zu einem Verschluss. Die Gefahr eines Infarkts (z.B. Herzinfarkt) oder einer Embolie ist in diesem Fall besonders groß.

Das Material, welches sich in den Gefäßen sammelt, wird auch Plaque genannt. Es handelt sich in erster Linie um Fette, Cholesterinester, aber auch verschiedene Bindegewebe. Kalk spielt entgegen der Bezeichnung „Verkalkung” keine Rolle bei der Arteriosklerose. Dennoch führen Kalziumsalze zu einer Verhärtung der Ablagerungen, wodurch der Effekt eines harten Belags im Inneren der Gefäße, der einer Verkalkung von Rohren ähnelt.

Arteriosklerose tritt vorwiegend am Herzen auf, genauer an den Herzkranzgefäßen, aber auch an der Halsschlagader und in den großen Beinarterien. Die Herzkranzgefäße liegen an der Außenseite von unserem Herzen und umschließen es wie eine Art Kranz oder Krone, daher auch der Name. Sie entspringen der Hauptschlagader und haben viele kleine Verästelungen, die sich über den Herzmuskel ziehen.

Die Herzkranzgefäße versorgen das Herz mit Blut. Dabei ist eine Arterie für die Versorgung der linken und eine andere für die Versorgung der rechten Herzhälfte zuständig. In einigen Fällen übernimmt eine der beiden Seiten eine größere Rolle als die andere. Dann spricht man von einem Linksversorger- beziehungsweise einem Rechtsversorgertyp. Entscheidend dafür ist in erster Linie, welche Seite die Hinterwand des Herzens mitversorgt.

Was passiert bei einer Arteriosklerose? – Die unterschätzte Gefahr

Im Rahmen einer „Arterienverkalkung” verengen sich die Blutgefäße, sodass der Körper eine unzureichende Menge an sauerstoffreichem Blut zu den Organen transportiert. Unbehandelt führt eine Arteriosklerose zu mitunter schwerwiegenden Erkrankungen. Zu den bekanntesten Folgen einer Arterienverkalkung gehören Herzinfarkt und Schlaganfall.

Darüber hinaus bringt Arteriosklerose an anderer Stelle schwerwiegende Folgen mit sich: Verengen sich zum Beispiel die Blutgefäße in den Beinen, führt das im Extremfall zum Verlust des Beins. Zur Vermeidung solch schwerwiegender Komplikationen suchen Sie bei den ersten Anzeichen auf eine Arteriosklerose einen fachkundigen Arzt auf.

Folgekrankheiten der Arteriosklerose

Die Symptome von Arteriosklerose

Da die Verengung oder sogar der Verschluss eines Blutgefäßes im Körper unterschiedlich starke Auswirkungen hat, sind auch die möglichen Symptome sehr vielseitig. Im Folgenden möchten wir ein paar der typischsten Symptome vorstellen.

Ist etwas nicht in Ordnung, so meldet sich der Körper meist mit sehr deutlichen Zeichen. Diese zeigen dem betroffenen Menschen, dass die Leistungsfähigkeit eingeschränkt und ein Gang zum Arzt angeraten ist. Gemäß den Aussagen führender Mediziner gelten beispielsweise Schmerzen in der Brust als erstes Anzeichen auf eine Arteriosklerose. Darüber hinaus weist eventuell ein dominierendes Gefühl der Enge im Bereich der Brust auf eine Verengung der Blutgefäße hin.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es zu Lähmungen im Bereich der Extremitäten. Ein gleichzeitiges Auftreten von Sprachstörungen ist ebenfalls möglich. Tritt eines dieser Symptome bei Ihnen in Erscheinung, ist eine medizinische Behandlung unumgänglich.

Welche Symptome bei Durchblutungsstörungen?

