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Krampfadern: Definition, Ursachen, Anzeichen & Behandlung

Lange Zeit haben Sie die knotigen, blauen Krampfadern Ihrer Beine versteckt. Aber jetzt sorgen diese für Schmerzen und Unwohlsein. Was können Sie tun? (Foto: blanche - Fotolia)

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Inhaltsverzeichnis

Lange Zeit haben Sie die knotigen, blauen Krampfadern Ihrer Beine versteckt. Aber jetzt sorgen diese für Schmerzen und Unwohlsein. Krampfadern sind dunkelblau-violette oder blaue, schleifenförmige und ausgeweitete Blutgefäße, die knapp unter der Haut liegen. Sie können nur ein kosmetisches Problem darstellen oder auch Schmerzen und geschwollene Beine verursachen.

Definition: Was sind Krampfadern überhaupt?

Krampfadern oder Varizen sind die dauerhafte, knotige Erweiterung der oberflächlichen Venen; ihr Vorkommen wird Varikose oder auch Varikosis genannt. Hierbei wird je nach Entstehungsursache zwischen primärer idiopathischer oder sekundärer Varikose unterschieden.

Bei ersterer ist eine genetische Disposition für eine Venenwandschwäche, die im Grunde eine Bindegewebsschwäche ist, in Verbindung mit der Schwerkraft die Ursache. Bei letzterer sind die Krampfadern die Folge einer zugrundeliegenden Venenerkrankung, beispielsweise eine Thrombose der tiefen Beinvenen.

Venenerkrankungen als modernes Volksleiden

Erkrankungen der Venen stellen ein klassisches Volksleiden dar. Nur etwa 10 Prozent der Deutschen zeigen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) „keinerlei Auffälligkeiten, fast 60 Prozent dagegen zumindest Besenreiser und ähnliches.

Die übrigen 30 Prozent der Bevölkerung weisen schwerwiegendere Symptome eines chronischen Venenleidens wie Krampfadern, Flüssigkeitsansammlungen oder offene Beine auf. Hinzu kommt, dass jährlich schätzungsweise einer von 1.000 Erwachsenen eine Thrombose erleidet und pro Jahr über 7.000 Menschen in Deutschland an einer Lungenembolie sterben“.

Insgesamt 36 Millionen Erwachsene in Deutschland leiden laut Barmer GEK unter Venenschwäche. Mehr als 470.000 gesetzlich Versicherte erkranken jedes Jahr neu daran. Etwa 50 Prozent der schwangeren Frauen sind von einer chronisch venösen Insuffizienz bzw. von Varizen betroffen. Dies äußerte die Venen-Spezialistin Dr. Karin Vogt von der Eifelklinik St. Brigida in Simmerath. Schon bei Kindern träten Krampfadern auf.

Ursachen: Wie entstehen Krampfadern?

Krampfadern sind die Folge einer ungünstigen, oft genetisch bedingten Bindegewebsstruktur, können aber auch durch Krankheiten, Unfälle, Operationen etc. verursacht werden.

Arterien transportieren das Blut vom Herzen in den Körper und Venen führen das Blut wieder zum Herzen zurück. Dafür müssen die Beinvenen meistens gegen die Schwerkraft arbeiten. Muskelkontraktionen im Unterschenkel und Venenklappen mit Ventilfunktion helfen beim Aufwärtstransport des Blutes. Die Klappen öffnen sich, wenn das Blut in Richtung Herz fließt und schließen sich danach wieder, wodurch ein Rückfluss verhindert wird.

Krampfadern treten auf, wenn Ihre Venen an Elastizität verlieren, sodass sie überdehnt werden. Daraufhin können die Klappen ihre Ventilfunktion nicht mehr richtig wahrnehmen. Blut, das zum Herz strömen soll, fällt auf einmal wieder zurück. Durch die Zerstörung von Venenklappen, die eine Ventilfunktion übernehmen, nimmt die Belastung der Venenwände zu. Es kann zu Stauungen im venösen Rückstrom des Blutes kommen und auch zum Austritt von Flüssigkeit aus den Venen ins umliegende Gewebe, was zum Anschwellen der Beine (Ödem) führt – die Krampfadern entstehen.

