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Augenprobleme: Beschwerden und Krankheitsbilder des Auges

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Das Auge ist ein besonders komplexes Organ. Durch das Zusammenspiel von Linse, Nerven und Hornhaut ist das Sehen überhaupt erst möglich. Doch mit zunehmendem Alter oder bei bestimmten Krankheiten können Augenprobleme auftreten, die die Sehfähigkeit teilweise oder sogar ganz beeinträchtigen. Diese reichen von leicht behandelbaren Augenbeschwerden, wie einer Bindehautentzündung, bis hin zu Erkrankungen, die sogar eine Erblindung auslösen können. Welche Ursachen haben diese Augenkrankheiten? Und wie lassen sich die verschiedenen Beschwerden einordnen?

blaue Augen
© mma23 -adobe

Welche Ursachen und Symptome haben Augenprobleme?

Erkrankungen des Auges können vielfältige Ursachen und Symptome zugrunde liegen. So sind Krankheiten und Verletzungen ein möglicher Grund für eine verminderten Sehfähigkeit. Doch nicht immer liegt eine krankheitsbedingte Ursache vor. Auch zu wenig Schlaf oder eine zu lange Bildschirmzeit können Augenprobleme auslösen. Häufig werden die Beschwerden auch von Fremdkörpern verursacht, die ins Auge gelangt sind.

Je nach Ursache zeigen sich die Augenbeschwerden in unterschiedlichen Symptomen. Häufig ist es vor allem die Verschlechterung der Sehfähigkeit, welche Patienten zum Augenarzt führt. Weitere Symptome von Augenproblemen sind:

  • Rotfärbung des Auges
  • Sehen von Doppelbildern
  • Schwellung der Augenlider
  • Blendung (Lichtquellen werden als störend empfunden)
  • Ausfälle im Gesichtsfeld

Viele Augenkrankheiten haben ähnliche Krankheitsbilder. Um abzuklären, woher die Probleme beim Sehen kommen, ist ein Gang zum Augenarzt daher unerlässlich.

Schon gewusst? Das Auge selbst hat wenige Schmerzrezeptoren. Augenschmerzen zählen daher eher selten zu den Symptomen von Augenbeschwerden. Bei bestimmten Formen des grünen Stars und beim Gerstenkorn berichten Patienten allerdings dennoch von Schmerzen.

Welche Augenprobleme kommen häufig vor?

Einige Beschwerden im Augenbereich zählen zu häufigen Gesundheitsproblemen. Ihr Auftreten ist nicht selten, die Behandlung in der Regel innerhalb weniger Tage möglich. Dazu zählen beispielsweise das Sicca-Syndrom und die Bindehautentzündung.

So beschreibt das Sicca-Syndrom beispielsweise das häufige Phänomen von trockenen Augen inklusive Rötung. Zudem zählen Bindehautentzündungen und -verletzungen sowie Hornhautverletzungen zu den oft vorkommenden Augenproblemen.

Sicca-Syndrom

Gerötete Augen, die jucken und brennen, weisen auf das Sicca-Syndrom hin. Mögliche Gründe sind intensive Bildschirmnutzung, Klimaanlagen oder Luftverschmutzung. Das Syndrom kann auch als Nebenwirkung von eingenommenen Medikamenten auftreten. In vielen Fällen genügt es, feuchtigkeitsspendende Augentropfen anzuwenden, um eine Linderung herbeizuführen.

Achtung: Das Sicca-Syndrom an sich ist unbedenklich. Treten die Symptome allerdings über einen längeren Zeitraum auf, sollten Sie dennoch einen Augenarzt aufsuchen, um anderen Augenkrankheiten auszuschließen.

Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

Bei einer Bindehautentzündung – auch Konjunktivitis genannt – fühlen sich die Augen nicht nur trocken an. Vielmehr sind die Augen auch leicht angeschwollen, verklebt und tränen. Betroffene beschreiben häufig auch ein Fremdkörpergefühl im Auge. Viren und Bakterien sind die häufigsten Auslöser einer Konjunktivitis. Aber auch starke Reizung (beispielsweise durch UV-Licht oder starken Wind) kann zu einer Entzündung der Bindehaut führen.

