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Die Schlüsselblume als Heilpflanze – Hilfe bei Husten und anderen Erkältungssymptomen

(Foto: Anastasiia Malinich - Adobe Stock)

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Die Schlüsselblume – auch Wiesenprimel genannt – ist bekannt für ihre heilenden Kräfte bei Husten. Die Heilpflanze wirkt schleimlösend, hilft beim Abhusten und stillt den Hustenreiz. Besonders in der Homöopathie findet die Blume Anwendung, nicht nur bei Husten und lösen von Schleim, sondern auch bei anderen Erkältungssymptomen.

Die Einnahme der Schlüsselblume erfolgt z.B. über die Blüten oder Wurzeln entweder als Tee oder aber auch als Tropfen oder Tabletten. Bei einer Überdosierung können jedoch einige Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören vor allem Magen-Darm-Beschwerden. Daher sollte man die Heilpflanze maximal 4 Wochen lang einnehmen.

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Die Schlüsselblume kann unter anderem als Tee eingenommen werden © Cora Müller - Adobe Stock

Steckbrief der Schlüsselblume

Name: Schlüsselblume oder Wiesenprimel (Primula veris)

Familie: Primelgewächse (Primulaceae)

Arten: Echte Schlüsselblume, hohe Schlüsselblume

Blütenfarbe: Gelb

Farbe der Blätter: Grün

Form der Blätter: eiförmig

Blütenstand: doldig, fünf bis zu 20 radiärsymmetrische, fünfzählige Schlüsselblumenblüten

Wuchstyp: Staude

Wuchshöhe: 10-25 cm

Wuchsbreite: 10-25 cm

Aussaat: September bis Oktober

Blütezeit: März bis Mai

Giftigkeit: ungiftig

Fruchteigenschaften: Selbstaussaat

Licht: sonnig bis halbschattig

Bodenart: lehmig bis tonig

Verbreitung: Selbstaussaat, Bestäubung

Verwendung: Heilpflanze, Blumensträuße, Unterpflanzung, Verwilderung, Blumenbeete, Gruppenpflanzung, Rasenfläche, Pflanzgefäße

Husten und Entzündung: Die Wirkung der Schlüsselblume

Bereits in der mittelalterlichen Klostermedizin war die echte Schlüsselblume wegen ihrer Heilkraft bei akuten und chronischen Atemwegserkrankungen, die mit einer starken Sekretbildung einhergehen, sehr geschätzt.

So wirkt die Schlüsselblume:

  • Sie löst festsitzende Sekrete (Schleim)
  • Sie erleichtert das Abhusten und befreit die Atemwege
  • Sie stillt den Hustenreiz
  • Sie hemmt Entzündungen, v. a. bei Virusinfekten
  • Sie entwässert

Weitere Anwendungsgebiete aus der Volksmedizin wie Kopfschmerzen und Migräne, Herzschwäche, Schwindel und Nervenschmerzen konnten wissenschaftlich bislang nicht bestätigt werden. Das gilt auch für die Gicht, obwohl eine Erhöhung der Harnmenge natürlicherweise zu einer vermehrten Ausscheidung von Harnsäure führt. Die echte Schlüsselblume wird ausschließlich innerlich als Tee, Tropfen oder Tabletten angewendet.

Die Primel ist als mild wirkendes Sekretolytikum (schleimlösendes Mittel) und Expektorans (Hustenmittel) bei der Behandlung von Atemwegserkrankungen aus der modernen Naturheilkunde nicht mehr wegzudenken. Für die erwähnten Wirkungen werden Saponine (Seifenstoffe) als die verantwortliche Hauptkomponente angesehen.

Das sind homöopathische Anwendungsgebiete

Ein Aufguss der Blüten kurbelt die Entgiftung des Körpers an, wirkt schweißtreibend, fiebersenkend und schleimlösend. Damit ist die Wiesenprimel auch ein wirksames Heilkraut bei Erkältungen und Katarrhen der oberen Luftwege. Bei Reizhusten wirken zudem die schlaffördernden Eigenschaften wohltuend. Die Wurzel hemmt zudem aufgrund ihres hohen Anteils Salizylaten Entzündungen und ist damit bei Gicht und Arthritis von Nutzen. Zur Linderung von Hautproblemen ist diese Pflanze in Lotionen und Heilsalben enthalten.

Als Homöopathikum wird die echte Schlüsselblume überall dort verschrieben, wo Hitze mit im Spiel ist – sei es körperlicher oder seelischer Art. Es lindert brennende Hautbeschwerden und beruhigt ein aufgebrachtes Nervensystem. Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel, Tinnitus und Herzklopfen – all dies sind Einsatzgebiete der homöopathisch aufbereiteten Schlüsselblume.