Risikofaktoren bei der Entstehung von Krampfadern

Bewegungsmangel, Übergewicht und häufiges Stehen begünstigen Venenleiden. Außerdem sind deutlich mehr Frauen als Männer betroffen. Hormonelle Veränderungen während einer Schwangerschaft lockern Muskeln und Bindegewebe und die vergrößerte Gebärmutter erschwert den Rückfluss des Blutes aus den Beinen.

Von Krampfadern sind am häufigsten die Venen Ihrer Beine betroffen. Gefördert werden die Venenaussackungen durch:

  • „biologische” Faktoren
  • angeborene Wandschwäche der Venen
  • angeborene Veränderungen der Venenklappen
  • weibliches Geschlecht
  • verstärkte hormonelle Einflüsse in der Schwangerschaft
  • zunehmendes Lebensalter
  • lebensstilbezogene Faktoren
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Stehberufe
  • einengende Kleidung
  • die Einnahme der Pille zur Empfängnisverhütung

Symptome: So erkennen Sie Krampfadern

Es können bereits Symptome auftreten, bevor die Krampfadern sichtbar werden: Ihre Beine können schwer sein oder schmerzen, brennen und pochen, Sie können Muskelkrämpfe haben oder geschwollene Unterschenkel. Krampfadern machen sich also häufig durch ein Spannungs- und Schweregefühl in Ihren Beinen bemerkbar; besonders nach langem Stehen oder Sitzen schmerzen Ihre Beine.

Abends und bei warmen Temperaturen verstärken sich die Beschwerden, bei Frauen auch kurz vor der Menstruation. Durch Kühlen oder das Hochlagern Ihrer Beine verspüren Sie eine Erleichterung. Sind die typischen erweiterten, bläulichen Adern bereits unter der Haut zu sehen, ist das Leiden bereits fortgeschritten. In dieser Phase tritt oftmals quälender Juckreiz auf.

Sollten Ihre Beine plötzlich anschwellen, egal ob sie dabei schmerzen und gerötet sind oder nicht, sollten Sie sofort einen Arzt zu Rate ziehen: Es könnte sich um ein gefährliches Blutgerinnsel in einer Vene handeln. Leider heilen Krampfadern nicht von selbst, wenn sie erst einmal aufgetreten sind. Der beste Rat für Betroffene ist, einen Arzt aufzusuchen, auch falls kleinere Krampfadern vorliegen.

In einem fortgeschrittenen Stadium können sich offene Geschwüre (Ulcera) in der Knöchelgegend bilden. Dabei handelt es sich um eine schwere Form der Gefäßerkrankung. Sie erfordert eine sofortige Behandlung.

Gefährliche Folgen von Krampfadern

In den meisten Fällen verursachen Varizen keine weiteren Probleme. Zu den möglichen Komplikationen zählen laut den „Gesundheitsinformationen“ (www.gesundheitsinformation.de) des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG):

  • schlecht heilende offene Wunden im Bereich des Fußknöchels
  • eine Venenentzündung, eventuell mit einem Blutgerinnsel (Symptom: starke Beinschwellung)
  • Blutungen aus oder in der Nähe von Krampfadern; obwohl solche Blutungen selten auftreten, können sie gefährlich sein und erfordern sofortige Hilfe. Als Erste-Hilfe-Maßnahme muss der Patient das Bein hochlegen und auf die blutende Stelle Druck ausüben.

Unbehandelt sind Krampfadern also keineswegs nur ein kosmetisches Problem, sondern können zu schweren Schäden im Unterschenkel führen, bis hin zu offenen Beinen. Auch die Gefahr einer Thrombose steigt.

Der Grund: Wenn Krampfadern unbehandelt bleiben, staut sich das zurücksackende Blut in Ihren Venen. Venenklappen wirken wie Ventile. Die Kontraktionen der Beinmuskulatur pressen die Blutsäule gegen die Schwerkraft nach oben, immer von einer Klappe zur nächsten.

