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Lungenkrebs - Ursachen, Behandlung, Vorsorge und das Rauchen

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Die wichtigsten Fakten zum Lungenkrebs

Definition: Tumorbildung in der Lunge

Ursachen: Rauchen – Aber auch Nichtraucher erkranken an einigen Arten von Lungenkrebs

Symptome: treten spät auf – Kurzatmigkeit, Heiserkeit, Brustschmerzen, Gewichtsverlust, Schwellungen an Hals und Füßen, Blutiger Auswurf beim Husten

Behandlung: In Abhängigkeit von Tumorart Operation oder Bestrahlung, beziehungsweise Chemotherapie

Als Peter Lustig 2016 starb, hatte er nicht nur eine lange Fernsehkarriere hinter sich, sondern auch über 30 Jahre Kampf gegen den Lungenkrebs. 1984 wurde die Krankheit bei ihm festgestellt.

In insgesamt 32 Jahren hat Peter Lustig den Krebs sehr lange bekämpft, eine große Zeit davon mit nur einem Lungenflügel. Doch nicht jeder Patient lebt mit der Diagnose noch so lang. Jedes Jahr sterben weltweit eine Millionen Menschen an Lungenkrebs. Dabei handelt es sich um eine bösartige Zellentartung der Bronchien. Die Erkrankung wird auch als Bronchialkarzinom bezeichnet.

Definition: Was ist Lungenkrebs?

Lungenkrebs entsteht durch unkontrolliertes Wachstum abnormer und kranker Zellen in der Lunge.

In Deutschland erkranken nach Angaben des Statistischen Bundesamts jährlich über 30.000 Menschen. Davon sterben etwa 24.000, also 80 %. Das bedeutet, dass Lungenkrebs mehr Todesopfer fordert als mehrere andere Krebsarten zusammengenommen. Entdeckt man die Erkrankung allerdings zufällig in einem frühen Stadium, steigert sich die Überlebensrate von unter 10 % auf immerhin 47 %.

Welche Arten von Lungenkrebs gibt es?

Lungenkrebs kann in verschiedenen Formen auftreten und verschiedene Stadien durchlaufen. Die beiden häufigsten Formen des Lungenkrebses sind:

  • Kleinzelliges Karzinom: In 20 % der Fälle kommt es zu einem kleinzelligen Karzinom. Es breitet sich in der Regel sehr schnell aus. Wegen seiner Form nennt man es auch „Oat-cell-Karzinom” (Englisch oat = Hafer).
  • Nicht-kleinzellige Karzinome: Andere Arten von Lungenkrebs fasst man unter der Gruppe der nichtkleinzelligen Karzinome zusammen. Dazu gehören das Plattenepithelkarzinom, das Adenokarzinom und das großzellige Karzinom.

Das Plattenepithelkarzinom ist eine Art von Tumor oder Krebs, die von mehrlagigen Zellschichten, also beispielsweise Drüsengewebe oder Schleimhäuten ausgeht. Es ist die zweithäufigste Form von bösartigem Hauttumoren. Oft handelt es sich also um Hautkrebs auf der Hautoberfläche. Es gibt Plattenepithelkarzinome allerdings auch in der Mundhöhle, in der Speiseröhre, im Intimbereich oder eben in der Lunge.

Die Stadien von Lungenkrebs

Bei der Diagnosestellung verschiedener Karzinomtypen nimmt man insbesondere eine Klassifizierung bezüglich der Verbreitung des Karzinoms vor. Dies bezeichnet man als „Staging” (Stadieneinteilung). Ein Krebs im Anfangsstadium ist noch nicht weit entwickelt. Ein weit fortgeschrittener Lungenkrebs, der spezifische Symptome zeigt, führt in den meisten Fällen Tod des Patienten.

