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Prostataembolisation (PAE): Wann diese sanfte Methode für Sie bei einer Prostatavergrößerung infrage kommt

(Foto: SHOTPRIME STUDIO – Adobe Stock)

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Eine gutartige Prostatavergrößerung führt häufig zu einem Harnstau, der über einen Katheter abgelassen werden muss. Diese Prozedur zerrt auf Dauer an den Nerven des Patienten. Durch eine Prostataembolisation können die Beschwerden, die eine gutartige Embolisation mit sich bringt, dauerhaft behandelt werden. 

Wie kommt es zu einer Vergrößerung der Prostata? 

Im Alter kommt es beim Mann zu Veränderungen im Hormonstoffwechseln in Bezug auf Testosteron und Östrogen. Dieser Wechsel begünstigt die Entstehung einer gutartigen Prostatavergrößerung, auch benigne Prostatahyperplasie genannt. 

Eine benigne Prostatahyperplasie umschließt die Harnröhre unterhalb der Harnblase und verursacht so Schmerzen und Probleme beim Wasserlassen. Unbehandelt kann es zu einer chronischen Entzündung der Drüsen und Infektionen führen, weshalb Männer mittleren Alters zu regelmäßigen gesundheitlichen Vorsorgeuntersuchungen gehen sollten. 

Was ist eine Prostataembolisation? 

Der Begriff “Embolisation” beschreibt das ärztliche Verfahren, Gefäße während eines therapeutischen Eingriffs zu verschließen. Die Therapie findet grundsätzlich in der Klinik des behandelnden Arztes statt. Eine Prostata-Arterien-Embolisation, kurz PAE, bezeichnet das Verfahren, dass bei gutartigen Prostatavergrößerungen eingesetzt wird, um die Blutversorgung durch verschließen der Gefäße der Prostata zu beschränken und eine Verkleinerung der Prostata zu fördern. Sie stellt eine Alternative zur Prostataoperation dar, die durch einen minimal-invasiven Eingriff ein deutlich geringeres Risiko birgt. 

Was genau geschieht bei dem Eingriff? 

Bei dieser Form der Therapie erhalten Sie von dem Arzt in der Klinik zunächst eine örtliche Betäubung. Dann wird ein Katheter (Durchmesser kleiner als 1 mm) in eine der Arterie im Bein bis zu den prostataversorgenden Gefäßen vorgeschoben. Über diesen Schlauch werden winzige Plastikkügelchen (kleiner als 0,5 mm) bis zu den Prostataarterien gespritzt. Das verringert den Blutfluss zur Prostata. In der Folge schrumpft die Prostata – und die Beschwerden werden reduziert. 

Bereits drei bis sechs Stunden nach dem Eingriff verspürten die meisten Patienten eine deutliche  Linderung der Symptome. Der gesamte Eingriff – mit Vor- und Nachbereitung – kann bis zu drei Stunden dauern. Danach sind mehrere Stunden Bettruhe erforderlich. 

Machen alle Patienten positive Erfahrungen mit der Methode? 

Ja, durchaus, wenn die Methode für sie geeignet ist. In einer Studie an 500 Männern berichteten die Betroffenen nach dem Eingriff Folgendes: 

  • 87 Prozent bemerkten nach drei Monaten eine Verbesserung der Symptome 
  • 80 Prozent nach eineinhalb Jahren und noch  
  • 72 Prozent nach drei Jahren.  

 Bei keinem der Männer führte das Verfahren zu sexueller Dysfunktion oder Impotenz. Die Studienautorenfassen zusammen: „Die Ergebnisse von Prostata-Embolisationen sind ähnlich wie die einer Operation, aber mit weniger Komplikationen.“ 

Welche Risiken und Kontraindikationen gibt es? 

Als Nebenwirkungen können Brennen beim Wasserlassen, Blasenentleerungsstörungen, Blut im Urin bzw. in der Samenflüssigkeit und Harnwegsinfektionen auftreten. Dauerhafte Inkontinenz und Impotenz brauchen Sie nicht zu fürchten. 

Aber: Da die Methode noch relativ neu ist, sind die Langzeiterfolge nicht klar. Auch die Möglichkeit, dass die kleinen Kügelchen abwandern, wird diskutiert. Grundsätzlich nicht geeignet ist die Methode bei einer chronischen Entzündung der Prostata, einem chronischen Infekt der Harnröhre und bei Gerinnungsstörungen.  

Ist die Behandlung eine Regelleistung? 

Bis dato sind die Krankenkassen noch nicht verpflichtet, die Kosten zu übernehmen. Setzen Sie sich vorher mit Ihrer Kasse in Verbindung. Die Anzahl der Krankenhäuser, die die Behandlung anbieten, ist noch recht limitiert. 

Ist die Embolisation bei Prostatakrebs eine Option? 

Bis dato wird mit einer Prostata-Arterien-Embolisation nur die Vergrößerung der Prostata behandelt. Bei Prostatakrebs ist die Embolisation leider bis dato keine Therapiemöglichkeit. Es gibt Versuche, die aber sehr experimentell sind. Zwar gab es bei verschiedenen Studien positive Ergebnisse und einen Rückgang des Prostatatumors, doch die Tumorzellen in der Prostata waren bei keinem der Patienten verschwunden. 

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