Ohne defekte Venenklappen gibt es keine Krampfadern. Ist eine Klappe defekt, nimmt der Druck auf die nächsttiefere zu, bis auch sie zerstört wird. Als Folge schwellen Ihre Füße an. Blutgerinnsel oder Geschwüre (offenes Bein) können langfristige Folgen sein.

Krampfadern erhöhen das Risiko für eine Thrombose

Krampfadern können Ihnen nicht nur Schmerzen bereiten, von ihnen geht auch eine andere Gefahr aus: Das Risiko, eine Thrombose zu entwickeln, ist bei unbehandelten Krampfadern sehr hoch. Wenn Sie feststellen, dass Sie plötzlich unter Wadenschmerzen, starken Beschwerden beim Gehen oder Stehen, Überwärmung, Wadendruckschmerzen, Fußsohlenschmerz bei Druck, Fieber oder Erhöhung der Entzündungswerte im Blut leiden, kann all dies auf eine Thrombose hinweisen.

Dann hat sich an der Venenwand ein Blutpfropf gebildet. Wenn sich dieser löst, kann er mit dem Blut durch den Körper wandern und an einer Engstelle im Gewebe steckenbleiben. Hier führt er dann zu einer Durchblutungsstörung (Embolie). Besonders gefährdet sind die kleinen Gefäße in der Lunge. Sie sollten daher, wenn Sie unter Krampfadern leiden, diese von einem Venenspezialisten untersuchen lassen.

Krampfadern Behandlung
Die Folgen von Krampfadern können sehr gefährlich werden, weshalb bei einem ersten Verdacht eine Konsultation mit dem Arzt notwendig ist. © Sebastian Kaulitzki - Fotolia

Krampfadern führen oft zu Venenentzündungen

Krampfadern sind die häufigste Ursache für Venenentzündungen. Wenn sich eine Krampfader entzündet, bildet sich oftmals an der Stelle ein Blutgerinnsel, das Ihr Gefäß verschließt. Das verursacht eine Rötung, Überwärmung und Schmerzen an der entsprechenden Stelle. Der entzündete Gefäßbereich fühlt sich verhärtet an. Auslösend können Stoß- oder Druckverletzungen sein, langes, beengtes Sitzen, starke Flüssigkeitsverluste beim Sport, bei Hitze oder auf einer Flugreise. Durch solche Gerinnsel steigt die Gefahr einer Lungenembolie (Verschluss einer Lungenarterie).

Ein offenes Bein durch Krampfadern

Bei einem sehr ausgeprägten, langjährigen Krampfaderleiden kann sich durch die gestörte Durchblutung ein Hautgeschwür entwickeln, das vor allem im Bereich Ihres Fußknöchels auftritt. Es handelt sich um eine meist nässende Wunde, die oft sehr schmerzhaft ist und schwer abheilt.

Diagnose von Krampfadern

Diagnostiziert werden Krampfadern heute meistens durch eine farbkodierte Duplexsonografie, die eine Röntgenuntersuchung unter Zuhilfenahme von Kontrastmitteln außer in Ausnahmefällen abgelöst hat.

Sind noch keine Schäden wie eine Entzündung der erweiterten Venen oder ein offenes Bein festzustellen, können Kampfadern mit einer Kombination aus physikalischen Therapien wie Massagen, medikamentöser Therapie wie beispielsweise Cremes und Salben und Kompressionstherapie behandelt werden. Im fortgeschrittenen Stadium kann eine Verödung oder operative Entfernung der Krampfadern angeraten sein.

