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Erkältung: Symptome mit Hausmitteln lindern

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Schnupfen, Husten, Halsschmerzen oder Gliederschmerzen: All diese Beschwerden sind lästige Anzeichen einer Erkältung. Die Symptome stellen für viele Erkrankten oft eine große Belastung dar. Aus diesem Grund sind die Betroffene oft auf der Suche nach wirkungsvollen Medikamenten.

In Apotheken und Drogerien stapeln sich die frei verkäuflichen Mittel gegen Erkältungen in den Regalen. Diese Mittel verkürzen die Erkältung nicht. Sie helfen jedoch, einige der Symptome  des grippalen Infektes zu lindern.

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Werden Sie zurzeit (oder wurden Sie bis vor Kurzem) mit Medikamenten behandelt, die das Immunsystem schwächen (hoch dosierte Kortikoide, Chemotherapie)?

Haben Sie sich in den letzten Monaten einer Röntgentherapie unterziehen müssen?

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Antihistaminika gegen Erkältungen: Wirkung, Einnahme und Nebenwirkungen

Eines der bekanntesten Mittel bei Erkältungen und grippalen Infekte ist Antihistaminika (z. B. Benadryl). Dieses vermindert den Schleimfluss der Nase. Am besten nimmt man das Antihistaminika direkt zu Beginn einer Erkältung ein.

Doch Vorsicht: Antihistaminika machen müde. Die Medikamente erschweren bei Patienten mit einer Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) das Urinieren. Außerdem sollte man sie nicht bei bestimmten Arten des grünen Stars (Glaukom) anwenden.

Abschwellende Mittel bei Erkältungen: Anwendung und Nebenwirkungen

Abschwellende Mittel (z. B. Nasivin®) lindern Schwellung und Verstopfung der Nase, indem sie die Blutgefäße der Nase verengen.

Achtung: Nasensprays sollte man nicht länger als drei bis vier Tage anwenden. Danach besteht sogar die Möglichkeit eines Rebound-Effektes, die Schwellung verschlimmert sich eventuell sogar. Die abschwellenden Mittel erhöhen den Blutdruck. Am besten vermeiden Sie ihren Gebrauch, wenn Sie an Herzerkrankungen oder hohem Blutdruck leiden oder Betablocker einnehmen.

Mittel gegen Husten: Arten und Kombinationspräparate

Es gibt zwei Typen von Hustenmittel:

  • Hustenblocker (Antitussiva) sind Produkte, die Codein, Dextromethorphan oder Derivate hiervon enthalten. Sie vermindern die Häufigkeit des Hustens bei Personen mit hartnäckigem, trockenen Husten.
  • Schleimlösende Mittel (Expektorantien) lösen den Schleim in den Atemwegen und erleichtern somit das Abhusten.

Kombinationen von Erkältungs- und Hustenmitteln

Diese Produkte lindern gleichzeitig mehrere Erkältungssymptome. Man nimmt sie nicht zusammen mit anderen frei verkäuflichen Medikamenten ein.

Im Allgemeinen empfiehlt es sich, Kombinationspräparate gegen Erkältungen zu meiden. Benutzen Sie stattdessen Einzelpräparate, wenn diese am besten wirken. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie verschiedene Erkältungsmittel kombinieren oder wenn Sie diese mit anderen verschreibungspflichtigen Medikamenten einnehmen.

Verschiedene Pillen und Kapseln - Nahaufnahme
© Andrey Kiselev - Fotolia

Schmerzmittel: Schwere Nebenwirkungen der NSAR

Kopf- und Gliederschmerzen, Husten, Schnupfen, Fieber – viele Menschen greifen bei einem solchen grippalen Infekt zu Schmerzmitteln. Denn diese wirken nicht nur gegen die Schmerzen, sondern auch gegen Fieber. Aber Achtung: Bei nichtsteroidalen Entzündungshemmern (NSAR) erhöhen Sie in so einem Fall Ihr Herzinfarktrisiko deutlich.

