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Gürtelrose - Ursache, Symptome, Diagnose & Behandlung

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zur Gürtelrose

Erkrankung: Infektionskrankheit der Haut und Nervenbahnen

Medizinische Bezeichnung: Herpes Zoster, Zoster (altgriechisch für: der Gürtel)

Symptome: Typischer, gürtelähnlicher Ausschlag mit Bläschen

Ursache: Varizella-Zoster-Virus, Form der Herpes-Viren

Infektionsweg: Tröpfcheninfektion

Vorbeugung: Impfung gegen Windpocken

Häufigkeit: Jährlich etwa 250.000 bis 300.000 Erkrankungen in Deutschland

Gürtelrose Definition: Was ist Herpes Zoster?

Die Gürtelrose bezeichnet eine Infektionskrankheit. Primär betroffen sind die Haut sowie Nervenbahnen, denn die Erkrankung zeigt sich in Form eines typischen Ausschlags. Dieser ist in der Regel auf ein Hautsegment begrenzt. Häufig geht dieser Hautausschlag von der Wirbelsäule aus und bildet einen gürtelähnlichen Streifen aus schmerzenden Bläschen. Manchmal sind diese auch rosettenförmig auf der Haut anzutreffen.

Wer von einer Gürtelrose befallen ist, klagt über starke Schmerzen. Grund dafür sind die flüssigkeitsgefüllten kleinen Bläschen. Sie sind die Folge von Nervenentzündungen, die erst zum Schluss auf die Haut übergehen.

Ursache für die Infektionskrankheit sind Herpes-Viren, genauer gesagt der Varizella-Zoster-Virus. Durch Windpocken im Kindesalter eingefangen, verbleibt dieser inaktiv im Körper und tritt überraschend in Form der Gürtelrose wieder aus.

Gürtelrose

Woher kommt der Name Gürtelrose?

Obwohl Gürtelrose eigentlich harmlos klingt, sind die Schmerzen alles andere als eine Kleinigkeit für die Betroffenen. Der Name Gürtelrose lässt sich durch die medizinische Bezeichnung „Herpes Zoster” leicht erklären. Das Wort „Zoster” stammt dabei aus dem altgriechischen und bedeutet so viel wie „der Gürtel”.

Somit bezeichnet Herpes Zoster bzw. Gürtelrose dastypische Krankheitsbild der Betroffenen. Bei diesen bilden sich flüssigkeitsgefüllte kleine Bläschen in Gürtel- bzw. Rosettenform aus, die schmerzhaft sind. Dadurch fällt eine Diagnose leicht und kann kurzfristig gestellt werden.

Herpes Zoster Viren breiten sich gürtelförmig aus.

Herpes Zoster Viren breiten sich gürtelförmig aus.

Häufigkeit von Gürtelrose in Deutschland

Windpocken sind im Jahre 2019 immer noch eine häufige Kinderkrankheit. Der Varizella-Zoster-Virus findet damit weiterhin eine hohe Verbreitung. Alleine im Jahr 2017 wurden über 20.000 neue Infektionen gemessen – und das trotz entsprechender Schutzimpfungen.

In der Vergangenheit waren vornehmlich Menschen über 60 Jahren von Gürtelrose betroffen, inzwischen werden aber vermehrt Fälle von Patienten über 40 gezählt. In Deutschland erkranken jährlich etwa 250.000 bis 300.000 Personen an der schmerzenden Infektionskrankheit. Da die Krankheit durch Stress ausgelöst wird, ist kein Ende in Sicht. Durch zunehmendes Alter der Bevölkerung kann die Anzahl der Erkrankungen sogar steigen.

Diese Infektion tritt allerdings gelegentlich auch an anderen Körperteilen auf – etwa als Kopfrose. Jeder Fünfte über 50 soll davon betroffen sein.

Varizella-Zoster-Virus löst Windpocken aus

Herpes-Viren sind abgesehen von der Gürtelrose auch Ursache anderer Erkrankungen wie Windpocken. Der Varizella-Zoster-Virus löst diese Kinderkrankheit aus.

