Brummen im Ohr: Magnesium schafft Abhilfe?

Frau hält sich das Ohr vor Schmerzen
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Unter einem Brummen im Ohr oder anderen störenden Ohrengeräuschen leiden immer mehr Menschen. Ob Magnesium bei einem Brummen im Ohr helfen kann und welche Hausmittel Sie ausprobieren können, um gegen die Beschwerden vorzugehen, lesen Sie hier…

Brummen im Ohr: Kann Magnesium helfen?

Von einem Brummen im Ohr sind viele Menschen betroffen. Das Ohrensausen, fachsprachlich als Tinnitus bezeichnet, äußerst sich ganz unterschiedlich: Bei manchen Personen ist es nur ein leises Brummen oder Rauschen, andere nehmen dagegen ein recht lautes Piepen wahr. In den allermeisten Fällen gibt es keine äußere Ursache für das Brummen im Ohr. Es ist daher nur für die betroffene Person hörbar.

Nimmt man dieses Geräusch zum ersten Mal wahr, wissen Betroffene meist nicht, wie sie dagegen vorgehen sollen. Manchmal hört man die Empfehlung, die betroffenen Personen sollten Magnesium einnehmen, um das Brummen im Ohr zu bekämpfen.

Abhängig davon, warum das Brummen im Ohr entstanden ist, kann man es tatsächlich einmal mit Magnesium probieren. In der Literatur wird davon berichtet, dass ein Brummen im Ohr, das auf ein Lärmtrauma oder ein Knalltrauma zurückgeht, durch Magnesium behandelt werden kann.

Dort liest man unter anderem den Hinweis, dass ein Mangel an Magnesium durch die entsprechende Ernährung ausgeglichen werden kann. Betroffene können beispielsweise auf Nahrungsmittel setzen, die reich an Magnesium sind oder auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen, um den Mangel auszugleichen.

Auch bei einem Brummen im Ohr, das auf einen Hörsturz zurückgeht, wird Magnesium angewendet. Daneben scheint die Gabe von Magnesium auch vorbeugend zu helfen. Vor Schießübungen oder einem lauten Konzert eingenommen, kann das Mittel unter Umständen dazu beitragen, dass das Gehör besser mit der Lärmbelästigung zurechtkommt.

Tinnitus: Was versteht man darunter?

Ein Summen und Brummen im Ohr werden häufig mit einem Tinnitus in Verbindung gebracht. Nach Schätzungen leiden ungefähr 1,5 Millionen Bürger in Deutschland unter einem Summen und Brummen im Ohr, das auf einen Tinnitus zurückgeht – und das sogar dauerhaft.

Ein Tinnitus zeichnet sich dadurch aus, dass die Betroffenen rein subjektiv Geräusche wahrnehmen, die nicht von externen Quellen erzeugt werden. Die Patienten beschreiben die Geräusche als Klingeln, Summen, Heulen, Pfeifen oder Zischen. Die Betroffenen hören sie in einem oder beiden Ohren oder mitten im Kopf.

Die Geräusche können lediglich störend sein oder aber so laut, dass Sie sich nicht mehr konzentrieren oder nicht mehr richtig hören können. Die meisten betroffenen Menschen machen die Erfahrung, dass sich durch die Behandlung der zugrundeliegenden Ursachen oder durch den richtigen Umgang mit Tinnitus die Symptome mit der Zeit verbessern.

Woher kommt das Brummen im Ohr?

Das Brummen im Ohr aufgrund eines Tinnitus kann verschiedene Ursachen haben, die sich jeweils unterschiedlich auf die Behandlung und den Behandlungserfolg auswirken.

Ist eine Durchblutungsstörung Grund für den Tinnitus, könnten Betroffene Erfolg haben, wenn sie das Problem mit Magnesium behandeln. Eine ausreichende Zufuhr von Magnesium sorgt nämlich dafür, dass die Durchblutung im Körper reibungslos funktionieren kann. Und das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich kein Brummen im Ohr bildet.