Bindehautverletzung und Hornhautverletzung

Gelangen Fremdkörper ins Auge, können diese dort Bindehaut- und Hornhautverletzungen auslösen. Egal ob Zweige, Fingernägel oder Kontaktlinsen – all diese Gegenstände können zu Verletzungen im Auge führen. Wunden im Auge sind häufig schmerzhaft, weshalb Betroffene in der Regel versuchen, das Auge geschlossen zu halten, um Schutz vor Wind oder Licht zu bieten. Um sicherzugehen, dass die Verletzung nur oberflächlich ist, ist auch bei diesen Augenbeschwerden ein Gang zum Augenarzt unverzichtbar.

Welche weiteren Augenprobleme gibt es?

Zu den weiteren Augenkrankheiten zählen das Gerstenkorn, die diabetische Retinopathie und Augenkrebs. Ihr Auftreten ist seltener, kann sich allerdings erheblich auf die Sehqualität der Betroffenen auswirken.

Gerstenkorn

Ein Gerstenkorn ist auch unter dem Fachbegriff Hordeolum bekannt. Es handelt sich dabei um eine bakterielle Entzündung einer der Tränendrüsen am Lidrand. Typisch ist eine schmerzempfindliche rote Schwellung nahe dem Augenlid.

Wichtig: Drücken Sie ein Gerstenkorn niemals wie einen Pickel aus. Im schlimmsten Fall breitet sich die Infektion durch das Quetschen des Gerstenkorns weiter aus. Legen Sie stattdessen eine warme Kompresse auf, um die Heilung der Augenerkrankung zu unterstützen.

Diabetische Retinopathie

Auch eine nicht oder unzureichend behandelte Diabeteserkrankung kann das Sehvermögen beeinträchtigen. Die Ursache: Der dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel beschädigt die Blutgefäße der Netzhaut – eine geringere Durchblutung ist die Folge. Zu Beginn bleibt eine diabetische Retinopathie meist unbemerkt. Im späteren Verlauf kann sie jedoch einen erheblichen Verlust der Sehkraft herbeiführen und sogar zur Erblindung führen.

Tipp: Diabetiker sollten jährlich eine umfassende Untersuchung beim Augenarzt in Anspruch nehmen. So lassen sich Augenerkrankungen erkennen, selbst wenn bislang noch keine Beschwerden aufgetreten sind.

Augenkrebs

In seltenen Fällen ist Augenkrebs die Ursache für Augenbeschwerden. Die bei Erwachsenen am weitesteten verbreitete Augenkrebsart ist das Aderhautmelanom. Das Tückische: Schmerzen treten beim Augenkrebs selten auf. Patienten berichten in der Regel nur von einer Sehstörung. Deshalb wächst der Krebstumor häufig unbemerkt über einen längeren Zeitraum. Während kleinere Tumore mit einer Bestrahlung behandelbar sind, können größere Wucherungen sogar dazu führen, dass eventuell das gesamte Auge operativ entfernt werden muss.

Welche Augenleiden sind altersbedingt?

Zu den altersbedingten Augenleiden zählen die Glaskörpertrübung sowie der graue und grüne Star. Auch die Makuladegeneration kommt vor allem im höheren Lebensalter vor. Eine mit dem Alter nachlassende Sehkraft ist dabei nichts Ungewöhnliches. Dennoch sind gerade ältere Menschen des Öfteren von Augenerkrankungen betroffen.

Um Sehstörungen im Alter vorzubeugen, empfiehlt der Berufsverband der Augenärzte Deutschland (BVA) bereits ab dem 50. Lebensjahr bestimmte Vorsorgeuntersuchungen. Denn oft machen sich die Augenerkrankungen zunächst nicht bemerkbar. Ebenso wie bei der diabetischen Retinopathie verläuft auch die altersabhängige Makuladegeneration anfangs symptomlos.

Glaskörpertrübung

Augenprobleme im Alter müssen nicht immer gleich einen drohenden Verlust des Sehvermögens vorhersagen. Es gibt auch harmlose Phänomene, die mit der Zeit wieder verschwinden – so zum Beispiel die Glaskörpertrübung. Diese macht sich vor allem beim Blick ins Helle bemerkbar. Schwarze oder braune Flecken treten im Blickfeld auf, die sich wie Mücken vor dem Auge bewegen.

