MenüMenü

Brustkrebs - Ursachen, Behandlung & Vorbeugung

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Die wichtigsten Informationen über Brustkrebs

Definition: gut- oder bösartige Tumor- beziehungsweise Zystenbildung im Brustgewebe des Menschen

Behandlung: Chemotherapie, Bestrahlung, Hormontherapie, immer seltener: Entfernung der Brust

Ausblick: Frauen, aber auch Männer mit Betroffenen in der Familie, sollten sich regelmäßig untersuchen lassen

Prognose: Je früher ein Brustkrebs erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen

Unter den vielen verschiedenen Krebsarten gilt der Brustkrebs in Deutschland als die häufigste Krebs-Erkrankung bei Frauen überhaupt. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts stellen Ärzte jedes Jahr bei etwa 46.000 Frauen in Deutschland eine entsprechende Diagnose. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 63 Jahren, dennoch sind etwa 17.000 der Frauen zum Diagnosezeitpunkt jünger als 60 Jahre.

Definition: Was ist Brustkrebs?

Bei Brustkrebs, oder Mammakarzinom, handelt es sich um eine gut- oder bösartige Tumor- beziehungsweise Zystenbildung im Brustgewebe des Menschen. Im Gewebe entstehen einige Millimeter bis wenige Zentimeter große „Knoten”, die auch ertastet werden können.

Der anatomische Aufbau der Brust. © Adobe Stock – Henrie

Funktion der weiblichen Brust

Die Milchdrüsen in Ihren Brüsten bezeichnet man als Drüsenläppchen (Lobulae). Sogenannte Milchgänge (Ductus) verbinden sie mit der Brustwarze. Stroma lautet der Name des Fett– und Bindegewebes, das Milchgänge und Drüsenläppchen, Blut- und Lymphgefäße umschließt.

Die Lymphe beschreibt eine Flüssigkeit, die Abfallprodukte des Zellstoffwechsels sowie körpereigene Abwehrzellen enthält. Lymphatische Gefäße transportieren Lymphe, so wie Blut durch Blutgefäße fließt. Die meisten lymphatischen Gefäße in der Brust führen zu den achselständigen Lymphknoten. Das sind Sammelstellen für die Immunzellen.

Die Arten von Brustkrebs

Es gibt verschiedene Arten von Brust-Tumoren, die sich in anderen Körper-Regionen ausbreiten:

  • infiltrierende (invasive) Milchgang-Karzinome (etwa 70 % aller Brustkrebs-Arten)

Der Krebs beginnt in einem Milchgang, bricht (invasiv) durch die Gefäßwand und nistet sich dann im Fettgewebe der Brust ein.

  • infiltrierendes lobuläres Karzinom (etwa 70 % aller Brustkrebs-Arten)

Auch dabei ist der Startpunkt die Milchdrüse, allerdings befindet sich der Krebs in den Läppchen im Drüsengewebe, dem Teil der Brust, der die Muttermilch bildet.

  • entzündliches Karzinom (eher selten)

Die Brust zeigt dabei Rötungen und eine merkliche Erwärmung. Außerdem zeigt die Haut Furchen und Quaddeln, beziehungsweise sieht gesprenkelt aus.

Was ist ein Mammakarzinom?

Wächst der Brustkrebs in den Milchgängen, handelt es sich um ein duktales Karzinom (ductus = Gang). Der viel seltenere Krebs am Ende eines Milchgangs oder in einem Drüsenläppchen ist das lobuläre Karzinom.

Beide können ein Carcinoma in situ sein (In-situ-Krebs = Krebs am Ort seiner Entstehung), d. h. es sind Tumore, die sich auf Milchdrüsen und -Gänge beschränken. In der Fachsprache heißen sie Carcinoma ductale in situ (CDIS) oder Carcinoma lobare in situ (CLIS).