Zu Beginn einer Lungenkrebserkrankung ist der Tumor noch sehr klein und hat sich noch nicht durch Metastasen (Krebs-Absiedelungen) im Körper verbreitet. Wird der Krebs in diesem Stadium nicht bereits behandelt und besiegt, so kann er weiterwachsen. In diesem Fall kann er sich auf andere Organe ausbreiten und die Lymphknoten sowie Blutgefäße befallen.

Bleibt der Krebs weiter unerkannt oder es findet keine Behandlung statt, so können lediglich die auftretenden Symptome behandelt werden. Das Ziel der Therapie lautet hier den entstandenen Schaden zu begrenzen. Eine Heilung ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich. Je nach Art der Symptome beträgt die Überlebenswahrscheinlichkeit der Patienten der kommenden fünf Jahren nur 5 bis 10 %.

Ursachen und Risikofaktoren: Wie entsteht Lungenkrebs?

Lungenkrebs entsteht durch unkontrolliertes Wachstum abnormer und kranker Zellen in der Lunge. Diese Zellen breiten sich in andere Regionen der Lunge und des Körpers aus.

In den westlichen Industrieländern gilt der Lungenkrebs als die häufigste Todesursache durch Krebs bei Männern und Frauen gleichermaßen. Bislang war die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung bei Männern höher als bei Frauen. Es ist allerdings zu erwarten, dass die Todesrate für Frauen rapide ansteigen wird und sich derjenigen der Männer angleicht. Dies hängt damit zusammen, dass inzwischen deutlich mehr Frauen rauchen, als es noch vor 20 bis 30 Jahren der Fall war.

So tödlich und tückisch der Lungenkrebs ist: Anders als bei den meisten anderen Krebserkrankungen spielt das persönliche Verhalten bei der Erkrankungswahrscheinlichkeit eine wichtige Rolle. Der entscheidende Risikofaktor: Das Rauchen. Tabakrauch enthält nachweislich mehr als 70 krebserregende Stoffe und gilt nach wie vor als die Ursache Nummer 1 für eine Entstehung von Lungenkrebs. Dabei spielt das Alter keine wesentliche Rolle. 95 % der erkrankten Personen sind ehemalige oder aktive Raucher und in 85 bis 90 % der Fälle ist das Rauchen auch die Ursache des Krebses.

Der Lebensstil beeinflusst das Lungenkrebs-Risiko

Den Startschuss für diese Erkenntnis wurde 1964 gelegt. Damals erschien in den USA ein Report vom leitenden Arzt der amerikanischen Gesundheitsbehörde, der einen Zusammenhang zwischen dem Rauchen und der Erkrankung an Lungenkrebs eindeutig bestätigte. Daraufhin konnten diverse Wiederholungsstudien die Beweislage nicht kippen und selbst Untersuchungen von Zigarettenhersteller konnten keine gegensätzlichen Ergebnisse zutage fördern.

Schlimmer noch: Nicht nur das Rauchen selbst, sondern auch das passive Atmen des Tabakrauchs führt nachweislich zu erhöhten Formaldehyd- und Ammoniakwerten. Dies sind Stoffe, die karzinogen, also krebserregend wirken.

Zigaretten- und Zigarrenrauch verhindert zudem, dass der Körper die aufgenommenen Chemikalien von selbst wieder abbauen kann. Der Grund: Ebenfalls im Rauch enthalten, sorgt Teer dafür, dass sich auf den Schleimhäuten der Lunge und der Atemwege eine klebrige braune Schicht bildet. Diese Schicht bindet die beim Rauchen eingeatmeten Karzinogene an sich.

Hinweis
Rauchende Männer weisen eine 22-mal höhere Wahrscheinlichkeit für einen Lungenkrebs auf als solche, die nicht rauchen. Bei rauchenden Frauen fällt das Lungenkrebsrisiko 12-mal höher aus als bei Nichtraucherinnen.

Symptome: Was sind die ersten Anzeichen für Lungenkrebs?

