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Epilepsie: Definition, Ursachen und Behandlung

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Wissenswertes über Epilepsie

Definition: Funktionsstörung des Gehirns, Entstehung eines elektrischen Signalgewitters

Symptome: Verschiedenartige Anfälle, vom Kribbeln bis zur Ohnmacht mit unkontrolliertem Krampfanfall

Ursachen: Vielschichtig (z. B. flackerndes Licht, Stress, Alkohol, etc.)

Prognose: Normalerweise nicht lebensgefährlich, kann aber mit lebensgefährlichen Erkrankungen einhergehen

Behandlung: Meist medikamentös, in Sonderfällen operativ

Definition Epilepsie: Was ist ein Krampfleiden?

Epilepsie bezeichnet eine Fehlfunktion des Gehirns. Nervenzellen feuern bei einem epileptischen Anfall plötzlich gleichzeitig Impulse ab, die sich elektrisch entladen. Ein einzelner epileptischer Anfall stellt aber noch keine Erkrankung an Epilepsie dar.

Im Laufe des Lebens erkranken ca. 5 % der Bevölkerung an Epilepsie, damit handelt es sich um die häufigste chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems. Viele dieser Fälle von Epilepsie sind allerdings vorübergehend, eine Behandlung ist nicht immer zwingend erforderlich.

Haben Sie’s gewusst?
Am 5. Oktober ist der Tag der Epilepsie. Es wird jenen Personen gedacht, welche unter der Krankheit leiden.

Was ist ein epileptischer Anfall?

Ein epileptischer Anfall tritt plötzlich auf und ist nach einigen Sekunden bis Minuten wieder vorbei. Die Symptome des Anfalls sind dabei abhängig vom Gehirnareal, das betroffen ist. Ausgelöst werden die Anfälle in der Regel von äußeren Faktoren. Dazu gehören zum Beispiel flackerndes Licht, Stress oder zu viel Alkohol.

Im Normalfall senden die Nervenzellen des Gehirns Millionen kleiner elektrischer Impulse aus, die sich über andere Nervenzellen im Körper verbreiten. Bei Epilepsie-Patienten wird dieser Signalfluss manchmal durch Ausbrüche elektrischer Aktivität unterbrochen. Er beeinflusst dann Bewusstsein, Kontrolle der Muskeln, Bewegungen oder Sinneseindrücke. In diesem Fall spricht man von einem epileptischen Anfall.

Je nach Ausprägung des Anfalls verspüren Betroffene teilweise nur ein leichtes Kribbeln oder Zucken, andere hingegen erleiden einen bedeutenden Krampfanfall. Solch ein Krampfanfall kann Patienten sogar kurzzeitig bewusstlos werden lassen.

Unterscheidung Epilepsie und Gelegenheitsanfälle

Man unterscheidet zwischen Epilepsie und Gelegenheitsanfällen, die grundlegend verschieden sind. Gelegenheitsanfälle sind einzelne epileptische Anfälle im Zusammenhang mit unterschiedlichen Krankheiten. Nach einer Heilung der ursprünglichen Erkrankungen sind dann auch die Anfälle vorbei. Bei einer echten Epilepsie hingegen können die Anfälle immer auftreten und sind nicht an bestimmte Krankheiten gebunden.

Formen der Epilepsie

Epileptische Anfälle können in drei Kategorien unterteilt werden. Je nachdem, wie die Ausbrüche beginnen, unterscheiden sie sich in der jeweiligen Ausprägung. Einfache, komplexe und sekundär-generalisierte fokale Anfälle beginnen in bestimmten, unterschiedlichen Hirnregionen.

Epilepsie-Formen und Unterscheidung:

  • Einfach-fokale Epilepsien:

Diese Form ist am erträglichsten für den Patienten, da sie nicht mit Bewusstlosigkeit einhergeht. Die Epilepsien verursachen allerdings unter Umständen Symptome wie Zucken von Extremitäten, veränderte Gefühle oder Wahrnehmungsstörungen.