Alle Brustkrebsarten können in andere Bereiche des Körpers streuen und Tochter-Geschwülste, sprich Metastasen bilden. Gerade beim entzündlichen Brustkrebs geschieht dies überdurchschnittlich schnell.

Ob, wann und bei welcher Frau dies geschieht, ist nicht vorhersagbar. Auch ob sich alle invasiven Karzinome aus In-situ-Karzinomen entwickeln, ist umstritten.

Wer kann Brustkrebs bekommen?

Grundsätzlich trägt jeder Mensch das Risiko mit sich, an Brustkrebs zu erkranken. Bei Frauen ist dieses Risiko allerdings überdurchschnittlich größer als bei Männern. Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass auch Männer an Brustkrebs erkranken können. In Deutschland registriert man jährlich 400 Neuerkrankungen. Dies entspricht bundesweit nur etwa 1 % aller Brustkrebs-Erkrankungen (Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg).

Brustkrebs auch bei Männern?

Im Allgemeinen tritt Brustkrebs bei Männern unter 60 Jahren selten auf. Männer, in deren Familien Brustkrebs häufiger auftritt, weisen aber ein höheres Risiko für diese Erkrankung auf. Zudem gibt es gerade in Afrika Regionen mit einer männlichen Betroffenheitsrate von bis zu 15 %.

Brustkrebs bei Männern wird in der Regel konsequenter mit einer Entfernung der Brust (Mastektomie) behandelt. Da die Brust-Erhaltung bei Männern oft keine entscheidende Rolle spielt, bringt diese Behandlung häufig die nachhaltigsten Heilungschancen mit sich. Abhängig von der Ausdehnung des Tumors, kommen auch Strahlen-, Hormon- oder Chemotherapie infrage.

Prinzipiell handelt es sich bei Brustkrebs um die gleiche Erkrankung, egal ob die Betroffenen Männer oder Frauen sind. Lediglich in der Gewebestruktur unterscheidet sich der männliche vom weiblichen Brustkrebs. Auch die Heilungsraten sind im Allgemeinen bei Männern und Frauen in vergleichbaren Stadien der Erkrankung gleich.

Dennoch liegt die Sterberate bei Männern deutlich höher. Dies liegt meist darin begründet, dass die Krankheit bei Männern oft nicht so früh erkannt wird wie bei Frauen. Bei ihnen muss erst das Bewusstsein geweckt werden, dass sie auch betroffen sein können.

Ursachen und Risikofaktoren für Brustkrebs

Es gibt einige Risikofaktoren, die bislang mit einem erhöhten Brustkrebs-Risiko in Verbindung standen. Dazu gehören:

  • frühere Brustkrebs-, Eierstockkrebs- oder Gebärmutterkrebserkrankungen,
  • Brustkrebserkrankungen in der Familie (bei zwei Verwandten 1. Grades (Großeltern, Eltern, Geschwister)
  • erste Schwangerschaft nach dem 30. Lebensjahr

Weitere Faktoren im Zusammenhang mit einer geringfügig erhöhten Gefahr sind bei weiblichen Patienten:

  • eine frühe erste Regelblutung (unter 12)
  • eine spät einsetzende Menopause (über 55)
  • deutliches Übergewicht (40 % über Normalgewicht)
  • keine Stillperiode nach der Schwangerschaft
  • eine Östrogen-Ersatztherapie über mehr als 15 Jahre

Erhöht sich das Brustkrebs-Risiko durch die Pille?

Ein Zusammenhang zwischen der Einnahme der Pille oder auch einer Hormon-Behandlung in den Wechseljahren sowie einem erhöhten Brustkrebs Risiko wird stark diskutiert. Zumindest ist bei ehemaligen Brustkrebspatientinnen eine Behandlung mit Östrogen ausgeschlossen.

Durchaus gibt es auch einige Studien, die zu dem Ergebnis gekommen sind, dass der Gebrauch von oralen Kontrazeptiva das Risiko für Brustkrebs vor der Menopause erhöht. Das gilt besonders für Frauen, die Tabletten zur Empfängnis-Verhütung einnahmen, bevor sie das erste Kind bekamen.