Prävention von Krampfadern: Tipps für gesunde Venen

  • Meiden Sie bei einer Veranlagung zu Krampfadern große Wärme oder Hitze (heiße Außentemperaturen, Sauna, ausgedehnte Sonnenbäder), da sich Ihre Gefäße dabei stark erweitern und sich der Blutfluss verlangsamt. Auch Fußbodenheizungen sind eher ungünstig.
  • Wechselduschen mit kaltem und warmem Wasser verbessern Ihre Blutzirkulation und die Durchblutung des Gewebes. Schließen Sie Ihre Anwendung immer mit einem kalten Guss ab.
  • Durch das Hochlagern Ihrer Beine verhindern Sie schmerzhaftes Anschwellen.
  • Vermeiden Sie langes Stehen, denn hierdurch wird Ihre Muskelpumpe nicht aktiviert. Gehen Sie öfter mal ein paar Schritte auf der Stelle.
  • Wenn Sie im Beruf viel sitzen, achten Sie darauf, dass Sie Ihre Füße nicht baumeln lassen, sondern nebeneinander flach auf den Boden oder eine Fußbank stellen. Schlagen Sie Ihre Beine nicht übereinander und wippen Sie öfter mal mit Ihren Füßen. Stehen Sie zum Telefonieren auf und besuchen Sie Ihre Kollegen zu Fuß.
  • Tragen Sie keine einengende Kleidung wie enge Hosen, Gürtel oder einschnürende Strümpfe. Alles, was einengt, behindert Ihre Blutzirkulation.
  • Verzichten Sie auf hochhackige Schuhe. Tragen Sie flache Schuhe und gehen Sie so oft wie möglich barfuß oder tragen Sie moderne „Barfußschuhe” wie beispielsweise den SoleRunner.
Krampfadern vorbeugen
Mit Sport gegen Krampfadern vorgehen hat sich bislang bewährt, hierbei sollte aber auf die richtige Sportart geachtet werden. © Kzenon - Fotolia
Mit Sport

Mit diesen Übungen halten Sie Ihre Venen in Schwung

  • Fußwippe: Stellen Sie sich gerade hin. Dann heben und senken Sie die Fersen. Die Übung zehnmal wiederholen.
  • Zehenspitzen heben: Stellen Sie sich gerade hin. Abwechselnd heben Sie dann die Zehenspitzen an. Beide Seiten zehnmal wiederholen.
  • Radfahren in der Luft: Legen Sie sich auf den Rücken, und fahren Sie dann in der Luft für etwa 30 Sekunden lang Fahrrad. Wiederholen Sie die Übung nach einer kurzen Pause.

Vielfältige Behandlungsmöglichkeiten von Krampfadern

Aufgrund ihrer Häufigkeit verursachen Venenerkrankungen hohe Kosten: Laut RKI entstehen jährlich Ausgaben von über zwei Milliarden Euro. Krampfadereingriffe gehören nach Angaben der Barmer GEK, der größten Krankenkasse in Deutschland, zu den häufigsten Operationen in Deutschland.

Jährlich fänden 300.000 Eingriffe statt. Der Bremer Gesundheitsökonom Professor Gerd Glaeske arbeitet seit vielen Jahren eng mit den Krankenkassen zusammen. „Obwohl es kaum Belege über die Wirksamkeit von chirurgischen Eingriffen gibt, wird häufig operiert.“

Kompressionsstrümpfe seien da hilfreicher, „vorausgesetzt, die Patienten tragen sie“, so Glaeske. Mangelnde Mitwirkung der Patienten gefährde in vielen Fällen den Erfolg konventioneller Behandlungen.

Nur etwa ein Drittel der Patienten, denen die Ärzte solche Hilfsmittel verordneten, trägt angeblich diese Strümpfe. Nach Angaben der Spezialisten vom IQWiG könnten sie nicht bei jedem Venenproblem helfen. Bei manchen Betroffenen kann eine Operation sinnvoll sein, die laut IQWiG langfristig die besten Ergebnisse erziele. Allerdings kehrten die Krampfadern bei einer Minderheit von Patienten zurück. Außerdem kann die Operation zu Narbenbildung und Hautverfärbungen führen.

Kompressionstherapie mit Strümpfen

Kompressionsstrümpfe (auch orthopädische Strümpfe) und Stützstrümpfe helfen bei Venenerkrankungen oder müden Beinen zur Kompressionstherapie gegen Krampfadern. Kompressionstrümpfe üben von außen Druck auf die Venen aus. Dadurch verkleinert sich der Durchmesser der geschwächten Venen und der Blutfluss kommt schneller in Schwung. Dieser Druck muss stetig von unten nach oben abfallen, um die Muskel-Venen-Pumpe optimal zu unterstützen und die Venenklappenfunktion wiederherzustellen. Begleitend macht auch eine spezielle Bewegungstherapie Sinn. Dann wirkt eine Kompressionstherapie gegen Krampfadern noch nachhaltiger.