Die Heilpflanze Schlüsselblume: Aufpassen bei Allergie und Überdosierung

Bei einer Primelallergie dürfen Sie die Schlüsselblume nicht anwenden. Das gilt auch für den Wurzelextrakt, obwohl sich eine Allergie bei Primeln meist über die Blätter überträgt. Durch Berührung der Häarchen auf den Blättern wird Primin auf die Haut übertragen und kann bei einer allergischen Reaktion einen Hautausschlag auslösen. Zudem können bei einer Überdosierung Magen-Darm-Beschwerden mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten. Wenden Sie die Blume maximal 4 Wochen lang an.

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Die Berührung der Blätter kann zu allergischen Reaktionen auf der Haut führen © DimaBerlin - Adobe Stock

Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Schlüsselblume

  • Saponine (vor allem die Primulasäure)
  • Flavonoide
  • Carotinoide
  • geringe Mengen ätherischen Öls
  • Enzyme
  • Zuckeralkohole

Der Wirkstoffgehalt der Wurzel liegt etwa sechsfach höher als der der Blüten. Zusätzlich enthält die Primelwurzel noch geringe Gerbstoffmengen und einige Zuckerverbindungen

In der Primelwurzel sind enthalten:

  • Triterpensaponine (in bis zu sechsfacher Konzentration im Vergleich zur Blüte)
  • Phenolgylkoside (Primulaverin)
  • seltene Zuckeralkohole

kleine Mengen an Gerbstoffen

Tipps zur Anwendung der Heilpflanze

Die Primeln können Sie entweder selbst zu einem Tee verarbeiten oder Sie besorgen sich die entsprechenden Arzneimittel in Form von Tropfen, Tinktur, Tabletten oder die Zutaten für den Tee in der Apotheke.

Schlüsselblumentee gegen negative Stimmung, Husten und Kopfweh: Übergießen Sie 1 bis 2 TL getrocknete Schlüsselblumenblüten oder 1 TL der getrockneten Wurzeln (Apotheke) mit einem Viertelliter kochendem Wasser, 10 Minuten ziehen lassen, nach Geschmack süßen und 2 bis 3 Tassen täglich trinken.

Die frischen Blüten des Himmelsschlüsselchens eignen sich auch zum Essen. Sie können sie im Frühjahr selbst aus Samen ziehen und im Herbst durch Teilung vermehren.

Die Herkunft der Schlüsselblume

Die Schlüsselblume (Primula veris) gehört zu der Familie der Primelgewächse (Primulaceae) und ist vor allem zwischen Europa und Zentralasien zu finden. Die Pflanze wird aufgrund ihrer Blütezeit von März bis Mai auch als Frühlingsbote bezeichnet und wächst meist auf Wiesen, unter lichten Gehölzen sowie auch am Waldrand.

Achtung: Die echte Schlüsselblume steht unter Naturschutz und darf daher nicht in Wäldern oder am Wegesrand eingesammelt werden! In einigen Regionen ist sie sogar vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet.

Die Schlüsselblume im heimischen Garten

Natürlich kann die Schlüsselblume auch in Ihrem Garten wachsen. Dabei sollten Sie zunächst einen geeigneten Standort finden. Die Pflanze mag es gerne sonnig, weshalb ein vollsonniger bis abendsonniger Standort perfekt ist. In sehr heißen Regionen empfiehlt sich auch ein halbschattiger Platz. Der Boden für die primula veris sollte sowohl nährstoff- als auch humusreich sein und einen hohen Kalkgehalt aufweisen. Ein optimaler Boden für diese Blume ist lehmig bis tonig.

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Schlüsselblumen können auch in Ihrem Garten wachsen © Kerstin - Adobe Stock

Sind diese Voraussetzungen gegeben, kann die Schlüsselblume gepflanzt werden. Dabei sollte beachtet werden, dass ein Abstand von zehn bis 25 Zentimetern eingehalten werden sollte und pro Quadratmeter nicht mehr als 16 Wiesenprimeln Platz haben. Für Gärtner ohne grünen Daumen bietet sich diese Blume besonders an, denn sie ist sehr pflegeleicht und braucht so gut wie keine Pflege, nicht mal Dünger.

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FAQ

Welche Namen hat die Schlüsselblume?

Die Schlüsselblume wird auch Wiesenprimel oder Himmelsschlüssel genannt. Außerdem unterscheidet man zwischen der echten Schlüsselblume und der hohen bzw. Waldschlüsselblume.

Wo wächst die Schlüsselblume?

In der freien Natur wächst die Schüsselblume meist auf Wiesen, an Wegesrändern und Böschungen oder unter lichten Gehölzen. Möchte man die Wiesenprimel im heimischen Garten anpflanzen, brauchen sie einen sonnigen bis abendsonnigen Platz sowie einen humus- und nährstoffarmen Boden, der zudem einen hohen Kalkgehalt aufweisen kann. Zudem sollte der Boden lehmig bis tonig sein.immun

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