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Blaue Flecken - Ursachen eines Hämatoms

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Inhaltsverzeichnis

Alle Informationen über blaue Flecken

Definition: Austritt von Blut unter der Haut

Auslöser: Ausgelöst durch stumpfe Gewalteinwirkung

Färbung: Unterschiedlich, je nach Alter des Blutergusses

Folgen: In der Regel keine, ungefährlich, manchmal Anzeichen für Erkrankungen

Risikofaktoren: Dünne Haut, Blutgerinnungsstörungen

Direkthilfe: Kühlen der entsprechenden Stelle

Hämatom Definition: Was sind blaue Flecken?

Bei einem blauen Fleck handelt es sich um einen Austritt von Blut aus einem verletzten Gefäß in das umliegende Gewebe oder in eine Körperhöhle. Die Blutung befindet sich dabei unter der Haut, meist sogar unmittelbar darunter. Dadurch, dass das Blut durch die Haut durchscheint, färbt sich die Haut an der Stelle rot.

Im Zeitverlauf wird ein solcher Fleck blau und nimmt danach auch andere Farben an. Dies hängt mit den enzymatischen Veränderungen des ausgetretenen Blutes zusammen.

Was ist ein Hämatom?

Die Bezeichnung blauer Fleck entstammt direkt einer der Färbungen, die der Blutaustritt unter der Haut annimmt. Medizinisch wird das Blutungsereignis als Hämatom bezeichnet. Weitere Bezeichnungen sind Bluterguss, Suffusion oder umgangssprachlich Veilchen (bei Auftreten am Auge).

Mit Blutergüssen gehen sowohl starke Schwellungen als auch Schmerzen einher. Diese halten allerdings nicht lange an und sollten nach zwei bis drei Wochen wieder vollständig verschwunden sein.

Wie lange hat man blaue Flecken?

Die Entstehung eines Fleckes selbst hält nicht sehr lang an. Innerhalb von wenigen Stunden ist die Blutung vorbei und die Blutgerinnung abgeschlossen. Dann ist der Fleck blau. Im Anschluss wechselt er die Farben mehrfach. Dies ist nach folgendem Verlauf zu beobachten:

FarbeGrund für die Verfärbung
RotAnfangs ist der Fleck rot. Das Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff, scheint durch die Haut hindurch.
BlauIst das Blut geronnen, so ist der Fleck bläulich, violett oder noch dunkelrot.
Braun/SchwarzWird das Hämoglobin zu Verdoglobin umgebaut, wird die Färbung dunkler und erscheint blau bis schwarz (diese Phase gibt dem Veilchen seine englische Bezeichnung „black eye”).
GrünBei einem Abbau des Hämoglobins zu Biliverdin erscheint das Hämatom grünlich.
GelbDurch den Abbau von Hämoglobin zu Bilirubin erscheint das Hämatom gelblich.

Blauer Fleck Ursache: Wie entsteht ein Hämatom?

Blaue Flecken entstehen als Folge von stumpfer Gewalteinwirkung (Trauma) oder aber auch nach Operationen. Existiert eine Bluterkrankung, treten sie gelegentlich auch ohne ein vorangehendes Trauma auf. Kleine Blutgefäße (Kapillaren) unter der Hautoberfläche platzen und Blut kann aus den Kapillaren austreten. Erst äußert sich dies als blauschwarze Verfärbung. Nach und nach baut der Körper das Blut ab und der Fleck verschwindet.

Wie bildet sich ein Hämatom?

Je älter ein Mensch wird, desto dünner wird die Haut, weil die Unterhautgewebsschicht dünner ist. Diese Fettschicht schützt die Blutgefäße in der Haut vor Verletzungen. Gleichzeitig werden die Blutgefäße schwächer, weil das stützende Gefäßgewebe schwächer wird.

In ähnlicher Weise wird die Haut durch zu viel Sonnenlicht geschädigt. Wie beim Alterungsprozess wird sie dadurch anfälliger für blaue Flecken.

Woher kommen blaue Flecken?

Manchmal sind Hämatome auch Nebenwirkung eines Medikaments. In seltenen Fällen treten sie infolge eines Vitaminmangels oder einer Blutgerinnungsstörung auf. Obwohl ältere Menschen öfter betroffen sind, gibt es auch Personen (besonders Frauen), die ihr Leben lang dazu neigen. Es kann also auch eine Veranlagung zu blauen Flecken existieren.

Viel ausschlaggebender sind die typischen Verhaltensweisen einer Person. Ist jemand häufig tollpatschig und stößt sich an jeder Ecke, sind blaue Flecken natürlich häufiger als bei umsichtigeren Personen.

Ohne dass ein Grund ersichtlich ist, treten bei manchen gesunden Menschen spontane harmlose Hämatome an Oberarmen, Oberschenkeln und Gesäß auf. Diese sind allerdings ebenso wie durch Traumata ausgelöste Hämatome grundsätzlich unbedenklich und heilen von selbst wieder ab.

Kann ein großer Bluterguss gefährlich werden?