Über 95 % der 14-Jährigen steckten sich im Laufe ihrer Kindheit mit Windpocken an, nicht selten unterstützen dies Eltern die Ansteckung sogar. Häufig erkranken Kinder im Kindergarten oder während der Schulzeit bereits an diesem Virus, da Windpocken als Tröpfcheninfektion übertragen wird. Wer an Windpocken erkrankt ist, leidet unter einem roten, pusteligen Ausschlag am ganzen Körper. Die juckenden Bläschen sind zuerst ebenfalls mit einer Flüssigkeit gefüllt, die aber eintrocknet. Schorf und Krusten verbleiben, die Erkrankung heilt in der Regel nach fünf Tagen ab.

Während die Krankheit bei Kindern recht harmlos verläuft, sollten Erwachsene bei Windpocken sofort einen Arzt zurate ziehen. Es können schwere Krankheitsverläufe mit Komplikationen auftreten. Die Faustregel lautet hier: Je älter der Patient ist, desto heftiger werden die Schmerzen.

Gürtelrose Symptome: Anzeichen der Herpes-Erkrankung

Ein allgemeines Krankheitsgefühl und leichtes Fieber sind Vorboten einer Gürtelrose. Im Anschluss tritt der typische Ausschlag auf, der starke Schmerzen verursachen kann. Wie bei Windpocken hängt auch hier die Schmerzintensität mit dem Alter das Patienten zusammen: Je älter der Betroffene ist, je schlimmer werden die Schmerzen der Infektion. Die Hautausschläge treten etwa für sieben bis zehn Tage auf. Bis die Gürtelrose vollständig abgeheilt ist, dauert es zwei bis drei Wochen.

Gürtelrose Symptome

Das typische Gürtelrose-Symptom ist der schmerzhafte, rote Hautausschlag. Dieser breitet sich gürtelförmig oder rosettenförmig aus und besteht aus flüssigkeitsgefüllten Bläschen.

Abfolge der Symptome einer Gürtelrose

  • Vorsymptome: Plötzliche Leistungsschwäche, unerklärliche Müdigkeit, Gliederschwere, erhöhte Temperatur, Kopfschmerzen sowie Kribbel- und Taubheitsgefühle oder eventuell ein leichtes Brennen im Verlauf des erkrankten Nervs
  • Eindeutige Symptome: Schmerzhafter Hautausschlag mit Schwellungen und Bläschenbildung
  • Reaktivierungsphase: Nervenschmerzen (bei einigen Patienten)

Ursachen der Herpes-Erkrankung: So entsteht eine Gürtelrose

Wie bei der Kinderkrankheit Windpocken sind auch bei der Gürtelrose die Varizella-Zoster-Viren die Ursache der Erkrankung. Nach einer überstandenen Windpocken Erkrankung bleiben einige Viren im Körper zurück, sie verstecken sich in den Nervenknoten des Rückenmarks.

Wenn der Organismus über eine Abwehrschwäche verfügt, können diese Viren reaktiviert werden und beginnen, sich zu vermehren. Wenn eine kritische Masse erreicht ist, wandern diese entlang des Nervs. Die schützenden Myelinscheiden werden bei diesem Prozess, auch Prodomalstadium genannt, zerstört. Betroffene kriegen hiervon nur selten etwas mit, wenn überhaupt leiden sie unter unspezifischen Beschwerden.

Die typische Gürtelbildung der Bläschen ist darauf zurückzuführen, dass sich das Virus von einem Nervenknoten über die von dort ausgehenden Nervenbahnen ausbreitet, die ein begrenztes streifenförmiges Areal versorgen. Genauso wie die Windpocken enthalten die Bläschen bei der Gürtelrose aktive Viren.

Auslöser für eine Reaktivierung der Varizella-Zoster-Viren

  • Abwehrschwäche, z. B. bedingt durch Stress
  • Fortgeschrittenes Alter
  • Medikamente (z. B. Immunsuppressiva nach Organtransplantationen)
  • Chronische Krankheiten
  • Chemo- und Strahlentherapie

Gürtelrose Ansteckung vermeiden: Von den Herpes-Viren verschont bleiben

Die Flüssigkeit in den Gürtelrose-Bläschen ist voller aktiver Viren, sie ist infektiös. Glücklicherweise wird eine Gürtelrose aber auch nur via Tröpfcheninfektion übertragen. Wer also nicht in Kontakt mit der infektiösen Flüssigkeit kommt, steckt sich nicht an. Kommt ein Erstkontakt trotzdem zustande, z. B. durch ein Kratzen und anschließendes Berühren, so bricht zuerst die Krankheit Windpocken aus. Wer aber bereits im Kindesalter unter Windpocken gelitten hat, kann nicht direkt mit einer Gürtelrose angesteckt werden. Grundsätzlich gilt die Ansteckungsgefahr als gering.

