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Tuberkulose: Symptome, Ursachen & Behandlung

Wenn Sie sich mit Tuberkulose angesteckt haben, aber die Krankheit nicht aktiv ausgebrochen ist, sind Sie nicht unbedingt aus der Gefahrenzone. (Foto: Image Point Fr - shutterstock)

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Inhaltsverzeichnis

Tuberkulose (TBC, Schwindsucht, Morbus Koch) ist eine chronisch verlaufende, bakterielle Infektionskrankheit.

Sie wird durch verschiedene Arten von Mykobakterien (zum Beispiel Mycobacterium tuberculosis) verursacht und befällt am häufigsten die Lunge. In der weltweiten Statistik der tödlichen Infektionskrankheiten ist sie auf Platz 1.

Tuberkulose in Deutschland

Auch in Deutschland muss man davon ausgehen, dass ein hoher Prozentsatz der älteren Bevölkerung mit Tuberkulose infiziert war bzw. ist.

Tatsächlich wurden in einer Studie des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose in Altenheimen aber nur wenige Menschen mit einer aktiven Tuberkulose gefunden.

Bewohner von Pflege- oder Altersheimen sollten sich einmal im Jahr einem Tuberkulose-Hauttest unterziehen (falls dieser nicht schon positiv ist) und eine Röntgenaufnahme der Lunge anfertigen lassen, wenn eine Tuberkulose vermutet wird.

Noch immer macht die Tuberkulose weltweit Schlagzeilen

Sie hören viel über Tuberkulose, da sie weltweit noch immer auf dem Vormarsch ist. Ein Drittel der Weltbevölkerung ist infiziert, und es sterben mehr Menschen daran als an Malaria und an AIDS zusammen.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation erkrankten 1996 weltweit etwa 8 Millionen Menschen an Tuberkulose.

In den USA wurde einst angenommen, die Tuberkulose wäre fast ausgerottet. 1985 kam sie wieder in die Nachrichten, als die Fallzahlen zu steigen begannen.

Diese Zunahme war teilweise durch die AIDS-Infektion bedingt, welche das Immunsystem schwächt und dadurch anfälliger für Tuberkulose macht.

Andere Gründe für die Zunahme der Tuberkulose in den USA waren die Überbelegung von Krankenhäusern, Gefängnissen und Obdachlosenunterkünften sowie der Zustrom von Einwanderern aus Ländern, wo die Tuberkulose noch weit verbreitet ist.

Zusätzlich zu dieser Zunahme gab es mehrere Berichte über Krankheitsübertragung zwischen Passagieren in Flugzeugen und Zügen. Noch alarmierender ist ein globaler Anstieg einiger Tuberkulose-Typen, die gegen Medikamente resistent sind.

Glücklicherweise beginnt sich die Zahl der Tuberkulose-Fälle in den USA auf einem konstanten Niveau einzupendeln.

In Westeuropa wurde Anfang der 90er Jahre ebenfalls ein Anstieg der Erkrankungszahlen registriert. Er erklärt sich durch die damaligen Migrationsbe wegungen. In Deutschland wurde nur in den Jahren 1992/93 ein geringer Anstieg verzeichnet.

Er betraf auch hier nur die ausländische Bevölkerung. Seitdem ist die Zahl der Tuberkuloseerkrankungen rückläufig (Prof. Loddenkemper, Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose, Berlin).

Übertragungswege

Hauptsächlich wird Tuberkulose über Tröpfcheninfektion übertragen. Der Verzehr infizierter Nahrungsmittel wie Milch oder rohes Fleisch stellt ebenso eine Gefahr dar.

Unsaubere medizinische Instrumente oder die Transplantation von Organen eines infizierten Menschen können zu einer Ansteckung im medizinischen Bereich führen. Eine weitere Ansteckungsmöglichkeit ist die Schmierinfektion.

Kinder einer erkrankten Mutter können sich im Mutterleib oder erst bei der Geburt anstecken.

Risiko einer Ansteckung

Tuberkulose wird durch das Bakterium Mycobacterium tuberculosis übertragen. Menschen mit einer aktiven Tuberkulose beherbergen die Tuberkelbakterien meist in ihrer Lunge.

Wenn einer der Betroffenen in Ihrer Nähe hustet, gibt es ein geringes Risiko, daß Sie die mikroskopisch kleinen Tuberkulosebakterien einatmen.

Normalerweise muß man den Tuberkulosebakterien wiederholt ausgesetzt sein, um sich zu infizieren. Das ist der Grund, warum sich die Tuberkulose leichter an engen, überfüllten und schlecht belüfteten Orten ausbreitet.

Das Infektionsrisiko ist für Menschen mit einer eschwächten Immunabwehr und solche, die von Berufs wegen besonders exponiert sind, höher als für andere.

Tuberkulose: Symptome

In Deutschland manifestiert sich die Krankheit hauptsächlich als Lungentuberkulose. Sie kann aber auch andere Organe befallen, sowie Knochen, Harnwege oder die Haut. Zu Beginn einer Lungentuberkulose hustet der Patient oft und langanhaltend.

Nächtliches Schwitzen und hohes Fieber können weitere Anzeichen sein. Meist wird der Husten von grünlichem oder blutigem Auswurf begleitet.

Der Erreger kann aber auch viele Jahre ruhen und keine Symptome zeigen.

Nur bei fünf bis zehn Prozent der Infizierten bricht die Krankheit auch aus; befallen werden zumeist Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder einer genetischen Disposition (höhere Veranlagung für Tuberkulose).

Diagnose

Die Diagnostik erfolgt durch den Arzt. Er befragt den Patienten gezielt (Anamnese) und bezieht bekannte Risikofaktoren ein, zum Beispiel Tuberkulosefälle in der näheren Umgebung oder schwere chronische Krankheiten.

