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Lavendel - Anbau, Verarbeitung & Nutzung in der Naturheilkunde

Inhalt

Infobox: Steckbrief: Lavendel

Botanik: Lavandula angustifolia aus der Familie der Lippenblütler, kleiner Strauch mit ährigen Blütenständen und violett gefärbten Blüten

Vorkommen: Mittelmeerraum, Asien, Afrika, Indien

Anbau: pflegeleichte, winterfeste Pflanze, Ernte im Sommer

Wirkstoffe: v.a. ätherische Öle

Wirkung: beruhigend, entzündungshemmend, desinfizierend

Anwendung seit der Antike als Heil- und Duftpflanze bei Nervosität, Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden, Schmerzen, Verletzungen

 

Beschreibung: Was ist Lavendel?

Der Echte Lavendel (lateinisch Lavandulaangustifolia) ist eine krautige Pflanze aus der Familie der Lippenblütler. Dazu gehören auch andere Gewürz- oder Heilpflanzen, die ätherische Öle beinhalten, wie etwa der Thymian, der Salbei oder auch das Basilikum.

Pflanzen der Familie der Lippenblütler zeichnen sich durch ihre charakteristisch geformte Blüte aus, die sozusagen aus einer Ober- und einer Unterlippe besteht. So auch der Lavendel. Sein Blütenstand erinnert an eine Ähre, an der viele kleine Blüten aufsitzen. Er kann eine Länge von bis zu 8 cm erreichen. Aus den typisch violett gefärbten Blüten wird das ätherische Öl des Lavendels gewonnen, das vielseitige Anwendung findet.

Die Pflanze selbst hat die Wuchsform eines gedrungenen Strauches, der eine Wuchshöhe von durchschnittlich 1 m erreicht. An den zahlreichen, aufrecht stehenden Zweigen des Lavendels befinden sich schmale, etwa 5 cm lange Blätter, die zunächst grau-filzig sind und später ergrünen.

Wo wächst Lavendel?

Der Lavendel ist im Mittelmeerraum Europas heimisch.

Andere Gebiete mit natürlicher Verbreitung sind

  • die Kanarischen Inseln
  • Südwest-Asien
  • Nordost-Afrika
  • Indien

Besonders die Provence, eine Landschaft im Süden Frankreichs, ist für ihre weitläufigen Lavendelfelder berühmt.

 

Lavendelfeld bei Sonnenuntergang
Der Duft von Lavendel hat eine beruhigende Wirkung. In Frankreich findet man ganze Lavendelfelder! © jessivanova – Fotolia

 

Geschichte von Lavendel

Die Pflanze mit den violetten kleinen Blüten ist seit Jahrtausenden als Duft- und Heilpflanze bekannt. Schon während der Antike verwendeten die Römer den Lavendel als Räucherkraut bei Zeremonien und Riten. Seiner Anwendung als Badezusatz verdankt der Lavendel seinen Namen. Lavare ist das lateinische Wort für waschen und baden. Soldaten wendeten Lavendelöl vor Schlachten an, um sich vor Verwundungen zu schützen. Der Geruch des ätherischen Öls wirkt beruhigend.

Angeblich brachten Benediktiner-Mönche den Lavendel aus der Mittelmeerregion über die Alpen. Da die Pflanze winterhart ist, gedeiht sie seitdem auch in unseren Breiten. Sie übersteht den Winter und auch längeren Frost in den Gärten. Nachweise für die Verwendung im Mittelalter finden sich unter anderem in den berühmten Kräuterbüchern von Hildegard von Bingen. Königin Elizabeth I. von England wendete getrocknete Lavendelblüten als Teezubereitung bei Migräne an.

Bis heute schätzt man die entspannenden und desinfizierenden Eigenschaften des Lavendels in der Naturheilkunde.

Welche Wirkstoffe sind im Lavendel enthalten?

Die violett gefärbten Lavendelblüten zeichnen sich durch ihren typischen Duft aus. Dieser entsteht durch die enthaltenen ätherischen Öle. Das sind sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, die nicht direkt dem Wachstum dienen, sondern Insekten zur Bestäubung anlocken, Schädlinge fernhalten oder als Schutz vor Krankheiten dienen können.

Neben ätherischen Ölen enthält der Lavendel auch

  • Gerbstoffe
  • Cumarine, die antibiotisch wirksam sind
  • Flavonoide, gelbe Pflanzenfarbstoffe
  • Triterpene

All diese Stoffe finden beim Menschen in verschiedenen Darreichungsformen Anwendung.