Von den frühen 1970er Jahren bis heute ist die Einjahres-Überlebensrate bei Lungenkrebs von 32 auf 41 % angestiegen. Dennoch liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate immer noch bei nur 13 %. Ein Grund hierfür ist, dass Lungenkrebs sich mit wenigen Vorboten entwickelt und es keine eindeutig für Lungenkrebs sprechenden Symptome gibt.

In der Regel breitete sich Lungenkrebs vor der Diagnose bereits weit aus. Die Krankheit tritt meist bei Menschen ab dem 45. Lebensjahr auf. Das Frühstadium verläuft unter Umständen ohne Symptome.

Zu den typischen Anzeichen für eine Lungenkrebserkrankung gehören:

  • Kurzatmigkeit
  • Heiserkeit
  • Brustschmerzen
  • Gewichtsverlust
  • Schwellungen am Hals und an den Füßen
  • Blutiger Auswurf beim Husten

Diagnose: Wie wird Lungenkrebs erkannt?

Eine Lungenkrebs Diagnose wird zumeist durch eine Kombination verschiedener Verfahren erreicht. Bildgebende Verfahren wie Röntgenbilder oder eine Computertomographie geben Auskunft über Veränderungen des Lungengewebes sowie Größe und Lage.

Durch eine Bronchoskopie entnimmt der Arzt Gewebeproben aus den Bronchien, einem weitverzweigten Tunnelsystem in den Lungen. Die Proben werden anschließend einer geweblichen Untersuchung unterzogen. Darüber hinaus werden durch eine Blutuntersuchung Tumormarker festgestellt.

Lungenkrebs frühzeitig erkennen

Screening-Methoden wie Röntgenaufnahmen der Lunge können einen Lungenkrebs in der Vorsorge nachweisen, noch bevor Symptome auftreten. Trotz großer Bemühungen in der Medizin war bisher keine Maßnahme in der Lage, die Todesrate effektiv zu senken.

Entsprechend einer Untersuchung zur Vorsorge können sich Raucher einer jährlichen Lungen-Röntgenaufnahme unterziehen. Diese kann Veränderungen frühzeitig dokumentieren, um Lungenkrebs in einem frühen Anfangsstadium zu entdecken. Auch ohne vorab aufgetretene Symptome.

Auch eine Nachsorge ist sehr wichtig, denn teilweise kann es auch zu einer zweiten Lungenkrebs-Erkrankung kommen, besonders wenn die Patienten weiter rauchen.

Nichtraucher: Lungenkrebs wird später entdeckt

Lungenkrebs gilt als typische Rauchererkrankung. Rund 90 % aller Männer, die diese Krebsart entwickeln, sind oder waren Raucher. Bei den Frauen liegt der Wert bei 60 %. Der Rest der Erkrankten hat nie geraucht. Doch warum erkranken Nichtraucher an Lungenkrebs?

  • Die Nichtraucher leiden an einer Krebsart, bei der sich das Drüsengewebe der Lungen bösartig verändert.
  • Auch andere Faktoren können Lungenkarzinome auslösen, z. B. Radon und Asbest.

Ein weiterer gravierender Unterschied: Bei Nichtrauchern wird der Lungenkrebs deutlich später erkannt. In rund 60 % aller Fälle hat er an diesem Zeitpunkt bereits gestreut. Diese späte Diagnose verringert die Überlebenswahrscheinlichkeit deutlich.

Dennoch leben Nichtraucher nach der Diagnose fast doppelt so lange wie erkrankte Raucher, nämlich im Schnitt 51 Monate (4 Jahre, 3 Monate). Bei Rauchern sind es durchschnittlich nur 25 Monate (2 Jahre, 1 Monat). Die Gründe dafür sind noch nicht völlig klar. Forscher vermuten, dass es mit daran liegen könnte, dass die meisten Patienten auch nach der Diagnose Lungenkrebs weiter rauchen.

Behandlung: Kann man Lungenkrebs heilen?

