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Das Sjögren-Syndrom – Einblick in die Immunerkrankung

Fast jeder hatte schon einmal trockene Augen oder einen trockenen Mund. Wenn Sie an einem Sjögren-Syndrom (Sicca-Syndrom = Trockenheits-Syndrom) leiden, müssen Sie wahrscheinlich mit beiden Symptomen täglich leben. (Foto: JPC-PROD -Adobe)

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Inhaltsverzeichnis

Was ist das Sjögren-Syndrom?

Das Sjögren-Syndrom ist eine Autoimmunerkrankung aus dem Bereich der Kollagenosen, die durch ihre beiden häufigsten Symptome und Beschwerden charakterisiert wird: Augen- und Mundtrockenheit.

Bei dem Sjögren-Syndrom, auch SiccaSyndrom genannt, attackieren bestimmte weiße Blutzellen (Lymphozyten) die Schleimhäute und die Feuchtigkeit spendenden Tränendrüsen in Auge und Mund, sodass weniger Tränenflüssigkeit und Speichel produziert werden.

Die Lymphozyten können auch andere Teile des Körpers schädigen, einschließlich Lunge, (Nasen-)Nebenhöhlen, Nieren, Haut und Gelenke.

Bislang ist die Ursache für das fehlgeleitete Verhalten des Immunsystems nicht bekannt, Wissenschaftler vermuten jedoch, dass eine Mischung aus Vererbung und Umweltfaktoren eine Rolle bei dem Sjögren-Syndrom spielt.

Die Autoimmunerkrankung kann in jedem Alter auftreten, aber meistens wird es bei Menschen über 40 Jahren diagnostiziert und ist neunmal häufiger bei Frauen als bei Männern.

In etwa der Hälfte der Fälle wird das Sjögren-Syndrom durch eine andere Autoimmunerkrankungen wie Rheumatoide Arthritis oder Lupus erythematodes begleitet.

Ursachen der Erkrankung

Es gibt viele Ursachen für Augen- und Mundtrockenheit, einschließlich der Nebenwirkungen bestimmter Medikamente und vorhergehende Bestrahlung von Kopf oder Hals. Nicht jeder mit Augen- und Mundtrockenheit leidet an einem Sjögren-Syndrom.

Typische Symptome des Sjögren-Syndroms umfassen trockene, juckende oder brennende Augen, zwischenzeitlich verschwommene Sicht, ein trockener Mund, der Sprechen und Schlucken erschwert, verstärkte Kariesbildung in den Zähnen und vergrößerte Speicheldrüsen.

Diese befinden sich hinter Ihrem Unterkiefer vor Ihren Ohren. Andere Symptome und Beschwerden des Sjögren-Syndroms können trockene Haut oder vaginale Trockenheit bei Frauen beinhalten.

Zusätzlich kommen auch Gelenkschmerzen und Gelenksteifigkeit sowie Erschöpfungserscheinungen bei der Autoimmunerkrankung vor.

Seltener treten ernsthafte Probleme wie Taubheit oder Kribbeln in Armen oder Beinen, Entzündung von Lunge oder Niere, Leber oder Blutgefäßen auf. Ein kleiner Teil der Menschen mit dem Sjögren-Syndrom entwickelt Lymphdrüsenkrebs (Lymphom).

Doch die Mehrheit der erkrankten Patienten führt ein gesundes Leben ohne große Komplikationen.

Sjögren-Syndrom: Diagnose

Lippenbiopsie notwendig
Die Diagnose des Sjögren-Syndrom kann mittels spezieller Diagnose-Verfahren gestellt werden. © japolia - Fotolia

Die Diagnose des Sjögren-Syndroms erfordert eine Reihe von Patienten-Untersuchungen. Hierzu gehören das Blutbild und die Bestimmung von Auto-Antikörpern, die bei dieser Erkrankung eine Rolle spielen.

Zusätzlich müssen verschiedene Augentests mit den Patienten durchgeführt werden, mit denen Tränenproduktion (Schirmer-Test) und die Augentrockenheit gemessen werden.

Mithilfe anderer Methoden wird die Funktion der Speicheldrüsen getestet.

Zur Bestätigung der Diagnose des SiccaSyndroms kann eine Lippenbiopsie (Entnahme einer Gewebeprobe) notwendig sein. Die Anhäufung entzündlicher Zellen im Gewebe weist auf das Vorliegen eines Sjögren-Syndroms hin.

Bei diesem Verfahren wird ein kleines Stückchen Gewebe aus der Speicheldrüse entnommen, die sich auf der Innenseite der Unterlippe befindet. Das Präparat wird mikroskopisch untersucht und beurteilt.

Therapie: Wie das Sjörgren-Syndrom behandelt werden kann

Für das Sjögren-Syndrom gibt es zwar keine Heilung, aber Selbstpflegemaßnahmen wie häufige Flüssigkeitszufuhr, Gebrauch von künstlicher Tränenflüssigkeit (Tropfen), Luftbefeuchter und Feuchtigkeitscreme für die Haut können sehr hilfreich gegen die Erkrankung sein.

Zu den Medikamenten, mit denen schwerere Symptome, Beschwerden oder Komplikationen dieser Erkrankung behandelt werden, gehören:

  • Augentropfen mit Cyclosporin – Die Tropfen werden vom Augenarzt verordnet. Sie enthalten Cyclosporin (Restasis®), um die Augensymptome zu behandeln. Dieses Mittel ist jedoch in Deutschland nicht zugelassen, es kann aber mit einer ärztlichen Verschreibung über eine internationale Apotheke besorgt werden.
  • Pilocarpin (Salagen® u. a.) – Dieser Wirkstoff wird oral eingenommen und verstärkt die Speichelproduktion. Pilocarpin ist kein Mittel der Wahl, wenn Sie an schwerem Asthma leiden, eine Entzündung der Iris (akute Iritis) oder eine signifikante Herz- und Gefäßerkrankung haben.
  • Immunsuppressiva – Diese Medikamente hemmen das abnorme Immunsystem. Ihr Arzt kann die Medikamente verschreiben, wenn Sie Probleme mit Lunge, Niere, Blutgefäßen oder Nervensystem haben.
  • Hydroxychloroquin (Quensyl®) – Dieser Antimalaria-Wirkstoff kann helfen, wenn bei Ihnen eine Gelenkentzündung (Arthritis) vorliegt.
  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) – Ihr Arzt kann diese Medikamente empfehlen, um Schmerzen und Schwellungen zu lindern, die häufig bei entzündeten Gelenken auftreten.
  • Kortikosteroide – Diese reduzieren die Entzündung und können Organschäden verzögern. Bei längerer Anwendung führen Kortikosteroide jedoch zu Nebenwirkungen.

Eine andere Möglichkeit zur Behandlung und Therapie trockener Augen ist der Verschluss des Tränenkanals (punktueller Verschluss), durch den die Tränenflüssigkeit aus dem Auge abfließt.

Kollagen oder Silikonstopfen werden in den Tränenkanal eingeführt. Kollagenstöpsel lösen sich mit der Zeit wieder auf, Silikon hingegen verschließt den Ablauf solange, bis die Stöpsel herausfallen oder entfernt werden.

Schließlich kann der Tränenkanal auch mithilfe eines Lasers oder der Kauterisation verödet werden. Dadurch wird der Tränenkanal dauerhaft verschlossen.

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