  • Komplex-fokale Anfälle:

Solche Anfälle verändern das Bewusstsein für einige Minuten, sodass eventuell eine vorübergehende Verwirrung auftritt. Gewöhnlich führen sie zu einem zeitweiligen Gedächtnisverlust (Amnesie) und lassen Betroffene als nicht ansprechbar erscheinen. Diese Epilepsieform ist am weitesten verbreitet. In der Regel dauern die Anfälle einige Minuten und verursachen einen starren Blick sowie Bewegungen wie wiederholtes Händereiben, Lippenlecken, monotones Gestikulieren oder sinnloses Schlucken. Anschließend folgen Verwirrung oder Schläfrigkeit, die Symptome dauern für mehrere Minuten bis Stunden an.

  • Generalisierte epileptische Anfälle:

Diese beginnen nicht in einer bestimmten Gehirnregion. Stattdessen sind immerbeide Gehirnhälften betroffen, der Verlauf eines Anfalls ist immer verschieden. Sie ist die schwerwiegendste der drei Epilepsieformen und führt fast immer zum Bewusstseinsverlust. Beide anderen Formen gehen unter Umständen in diese über.

Epilepsie Formen

Häufigkeit von Epilepsie

Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland etwa 0,6 – 0,8 % der Bevölkerung an einer Epilepsie leidet. Das entspricht etwa 500.000 – 650.000 Patienten. Die Epilepsie tritt in jedem Alter auf, ist aber gerade bei sehr jungen und sehr alten Menschen häufiger anzutreffen. Besonders bei Kindern und Jugendlichen wird die Erkrankung häufig diagnostiziert.

Generell gilt: Das Risiko, im Laufe des Lebens eine Epilepsie zu entwickeln, liegt bei ca. 5 % – Tendenz steigend. Die Chance, einen epileptischen Anfall zu erleiden, liegt sogar bei etwa 10 %. Der Grund dafür ist, dass der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung mehr und mehr zunimmt.

Gilt Epilepsie als Behinderung?

Epilepsie zählt durchaus als Behinderung und eine betroffene Person kann einen Schwerbehindertenausweis beantragen. Die Einteilung in einen Grad der Behinderung erfolgt insbesondere nach der Häufigkeit der Anfälle. Eine Schwerbehinderung besteht ab 50 %.

Sehr seltene Anfälle mit Abständen von über einem Jahr40 % Behinderung
Seltene Anfälle mit Pausen von mehreren Monaten50 bis 60 % Behinderung
Mittel-häufige Anfälle mit Pausen von Wochen bis Tagen60 bis 80 % Behinderung
Häufige Anfälle in Serien90 bis 100 % Behinderung

Dürfen Epileptiker Auto fahren?

Obwohl viele Epilepsien eine nicht-akzeptable Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit darstellen, gibt es teilweise gerechtfertigte Ausnahmen, in denen eine Fahrerlaubnis trotz Epilepsie besteht. Dies gilt zum Beispiel bei kaum spürbaren, fokalen oder schlafgebundenen Anfällen oder bei solchen Anfällen, die durch eine Erkrankung (Fieber oder Vergiftung) ausgelöst wurden.

Ebenso erhalten Betroffene ihre Fahrerlaubnis zurück, wenn sie ein Jahr lang anfallsfrei blieben und das Rückfallrisiko gering ausfällt. In jedem Fall erfordert es regelmäßige Epilepsie Kontrolluntersuchungen.

Epilepsie Symptome: Krampfleiden erkennen

Nicht jede Epilepsie lässt sich an den gleichen Anzeichen erkennen. Die Symptome sind von der Form der Erkrankung sowie von der Ausprägung der Anfälle abhängig. Die mildeste Variante einer Epilepsie beinhaltet beispielsweise lediglich etwas Kribbeln oder ein kurzer Zustand der Abwesenheit.

Am anderen Ende der Skala stehen starke epileptische Krampfanfälle, auch „Grand mal” genannt. Der ganze Körper versteift und verkrampft sich und beginnt dann unkontrolliert zu zucken. Die Betroffenen der Epilepsie sind währenddessen bewusstlos.