Zu der Gruppe dieser Medikamente gehören unter anderem Ibuprofen, Acetylsalicylsäure, Naproxen oder auch Diclofenac. Bekannt ist schon länger, dass diese Mittel nicht nur den Magen angreifen können, sondern auch das Herzinfarktrisiko steigern können. Wie stark, das ist abhängig vom jeweiligen Wirkstoff.

Hinzu kommt: Auch ein Atemwegsinfekt ist ein Risikofaktor für Ihr Herz. Aber was passiert, wenn diese beiden Risikofaktoren kombiniert werden?

NSAR erhöhen Infarktrisiko bei Infekt deutlich

Mit dieser Frage haben sich Forscher vom National Taiwan University Hospital befallt. Dazu wurden die Gesundheitsdaten von rund 10.000 Patienten ausgewertet, die alle aufgrund eines Herzinfarktes im Krankenhaus behandelt werden musste. Verglichen wurden dann diejenigen, die einen Herzinfarkt hatten und während eines Infekts die Schmerzmittel der NSAR-Gruppe genommen hatten mit den Infarktpatienten, bei denen weder das eine noch das andere zutreffend war.

Die Forscher fanden heraus: Ein grippaler Infekt in Kombination mit eingenommenen NSAR erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt um das 3,4-Fache. Werden die Medikamente während eines solchen Infekts intravenös eingenommen, ist es sogar um das Siebenfache erhöht.

Bei den Patienten, die nur erkältet waren, war das Herzinfarktrisiko um das 2,7-Fache gestiegen. Wer NSAR einnahm, ohne dass ein Infekt vorlag, hatte ein um das 1,5-Fache erhöhte Risiko für einen Herzinfarkt.

Andere Wirkstoffe sind noch nicht erforscht

Leider ist vielen Ärzten nicht bewusst, welches Risiko die NSAR-Einnahme während eines Atemwegsinfekts mit sich bringt und dass sie sich so gravierend auf das Herzinfarktrisiko auswirkt. Sie sollten, wenn Sie unter einem solchen Infekt leiden, besser auf NSAR verzichten.

Bisher können die Forscher auch die Frage nicht beantworten, ob andere Schmerzmittel, die nicht dieser Gruppe angehören, sicherer sind. Denn die Studie hat sich im ersten Schritt nur auf diese Schmerzmittel bezogen, da es die typischen Medikamente sind, die dann „mal eben schnell“ genommen werden. Andere Wirkstoffe wie Paracetamol wurden in die Auswertung nicht mit einbezogen. Daher können die Forscher über dieses Mittel keine Auskunft geben.

Was die Forscher auch irritierte: Ein Herzinfarkt entsteht, weil ein Blutgerinnsel sich bildet, durch den Körper wandert und dann ein Blutgefäß in Herznähe verstopft. Das Herz wird in diesem Fall von der Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen abgeschnitten. Schnelles Handeln ist dann angesagt, damit das Herzmuskelgewebe nicht abstirbt.

Um ein solches Blutgerinnsel zu verhindern, wird vielen Menschen, die zur Gerinnselbildung neigen, Acetylsalicylsäure verschrieben. Sie senkt also eigentlich das Infarktrisiko. Warum diese Wirkung bei einem grippalen Infekt nicht vorhanden ist, muss ebenfalls noch genauer untersucht werden.

Inhalation: Arten, Ausführung und Vorteile

In der kalten Jahreszeit durchbrechen Viren leichter die natürlichen Abwehrsysteme des Körpers und setzen sich in Nase und Rachen fest. Alternativ oder ergänzend zu Medikamenten verschaffen Sie sich mit Inhalationen Erleichterung.

Kennen Sie noch das gute alte Kamillenkopfdampfbad gegen Husten, Schnupfen, Heiserkeit? Inhalationen haben eine lange Tradition. Die moderne Medizin entwickelte inzwischen Alternativen zum Kopfdampfbad und die dafür notwendigen Hilfsmittel. Der Hauptträger bei Inhalationen ist Wasser. Diesem mischt man Medikamente, ätherische Öle, getrocknete Heilpflanzen oder Salze bei.

