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Ayurveda Tagesroutine (Dinacharya) – Im Einklang mit den Rhythmen der Natur

Von der morgendlichen Reinigung über das Essen bis hin zu den verschiedenen Dosha-Zeiten: Erfahren Sie hier mehr zur ayurvedischen Tagesroutine. (Foto: Big blue | Adobe Stock)

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Inhaltsverzeichnis

Mit der Ayurveda Tagesroutine werden Sie Meister Ihres Tages

Im Laufe des Tages herrschen unterschiedliche Stimmungen, Energien, Verdauungsaktivitäten und optimale Zeiten für bestimmte Tätigkeiten. Sie hängen eng zusammen mit den Doshas, den drei Grundtemperamenten in der indischen Gesundheitslehre. So herrscht im Wechsel von vier Stunden ein anderes Dosha vor.

Wenn Sie sich im Einklang mit diesen Temperamente durch den Tag bewegen, nutzen Sie optimal die Zeit. Sie wollen nicht krampfhaft zur feurigen Pitta-Zeit ruhen oder zur entspannenden Kapha-Zeit Bäume herausreißen. Wenn Sie im Fluss mit der natürlichen Tagesstruktur Ihr Leben gestalten, werden Sie zum Meister Ihres Tages.

Denn das heißt das Sanskrit-Wort der ayurvedischen Tagesroutine auf Deutsch: Archarya bedeutet Meister und Dina der Tag.  

Die Dosha-Zyklen während des Tages

Von 2 Uhr bis 6 Uhr morgens herrscht Vata-Energie. Deshalb betrachtet man im Ayurveda die Zeit zwischen 4 und 6 Uhr als ideal für Meditation. Der Geist ist offen, das Bewusstsein weitErkenntnisse und Klarheit können leichter als sonst gewonnen werden.  

Auch Aufstehen fällt zur Vata-Zeit, also spätestens kurz vor 6 Uhrleichter als in der darauf folgenden KaphaPhase von 6 bis 10 UhrIn dieser Zeit kleben wir fast schon am Bettlaken fest und es fällt uns schwer, aufzustehenWir werden immer träger. Aus ayurvedischer Sicht ist es natürlicher, früh ins Bett zu gehen und morgens entsprechend früh den Tag zu beginnen.  

Von 10 bis 14 Uhr ist Pitta-Zeit – Es steht das höchste Maß an Verdauungsfeuer am Tag zur Verfügung – Zeit für die Hauptmahlzeit des Tages. Von 14 bis 18 Uhr herrscht Vata-Energie, von 18-22 Uhr kommen wir in der Kapha-Zeit zur Ruhe und von 22 bis 2 Uhr herrscht noch einmal Pitta. Deshalb schläft es sich am besten um 22 Uhr ein, bevor Sie ab 22 Uhr noch einmal aufdrehen, wenn die Feuerkraft von Pitta in der Luft liegt   

Ayurveda Tagesroutine: Die morgendliche Reinigung

Nach Ausscheidung der Abfallstoffe, die der Körper über Nacht gebildet hat, über die Nieren und den Darm, folgt die morgendliche Reinigungsroutine: Sie findet vor dem Frühstück statt, um nicht Abfallprodukte, die sich über Nacht im Mundraum angesammelt haben, mitzuessen.  

1. Zungenreinigung– die Beläge entfernen

Sie können sich einen metallenem Zungenschaber zulegen, um den Zungenbelag zu entfernen. Das muss aber nicht sein. Alternativ genügt ein Esslöffel. Halten Sie den Löffel quer und mit dem Rand nach unten gerichtet.

Beginnen Sie so weit hinten wie möglich und gehen Sie sieben Mal mit sanftem Druck über die Zunge. Spülen Sie den Löffel jedes Mal vor der nächsten Reinigung ab.  

Das sind die Vorteile der Zungenreinigung

  • Die Zunge wird von dem Belag befreit 
  • Die Abfall- und Giftstoffe, die der Körper über Nacht abgesondert hat, werden beim Essen nicht wieder in den Körper aufgenommen. 
  • Der Geschmackssinn wird verbessert. 
  • Die Verdauung wird angeregt.  