Tipp: Diese Sehstörung lässt sich zumeist bereits mit einer gesunden Ernährung beheben. Ist das Auge mit genügend Mikronährstoffen versorgt, gehören die tanzenden Punkte bald der Vergangenheit an. Ein gesundes Leben und ein starkes Immunsystem zahlen sich also aus.

Grauer Star

Eine typische Augenkrankheit im Alter ist der graue Star (auch Katarakt genannt). Ärzte gehen sogar davon aus, dass unter den Menschen ab 75 jeder Zweite von diesem Augenleiden betroffen ist. Bei Betroffenen wird die Augenlinse mit der Zeit immer trüber. Ein weiteres Symptom des grauen Stars ist eine Verschlechterung der Sehschärfe. Oft hilft nur eine Operation dabei, diesen Beschwerden Einhalt zu gebieten.

Grüner Star

Der grüne Star (Glaukom) bezeichnet eine ganze Gruppe von Augenproblemen, die eine Gemeinsamkeit haben: Auslöser für die schwindende Sehkraft ist eine Schädigung des Sehnervs. Nach der Katarakt ist das Glaukom der zweithäufigste Auslöser einer Erblindung. Denn auch diese Augenkrankheit wird von vielen Patienten erst bemerkt, nachdem bereits eine deutliche Verschlechterung des Sehvermögens eingetreten ist. Ist der Sehnerv erst einmal beschädigt, hilft oft nur noch eine medikamentöse oder operative Therapie.

Makuladegeneration

Der Bereich des schärfsten Sehens ist der gelbe Fleck – in Fachkreisen auch Makula genannt. Sterben die Sehzellen der Makula im Alter ab spricht man von einer altersbedingten Makuladegeneration (kurz AMD). Die Folge: Betroffene sehen unscharf, es können graue Flecken und Doppelbilder im Sichtfeld auftreten. Diese Augenerkrankung tritt in der Regel erst nach dem 50. Lebensjahr auf und zählt damit zu den typischen Augenproblemen im Alter.

Netzhautablösung

Eine Netzhautablösung ist eine eher seltene Augenerkrankung, die beispielsweise durch altersbedingte Veränderungen am Glaskörper ausgelöst wird. Aber auch Verletzungen, die Risse in der Netzhaut zur Folge haben, können eine Netzhautablösung altersunabhängig herbeiführen.

Hierbei handelt es sich um einen augenmedizinischen Notfall – ein Augenarzt sollte zeitnah aufgesucht werden. Andernfalls droht ein dauerhafter Sehverlust. Eine Netzhautablösung zeigt sich zum einen durch Lichtblitze im Sichtfeld. Aber auch ein dunkler Schleier, der die Sicht trübt, kann ein mögliches Symptom sein. Bei schweren Verläufen kann es auch zu Gesichtsfeldausfällen (auch Skotom genannt) kommen.

6 Tipps für gesunde Augen bis ins hohe Alter

Viele Augenprobleme im Alter lassen sich vorbeugen. Diese sechs Tipps verraten Ihnen, wie Sie Ihre Augen auch im Alter gesund halten:

