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Mit Atemtraining und Kaugummi gegen sauren Reflux

Atemtraining und das Kauen von Kaugummi haben gleich mehrere positive Effekte auf die Beschwerden der Reflux-Krankheit.

Dass ein einfaches Atemtraining den Säurerückfluss vermindern kann, zeigt eine Studie der Universität Graz/Österreich.

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Die Studienleiter gingen davon aus, dass das Zwerchfell eine wichtige Rolle beim Verschluss der Speiseröhre spielt, und ließen 19 Reflux-Patienten spezielle Atemübungen zur Kräftigung dieser Muskelplatte durchführen.

Vor Beginn der Studie und nach vierwöchigem, täglichem Training wurden sowohl die Säurebelastung in der Speiseröhre als auch der Verbrauch an Protonenpumpenhemmern erfasst.

Gegenüber einer Kontrollgruppe, die keine Zwerchfellatmung trainiert hatte, war die Säurekonzentration durch das Training um die Hälfte vermindert (pH kleiner als 4) und der Medikamentenverbrauch hatte deutlich abgenommen.

Falls Sie auch diesen Trainingseffekt nutzen möchten, sollten Sie die Zwerchfellatmung zunächst – so wie auch die Studienteilnehmer – sowohl im Sitzen als auch im Liegen unter fachkundiger Anleitung eines Physiotherapeuten erlernen.

Danach können Sie alleine zu Hause weitertrainieren.

Das Kauen von Kaugummi hat gleich mehrere positive Effekte auf die Beschwerden der Reflux-Krankheit. Durch das rhythmische Kauen des Gummis wird die Muskulatur der Speiseröhre dazu angeregt ihre wellenartige Bewegung (Peristaltik) zu verstärken.

Dadurch wird der Selbstreinigungsmecanismus aktiviert. Gleichzeitig verdünnt der durch das Kauen verstärkt gebildete Speichelfluss die in der Speiseröhre vorhandene Säure.

Kauen Sie also ruhig auch bei akuten Beschwerden langsam und genüsslich einen Kaugummi. Wählen Sie aber unbedingt eine zuckerfreie Sorte, um die Säurebildung nicht zu verstärken.

Fünf Tipps, die Ihnen gegen Sodbrennen helfen

Tipp 1: Setzen Sie auf kleine Mahlzeiten

Bevorzugen Sie statt drei großen Mahlzeiten lieber fünf bis sechs kleinere Portionen über den Tag verteilt. Essen Sie langsam und bewusst und kauen Sie jeden Bissen gründlich. Meiden Sie Wein oder andere alkoholische Getränke – ganz besonders abends vor dem Schlafen.

Tipp 2: Wählen Sie leicht bekömmliche Speisen

Ernähren Sie sich fettarm: Wählen Sie magere Brotbeläge wie Frischkäse, Käse (bis 45 % Fett i. Tr.), Hüttenkäse, Quark, gekochten Schinken und Putenbrust. Bevorzugen Sie die Zubereitungsarten Kochen, Dämpfen, Dünsten oder Schmoren. Verzichten Sie auf alles, was scharf gebraten oder frittiert ist.

Tipp 3: Vermeiden Sie alles, was Ihnen nicht bekommt

Spüren Sie die Lebensmittel auf, die bei Ihnen die Beschwerden auslösen. Schreiben Sie dazu auf, was Sie gegessen haben, wenn sich das Sodbrennen meldet. Häufige Auslöser der Beschwerden sind Hülsenfrüchte (z. B. Linsen, Bohnen), Kohlgemüse, Paprika, Gurkensalat und Zwiebeln. Getränke wie Fruchtsäfte, Kaffee, koffeinhaltige Erfrischungsgetränke, Mineralwässer mit viel Kohlensäure, Rotweine, säurereiche Weißweine und Spirituosen können Ihre Beschwerden verstärken.

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Tipp 4: Probieren Sie Hausmittel aus

Ein spezieller Magentee, aber auch Kamille- oder Fencheltee können Ihre Beschwerden lindern. Pfefferminze hingegen, auch in Form von Tee, kann Ihren Magen sogar zusätzlich reizen.

Tipp 5: Entspannen Sie sich

Vermeiden Sie Stress und Hektik. Legen Sie öfter mal eine Ruhepause ein. Vorsicht:  legen Sie sich nicht direkt nach einer Mahlzeit hin. Im Liegen fließt Ihr Mageninhalt besonders leicht in Ihre Speiseröhre zurück. Unternehmen Sie nach dem Essen lieber einen Spaziergang. Schlafen Sie möglichst mit hoch gelagertem Oberkörper.

Säureblockende Mittel gegen Reflux

Wenn Sie an Sodbrennen oder einem Magengeschwür leiden, bekommen Sie von Ihrem Arzt vermutlich ein Medikament verordnet, das die Ausschüttung von Magensäure hemmt.

Doch diese „Säureblocker“ können – wie der US-amerikanische Ärzte-Informationsdienst Medscape im Oktober 2005 berichtete – Ihr Risiko für eine Lungenentzündung erhöhen.

Das haben Mediziner der Universität Nijmegen in Holland anhand der Krankenunterlagen von über 360.000 Patienten herausgefunden. Ohne die Magen-Medikamente erkrankten statistisch pro Jahr sechs von 1.000 Personen an einer Lungenentzündung.

Mit Säureblockern liegt diese Rate bei 24 Infektionen. Keime aus dem Magen können leichter in die Atemwege gelangen, wenn die keimtötende Magensäure fehlt.

Besonders wenn Sie an Lungenerkrankungen wie Asthma oder einem chronischen Husten leiden, sollten Sie die Säureblocker so selten wie möglich verwenden. Fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie nicht auf die so genannte „On-Demand-Therapie“ umsteigen können.

Dabei nehmen Sie die Mittel nur dann, wenn Sie tatsächlich Beschwerden haben.

Diese Hausmittel halten die Säure in Schach

Mit diesen Hausmitteln bauen Sie die Säurebelastung bei der Reflux-Krankheit ab:

Kartoffelsaft wirkt stark basisch und bindet die Säure. Sie können den Saft (z. B. von Schoenenbergerâ oder Biottaâ) im Reformhaus fertig kaufen oder auch frisch aus rohen Kartoffeln pressen. Trinken Sie vor Ihren Mahlzeiten jeweils 150 ml davon.

Leinsamenschleim wirkt reizlindernd und schützend auf die Schleimhaut von Speiseröhre und Magen. Übergießen Sie 1 EL geschroteten Leinsamen mit 250 ml Wasser, und lassen Sie alles 30 Minuten kochen. Seihen Sie den Schleim ab, und trinken Sie ihn über den Tag verteilt.

Heilerdetrunk ist in der Lage Säure zu binden und wirkt gleichzeitig entzündungshemmend. Schwemmen Sie 1 TL Heilerde zur innerlichen Anwendung in einem Glas warmem Wasser auf, und trinken Sie die Mischung nach den Mahlzeiten in kleinen Schlucken.

Weißkohlsaft hat nicht nur eine basische Wirkung sondern lindert auch Reizungen der Schleimhäute. Für einen frischen Saft geben Sie einfach die gewaschenen und gerollten Kohlblätter in einen Entsafter. Alternativ können Sie Kohlsaft auch fertig im Reformhaus oder Bioladen kaufen.

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Beate Rossbach
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Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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