Stützstrümpfe sind feiner als Kompressionsstrümpfe und üben daher einen geringeren Druck aus. Auch sie unterstützen den physiologischen, nach oben hin abnehmenden Druckverlauf am Bein. Dadurch beugen sie Venenleiden vor. Je nach Schweregrad des Venenleidens erfordert die Kompressionstherapie einen unterschiedlich starken Druck, um die Venenfunktion wiederherzustellen und Krampfadern zu verhindern. Aus diesem Grund existieren die Kompressionsstrümpfe in vier verschiedenen Kompressionsklassen:

  • Die Kompressionsklasse 1 (leicht) wird bei leichten venösen Beinveränderungen oder während der Schwangerschaft eingesetzt.
  • Die Kompressionsklasse 2 (mittel) kommt bei ausgeprägten Krampfadern, geschwollenen Beinen sowie nach Venenentzündungen und Operationen zum Einsatz, ebenso in der Schwangerschaft bei vorhandenen Krampfadern.
  • Die Kompressionsklasse 3 (stark) wird nach Beinvenenthrombosen, ständiger Beinschwellung und nach einem offenen Bein notwendig.
  • Die Kompressionsklasse 4 (extra stark) behandelt deutlich ausgeprägte Schwellungen und Lymphödeme.

Je nach Lage und Umfang der Venenschädigung erhalten Patienten die Kompressionstrümpfe der verschiedenen Klassen in unterschiedlichen Längen oder als Strumpfhose.

Behandlung von Krampfadern: Die Bewegungstherapie

Jede zweite Frau über 40 hat Probleme mit ihren Beinvenen, etwa jede dritte leidet unter Krampfadern. Obwohl Vorbeugen so einfach wäre, entwickeln sich Venenleiden mehr und mehr zur Massenerscheinung bei Frauen, selbst bei jüngeren. Der Grund: Die meisten bewegen sich zu wenig. Der menschliche Körper ist aber zum Laufen geschaffen, dann pulsiert das Blut unbeschwert durch den Organismus. Doch meist wird er wird zum Stehen oder Sitzen gezwungen, das Blut sackt in die Beine und schädigt die Gefäße.

Laufen bei Krampfadern
Bewegung ist das beste Heilmittel bei Krampfadern. Auch Laufen und Joggen ist mittlerweile als gesunde Bewegungsart bei Venenproblemen anerkannt. © Christian Schwier - Fotolia

Ihre Beine sind von einem ausgedehnten Venennetz durchzogen. In diesem wird das verbrauchte sauerstoffarme Blut transportiert. Dabei leisten Ihre Venen Schwerstarbeit. Etwa 7.000 Liter Blut müssen sie täglich gegen die Schwerkraft nach oben zum Herzen und zur Lunge pumpen, wo das Blut mit frischem Sauerstoff neu beladen wird. Am beschwerlichsten ist dies für sie in der warmen Jahreszeit, bei schwachem Bindegewebe oder wenn bereits Schädigungen der Venen vorliegen. Bei sommerlichen Temperaturen dehnen sich die Venenwände aus und es wird noch schwieriger, das Blut nach oben zu pumpen. Vor allem stundenlanges Sitzen im Flugzeug ist eine Tortur für die Venen.

Für viele Betroffene ist das ein Grund auf häufiges oder langes Reisen zu verzichten. Neben unangenehmen dicken und geschwollenen Beinen stellt eine Reisethrombose besonders für Risikopersonen die größte Gefahr dar. Im Fokus stehen hier Frauen mit schwachem Bindegewebe oder Übergewichtige. Doch einem Gerinnsel können Sie schon durch einfache Bewegungsübungen vor und während der Reise aktiv vorbeugen.

Sportarten: Welche eigenen sich für die Behandlung von Krampfadern?