Ein Verschluss von Gefäßen ist eine tückische Sache, denn häufig spüren Betroffene lange nichts davon, bis es zu einem Infarkt kommt, der dann schon auf ein weit fortgeschrittenes Krankheitsbild hindeutet. Meist fangen die Beschwerden in den Extremitäten an und äußern sich durch Kribbeln, Stechen oder ein Kältegefühl. Auch die Hautfarbe kann von der geringeren Durchblutung betroffen sein und blass oder marmoriert wirken. In jedem Fall führt die Durchblutungsstörung zu Leistungseinbrüchen und einem Gefühl von Schlapp- und Müdigkeit.

Die Ursachen von Arteriosklerose – Risikofaktoren

Die genauen Ursachen für Arteriosklerose sind nicht endgültig geklärt und die Forscher entdecken nahezu jedes Jahr einen weiteren Risikofaktor. Der oft im Vordergrund stehende Wert von Cholesterin stellt dabei nur einen von vielen Puzzlesteinen dar, die die gefährlichen Plaques entstehen lassen. Er sollte daher nicht überbewertet, während andere Risikofaktoren darüber vernachlässigt werden.

Als bedeutender Risikofaktoren gelten auch hohe Blutwerte an Neutralfetten (Triglyceriden), Homocystein (Abbauprodukt im Aminosäurestoffwechsel) oder Lipoprotein a (Partikel, die Fett durch das Blut transportieren). Des Weiteren begünstigen eine Neigung zu starker Blutgerinnung oder aggressive Sauerstoffmoleküle (freie Radikale) die Bildung gefährlicher Gefäßpfropfen.

Auch ein hoher Blutdruck, Rauchen und mangelnde Bewegung fördern die Arteriosklerose. Je mehr Risikofaktoren bei Ihnen für eine Arteriosklerose vorliegen, desto höher ist die Gefahr für Gefäßveränderungen und die gefürchteten Folgeschäden.

Es gibt also unterschiedliche Risikofaktoren, von denen einige beeinflusst werden können, während andere natürlich vorbestimmt sind. Im Folgenden wollen wir einige davon vorstellen.

Risikofaktoren, die Sie nicht beeinflussen können

  • steigendes Alter (Männer über 45, Frauen über 55 Jahre)
  • männliches Geschlecht
  • familiäre Veranlagung (genetisch bedingte Fettstoffwechselstörungen)

Risikofaktoren, gegen die Sie aktiv werden können

  • Rauchen: fördert die Bildung von Plaques, senkt das HDL-Cholesterin, steigert die Thromboseneigung
  • Übergewicht: besonders der bauchbetonte Fettansatz
  • Bluthochdruck: der hohe Druck schädigt die Arterien (>140/90 mmHg)
  • Diabetes mellitus Typ 2: langfristig erhöhte Blutzuckerwerte schädigen die Arterien
  • Bewegungsmangel: erhöht Blutfettwerte und Blutdruck
  • schlechte Blutfettwerte: hohe Triglycerid- und LDL-Cholesterinwerte, niedriger HDL-Cholesterinwert

Arteriosklerose Risikofaktoren

Arteriosklerose Behandlung: Wie kann man Arteriosklerose heilen?

Wie auch Risikofaktoren, gibt es viele unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten, die zu unterschiedlich guten Behandlungserfolgen führen, allesamt jedoch ihre Daseinsberechtigung besitzen. Sie reichen von der Behandlung mit Medikamenten, über Stickstoffbehandlungen, bis hin zu operativen Eingriffen. 

Arteriosklerose Behandlung mit Vitalstoffen und Medikamenten

Im Rahmen der Behandlung kommen in der Regel spezielle Medikamente zum Einsatz. So behandeln die Ärzte beispielsweise die Begleiterscheinungen einer Gefäßverkalkung zuverlässig durch Medikamente. 

Es gibt nicht den einen einzelnen großen Risikofaktor für Gefäßkrankheiten. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie als Gefäßpatient (z. B. mit Durchblutungsstörungen, Angina pectoris oder nach einem Herzinfarkt) Ihre Krankheit mit Substanzen behandeln, die möglichst viele der genannten Risiken gleichzeitig bekämpfen.