Typische Anzeichen für einen aufkommenden epileptischen Anfall:

  • Nervosität
  • Ängstlichkeit
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Visuelle Veränderungen
  • Wahrnehmung von Geräuschen, Geschmäckern & Geräuschen
  • Illusionen & Halluzinationen
  • Herzrasen
  • Schweißausbrüche
  • Gänsehaut

Was ist ein Status Epilepticus?

Bei einem Status epilepticus, einer anderen Ausprägungsart von Epilepsie, hält der Anfall länger als fünf Minuten an. In der Fachliteratur ist diese Form auch als Grand-mal-Status bekannt. Die beschriebenen Epilepsie Symptome treten in starker und deutlich wahrnehmbarer Form auf.

Teilweise kommt es zu Serien von Anfällen in einer einzigen Phase der Bewusstlosigkeit. Der Patient erlangt zwischen den Anfällen das Bewusstsein nicht zurück. In einem solchen Fall von Epilepsie muss dringend ein Notarzt gerufen werden.

Epilepsie Ursachen: Was kann einen epileptischen Anfall auslösen?

An der Charité in Berlin, einer bedeutenden Klinik in Deutschland, konnte erstmals entschlüsselt werden, welche speziellen Störungen der Nervenzellen an der Entstehung von therapieresistenten Epilepsien beteiligt sind. Es handelt sich um eine Verminderung von bestimmten Transportproteinen in den Zellen, die unter anderem die Ursache für die Entstehung von Epilepsien liefert.

Diese Verminderung verhindert eine korrekte Signalverarbeitung zwischen den Nervenzellen. Eine Übererregbarkeit der Nervenzellen führt dazu, dass eine zunächst kleine Zellgruppe zu oft zu große Impulse weitergibt. Diese Impulse können größere Nervenzellverbände gleichzeitig erregen und es folgt ein Krampfanfall.

Auch einer der molekularen Mechanismen im menschlichen Gewebe konnte identifiziert werden. Es zeigt sich, dass in der Ursprungszone des Anfalls die Funktion zellulärer Ionentransporter beeinträchtigt ist. Als Konsequenz gibt es eine Fehlverteilung von Chloridionen an den Nervenzellen. Dieses stört die korrekte Signalweitergabe durch den hemmenden Überträgerstoff GABA im zentralen Nervensystem.

Letztlich ermöglicht die Fehlverteilung von Chloridionen eine gesteigerte Nervenzellaktivität. Der Chloridgradient über der Zellmembran entscheidet nämlich über die Effektivität der hemmenden GABA-Wirkung. Bisher herrschte die Annahme vor, dass ein Defekt der GABA-Rezeptoren selbst für die gestörte Hemmung verantwortlich ist. Dies konnte widerlegt werden, während gezeigt wurde, warum einige verordneten Medikamente keine zufriedenstellende Wirkung zeigten.

Epilepsie Auslöser

Risikofaktoren eines Krampfleidens: Ist Epilepsie vererbbar?

Die Entstehung einer Epilepsie ist grundsätzlich komplex und undurchsichtig. Oft tappen die Ärzte bei speziellen Krankheitsfällen lange im Dunkeln. Teilweise wird sogar von einer genetischen Epilepsie gesprochen, die überhaupt nicht erklärt werden kann. Eine genetische Komponente gibt es bei der Epilepsie trotzdem nicht, lediglich eine Veranlagung für epileptische Anfälle ist vererbbar.

Das bedeutet allerdings nicht, dass epileptische Anfälle auch tatsächlich auftreten. Erst in Kombination mit anderen externen Faktoren (Schlafentzug, Hormonumstellung) kann eine Epilepsie entstehen.

Der Einfluss des Wetters auf Epilepsie

Immer wieder berichten Betroffene auch davon, dass sie festgestellt haben, dass sich die Wetterlage auf die Anfallshäufigkeit auswirkt und gerade ein Wetterwechsel zum Anfall einer Epilepsie führt.

Neurologen aus Jena untersuchten diese Vermutung mithilfe von Gesundheitsdaten von über 600 Patienten, die zwischen 2003 und 2010 mit epileptischen Anfällen in Krankenhäuser eingeliefert worden waren. Zudem betrachteten die Forscher das Wetter der drei Tage, die dem Anfall der Epilepsie vorausgingen.