Mittlerweile ist die Bewegungstherapie bei Krampfadern anerkannt und wird explizit empfohlen.  Sport aktiviert und kräftigt die Muskelpumpen Ihrer Beine. Es gibt unter Ärzten eine Regel: Diese besagt, dass Liegen und Laufen lobenswert sind. Stehen und Sitzen sind schlecht. Durch die Bewegung wird der Fluss des venösen Blutes hin zum Herzen gefördert, weil die Wadenmuskulatur beansprucht wird. Das ist aber nicht bei allen Sportarten so. Sport, der vor allem Venenkranken empfohlen wird, ist unter anderem Joggen, Walking, Schwimmen, Wandern oder strammen Spazierengehen. Doch auch durch Tanzen oder Radfahren unterstützen Sie Ihre Venen.

Besonders positiv wirkt sich Schwimmen aus, da hier ein natürlicher Kompressionsdruck durch das Wasser auf Ihre Venen wirkt. Noch besser ist Aqua-Fitness. Hier ist der Wasserdruck noch höher, da Sie sich in einer senkrechten Körperposition bewegen.

Verzichten sollten Sie dagegen auf Fußballspielen, Kampfsportarten, aber auch Gewichtheben. Bei diesem Sport ist nicht nur die Verletzungsgefahr sehr groß. Es sind alles Bewegungsformen, bei denen Sie Pressvorgänge durchführen. Dadurch erhöhen Sie den Druck in der Bauchgegend und behindern so den Rückfluss des venösen Blutes zum Herzen.

Von Sportarten, die längere Steh- und kurze schnelle Bewegungsphasen (Tennis, Badminton, Bodybuilding) beinhalten, wird ebenfalls eher abgeraten. Aber: Jede sportliche Betätigung ist besser als gar keine.

Behandlung von Krampfadern: Operative Verfahren

Wenn sich Ihre Krampfadern mit der Zeit verschlimmern, kann Ihr Arzt folgende Behandlungen vorschlagen:

  • Sklerotherapie – In kleine und mittlere Krampfadern wird eine Lösung gespritzt, die sie vernarben lässt. Auch wenn das mehrfach wiederholt werden muss, ist diese Methode meist erfolgreich.
  • Laserchirurgie – Laserverfahren werden häufig eingesetzt, um kleine Krampfadern und Angiome zu veröden. Das gilt besonders für Gesicht und Oberkörper. Die Laserchirurgie arbeitet mit starken Lichtimpulsen, die auf die Vene gerichtet werden und gleichfalls zur Vernarbung führen. Die Ergebnisse dieser Methode hängen vom verwendeten Lasertyp ab. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über seine Erfahrungen mit dieser Therapieform und finden Sie heraus, ob sich das Verfahren für Sie eignet.
  • kathetergestützte Verfahren – Bei dieser neueren Behandlungsart wird ein schmaler Schlauch (Katheter) in eine vergrößerte Vene eingeführt und mittels Laser oder Radiowellenbestrahlung aufgeheizt. Während der Katheter langsam herausgezogen wird, sorgt die Hitze für das Kollabieren und den Verschluss des Gefäßes. Diese Methode eignet sich für große Krampfadern.
  • Venenentfernung („Stripping“) – Die klassische Operation bei Krampfadern stellt das „Stripping“ der Varizen dar. Dabei legen die ausführenden Ärzte oben am Bein einen Schnitt an. Ein Faden oder Draht wird in die Vene eingeführt und vorgeschoben. Die Entfernung des Gefäßes bedeutet normalerweise keinen Nachteil für den Kreislauf, da die tiefer gelegenen Beinvenen das zusätzlich anfallende Blut leicht abtransportieren können. Auf diese Art zieht er die Vene heraus. Sowohl für das „Stammvenen-Stripping“ als auch für die Behandlung der Seitenastvenen gibt es vielfältige Variationen. Deren Ziel besteht darin, ein optimales funktionelles und kosmetisches Ergebnis zu erzielen. Ein neues Verfahren hilft beispielsweise dabei, die Seitenäste intraoperativ unter der Haut sichtbar zu machen und zu zerstören. Venenoperationen können in Vollnarkose stattfinden. Außer der Vollnarkose steht in wenigen Zentren zusätzlich eine besondere Form der lokalen Betäubung (Tumeszenzanästhesie) zur Verfügung, die große Mengen eines hochverdünnten lokalen Betäubungsmittels verlangt. Krampfadern können mittels Laser verschlossen oder „verschweißt“ werden.
  • ambulante Phlebektomie – Kleine Krampfadern können durch eine Serie kleiner Hautpunktionen entfernt werden. Die Narbenbildung ist dabei meist minimal.
  • endoskopische Venenoperation – Diese Methode kommt nur bei fortgeschrittenen Fällen mit Druckgeschwüren (Ulcera) zum Einsatz. Dazu gehört eine Operation mit einer winzigen Kamera, die in die Beinvene eingeführt wird, um das Gefäß darzustellen und zu verschließen. Behandlungen mit einer Laserfaser sind andere neuartige Optionen. Beide Verfahren erfordern nur kleine Einschnitte.