Ein Mittel, das diese Forderung optimal erfüllt, ist zweifellos das Lecithin. So vielfältig wirkt es auf Ihre Gefäße:

  • Es senkt erhöhte Cholesterinwerte.
  • Es vermindert die Konzentration an Neutralfetten.
  • Es wirkt als Antioxidans und neutralisiert freie Radikale.
  • Es senkt die Gerinnungsneigung des Blutes.
  • Es verbessert die Fließeigenschaften des Blutes.

Das sind nur die positiven Wirkungen auf Ihre Gefäße. Darüber hinaus steigert der Vitalstoff die Leistungsfähigkeit des Gehirns und stellt einen wichtigen Schutzfaktor für Ihre Nervenzellen sowie für die Darmschleimhaut dar. Er unterstützt zudem die Leber in ihrer Entgiftungsfunktion.

Lecithin kommt in allen Lebensmitteln vor, aber der Körper produziert es auch selbst. Um von den positiven Wirkungen auf Herz und Gefäße zu profitieren, benötigen Sie größere Mengen. Diese führen Sie am einfachsten durch spezielle Präparate zu. Das Lecithin gilt als wichtiger Grundstoff des Stoffwechsels, so baut der Körper es beispielsweise in die Hüllen der Körperzellen ein (Membranen). Es verleiht ihnen eine gewisse Elastizität.

Lecithin stellt darüber hinaus die Grundsubstanz für den Gehirnbotenstoff Acetylcholin dar und für Faktoren zur Regulierung der Blutgerinnung.

Wie wirksam Lecithin gegen hohe Cholesterinwerte hilft, zeigt eine Studie der Universität Frankfurt/Main aus dem Jahr 1994. Wissenschaftler behandelten 30 Patienten mit einem durchschnittlichen Cholesterinspiegel von über 300mg/dl. Nachdem sie zwei Monate lang täglich 2,7g Lecithin einnahmen, sanken die Werte auf durchschnittlich etwa 250mg/dl ab. Diese Wirkung ist vergleichbar mit der von schulmedizinischen Präparaten. Allerdings berichteten die Studienteilnehmer über keinerlei Nebenwirkungen und beurteilten die Verträglichkeit des Lecithins als ausgezeichnet. 

Kombi-Präparat aus Arginin und Folsäure

Es gibt neben dem Lecithin zwei weitere Vitalstoffe, die bei Arteriosklerose und bestehenden Herzkrankheiten dringend anzuraten sind: die Aminosäure Arginin und das B-Vitamin Folsäure. Beide ergänzen sich ideal in ihrer Wirkungsweise auf die Gefäße.

Seit 2004 befindet sich ein neues Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt (Telcor®), das beide Substanzen in einer ausgewogenen Zusammensetzung enthält.

Arginin dient im Körper als wichtige Quelle für das Molekül Stickstoffmonoxid. Der Körper bildet diese Substanz vor allem in den Wänden der Blutgefäße. Arginin gibt dort das Signal zur Erweiterung der Gefäße. Ohne Stickstoffmonoxid sind die Gefäße verengt. Das führt langfristig zu Bluthochdruck. Besonders bei Arteriosklerose ist es wichtig, möglichst viel Stickstoffmonoxid zu produzieren.

Wirkung von Stickstoffmonoxid gegen Arteriosklerose:

  • Verbesserung der Durchblutung
  • Senkung des Blutdrucks
  • geringere Thromboseneigung
  • verringerte Plaquebildung

Wenn Sie Ihrem Körper zusätzliches Arginin zuführen, steigern Sie die Stickstoffmonoxid-Produktion in den Gefäßwänden. Laut Herzspezialisten reichen dafür 3g täglich.

Die Wirksamkeit des Arginins verstärkt sich durch die die zusätzliche Gabe von Folsäure. Das erklärt sich folgendermaßen: Folsäure ist wichtig zum Abbau des gefäßschädigenden Homocystein. Diese Substanz ist vor allem so gefährlich, weil sie die Freisetzung des gefäßschützenden Stickstoffmonoxid aus Arginin hemmt. Je höher also Ihr Homocysteinspiegel ist, desto weniger Stickstoffmonoxid setzt das Arginin frei. Die zusätzliche Gabe von Folsäure hebt diese Hemmung auf, weil sie den Homocysteinspiegel senkt.

