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Kuren im Ayurveda – zum Reinigen, Entgiften und Verjüngen

Erfahren Sie hier mehr zur Wirkung, Anwendung und Ziele der ayurvedischen Reinigungs- und Verjüngungskur. (Foto: Gennadiy Poznyakov | Adobe Stock)

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Inhaltsverzeichnis

Die Panchakarma-Kur ist die intensivste Methode, um den Körper zu entgiften und den Geist zu klären. Sie gleicht die Doshas aus und aktiviert die Selbstheilungskräfte.

Panchakarma – die Reinigungskur zum Entgiften und Entschlacken im Ayurveda

Die Panchakarma-Kur ist eine der umfangreicheren Ayurveda-Anwendungen und beinhaltet fünf verschiedene Maßnahmen zur inneren und äußeren Reinigung des Körpers.

Eine solche Kur hat wenig mit dem zu tun, was man sich in unseren Breiten unter „Wellness“ vorstellt. Natürlich dürfen auch hier Massagen mit warmem Öl und angenehme Dampfbäder nicht fehlen.  

Das sind die Ziele einer Panchakarma-Kur

  • Intensive Entgiftung und Entschlackung des Körpers  
  • Umstimmung des Stoffwechsels (ähnlich wie beim Fasten) 
  • Stärkung des Immunsystems 
  • Aktivierung der Selbstheilungskräfte 
  • Ausgleich der Doshas 
  • Loslassen negativer Denkmuster und Gefühle 

Eine Panchakarma-Kur muss von einem Ayurvedatherapeuten angeleitet und begleitet werden. Am intensivsten wirken stationäre Kuren. Aber auch eine ambulante Kur bei einem ayurvedischen Arzt oder Heilpraktiker ist möglich.  

Das sind die Anwendungsbereiche für eine Panchakarma-Kur

  • Ungleichgewicht Ihrer Doshas, z.B. durch falsche Ernährung, Stress, Schlafstörungen, seelische Belastungen, Umwelteinflüsse 
  • Abwehrschwäche, z.B. mit der Folge häufiger Erkältungen, chronischem Schnupfen, chronischer Nasenhöhlenentzündung 
  • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, z.B. rheumatoide Arthritis, Arthrose 
  • Verschleimung des Brustraums 
  • Störungen im Magen-Darm-Trakt, Gastritis, Magengeschwür, Colitis ulcerosa 
  • Migräne 
  • Diabetes 
  • Hauterkrankungen, z.B. Akne, Ekzeme, Schuppenflechte 
  • Pilzerkrankungen 
  • Chronische Erkrankungen (in Absprache mit dem Arzt) 
  • Wenn Sie gesund sind: beim Bedürfnis nach mehr Power und Vitalität und zur Stärkung Ihres Immunsystems 

Panchakarma heißt übersetzt die fünf Handlungen. Gemeint sind die fünf Ausleitungsverfahren des Ayurveda: 

Panchakarma-Kur – Die drei Phasen

1. Phase: Purvakarma – Die Vorbereitung 

In diesem ersten Schritt finden die Vorbereitungen vor der eigentlichen Reinigung statt: Zur Anregung des Stoffwechsels und der Verdauungskraft trinken die Kurteilnehmer morgens nüchtern flüssiges Ghee (geklärte Butter) zur Lösung von Giften und Schlackenstoffen.Durch ayurvedische Massagen mit mediziniertem, d.h. mit Kräutern angereichertem Öl werden die Schlacken in Richtung Verdauungstrakt befördert und ausgeschieden. Zur Anregung der Durchblutung und des Stoffwechsels machen die Kurteilnehmer Dampfbäder. Diese Schwitztherapie wird im Ayurveda Svedana genannt.  

Wenn eine Abneigung gegen Ghee auftritt und Haut und Stuhl weich und ölig sind, kann die Einnahme des Ghees beendet werden.  

2. Phase: Pradhanakarma – Die Reinigung

In der zweiten Phase findet die eigentliche Reinigung mithilfe der fünf Ausleitungsverfahren statt:  

  1. Vamana, das therapeutische Erbrechen, das durch eine pflanzliche Substanz ausgelöst wird und überschüssiges Kapha (Erde) ausleitet. 
  2. Virecana,das therapeutische, durch pflanzliche Mittel hervorgerufene Abführen zur Ausleitung von überschüssigem Pitta (Feuer) 
  3. Astapana Basti, ein flüssigerEinlauf arzneilicher Abkochungen zur Ausleitung von Vata (Luft) im Dickdarm 
  4. Anuvasana Basti, einnährender Einlauf mit arzneilichen Ölen zur Ausleitung von Vata im Dickdarm 
  5. Nasya, eineintranasale Behandlung, bei der in erster Linie Kapha über den Kopf ausgeleitet wird. Dazu werden Pulver und Öle in die Nase eingebracht. Vata erhält die flüssige Form, Pitta kühle Milch oder Buttermilch und Kapha inhaliert einen arzneilichen Rauch.  
Kapha-Typ Ayurveda Typen Charakter Eigenschaften Kapha-Dosha