Darüber hinaus fanden Forscher heraus, dass das Brustkrebs-Risiko mit der Zeit abnimmt. 10 Jahre nach dem Absetzen der Pille besteht kein erhöhtes Risiko mehr. Auf der anderen Seite ist die Pille verbunden mit einem reduzierten Risiko für Eierstock- und Gebärmutterkrebs sowie einer verbesserten Knochendichte.

Erhöht Alkohol das Brustkrebs-Risiko?

Immer wieder heißt es, täglicher, zurückhaltender Rotwein-Genuss wirke sich günstig auf das Herz aus. Inzwischen mehren sich jedoch die Untersuchungen, die das Gegenteil aufzeigen.

Während bei weiblichen Patienten teilweise auch einzelne positive Gesundheitseffekte kleiner Mengen Alkohol entdeckt werden konnten, stellten sich ihnen parallel massive negative Auswirkungen entgegen. Dazu gehört auch ein erhöhtes Brustkrebs-Risiko. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, sparsam mit der Droge Alkohol umzugehen oder wenn möglich gänzlich auf den Konsum zu verzichten.

Möglicherweise trägt auch zu viel Kunstlicht zur Entstehung von Brustkrebs bei. Durch Hemmung der nächtlichen Produktion des Hormons Melatonin und einer dadurch verstärkten Östrogen-Bildung wird die Entstehung von Brustkrebs begünstigt. Blinde Frauen entwickeln durchschnittlich 60 % seltener Brustkrebs als sehende Frauen. Verglichen mit den Entwicklungsländern kommt Brustkrebs zudem im Westen fünfmal häufiger vor. Entsprechende Untersuchungen werden in Zukunft mehr Licht in diesen Zusammenhang bringen.

Warum erkranken immer mehr Frauen an Brustkrebs?

In aktuellen Statistiken zeigt sich, dass heutzutage durchschnittlich jede 11. – 12. Frau an einem Mammakarzinom erkrankt. Das ist viel höher als noch vor einigen Jahrzehnten. Was beunruhigend klingt, hat teilweise allerdings andere Gründe als erwartet:

  • Die Lebenserwartung liegt heute drastisch höher als früher – Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Frauen im Mittel 55 Jahre alt. Brustkrebs stellt man aber häufig erst nach dem 60. Lebensjahr fest.
  • Die meisten Formen von Brustkrebs wachsen langsam – daher bleiben viele kleine Mammakarzinome (Mikrokarzinome) ein ganzes Leben lang unbemerkt.
  • Durch ein ansteigendes Bewusstsein in der Öffentlichkeit haben immer mehr Frauen den Mut, sich auf Brustkrebs untersuchen zu lassen.

Frauen, die Mutationen in zwei Genen (Brustkrebs-Gen 1 und 2; BRCA 1 und 2) tragen, müssen mit einem 57 – 87 % höheren Brustkrebs-Risiko rechnen. Laut dem deutschen Krebsinformationsdienst führt man insgesamt etwa 5 – 10 % aller Brustkrebs-Erkrankungen auf geerbte Genveränderungen zurück.

Symptome: Wie erkennt man Brustkrebs?

Die ersten Symptome einer Krebserkrankung sind

  • schmerzlose Schwellungen oder Knötchen an der Brust oder in den Achselhöhlen
  • Veränderungen an den Brustwarzen
  • Hautauffälligkeiten
  • Schmerzen an der Brust oder den Brustwarzen
  • Ausfluss aus der Brustwarze

Brustkrebs lässt sich in der Regel ertasten.

Liegt ein duktales Karzinom vor, zeigen sich harte, manchmal höckerige Knoten oder auch nur eine Verfestigung des umliegenden Gewebes.

Bei einem lobulären Karzinom ist die Verfestigung manchmal nicht eindeutig spürbar. Sie kann auch eine rundlich-weiche oder eine röhrenförmige Struktur aufweisen.