Weitere Ursachen für ein Brummen im Ohr können sein:

  • Halswirbelsäulenproblemen (Schleudertrauma, Abnutzungserscheinungen, Muskelverspannungen)
  • Gefäßerkrankungen (Arteriosklerose)
  • Hoher oder niedriger Blutdruck
  • Stressbelastungen / belastende Lebensereignissen (Angst, Wut, Trauer)
  • Depressionen, Angsterkrankungen; der Tinnitus kann Begleitsymptom oder Ursache fĂĽr die seelische Erkrankung sein
Ohr und Schallwellen - 3D-Grafik
Ein Tinnitus kann verschiedene Ursachen haben. Neben Durchblutungsstörung können auch seelische Erkrankungen zum Brummen im Ohr führenPSDesign1 - Fotolia

Wie wirkt Magnesium bei einem Brummen im Ohr?

Magnesium kann bei einem Brummen im Ohr helfen, wenn das Ohrengeräusch auf die Aktivität eines bestimmten Rezeptors zurückgeht. Unter bestimmten Voraussetzungen kann es zu einer Überaktivierung des Rezeptors kommen. Das kann zur Folge haben, dass vermehrt Kalzium in die Zellen einströmen kann und das wiederum könnte dazu führen, dass die Hörsinneszellen geschädigt werden, was sich unter anderem als Brummen im Ohr äußern könnte.

Neben Magnesium: Was hilft bei einem Brummen im Ohr?

Wie bereits angedeutet, ist die Behandlung des Brummens im Ohr davon abhängig, woher das Brummen und Ohrensausen kommt. Betroffene sollten in jedem Fall bei einem neu einsetzenden Tinnitus so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen und sich untersuchen lassen. Ein schneller Gang zum Arzt ist unter anderem deshalb wichtig, weil gerade zu Beginn der Erkrankung die Chancen besser stehen, dass der Tinnitus erfolgreich behandelt werden kann.

Wenn Sie bei einem Arzt vorstellig geworden sind und nichts dagegen spricht, das Brummen im Ohr mit Hausmitteln zu behandeln zu versuchen, gibt es unterschiedliche Dinge, die Sie ausprobieren können, um die Ohrgeräusche zu minimieren. Zum Beispiel:

1. Mehr Bewegung bei Ohrensausen

Bewegung und vor allem Bewegung an der frischen Luft ist in jedem Fall eine gute Idee – ob man nun unter Ohrengeräuschen leidet oder nicht. In manchen Fällen hängt Tinnitus oder ein Brummen im Ohr damit zusammen, dass man unter Stress und Druck steht. Körperliche Bewegung kann hier einen wichtigen Ausgleich schaffen und dazu beitragen, dass sich ein Gleichgewicht im Körper wieder herstellt.

Ebenso kann Schlafmangel dazu führen, dass sich ein Brummen im Ohr ausbildet. Auch in diesem Fall kann Bewegung helfen. Wer sich körperlich auspowert, schläft häufig besser und kann nachts die nötige Entspannung und Ruhe finden, die der Körper braucht.

2. Bei Ohrengeräuschen auf Alkohol verzichten

Ohrensausen oder andere Ohrengeräusche liegen hin und wieder darin begründet, dass etwas mit der Durchblutung nicht stimmt. Dann kann es helfen, auf Alkohol zu verzichten. Denn Alkohol hat die Eigenschaft, dass er die Blutgefäße weitet. Das führt dazu, dass das Brummen, Sausen und die übrigen Ohrengeräusche noch mehr werden.

Probieren Sie daher einfach mal aus, für einen gewissen Zeitraum – ein paar Wochen sollten es schon sein – auf Alkohol zu verzichten. Die Gefäße könnten sich dann wieder auf das herkömmliche Maß einstellen, was dabei helfen könnte, die Ohrengeräusche und das Ohrensausen zu reduzieren.

3. Bei Brummen im Ohr mehr trinken

Mehr und regelmäßig Wasser zu trinken ist ebenfalls ein Tipp, den Ärzte und andere Gesundheitsexperten regelmäßig geben. Nicht nur für Menschen, die gesund leben wollen. Gerade ältere Personen neigen leider dazu, nicht darauf zu achten, dass ihr Körper ausreichend mit Flüssigkeit versorgt wird.

Wie viel Wasser Sie letztlich trinken sollten, ist jedoch individuell begründet. Von allgemeinen Empfehlungen, wie man sie früher gerne aussprach (ca. 1,5 Liter täglich), ist man mittlerweile abgewichen.

Trotzdem können Sie – nach Absprache mit Ihrem Arzt – versuchen, über einen gewissen Zeitraum mehr zu trinken. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sorgt dafür, dass die Durchblutung gut funktioniert. Und eine optimale Durchblutung beugt Ohrensausen und Ohrengeräuschen vor.

