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Die 10 häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft

Die 10 häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft können das Wohlempfinden beeinträchtigen, verschwinden meist aber von alleine wieder.

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Eine Schwangerschaft ist ein Grund zur Freude und die meisten Frauen genießen die neun Monate mit ihrem Kind im Bauch sehr. Doch nicht alle Schwangeren können sich der Schwangerschaft entspannt hingeben, viele leiden unter den Veränderungen ihres Körpers und den Beschwerden, die eine Schwangerschaft mit sich bringen kann.

Während die meisten unproblematisch sind und mit dem Ende der Schwangerschaft automatisch wieder aufhören, gibt es jedoch auch einige Beschwerden, die sich noch über die Geburt hinausziehen können. Bei manchen Beschwerden sollte außerdem auch schon während der Schwangerschaft ein Frauenarzt zurate gezogen werden, um sicherzugehen, dass keine Gefahr für Mutter und Kind besteht.

Die 10 häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft

Übelkeit und Erbrechen

Viele Frauen leiden in den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft unter Übelkeit und Erbrechen. Die genauen Gründe dafür können nicht immer eindeutig bestimmt werden, vielmehr geht man von einer Kombination von Faktoren aus:

  • stoffwechselbedingt
  • hormonell bedingt
  • genetisch bedingt

So könnten die Übelkeit und die Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel einen konkreten Grund haben, nämlich: Der Schutz des Babys vor gesundheitsgefährdenden Stoffen. Dazu zählen:

  • Alkohol
  • Kaffee
  • Nikotin

Doch auch Eier, Fleisch oder Fisch können Abneigungen und Übelkeit auslösen. Auf ihnen siedeln sich schnell Bakterien an, die ebenfalls die Gesundheit des Babys gefährden könnten. Im Gegensatz zu dem Ausdruck “Morgenübelkeit” tritt bei den betroffenen Frauen die Übelkeit nicht nur am Morgen auf. Sie kann den ganzen Tag und auch über Wochen anhalten und führt nicht selten zu Erbrechen.

  • 8 von 10 Frauen ist in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft schlecht
  • 4 von 10 Frauen müssen sich tatsächlich erbrechen

Mit dem Ende des ersten Schwangerschaftstrimesters verschwindet die Übelkeit in der Regel, da die größte Umstellung des Körpers zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen ist. Sie kann aber auch in seltenen Fällen über die gesamte Schwangerschaft andauern und belastet die betroffenen Frauen stark. Bei regelmäßigem oder langanhaltendem Erbrechen sollten Schwangere Rücksprache mit ihrem Arzt halten. Schließlich kann die Nährstoffversorgung des Babys gefährdet sein, wenn die Mutter nichts im Körper behält.

Müdigkeit

Schlappheit. Müdigkeit und Erschöpfung sind wohl die häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden in den ersten drei Monaten. Durch die körperliche Umstellung fühlen sich viele Frauen müde und klagen über fehlende Antriebslosigkeit und Müdigkeit. Der Grund dafür ist, dass der Körper viel Energie dafür aufbringen muss, sich zu verändern. Die Plazenta baut sich auf, der Blutdruck ist häufig etwas zu niedrig und der gesamte Stoffwechsel stellt sich darauf ein, nun zwei Lebewesen zu versorgen.

Für einige Frauen ist es auch die psychische Umstellung, die zu Müdigkeit und Energielosigkeit führt. Schließlich bedeutet eine Schwangerschaft eine große Veränderung, die auch mental verarbeitet werden will.

Schmerzende Brüste

Durch die erhöhte Hormonproduktion des Körpers, ist die Brust in der Schwangerschaft besonders empfindlich. Die Brüste ziehen, spannen und reagieren empfindlich auf Berührungen. Schon im frühen Stadium einer Schwangerschaft können diese Beschwerden auftreten und eines der ersten Anzeichen für eine Empfängnis sein.

Schließlich beginnt die Umstellung der Hormone im Körper mit dem ersten Tag der Befruchtung. Mit dem Verlauf der Schwangerschaft wachsen die Brüste bei vielen Frauen und bereiten sich darauf vor, Milch zu produzieren. Viele Frauen empfinden ihren Busen in der Schwangerschaft als attraktiv – er ist üppig, rund und sehr weiblich.

Wassereinlagerungen und Krampfadern

Zu störenden Schwangerschaftsbeschwerden gehören auch Wassereinlagerungen und Krampfadern. Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft zeigen sich häufig den Füßen und Beinen. Sie können dadurch entstehen, dass die Gebärmutter Druck auf die großen Beckenvenen ausübt. Durch die Hormonumstellung des Körpers sind zudem die Gefäße geweitet, was Wassereinlagerungen zusätzlich begünstigen kann. Auch die Arme und die Hände können davon betroffen sein.

Für Frauen sind diese Wassereinlagen nicht gefährlich, aber dennoch unangenehm. Die Schuhe passen nicht mehr richtig, die Hände sind dick und man fühlt sich wie ein Elefant. Besonders wenn das letzte Schwangerschaftsdrittel in den Sommer fällt, treten Wassereinlagerungen besonders häufig auf. Gegen diese Ödeme hilft es weder weniger zu trinken noch weniger Salz zu sich zu nehmen.