Typen im Ayurveda: Das Kapha-DoshaErfahren Sie hier mehr zum Kapha-Dosha: Von der Bedeutung über Tipps zur Ernährung und Lebensweise bis hin zu Atem- und Yoga-Übungen für den Kapha-Typen. › mehr lesen

Eine sechste, wenn auch nicht klassische Form der Ausleitung stellt Raktamokshana, der Aderlass dar. Er wird z.B. bei Hautkrankheiten angewendet.

3. Phase: Paschatkarma– Nachbehandlung und Wiederaufbau

Nach der intensiven Reinigungskur ist der Körper zwar „durchgefegt“, aber auch etwas geschwächt. Deshalb erhalten die Kurteilnehmer stärkende aryurvedische Medikamente (Rasayana), die Körper und Geist regenerieren und wieder aufbauen.

Empfohlen wird auch leichte Bewegung wie Spazierengehen und Yoga. Die leichte Kost wie in der Kur wird noch ein paar Tage fortgesetzt. 

Rasayana-Kur – die Verjüngungskur im Ayurveda

Im Ayurveda geht man von einer potenziellen Lebensspanne von 120 Jahren aus. Die tatsächliche Lebenszeit hängt von den Reserven in den Geweben, Organen und Leitungsbahnen ab. Maßgeblich dafür sind die Eltern, die Ernährung, die Seele, der feinstoffliche Körper (Aura) und wie die Schwangerschaft verlaufen ist.  

Stress, falsche Ernährung und ungesunde Lebensweise verringern die Reserven und die Lebensdauer des Menschen. Eine Rasayana-Kur wirkt dem entgegen. Ein guter Zeitpunkt ist nach einer Panchakarma-Kur, da der Körper besonders aufnahmefähig für die ayurvedischen Medikamente ist. 

Das sind die Ziele einer Rasayana-Kur:

  • Stärkung des Verdauungsfeuers und der Stoffwechselvorgänge  
  • Verbesserung der Drüsenfunktionen 
  • Sanfte Entfernung von Abfallprodukte 
  • Stärkung des Immunsystems 
  • Vermehrung der Körpergewebe 
  • Verbesserung der Funktionsfähigkeit des Gehirns 

Während der Kur sollte der Teilnehmer auf tierisches Eiweiß, Alkohol, Nikotin und Sex verzichten, nicht zu viel und nicht zu wenig essen und regelmäßig Yoga und Pranayama (Atemübungen) praktizieren. Dazu erhält er die stärkenden Rasayana-Medikamente.  

Eine Rasayana-Kur kann stationär und ambulant durchgeführt werden.  

Kuren sind in Indien kein Urlaub

Um mit dem Ayurveda chronische Krankheiten zu behandeln, empfiehlt sich in der Regel ein mehrwöchiger Kur-Aufenthalt in einer speziellen Klinik.

In Deutschland müssen Sie dabei mit Kosten zwischen 800 und 2.500 € pro Woche rechnen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten dafür nicht. Allerdings können Sie die Kosten der Kur als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. 

Wesentlich preiswerter sind Kurangebote in Indien oder Sri-Lanka. Auf keinen Fall sollten Sie jedoch mit der Vorstellung dorthin reisen, einen Urlaub mit gelegentlichen Wellness-Angeboten gebucht zu haben. Für Baden im Meer und Sightseeing bleibt in der Regel kaum Zeit, und die Therapie mit ihren strikten Ernährungs- und Verhaltensregeln ist für den europäischen Geschmack oft etwas „hart“. 

Wenn Sie sich jedoch ein wenig mit der indischen Denkweise und der Tradition des Ayurveda vertraut gemacht haben, spricht wenig gegen diese preiswerte Variante der Kur. Vielleicht machen Sie vorher einen Ayurveda-Kochkurs oder besuchen einen Yoga-Kurs. Dann wird der Aufenthalt in Indien mit Sicherheit ein Erfolg. 

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Über den Autor
Beate Helm Astrologie Expertin
Beate Helm

Beate Helm ist Chefredakteurin von "Heilen mit den Sternen – Ganzheitliche Gesundheit mit den Methoden der Astromedizin" bei unserem Verlag.

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