Diagnose: Wie wird Brustkrebs diagnostiziert?

Üblicherweise kann Brustkrebs frühzeitig erkannt werden, wenn die Brüste regelmäßig auf Auffälligkeiten, sprich Knötchen untersucht werden.

Findet ein Arzt einen verdächtigen Knoten in der Brust, beginnt ein diagnostischer Prozess der Onkologie. Dabei bestimmt man, ob der Knoten eine bösartige Geschwulst darstellt und zu welcher Art von Brusttumor er gehört.

Diese Untersuchungen stellen die ersten Schritte in Richtung einer individuellen Krebs-Behandlung dar.

Dabei untersucht man folgende Faktoren:

  • Krebstyp – Die Hauptfrage ist, ob der Krebs nicht-invasiv (in situ) ist. Diese Krebszellen breiten sich nicht aus. Darüber hinaus kann der Arzt dem Tumor einen Grad zuweisen, der Aussehen und Aggressivität der Krebszellen beschreibt.
  • Stadium des Tumors – Tests zur Zuordnung des Krebs-Stadiums dienen der Bestimmung von Größe und Lokalisation des Tumors. Sie zeigen ferner, ob die Tumorzellen bereits Lymphknoten oder andere Organe befallen haben.
  • zusätzliche Indikatoren – Zwei weibliche Hormone, Östrogen und Progesteron, beeinflussen das Wachstum der Brusttumore bei Frauen. Ein Standardtest überprüft das Vorkommen von Hormon-Rezeptoren auf den Krebszellen, die eine Bindung von Östrogen oder Progesteron erlauben und das Wachstum der Krebszellen fördern können.

Dies kann zum einen manuell durch Abtasten geschehen, aber auch unter anderem radiologisch bei einem professionellen Mammografie Screening. Dabei wird die Brust geröntgt. Insbesondere das Mammografie Screening ist gleichzeitig auch eine der wirkungsvollsten Vorsorge-Optionen der Patienten. Zur Früherkennung ist die Mammografie unverzichtbar.

Darüber hinaus existieren auch verschiedene Tests, die eine sehr unterschiedliche Treffgenauigkeit liefern. Bei der Diagnose von Brustkrebs spielen insbesondere die Klassifikation und Einstufung des Krebses eine entscheidende Rolle. 

Brustkrebs: Die Bedeutung der TNM-Klassifikation

Jede Frau mit Brustkrebs sollte sich die Klassifikation ihres Tumors vom Arzt oder der Ärztin genau erklären lassen. Dies ist besonders bedeutend, wenn sie sich eine Zweit- und Drittmeinung anderer Ärzte einholen möchte.

Ein umfassendes Wissen um die TNM-Klassifikation und ein möglichst genauer histologischer (feingeweblicher) Befund, kann da sehr hilfreich sein. Denn dieses Wissen dient unter anderem der ersten Vorplanung einer Operation.

Die Brustkrebs-Klassifikation besteht aus den drei Buchstaben TNM. Diese stehen für:

  • T– Wie groß ist der Tumor?
  • NNodulus = Knoten – Sind umliegende Lymphknoten befallen und wenn ja in welchem Ausmaß?
  • M– Wurden Metastasen gefunden?

Weitere Ziffern nach den Buchstaben bezeichnen die Größe des Tumors bzw. die Anzahl der „positiven” (befallenen) Lymphknoten.

Jenseits der Klassifikation des Brustkrebses gibt es zudem eine Einteilung in verschiedenen Tumorstadien. Diese reichen von Stufe 0 bis Stufe IV. Je höher die Stufe, desto größer ist der Tumor, beziehungsweise desto weiter hat sich der Tumor ausgebreitet.

In welchen Stadien verläuft Brustkrebs?