Trotz seiner Lungenkrebs-Diagnose konnte Peter Lustig danach noch über 30 Jahre weiterleben. Als der Lungenkrebs bei ihm entdeckt wurde, war er Ende 40, 2016 starb er mit 78 Jahren. Auch wenn die Forschung Mitte der 80er Jahre noch nicht so weit fortgeschritten war, wie sie es heutzutage ist, konnte er sich durch eine Operation, Nachsorge sowie eine Umstellung seiner Lebensgewohnheiten (Rauchfreiheit, Ruhe und frische Seeluft) viele Lebensjahre erhalten.

Bei der Wahl der richtigen Behandlung bzw. Therapie sind vor allem die Art und das Stadium des Karzinoms ausschlaggebend. Der Gesundheitszustand des Patienten spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.

Chirurgische Behandlung bei Lungenkrebs

Um eine Operation kommt selbst heute, in einer Zeit von vielen nicht-invasiven Behandlungsmethoden, kaum noch jemand herum. Während eines chirurgischen Eingriffs entfernen die Ärzte das vom Bronchialkarzinom befallene Gewebe der Lunge. Bei der Pneumektomie wird ein Lungenflügel vollständig entfernt. Eine Lobektomie hingegen beinhaltet die Entfernung eines Lungenlappens, während die Bilobektomie die Entfernung zweier benachbarter Lungenlappen umfasst.

Strahlentherapie bei Lungenkrebs 

Diese Behandlungsweise richtet ionisierende Strahlung (Röntgen-, Gamma-, Neutronenstrahlen u. a.) auf das Krebsgewebe. Die Strahlung vernichtet Krebszellen und mindert oder verhütet ihre Verbreitung. Sie lindert darüber hinaus Schmerzen.

Chemotherapie bei Lungenkrebs 

Die Chemotherapie benutzt Medikamente zur Vernichtung von Krebszellen. Man bezeichnet sie als systemische Behandlung, da sie Krebszellen im gesamten Körper angreift. Die Chemotherapie ist vor allem für ihre Nebenwirkungen bekannt.

Auswahl der Behandlungsmethoden bei Lungenkrebs

Bei der Behandlung des kleinzelligen Karzinoms stützen sich die Ärzte vorwiegend auf Strahlen- und Chemotherapie. Bei dieser Art des Krebses stellt der chirurgische Eingriff in der Regel keine Behandlungsoption dar, da sich das kleinzellige Karzinom schnell über die Lunge hinaus ausbreitet. Für die nicht-kleinzelligen Karzinome ist der chirurgische Eingriff die bevorzugte Methode, abhängig vom Krankheitsstadium.

Die Überlebenschancen bei Lungenkrebs wachsen, wenn man das Krebsgewebe chirurgisch entfernen kann. Dabei ist die Entfernung eines gesamten Lungenflügels durchaus eine gute Option, insbesondere, da der Patient auch noch mit einer Lunge normal weiterleben kann. Die Atemleistung nimmt natürlich entsprechend ab, es ist jedoch keinesfalls so, dass diese nicht zum Überleben reichen würde.

Es sind allerdings nicht alle nicht-kleinzelligen Karzinome operabel. Um zu entscheiden, ob der Tumor ein Kandidat für einen chirurgischen Eingriff ist, berücksichtigt der Arzt den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten sowie die Art und Verbreitung der Krankheit. Sollte ein nicht-kleinzelliges Karzinom inoperabel sein, bieten sich immer noch die Möglichkeiten von Chemo- und Strahlentherapien.

Stetiger Fortschritt in der Lungenkrebs-Forschung

Auch wenn es in den letzten Jahren zu keinen spektakulären Durchbrüchen in der Therapie des Lungenkrebses kam, besteht ein stetiger Fortschritt in der Behandlung. Zum Beispiel konnte die Überlebensrate durch die effiziente Einbeziehung von chirurgischen Maßnahmen, Strahlen- und Chemotherapie konsequent gesteigert werden. Andere Entwicklungen sind:

  • Bildgebende Verfahren

Durch CT und MR entdeckt der Arzt auch einen millimetergroßen Tumor früher und lokalisiert ihn präzise. Das ermöglicht eine effizientere Therapie. Hierbei kann die Anwendung einer höheren Strahlendosis explizit auf das Tumorgewebe, ohne Schädigung des umliegenden Gewebes, eingesetzt werden.