Blutergüsse können allerdings auch besorgniserregend sein, insbesondere wenn es sich um Hirnblutungen oder Hämatome im Körper anstatt unter der Haut handelt. Auch eine Störung der Blutgerinnung durch eine Krankheit oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten können Hämatome gefährlich machen.

Gleichzeitig kann der sogenannte Pferdekuss, ein Hämatom, welches durch starke Krafteinwirkung auf den Oberschenkel entsteht (heute besonders im Fußball und Handball bekannt, früher durch austretende Pferde ausgelöst), ernsthafte Folgen haben. Entsteht daraus ein Kompartmentsyndrom (Verminderung der Gewebedurchblutung), so ist eventuell sogar ein chirurgischer Eingriff nötig.

Sollte man mit einem Hämatom zum Arzt gehen?

Normalerweise ist ein Arztbesuch mit einem Bluterguss überflüssig. Der Arzt wird das Hämatom lediglich begutachten und Kühlung empfehlen. Deutlich sinnvoller ist es allerdings, wenn bestimmte Schnellmaßnahmen sofort durchgeführt werden, die die Ausbreitung des Hämatoms reduzieren. Diese sind als Hausmittel einfach und unkompliziert anzuwenden.

Sollte ein Bluterguss allerdings sehr groß oder schmerzhaft und sein Ursprung rätselhaft sein, dann ist ein Gang zum Arzt durchaus sinnvoll. In einem solchen Fall ist es wichtig, die Ursachen des plötzlichen Hämatoms zu finden, besonders um ein späteres Auftreten zu verhindern.

Ebenfalls sinnvoll ist es, medizinischen Rat zu suchen, wenn blaue Flecken sehr leicht entstehen und gleichzeitig außergewöhnliche Blutungen an anderen Stellen auftauchen. Dazu zählt beispielsweise gleichzeitig auftretendes Nasen- und Zahnfleischbluten.

Das von-Willebrand-Syndrom

Das von-Willebrand-Syndrom ist eine ererbte Blutkrankheit. Sie gilt in Deutschland als häufigste angeborene oder – seltener – erworbene Störung der Blutungsstillung.

Typisch für die Krankheit sind Nasen- und Zahnfleischbluten, Blut im Stuhl und die schnelle Bildung von blauen Flecken, besonders in selten betroffenen Bereichen wie dem Bauch, dem Rücken, der Brust, den Oberarmen, Schenkeln, Händen und Füßen.

Das von Willebrand-Syndrom wird durch ein Fehlen oder einen Defekt eines wichtigen Bestandteiles der Blutgerinnung verursacht. Die Blutplättchen kleben nicht mehr aneinander, um ein funktionsfähiges Blutgerinnsel bilden zu können.

Wie können blaue Flecken gefährlich werden?

Um die Ursache für außergewöhnliche Symptome zu finden, kann der Arzt die Konzentration der Blutplättchen oder deren Gerinnungsfähigkeit analysieren. Wenn die Zahl der Thrombozyten zu niedrig ist, kann sie durch bestimmte Medikamente wieder erhöht werden. In schweren Fällen können Blutplättchen-Transfusionen oder andere Maßnahmen nötig sein.

In diesem Fall sind Blutergüsse nicht so harmlos wie vermutet. Sie sollten daher bei häufigerem Erscheinen von einem Arzt untersucht werden.

Blaue Flecken durch Medikamente

Vereinzelte Medikamente führen dazu, dass die Gefahr, Blutergüsse zu bekommen, steigt. Acetylsalicylsäure (Aspirin®) beeinträchtigt beispielsweise die Gerinnungsfähigkeit des Blutes und erhöht dadurch das Risiko, dass bei Traumata große Hämatome entstehen.

Auch Personen, die Kortikosteroide nehmen (z. B. gegen rheumatoide Arthritis oder Asthma), neigen zu blauen Flecken. Grund dafür ist, dass Steroide und Kortison die Haut verdünnen und Stöße so schlechter abgefedert werden.

Allerdings überwiegt der Nutzen dieser Medikamente bei Weitem die Nebenwirkung im Zusammenhang mit einer Bluterguss-Gefahr. Schließlich sind diese fast immer harmlos.

Hinweis
Es lohnt sich also in keinem Fall, eigenmächtig ein Medikament aufgrund der Tatsache abzusetzen, dass dieses blaue Flecken begünstigt.

Blaue Flecken durch Nahrungsmittelergänzungspräparate

Auch einige Nahrungsergänzungspräparate, darunter Fischöl, Knoblauch, Ingwer, Vitamin E und Ginkgo biloba begünstigen die Entstehung von blauen Flecken. Dies gilt insbesondere, wenn gleichzeitig blutverdünnende Medikamente eingenommen werden.