Die Entwicklung einer Krebserkrankung der Brust verläuft in fünf Stadien, begonnen bei Stadium 0. Damit bezeichnet man ein Karzinom im Vorstadium, welches weder Lymphknoten befallen noch Metastasen gebildet hat.

Ist der Krebs gewachsen und maximal 2 cm groß, dann spricht man von einem infiltrierenden Karzinom. Auch in diesem Stadium 1 sind die Lymphknoten gesund. Es gibt keine Fernmetastasen. Schreitet die Größe des Karzinoms voran (2-5 cm), werden in Stadium 2 langsam die Lymphknoten befallen. Sobald dieser Befall fortgeschritten ist (Stadium 3), dehnt sich der Tumor auch auf die Brustwand oder Haut aus.

Ab dem Entwicklungsstadium 4 sind Fernmetastasen, im ganzen Körper verteilt, vorhanden.

Brustkrebs Diagnose durch Bluttest

Es existieren auch Bluttests, die Gene identifizieren sollen, die auf Brustkrebs hindeuten. Der Wert dieser Tests ist jedoch umstritten, da sowohl falsch-negative als auch falsch-positive Ergebnisse möglich sind. Das bedeutet, dass man damit die einen Menschen unnötig beunruhigt und andere in falscher Sicherheit wiegt. Lediglich Frauen mit familiärer Vorbelastung – und damit einem erblichen Risiko – sollten daher einen genetischen Test in Erwägung ziehen.

Auch sonst sind neue Brustkrebs Test häufig mit Vorsicht zu genießen und sollten nur in Absprache mit einem Arzt durchgeführt werden. Oft liefern sie nur ein Mosaiksteinchen im Gesamtbild und sorgen für mehr Fragen als vor dem Test bereits existierten.

Leberflecken können in Zukunft mithelfen, darüber Auskunft zu geben, wie hoch das Risiko ist, an Brustkrebs zu erkranken. Forscher erkannten, dass sowohl die Bildung von Leberflecken als auch die Entstehung von Brustkrebs von den gleichen Hormonen beeinflusst wird.

Therapie: Wie Brustkrebs behandelt?

Bestrahlung von Brustkrebs

Um das Risiko eines sogenannten Lokalrezidivs, also eines erneuten Tumor-Wachstums an derselben Stelle, zu verringern, wird nach dem chirurgischen Eingriff in aller Regel (außer in ganz frühen Tumor-Stadien) eine ergänzende Strahlen-Behandlung durchgeführt.

Die Strahlen-Mengen werden heute so gewählt, dass es nicht mehr zu größeren Nebenwirkungen an Haut und umgebenden Organen kommt. Eine Tumorbildung durch die Strahlentherapie selbst ist ausgeschlossen.

Im Gegenteil: Zahlreiche Studien zeigen, dass ohne Nachbestrahlung Rückfälle in der Brust wesentlich häufiger sind als bei bestrahlten Patientinnen.

Auch wenn ein Primär-Tumor so weit fortgeschritten ist, dass eine Operation sinnlos wäre oder nicht durchführbar ist, kommt eine Strahlentherapie als Hauptbehandlung infrage. Sie dient dazu, den Tumor zu verkleinern, die Schmerzen zu lindern, das Wachstum zu hemmen und Metastasen einzudämmen.

Chemotherapie bei Brustkrebs

Auch die klassische Chemotherapie ist noch immer eine vielgewählte Behandlungsmethode, da sie nicht nur das Risiko eines Rückfalls senkt, sondern auch das Tumorwachstum verlangsamt. Doch nicht jeder Patient benötigt eine Chemotherapie. Insbesondere bei hormonunabhängig und schnell wachsenden Tumoren ist eine Chemotherapie angeraten.

Chemotherapien mit Zytostatika (Zellteilungs-Hemmer) werden bei Brustkrebs häufig per Infusion verabreicht, greifen sich schnell teilende Zellen an und zerstören sie. Das wirkt effektiv gegen Tumorzellen, stört aber auch andere, sich schnell teilenden Zellen wie Haarwurzelzellen und Schleimhautzellen. Dadurch kommt es zu den typischen Nebenwirkungen, darunter Haarausfall und Schleimhautschäden. Diese verschwinden allerdings größtenteils nach der Rehabilitation von der Behandlung wieder.