  • Medikamentöse Therapie 

Vielversprechende neue Medikamente sind Paclitaxel und Vinorelbine. Dabei handelt es sich um Medikamente aus der Pflanze Immergrün, die sich zur Therapie eignen. Diese Medikamente zeigten sich bereits vielversprechend bei der Vorbeugung von Kopf- und Halstumoren.

  • Chirurgische Behandlung

Neue chirurgische Techniken, von denen einige weniger invasiv sind, erweitern das Repertoire chirurgischer Behandlungsmethoden bei Lungenkrebs. Andere Fortschritte beschleunigen die Heilung nach einer Operation und vereinfachen die Nachsorge.

Beta-Carotin-Zusatzpräparate zur Therapie

Beta-Carotin wurde über eine lange Zeit als Antioxidans auch gegen Lungenkrebs eingesetzt. Forschungsergebnisse aus Langzeitstudien lassen diese Erkenntnis jedoch auf wackeligen Füßen stehen. Im Vergleich mit Vitamin E sowie keiner Präparateinnahme zeigte sich bei Vitamin E Aufnahme zwar ein geringeres Prostatakrebs-Risiko, unter den Studienteilnehmern, die Beta-Carotin einnahmen, war jedoch die Lungenkrebsrate um 18 % höher als bei den anderen Probanden.

Lungenkrebs Vorsorge – Mit dem Rauchen aufhören

Rauchen ist der typische Auslöser für Lungenkrebs. Mit bis zu 90 % rauchenden Lungenkrebspatienten ist dieser Befund ziemlich eindeutig. Doch nicht jeder Raucher schafft es vom einen auf den anderen Tag, die Zigaretten an den Nagel zu hängen und gesund zu leben. In den letzten Jahren hat sich allerdings eine bemerkenswerte Alternative zum Rauchstopp aufgetan: Die elektronische (E-)Zigarette.

E-Zigarette vs. herkömmliche Zigaretten

Mit dem Aufkommen der E-Zigarette wurden parallel auch hoffnungsstarke Stimmen laut, diese könnte herkömmliche Zigaretten ersetzen und eine risikofreie oder -arme Alternative für Raucher bieten, die es nicht schaffen, mit dem Rauchen aufzuhören.

Tatsächlich gibt es bereits Hinweise darauf, dass Tabakrauch schädlichere Effekte mit sich bringt, als das „Dampfen” von E-Zigaretten. Nach wie vor ist es Firmen in Deutschland erlaubt, mit entsprechenden Werbebotschaften Raucher zu locken.

Dennoch ist auch das Rauchen von E-Zigaretten nicht unschädlich und sollte keinesfalls zum Anfangen verleiten. Ob es sich jedoch für aktive Raucher als Risikominderung gegen Lungenkrebs eignet, werden die Zeit und weitere Studien zeigen.

Verbrennen vs. Verdampfen – klassische Zigarette vs. E-Zigarette

Bei der klassischen Zigarette wird Tabak verbrannt und der Rauch inhaliert. Die Probleme ergeben sich dabei durch die im Rauch enthaltenen Stoffe, von denen einige eine Lungenkrebs-Bildung begünstigen. E-Zigaretten hingegen verbrennen keinen Tabak, sondern verdampfen eine Aromaflüssigkeit. Es entsteht ein Aerosol, das der Konsument einatmet. Somit ist die E-Zigarette strenggenommen sogar „rauchfrei”.

Auf die genauen Unterschiede zwischen beiden Varianten wollen wir in den folgenden Abschnitten näher eingehen.