Wer im Kindesalter noch nicht unter Windpocken gelitten hatte, sollte den Kontakt mit Betroffenen vermeiden. Eine Ansteckung ist auch indirekt möglich, beispielsweise wenn ein Erkrankter die Flüssigkeit auf einer Türklinke hinterlässt. Vor allem ältere Menschen, Schwangere und Patienten mit einer Immunschwäche (z. B. viel Stress, HIV-Patienten, usw.) gehören zur Risikogruppe.

Auch Säuglinge und Kleinkinder, die noch nicht geimpft wurden, zählen zur Risikogruppe. Wer an Gürtelrose leidet, sollte unbedingt den Kontakt meiden.

Es empfiehlt sich auch weitere Vorsichtsmaßnahmen zu unternehmen. Die benutzte Wäsche sollte zwingend getrennt von der übrigen Kleidung, in Plastikbeuteln abgeschirmt, gelagert und separat gewaschen werden. Etwaige Wundauflagen gilt es ebenfalls in einem Plastikbeutel zu isolieren und sofort zu entsorgen.

Behandlung von Gürtelrose: Die Herpes-Erkrankung behandeln

Anzeichen von Herpes Zoster sollten umgehend behandelt werden, bevor die starken Schmerzen ausbrechen. Auch als Schutz vor Komplikationen, vor allem beim Ausbruch von Windpocken, gilt ein rasches Handeln als sinnvoll. Idealerweise wird sofort ein Arzt konsultiert.

Zur Behandlung gibt es sowohl verschiedene Ansätze der Schulmedizin als auch alternative Behandlungsmethoden.

Medikamentöse Behandlung von Herpes Zoster

Die Schulmedizin setzt in erster Linie auf Virus hemmende Medikamente (Virustatika). Zu dieser Gruppe zählen Wirkstoffe wie Aciclovir (Zovirax®), Brivudin (Zostex®), Famciclovir (Famvir®) und Valaciclovir (Valtrex®). Diese kommen teilweise ebenfalls als Herpes-Salbe bei einem Ausbruch an den Lippen zum Einsatz. Spezifische Antikörper gegen das Gürtelrose-Virus (Zoster-Hyperimmunglobuline) haben sich bei sehr schweren Erkrankungen bewährt.

Diese Mittel wirken jedoch nicht prophylaktisch, sondern werden gegen die Symptome eingesetzt. Als unverzichtbar gelten die Substanzen bei einem Befall des Gesichts, um ein Übergreifen auf die Augen mit der Gefahr des Erblindens zu verhindern. Auch ein Zoster generalis, also eine lebensgefährliche Ausbreitung der Krankheit auf den gesamten Organismus, kann so eingedämmt werden. Sie unterstützen darüber hinaus bei der Linderung des Juckreizes und der Schmerzkontrolle.

Die Effektivität aller Mittel ist identisch, sie werden oral als Tabletten oder via Infusion verabreicht. Der Wirkstoff Brivudin verfügt über eine längere Wirkdauer als die anderen Substanzen. Während hier eine einzige Verabreichung am Tag ausreicht, müssen die anderen Mittel etwa drei bis fünf Mal täglich gereicht werden.

Je früher die genannten Mittel verabreicht werden, umso besser helfen sie. Auf jeden Fall sollten die Medikamente binnen der ersten drei Tage nach Ausbruch genommen werden, da sonst die Viruszahl zu groß ist. Je früher medikamentös eingegriffen wird, je kürzer die Infektion und je geringer die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen. Mittels Akupunktur kann darüber hinaus der Druck auf Nervenknoten genommen werden, die Vitamine C und B unterstützen die Heilung.

Erkrankte Hautbezirke können darüber hinaus bei chronisch abwehrgeschwächten Patienten (z. B. Krebskranken, HIV-Patienten) sich bakteriell infizieren. Solch eine „Superinfektion” kann zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung (Sepsis) führen. Hier kann nur Antibiotika eingesetzt werden.