Bedeutet Brustkrebs immer eine komplette Entfernung der Brust?

Noch vor wenigen Jahrzehnten bestand die Standard-Therapie für jede Art von lokalem, invasivem Brustkrebs in einer radikalen Mastektomie. Dabei entfernten die Ärzte die gesamte Brust zusammen mit vielen Lymphknoten – und unter Umständen Haut und Muskeln.

Neue Studien zeigen, dass gerade bei Patienten aus Hochrisiko-Gruppen die prophylaktische Mastektomie (Entfernung einer gesunden Brust zur Verhütung von Krebs) das Risiko der Entstehung eines Brustkrebses um 90 % senkt.

Das bedeutet aber nicht, dass eine Mastektomie immer angestrebt wird. Vielen Frauen ist eine Erhaltung ihrer Brust sehr wichtig, um sich ein persönliches Gefühl von Weiblichkeit zu bewahren.

Abhilfe schafft in diesem Zusammenhang zweifellos eine Brustplastik aus Silikon. Erste Brustimplantate, auch Mamma-Prothesen genannt, kamen im Jahr 1963 zum Einsatz. Heute existieren unterschiedliche Sorten von Einlagen aus verschiedenen Materialien, wobei Silikon noch immer als die beste und naturgetreuste Lösung gilt. Durch einen Schnitt, entweder in der vorhandenen Narbe oder unterhalb der Brustwarze platziert der Chirurg das Implantat auf oder unter dem Brustmuskel.

Schwierigkeiten mit Silikon-Einlagen

In den vergangenen Jahren berichteten die Medien viel über ernsthafte Nebenwirkungen und Schwierigkeiten mit Silikon-Einlagen. Viele Einwände wurden zurückgewiesen, aber wegdiskutieren lassen sich die Probleme nicht.

Als häufigste Komplikation gilt die Kapselfibrose, die bei den bisher gebräuchlichen glattwandigen Implantaten in 15 – 75 % der Fälle auftritt und Nachoperationen erfordert. Bei den neueren Einlagen mit angerauter Außenhaut sank die Häufigkeit von Kapselfibrosen auf 2 – 10 %.

Ein weiteres Problem der Silikon-Prothesen: Wenn das Implantat reißt, läuft das Silikongel aus und dringt in das umgebende Brustgewebe ein. Zwar hält die umhüllende Bindegewebs-Kapsel den größten Teil der Silikon-Partikel fest. Nichtsdestotrotz können kleinere Mengen bis zu den Lymphknoten vordringen oder in das umgebende Unterhaut-Fettgewebe einsickern. Die Folgen sind schmerzhafte Reizungen.

Abgesehen von psychischen und Prothesen-bedingten Auswirkungen, birgt die brustkrebsbedingte Entfernung von Lymphknoten allerdings immer auch weitere Risiken, darunter zum Beispiel ein Lymphödem. Zudem gibt es auch bei einer Mastektomie keine Garantie dafür, dass sich nachfolgend nicht auch im verbleibenden Brustgewebe ein Krebs bildet.

Daher gibt es heute zahlreiche Methoden der Behandlung, die genau darauf abzielen, nach der Heilung auch die Brusterhaltung im Blick zu behalten.

Osteoporose-Medikament wirkt bei Brustkrebs

Fast 30 Jahre lang spielte der Wirkstoff Tamoxifen für bestimmte Frauen eine Hauptrolle bei der Prävention und Therapie von Brustkrebs, insbesondere bei Frauen nach den Wechseljahren.