Die Farbe des Belags gibt Ihnen Auskunft, welches Dosha am meisten überschüssig ist: Ein weißer Belag spricht für Kapha, ein gelblicher für Pitta und ein schwärzlicher für Vata.

Wenn Sie gar keinen Belag habe, herzlichen Glückwunsch! Dann ist Ihr System gerade ziemlich ausgeglichen.  

2. Ölziehen (Gandusha) – Entgiften und das Zahnfleisch stärken  

Ölziehen dient der Entschlackung von fettlöslichen Stoffwechselprodukten über die Mundschleimhaut und zieht Giftstoffe aus dem MundraumDas morgendliche Ritual nährt das Zahnfleisch und soll vor Karies schützen.

 Sie können es zeitgleich mit der Selbstmassage durchführen: 

  • Nehmen Sie einen Esslöffel Bio Sesamöl in den Mund. 
  • Bewegen Sie das Öl 10 bis 20 Minuten lang gründlich hin und her und pressen Sie es dabei auch zwischen den Zähnen hindurch. 
  • Danach spucken Sie das Öl und die nun darin gelösten Schlackenstoffe in ein Küchentuch und werfen es in den Restmüll. Nicht herunterschlucken! Und nicht ins Waschbecken spucken, da es die Rohre verstopfen kann.  
  • Spülen Sie anschließend den Mund aus und putzen Sie sich die Zähne.

3. Die ayurvedische Nasenspülung und Nasenölung

Neti Nasenspülung – Die ayurverdische Reinigung und Befeuchtung der Nasenschleimhaut

Die Nasenspülung befeuchtet und durchspült die Nasengänge. Das ist besonders im Winter von Bedeutung. Denn die Abwehrkräfte der Nasenschleimhaut werden durch die trockene Luft in den Innenräumen und die kältebedingte mangelnde Durchblutung im Freien geschwächt. Die Nasenspülung spült außerdem Umweltgifte und Pollen heraus 

So führen Sie eine ayurvedische Nasenspülung durch

  • Für die Nasenspülung stellen Sie eine Mischung aus einem Gramm Stein- oder Himalayasalz und 100 ml frisch abgekochtem, auf lauwarm abgekühltem Wasser her (1%-ige Salz-Lösung).  
  • Geben Sie die Lösung in ein Nasenspülkännchen, einen neti pot (sieht aus wie eine kleine Teekanne), halten Sie den Kopf etwas zur Seite geneigt und füllen Sie den Inhalt eines Kännchens in ein Nasenloch.  
  • Atmen Sie durch den Mund.  
  • Schnäuzen Sie sich und wiederholen Sie den Vorgang auf der anderen Seite. Die Nasenspülung löst auch überschüssigen Schleim und kann den Geruchssinn verbessern. 

Die Nasenschleimhaut ölen, nähren und schützen mit Nasya- oder Sesamöl

Um der Trockenheit der Nasenschleimhäute zusätzlich mit einem Öl entgegenzuwirken, können Sie frühestens eine Stunde nach der Nasenspülung oder unabhängig davon drei bis fünf Tropfen Nasya-Öl (10 ml, ca. 8 Euro) mit der Pipette in die Nasenlöcher geben. Nehmen Sie dazu Ihren Kopf zurück.

Alternativ können Sie etwas Bio Sesamöl mit dem kleinen Finger in die Nasengänge geben und sanft einmassieren. In klimatisierten Räumen wie im Flugzeug oder Hotel und an manchen Arbeitsplätzen wird vor allem das Ölen der Nase empfohlen, auch außerhalb der morgendlichen Routine. 

4. Die ayurvedische Selbstmassage – Giftstoffeausleiten und das Körpergewebe nähren

Eine Ganzkörper-Ölmassage am Morgen ist ein besonderer Genuss und ein Geschenk für Haut und Seele. Die Anleitung, wie Sie eine Selbstmassage mit Öl durchführen, finden Sie in unserem Artikel über Ayurvedische Massagen.