Daher ist es zu begrüßen, dass das neue Präparat die beiden Wirkstoffe kombiniert (eine Kapsel enthält 0,6g Arginin und 0,15mg Folsäure). Der Einsatz empfiehlt sich für alle Patienten, die an einer Herzkrankheit oder anderen Gefäßschädigungen leiden. Vor allem bei zu hohen Homocysteinwerte sollte das Präparat regelrecht „ans Herz wachsen”, denn genau dieses Organ benötigt jetzt Ihre ganze Aufmerksamkeit. 

Bakterien-Hypothese und Chelattherapie unwirksam gegen Arteriosklerose>

Vor einigen Jahren hatten Forscher erstmals den Verdacht geäußert, dass Arteriosklerose durch ein Bakterium (Chlamydia pneumoniae) ausgelöst werden könnte. Viele Patienten erhofften sich daher durch die Einnahme von Antibiotika, die gegen das Bakterium gerichtet sind, auch ihr Risiko für diese Folgen der Arteriosklerose verringern zu können. Neuere Studien zeigten jedoch im Vergleich mit einer Placebo-Gruppe, dass die Antibiotika keine reduzierende Wirkung auf die Herzinfarkt-Wahrscheinlichkeit besitzen.

Um sich wirkungsvoll vor Herzkrankheiten zu schützen, sollten Sie daher auf altbewährte Methoden zurückgreifen. Sie selbst können durch regelmäßigen Sport, eine fettarme Ernährung und eine ruhige, entspannte Lebensweise viel dazu beitragen.

Eine neue Untersuchung bestätigt zudem, dass eine Therapie mit Chelatbildnern, ein Komplex zur Entfernung schädlicher Stoffe aus dem Körper, bei koronarer Arteriosklerose unwirksam ist. Verschiedene Chelattherapien eignen sich besonders bei Vergiftungen mit Schwermetallen (unter anderem Blei, Eisen, Quecksilber, Arsen, Plutonium oder Uran) und werden dort häufig angewandt.

Eine dieser Chelattherapien wurde sogar zur Behandlung der Arteriosklerose vorgeschlagen. Bei diesem Verfahren wird die Substanz Ethylen-Diamin-Tetra-Acetat (EDTA) in Ihre Venen gespritzt. Theoretisch soll dadurch das Kalzium aus den Gefäßablagerungen entfernt werden, sodass sich die Ablagerungen auflösen können. Es konnte jedoch noch kein hinreichender wissenschaftlicher Beweis dafür geliefert werden, dass die Chelattherapie das Risiko für Herzinfarkte herabsetzt. In einer weiteren Placebo-Studie konnte keine Risikoreduzierung durch Chelat festgestellt werden. 

Operative Behandlungsmethoden der Erkrankungen

Sofern bei Ihnen eine schwere Form der Arteriosklerose vorliegt, zieht Ihr Arzt die Durchführung eines operativen Eingriffs in Erwägung.

Jahrzehntelang war bei verengten Koronargefäßen eine Operation am offenen Herzen erforderlich. Um die Blutströmung um die verschlossene Stelle zu lenken, wird eine Arterie oder Vene aus einem anderen Teil des Körpers als „Umleitung” (Bypass) auf die verschlossene Arterie genäht. Eine Bypass-Operation ist ein großer Eingriff. Er ist mit hohen Kosten verbunden und erfordert einen Krankenhausaufenthalt zwischen fünf und zehn Tagen sowie eine Genesungszeit von mindestens drei bis vier Wochen zu Hause. Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre begannen Ärzte, neue Techniken als Alternative zur Operation einzusetzen.