Nutzung und Kultur des Lavendels

Besonders in der französischen Provence, aber auch in anderen Ländern am Mittelmeer wird der Lavendel angebaut. Die imposanten Felder dienen dort auch als Touristenattraktion.

Zumeist wird das aus der Pflanze extrahierte ätherische Öl genutzt. Dieses wird aus den Blütenständen durch Destillation oder durch das Ansetzen der Blüten in Öl gewonnen. Dieses findet etwa in der Parfumindustrie oder als aromatischer Zusatzstoff in verschiedenen Produkten Anwendung. Hybride und Kreuzungen des Echten Lavendels, die sich durch einen höheren Ertrag, aber geruchsärmere Öle auszeichnen werden zur Herstellung günstigerer Essenzen, etwa in Waschpulver verwendet.

Besonders bekannt ist der Lavendel aber in der (Natur-)Heilkunde als wirksames Mittel, beispielsweise bei Nervosität oder Schlafstörungen. Auch für Imker stellt die Pflanze eine gern gesehene Ergänzung dar, da der Nektar der Lavendelblüten einen hohen Zuckergehalt aufweist.

Lavendelzweig, Lavendelblüten - Nahaufnahme
Lavendelblüten sind nicht nur Balsam für die Seele, sondern tun auch dem Körper Gutes. © Jane September – Fotolia

 

Lavendel im Garten

Anbau des Lavendels im Garten

Der Lavendel ist eine pflegeleichte, winterharte Pflanze, die jedoch viel Sonnenschein sowie einen eher trockenen, sandigen Untergrund benötigt, der auch wasserdurchlässig ist. Staunässe sollte jedenfalls vermieden werden. Kultiviert man den Strauch in einem Topf, so muss jedenfalls sichergestellt sein, dass das Wasser gut abfließen kann. Dennoch sollte nie komplette Trockenheit herrschen.

Wenn er als Nutz- und Heilpflanze verwendet werden soll, muss beim Kauf unbedingt auch den richtigen botanischen Namen (Lavendula Angustifolia) geachtet werden. Die Jungpflanzen sollten im Frühjahr oder Herbst in geschützter Lage eingepflanzt werden.

Schnitt und Pflege des Lavendels

Gleichzeitig zur Ernte in den Sommermonaten bietet es sich an, einen leichten Rückschnitt vorzunehmen. Im Frühjahr sollten jedenfalls die verholzten Pflanzenteile entfernt werden. Dadurch verzweigt der Strauch und bleibt buschig und kompakt.

Da der Lavendel eher kargen, sandigen Boden bevorzugt, muss er nicht gedüngt werden. Auch auf das Gießen, außer in Zeiten lang anhaltender Trockenheit, kann verzichtet werden.

Da die Pflanze winterhart ist, übersteht sie auch die kalte Jahreszeit unter offenem Himmel. Es sollte lediglich ein geschützter Standort mit einem wasserdurchlässigen Boden gewählt werden. Vor Frost und Nässe schützt man den Lavendel am besten mit einem Winterschutz aus Mulch und Reisig.

Tipp: Soll man Lavendel neben Rosen pflanzen?

Die violette Pflanze bietet sich besonders als Beeteinfassung oder als Bepflanzung entlang von Mauern oder Wegen an. Häufig setzt man den Lavendel neben Rosen, weil dadurch angeblich Blattläuse vermieden werden. Erfahrene Hobby-Gärtner wissen allerdings, dass dies ein lange geglaubter Mythos ist und nicht der Realität entspricht. Sind die Rosen erstmal von Läusen befallen, lassen sie sich auch vom Duft des Lavendels nicht abhalten bzw. vertreiben.

Die beiden Arten unterscheiden sich in ihren Ansprüchen sehr stark! Während der Lavendel eher trockenen, mineralischen Boden bevorzugt, benötigen Rosen eher nährstoff- und humusreichen Boden. Darum sollte zumindest 80 cm Abstand zwischen den beiden Pflanzen gehalten werden. Das Pflanzen von Lavendel neben Rosen bringt faktisch keine Vorteile.