Nur durch das Hochlagern der Beine und die Nachtruhe können die Wassereinlagerungen verschwinden. Sich regelmäßig kalt abzuduschen, hilft ebenfalls. Falls die Ödeme dauerhaft vorkommen oder die Hände taub sind, kann das auf eine Schwangerschaftsvergiftung hinweisen. In diesem Fall muss ein Arzt zurate gezogen werden.

Neben Wassereinlagerungen entstehen bei vier von zehn Frauen Krampfadern, die sehr unangenehm sein können. Sie entstehen durch gestautes Blut und erweiterte Gefäße. Juckreiz, ein taubes Gefühl in der Haut oder Wadenkrämpfe können die Krampfadern begleiten, doch nicht alle Frauen spüren diese tatsächlich. Insbesondere der kosmetische Anblick der erweiterten blauen Venen stört viele Frauen, doch es gibt auch gute Nachrichten: Drei bis vier Monate nach der Geburt bilden sich die Krampfadern wieder zurück, zumindest bei den meisten Frauen.

Kompressionsstrümpfe können gegen die Entstehung von Krampfadern helfen – wie auch bei den Wassereinlagerungen hilft auch das Hochlegen der Beine. Wechselduschen (kaltes und warmes Wasser immer im Wechsel) fördern zudem die Durchblutung, leichte sportliche Betätigung ist ebenfalls hilfreich. Lösen die Krampfadern starke Schmerzen oder ein heißes, brennendes Gefühl in den Beinen aus, sollten Frauen zum Arzt gehen. Dabei kann es sich um eine Venenentzündung handeln, die ärztlich behandelt werden muss.

Sodbrennen und Blähungen

Viele Frauen leiden in der Schwangerschaft unter Sodbrennen, da die Gebärmutter auf den Magen drückt. Die Magensäure kann dadurch in die Speiseröhre fließen, was brennt und sehr unangenehm ist. Besonders durch fettiges, süßes oder stark gewürztes Essen kann das Sodbrennen entstehen. Kaffee kann es ebenfalls auslösen. Um nicht nachts im Liegen unter Sodbrennen zu leiden, sollten Schwangere drei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr essen. Den Oberkörper leicht erhöht zu legen hilft zusätzlich dabei, dass die Magensäure nicht in die Speiseröhre fließt.

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Blähungen können eine weitere Reaktion des Magen-Darm-Traktes auf die Schwangerschaft sein. Diese sind unangenehm und zum Teil auch schmerzhaft. Der Grund für die Flatulenzen ist, dass das Schwangerschaftshormon Progesteron die Muskulatur entspannt – auch die Darmmuskulatur. Weiterhin verdrängt die immer größer werdende Gebärmutter den Darm, was ebenfalls Blähungen auslösen kann. Durch langsames Essen, Bewegung, viel trinken (kohlensäurearme Getränke) und den Verzicht auf Hülsenfrüchte, können die Blähungen reduziert werden.

Blasenschwäche

In der Schwangerschaft müssen die meisten Frauen öfter auf die Toilette als sonst. Die Gebärmutter drückt auf die Blase, was den häufigeren Harndrang auslöst. Auch die hormonelle Umstellung mit Schwangerschaftshormon kann den Harndrang beeinflussen, da der Schließmuskel der Blase dieser Umstellung unterliegt. Sieben von zehn Frauen klagen zudem im letzten Drittel der Schwangerschaft darüber, gelegentlich etwas Urin zu verlieren, zum Beispiel beim Lachen, Niesen oder Husten. Besonders wenn Frauen bereits ein Kind geboren haben, passiert das öfter.

Bei manchen Frauen hält die Blasenschwäche auch nach der Geburt noch an. Der Grund dafür ist, dass während der Geburt der Beckenboden stark beansprucht wird, was zu Problemen beim Einhalten von Urin führen kann. Mit dem entsprechenden Beckenbodentraining kann sowohl vor und während, als auch nach einer Schwangerschaft dieser wieder gestärkt werden. Ein starker Beckenboden ist das Geheimnis einer starken Blase und schon im Geburtsvorbereitungskurs wird den Frauen meist gezeigt, wie sie diesen aktiv trainieren können.

Kurzatmigkeit

Während der Schwangerschaft weitet sich der Brustkorb, damit die werdende Mutter besser atmen kann. Diese veränderte Atmung nehmen einige schwangere Frauen als unangenehm wahr. Sie haben das Gefühl, dass sie schneller außer Atem sind und das Atmen für sie anstrengender geworden ist. Weiterhin drückt die wachsende Gebärmutter auf das Zwerchfell, was die Atmung zusätzlich erschweren kann. Kurzatmigkeit und auch Atemnot können die Folge sein.

Auf die Sauerstoffversorgung des Ungeborenen hat diese Kurzatmigkeit keinen Einfluss und die Symptome legen sich nach der Geburt automatisch wieder. Der behandelnde Frauenarzt kann Schwangeren gegebenenfalls Atemübungen zeigen, mit denen sie das Ein- und Ausatmen bewusster wahrnehmen können. So lässt sich die unangenehme Kurzatmigkeit besser aushalten.