Das Wasser muss man für Inhalationen zu feinen Tropfen aufbereiten, die mit dem Einatem in die Atemwege gelangen. Als Dampf (warm oder heiß) inhalieren Sie zu Mikro-Tropfen kondensiertes Wasser. Mit Luft aufgewirbeltes und in feine kleine Tröpfchen zerstäubtes Wasser bezeichnet man als Aerosol.

Bei der Ultraschallverneblung, die vor allem Kurkliniken anwenden, versetzt der Ultraschall steriles Wasser in Schwingungen und es bilden sich feinste Tröpfchen. Die unterschiedlichen Wassertropfengrößen entstehen nach diesen Prinzipien direkt in den Inhalationsgeräten.

Kleinste Tropfen kommen bis weit in die Lunge

Welchen Gerätetyp Ihnen Ihr Arzt empfiehlt, hängt unter anderem von der erwünschten Tropfengröße ab: Tropfen mit einem größeren Durchmesser im Wasserdampf lagern sich weitgehend in Nase, Mund und oberem Rachenraum ab. Mittlere bis feine Tropfengrößen aus Aerosolen erreichen die großen bis kleinen Bronchien.

Ausschließlich feinste winzige Tröpfchen dringen in die untersten Lungenbereiche vor. Die Inhalationswirkung hängt nicht nur vom zerstäubten Medikament oder dem Zusatz ab, sondern zudem von der möglichen Eindringtiefe der Wassertropfen. Ein weiterer Aspekt ist die vom Gerätetyp erzeugte Wassertropfenmenge. Sie muss groß und dicht genug sein, um das Medikament in einer angemessenen Inhalationszeit an den Wirkort zu tragen. Lassen Sie sich dazu vor einem eventuellen Kauf vom Sanitätsfachgeschäft dazu beraten.

Inhalieren mit Geräten

Bei stärkeren Infektionen und chronischen Symptomen verordnen viele Ärzte Geräte zur Heimbehandlung mit entsprechenden Medikamenten. Besonders bei festsitzendem, zähem Schleim, der die Atemwege blockiert, verflüssigen sie das feste Sekret. Es löst sich dadurch von der Schleimhaut in Nase oder Rachen und verlässt über das Naseputzen oder Abhusten die Atemwege. Einfache Geräte arbeiten mit Wasserdampf, andere zerstäuben das Wasser mit Ultraschall, Druckluft oder elektrischer Kompression (Düsenverneblung).

Die Inhalation führt man mit einem Mund- oder Nasenstück durch, das dem eigentlichen Inhalationsgerät aufsitzt. Bei nicht-chronischen Infektionen helfen einfache Sprays, die Sie in den Apotheken teilweise rezeptfrei kaufen. Diese arbeiten mit einem Feuchtnebel aus großen Tropfen. Sie spülen im oberen Nasen-Rachenraum die Schleimhäute aus, reinigen sie von infiziertem Schleim und lassen sie abschwellen.

Die Kunst des Inhalierens

Selbst einfachste Behandlungen wie Inhalationen bedürfen korrekter Ausführung, um eine optimale Wirkung zu erzeugen. Deshalb sollten Sie sich vom Arzt bei der Verordnung eines Heimgerätes mit der Inhalationstechnik und Hygienemaßnahmen vertraut machen.