Eigenschaften der klassischen Zigarette

In einer herkömmlichen Zigarette sind auf den ersten Blick nur Tabak und Papier vorhanden. Doch bei genauerer Betrachtung eröffnet sich ein ganzer Cocktail unterschiedlicher Substanzen. Folgende Stoffe sind weiterhin in einer Zigarette enthalten:

  • Zucker
  • Ammoniak
  • Feuchthaltemittel
  • Kleber

Diese Stoffe gelangen beim Abbrand in den Rauch beziehungsweise verbinden sich mit anderen Substanzen. Im Rauch selbst lassen sich folgende Substanzen nachweisen:

  • Blausäure
  • Benzol
  • Aceton
  • Naphtalin

Blausäure oder Cyanwasserstoff ist ein industrieller Schädlingsbekämpfer und Benzol bildet einen Teil von Autokraftstoff. Naphtalin, früher der Hauptbestandteil von Mottenkugeln, kann zudem auf der Haut zu einer Dermatitis führen.

Die E-Zigarette als Vorbeugung von Lungenkrebs?

Angesichts ausschließlich der Inhaltsstoffe, besteht zwischen regulären und E-Zigaretten ein großer Unterschied. Von den vielen gesundheitsschädlichen Substanzen enthalten E-Zigaretten nur wenige – zumindest nach den bisherigen Erkenntnissen.

Darüber hinaus ist speziell das Problem des Passivrauchens bei E-Zigaretten quasi nicht existent. Das Aerosol verflüchtigt sich deutlich schneller als Tabakrauch und enthält nicht dessen auch für Nichtrauchende gefährlichen Stoffe.

Prinzipiell besteht eine E-Zigarette aus drei Hauptkomponenten: dem Verdampfer, einem Akku und einem Liquid. Letzteres ist der eigentliche Verbrauchsstoff, welcher dem Verdampfer, einem elektrischen Heizgerät, zugeführt wird. Das flüssige Liquid wird verdampft und das entstehende Aerosol inhaliert.

Im Gegensatz zum Tabak, handelt es sich beim Liquid um eine Mischung verschiedener Stoffe wie:

  • Propylenglykol
  • Glycerin
  • Wasser
  • Aromen
  • Nikotin

Risiken von E-Zigaretten

Auch wenn der E-Zigarette viele Schadstoffe fehlen, bringen sie neue potenzielle Gefahren mit sich, die in zukünftigen Studien näher untersucht werden müssen. Dazu gehört insbesondere das zuvor erwähnte Propylenglykol. Dieses wird auch in Nebelmaschinen eingesetzt und sorgt bereits dort bei einigen Menschen für Augen- und Atemwegsreizungen. Diskonebel ist eine Person meist nur für eine überschaubare Zeit ausgesetzt. Wie sich Propylenglykol hingegen bei dauerhafter Aussetzung verhält, ist noch nicht umfassend erforscht.

Zudem ist auch der alte Bekannte Formaldehyd wieder mit von der Partie. Beim Verdampfungsvorgang entsteht die gedächtnisbeeinträchtigende und krebserregende Chemikalie und das in unterschiedlich hohen Mengen. 3ml Liquid setzen bei starker Erhitzung 14mg Formaldehyd um – je nach Marke soviel wie 100 bis 280 Zigaretten.

Nicht jeder schafft es, mit dem Rauchen aufzuhören. Im Gegenzug bieten E-Zigaretten ein ähnliches Erlebnis wie das klassische Rauchen, bei gleichzeitigem Verzicht auf viele Schadstoffe. Im Vergleich also zu weiterem Rauchen ist die E-Zigarette also in jedem Fall eine gute Alternative, allerdings darf sie nicht als eine risikofreie, geschweige denn gesunde Alternative zum Rauchen angesehen werden. Zudem ist das Risiko groß, dass E-Zigaretten sich als niedrige Einstiegsschwelle in das konventionelle Tabakrauchen etablieren.