Tatsächlich konnten die Wissenschaftler einen Zusammenhang feststellen: War der Luftdruck niedrig, stieg die Anzahl der Anfälle signifikant, herrschten dagegen sommerliche Temperaturen, gab es deutlich weniger Anfälle. Die Forscher waren von diesem Ergebnis überrascht. So stiegt das Epilepsie Anfallsrisiko abhängig vom Wetter des vorausgegangenen Tages um 14 % je 10,7 Hektopascal Luftdruckverringerung.

Doch nicht jeder Epileptiker reagiert gleichermaßen auf die Luftdruckveränderungen. Besonders empfindlich reagieren jene, die eigentlich nur selten Anfälle erleiden. Ihr Risiko für einen Epilepsie Anfall stieg um 36 % je 10,7 Hektopascal Luftdruck-Verringerung. Patienten hingegen, die wegen häufigeren Anfällen zwei oder mehr Epilepsie-Medikamente einnahmen, reagierten deutlich seltener auf die Veränderung des Luftdrucks.

Prognose: Ist Epilepsie tödlich?

Grundsätzlich besteht bei Epilepsie keine Lebensgefahr. Im Vergleich zur Normalbevölkerung ist die Lebenserwartung allerdings leicht heruntergesetzt, um zehn Jahre bei einer symptomatischen Epilepsie und um zwei Jahre bei einer idiopathischen (vererbten) Epilepsie. Oft sind es Herzrhythmusstörungen, Atemversagen oder Hirnödeme, die einen vorzeitigen Tod bei Epilepsie bewirken.

Manchmal ist es aber so, dass Epilepsien Begleiterscheinungen von anderen Krankheiten sind, beispielsweise von Gehirntumoren. Dann kann diese Grunderkrankung natürlich eine Lebensgefahr darstellen. Auch bei Unfällen, die durch einen epileptischen Anfall ausgelöst werden, kann es zu Todesfällen kommen. Ertrinken, Verbrennen oder Ersticken sind in diesem Zusammenhang typische Todesursachen bei Unfällen durch Epilepsie.

Unter „SUDEP” (Sudden unexpected death in epilepsy) wird der plötzliche und unerwartete Tod einer Person mit Epilepsie bezeichnet. Dabei ist eine Ursache nicht erkennbar. Diese Art des Sterbens ist besonders unterjüngeren Epilepsie-Patienten häufig, unter anderem, da es bei ihnen selten aufgrund anderer Ursachen zu Todesfällen kommt. Es wird bis heute diskutiert, was letztlich zu einem SUDEP führt. Einige Forscher vermuten Funktionsstörungen des zentralen Nervensystems bei der Atmung und beim Herzschlag. Plötzliche Aussetzer können hier schnell zu einem unerklärbaren Tod führen.

Epilepsie Diagnose: Wie wird ein Krampfleiden diagnostiziert?

Der spezialisierte Hausarzt oder Neurologe benötigt für eine detaillierte Diagnose von Epilepsie viele Informationen von der betroffenen Person aber auch von Angehörigen und insbesondere Zeugen des epileptischen Anfalls. Während des Anfalls gibt es nämlich spezifische Symptome, die auf bestimmte Arten von Epilepsie hindeuten. Sind Zeugen des Anfalls anwesend, wird dem Arzt die Diagnose erleichtert.

Welche Untersuchungen werden bei Epilepsie durchgeführt?

Der Arzt beginnt nach dem anfänglichen Gespräch mit einer regulären körperlichen Untersuchung. Neben einer Messung der Hirnströme (EEG) ist insbesondere auch die MRT (Magnetresonanztomografie) wichtig, um Schäden und Fehlbildungen im Gehirn zu erkennen.

Des Weiteren können Laboruntersuchungen Aufschluss darüber geben, ob beispielsweise eine Entzündung die Ursache für die Anfälle ist. Dies würde dazu führen, dass in vielen Fällen mit Behandlung der Entzündung auch die Anfälle der Epilepsie vorübergehen.