Ernte des Lavendels

Die Blütezeit des Lavendels fällt in unsere Sommermonate, zwischen Juni und Mitte September. Zu dieser Zeit entfalten die Blüten den typischen Duft. Sobald die Pflanze in voller Blüte steht und die unteren bereits vertrocknet sind, kann geerntet werden.

Die Ernte sollte am besten zur Mittagszeit geschehen, wenn die Sonne am höchsten steht und es besonders heiß ist. Die ätherischen Öle besitzen zu dieser Zeit ihre höchste Wirkungskraft. Dafür werden die oberen 10 bis 15 cm der Zweige abgeschnitten.

Checkliste zu Pflege und Anbau von Lavendel

 

 

Tipp: Wie trocknet man Lavendel richtig?

Damit die heilsamen Inhaltsstoffe beim Trocknen auch erhalten bleiben, sollten die Zweige des Lavendels direkt nach der Ente an einem trockenen, kühlen, vor Sonne geschützten Ort gebracht werden. Die Blütenstände trocknen am besten, wenn sie zu kleinen Büscheln zusammengebunden mit den Blüten nach unten aufgehängt werden. Alternativ können die Pflanzenteile auch liegend getrocknet werden.

Während des Trocknungsprozesses sollte direktes Sonnenlicht und Nässe jedenfalls vermieden werden!

Sind die Zweige ausreichend getrocknet, lösen sich die Lavendelblüten durch leichtes Schütteln von alleine. Dies dauert im Normalfall etwa eine Woche. Lösen sich die Blüten dann noch nicht, ist Geduld gefragt, denn unvollständig getrocknete Pflanzen neigen zur Schimmelbildung.

Tipp: Wie lagert man getrockneten Lavendel richtig?

Im besten Fall werden die getrockneten Blüten des Lavendels lichtgeschützt und luftdicht gelagert. So behalten sie ihren aromatischen Duft für lange Zeit und auch die Färbung bleibt erhalten. Alternativ ist auch die Aufbewahrung in einem verschließbaren Karton lichtundurchlässigen Karton möglich.

Frischer Lavendel als Gewürz beim Kochen

Die frischen Blüten, aber auch die Blätter des Lavendels eignen sich hervorragend als aromatische Würze. Die Idee, mit der violetten Pflanze zu würzen, stammt ursprünglich aus Südfrankreich. Auch in der italienischen und spanischen Küche findet sich Lavendel in zahlreichen Rezepten.

Vom Geschmack her lässt sich die Pflanze mit den verwandten Arten Thymian und Salbei vergleichen. Darum harmonieren beispielsweise frische Lavendelzweige besonders mit Huhn-, Fisch- oder Lammgerichten.

Zu Experimenten laden gehackte Lavendelblätter ein. Sie dienen als kleines I-Tüpfelchen beim Servieren diverser Käsesorten. In manchen Restaurants werden außerdem frische Blüten als Gewürz in Süßspeisen eingesetzt.

Tipp:
In der Küche sollte Lavendel jedoch immer sparsam eingesetzt werden, weil er durch seine ätherischen Öle sehr geschmacksintensiv ist und so anderen Komponenten leicht überlagern kann.

Getrockneter Lavendel für die Tee-Zubereitung

Um, wie Königin Elizabeth I. von England einen Lavendel-Tee zuzubereiten, eignen sich am besten die selbst getrockneten Lavendelblüten. Die Heilpflanze verbreitet dabei ihre gesamte Wirkungskraft. Sie wirkt bei Angst, Nervosität und Unruhezuständen sowie Schlafproblemen.

Ein Grundrezept für Tee aus Lavendelblüten funktioniert folgendermaßen:

  • Etwa 0,5 l heißes Wasser (~ 80 °C) vorbereiten
  • Dem Wasser 2 TL getrocknete Lavendelblüten beigeben
  • 5 Minuten ziehen lassen und danach abseihen

Trinkt man den Tee vor dem Essen, lindert er Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Krämpfe.

Lavendeltee und -zweige für Tee
Wenn Sie unter Schlafstörungen leiden, trinken Sie vor dem Schlafen gehen eine Tasse Lavendeltee. Dieser hilft Ihnen ruhiger einzuschlafen. © tinlinx – Fotolia

 

Getrockneter Lavendel in Duftsäckchen

Wie für die Tee-Zubereitung auch sollte für Duftsäckchen und Badezusätze der Echte Lavendel, Lavendula Angustifolia verwendet werden. Diese beinhaltet eine große Menge ätherische Öle und ist deshalb sehr ergiebig.