4. GewĂĽrze und Nahrungsmittel bei Brummen im Ohr

Magnesium als Nahrungsergänzungsmittel bei einem Brummen im Ohr wurde bereits angesprochen. Es gibt noch weitere Nahrungs- und Hausmittel, die bei Ohrengeräuschen angewendet werden und hin und wieder helfen können.

Kommt das Brummen im Ohr von einem Infekt, kann man es als Betroffener mit entzündungshemmenden Mitteln probieren. Dazu gehören zum Beispiel Zwiebeln. Das altbekannte Hausmittel des Zwiebelsäckchens wird immer wieder Eltern empfohlen, wenn die Kinder mit Ohrenschmerzen, Ohrengeräuschen oder Ohrensummen kämpfen. Dabei werden eine oder zwei Zwiebeln in dünne Streifen geschnitten, in ein Küchentuch gewickelt und in der Mikrowelle kurz erwärmt. Sie sollten unbedingt prüfen, dass die Zwiebeln nicht zu heiß sind, bevor Sie diese auf Ihr oder das Ohr einer anderen Person legen. Das warme Säckchen soll dann einige Zeit auf dem Ohr bleiben. Manche Menschen empfinden die Wärme auf dem Ohr, besonders wenn sie unter Beschwerden wie Ohrengeräuschen leiden, als unangenehm. Das sollte bedacht werden, bevor Sie dieses Hausmittel bei einem Brummen im Ohr ausprobieren.

Wenn Sie sich nichts auf das Ohr legen möchten, können Sie ein anderes Hausmittel bei Brummen im Ohr ausprobieren. Hin und wieder liest man davon, dass Apfelessig bei den störenden Geräuschen im Ohr helfen soll. Eine Mischung aus ausreichend verdünntem Apfelessig mit Honig gemischt, wird dabei regelmäßig getrunken. Lassen Sie sich von einem Fachmann beraten, in welcher Mischung Sie den Apfelessig verdünnen sollten, bevor Sie ihn trinken. Unverdünnt kann Essig zu schlimmen Verletzungen der Speiseröhre führen.

Daneben wird den Gewürzen Ingwer und Kurkuma nachgesagt, dass sie sich vorteilhaft auf die Durchblutung auswirken und damit unter Umständen bei einem Brummen im Ohr helfen könnten. Kurkuma scheint außerdem entzündungshemmend zu wirken. Wenn eine Infektion der Grund für das Brummen im Ohr ist, kann das ebenfalls förderlich sein.

Fazit: Was kann ich gegen Brummen im Ohr tun?

Sollten Sie unter einem Brummen im Ohr und störenden Ohrengeräuschen leiden, könnten folgende Verhaltensregeln helfen:

  •  Vermeiden Sie in der Akutphase jeden Stress. Scheuen Sie sich nicht, Ihren Arzt um eine Krankschreibung zu bitten.
  • Setzen Sie auf regelmäßige, entspannende Bewegung: Spazierengehen, Walking, Radfahren – natĂĽrlich ohne Kopfhörer und Handy. Das befreit Ihren Körper von Stressbelastungen. Vermeiden Sie aber groĂźe körperliche Anstrengungen und Wettkampfsituationen beim Sport.
  • Erlernen Sie Entspannungsmethoden wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Yoga, Qi Gong oder Tai Chi. Kurse bietet Ihre Krankenkasse an.
  • Versuchen Sie, positiv zu denken. Stress ist zu einem Teil selbst gemacht.
  • Meiden Sie Lärm und sehr laute Musik oder tragen Sie einen Gehörschutz, wenn Sie sich groĂźem Lärm aussetzen.
  • Pflegen Sie soziale Kontakte. Jede Form von Ablenkung tut Ihnen gut. Fördern Sie Ihre familiären und freundschaftlichen Beziehungen. Ă–ffnen Sie Ihre Ohren nach auĂźen. Das lenkt Sie von dem inneren Geräusch ab.
  • Ignorieren Sie die Ohrgeräusche nach Möglichkeit. Wenn Sie ständig lauschen, ob der Tinnitus noch da ist, fördert das den chronischen Verlauf. Hören Sie auf sich, aber horchen Sie nicht in sich hinein.
  • Tragen Sie ein Hörgerät, wenn Sie unter einem stärkeren Hörverlust leiden.