Blaue Flecken Risikofaktoren

  • Alternde Kapillare: Im Laufe der Zeit kann die Gefäßwand brüchig werden, sodass die Kapillaren weniger belastbar sind und schneller reißen.
  • Dünnere Haut: Mit zunehmendem Alter dünnt die Haut aus und verliert ihre schützende Fettschicht, die die Blutgefäße vor Stößen und Verletzungen schützt.
  • Medikamente, die die Blutgerinnung herabsetzen: Blutverdünnende Präparate wie ASS (z. B. Aspirin) und Warfarin oder Medikamente wie Clopidogrel können die Blutgerinnung herabsetzen. Deshalb kann eine verletzte Kapillare nicht so schnell wieder verschlossen werden, sodass mehr Blut ausfließt und einen blauen Fleck bildet.

Blaue Flecken schnell loswerden: Wie behandelt man blaue Flecken?

Um blaue Flecken oder Hämatome loszuwerden, ist etwas Vorbereitung und schnelles Handeln gefragt, gleichzeitig aber auch ein wenig Geduld.

Das „PECH”-Prinzip bietet einen brauchbaren Leitfaden zur Behandlung von Blutergüssen: PECH steht für Pause, Eiskühlung, Compression (beispielsweise durch das Anlegen eines Verbandes) und Hochlegen.

Durch eine unmittelbare Kühlung ziehen sich die Blutgefäße schnell zusammen und die subkutane (unter der Haut) Blutung wird gestoppt. Damit vergrößert sich der Bluterguss nicht weiter und sieht nicht allzu spektakulär aus.

Auch Entzündungshemmende Salben mit Arnika oder Heparin führen zum schnelleren Abbau des Blutergusses und wirken zudem schmerzlindernd.

Was kann man gegen einen Bluterguss machen? – Die Mär vom rohen Fleisch

Wie steht es eigentlich um die bekannte Behandlung eines Veilchens mit einem rohen Stück Fleisch? Diese Idee einer Schnellbehandlung existiert bereits seit vielen Jahren und hat dadurch besondere Bekanntheit erhalten, dass im französischen Asterix-Comic „Die Goldene Sichel” ein Pariser Lokalbesitzer sein blaues Auge mit einem Schnitzel zu kühlen versuchte.

Tatsächlich handelt es sich dabei um eine Schnapsidee. Auf den ersten Blick mag das Verfahren naheliegend sein: Ein rohes Stück Fleisch ist meist gekühlt und überträgt so Kälte auf das Hämatom, was Schwellung und Ausbreitung reduziert. Allerdings ist ein rohes Stück Fleisch unter Umständen auch ein Herd für zahlreiche unerwünschte Bakterien, die an und in das Auge gelangen können. Dadurch werden möglicherweise schlimmere Schäden verursacht.

Wenn es schon der Griff zu Lebensmitteln sein muss, dann ist es deutlich besser zu einer Packung Pommes oder zu gefrorenen Erbsen zu greifen. Am besten ist es jedoch, ein Kühlpad griffbereit zu haben, welches optimale Kühleigenschaften liefert. Dieses sollte allerdings immer in einem Tuch eingeschlagen sein, um Verkühlungen zu verhindern.

Zahnpasta gegen blaue Flecken

Ein weiteres rätselhaftes Hausmittel ist es, Zahnpasta auf ein Hämatom aufzutragen. Gerade bei den berüchtigten Knutschflecken gilt dieser Trick als Schnellhilfe. Tatsächlich heilen Blutergüsse schneller ab, wenn Zahnpasta aufgetragen wird. Dies hängt mit dem Wirkstoff Natriumdodecylpolysulfat zusammen. Dieser löst Fette und unterstützt den Abbau von geronnenem Blut. Dies klingt gut und hilft auch gegen Zahnfleischblutungen.

Leider greift Zahnpasta gleichzeitig mit Konservierungs- und Putzstoffen die Haut an und führt daher auch zu ungewollten Reizungen. Deshalb sollte auf eine Verwendung besser verzichtet werden.

Vorbeugung von Hämatomen: Blaue Flecken vermeiden

Ist erst einmal ein blauer Fleck entstanden, so kann man außer einer umfangreichen Kühlung nicht viel tun. Der Fleck wird allmählich verschwinden. Auch gegen Schwellungen hilft nur Kühlen. Nachdem die Schwellung zurückgegangen ist, kann eine warme Kompresse den Abbau des Blutes beschleunigen.

Hämatome gar nicht erst entstehen lassen

Um kleine Verletzungen überhaupt erst zu vermeiden, sollten Haushaltssachen aus dem Weg geräumt werden, die Stöße begünstigen und Stolperfallen sind. Auch angemessene Kleidungswahl (Langärmelige Hemden, lange Hosen) können eine Schutzschicht bieten und wie eine Rüstung gegen blaue Flecken wirken.

Für Menschen, die besonders tollpatschig sind, kann auch eine Bewusstseinsveränderung Linderung verschaffen. Wenn ein Missgeschick passiert, sollte die Situation erfasst und notiert werden. Anschließend gilt es sich dieser Situationen bewusst zu werden und sie zukünftig zu vermeiden. Wer beispielsweise vor allem beim Aufstehen aus dem Bett an den Schrank stößt, kann bereits blaue Flecken vermeiden, indem er das Bett auf der anderen Seite verlässt.

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