Eine neuere Studie zeigt aber, dass ein ähnlicher Wirkstoff (Raloxifen), der bislang für die Behandlung der Osteoporose zugelassen war, genauso wirksam für die Brustkrebs-Prävention bei postmenopausalen Frauen mit hohem Erkrankungs-Risiko ist. Gleichzeitig scheint Raloxifen weniger schwere Nebenwirkungen aufzuweisen, ist jedoch weniger wirksam bei der Risiko-Verminderung für nicht-invasiven Brustkrebs.

Der Hauptnachteil von Tamoxifen besteht in den möglichen Nebenwirkungen. Dazu gehören:

  • ein größeres Risiko für die Entstehung von Blutgerinnseln in Hauptvenen oder Lungen
  • ein gesteigertes Risiko für die Bildung von Katarakten (Linsentrübung)
  • Gebärmutter-Problemen, einschließlich Gebärmutterkrebs.

In dieser Hinsicht erweist sich Raloxifen als überlegen. Es besticht durch:

  • ein 30% niedrigeres Risiko für Blutgerinnsel,
  • ein 14% geringeres Risiko für Katarakte
  • ein leicht vermindertes Risiko für Gebärmutterkrebs.

Darüber hinaus kommt es bei Raloxifen seltener zu nicht-krebsartigen Problemen der Gebärmutter, sodass man diese nur halb so oft bei Raloxifen-Patienten operativ entfernen muss. Aber auch viele alternative Behandlungsmethoden, unter anderem mit dem Präparat Herceptin und verschiedenen interdisziplinären Therapie-Optionen zeigen gute Behandlungserfolge.

Hormone bremsen Tumor-Wachstum

Die Brustdrüse ist ein hormonabhängiges Organ; Entwicklung, Wachstum, Funktion und schließlich Rückbildung werden von Östrogenen und Gestagenen gesteuert. Es hat sich herausgestellt, dass Östrogene auch das Wachstum der Tumor-Zellen stimulieren können. Daher kann auch eine Blockade von Östrogen zu einer Bekämpfung des Krebses beitragen.

Dies betrifft vor allem Frauen nach den Wechseljahren. Deshalb werden Hormon-Therapien in 1. Linie bei Patientinnen über 50 Jahren durchgeführt. Es gibt verschiedene Substanzen, die den Östrogen-Spiegel senken können, sodass diese Hormone ihre fördernde Wirkung auf das Tumorwachstum nicht mehr entfalten können. Dazu gehören:

  • Anti-Östrogene
  • Gestagene (sollen das Tumor-Wachstum direkt hemmen)
  • Aromatase-Hemmer (sollen die Östrogen-Bildung im Tumor und anderen Körpergeweben (Nebennieren, Fettgewebe) verhindern)

Die Nebenwirkungen solcher Hormon-Behandlungen gleichen starken Wechseljahrs-Beschwerden. Sie sind damit deutlich geringer als die einer Chemotherapie. Deshalb lassen sich Hormon-Behandlungen über längere Zeiträume durchführen.

Brustkrebs Prognose: Brustkrebs heilbar oder immer tödlich?

In der Regel hat Brustkrebs trotz der hohen Sterblichkeitsrate im Vergleich zu anderen Krebsarten eine überdurchschnittlich gute Prognose. Das heißt, die Chancen auf eine Heilung sind bei rechtzeitiger Erkennung gut. Die hohen Zahlen entstehen unter anderem durch die größere Menge an betroffenen Patienten. Trotzdem gibt es auch Arten von Brustkrebs, die so bösartig sind, dass eine Heilungschance nicht besteht. Dann muss versucht werden, den Krebs weitestgehend unter Kontrolle zu bringen.

Zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr ist Brustkrebs die häufigste Todesursache bei Frauen. In diesem Zusammenhang, aber auch, weil bei immer jüngeren Patientinnen Brustkrebs diagnostiziert wird, stellt die Krankheit für viele Frauen eine große Angst dar.