Duftsäckchen mit Lavendel müssen mit komplett getrockneten Lavendelblüten befüllt werden, damit sich kein Schimmel bildet. Für das Säckchen bietet sich besonders Leinenstoff an, da dieser, anders als Baumwolle, Feuchtigkeit und andere Gerüche nicht so stark annimmt. So wirken sie als Lufterfrischer und Mottenschutz im Kleiderkasten, aber auch als nettes duftendes Mitbringsel. Die Wirkung kann nach etwa zwei Monaten mit wenigen Tropfen Lavendelöl verlängert werden. Nach vier Monaten sollte die Füllung getauscht werden.

Getrockneter Lavendel als Badezusatz

Lavendel als Badezusatz wirkt beruhigend und entspannend. Er ist außerdem für seine reinigende, desinfizierende Wirkung bekannt.

Für ein Vollbad mit getrocknetem Lavendel:

  • 1 l kochendes Wasser vorbereiten
  • 40 bis 50 g Lavendelblüten in einem Behälter mit dem Wasser übergießen
  • 15 Minuten ziehen lassen
  • Aufguss dem Badewasser zugeben
  • Bad nach spätestens 25 Minuten beenden

Öl aus frischen Lavendelblüten selber machen

Lavendelöl lässt sich auch zuhause aus frisch geernteten Blütenständen herstellen. In Form von Öl ist eine sehr hohe und besonders wirksame Konzentration der ätherischen Öle erreichbar.

Für die Destillation von Lavendelöl, wie es in der Apotheke und Drogerie erhältlich ist, ist eine spezielle Maschine und einiges an Zeit nötig. Es funktioniert aber auch auf Grundlage eines Basisöls. Dabei handelt es sich um ein pflanzliches Öl, das als Basis für das Herstellen von aromatisierten Ölen verwendet wird. Es hat einen sehr geringen Eigengeschmack bzw. -Geruch und kann darum andere ätherische Öle, wie etwa die des Lavendels, gut aufnehmen und speichern. Zumeist wird dafür Mandel-, Jojoba- oder Sesamöl angeboten.

Öl aus Lavendelblüten
Lavendelöl wird zur Aufbewahrung in dunkle, vor Licht schützende Gläser gefüllt. © dusk – Fotolia

 

Für die Herstellung von Lavendelöl können sowohl die gesamten frischen Zweige als auch nur die getrockneten Blüten verwendet werden.

  • Auf 0,5 l Basisöl kommt etwa 20 g Lavendel
  • Lavendelblüten zwischen den Händen reiben, um das ätherische Öl freizusetzen
  • Pflanze in ein verschließbares Glas füllen
  • Basisöl lauwarm erwärmen
  • Basisöl über die Pflanzenteile gießen, sodass diese vollständig bedeckt sind
  • Umrühren, Glas anschließend luftdicht verschließen und an einem warmen Ort aufbewahren – nicht in direktes Sonnenlicht stellen!
  • Nach etwa einem Monat kann das Öl abgeseiht und in kleine Fläschchen abgefüllt werden

Selbstgemachtes Lavendelöl bietet vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Als Duft- oder Aromaöl verbreitet es etwa durch Duftkerzen beruhigende Wirkung und hilft bei der Luftreinigung. Die Tinktur kann ebenso direkt auf der Haut verrieben werden. An den Schläfen wirkt es bei Kopfschmerzen, an verspannten Stellen als Massageöl und bei Schlafstörungen. Es kann ebenso bei Juckreiz oder kleinen Wunden zur Desinfektion verwendet werden. Bei Atemwegserkrankungen oder Erkältungen bietet sich Lavendelöl als Inhalationsbeigabe oder für die Herstellung eines Wickels an.

Häufig ist das Öl auch in Salben aus der Drogerie oder der Apotheke beigemengt sowie in Kapselform erhältlich.

Lavendel richtig trocknen

 

 

Lavendel als Heilpflanze

Die Pflanzenheilkunde sieht den Lavendel als sehr vielseitig an. Er wirkt:

  • Entspannend
  • Krampflösend
  • Antidepressiv
  • Antiseptisch
  • Schleimlösend
  • Schweißtreibend
  • Harntreibend
  • Entgiftend
  • Schmerzstillend
  • Entzündungshemmend

Lavendel wirkt beruhigend und entspannend

Durch den hohen Gehalt an ätherischen Ölen wirken Anwendungen mit Lavendel beruhigend auf das Zentralnervensystem. Gleichzeitig wird auch der Kreislauf gestärkt und die Konzentration gesteigert. Da sich die Wirkung auch im Limbischen System, dem Gefühlszentrum des Gehirns entwickelt, fördert die Pflanze auch das Einschlafen, lindert Kopfschmerzen und wirkt ausgleichend in Stresssituationen.