Vorbeugung von Lungenkrebs durch Umwelteinflüsse

Ihr Körper nimmt seine Umwelt sehr sensibel wahr, auch wenn Ihnen das nicht bewusst ist. Wenn eine steigende Schadstoff-Belastung aus verschiedenen Quellen lange genug andauert, genügt manchmal der berühmte letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. In der Umweltmedizin spricht man deshalb von der Fasstheorie.

Eine große Belastung der Raumluft, die auch mit erhöhten Lungenkrebsrisiken einhergeht, geht von Schimmelpilzen aus. Ihre Sporen können eine echte Bedrohung für Ihre Gesundheit darstellen.

Fast jede fünfte Wohnung hat einen Feuchtigkeits- und somit meist auch einen Schimmelschaden – das ergab eine Studie der Universität Jena. Die Tendenz ist steigend, besonders, weil immer mehr Deutsche ihre Häuser und Wohnungen einer extremen Wärmedämmung unterziehen. Schimmelpilze werden durch Feuchtigkeit und schlechtes Lüften begünstigt. Richtiges Heizen und Lüften hingegen verhindert die Schimmelbildung.

So bekämpfen Sie Schimmelpilze in Ihrer Wohnung

Schimmelpilzbefall macht sich durch Stockflecken, abgelöste Tapeten oder Schimmelflecken bemerkbar. Ihre Nase spürt ihn an einem muffigen, erdigen Geruch, der durch die Pilze freigesetzt wird. Die Sporen der Schimmelpilze befinden sich in der Raumluft und können Sie krank machen.

  • Lüften Sie gründlich und regelmäßig.

Die Faustregel lautet „kurz, oft, intensiv”. Das bedeutet: Mehrmals täglich für drei Minuten die Fenster richtig öffnen und am besten eine Querlüftung erzeugen (sprich: mehrere Fenster öffnen, die einander gegenüberliegen). Dann geht Ihnen auch im Winter nicht allzu viel Heizenergie verloren. Dauerlüften durch Kippfenster sollten Sie vermeiden. Ständiges Lüften führt zur Auskühlung der Wände, dann droht wiederum Schimmelbefall.

  • Wenn Sie einen Raum für längere Zeit verlassen, sorgen Sie vorher ebenfalls für einen Luftaustausch. Sie sollten also einmal kräftig durchlüften.
  • Auch in der abgelegensten Ecke muss eine ausreichende Luftzirkulation gewährleistet sein. Möbelstücke, insbesondere wenn sie einen geschlossenen Sockel haben, müssen mit einem Abstand von mindestens acht Zentimetern zur Wand stehen.
  • Behindern Sie Ihre Heizkörper nicht durch Möbel, schwere Gardinen oder unsachgemäß angebrachte Heizkörperverkleidungen.
  • Halten Sie die Türen von unbeheizten Räumen geschlossen.
  • Stellen Sie in kalten Räumen nur Pflanzen auf, die wenig Gießwasser brauchen, denn dieses wird in kalten Räumen auch von der Luft aufgenommen.
  • Oberflächen mit Alkohol abzuwischen, mit „Schimmelentferner” einzusprühen oder mit „Anti-Schimmelfarbe” zu überstreichen, reicht meist nicht aus, um gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden. Die Bauschäden und die Feuchtigkeitsquellen als Ursachen müssen beseitigt werden.
  • Dampf, der beim Duschen oder Kochen entsteht, sollte gleich nach draußen gelangen oder sich über offene Türen in der gesamten Wohnung verteilen können.
  • Hängen Sie wenn möglich keine Wäsche zum Trocknen in der Wohnung auf (das erhöht die Luftfeuchtigkeit nur unnötig).
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Mit den Jahren schwindet unsere Fähigkeit, tief genug Luft zu holen. Das liegt daran, dass die Lungenfunktion als Teil des Alterungsprozesses nachlässt.