Angioplastie: Ballons zur Abflachung der Plaques

In den vergangenen Jahren erwies sich die Ballonangioplastie als ein geeignetes Therapieverfahren. Dabei führt der Arzt zunächst ein langes, schmales, hohles Röhrchen (Katheter) durch einen feinen Schnitt an der Ellenbeuge oder in der Leiste in eine Arterie ein. Mit Hilfe von Röntgenaufnahmen, die auf einen Videoschirm übertragen werden, führt der Arzt den Katheter durch die Arterie, bis dieser an der verschlossenen bzw. teilverschlossenen Stelle angekommen ist.

Danach wird ein noch dünnerer Katheter, an dessen Spitze sich ein winziger, nicht aufgeblasener Ballon befindet, in den ersten Katheter geschoben. Vom Inneren des Katheters wird ein Führungsdraht durch die verschlossene Stelle hindurchbewegt, um dem Ballon einen Weg zu ebnen. Durch das Aufblasen des Ballons werden die Plaques abgeflacht und die Arterienwand gedehnt, wodurch der Weg für die Blutströmung wieder frei wird. Anschließend werden die Katheter entfernt. Die Angioplastie verläuft in 90 Prozent der Fälle erfolgreich. Sie hat jedoch ihre Grenzen:

In etwa einem Drittel der Fälle verengt sich die behandelte Stelle innerhalb von sechs Monaten erneut. Wenn der Ballon aufgeblasen wird, können die Plaques zudem aufreißen, während sie beiseitegeschoben werden. Die verbleibenden unebenen Ränder können die Bildung neuer Plaques begünstigen. Eine erneute Verengung kann auch die Folge eines elastischen Zurückweichens sein, wenn die gedehnten Arterien allmählich wieder ihre ursprüngliche Form annehmen. Auch kann sie durch eine Gewebewucherung infolge einer Verletzung durch die Ballonangioplastie verursacht sein.

Wenn die erneute Verengung Beschwerden hervorruft, muss die Arterie nochmals erweitert (dilatiert) werden. Die Ballonangioplastie kann zwar auch bei völligem Gefäßverschluss eingesetzt werden, sie eignet sich jedoch am besten für Verengungen, die nicht komplett und zu stark ausgebreitet sind und noch keine ungünstigen Formen aufweisen. 

Arteriektomie: Ausschälung der Plaques

Anstatt die Plaques abzuflachen und beiseite zu schieben, werden sie bei der Arteriektomie tatsächlich entfernt. Wie bei der Ballonangioplastie führt der Arzt auch hier einen Katheter in die Arterie und schiebt diesen bis zur verengten Stelle. Anschließend wird ein zweiter, mit einem Schneideinstrument ausgestatteter Katheter hineingeführt. Innerhalb der letzten Jahre seit der Einführung der Arteriektomie wurden verschiedene Schneideinstrumente entwickelt:

Direktionelle Arteriektomie

Der zweite Katheter ist hohl und hat eine Öffnung an der Längsseite. Befindet sich die Öffnung über der blockierten Stelle, werden die Plaques mit einer sich im Katheter bewegenden Schneideklinge entfernt. Diese Art der Arteriektomie ist bei neuen Verengungen, die auf einen kleinen Bereich begrenzt sind, am erfolgreichsten.

Rotierendes Messer

Ein Bohrer am Ende des Katheters rotiert mit einer Geschwindigkeit von bis zu 200.000 Umdrehungen pro Minute und schleift die Plaques schichtweise ab. Dieses Messer scheint bei verhärteten bzw. unregelmäßig ausgebildeten Plaques am erfolgreichsten zu sein.

Extraktion

Hier sind am vorderen Ende des Katheters Schneideklingen befestigt. Die Plaques werden durch diese Klingen abgetrennt und durch Absaugung entfernt. Die Arteriektomie dauert in der Regel eine bis vier Stunden. Währenddessen muss der mit dem Schneideinstrument ausgestattete Katheter eventuell mehrmals herausgezogen und wieder neu eingesetzt werden, bis der Verschluss vollständig entfernt ist. Nach der Behandlung ist die Oberfläche der Arterienwand oft breiter und glatter als nach einer Ballonangioplastie.