Dennoch gilt heute mehr denn je, dass eine Behandlung von früh erkanntem Brustkrebs gut erforscht und erfolgsversprechend ist. Die typische Amputation, oder Mastektomie, vor der sich viele Frauen fürchten, ist dabei gerade bei jungen Frauen oft überhaupt nicht notwendig. Die Behandlung bietet ihnen stattdessen in den meisten Fällen die Möglichkeit, ihre Brust zu erhalten und nach der Behandlung noch ein langes Leben zu führen.

Und trotzdem scheuen viele Frauen noch immer eine Untersuchung zur Früherkennung. Obwohl gilt: Je früher der Brustkrebs erkannt wird, desto einfacher funktioniert eine brusterhaltende Operation.

Brustkrebs vorbeugen: Mit gesunder Ernährung gegen den Krebs

Eine gesunde Ernährung kann das Risiko für Brustkrebs senken, so wie dies auch für jede andere Krebsart gilt. Eine gesunde Ernährung ist der Schlüssel hierfür. Das bedeutet, dass Sie gerade auf Zucker und Alkohol möglichst verzichten und umso mehr frisches Gemüse und Obst essen sollten.

Auch ausreichend Bewegung wirkt sich positiv auf das Brustkrebs-Risiko aus, genauso wie der Abbau von Übergewicht.

Viele Ärzte empfehlen darüber hinaus, auf eine Hormon-Therapie in den Wechseljahren – soweit irgend möglich – zu verzichten. Denn diese erhöht sowohl das Risiko für Herzinfarkte als auch für Brustkrebs-Erkrankungen. 

Ballaststoffe und Sport senken das Krebs-Risiko

Dass Ballaststoffe einen guten Schutz vor Darmkrebs bieten, ist allseits bekannt, aber auch gegen Brustkrebs können sie hilfreich sein. Mehr als 30 g Ballaststoffe täglich können für ein um 50 % reduziertes Erkrankungsrisiko sorgen – dies lassen einzelne Studien vermuten. Um auf die 30 g Ballaststoffe zu kommen, sollten Sie am besten auf Vollkorn-Produkte setzen und täglich fünf Portionen Obst und Gemüse sowie eine Portion Müsli essen.

Die Forscher vermuten, dass die Ballaststoffe einen positiven Einfluss auf den Hormon-Haushalt von Frauen – und vor allem auf den Östrogen-Spiegel – haben.

Und auch Sport in angemessenem Maß senkt das Brustkrebs-Risiko von Frauen nach den Wechseljahren um 20 %.

Informationen und Austausch für Betroffene und Angehörige

Das brisante Thema Brustkrebs veranlasst Verbände und Initiativen, gemeinsam den Kampf gegen den Krebs aufzunehmen. So arbeiten für das Kooperations-Projekt „Aktion: Bewusstsein für Brustkrebs“ einige Verbände zusammen:

  • Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
  • Deutsche Krebshilfe e.V.
  • Krebsforschungszentrum / Krebsinformationsdienst
  • Frauenselbsthilfe nach Krebs
  • Dachverband der Frauengesundheitszentren
Nach oben
Über den Autor
Redaktionsteam Gesundheitswissen

Profitieren Sie von der Expertise unserer jeweiligen Experten und erhalten Sie detaillierte Informationen zu Ihrem Lieblingsthema.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter vom Redaktionsteam Gesundheitswissen. Herausgeber: FID Verlag GmbH. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz
Brustkrebs Redaktionsteam Gesundheitswissen Lymphödem: Erhöhtes Risiko nach Lymphknoten-Entfernung

Nach einer Brustkrebs-OP mit Lymphknoten- Entfernung kommt es oft zu einem Lymphödem. So können Sie vorbeugen; das ist im Ernstfall zu tun:

Brustkrebs Redaktionsteam Gesundheitswissen Lymphödem nach Brustkrebsoperation

Brustkrebspatienten nach Operation laufen i. d. R. Risiko ein Lymphödem am Arm zu erleiden. Erfahren Sie hier mehr darüber im Detail.