Neuartige Behandlungsansätze

Zwei weitere neuere Techniken stellen laut IQWiG die Radiofrequenzablation und dasTrivex-Verfahren dar. Die Radiofrequenzablation versiegelt die Venen mit Hilfe von Wärme. Beim Trivex-Verfahren führen die Ärzte ein kleines rotierendes Messer in die Vene ein, um sie zu schädigen und zu verschließen. Dabei kann man die Vene von außen durch die Haut beleuchten und sichtbar machen.

Natürliche Therapie gegen Krampfadern mit Rosskastanie

Die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse. Mitte des 16. Jahrhunderts kam sie aus der Türkei nach Mitteleuropa und erfreute sich schnell großer Beliebtheit als Haus- und Parkbaum. Der bis zu 35 Meter hoch werdende Baum treibt seine tief eingeschnittenen Blätter, die aus sieben Einzelblättern bestehen, im zeitigen Frühjahr. Im Juni erscheinen die stolzen weißen Blütenkerzen, aus denen sich im Herbst die typisch kastanienbraunen Früchte entwickeln. Die Rosskastanie ist mit der Esskastanie nicht verwandt.

Zu medizinischen Zwecken dienen die frische Rinde junger Triebe und die Früchte, aus denen sofort ein Extrakt zur Herstellung von Fertigpräparaten gewonnen wird. Getrocknete Rinde wird zudem als Teekraut verwendet.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Rosskastanie:

  •   Aescin
  •   Cumarin
  •   Flavonoide
  •   Gerbstoffe

Alle Pflanzenteile enthalten den Hauptwirkstoff Aescin. Dessen Konzentration ist in den Früchten mit 8 Prozent am höchsten. Die Volksmedizin nutzte die Rinde und Früchte der Rosskastanie für eine Vielzahl von Beschwerden: von Durchfall über Gicht bis hin zu Venenleiden. Umfassende pharmakologische Untersuchungen haben inzwischen zweifelsfrei belegt, dass Aescin tatsächlich die Venen von innen abdichtet. Außerdem hemmt es bestimmte Entzündungsbotenstoffe, die zu kleinen Blutstauungen führen und die Gefäßwände überdehnen.

Neben der Rosskastanie gibt es jedoch noch weitere Heilpflanzen, die bei Krampfadern gezielt eingesetzt werden können. Dazu gehören:

Alternative Heilmethoden gegen Krampfadern: Blutegel-Therapie

Wenn die Venenwände nachgeben und Krampfadern hervortreten, gelten Blutegel als bewährte Helfer. Im Speichel der kleinen Tierchen sind blutverdünnende und entzündungshemmende Substanzen (u. a. Hirudin) enthalten, die eine Venenentzündung verhindern und den Blutfluss verbessern. Gleichzeitig wirkt das Saugen der Egel wie ein Aderlass, wodurch der Blutstau im Krampfadergebiet aufgelöst werden kann.

Hierzu plaziert der Therapeut vier bis sechs der kleinen Vampire neben den gestauten Venen. Alle sechs Wochen sollten Sie für einen dauerhaften Effekt eine solche Behandlung durchführen lassen. Leider müssen Sie die Kosten dafür mit etwa 60 Euro selbst tragen.