Behandlung von Epilepsie: Wann und wie das Krampfleiden therapiert wird

Wie bei anderen chronischen Erkrankungen sprechen Epilepsien auf eine sorgfältige therapeutische Einstellung an. Das erfordert eine enge Zusammenarbeit mit dem Arzt und ein genaues Befolgen der Behandlungsvorschriften. Stetig werden neue Medikamente und verbesserte chirurgische Verfahren gegen Epilepsie getestet und eingeführt. In vielen Fällen lassen sich die epileptischen Anfälle einschränken oder unterdrücken.

Jeder schwere Krampfanfall mit Bewusstseinsstörungen erfordert den Einsatz eines Notarztes. In den meisten Fällen weist der Notarzt den Patienten sofort ins Krankenhaus ein, damit dort eine umfassende neurologische und internistische Diagnostik erfolgt. Nur bei Krampfanfällen infolge einer Hyperventilation und bei einer Unterzuckerung behandelt der Arzt den Patienten an Ort und Stelle. Dieser bleibt dann in der Regel zu Hause.

Erste Hilfe bei einem epileptischen Anfall

Zeugen eines epileptischen Anfalls, sollten sofort einen Arzt rufen und sich an folgende Maßnahmen halten.

Ersthelfer-Maßnahmen bei epileptischem Anfall:

  • Lockern der Kleidung um den Hals der betroffenen Person. Die Atmung muss erleichtert werden.
  • Es dürfen keine Finger oder andere Gegenstände in den Mund des Betroffenen gesteckt werden.
  • Die Person darf nicht festgehalten werden.
  • Alle scharfkantigen oder zerbrechlichen Objekte (Geschirr oder Stifte) sollten aus der Reichweite der betroffenen Person entfernt werden. Es herrscht sonst Verletzungsgefahr.
  • Nach dem Anfall ist es ratsam, die betroffene Person auf die Seite zu rollen und ein weiches Kissen unter den Kopf zu legen.
Epilepsie Erste Hilfe

Wann muss Epilepsie behandelt werden?

Starke epileptische Anfälle müssen sofort behandelt werden. Das Rufen eines Notarztes ist unerlässlich. Leichte Anfälle, die den Patienten nur wenig beeinträchtigen, erfordern keinen Krankenwagen, allerdings sollten auch diese gut dokumentiert und regelmäßig mit dem Arzt abgeklärt und besprochen werden.

Ein Notarzt sollte unbedingt gerufen werden, wenn:

  • Nicht klar ist, ob es sich um einen epileptischen Anfall handelt.
  • Der Anfall länger als 5 Minuten dauert.
  • Verletzungen entstehen.
  • Ein zweiter Anfall auf den Ersten folgt.
  • Es der erste Anfall dieser Art ist.
  • Der Anfall ungewöhnlich verläuft.
Haben Sie’s gewusst?
Wenn ein Notarzt gerufen wird, werden die sogenannten „5 Ws” abgerufen. Der Notarzt benötigt Informationen zum genauen Ort (Wo?), zum Anrufer (Wer?), zum Notfall (Was?), zur Anzahl der Betroffenen (Wie viele?) und hat noch eventuelle Rückfragen an den Anrufer (Warten).

Welche Medikamente und Therapie helfen bei Epilepsie?

In der Regel erfolgt bei Epilepsie eine medikamentöse Behandlung. Dabei werden Antiepileptika verwendet. Diese hemmen die übermäßige Nervenzellen-Aktivität im Gehirn. Die Ursachen von Epilepsie werden mit Medikamenten nicht behandelt, die Mittel wirken ausschließlich symptomatisch, also gegen den Ausbruch eines Anfalls.

Da Antiepileptika häufig unangenehme Nebenwirkungen haben, werden sie meist einzeln im Rahmen einer Therapie (Monotherapie) eingesetzt. Teilweise kann es aber auch sein, dass eine betroffene Person mehrere Medikamente einnehmen muss, die in Wechselwirkung wirken. Dies muss gut geplant und kontrolliert werden. Die Mittel werden dann meist über Jahre hinweg eingenommen, was auch wichtig ist, denn nur, wenn die Medikamente gewissenhaft und regelmäßig eingenommen werden, können sie effektiv wirken und Linderung verschaffen.