Kortikosteroide sind Teil einer aggressiveren Behandlung, falls Bläschen in Augennähe auftreten. Hier gilt es mit allen Mitteln ein Übergreifen auf das Auge und eine mögliche Erblindung zu verhindern. Sind Bläschen darüber hinaus mit einer gelblichen Flüssigkeit oder gar Blut gefüllt, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Dies ist ein eindeutiges Zeichen für eine bakterielle Infektion.

Umschläge, Auflagen und Salben bei Gürtelrose

Um das Abheilen der Gürtelrose zu verbessern werden in der Regel eine Zinksalbe oder eine Zinktinktur verschrieben.

Ebenfalls bewährt haben sich Umschläge. Diese sollen die Toxine aus dem Gewebe ziehen und das Abheilen beschleunigen. Umschläge sind mit Vorsicht zu genießen, insbesondere bei einer bakteriellen Infektion sollten sie nicht ohne ärztliche Betreuung angewandt werden. Sie ersetzen auch keine medikamentöse Behandlung, sondern sind eher als Ergänzung zu betrachten.

Hausmittel haben sich ebenfalls bewährt, allen voran die sogenannten Kohlauflagen. Das Gemüse besitzt eine entzündungshemmende Wirkung und kühlt die entzündete Hautpartie. Um eine entsprechende Auflage herzustellen, benötigt es einen frischen Weißkohl. Nehmen Sie anschließend einige große Blätter ab, entfernen die Blattrippe und waschen diese Blätter gründlich durch. Anschließend sollten die Blätter in einem Sieb über einem Topf erwärmt und mit einem Nudelholz zerquetscht werden. Als Ergebnis erhalten Sie die Basis für die Kohlumschläge.

In einem letzten Schritt werden die vorbereiteten Blätter auf die Haut gelegt, mit einem Handtuch umgeben und dann mit einer Mullbinde fixiert. Der Weißkohlumschlag entwickelt seine Wirkung nach einigen Stunden, wenden Sie diesen so oft an wie nötig. Weißkohlsaft kann dabei einen unangenehmen Geruch verströmen, dies ist vollkommen normal und muss für Linderung in Kauf genommen werden.

Schmerztherapie bei Gürtelrose essenziell

Die Schmerzen bei Herpes Zoster können stark sein, Schmerzmittel sind daher Teil der Behandlung. Wenn diese nicht mehr ausreichen, können Opioide zusätzlich verschrieben werden. Zur Erhöhung der Schmerzschwelle von Betroffenen können Antidepressiva eingesetzt werden. Sogenannte Antikonvulsiva können Krämpfe lösen und die Aussendung von Schmerzimpulsen verlangsamen.

Möglichkeiten der Schmerzlinderung:

  • Akupunktur: Je nach befallenem Körpersegment kann Akupunktur rund um die Hautpartie angewandt werden. Zugehörige Punkte des Blasenmeridans sowie Windausleitungspunkte sollten ebenfalls genadelt werden.
  • Neuraltherapie: Der entzündete Hautteil wird mit lokalen Betäubungsmitteln, z. B. Procain, Mischinjektionen mit Vitamin B12 oder Schlangen-Reintoxinen (Horvi-Therapie) unterflutet.
  • Homöopathie: Individuell zusammengestellte Mittel können helfen, darunter: Rhus toxicodendron, Mezereum, Ranunculus bulbosus, Mercurius solubilis und Theridion sowie Herpes-Nosoden und als Komplexpräparat Gelsemium Oligoplex.

In etwa 10 % aller Fälle können die Schmerzen auch nach Abheilen der Gürtelrose bestehen bleiben, in seltenen Fällen sich sogar noch verstärken. Man spricht dann von den Post-Zoster-Neuralgien.

Alternative Therapieansätze bei Gürtelrose

Manche Patienten schwören auf das sogenannte Besprechen der Krankheit als suggestives Verfahren. Sowohl Ärzte als auch Heilpraktiker haben Kontakte zu „Besprechern”, auch wenn diese Methode aufgrund ihrer Wunderlichkeit nicht aktiv promotet wird.