Beruhigende Lavendel-Teemischung bei Stress

  • Je 20 g Blüten von Lavendel, Orange, Schafgarbe, Rose und Linde mischen
  • 20 g Blätter der Zitronenmelisse beigeben
  • Teemischung mit heißem Wasser übergießen und 7 Minuten ziehen lassen
  • Bis zu drei Mal täglich eine Tasse trinken

Lavendel-Teemischung bei Migräne

  • Je 20 g Blüten von Lavendel und Mädesüß
  • Je 20 g Blätter von Zitronenmelisse, Rosmarin und Mutterkraut
  • Teemischung mit heißem Wasser übergießen und 7 Minuten ziehen lassen
  • Bis zu drei Mal täglich eine Tasse trinken

Entspannende Lavendel-Bademischung

  • 30 g Lavendelblüten mit 20 g Blättern der Zitronenmelisse sowie 10 g Rosenblütenblättern mischen
  • 10 Minuten ziehen lassen und dem Vollbad beigeben

Kopfkissenspray mit Lavendel zur Unterstützung bei Schlafstörungen

  • 10 Tropfen Lavendelöl mit 100 ml destilliertem Wasser sowie 50 ml Alkohol aus der Apotheke mischen
  • Auf das Kopfkissen sprühen

Anwendung von Lavendelöl bei Nervosität und Unruhe

  • Bei Kopfschmerzen einige Tropfen des Öls an den Schläfen verreiben
  • Bei Nervosität Lavendelöl an der Haut über dem Kreuzbein einmassieren
  • In Stresssituationen an den Pulsmessstellen des Handgelenks anwenden
  • Bei Schlafstörungen Lavendelduft in einem Säckchen neben den Polster platzieren oder mithilfe eines Diffusers bzw. einer Duftlampe verteilen

Lavendel wirkt bei Verdauungsbeschwerden

Auch bei Verdauungsbeschwerden kann Lavendel erfolgreich angewendet werden. Er unterstützt die Verdauung durch seine krampflösenden Eigenschaften, die auf die enthaltenen Gerbstoffe und Terpene zurückzuführen sind. Diese regen die Bildung von Gallensäure an, beruhigen das Nervensystem und lindern Magenschmerzen und Blähungen.

Lavendelöl wird bei Blähungen direkt im Uhrzeigersinn auf den Bereich des Darms einmassiert.

Lavendel-Teemischung gegen Magen-Darm-Beschwerden

  • Je 20 g Lavendel- und Weißdornblüten
  • 20 g Fenchelsamen
  • Je 20 g Blätter von Pfefferminze, Zitronenmelisse und Weißdorn
  • Teemischung mit heißem Wasser übergießen und 7 Minuten ziehen lassen
  • Bis zu drei Mal täglich eine Tasse trinken

Lavendel lindert Verspannungen und Schmerzen

Die Wirkung des Lavendels lässt sich auch bei allgemeinen Schmerzen nutzen. Lavendelöl findet als Massageöl beispielsweise Anwendung bei:

  • Verspannungen
  • Rheuma und Gicht
  • Gliederschmerzen
  • Neuralgien
  • Prellungen

Auch bei Juckreiz, etwa durch Insektenstiche lindert Lavendelöl die Beschwerden.

Lavendel-Tinktur gegen Gelenkschmerzen

  • 20 g frische Lavendelblüten mit 0,25 l hochprozentigem Alkohol, etwa Obstler vermischen
  • In einer fest verschlossenen Flasche an einem warmen Ort aufbewahren – direktes Sonnenlicht meiden!
  • Nach 10 Tagen abseihen und in eine dunkle Flasche füllen
  • Täglich einige Tropfen der Tinktur an den schmerzenden Gelenken auftragen

Lavendel hilft bei Erkältungen und Atemwegserkrankungen

Weil die Inhaltsstoffe des Lavendels auch eine entzündungshemmende und schleimlösende Wirkung aufweisen, kann er die Therapie auch bei Erkältungen unterstützen.