  1. Augen regelmäßig kontrollieren lassen: Gehen Sie nicht erst mit Augenproblemen zum Arzt, denn viele Augenerkrankungen sind anfangs völlig symptomfrei. Je früher sie diagnostiziert und therapiert werden, desto länger bleibt die Sehfähigkeit erhalten. Vor allem bei familiären Vorbelastungen und im Alter sind Vorsorgeuntersuchungen ratsam.
  2. Rauchen aufhören: Das AMD-Risiko von Rauchern ist doppelt so hoch wie bei Nichtrauchern, ebenso das für Grauen Star oder diabetische Retinopathie. Die gute Nachricht: Sobald der Zigaretten-Konsum gestoppt wird, sinkt das Risiko wieder.
  3. Gesundes Körpergewicht halten: Übergewicht steigert das Risiko für Diabetes mellitus und seine Folgeerkrankungen, wie beispielsweise die diabetische Retinopathie. Ein gesundes Gewicht schützt somit auch die Augen.
  4. Ausreichend schlafen: Die Augen freuen sich über Schlaf, denn während des Schlafs werden sie ständig befeuchtet und auch von Fremdkörpern gereinigt. Darüber hinaus wirkt Schlafen wie ein Frühjahrsputz fürs Gehirn, das in jeder Sekunde des Sehens am Prozess beteiligt ist.
  5.  „Schutzbrille“ tragen: Bei starkem Sonnenlicht sollten Sie eine Sonnenbrille mit UV-Schutz tragen. Auch beim Wintersport, beim Schwimmen und bei starkem Wind sollte das Auge mit entsprechenden Brillen geschützt werden. Dasselbe gilt für handwerkliche Tätigkeiten und den Berufsalltag.
  6. Körperlich aktiv bleiben: Bewegung senkt das Risiko für Augenerkrankungen wie AMD oder Glaukom. Durch die verbesserte Blutzirkulation sinken beispielsweise der Augeninnendruck und das Körpergewicht. Dadurch reduzieren Sie Ihr Risiko für Diabetes mellitus und diabetische Retinopathie.

Damit Sie auch im Alter über ein gutes Sehvermögen verfügen, lohnt es sich also, auf einen gesunden Lebensstil zu achten.

Welche Augenprobleme können zur Erblindung führen?

Der graue und der grüne Star können bis zur vollständigen Erblindung führen. Aber auch die Retinitis pigmentosa und der retinale Venenverschluss können einen Verlust der Sehkraft herbeiführen. Nicht alle Augenerkrankungen, die eine Erblindung zur Folge haben können, tun dies auch bei allen Patienten. Häufig tritt nur eine Sehverschlechterung auf, die mit einer entsprechenden Behandlung verlangsamt werden kann. Dennoch gibt es einige Erkrankungen, welche die Sehfähigkeit bedrohen.

Retinitis pigmentosa

Bei der Retinitis pigmentosa handelt es sich um eine erblich bedingte Netzhauterkrankung. Die Sehstörungen treten also unabhängig vom geführten Lebensstil auf, da ihre Ursache im Erbgut liegt. Patienten verlieren nach und nach Sehzellen, wodurch das Gesichtsfeld zunehmend eingeschränkt wird. Sind zu viele Sehzellen betroffen, führt diese Krankheit zur vollständigen Erblindung.

Retinaler Venenverschluss

Der retinale Venenverschluss ist eine Gefäßerkrankung des Auges. Auch das Auge ist von Venen durchzogen, durch die Blut strömt. Kann dieses nicht richtig abfließen, sind Sehstörungen die Folge, denn der Druck in den Augenarterien steigt. Die Folgen reichen von Netzhautblutungen über Gefäßwucherungen bis hin zur Netzhautablösung. Dadurch kann auch der retinale Venenverschluss zum vollständigen Verlust des Sehvermögens führen.

Was ist eine Farbenblindheit?

Bei einer Farbenblindheit ist nur das Farbsehen betroffen. Die Patienten nehmen dann entweder keine Farben mehr wahr (Achromatopsie) oder sehen ausgewählte Farbtöne nicht (Dichromasie).

Eine Farbenblindheit ist entweder angeboren oder wird durch Erkrankungen des Sehnervs oder der Netzhaut ausgelöst. Handelt es sich um einen genetischen Defekt, sind immer beide Augen betroffen. Entsteht die Störung erst im Laufe des Lebens, kann sie sich auch nur auf ein Auge auswirken.

Wodurch zeichnet sich eine Farbsehschwäche aus?

Eine mildere Form der gestörten Farbwahrnehmung ist die Farbsehschwäche. Menschen mit einer Farbsehschwäche können zwar alle Farben sehen, nehmen diese aber teilweise schlechter wahr und können sie schwieriger voneinander abgrenzen.