Nach der Ölmassage geht es unter die Dusche. Als Kapha-Typ können Sie sich auch ohne Öl mit Garshan-Wildseidenhandschuhen massieren. 

Essen im Einklang mit der Dosha-Zeit und dem Verdauungsfeuer

Die optimale Zeit, zu frühstücken, ist aus ayurvedischer Sicht zwischen 7 und 9 Uhr. Für Vata-Typen eignen sich z.B. warmer Getreidebrei. Pitta könnte Brot mit zuckerfreier Marmelade oder Ahornsirup oder nur rohes, süßes Obst frühstücken. Kapha-Typen frühstücken gar nichts oder z.B. Reiswaffeln mit Honig oder auch rohes Obst 

Zwischen 10 und 14 Uhr folgt die wichtigste Mahlzeit. Das Abendbrot sollte gegen 19 Uhr beendet sein. Abends keine Rohkost, um nächtliche Gärprozesse zu vermeiden! Spätestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen sollten Sie nichts mehr essen.  

Die Aktivitäten in der ayurvedischen Tagesroutine

Nach frühem Aufstehen, den Reinigungsritualen und einem leichten Frühstück ist in der Kapha-Zeit bis 10 Uhr eine Tätigkeit sinnvoll, in der Sie Ruhe, Gelassenheit und Geduld benötigen. Hektik und Aktivität passen nicht. Vom Geist her sind Sie klar, Ihr Handeln und Reden sind bodenständig, fürsorglich und gut überlegt.  

In der Pitta-Zeit von 10-14 Uhr gibt es nicht nur die dickste Mahlzeit. Sie haben auch Power, um entschlossen zu handeln, sich durchzusetzen und Ihr Organisations- und Führungstalent zum Einsatz zu bringen. Vorsicht Aggressionsgefahr!  

In der Vata-Phase von 14 bis 18 Uhr kommen Ihnen die besten Ideen. Sie finden spontan Lösungen und sind gerne zu Gesprächen bereit. Zu viel des Guten (an Vata) spüren Sie an Nervosität, innerer Unruhe und Konzentrationsschwäche.  

Schlafen in der ayurvedischen Tagesroutine

Da um 22 Uhr nochmal Pitta (Feuer) erwacht, geht es am besten spätestens 22.30 Uhr ins Bett. Pitta beschert sonst noch einmal Appetit und hat Lust auf Aktivitäten, was unnötig wach hält. Wenn Sie dagegen früh schlafen, steht Ihnen die Pitta-Kraft innen zur Verfügung und kann zur Zellreinigung und Regeneration verwendet werden.  

Wenn Sie sich noch etwas Gutes vor dem Schlafengehen tun wollen, kommen ein Kräutertee, ein Ölbad oder eine Fußmassage mit Sesamöl in Frage. Auch Meditation oder ein Rückblick auf den Tag, ohne zu werten oder sich emotional noch einmal einzulassen, sind ideal vor dem Schlafengehen. 

Für den nächsten Morgen: Wählen Sie einen Wecker, der Sie angenehm und sanft weckt. Je früher, umso besser.  

Das war jetzt eine ganze Menge an heißen Tipps aus dem Fernen Osten. Wählen Sie zum Einstieg mindestens eine Maßnahme, z.B. das ZungeschabenÖlziehen oder die Nasenpflege am Morgen oder der Verzicht auf Rohkost am Abend, spätes Abendessen oder spätes Schlafengehen.

Testen Sie sich durch und finden Sie Ihren ganz persönlichen Weg, die Ayurveda, indische Gesundheitslehre für sich zu nutzen. 

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Über den Autor
Beate Helm Astrologie Expertin
Beate Helm

Beate Helm ist Chefredakteurin von "Heilen mit den Sternen – Ganzheitliche Gesundheit mit den Methoden der Astromedizin" bei unserem Verlag.

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