Wickel mit Lavendelöl bei Atemwegserkrankungen

  • 2-3 Tropfen Lavendelöl mit 1 EL Basisöl mischen
  • Mischung auf einem erwärmten Tuch verteilen
  • Tuch auf die Brust legen und etwa 2 Stunden wirken lassen

Lavendelöl kann auch direkt auf die Brust eingerieben werden und Beschwerden lindern. Ebenso bietet sich die Anwendung einer Lavendel-Teemischung an.

Lavendel bei Verletzungen und Wunden

Schon in der Antike wusste man die desinfizierenden Eigenschaften des Lavendels zu schätzen. Auch heute noch findet Lavendelöl bei der Behandlung von Wunden und Verbrennungen Anwendung. Es lindert den Schmerz, unterstützt die Wundheilung, sodass sich keine Infektionen entwickeln und vermindert das Entstehen von Narben, aber auch Schwangerschaftsstreifen.

Lavendel pflegt Haut und Haare

Die entzündungshemmenden und die Wundheilung fördernden Eigenschaften kann man sich außerdem in der Kosmetik zunutze machen. Lavendel findet in der Haarpflege bei trockener Kopfhaut sowie bei gereizter Haut Anwendung.

Klärendes Lavendelwasser für die Anwendung im Gesicht

  • 10 frische Lavendelzweige mit 0,25 l frischem Quellwasser übergießen
  • Das Gefäß gut verschlossen an einen sonnigen Ort stellen
  • Die Zweige nach einem Tag entfernen

Das Wasser wirkt besonders ausgleichend und desinfizierend bei trockener, gereizter Gesichtshaut.

Wirkung von Lavendel in der Naturheilkunde

 

 

Lavendelduft als wichtigste Anwendungsform

Über seinen Duft kann Lavendel seine Wirkung am besten erzielen, weil dadurch das volle Wirkspektrum in sämtliche Bereiche wie den Kopf, die Bronchien, die Lunge und die Atemwege gelangen kann und unmittelbar und ungefiltert auf die Psyche wirkt.

Der intensive und angenehm aromatische Lavendelduft hat eine beruhigende und reinigende Wirkung, die auf vielfache Weise heilsam ist. Für die innere Anwendung werden deswegen Lavendelblüten auch gerne für Duftsäckchen bzw. -kissen verwendet.

Der lang wirkende und milde Duft kann auf Babys und Kleinkinder beruhigend wirken oder auch Insekten abwehren. Lavendelöl verteilt sich über Duftlampen im Raum und wird gerne für Aromatherapien eingesetzt, kann aber auch innere Unruhe, Angstzustände oder Sorgen lindern.

Äußerlich wird Lavendelöl für Massagen oder Bäder eingesetzt, wodurch eine entspannende bzw. entkrampfende Wirkung erzielt wird. Auch in der Geburtshilfe wirken Lavendelbäder entspannend bzw. wehenfördernd und können somit die Geburt einleiten.

Nebenwirkungen von Lavendel

Wie bei den meisten Wirkstoffen gilt auch für den Lavendel: Die Dosis macht das Gift. Die Frage “Ist Lavendel giftig?” kann aber grundsätzlich verneint werden. In hohen Dosen können aber besonders Speik- oder Schopflavendel toxisch wirken. Die ätherischen Öle können bei Überempfindlichkeit oder einer Überdosierung reizend auf den Organismus und insbesondere die Schleimhäute einwirken.

Wird Lavendel bei Erkrankungen eingenommen und bessern sich die Beschwerden nicht oder verschlechtern sich sogar, muss ein Arzt hinzugezogen werden!

Auch bei der Anwendung auf der Haut sind allergische Reaktionen oder Hautreizungen möglich. Sobald diese auftreten, sollte die Anwendung des Mittels abgebrochen werden.

Bei Kleinkindern unter zwei Jahren wird im Allgemeinen von der Verwendung von ätherischen Ölen wie Lavendel abgeraten, da die Gefahr eines allergischen Schocks oder einer starken Überempfindlichkeit besteht.

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Lavendel in seltenen Fällen auftreten:

  • Magen-Darmbeschwerden wie beispielsweise Aufstoßen, Bauchschmerzen und Übelkeit
  • Lavendelöl kann allergische Reaktionen auslösen
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