Ein bekanntes Beispiel ist die Rot-Grün-Schwäche. Betroffene sind zwar nicht blind für die Farbe Grün, tun sich aber mitunter schwer, die Farbe wahrzunehmen und von Rot-Tönen zu unterscheiden. Augenärzte nennen dieses Phänomen Deuteranomalie. Ist allerdings primär die Wahrnehmung der Farbe Rot eingeschränkt, ist die Rede von einer Protanomalie. Zu guter Letzt gibt es auch noch die Blausehschwäche, die unter dem Namen Tritanomalie bekannt ist.

Warum sehen wir eigentlich?

Um die Augen kümmern sich viele Menschen erst, wenn ihnen das Sehen schwerfällt. Dabei verdient der Sehapparat mehr Aufmerksamkeit. Die Augen grenzen sich vom Schädelknochen durch die sechs Augenmuskeln ab, die man zusammen als äußeren Augenmuskel bezeichnet. Sie sind dafür verantwortlich, dass sich das Auge frei und in alle Richtungen bewegt.

Darüber hinaus sorgen die Augenmuskeln dafür, dass die beiden Augen sich zusammen auf einen gemeinsamen Punkt einstellen können. Ohne dies wäre scharfes Sehen nicht möglich. Wenn die Augenmuskeln nachlassen, entsteht eine Fehlsichtigkeit. Daher sollten Sie sie zwischendurch immer wieder trainieren.

Sehen funktioniert nur über Licht

Jeder Gegenstand um Sie herum kann Licht reflektieren. Je heller seine Farbe, desto mehr Lichtstrahlen reflektiert er. Die zurückgeworfenen Lichtstrahlen treffen auf das Auge. Auf der Hornhaut bricht das Licht zum ersten Mal. Dann gelangt es durch Kammerwasser und Pupille auf die Linse, wo eine erneute Brechung stattfindet. Von dort aus setzt sich das Licht durch den Glaskörper bis hin zur Netzhaut fort. Hier fällt es durch die vorausgegangenen Brechungen sowohl seitenverkehrt als auch auf dem Kopf stehend auf die Sehzellen. Dort spricht es die Stäbchen an, die am Rande der Netzhaut in dichter Zahl vorhanden und für das Schwarz-Weiß-Sehen verantwortlich sind.

Auch die Zapfen, die für das Farbsehen verantwortlich sind, werden aktiviert. Sie sitzen alle im gelben Fleck. Nur die Lichtstrahlen, die genau das Zentrum des gelben Flecks mit seinen 0,1 mm treffen, ergeben ein scharfes Bild. Diese optischen Reize wandelt die Netzhaut in Nervensignale um, die zum Gehirn führen. Dort spielt sich nun das ab, was wir unter dem Wort „Sehen“ verstehen: Die Nerven des Sehzentrums verbinden sich mit anderen Gehirnbereichen. Verschiedenste Gehirnzellen kümmern sich nun um spezielle Bereiche des Lichts. Einige sorgen für die richtige Farbe, andere für die Form oder die Bewegung.

Funktionsweise vergleichbar mit einer Kamera

Die Augen wandeln Lichtsignale in elektrische Impulse um – das Gehirn erstellt daraus dreidimensionale Bilder. Das Auge lässt sich zum besseren Verständnis sehr vereinfacht mit einer Fotokamera vergleichen.

Hornhaut: Schützt und bündelt die Lichtstrahlen

Der Augapfel ist rund wie eine Kugel. Ihn umgeben drei verschiedene Hautschichten. Ganz außen liegt die lichtundurchlässige Lederhaut, die das Auge schützt – wie beim Fotoapparat das Kunststoffgehäuse. Sie ist dafür verantwortlich, dass das Auge die Form einer Kugel behält. Sie ist so fest, dass Verformungen nicht auftreten. Im vorderen Bereich des Auges wird die Lederhaut zur Bindehaut. Dabei handelt es sich um den Teil, den Sie sehen, wenn Sie sich im Spiegel anschauen.

Unter der Lederhaut befindet sich die Aderhaut. Wie der Name schon sagt, ist diese Hautschicht von kleinen Blutgefäßen durchzogen. Darüber hinaus liegen in ihr viele Pigmentzellen. Im vorderen Teil des Auges ersetzen der Ziliarmuskel und die Regenbogenhaut die Aderhaut. Der Ziliarmuskel hält die Regenbogenhaut (Iris). Dieser Muskel ist des Weiteren dafür verantwortlich, dass die Linse ihre Größe ändern kann.