Krampfadern Behandlung
Natürliche nichtinvasive Methoden haben bei der Behandlung von Krampfadern durchaus ihre Daseins-Berechtigung – so können beispielsweise Blutegel unterstützend eingesetzt werden. © kreativwerden - Fotolia

Besenreiser: Die Vorstufe der Krampfadern

Mit zunehmendem Alter leiden fast alle Frauen unter erweiterten Äderchen der obersten Hautschicht an den Beinen: Besenreisern. Fein und bläulich-rot schimmernd ziehen sie sich durch die Haut, oft auch stern- oder strahlenförmig. Beschwerden verursachen sie nicht, werden aber meist als unschön empfunden.

Besenreiser sind winzige Krampfadern, die in der Medizin Mikrovarizen genannt werden. Sie gelten als eines der ersten sichtbaren Zeichen für eine Venenschwäche. Wenn Besenreiser gehäuft auftreten, sind sie als Krankheit zu bewerten, denn sie deuten dann immer auf eine dauerhafte Venenschwäche sowie tiefer liegende Krampfadern hin. Behandelt werden müssen die Besenreiser dennoch nur, wenn Sie Schmerzen empfinden oder sich kosmetisch gestört fühlen. Auf alle Fälle sollten Sie sich sofort mehr bewegen und mit Ihrem Arzt über Kompressionsstrümpfe sprechen, um Ihre Venen nachhaltig zu stärken.

Das können Sie dagegen tun

Wollen Sie die Mini-Krampfadern loswerden, können Sie diese veröden lassen. Dabei wird mit feinen Kanülen eine Substanz in die Vene gespritzt, die die Adernwand reizt. Es entsteht ein Gerinnsel, das die Adernwand entzündet. Auf diese Entzündung wird ein Kompressionsverband gelegt oder ein Kompressionsstrumpf gezogen, so verkleben die Adernwände miteinander, der Blutflusss wird unterbrochen und das Blutgefäß so stillgelegt. Diese Methode hört sich schmerzhaft an, ist sie aber nicht.

Kleine Besenreiser können auch mit Laser verödet werden. Dabei werden die Gefäße durch die Lichtenergie miteinander verschmolzen bzw. verdampft. Das muss unter örtlicher Betäubung geschehen, ist zeitaufwendig und tut weh. Mit dem Elektrokauter werden die Blutgefäße bei kleinen Besenreisern mit Schwachstrom verkocht. Auch für diesen ambulanten Eingriff braucht es eine lokale Betäubung. Die Entfernung von Besenreisern wird nicht von der Krankenkasse bezahlt. Da die Eingriffe die Venen nicht trainieren und stärken, wird also auch die Ursache nicht beseitigt und es können sich neue Besenreiser entwickeln. Zudem ist es möglich, dass sich die behandelten Stellen braun färben.

Das sollten Sie beachten

Es gibt eine Reihe von Faktoren, welche die Bildung von Besenreisern gerade bei Wärme begünstigen:

  • Zu starke Hitze erweitert die kleinen Gefäße und führt zu stärkerer Durchblutung. Sauna, Dampfbad und heiße Bäder gehören für Sie leider zu den Dingen, die Sie vermeiden sollten.
  • Zu viel Sonne mindert die Elastizität der Gefäße. Sonnenstrahlung kann die Struktur des Bindegewebes in der Haut verändern, sodass die Äderchen stärker durchscheinen.
  • Jetzt in der warmen Jahreszeit sollten sie Ihre Beine vor zuviel Sonnenwärme schützen. Gut für Sie: Kühlendes Gel mit hohem Lichtschutzfaktor, bei sehr intensiver Sonnenstrahlung einen Sunblocker verwenden und im Schatten bleiben, in die Sonne nur mit geschützten Beinen. Zu viel Kälte tut Ihren Beinen natürlich ebenfalls nicht gut.
  • Kühlende Gele mit Minze, Eukalyptus oder Kampfer ziehen die Äderchen zusammen. Heilkräuter Johanniskraut, Hamamelis, Ringelblume oder Lavendel beruhigen Ihre Haut.kra
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