Hitzewallungen

Schweißausbrüche und ein übersteigertes Hitzeempfinden sind ebenfalls typische Schwangerschaftsbeschwerden. Sie treten besonders im ersten Drittel der Schwangerschaft auf, was an den erweiterten Blutgefäßen und dem beschleunigten Stoffwechsel liegt. Kleidung im “Zwiebellook” hilft dabei, die Hitzewallungen besser aushalten zu können. Konkrete Auslöser für ein gesteigertes Hitzeempfinden können auch bestimmte Lebensmittel sein:

  • Scharfe Speisen
  • Starker Kaffee
  • Schwarzer Tee

Rückenschmerzen

Je größer das Baby wird, desto stärker drückt es auf den unteren Rücken. Die Lendenwirbelsäule und das Kreuzbein sind dabei besonders von den Schmerzen betroffen und das meist im letzten Drittel der Schwangerschaft. Bei manchen Frauen strahlen die Schmerzen sogar in die Beine aus. Der veränderte Gang durch den runden Bauch wirkt sich zusätzlich negativ auf den Rücken aus – viele schwangere Frauen gehen und stehen im Hohlkreuz, um das Gewicht des Bauchs auszugleichen. Bei Rückenschmerzen helfen bzw. verschaffen Linderung:

  • Liegen
  • Wärmflaschen
  • Massagen

Wer regelmäßig Sport treibt, senkt die Wahrscheinlichkeit für Rückenschmerzen. Sportarten, die für Schwangere gut geeignet sind, sind:

  • Schwimmen
  • Wassergymnastik
  • Yoga
  • Spazierengehen
  • spezielle Schwangerschaftsgymnastik mit gezielten Übungen, die sowohl den Beckenboden als auch die Rückenmuskulatur stärken

Wenn die Schmerzen besonders schlimm sind, können auch sogenannte Schwangerschaftsmieder oder ein Beckengurt Abhilfe schaffen, die den Bauch stützen. Physiotherapie oder Osteopathie können ebenfalls die Schmerzen lindern.

Schwangerschaftsstreifen

Wenn der Bauch wächst, dehnt sich die Haut. Dies kann zu Schwangerschaftsstreifen führen, die an verschiedenen Körperstellen auftreten können:

  • Bauch
  • Hüften
  • Brüste

Die Streifen sind bläulich-rot und verblassen nach der Geburt etwas – bilden sich aber nie wieder vollständig zurück. Während manche Frauen kaum oder gar keine Streifen bekommen, leiden andere unter besonders vielen Streifen, zum Teil über den gesamten Bauch verteilt. Bei manchen Frauen führt die Bildung der Schwangerschaftsstreifen zu Juckreiz, einem leicht tauben Gefühl der Haut oder einem Brennen.

Die Streifen entstehen unter anderem durch Hormone, die die Struktur der Haut verändern. Weiterhin geht man von einer genetischen Veranlagung von Schwangerschaftsstreifen aus. Wenn die Frau recht schnell besonders viel zunimmt, steigt das Risiko für Schwangerschaftsstreifen – ebenso bei einem hohen Geburtsgewicht des Kindes.

Eine hundertprozentige Möglichkeit, Schwangerschaftsstreifen zu vermeiden, gibt es nicht. Der Körper kann aber unterstützt und die Haut auf die Dehnung vorbereitet werden. Öle oder spezielle Cremes, die regelmäßig in die Haut einmassiert werden, können das Auftreten von Schwangerschaftsstreifen eindämmen – eine Garantie dafür gibt es aber nicht. Besonders effektiv haben sich Produkte mit Mandelöl oder Hyaluronsäure bewährt, dabei ist jedoch nicht ganz klar, ob es tatsächlich das Produkt ist, das der Haut gut tut oder die Massage. Die Massage sollte sanft durchgeführt werden, da ein zu starker Druck auf den Bauch nicht gut ist.

Mit Urvertrauen und einem guten Arzt durch die 40 Wochen der Schwangerschaft

Diese Schwangerschaftsbeschwerden können während einer Schwangerschaft auftreten, müssen es aber nicht. Manchen Frauen geht es über neun Monate blendend, während andere viele der Beschwerden gehäuft bei sich wahrnehmen. Jede Frau ist anders und besonders für Frauen, die mit ihrem ersten Kind schwanger sind, sind all diese körperlichen Prozesse und Umstellungen eine ganz neue Erfahrung. Sich darauf vorzubereiten ist nur schwer möglich – ein guter Frauenarzt sollte aber stets mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Wer Vertrauen in sich und seinen Körper hat, wird die meisten Schwangerschaftsbeschwerden gut meistern können. Die meisten Frauen ertragen die kleinen Wehwechen auch gerne, da sie wissen, was sie am Ende der neun Monate erwartet. Für ihr kleines Wunder nehmen sie gerne einige Beschwerden in Kauf und stecken selber zurück, damit es dem Kind in ihrem Bauch gut geht.

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