Die Netzhaut (Retina) bildet die dritte der Hautschichten. Auf ihr sitzen die Sehzellen (Stäbchen und Zapfen), die das Hell- und Dunkelsehen ermöglichen, sowie der blinde Fleck und der gelbe Fleck. Das Innere des Auges ist gefüllt mit dem Augenkammerwasser. Darüber hinaus liegen hier die Linse und der Glaskörper.

Braunes Auge einer jungen Frau in der Nahaufnahme
Das Auge ist vergleichbar mit einer Kamera © Adobe Stock - Mikhail Malyugin

Iris und Pupille: Wie Blende und Objektiv

Die Lichtstrahlen gelangen durch die Pupille in das Innere der Augen. Die Iris besteht aus Muskelfasern, die ringförmig um die Pupille angeordnet sind. Deren Struktur ist bei jedem Menschen individuell. Die Iris kann durch Kontraktion die Pupille enger und weiter stellen wie die Blende einer Fotokamera: Bei hellem Licht schließt sie sich und lässt weniger Licht ins Augeninnere, in der Dämmerung weitet sich Ihre Pupille und lässt mehr Licht in das Auge.

Linse: Feineinstellung für nah und fern

Direkt hinter der Pupille liegt die Linse. Ihre Form hat zur Namensgebung geführt. Sie besteht aus einer klaren strukturlosen Substanz. Hier erfolgt die Feineinstellung der Lichtbrechung. Kleinste Muskeln (Ziliarmuskeln) verändern die Form der Linse, je nachdem, ob sich das Objekt, das Sie ansehen, in der Nähe oder Ferne befindet. Hinter der Linse werden die Lichtstrahlen durch den Glaskörper weitergeleitet. Er ist mit einer klaren, geleeartigen Masse gefüllt, durch die die Lichtstrahlen ungehindert auf die Netzhaut treffen.

Netzhaut: Aus Lichtstrahlen werden elektrische Impulse

Die Wand des Glaskörpers ist mit der Netzhaut ausgekleidet, einer sehr lichtempfindlichen, ultradünnen Gewebeschicht. Sie besitzt Millionen lichtsensibler Zellen. Die gebündelten Lichtstrahlen werden auf Ihre Netzhaut geleitet und hier in elektrische Impulse umgewandelt. Den sensibelsten Teil der Netzhaut bildet die Makulalutea (Gelber Fleck). Hier liegt auch der Punkt der größten Sehschärfe, die sich allerdings im Laufe des Lebens verändert.

Gehirn: Bearbeitet das Bild, bis es korrekt ist

Die Lichtbrechung durch Hornhaut und Linse verursacht zunächst ein Bild, das auf dem Kopf steht sowie spiegelverkehrt und zudem stark verkleinert ist. Der Sehnerv leitet die Informationen an das Sehzentrum im Gehirn. Erst dort entsteht das „bewusste Sehen“. Jetzt kommt das Sehzentrum in der Großhirnrinde zum Einsatz: Dieses errechnet nun das visuell stimmige 3-D-Bild. Was Sie wirklich zu sehen glauben, ist ein Computerbild. Erst die Bearbeitung durch die Neuronen des Großhirns lässt die optischen Reize zu einem für uns erkennbaren Bild werden.

Augenprobleme: Wenn das Sehvermögen bedroht ist

Beschwerden der Augen können in unterschiedlicher Intensität und Langfristigkeit auftreten. Während Phänomene wie das Sicca-Syndrom für die Gesundheit unbedenklich sind, gibt es auch Augenerkrankungen, die zu einer Erblindung führen können.

Die Ursachen für Augenprobleme sind vielfältig und reichen von genetischen Veranlagungen bis hin zu akuten Verletzungen. Oft ist es für Laien nicht möglich, nur aufgrund der Symptome auf die Ursachen beziehungsweise das konkrete Krankheitsbild zu schließen. Daher sollten Betroffene einen Augenarzt aufsuchen, sobald Sehstörungen oder Veränderungen im Sehvermögen auftreten.

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