Tipp
Wenn Sie diese Behandlungsmethode ausprobieren möchten, sollten Sie vorab ein Angebot einholen. Ein Besprecher sollte nicht mehr als 50 € kosten, fallen Sie nicht auf Scharlatane herein, die Ihre Notlage ausnutzen möchten.

Abgesehen von der konkreten medikamentösen Schmerztherapie ist auch das Ausleiten der Entzündungstoxine wichtig. Dies sind Überbleibsel der zerstörten Nervenumhüllungen sowie bereits zerfallene Viren. Es wird davon ausgegangen, dass diese Stoffe die Entzündung fortschreiten lassen und die Regeneration verhindern.

Ansätze zur Ausleitungstherapie:

  • Homotoxikologie nach Dr. Reckeweg
  • Enderlein-Therapie
  • Eigenbluttherapie
  • Hoch dosierte Enzymtherapie Schröpfen (nicht im Entzündungsgebiet!)
  • Sauerstoff- und Ozontherapie
  • Allgemeine Entsäuerung und Entgiftung über Darm und Nieren

Bei solchen Maßnahmen ist darauf zu achten, dass genau geklärt wird, wer welche Therapie durchführen darf. Grundsätzlich gilt der Ausschlag mit seinen Bläschen selbst als wichtiges Ausleitungsventil. Die Blasen sollten daher nicht ausgetrocknet werden, sondern sollten regulär abheilen.

Schüßler Salze und Tinkturen zur Gürtelrose Behandlung

Mit Schüßler Salzen, die nach dem deutschen Arzt Wilhelm Schüßler (1821 bis 1891) benannt wurden, wird der Mineralhaushalt harmonisiert. Zur Heilung von Gürtelrose hilft das Salz Nr. 5, Kalium phosphoricum. Dieses unterstützt als Baumaterial die Regenerierung bzw. die Entstehung von Nervenzellen. Die Nr. 7, Magnesium phosphoricum, schlägt in dieselbe Kerbe und unterstützt die Regenerierung der Nervenbahnen. Das Salz Nr. 8, Natrium chloratum, hilft beim Ausschwemmen der Toxine. Die Einnahme erfolgt einmal täglich, lassen Sie zwei bis drei Tabletten im Mund zergehen.

Tipp
Das Salz Nr. 8 kann in Verbindung mit Wasser zu einem Brei verrührt werden, der direkt auf die entzündete Stelle aufgetragen werden kann.

Wie bei Windpocken gilt auch bei Gürtelrose: nicht kratzen! Denn sonst werden sowohl die Viren verbreitet als auch die Narbenbildung gefördert. Pflanzentinkturen können hingegen das Virenwachstum hemmen und die Wundheilung ankurbeln. Die jeweiligen Tinkturen können dann bei Bedarf einfach auf die juckenden Bläschen aufgetragen werden.

Wirkungsvolle Pflanzentinkturen:

  • Melissenblätter wirken virenhemmend (z. B. in Ceres® Melissa officinalis Urtinktur, 20 ml ab 19 €; DHU® Melissa Urtinktur, 20 ml ab 9,50 €)
  • Salbei zieht die Haut zusammen (z. B. in Curarina®, 100 ml a 13,50 €; Salvysat®, 30 ml ab 3,80 €)
  • Roter Sonnenhut stärkt das Immunsystem (z. B. in Echinacea Urtinktur Hevert, 100 ml um 16 €; Esberitox® mono, 50 ml um 9 €; Echinacin® Liquidum Madaus, 50 ml um 11 €)

Auch Cayennepfeffer-Früchte und deren Wirkstoff Capsaicin unterstützen bei der Schmerzlinderung. Capsaicinhalte Fertigpräparate (z. B. Hot Thermo Dura® C-Creme, 50 g ab 4 €; Capsamol®-Salbe, 50 g ab 6 €; Thermo Bürger® Salbe, 50 g ab 4 €) sorgen erst für ein leichtes Wärmegefühl oder ganz leichte Schmerzen, anschließend entsteht eine Schmerzunempfindlichkeit.

Homöopathie als Gürtelrose Behandlung

Manche Patienten schwören auf eine homöopathische Behandlung von Gürtelrose. Die Therapie basiert auf der Auswahl eines schmerzlindernden Mittels, der äußerlichen Anwendung und vor allem viel Ruhe. So soll sich der Organismus entspannen können.