Frau sitzt an einer Schüssel zum Inhalieren
© drubig-photo - Fotolia
  • Um Ihre Familie vor einer Ansteckung und sich selbst vor einer Wiederansteckung zu schützen, waschen Sie Mund- und Nasenstücke nach der Inhalation gut ab und desinfizieren sie (beiliegende Herstellerhinweise zu Reinigung und Desinfektion beachten).
  • Damit die volle Menge an Wirkstoffen (Hub) den Zielort erreicht, atmen Sie bei verstopften Nasenwegen über die Nase ein, sodass die Dämpfe das Naseninnere schnell frei machen. Bei Beschwerden im oberen Rachenraum oder den Bronchien atmen Sie über den Mund ein.
  • Atmen Sie ruhig und tief mit Pausen zwischen den Atemzügen ein, aber nicht zu tief oder zu schnell. Eine übertriebene Atmung führt zu einer Hyperventilation, wobei Sie vermehrt Kohlendioxid abatmen. Erste ernstzunehmende Warnzeichen für eine Hyperventilation sind beispielsweise Kribbeln oder Zittern in den Händen, Füßen oder in der Mundregion, ein Schwindelgefühl oder leichte Sehstörungen. Bei diesen Symptomen unterbrechen Sie sofort die Inhalation, nehmen die Hände vor den Mund, um die ausgeatmete Luft mit ein paar Atemzügen wieder einzuatmen. Dann führen Sie Bewegungen aus, zum Beispiel Arme und Beine ausschütteln.

Die Vorzüge von Großmutters Kopfdampfbad

Die traditionellen Dampfinhalationen bringen bei Erkältungen der oberen Atemwegen zwei große Vorteile: Sie lassen sich ohne großen Aufwand schnell zubereiten und benötigen keine speziellen Geräte. Beim Kopfdampfbad geben Sie heißes Wasser in eine Schüssel oder einen Topf und rühren die Zusätze ein.

Das sind etwa getrocknete Kamillenblüten, Salz oder ätherische Öle. Sie decken Ihren Kopf bis zu den Schultern mit einem Handtuch ab und beugen ihn über die dampfende Schüssel. Die Verträglichkeit des heißen Wasserdampfs regulieren Sie mit dem Abstand vom Gesicht zur Wasseroberfläche. Achten Sie auf die gebeugte Gesichts- und Körperhaltung: Sie ermöglicht dem Wasserdampf, die zu behandelnde Region zu erreichen.

Inhalieren in der Badewanne

Ist hauptsächlich die Nase betroffen, atmen Sie durch die Nase bei geschlossenem Mund ein und über den Mund aus. Sind Mund und Rachen die leidtragenden Organe, atmen Sie umgekehrt über den Mund ein und über die Nase aus. Nach dem Kopfdampfbad (nicht länger als 20 Minuten) fördert ein kurzer Kaltreiz die Durchblutung und damit den Heilungsprozess.

Waschen Sie das Gesicht mit kaltem Wasser ab. Wenn Sie fieberfrei und kreislaufstabil, hilft auch ein Inhalationsbad. Als Zusätze eignen sich ätherische Öle und spezielle Erkältungsmischungen aus der Apotheke. Das Wasser sollte eine warme, Ihnen angenehme Temperatur haben. Wenn Sie im Badewasser liegen, decken Sie die Badewanne vom Fußende bis etwa zur oberen Brusthöhe mit einem großen Betttuch ab (gegebenenfalls auf der Wandseite beschweren oder an Saugnäpfen aufhängen) und lassen die warmen Dämpfe am Gesicht vorbeiziehen. Die Wirkung eines Kopfdampfbades ist jedoch stärker.

Keine Therapie ohne Wermutstropfen

Kräuter und Heilwässer sind zwar Naturheilmittel, schaden aber bei bestimmten Erkrankungen in Dampfbädern. Bei Lungenödem oder herzbedingter Luftnot sollten Sie nicht inhalieren. Leiden Sie unter Allergien oder Asthma, löst unter Umständen der reine Wasserdampf ohne Zusätze einen Anfall aus. Das gilt besonders bei zusätzlichen Stoffen im Wasser: beispielsweise bei ätherischen Ölen, die als Reizstoffe wirken. Hier ist Vorsicht geboten. Bei ätherischen Ölen sollten Sie generell die Dosierungsangaben der Hersteller beachten, um die Verträglichkeitsgrenze nicht zu überschreiten.