Aufgrund der Art, Lage und Form der bei Ihnen vorliegenden Arterienverengung empfiehlt Ihnen Ihr Kardiologe eine Endarteriektomie (Ausschälplastik) anstatt einer Angioplastie. Die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Verengung ist bei beiden Behandlungsmethoden ungefähr gleich, sodass diese Alternativen zur Ballondilatation nur mit großer Zurückhaltung eingesetzt werden. 

Stents zur Stützung der Gefäßwände

Die Behandlung atherosklerotischer Gefäßverengungen mit Angioplastieverfahren ist trotz der Einführung neuer Techniken begrenzt. Denn in etwa 30 Prozent der Fälle nehmen die Arterien ihre ursprüngliche Form an und verengen sich erneut. Eine Lösung könnte der Einsatz von Stents sein, einer Art Stütze, um die Innenwände der Arterien offenzuhalten. Die Stents sind klein, sie haben etwa die Größe der Feder eines Kugelschreibers.

Stents werden oft als Notbehelfsmaßnahme eingesetzt, um eine Bypass-Operation zu einem späteren Zeitpunkt vornehmen zu können. Nach einer Ballonangioplastie oder einer Endarteriektomie wird ein Stent durch einen Katheter an die Stelle geführt, die vorher behandelt wurde. Der Stent hält die Arterie offen. Es gibt selbstexpandierende Stents und andere, die mit Hilfe eines Ballons aufgedehnt werden.

Der Stent heftet sich in die innerste Zellschicht der Arterienwand. Eine dünne Schicht von geronnenem Blut bildet sich über der Innenfläche des Stents und fördert so die Heilung. Eventuell müssen blutverdünnende Mittel (Antikoagulanzien) eingenommen werden, um die Blutgerinnselbildung zu hemmen und Thrombenbildung zu verhindern.

Laserstrahlen zerstören die Plaques

Bei der Lasertherapie wird Hitze oder Licht benutzt, um die Plaqueschichten zu zerstören. Zur Behandlung von Herzkranzgefäßen wurde sie Ende der 80er Jahre erstmals eingesetzt. Seitdem hat sich die Lasertherapie als Kombinationstherapie zusammen mit der Ballonangioplastie zur Behandlung bei völligem Gefäßverschluss weiterentwickelt. Mithilfe eines Laserstrahls wird eine entsprechend große Öffnung in die verschlossene Stelle gebrannt, sodass der Kardiologe einen Ballon einführen und die Arterie erweitern kann.

Arteriosklerose vorbeugen – Wie verhindert man Gefäßverkalkung?

Im Rahmen einer aktiven Vorbeugung sollten Sie stets auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten. Sowohl Zucker als auch Fett sehen Experten als mögliche Auslöser von Verkalkungen im Bereich der Gefäße an. Gleichzeitig spielt der Aspekt der körperlichen Betätigung eine nicht zu vernachlässigende Rolle.

Ernährungstipps zum Schutz Ihrer Gefäße:

  • Ersetzen Sie gesättigte Fettsäuren unter anderem aus Wurst, Fleisch, Fleischwaren, Milchprodukten durch hochwertige Öle, Nüsse und Ölsaaten (Mohn, Sesam, Leinsamen, Kürbiskerne).
  • Ballaststoffe aus Haferflocken, Beerenfrüchten oder Möhren senken erhöhte Blutfettwerte.
  • Kochen Sie mediterran mit viel Gemüse, Obst, Brot, Hülsenfrüchten, Pasta und Reis.
  • Essen Sie zweimal wöchentlich Fisch wie Makrele, Hering, Regenbogenforelle, Lachs oder Thunfisch, egal ob frisch, tiefgekühlt oder aus der Konserve.
  • Verwenden Sie Erdnussöl und raffiniertes Olivenöl zum Braten bei sehr hohen Temperaturen sowie kaltgepresstes Sesam-, Kürbiskern- und Olivenöl für Salate und zum Kochen. Ausnahme Olivenöl: Auch kalt gepresstes Olivenöl können Sie zum Braten und Dünsten bis 180 Grad verwenden.
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