Passende homöopathische Mittel gegen Gürtelrose:

  • Rhus toxicodendron, wenn die Haut gerötet ist und die Bläschen wässrig gefüllt sind und brennen.
  • Mezzereum bei unerträglichem Juckreiz, der in Brennen übergehen kann.
  • Mercurius solubilis, wenn sich eitrige Krusten bilden und die Schmerzen in der Bettwärme schlimmer werden.
  • Arsenicum album, wenn Wärme den brennenden Schmerz lindert.

Drei Globuli in der Potenz D6 sollten vom passenden Mittel täglich unter der Zunge platziert werden.

Natürliche Mittel gegen Juckreiz und Schmerzen bei Gürtelrose

  • Teebaumöl zur Entzündungshemmung: Betupfen Sie die entzündeten Bläschen einmal täglich mit einem in Teebaumöl (Apotheke) getränkten Wattestäbchen. Das ätherische Öl wirkt entzündungshemmend und antiviral.
  • Ausleitende Heilerdepackung: Rühren Sie einen Brei aus Heilerde und Wasser an und bestreichen Sie damit ein Kompressentuch. Legen Sie die Kompresse täglich so lange auf die befallene Haut, bis der Brei getrocknet ist. Diese Packung wirkt kühlend und bindet die Giftstoffe aus der erkrankten Haut.
  • Juckreizlindernde Apfelessigwaschung: Wenn Sie unter quälendem Juckreiz leiden, können Sie sich mit Apfelessig Linderung verschaffen. Tränken Sie ein Kompressentuch in 1:1 mit Wasser verdünntem Apfelessig und waschen Sie damit den betroffenen Hautbereich ab.
  • Entgiftende Kartoffelmehlauflage: Wenn die Herpesbläschen nässen und schon der Druck der Kleidung schmerzhaft ist, hilft Ihnen Kartoffelmehl. Bestäuben Sie die Bläschen mit dem Mehl wie mit einem Puder und decken Sie die Haut darüber mit Watte ab.
Naturheilmittel gegen Gürtelrose

Gürtelrose Vorbeugung: Gegen Varizellen impfen

Seit dem Jahre 2004 werden Kinder und Jugendliche gegen Windpocken, also gegen das Varizella-Zoster-Virus, geimpft. Das empfiehlt die Ständige Impfkommission des renommierten Robert-Koch-Institutes.

Die Impfung hat den Zweck, eine Windpockenerkrankung zu verhindern, indem sich die Herpes-Viren gar nicht erst im Körper festsetzen können. So treten Windpocken nicht auf und auch eine Gürtelrose wird später nicht durch reaktivierte Viren ausbrechen.

Eine Studie mit 38.000 Erwachsenen überprüfte die Wirkweise des Lebendimpfstoffes und kam zu dem Schluss, dass die Impfung einen effektiven Schutz bietet. Das Robert-Koch-Institut hat seit Aussprache der Impfempfehlung einen Rückgang von etwa 90 % an Varizellen-Infektionen binnen eines Zeitraums von zehn Jahren gemessen. Ein deutliches Zeichen für die Wirksamkeit dieser Schutzimpfung.

Impfstoff Zostavax – Impfung gegen Gürtelrose

Der Lebendimpfstoff Zostavax beugt Herpes Zoster seit 2009 vor. Statt Kinder wird diese Impfung, die u. a. den gefährlichen Neuralgien vorbeugt, Menschen ab dem 60. Lebensjahr empfohlen. Auf der einen Seite werden Neuinfektionen effektiv verhindert, auf der anderen Seite die Reaktivierung der Varizella-Zoster-Viren. Selbst wenn eine Windpocken-Infektion in der Kindheit stattfand, werden die Viren erfolgreich unterdrückt.

Die Effektivität des Wirkstoffes wurde in Studien nachgewiesen: Das Risiko für nachfolgende Neuralgien wird um 51 % reduziert, der Ausbruch einer Gürtelrose kann ebenfalls um 51 % reduziert werden. Darüber hinaus kann die Schmerzbelastung der Betroffenen um bis zu 61 % verringert werden. Eine Impfung wird jedoch noch nicht von den Krankenkassen übernommen.

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