Unangenehm ist der warme Dampf für Menschen, deren (Gesichts-) Äderchen leicht platzen. Für sie ist eher Kälte als Wärme angesagt. Alternativ zur Gesichtsinhalation bietet sich eine Nasenspülung (Wasser in die Nase hochziehen, danach hinauslaufen lassen) oder Gurgeln mit Emser Salz an.

Für alle anderen eignen sich Wasserdampfinhalationen auch ohne Zusätze: Das Anfeuchten der Atemwege mit warmem Wasserdampf lindert Erkältungssymptome, besonders bei der trockenen Heizungsluft im Winter.

Autogenes Training
© Antonioguillem - Fotolia

Frische Luft: Natürliches Heilmittel gegen grippale Infekte

Bei Erkältungen verkriechen wir uns am liebsten zu Hause. Das ist zwar verständlich, aber falsch, sofern Sie kein Fieber haben. Die trockene, beheizte Raumluft setzt dem Körper zu und erschwert den Heilungsprozess. Ihm fehlt der Sauerstoff und eine gute Durchblutung, um die Erkältung restlos zu bekämpfen. Inhalieren Sie Frischluft, das hilft schnell. Leichter Nebel, Regen oder Kälte sollten Sie nicht von einem Spaziergang abhalten. Als Wetterschutz gibt es warme Kleidung. Lediglich bei chronischer Bronchitis hilft feuchte Kälte nicht. Wenn Sie sich nicht zu einem Spaziergang überwinden können, lüften Sie mehrmals am Tag die Wohnräume.

Regelmäßige Inhalationen mit salzhaltiger Luft wirken schleimlösend und kurbeln das Immunsystem an. Aus dem Grund gehört ein Spaziergang am Strand nahe der Meeresbrandung zu einer der besten natürlichen Inhalationsformen. Das gilt auch für einen Spaziergang durch ein Gradierwerk. Dort rieselt über Gerüste mit Dornreisergestrüpp ständig Sole, die genauso effektiv wirkt wie Meerwasser. Nicht jeder wohnt in Küstenbereichen oder Kurorten mit Gradierwerken. Ein Kurzurlaub an Nord- oder Ostsee bedeutet in vieler Hinsicht auch im Winter eine echte Erholung. Gönnen Sie sich eine „Portion natürliches Inhalat“.

Exkurs: Nasenspraysucht

Ausgelöst wird eine Sucht nach Nasenspray durch einen starken und lang anhaltenden Schnupfen, bei dem man ohne dieses Spray kaum noch Luft bekommt. Nach der Erkältung benutzen einige Betroffene weiterhin Nasenspray, da sie immer noch das Gefühl haben, keine Luft durch die Nase zu bekommen. Das Ganze zieht sich dann unter Umständen mehrere Jahre hin.

Tipp: Stellen Sie sich selbst eine leichte Salzlösung her und füllen Sie diese in eine kleine Flasche mit einer Pipette um. Gleiches Vorgehen mit einer Traubenzuckerlösung. Abwechselnd in die Nase einträufeln, wenn man das Gefühl hat, keine oder nicht genügend Luft durch die Nase zu bekommen.

Viele Menschen wechseln anfangs alle ein bis zwei Stunden, auch nachts. Nach etwa einer Woche dehnen sich die Zeitabstände aus. Es dauert nicht selten bis zu acht Wochen, bis sich die Sucht langsam verabschiedet. Benutzen Sie bei Erkältungen lieber eine Nasendusche und eine gute Nasensalbe.

Erfahrungen mit Nasenspraysucht: Durch das Tal der Tränen zur Sonne

Leser Markus: „Ich war über fast 25 Jahre schwer abhängig, vor allem von Nasivin und Olynt 0,1%. Diese haben in meinem Fall durch ihre gefäßverengende Wirkung zu schweren Kreislaufschwierigkeiten und Schlafstörungen geführt. Normalerweise spricht einen jeder Apotheker beim Kauf eines Sprays auf die Verwendung an, indem er erwähnt, es nicht länger als drei Tage zu nehmen. Als ich mich nach einem solchen Hinweis ertappte, dass ich bei jeder Apotheke im gesamten Landkreis die Nasenspraydosen systematisch wiederkehrend einsammelte, wurde mir klar, dass ich süchtig war.