Die Wahl des richtigen Medikaments und der richtigen Therapie sind immer vom Anfallmuster der Epilepsie abhängig, der Arzt wird das richtige Mittel entsprechend auswählen und verschreiben.

Stimulationsverfahren zur Epilepsie-Behandlung

Bevor es aufgrund von Problemen trotz Medikamenten zu einer Operation kommt, kann auch das sogenannte Stimulationsverfahren eingesetzt werden. Dabei werden bestimmte Regionen im Gehirn mit Strom stimuliert. Die am weitesten verbreitete Vagusnervstimulation (VNS) umfasst ein kleines Gerät, welches der betroffenen Person implantiert wird und das in regelmäßigen Abständen elektrische Signale an den Vagusnerv am Hals überträgt.

Nicht jede Person verträgt diese Behandlung gut. Einige klagen über Heiserkeitsgefühle, Husten oder einunangenehmes Summen im Körper.

Wann muss bei einer Epilepsie operiert werden?

Hilft dies alles nichts, so kann als letzte Option noch eine Operation helfen. Die Epilepsiechirurgie umfasst beispielsweise eine teilweise Entfernung von Gehirnarealen, in denen epileptische Anfälle immer wieder auftreten. Da dieser Schritt sehr gefährlich ist und große Nebenwirkungen haben kann, ist er nur anzuraten, wenn nichts anderes hilft, die Anfälle häufig und stark sind und die Schläfenlappen betroffen sind. Dort lässt sich die Operation am einfachsten durchführen.

Leben mit der neurologischen Krankheit: Alltag mit Epilepsie

Epilepsie lässt sich grundsätzlich gut unter Kontrolle halten, sofern die Behandlung durchgeplant und gewissenhaft erfolgt. Das bedeutet, dass betroffene Personen ein weitgehend normales Leben führen können, bei dem nur wenige Dinge beachtet werden müssen.

Einschränkungen bei Epilepsie:

  • Es sollten nach Möglichkeit Aktivitäten vermieden werden, die zu Verwundungen oder lebensbedrohlichen Situationen führen können. Dazu gehört einsames Schwimmen, Baden, aber auch das Nutzen von Schneidemaschinen oder das Fahrradfahren ohne Helm.
  • Die eigenen vier Wände sollten an die Behinderung angepasst sein. Ein niedriges Bett und ein Vermeiden von scharfen Kanten verringern die Gefahr, sich bei einem plötzlichen Anfall zu verletzen.
  • Man sollte sich nicht einschließen. Ein Besetzt-Schild an der Toilettentür ermöglicht es, dass der Partner sich nach einem Anfall schnell kümmern kann.
  • Manche Antiepileptika wirken entgegen der Anti-Baby-Pille. Daher sollte dies bei der Verhütung beachtet werden. Bei einem Kinderwunsch hingegen, müssen bestimmte Medikamente umgestellt werden, um dem Kind nicht zu schaden. Epileptische Anfälle während der Schwangerschaft sind hingegen unbedenklich.

Fazit: Epilepsie lässt sich in den Griff bekommen

Bei Epilepsie handelt es sich um eine Fehlfunktion des Gehirns, bei dem es zu elektrischen Überreaktionen kommt. Die charakteristischen epileptischen Anfälle unterscheiden sich stark, je nachdem, welche Art und Ausprägung von Epilepsie vorliegt. Während man über die Ursprünge der Behinderung häufig nicht viel weiß, ist Epilepsie selbst nicht tödlich, reduziert unter Umständen aber die Lebenserwartung um ein paar Jahre, da Begleiterkrankungen existieren können.

Eine Behandlung wird in der Regel mit Medikamenten erreicht, die allerdings nur symptomatisch wirken. Basierend auf einer guten Behandlungsbasis ist ein geregelter Alltag und ein normales Leben mit wenigen Einschränkungen möglich.

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