Mittels Röntgenaufnahmen erkennen Ärzte Tuberkuloseherde und bestimmen somit das Stadium der Erkrankung.

Bevor sich überhaupt Symptome zeigen, kann eine Infektion mit dem Tuberkulin-Hauttest bestimmt werden. Dazu werden Antigene aus Mykobakterien in die Oberhaut gespritzt und die Stelle auf Abwehrreaktionen überprüft.

Verhärtet sich die Stelle, ist der Untersuchte infiziert. Die sichere Diagnose erfolgt über das Anlegen einer Bakterienkultur.

Je nachdem ob Mykobakterien im Auswurf nachgewiesen werden können oder nicht, unterscheiden Ärzte die offene von der geschlossenen Tuberkulose. Die offene Tuberkulose ist hochgradig ansteckend und Betroffene werden sofort unter Quarantäne gestellt.

Eine Ansteckung durch die geschlossene Tuberkulose erfolgt nur sehr selten. Tuberkulose ist laut § 6 des Gesetzes zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen meldepflichtig.

Tuberkulose: Behandlung

Die Erkrankung ist heilbar, auch wenn die Therapie lange dauert. Da die Mykobakterien eine langsame Teilungsrate haben (sich also langsam vermehren), müssen Betroffene mindestens 6 Monate lang Medikamente nehmen, oft auch länger.

Tuberkulosebakterien bilden sehr schnell Resistenzen aus, sodass eine frühzeitige Behandlung mit verschiedenen Antibiotika wichtig ist.

Die Behandlung einer offenen Tuberkulose umfasst immer einen Krankenhausaufenthalt.

Tuberkulose-Medikation

Wenn Sie einen positiven Tuberkulose-Test haben, könnte Ihnen ein Anti-Tuberkulose-Medikament verschrieben werden. Dies geschieht unter der Vorstellung, die Tuberkulosebakterien zu vernichten und eine erneute Reaktivierung dauerhaft zu verhindern

Jedoch gibt es Nebenwirkungen der Medikamente; daher sollten Sie mit Ihrem Arzt oder einem Infektionsspezialisten an einer für Sie geeigneten Lösung arbeiten.

Da die Tuberkulose in den USA vor 1940 sehr häufig war, ist es bei älteren Menschen nicht ungewöhnlich, daß sie eine inaktive Tuberkulose in sich tragen.

Wenn Sie eine nahestehende Person in einem Pflege- oder Altersheim haben, seien Sie sich der Risiken bewusst. Wenn die Tuberkulose bei einem der Heimbewohner aktiviert wird, können andere gefährdet sein.

Lassen Sie sich testen

Tuberkulose Test
Ein besonderes Risiko für Tuberkulose besteht bei Personen mit geschwächtem Immunsystem und bei Kontakt mit infizierten Personen. © Adobe Stock - pixelstore

Die Tuberkulose bedroht hauptsächlich Personen mit einem geschwächten Immunsystem, HIV/AIDS-Patienten, alte Menschen, Diabetiker, mit Immunsuppressiva Behandelte und Tumorpatienten sowie besonders exponierte Berufsgruppen (z. B. Pflegepersonal).

Wenn Sie zu keiner Hochrisikogruppe gehören und gesund sind, ist Ihr Tuberkulose-Risiko sehr niedrig.

Die beste Abwehr gegen Tuberkulose ist offensichtlich, den Kontakt mit einer Person mit aktiver Tuberkulose zu meiden.

Wenn Sie zu einer Hochrisikogruppe gehören, sollten Sie einmal im Jahr untersucht werden (Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose, Berlin) und Rat suchen, wenn der Test positiv ausfällt.

Ist der Test einmal positiv, gibt es keinen Anlaß, ihn zu wiederholen. Ein älterer Impfstoff (BCG) zeigte begrenzten Nutzen in der Verhütung der Tuberkulose.

Neuere Forschungen geben Anlaß zur Hoffnung auf neue, wirksamere Impfstoffe.

Vorbeugung

Die in Deutschland früher durchgeführte BCG (Bacille Calmette-Guérin)-Impfung wird seit 1998 von der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut nicht mehr empfohlen.

Das Risiko von Impfkomplikationen ist höher als die Wahrscheinlichkeit, sich in Deutschland mit Tuberkulose zu infizieren. Ist jedoch ein Patient infiziert, werden vorbeugend auch alle Personen, mit denen er öfter in Kontakt stand, untersucht.

Krankenhauspersonal muss besondere hygienische Vorschriften einhalten.

Tuberkulose: Heilbar aber langwierig

Ein Tuberkulose-Hauttest kann anzeigen, ob Sie sich mit Tuberkulose infiziert haben, obwohl Sie noch keine Anzeichen oder Symptome einer aktiven Erkrankung verspüren.

Zu diesen zählen anhaltender Husten, unerklärlicher Gewichtsverlust, Müdigkeit, Abhusten von Blut, Nachtschweiß und Fieber.

Wenn Sie einen positiven Hauttest oder Symptome haben, wird Ihr Arzt gegebenenfalls eine Röntgenaufnahme und Laboruntersuchungen veranlassen, um eine aktive Tuberkulose zu diagnostizieren.

Tuberkulose ist behandelbar, aber im allgemeinen müssen Sie für mindestens 6 Monate regelmäßig Medikamente dagegen einnehmen, manchmal länger. Obwohl Sie meist nach einigen Wochen der Behandlung nicht mehr ansteckend sind, ist ein voller Behandlungszyklus nötig, um die Bakterien zu vernichten.

Wird die vollständige Behandlung unterlassen, kann es zur Entwicklung von therapieresistenten Bakterienstämmen kommen.

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