Darauf, dass ich abhängig war, wäre ich selbst bei der Anwendung von mindestens zwei Flaschen (10 bis 12ml) wöchentlich nie gekommen. Ich dachte, die Nebenwirkungen kämen von meinen Bluthochdrucktabletten. Ein Besuch bei einem Kardiologen bestätigte mir jedoch ein gesundes Herz, gutes Blut, aber einen zu schnell ansteigenden Puls. Nach einem Streit mit meinem Hausarzt, der mir diese vielen Tabletten verordnet hatte, habe ich meine Familie zusammengerufen und ihr verkündet, dass alle Brutdrucktabletten sofort in den Mülleimer wandern werden und mich Zeit meines Lebens kein Schulmediziner mehr in die Hände bekommt. Meine Bluthochdruck habe ich dann selbst perfekt eingestellt:

  • 1 Liter Rote-Bete-Saft täglich
  • 800 mg Magnesium täglich
  • dreimal täglich die Obstampel (rotes, gelbes und grünes Obst)
  • verschiedene Globuli (Aconitum, Kalium phosphoricum usw.)
  • abends bei Schlafproblemen Baldrian- und Johanniskrautpräparate
  • Ernährungsumstellung (kein Kochsalz, viel Knoblauch in Verbindung mit Ingwer)
  • keinen Kaffee und schwarzen Tee mehr
  • positive Lebenseinstellung

Die Einnahme von Nasenspray habe ich natürlich auch eingestellt. Das war eine nicht ganz einfache Zeit. Mich quälten Rückfälle, schlechte Laune, Schlafstörungen usw. Das Gefühl, ersticken zu müssen, kostete mich viele Nächte. Meine Recherchen ließen mich dann auf einen Nasenbalsam stoßen, der aus folgenden Substanzen hergestellt wird:

  • Adeps laneae anh. 1,2
  • Mentholum 0,04
  • Eucerinum cum aqu. 2,0
  • Privin 1:1000 2,0
  • Paraffinum subliq 14,76

Dieser Balsam nahm mir den Druck, beim Entzug nichts ins Nasenloch sprühen zu dürfen, und gab mir durch das Menthol den gleichen Geschmack wie etwa Rhino Spray Plus. Ende des Jahres habe ich meine Entgiftung abgeschlossen. Meine alte Kraft ist wieder da!”

Exkurs: Antibiotika bei Erkältungen – Mehr Schaden als Nutzen

Bislang galt in der Schulmedizin die ungeschriebene Regel: Sobald das Schnupfensekret eine gelblich-grünliche Farbe annimmt, verschreiben die Ärzte Antibiotika. Diese Farbe deutet auf Eiter und damit auf eine bakterielle Infektion hin. Wissenschaftler der Universität Auckland in Neuseeland fanden in sieben Studien heraus, dass diese Therapie keinen Sinn macht. Wie das British Medical Journal im Juli 2006 berichtete, heilte die bakterielle Erkältung in sechs von sieben Fällen ohne synthetische Arzneimittel folgenlos aus.

Antibiotika gelten nur in Ausnahmefällen als notwendig, vor allem bei hohem Fieber. Ansonsten verursachten sie durch ihre Zerstörung der schützenden Darmflora mehr Schaden als Nutzen, betonten die Forscher. Durch zwei bis drei Nasenspülungen pro Tag mit einer 0,7-prozentigen Meersalzlösung aus der Drogerie oder Apotheke sowie Dampfbäder mit Thymian– oder Kamillenzusatz bekämpfen Sie einen bakteriellen Schnupfen zuverlässig und nebenwirkungsfrei.

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